Zu guter Letzt: Italienische Zeitung lässt sich nicht «vatikantod» machen

Erneut sind einer italienischen Zeitung geheime Briefe aus dem Vatikan zugespielt worden. Diesmal sind es Auszüge aus mehreren Schreiben, aus denen deutlich wird, dass Mitglieder des Aufsichtsrats der Vatikanbank einen Rückzug ihres Chefs Ettore Gotti Tedeschi forcierten.

Die Il Fatto Quotidiano druckte am Samstag Auszüge aus den Schreiben ab. Demnach drohte Tedeschis damaliger Stellvertreter Ronaldo Schmitz in einem Brief an den einflussreichen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone mit Rücktritt, sollte sein Chef nicht bis Ende Mai abberufen worden sein. Dies schreibt die SDA am Sonntag. Gotti Tedeschi sei am 24. Mai nach einem Misstrauensvotum des Aufsichtsrats zurückgetreten. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Unter anderem habe die Zeitung auch den Brief eines Psychiaters zitiert. Dieser bescheinigte Gotti Tedeschi «Züge von Egozentrik, Narzissmus und teilweise eine Loslösung von der Realität».

Interne Dokumente des Vatikans sind in den vergangenen Monaten immer wieder an italienische Medien weitergegeben worden. Darin ging es unter anderem um Korruption, Geldwäsche und Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche. Der Vatikan ist jedoch bereits dabei, das Leck zu stopfen: Ein früherer Kammerdiener, Paolo Gabriele, steht gemäss SDA im Verdacht, eine der undichten Stellen im Kirchenstaat zu sein. Dem vor gut zwei Wochen Festgenommenen droht nun eine Haftstrafe.

Teilfreispruch für Zürcher Pressefotografen Klaus Ròzsa

Das Bezirksgericht Zürich hat den Pressefotografen Klaus Ròzsa zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Es sprach ihn am Freitag der Gewalt gegen Beamte schuldig.

Ròsza wurde beschuldigt, am 4. Juli 2008 bei einer Besetzung des alten Hardturm-Stadions durch eine alternative Gruppe zwei Polizisten mit Gewalt und Drohung an einer Amtshandlung gehindert zu haben. Er wehrte sich laut Anklage gegen eine Personenkontrolle und soll dabei die Polizisten getreten und einen auch angespuckt haben. Die Einzelrichterin sprach Ròsza in diesen Punkten schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 30 Franken, bei einer Probezeit von 2 Jahren. Gleichzeitig wurde Klaus Ròzsa eine Prozessentschädigung von Fr. 1'500 Franken zugesprochen, bei teilweise Auferlegung der Gerichtsgebühren. Die Privatklagen der zwei Polizisten wurden abgewiesen.

Klaus Ròzsa, der sich im Laufe der vergangenen rund vierzig Jahre fast zwangsläufig auf die Dokumentation polizeilicher Übergriffe an Demonstrationen spezialisiert hat, betonte in einer persönlichen Stellungnahme seinerseits, dass die zahlreichen, letztinstanzlich fast immer zu seinen Gunsten entschiedenen Prozesse, ihn – und mit ihm auch andere Medienschaffende, die über Polizeieinsätze berichten – an der Ausübung seines Berufes hinderten und faktisch eine Bedrohung für die viel gepriesene Medienfreiheit in der Schweiz darstellten. Dies schreibt Syndicom in einer Mitteilung. Die Probezeit von zwei Jahren bedeute für ihn ein faktisches Berufsverbot, wird Ròzsa in der Mitteilung der Gewerkschaft zitiert. Das Urteil richte sich deshalb auch gegen die Pressefreiheit.

In weiteren Anklagepunkten sprach die Einzelrichterin Ròzsa frei. Es liess sich nicht beweisen, dass Klaus Ròzsa den Sichtkontakt zwischen einem hinter ihm stehenden Polizisten und seinen Kollegen behinderte, während er diese fotografierte, wie es in der Syndicom-Mitteilung weiter heisst. Ebenso können seine Hilferufe während er von den Polizisten festgehalten, zu Boden gedrückt und mit Handschellen gefesselt wurde, nicht nachweislich als «Aufforderung zur Gewalt» interpretiert werden – zumal ihm niemand zu Hilfe eilte. In diesen beiden Punkten wird der Pressefotograf vom Vorwurf der «Gewalt und Drohung gegen Beamte» sowie der «Behinderung einer Amtshandlung» freigesprochen. Dass sich aber Klaus Ròzsa vom Schauplatz wegbewegt habe, sei als Versuch zu werten, sich der Festnahme zu entziehen, urteilte das Gericht. Und dass er die Verhaftung schliesslich durch Fallenlassen verkompliziert habe, sei «möglich» und mache ihn der «Widersetzung einer Amtshandlung» schuldig. Ebenso ernst nahm die Richterin die «lebensnahen» Schilderungen der Polizisten, dass Klaus Ròzsa auf ein uniformiertes Bein gespuckt und derart mit den Füssen gestrampelt habe, dass er dabei einen Polizisten ins Bein gekickt haben könnte. Beide Punkte werden von der Einzelrichterin als «Gewalt und Drohung gegen Beamte» klassifiziert.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
 

