TBWA\: Vollmondiger Espresso-Genuss bei McDonald’s

Am vergangenen Vollmond, am 6. Mai 2012, wurde McDonald's zum Schauplatz für eine besondere Aktion. Alle die nicht ins Bett wollten oder konnten oder sonst wie wach bleiben mochten, wurden mit einem Espresso bedacht.

Der Wachmacher wurde zwischen 20:42 Uhr (Sonnenuntergang) und 24:00 Uhr gratis ausgegeben. Plakate und POP-Massnahmen machten auf diese Aktion aufmerksam. Zu sehen in einer ersten Phase im Raum Zürich.

Verantwortlich bei McDonald’s Schweiz: Thomas Truttmann (Marketing & Communications Director Switzerland & Head Sports Europe), Yvonne Maurer (Local Restaurant Marketing Manager). Verantwortlich bei TBWA\Zürich: Thomas Ammann, Benny Goldstein, Marcus Josty (Creative Direction), Barney Rees (Art Direction), Sven Oeschger (Client Unit Director), Guido Zehnder (Account Director), Christina Buergin (FFF).

Joiz wird analog verbreitet

Joiz wird ab dem 23. Mai 2012 von UPC Cablecom auch analog verbreitet.  Das Bundesgericht hatte im März den Konzern UPC Cablecom dazu verpflichtet.

«Wir freuen uns über die Aufschaltung, wird doch in der Schweiz immer noch in vielen Haushalten analoges Fernsehen geschaut», so Joiz-CEO  Alexander Mazzara. Joiz übernimmt dabei den Sendeplatz, welcher heute vom Bayerischen Rundfunk BR belegt wird. Seit einem Jahr strahlt Joiz in einem 24-Stunden-Programm ein Angebot für junge Schweizer Erwachsene aus. Mit dem Urteil des Bundesgerichtes im März wurden der Entscheid des Bundesamtes für Kommunikation Bakom und das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bestätigt. Am 23. Mai wird der Entscheid nun umgesetzt. Die Cablecom wird verpflichtet, Joiz während drei Jahren sowohl im digitalen (SD und HD) als auch in ihrem analogen Kabelnetz zu verbreiten.  
 

Presserat: Geläufige Vor- und Nachnamen dürfen als Pseudonym verwendet werden

Medien dürfen einen weit verbreiteten Vor- und Nachnamen zur Anonymisierung einer Person verwenden. Dies, wenn mit dem Hinweis «Namen geändert» am Ende eines Artikels darauf hingewiesen wird, dass es sich nicht um den richtigen Namen handelt.

Zu diesem Schluss kommt der Schweizer Presserat in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Er hat die Beschwerden von zwei Trägern des zur Anonymisierung verwendeten Vor- und Nachnamens abgelehnt.
 
Im November 2011 hatten 20 Minuten Online und daraufhin auch die Printausgabe von 20 Minuten sowie das Newsnet des Tages-Anzeigers gemeldet, ein 25-jähriger Fussball-Juniorentrainer und Schiedsrichter habe nebenbei als Anführer einer Jugendbande Minderjährige terrorisiert. Die Artikel benennen den Betroffenen mit einem verbreiteten Vornamen und Nachnamen, weisen aber mit einem Asterix und dem zugehörigen Vermerk «Namen geändert» am Ende des Berichts darauf hin, dass es sich nicht um den richtigen Namen handelt.
 
Zwei Träger des verwendeten Namens beschwerten sich beim Presserat und monierten eine Schädigung ihres Rufes. Einer der Beschwerdeführer vermutete sogar, die Verwendung seines Namens sei nicht zufällig erfolgt, sondern mit dem Ziel, ihm in seiner politischen Tätigkeit als kantonaler Parlamentarier zu schaden.
 
Der Presserat hat zwar Verständnis für die Verärgerung der Beschwerdeführer. Ihm erscheint im vorliegenden Fall eine Verwechslung aufgrund des Hinweises «Namen geändert» ausgeschlossen. Denn um die Gefahr einer Verwechslung als real erscheinen zu lassen, müssten auch weitere Informationselemente (beispielsweise die Elemente Fussball-Juniorentrainer und Schiedsrichter) übereinstimmen. (sda)

Inhalt&Form: Mit Melectronics zurück ins Klassenzimmer

Inhalt&Form hat einen neuen TV-Spot für Melectronics realisiert. Der neue TV-Spot von Melectronics entführt den Zuschauer in ein Klassenzimmer der Achtzigerjahre.

