Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Rivella-Anzeige der Werbeagentur Erdmannpeisker an der Spitze, knapp gefolgt von der SBBAnzeige der Werbeagentur Hofer Kommunikation und der Anzeige für die CSS der Werbeagentur Contexta. Die APG-Kampagne «Was wünschst Du Dir?» der Werbeagentur Inhalt & Form siegt beim Kriterium Uniqueness vor der Anzeige für die SonntagsZeitung von Advico Young & Rubicam und derjenigen für Rivella. Beim Kriterium Brand Fit gewinnt Rivella vor der Anzeige für Aperol der Werbeagentur TBWA und der SBB Anzeige. Rivella liegt auch bei der Likeability an der Spitze vor SBB und SonntagsZeitung.

Der Impact-Check der Werbewoche Oktober 2012 (PDF)

Detaillierte Ergebnisse (PDF)

Die Verantwortung der Leserinnen und Leser

Die Medienbranche kämpft um die Nutzerinnen und Nutzer. Die Geburtsfehler der Medienanbieter werden breit diskutiert, die Fehler der sich informierenden Öffentlichkeit selten. Wo sind sie, die verantwortungsbewussten Leserinnen und Leser? Von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut

Denkanstösse erhält man beim Stöbern. In einem Antiquariat ist mir das Buch «The responsible Reader» von Linda Ziff in die Hände gefallen. Ihre Kernaussage lautet: «Alle Autoren schreiben für eine Leserschaft. Sie schreiben in der Erwartung, gelesen zu werden. Der totale Effekt eines Textes besteht aus dem Beitrag des Lesers und dem des Autors. Autoren schaffen den Ausgangstext, den du beim Lesen vervollständigst mit der Interpretation aus deinem Wissens- und Erfahrungshintergrund. So entdeckst du, was der Text für dich bedeutet. Lesen auf diese Art und Weise bedeutet, einen Text für dich zu schaffen. Verantwortungsvolles Lesen ist wie Schreiben ohne Tinte.»

Was lernen wir daraus für die Medienbranche? Als Anbieter von Journalismus müssen wir mit dem verantwortungsvollen Leser Blickkontakt aufbauen. Dazu gehört zum einen die Bescheidenheit, nur einen Teil der Medienerfahrung zu liefern. Zum anderen gehört die Neugierde auf die unterschiedlichen Vervollständigungen unserer Texte durch die Leserinnen und Leser. Dies ist die Grundlage für einen Dialog, ein Gespräch, indem die Geschichte durch die Beiträge aller weitererzählt wird.

In Zeiten der sozialen Medien scheint dies eine Selbstverständlichkeit. Ein Blick in die Kommentarspalten zeigt jedoch, dass substantielle Debatten selten sind. Die Polterer und Polemiker dominieren die Plattformen. Die Medienleute bleiben in ihren Kontaktnetzen unter sich. Die Frage stellt sich: Wie können die gescheiten Gedanken der verantwortungsvollen Leser sichtbar gemacht werden?

Nach dem Vorbild New York Times versuchen es immer mehr Zeitungen mit einer Auswahl von Kommentatoren, in die Vertrauen gesetzt wird, Trusted Commenters. Mit Schritten von Identifizierungen, Redaktion und Kuration können Medienmarken auf ihren sozialen Plattformen die Qualität einfordern, die sie auch für ihre redaktionellen Beiträge behaupten. Starke Gemeinschaften bauen auf einer gemeinsamen Kommunikationskultur. Diese muss thematisiert, von den Medienanbietern und der aktiven Leserschaft gestaltet werden.