Weko überprüft Cinetrade

Cinetrade ist zu 49 Prozent an der Swisscom beteiligt, und vergibt den Grossteil der Übertragungsrechte für Fussball der Swisscom. Nun interessiert sich die Wettbewerbskommission für die Marktverhältnisse.

Für das Eishockey zeichnet sich nun Gleiches ab. So soll sich Cinetrade Live-Exklusivität während der Qualifikation im Sendegebiet der Deutschschweiz sichern, wie die NZZ am Sontag schreibt. Danach könnte auch die SRG live Spiele übertragen. Und die Kabelnetzbetreiber hätten wiederum keinen Zugriff auf alle Spiele.

Doch nun soll sich auch die Wettbewerbskommission für die Marktverhältnisse beim Bezahlfernsehen interessieren. Dies zeigen Recherchen der NZZ am Sontag. So habe das Sekretariat der Weko den Marktteilnehmern in einem Schreiben mitgeteilt, dass es eine Vorabklärung «in Sachen Cinetrade» eröffnet habe: «Es liegen uns Hinweise für eine möglicherweise unzulässige Wettbewerbsbeschränkung im Sinne von Artikel 7 KG vor», bestätigt Weko-Vizedirektorin Carole Söhner gemäss NZZ am Sontag. Der Artikel 7 des Kartellgesetzes behandelt unzulässige Verhaltensweisen marktbeherrschender Firmen.

Die Swisscom steht der Weko-Initiative gelassen gegenüber, schliesslich handelt es sich dabei auch erst um eine Vorabklärung. Swisscom-Sprecher Sepp Huber sagt gemäss NZZ am Sontag, dass somit noch kein Vorwurf oder Verdacht vorliege. Und: «Der Wettbewerb um Sport-Übertragungsrechte spielt». Swisscom habe sich als Verbreiterin solcher Inhalte gegenüber der Cinetrade verpflichtet. Übertragungsrechte für Fussball oder Eishockey würden exklusiv und zeitlich befristet vergeben, sagt Huber gemäss NZZ am Sontag weiter. Somit herrsche in jeder Ausschreibungsrunde ein offener Wettbewerb.
 

Media-Work verstärkt Team

Hannes Tscherrig ist seit dem 1. Mai diesen Jahres neu bei der Luzerner Kommunikationsagentur Media Work tätig. Der Germanist unterstützt die Agentur als Redaktor und Konzepter.

Der aus dem Wallis stammende Texter und Konzepter hat sich bereits als Student mit Schreiben einen Zustupf verdient. So war er über die Jahre als Texter für Hypothekenzentrum.ch, Scholz & Friends Zürich und Supertext.ch tätig. Nach Abschluss mit einem Master in Germanistik und Anglistik hat der 28-Jährige sich beim Oberwalliser Medienhaus Mengis Druck und Verlag die ersten Sporen im Journalismus abverdient. 2012 erwirbt er einen Master of Science in kognitiver Neurolinguistik. Hannes Tscherrig wird als Redaktor in allen Themenbereich der Agentur eingesetzt werden, so Media Work in einer Mitteilung. Als Denkarbeiter soll er Konzepte kritisch hinterfragen, Schwachstellen identifizieren und alternative Lösungen finden.
 

SFLB: Potenziale zum Entdecken

Spillmann/Felser/Leo Burnett hat eine Kampagne für Strukturierte Produkte gestaltet. Diese soll potentiellen Anlegern die Vorteile der komplexen Welt der Strukturierten Produkte auf eine greifbare Weise näher bringen.