Dort treibt ein gewisser Schüler den Rechnungslehrer fast zur Verzweiflung, was ihm Melectronics-Kunden allerdings heute hoch anrechnen.

Verantwortlich bei Melectronics: Patrick Marti (Fachmarktleiter Melectronics), Janine Rigg (Leiterin Marktbearbeitung Melectronics), Christoph Vogler (Leiter Marktbearbeitung Fachmärkte). Verantwortlich bei Inhalt&Form: Serge Riedener (CD), Karin Estermann (AD), Fabian Zahner (Text), Jürg Meyer, Melanie Scheiling (Beratung). Verantwortlich bei Shining Pictures: Jyri Pasanen (Regie), Stefan Bircher, Jens Derler (Produktion), Tobias Dengler (Kamera), Wolfgang Weigl (Schnitt). Ton: Jingle Jungle. 

Zum Spot

Tamedia und Basler Zeitung Medien setzen Kooperation fort

Die Zürcher Mediengruppe Tamedia und die Basler Zeitung Medien setzen ihre Zusammenarbeit fort. Die Kooperation, die sowohl den Werbemarkt wie publizistische Projekte betrifft, war nach dem letzten Besitzerwechsel bei der Basler Zeitung überprüft worden.

Die Unternehmen kooperieren seit bald zwanzig Jahren. Die Fortsetzung der «erfolgreichen Zusammenarbeit» stärke die beiden Medienhäuser und das Medienangebot in den Regionen Basel, Bern und Zürich. Dies schrieben Tamedia und die Basler Zeitung Medien in einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag.

Die beiden Medienunternehmen bieten gemeinsam die Werbekombination Metropool von Basler Zeitung, BZ Berner Zeitung, Der Bund und Tages-Anzeiger an und arbeiten beim Nachrichtennetzwerk Newsnet zusammen. Zudem verlegen Basler Zeitung, Berner Zeitung, Der Bund und Tages-Anzeiger gemeinsam die Wochenendbeilage Das Magazin. Nach dem Eigentümerwechsel bei den Basler Zeitung Medien im vergangenen Dezember hatten die beiden Medienunternehmen eine Überprüfung ihrer Zusammenarbeit vereinbart. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit, die bei der Werbekombination bis ins Jahr 1993 zurückreicht, stärke die beiden Medienhäuser und das Medienangebot in den Regionen Basel, Bern und Zürich, heisst es in der Mitteilung weiter. 
 

Award Social Media: Jetzt Lieblingskampagnen eingeben

Social Media ist aus dem heutigen Kommunikationsmix nicht mehr wegzudenken. Die besten Kampagnen zeichnen die Veranstalter des Award Corporate Communications dieses Jahr zum zweiten Mal mit dem Kategorienpreis Award Social Media aus.

Als Consulting Partner fungiert Social Media Schweiz, Preissponsor ist News Aktuell Schweiz. Doch welches sind nun die besten Social-Media-Kampagnen? Über diese Frage entscheidet das Publikum. Wer eine Lieblingskampagne einreichen möchte, kann dies ab sofort via Eingabeformular tun. Vom 1. Juni bis zum 31. August können die Fans dann auf der Facebook-Seite für ihren Favoriten voten.

Die drei besten Social-Media-Kampagnen werden im Rahmen der Preisverleihung des Award Corporate Communications am 6. September im Metropol Zürich gekürt. Der Gewinner darf eine der Skulpturen des Tessiner Bildhauers Pedro Pedrazzini in Empfang nehmen. Alle drei Nominierten erhalten zudem ein Zertifikat, und die Eingeber der drei Kampagnen erhalten je zwei Tageskarten für die Solothurner Filmtage.
 

Thomas Vollmoeller wird neuer CEO von Xing

Der derzeitige Vorstandsvorsitzender der Schweizer Valora Holding Thomas Vollmoeller ist am Dienstag mit Wirkung zum 15. August 2012 zum Vorstand von Xing bestellt worden. Er wird spätestens zum 15. Januar 2013 den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Stefan Gross-Selbeck, seit Januar 2009 Vorstandsvorsitzender von Xing, wird seinen Vertrag nicht verlängern, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Dies schreibt Xing in einer Mitteilung vom Dienstag.