Ein lebendiges Medienangebot steht auf den drei Beinen publizistisches Angebot, Lesermarkt und Werbemarkt. Die Werbeeinnahmen fliessen nur einträglich, wenn die anderen beiden Beine solid sind. Verantwortung tragen alle Mitspieler im Medienmarkt, auch die Leser. Wie können wir unsere Zeitung retten, fragte Walter Isaachson 2009 im Time- Magazin. Die Fragen sind aktueller denn je. Er nahm selbstkritisch sein Verhalten als Leser unter die Lupe, beschrieb, wie er zunehmend Gratisangebote im Internet nutzte und auf bezahlte Abos verzichtete. Dieser Trend brachte das Geschäftsmodell der Zeitungen ins Wanken. Isaachson fordert die Leser auf, sich zu fragen, wer künftig die Tätigkeit von unabhängigen Journalisten bezahlen wird. «Ich sage das, weil ich Journalismus liebe. Er ist wertvoll und sollte von seinen Konsumenten wertgeschätzt werden.»

Der verantwortungsvolle Leser interessiert sich dafür, wer in die Inhalte mit welchen Absichten investiert und wer daran verdient. Er versteht das Medienangebot als Input für seine Auseinandersetzung mit dem Geschehen. Sind ihm unabhängige Recherchen und Meinungen wertvoll, ist er auch bereit, dafür zu bezahlen. Medienanbieter, die im Leser den Kunden sehen, der König ist, pflegen ihrerseits eine Beziehung zu ihm, die auf Wertschätzung beruht. Die Qualität der Kontakte schafft ein Netzwerk des Medienangebots, das wiederum für die Werbeauftraggeber attraktiv und preiswert ist.

Die verantwortungsbewussten Leserinnen und Leser fordern von den Medienanbietern einen respektvollen Umgang. Dazu gehört ein gesprächsbereiter Journalismus ebenso wie ein transparentes, nachvollziehbares Preissystem für zahlende Nutzer.
 

Online-Reputation

Der Fall Bettina Wulff gegen Google zeigt wieder einmal, wie wichtig die Kontrolle und insbesondere die Führung der Online-Reputation sind.

Da bei der Suche nach Bettina Wulff in Google- Suggest zum Namen Vorschläge wie «Prostituierte » oder «Escort» angezeigt werden, hat die Gattin des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten versucht, Google zu veranlassen, offensichtliche Falschmeldungen zu ihrer Person aus dem Google- Index und insbesondere aus Google-Suggest zu entfernen. Ihr Vorstoss fand bei Google kein Gehör. Jede Person oder Marke, die in der Öffentlichkeit steht, muss sich bewusst sein, dass Reputationsschäden entstehen können – einzig der Anfangszeitpunkt ist unbekannt.

Google zeigt, was die Nutzer interessiert

Google-Suggest zeigt, analog einer Boulevardzeitung, was die Nutzer aktuell interessiert oder beschäftigt. Welche Vorschläge bei Google-Suggest erscheinen, entscheidet somit allein die Masse der Suchmaschinen-Nutzer. Jeder kann im Web eine negative oder eine positive Kampagne zu einer Person oder einer Marke lancieren und diese geschickt online verbreiten. Zu Beginn einer negativen oder einer positiven Kampagne besteht für jeden Blogger oder Twitterer ein grosser Anreiz:

Die Wirkung seines Blogeintrags oder Tweets ist im Einzelnen zwar gering, im Falle einer Eskalation erhält er jedoch schnell grosse Aufmerksamkeit. Mit jedem weiteren Mitläufer kommt der Netzwerkeffekt schneller in Gang. Wird die kritische Masse der Nachfrage und der Weiterverbreitung erreicht, dann entsteht im Web ein Selbstläufer, der nicht mehr zu kontrollieren oder zu stoppen ist. In der Folge zeigt Google-Suggest die Keywords der Kampagne als relevante Ergebnisse; im Fall von Bettina Wulff Keywords aus den mittlerweile zahlreichen Artikeln zu ihrem vermeintlichen Vorleben.