Die erste Welle der Kampagne läuft ab sofort in Form von Bannern und Anzeigen unter anderem in der NZZ und Finanz und Wirtschaft. Ganz im Look der Kampagne kommt auch die neue Website des Schweizerischen Verbandes für Strukturierte Produkte daher.

Verantwortlich beim Schweizerischen Verband für Strukturierte Produkte: Jürg Stähelin (Geschäftsführer SVSP), Daniel Sandmeier (Präsident SVSP), Peter Keller (Leiter Operations & Satandards SVSP). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Oli Kreienbühl, Marco Donada, Patrick Suter, Reto Vogler, Peter Brönnimann (Kreation), Andy Stäheli (Strategie), Isabelle Meier, Corinna Schwonke (Beratung), Erasmo Palomba (Art Buying), Patrik Fuchs (Fotografie), Update (Banner), Deimos (Programmierung Website).

 

Neue Zürcher Zeitung: Personelle Wechsel

Luzi Bernet wurde zum neuen stellvertretenden Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung ernannt. Der künftige Leiter Bewegtbild ist Tobias Wolff.

Luzi Bernet war bisher Nachrichtenchef und Mitglied der Chefredaktion. Er ist seit 2010 bei der NZZ tätig und war zuvor bei der NZZ am Sonntag. Laut NZZ-Sprecherin Bettina Schibli bleibt auch der bisherige stellvertretende Chefredaktor René Zeller im Amt, wie die SDA schreibt. Er und Bernet teilen sich die Aufgaben. Bernet sei verantwortlich für die Nachrichtenredaktionen Online und Print sowie das Reporterteam. Zeller sei schwergewichtig Ressortleiter Schweiz und Blattmacher.
 
Tobias Wolff ist ab dem 1. Juli verantwortlich für die Betreuung sämtlicher TV-Aktivitäten der NZZ, ob linear und online, wie diese am Freitag schreibt. Bis anhin ist er Produktionsverantwortlicher bei NZZ Film und Fernsehen.
 
 

Zur Sache: Gezwitscher

Letzte Woche war ich am Swiss Media Forum in Luzern. An dieser Veranstaltung im KKL Luzern gab es verdienterweise einen freien WLAN-Zugang für alle. Mit eigenem Zugangscode.

Das war schon mal toll, denn ich habe immer noch nicht herausgefunden, warum man in der Schweiz in praktisch jedem grösseren Hotel oder Konferenzzentrum zwar einen WLAN-Zugang via Swisscom hat, sich aber alle geschätzte zwei Minuten wieder neu anmelden muss, nachdem man ein neues SMS mit dem Code erhalten hat. Das nervt. Im Ausland habe ich dieses Problem noch nie gehabt.

Was solls, am Mediaforum gab es einen ständigen Zugang und dieser wurde auch stark genutzt. Vorne und hinten, links und rechts leuchteten Smartphone- und iPad-Bildschirme und Hunderte von Fingern drückten fleissig reale oder virtuelle Tasten. Dazwischen ertönte immer mal wieder ein Pling oder ein sonstiger Ton, auch kreative Klingeltöne à la Mozarts «Kleine Nachtmusik» gab es zu hören. Ist ja auch verständlich, denn bei so vielen Teilnehmern können ja nicht alle Leute wissen, wie man sein Handy oder sein iPad auf lautlos stellt.

Für die Twitterer unter den Teilnehmern gab es einen sogenannten Hashtag für die Veranstaltung. (Wer nicht weiss, was das ist, soll sich bei einem Digital Native erkundigen oder selber in Internet nachschauen.) Es wurde also fleissig getwittert. Die Qualität der einzelnen Tweets war naturgemäss sehr unterschiedlich. Es gab alles, von witzigen über blöde Sprüche zur Auflockerung, von Kernsätzen, die jemandem gefielen, bis hin zu weiterführenden Links.

Die einzelnen Tweets konnte man nicht nur auf seinem eigenen Gerät gewissermassen privat lesen, sondern auch öffentlich, denn auf der Bühne gab es eine Twitterwall, wo man das laufende Gezwitscher verfolgen konnte. Dies ist eine zweischneidige Sache. Einerseits droht die Gefahr der Ablenkung, weil man auf den grossen Screen starrt. Andererseits kann sie auch den klaren Beweis liefern, was Social Media heute effektiv bewirken können.