Vollmoeller arbeitete nach seinem Studium zehn Jahre lang bei McKinsey & Co. in Hamburg und Düsseldorf. Seit 1997 war er bei der Tchibo in verschiedenen Funktionen tätig, zuletzt als Vorstandsmitglied für den gesamten Bereich Non Food. In seiner Zeit bei Tchibo zeichnete Thomas Vollmoeller auch für den erfolgreichen Aufbau des E-Commerce-Geschäfts verantwortlich. Im Jahr 2008 wechselte er zur Valora Gruppe und übernahm dort die Rolle des Vorstandsvorsitzenden.

Gross-Selbeck verlässt Xing nach Ablauf seines Vertrages im Januar 2013 auf eigenen Wunsch, wie es in der Mitteilung heisst. Unter seiner Führung habe Xing ihre führende Position im deutschsprachigen Europa mit über 5.5 Millionen Mitgliedern weiter ausgebaut. Durch seine Produkteinführungen unter anderem in den Bereichen e-Recruiting, Advertising und Events konnte der Umsatz in diesen Geschäftsbereichen beinahe verdreifacht werden. In seine Zeit als Vorstandsvorsitzender fallen die Akquisition der Amiando, der Aufbau der Belegschaft von rund 160 auf über 450 Mitarbeiter sowie der Aufstieg in den Tec Dax. Der Unternehmenswert von Xing habe sich in dieser Zeit in etwa verdoppelt.

 

Wunderman: Microsoft KMU Portal für 12 europäische Länder

Wunderman Schweiz betreut das Microsoft KMU Portal. Die Agentur hat es in zwölf Ländern West Europas (14 Sprachen) ausgerollt.

Die Zürcher Agentur ist verantwortlich für sämtliche Inhalte und die redaktionelle Führung. Darüber hinaus erfolgt aus der Schweiz die gesamte Koordination und Leitung der Programmierung, sowie die Guideline-konforme Lokalisierung des Portals für die europäischen Märkte vom Wunderman Production Center in Prag.

Verantwortlich bei Microsoft: Alex Solomon (Integrated Marketing Communication Lead – Western Europe HQ). Verantwortlich bei Wunderman: Thomas Engeli (Creative Director), Daniel Schranz (Art Director), Sebastian Eppler (Grafik), Alan Ganguillet (Grafik), Florian Tillmann, Kevin Bloch (Text), Pascal Albrecht (Programming), Andreas Punter (Beratung).
 

Polyconsult kämpft mit Battery-Man für Batterie-Recycling

Jedes Jahr landen über 30 Millionen Akkus und Batterien im Abfall. Mit einem ungewöhnlichen Testimonial haben Inobat (Interessenorganisation Batterieentsorgung) und die Werbeagentur Polyconsult den Kampf gegen diese landesweit verbreitete Unsitte aufgenommen.

Der Hauptakteur der Kampagne ist Battery-Man, der für eine mehrjährige Zusammenarbeit verpflichtet werden konnte. Battery-Mann steht für die gleichen Ziele ein wie Inobat und soll die Sympathien der Leute auf sich ziehen.

Die Kampagne ist eben angelaufen und basiert auf TV-Spots, Plakaten, Inseraten, einem als Infobus getarnten Battery-Mobil sowie auf Batteryman.ch und Facebook, wo Battery-Man regelmässig mit Berichten über seine Missionen aufwartet. Weiter wurden diverse Online-Aktivitäten umgesetzt. So unter anderem eine Website und ein Facebook-Auftritt.

Verantwortlich bei Inobat: Max Zulliger (Geschäftsführer), Miklós Nagy (Stv. Geschäftsführer), Karin Jordi (Leiterin Kommunikation). Verantwortlich bei Polyconsult: Mike Brodbeck, Jeannine Kaiser, Gabriela Hodel (Beratung), Silvio Truffer, Roger Ghezzi (CD), Petra Brönnimann (AD), Ramon Niederhauser, Peer Fankhauser (Grafik). Verantwortlich bei Shining Pictures: Reiner Roduner (Producer), Jens Derler (Produktionsleiter), Jyri Pasanen (Regie), Tobias Dengler (Kamera), Alex Kirschner (Musik). Foto: Regula Roost.
 

Zu guter Letzt: Zuckerberg On The Road

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich im Vorfeld des Börsengangs selbst den Investoren gezeigt, bei einem Mittagessen in einem New Yorker Hotel. Denn nun beginnt die heisse Phase beim Börsengang des sozialen Netzwerks.  