Keine unüberlegten Schritte

Wie muss sich eine Person, eine Firma oder eine Marke verhalten, wenn ihre Online-Reputation beschädigt ist? Auf keinen Fall darf sie die Aufmerksamkeit durch Dementi, Zensur oder den Rechtsweg erhöhen. Genau diesen Fehler hat Bettina Wulff begangen und damit das Thema von den Online-Medien in die Offline-Medien getragen. Dadurch hat das Thema einen erweiterten Personenkreis erreicht. Gleichzeitig wurde das Thema durch Blogger und Twitterer online weiterverbreitet. In letzter Konsequenz wurde das Interesse verstärkt, das Thema hat neue Kreise erreicht und die Reputationssituation von Bettina Wulff hat sich weiter verschlechtert.

Aussitzen der Situation

Sind die negativen Schlagzeilen da, gibt es keine kurzfristigen Gegenmassnahmen. Bettina Wulff wäre besser beraten gewesen, die Situation auszusitzen, bis sich niemand mehr für die negativen Informationen interessiert. Hat sich die Situation beruhigt, lassen sich die negativen Informationen durch neue positive Inhalte «verdrängen».

Ablenken vom Thema

Durch Ablenken vom Thema, zum Beispiel durch karitatives oder soziales Engagement, hätte Bettina Wulff das Interesse der Öffentlichkeit auf neue Themen zu Ihrer Person lenken und sich neu inszenieren können, was wiederum die Nachfrage nach den positiven Keywords in den Suchmaschinen und damit auch Google-Suggest beeinflusst hätte. Sie hätte das Thema auch professionell aufnehmen können, um die Kommunikation zu ihrer Person zu kontrollieren. So hat es Toyota im Jahr 2010 getan, als Probleme mit dem Gaspedal auftauchten und das Unternehmen von Bloggern und Twitterern gehetzt wurde. Mit einem durchdachten Konzept ist es Toyota gelungen, die Online-Reputation zu kontrollieren und wiederherzustellen (siehe http://bit.ly/QNopVW).

Imre Sinka & Nicolas Kaufmann
 

Tiki-Taka-Werbung

Beat Hürlimann nahm in New York an der New Media Expo teil und berichtet darüber exklusiv in der Werbewoche. Heute sagt er uns, was Werber von Fussballern lernen können.

Kennen Sie die Tiki-Taka-Revolution? Tiki-Taka, das ist der Spielstil mit dem die spanische Nationalmannschaft und der FC Barcelona aktuell die Fussballwelt revolutionieren. Der Stil wird charakterisiert durch präzises und offensives Kurz- und Langpassspiel sowie durch einen hohen Ballbesitzanteil der angreifenden Mannschaft. Dabei befindet sich fast die gesamte Mannschaft fortwährend in Bewegung und lässt den Ball durch ihre Reihen zirkulieren. Tiki-Taka ist eine sehr erfolgreiche Spielweise, vorausgesetzt man verfügt über technisch versierte Kreativspieler mit hoher Laufbereitschaft und über einstudierte Spielzüge. Das Gegenstück zum spanischen Tiki-Taka ist das britische Kick and Rush. Es bezeichnet eine veraltete Spielweise, bei der der Ball aus der Verteidigung weit nach vorne in den gegnerischen Strafraum geschlagen wird, um einen schnellen Abschluss zu erreichen. Wegen des Verzichts auf ein geordnetes Aufbauspiel landen die Bälle in der Regel postwendend beim Gegner.

Kennen Sie die SoLoMo-Revolution? SoLoMo, das ist der moderne Werbestil, mit dem fortschrittliche Firmen aktuell die Marketingwelt revolutionieren. Der Stil wird charakterisiert durch das geordnete Zusammenspiel von Social-Media-Plattformen, Geo-Location-Applikationen und Mobile Smartphones. Bezeichnend ist die abschlussorientierte Konzeptweise. Der Konsument wird unmittelbar mittels perfekt getimten Angebotszuspiels in eine aussichtsreiche Geschäftsabschlussposition gebracht. Das Gegenstück zum SoLoMo-Werbestil ist die traditionelle Giesskannenwerbung. Vergleichbar dem Kick and Rush im Fussball, werden Einheitsbotschaften über Massenmedien nach Feierabend aus der Ferne in die Fernsehstuben übertragen.