Der Swiss-CEO auf der Bühne wurde von seinen PR-Profis sicher genauestes vorbereitet. Aber diese Vorbereitung wird heute immer schwieriger. Und so nahm das Unglück seinen Lauf. Auf die Frage aus dem Plenum bezüglich künftigem WLAN in den Swiss-Flugzeugen gab er eine auf den ersten Blick plausible Antwort, die aber durch einen entsprechenden Tweet auf der Wall sofort zunichte gemacht wurde. Es kam aber noch schlimmer, denn nach seiner Aussage, dass die Swiss frühestens in fünf Jahren so weit sei, erschien auf dem Screen ein Link zu einem Artikel, der seine Aussage ziemlich relativierte. Kollektives Gezwitscher kann also sehr wohl zur Transparenz beitragen.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Peter Schmidt Suisse: Verstärkung im Projektmanagement

Peter Schmidt Suisse hat sein Team mit zwei neuen Mitarbeiterinnen verstärkt. Seda Sirin und Jennifer Walter sind ab sofort im Projektmanagement der Agentur tätig.

Seda Sirin absolvierte an der Hochschule Mannheim das Studium in Marketing, Brand Management und Corporate Identity und hält einen Master of Arts in Markenkommunikation. Vor ihrem Wechsel zu Peter Schmidt Suisse arbeitete Seda Sirin unter anderen für Hugo Boss, Effectiveworld und Extrablack.

Seda_Sirin_160x120

Jennifer Walter ist sowohl gelernte Polygrafin als auch ausgebildete Soziologie-, Publizistik- und Kommunikationswissenschaftlerin und studierte an der Universität Zürich sowie am University College Cork (Irland), wo sie ihren Master of Sociology in National and Cultural Identity and Place Branding absolvierte. Bisherige Arbeitsstationen waren unter anderen Patrick Rohr Kommunikation und Petranix Corporate and Financial Communications.

Jennifer_Walter_160x120

SRG-Mitgliedgesellschaft mit neuer Präsidentin

Die grösste Mitgliedgesellschaft der SRG hat eine Neue Präsidentin. Barbara Meili tritt die Nachfolge von Evi Rigg an.

Rigg tritt nach 16-jähriger Vorstandstätigkeit und 8 Jahren als Präsidentin zurück. Barbara Meili wurde am Donnerstag von der Generalversammlung der SRG Zürich Schaffhausen (früher Radio- und Fernsehgenossenschaft Zürich) gewählt, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Sie ist freiberuflich als Kommunikationsberaterin tätig. Ihr besonderes Anliegen sei die Förderung der Medienkompetenz der SRG-Mitglieder.
 

ADC Europe: Amir Kassaei wird neuer Präsident

Der Chief Creative Officer DDB Worldwide, Amir Kassaei, wurde vom Vorstand des Art Directors Club of Europe ADC*E, dem Zusammenschluss der europäischen Kreativclubs, zum neuen Präsidenten gewählt.

Amir Kassaei hat für Marken gearbeitet wie Mercedes-Benz, Smart, Coca Cola, Allianz, Apple, Adidas, Reebok, Nike, Bosch, Volkswagen und McDonald's. Er wurde mit über 4‘000 nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter mehr als 60 Cannes Lions, die er beim Cannes Lions International Advertising Festival holte. Laut der New Yorker Branchenbibel «The Big Won» war Amir Kassaei in den letzten Jahren unter den drei besten Kreativchefs der Welt und wurde 2009 zum besten Kreativchef der Welt erklärt. Mit ihm holt der ADC*E einen der renommiertesten Werber an seine Spitze, heisst es in einer ADC-Mitteilung.
Amir Kassaei hat Großes vor: Er möchte den Club zu einer aktiven, treibenden Kraft im europäischen Kreativ-Business machen. Erste Maßnahme: Nicht nur Clubs können dem Club beitreten, sondern tatsächlich Kreative. «Ich möchte die Besten der Besten versammeln», so Kassaei. «Ohne lächerliche Agentur-, Kategorie- oder Grenz-Barrieren.» Auch der Wert von Ideen und dass Kreative auf Augenhöhe mit ihren Kunden agieren sollten, sind Themen, die Kassaei auf seiner Agenda hat. Ziel ist ein einflussreicher Club der Kreativen für Kreative in Europa, der seinen Mitgliedern als Interessensvertretung sowie als Plattform für Austausch und Inspiration einen realen Nutzen bringt.

Der strategische Ansatz Kassaeis basiert auf drei Säulen:
1. ADC*E als Club der Champions: Die Besten der Besten der Kreativszene Europas sollen unter dem Dach des ADC*E vereint werden.