Für dessen Management besteht nun der nächste Schritt darin, die Profi-Anleger vom Kauf der nicht gerade billigen Aktien zu überzeugen. Daher liess sich Firmengründer Mark Zuckerberg persönlich zum Auftakt der sogenannten «Roadshow» in der Finanzmetropole New York blicken. Daraufhin reist die Facebook-Führungscrew nun quer durch die USA, um potenzielle Investoren zu treffen.

Nach Angaben des US-Fernsehsenders CNBC warteten rund 600 Investoren im grossen Saal des Hotels auf die Delegation. Sollte es gelingen, die Aktien zum Maximalpreis von 35 Dollar/Stück zu verkaufen, wäre das Unternehmen 96 Milliarden Dollar wert. Im Vergleich dazu betrugen die Einnahmen von Google im Jahr 2004 1.7 Milliarden Dollar, während die Gesamtbewertung bei 23 Milliarden Dollar lag, wie die SDA am Dienstag schreibt. So ist der Facebook-Börsengang der grösste eines Internetunternehmens überhaupt. Interessant ist Facebook für Investoren wegen seiner rund 900 Millionen Nutzer, Haupteinnahmequelle ist die Werbung. So drehten sich bei dem Treffen dann auch die Fragen unter anderem um die jüngste Verlangsamung des Wachstumstempos von Facebook und um den 1 Milliarde Dollar schweren Zukauf des Bilderdienstes Instagram. Für Aussenstehende war kein Einlass.
 

Seed gewinnt 2x Gold und 1x Silber in Wien

Seed gewinnt an den 25. Internationalen Wirtschaftsfilmtagen in Wien mit dem Ricola-Unternehmensfilm «Der Kuss» eine goldene Victoria in der Kategorie «Corporate Video». In derselben Kategorie durfte Seed zusätzlich eine silberne Victoria für den Swiss Life Corporate Movie entgegennehmen.

In der Kategorie «Gesundheit, Arbeitswelt, Unfallverhütung» wurde der Präventionsfilm «Der Moment der Wahrheit» mit einer goldenen Victoria ausgezeichnet. Diesen Film hat Seed gemeinsam mit Boutiq im Auftrag der Suva produziert.

Die Internationalen Wirtschaftfilmtage feiern dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Das Wirtschaftsfilmfestival deutschsprachiger Länder findet seit 1963 im 2-Jahresrhythmus statt. Dieses Jahr wurden von insgesamt 290 Einreichungen aus den Teilnehmerländern Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Südtirol insgesamt 62 Filme mit den Victoria-Trophäen in Gold, Silber und Schwarz ausgezeichnet.

Zu den Filmen
Der Ricola-Unternehmensfilm «Der Kuss» erzählt die Geschichte von Nik und Anouk, die sich an einem idyllischen Plätzchen am See treffen. Der junge Charmeur zückt ein Ricola-Bonbon und verwickelt Anouk in ein Gespräch über Kräuteranbau, Herstellung und weltweiten Vertrieb. Dabei übertreibt er gerne etwas. Hauptsache, Anouk ist beeindruckt. Regie: Luki Frieden.
Direktzugriff auf den Film

Der Swiss Life Corporate Movie vereint in einem modularen Ansatz fünf Clips: Ein kurzweiliger Animationsfilm liefert die Fakten, vier Kurzfilme bringen die Markenwerte zum Ausdruck bringen. Regie: Alexandra Fisher.
Direktzugriff auf die Filme

Im Suva-Präventionsfilm «Der Moment der Wahrheit» geht es um das Thema Verantwortung auf dem Bau. In diesem Kurzspielfilm kehrt der Vorarbeiter Dario Di Pietro zum Augenblick zurück, in dem ein junger Kollege sein Leben verliert. Schmerzlich wird ihm bewusst, dass er die Hauptschuld trägt. Regie: Alexandra Fisher.
Direktzugriff auf den Film
 

Baz: Erneut Wasser auf Wanners Mühle

Die AZ Medien nützt jede Schwäche der Basler Zeitung marketingmässig gekonnt aus. Auch nach den jüngsten (Fehl-)Entscheiden von Chefredaktor Markus Somm weiss Peter Wanner sofort Kapital zu schlagen – ausgerechnet bei Basels Linken.

Wieder einmal hat Peter Wanners AZ Medien in Basel marketingmässig zugeschlagen: Der Verlag liess am Samstag, 5. Mai, die BZ Basel, die Basel-Ausgabe der Basellandschaftlichen Zeitung, nicht nur gratis in die baselstädtischen Briefkästen verteilen, sondern versah den Umschlag auch noch mit der frechen Aufschrift «Die Basler Zeitungsalternative als Gratis-Leseprobe». Eine Abobestellkarte war natürlich auch dabei. Die Basler kamen damit also letzte Woche gleich zweimal in den Genuss einer Gratis-BZ – denn mittwochs erhalten sie die BZ seit einiger Zeit sowieso.