2. ADC*E als die qualitative Messlatte: Der ADC*E soll Vorbild sein und zwar mit der Auswahl der ausgezeichnete Arbeiten, mit der Auswahl der Mitglieder, aber auch durch seine Initiativen.

3. ADC*E als innovativer Ermöglicher: Der ADC*E soll seine Rolle als „Enabler“ ernst nehmen und einerseits mit gezielten Programmen die Qualität der kreativen Kommunikation nach vorne bringen, andererseits auch als Interessensvertreter der Kreativen in Europa sowohl bei politischen aber auch industriellen Institutionen für mehr nachhaltige Akzeptanz, aber auch konstruktiven Austausch sorgen.

Das Präsidium des Art Directors Club für Deutschland ADC ist von der Wahl Kassaies zum Europa- Chef hocherfreut. «Einen der kreativen Welt-Stars an der Spitze zu haben, ist ein großartiges Zeichen», so Hans-Peter Albrecht, ADC Präsidiumsmitglied. Die Initiative sei sowohl vom österreichischen als auch vom schweizerischen, dem italienischen und natürlich auch vom deutschen ADC ausgegangen. Kassei ist ein Kopf, der dem europäischen Club eine Gesicht gibt, so Albrecht weiter. Der Wert der Idee, der Wert der Kreativen, die Augenhöhe mit den Kunden – das seien die Themen, die Amir auf seiner europäischen Agenda habe. Themen, die er auch schon in seiner kurzen Amtszeit als Vorstandssprecher des Art Directors Club für Deutschland ADC vertrat.

Seine Amtszeit in Deutschland fand auf Grund deutlich unterschiedlicher Auffassungen über die wirtschaftliche Ausgestaltung des ADC ein jähes Ende, wie Albrecht weiter schreibt. Ob die heutige Neuausrichtung des ADC – Präsidium statt Vorstandsriege, hauptamtlicher Vorstand, Personalrochade – letztendlich auch ein Ergebnis dieser Diskussion sei, darüber möge der aufmerksame Beobachter seine eigenen Schlüsse ziehen. In jedem Fall sei es ein großartiges Zeichen für Kreative wie Kunden, dass der ADC of Europe mit Amir Kassaei einen der Weltbesten an seiner Spitze habe, der aktiv die Ausrichtung der europäischen Kreativclubs mitgestalte.

Amir Kassaei, Chief Creative Officer DDB Worldwide
«Impossible is not a fact. Itʼs an opinion.» – so lautet Kassaies Motto. Über die Werbebranche sagt er: «Es geht nicht nur um Werbung. Unser Business ist es, Produkte, Unternehmen und Dienstleistungen zu vermarkten – und eines unserer Werkzeuge ist Werbung.» Kassaei ist im Iran geboren, aufgewachsen in Österreich und studierte in Frankreich. 1997 kam er nach Deutschland, um in verschiedenen Positionen Erfahrungen zu sammeln. Anfangs war er als Account Manager, Strategic Planner, Art Director und Designer in Agenturen wie TBWA, Barci & Partner und Springer & Jacoby tätig. Bei Springer & Jacoby war er zunächst Texter, dann Creative Director und schließlich Executive Creative Director für die weltweiten Accounts von Mercedes-Benz und Smart.

Ab 2003 war Amir Kassaei Chief Creative Officer und geschäftsführender Gesellschafter der DDB Gruppe in Deutschland. Bei seinem Eintritt war er der jüngste DDB Chief Creative Officer in Europa, heisst es in der ADC-Mitteilung. Unter seiner Leitung rangierte DDB Germany als die meist ausgezeichnetste deutsche Agentur im Gunn Report. Während seiner Zeit bei DDB Germany etablierte Kassaei Tribal DDB Germany als Multichannel-Agentur.
Amir Kassaei ist Mitglied im ADC Deutschland, ADC New York, CCA und D&AD, war Vorstandssprecher des Art Directors Club in Deutschland. Er war 2007 Jury-Vorsitzender bei Eurobest und Meribel und jurierte die Dubai Lynx 2010. Kassaei unterrichtete an Hochschulen wie die Miami Ad School, hielt Vorträge an der Berlin School of Creative Leadership und hatte eine Professur an der Fachhochschule Salzburg inne. Seine bekanntesten Vorträge beinhalten das Thema «Digital Thinking» und das «Manifesto of Succesful Marketing.
 