Grosses Köpfeschütteln über Zanetti
Der Termin für die samstägliche Aktion war natürlich nicht zufällig gewählt: Seit zwei Wochen ist in Basel die Diskussion über die Baz nach einigen Wochen Ruhe wieder heftig aufgeflammt. Angestossen wurde die erneute Unruhe von Baz-Chefredaktor Markus Somm selbst: Ende April ernannte er den Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Zanetti als Berichterstatter über den US-Präsidentschaftswahlkampf (und später vielleicht auch als Bundeshauskorrespondent). Dieser Entscheid löste weitherum Kopfschütteln aus – nicht nur in Basel und nicht nur im linken Parteienspektrum. Auch in der Baz-Redaktion gibt es Widerstand.

Folgenschwer war aber auch die Baz-Berichterstattung über die 1. Mai-Feiern in Basel und Liestal: Auf der Frontseite waren sie gar kein Thema, im Regionalteil wurde die Basler Kundgebung mit rund 1‘300 Teilnehmern mit einem dreispaltigen Bild und vierzeiliger Legende abgehandelt, und der Liestaler Demo widmete die Baz bloss einen kleinen zweispaltigen Artikel. Dem illegalen Baselbieter Bierlauf mit 40 Teilnehmern, der gleichentags stattfand, wurde dagegen sowohl auf der Frontseite als auch im Regionalteil mehr Platz eingeräumt.

Chefredaktor rügt Chefredaktor
Für den grossen linken Bevölkerungsteil Basels war dies ein Affront. So sehr, dass es nun auch dem besonnenen Helmut Hubacher, dem Doyen der Basler Sozialdemokraten, «dr Nuggi uusegjaggt het», wie es auf Baseldeutsch heisst. In seiner samstäglichen Baz-Kolumne sprach er am 5. Mai der Zeitung zwar zunächst etwas Lob zu: Sie «plätschere» nicht mehr so dahin wie früher. «Nun tätschts und krachts. Das Blatt hat wieder Profil bekommen. Politisch zwar rechtslastig. Aber die andere Meinung bekommt durchwegs Platz. Die Zeitung liest sich spannend.»

«Und nun dies:… Zum erstenmal seit Jahrzehnten» habe die BaZ nicht über die 1. Mai-Feiern berichtet, stellte Hubacher konsterniert fest und sprach von einem Boykott durch die Baz-Lokalredaktion. Hubacher gestand zwar ein, dass die Baz an der 1. Mai-Feier in Basel öffentlich stark kritisiert worden war – auch letztes Jahr schon. Dennoch las der ehemalige Chefredaktor der früheren Basler Arbeiterzeitung dem aktuellen Baz-Chefredaktor die Leviten: «Der 1. Mai ist noch immer Basels grösste politische Veranstaltung. Die Öffentlichkeit gehört darüber informiert.» Es wäre fatal, wenn aus der Baz ein Kampfblatt würde. Auch sei es «völlig unnötig, die Gewerkschaften als Veranstalter und als Sozialpartner der Wirtschaft zu brüskieren. Der 1. Mai ist ihr Tag der Arbeit. … Es geht nicht um Rotkäppchen und den Wolf. Es geht um den Respekt vor Andersdenkenden. Auch um die Würde der Zeitung.»

Wanner will bei den Linken punkten
Und mitten in diese aufgeheizte Stimmung verteilte die AZ Medien also ihre samstägliche «Basler Zeitungsalternative». Als solche könnte sie nun bei der Basler Linken tatsächlich etwas punkten, denn sie hatte ganz anders über die 1. Mai-Feiern berichtet: Die BZ Basel hatte dem Tag der Arbeit schon auf der Frontseite viel Platz eingeräumt, ebenso im Regionalteil, und auch der Demo in Rheinfelden hatte sie einen halbseitigen Artikel gewidmet.

Das zeigt einmal mehr: Wenn sich die Baz eine Blösse gibt, wird diese vom Aargauer Verlag sofort schamlos, aber gekonnt ausgenützt. Dumm nur, dass die Baz und ihr Chefredaktor Markus Somm sich viele Blössen geben – derzeit gar im Wochentakt.

Markus Knöpfli

 

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