Onflow rückt den TCS ins Scheinwerferlicht

Die in Siebnen anässige Kommunikationsagentur Onflow hat am Zürcher Obersee drei webbasierende Plattformen für den Touring Club Schweiz umgesetzt: Die neue Website, das Markenportal sowie das Intranet.

Kick-off für den neuen Webauftritt des TCS war am 6. Mai 2012. Zentral dabei sind das neue Branding, die Struktur der Inhalte und die breite Interaktion und Kommunikation mit den Dialoggruppen. Ziel des neuen Auftrittes ist es, das Branding zu stärken, neue Kunden und Zielgruppen zu aquirieren, die Bindung zu bestehenden Kunden zu erhöhen, den Onlineumsatze zu erhöhen sowie ein Shift von der Offlinekommunikation hin zur Onlinekommunikation.

Fast parallel dazu ist das Intranet des TCS deutsch und französisch komplett neu aufgesetzt worden, in Anlehnung an den aktualisierten Marken-Auftritt. Dabei hatte Onflow unter anderemm das Jobportal und die gesamte Social Media-Anwendung konzipiert. Für den Auftritt im Internet hat Namics das Design erarbeitet, dies aufgrund der neu erstellten Branding-Guidelines. Im Rahmen einer zusätzlichen Agenturevaluation, ist der Umsetzungsbereich inklusive Konzeption einzelner Module dann an Oonflow gegangen, so die Agentur in einer Mitteilung vom Freitag. Die technische Umsetzung der Website ist CMS-basierend.

Verantwortlich bei Onflow: Manuel Schärer (Gesamtverantwortung/Projektleitung), Ralph von Fellenberg (Creative Direction und Konzeption), Matthias Röthlisberger (Art Direction).
 

Löwenbräukunst lädt zur Vorschau

Der Kunstbetrieb kehrt ins Löwenbräu zurück. Zwar wird das neue Zürcher Kulturzentrum erst am 21. August offiziell eröffnet. Bereits heute hat für die internationale Presse aber eine Preview in den neuen Räumen an der Limmatstrasse stattgefunden.

Und in den kommenden Tagen ist auch das Publikum eingeladen.

Es war die grösste Medienkonferenz seit der Eröffnung der Fussball-Europameisterschaft in Zürich vor vier Jahren. Mehr als 70 Medienleute aus der Schweiz sowie auch China, Italien, Deutschland und England haben am Freitag an einem ersten Rundgang durch das neue Kulturzentrum teilgenommen. Und sie konnten feststellen: Zürich hat ein neues «Museumsquartier», das den Vergleich mit der internationalen Szene in Wien, London oder Berlin nicht mehr zu fürchten braucht.

Für 65 Millionen Franken ist das ehemalige Areal der Löwenbräu von den Stararchitekten Gigon / Guyer umgebaut worden. Das neue Zentrum gehört inzwischen zu je einem Drittel der Stadt Zürich, der Migros sowie der Stiftung Kunsthalle.

Die stillgelegte Brauerei zwischen Limmatplatz und Escherwyssplatz wurde bereits seit Mitte der 90er-Jahren von der Kunst-Szene genutzt. Diese musste während des Umbaus zwischenzeitlich ausziehen und kehrt jetzt mit fliegenden Fahnen zurück. Am kommenden Sonntag sowie in der folgenden Woche feiert das neu über zwei Stockwerke erweitere Migros Museum für Gegenwartskunst die Wiedereröffnung mit diversen Performances. Am Sonntag gibt es zum Beispiel von 11 bis 17 Uhr «An die Musik» von Ragnar Kjartansson zu sehen.

In der ebenso massiv erweiterten Kunsthalle Zürich gibt es eine Preview-Ausstellung vom 10. bis 17. Juni. Auch die zahlreichen privaten Galerien wie Hauser & Wirth, Bob van Orsouw oder Freymond-Guth Fine Arts sind zum Teil bereits für einen ersten Augenschein geöffnet. Anschliessend wird die Löwenbräukunst noch einmal kurz geschlossen, damit alles für die ganz grosse Eröffnung am 21. August endgültig an seinen richtigen Platz geräumt, gehängt und gestellt werden kann.

Andreas Panzeri

DSC_0176_0_300x170
Performance im neuen Migros Museum für
Gegenwartskunst.

DSC_0036_300x170
DSC_0068_300x170
DSC_0052_300x170
DSC_0029_300x170
Impressionen am Tag der Preview in der
Kunsthalle.

 

get_footer();