In der Welt von Social Media 2.0 sind die Menschen konstant online und sie bewegen sich dabei zeitgleich in realen Lebensräumen. Das Bild vom Big Mac verzehrenden PC-Supersurfer ist passé. Denn dank der explosionsartigen Ausbreitung des kleinen Taschencomputers namens Smartphone ist für grosse Teile der Bevölkerung der Zugriff auf soziale Netzwerke und andere Plattformen jederzeit und von überall her möglich. Menschen sind überdies soziale Wesen, suchen nach Anerkennung und sie sind immer scharf auf Schnäppchen. Einer exklusiven Information, einem Geheimtipp, einer Gewinnchance oder einem Kleidungsstück zum Sonderpreis ist man nicht abgeneigt. Und sie haben begriffen, dass, wer seine digitalen und realen Welten gewinnbringend verknüpft, sich elegant zwischen beiden Welten in Echtzeit hin und her bewegt, dem nächsten Schnäppchen immer einen Schritt näher ist. Vorausgesetzt, man hat die richtigen Marken als Freunde! Solche nämlich, die wissen, mit welchen Geo-Location-Applikationen Angebotshinweise aufs Smartphone gelangen, und die wissen, zu welchen Zeitpunkten Konsumenten die Angebotsimpulse als angenehm und hilfreich empfinden.

H&M wirbt SoLoMo und das geht so:
H&M bedient in seiner SoLoMo-Kampagne das steigende Bedürfnis des modernen Konsumenten nach Mitwirkung und setzt dabei auf die beiden Motivatoren Spass und Schnäppchen. Zum Spass lässt man die begeisterte Fashiongemeinde vor Säulen mit David Beckham in origineller Pose fotografieren. Zur Belohnung gibt es einen Fashiongutschein zur Soforteinlösung im nächstgelegenen H&M-Store. Der Fashionriese zieht dabei alle Register moderner Tiki-Taka-Kampagnenführung. Eine Passkombination mit sechs perfekt getimten Zuspielen bringt den Fashionliebhaber in aussichtsreiche Abschlussposition.

1. Performance: Ohne quantifizierte Erfolgsversprechen sollte man sich nicht länger in Werbeabenteuer einlassen. Im Vordergrund steht für H&M die Steigerung der Besucherfrequenz in den Fashionstores. Eine solche auf Mitwirkung ausgelegte Aktion ist aber auch der perfekte Anlass, die Anzahl Mitglieder seiner Social-Media-Netzwerke ein- und auszubauen.

2. Kraftorte: New York, Los Angeles und San Francisco sind die drei Kampagnenschauplätze und sie verfügen alle – weltweit – über die Strahlkraft führender Trend- und Fashionmetropolen. Das Umfeld, in dem sich eine Kampagne abspielt, hat grossen Einfluss auf die Qualität ihrer Wahrnehmung.

3. Flankengott: David Beckham ist Freistossschreck für Torhüter, Flankengott für Mittelstürmer und Stilikone für die Fashiongemeinde. Und Becks ist Celebrity für H&M. Sein Endorsement als Unterwäschemodell aus der TV-, Print- und Plakatwerbung ist weit um bekannt. Gut gewählte Celebritys sind als flankierende Kampagnenverstärker gut geeignet, aber teuer. Deshalb ist alles zu tun, damit sich die kostspielig erzeugte Werbeenergie mit Traditionsmedien am Ende des Marketingfunnels in einer Abverkaufsexplosion entlädt.

4. Eye-Catcher: Statuen sind Machtsymbole, erwecken Aufmerksamkeit und sie sind beliebte Fotosujets, vor denen man sich ablichten lässt. Statuen lassen sich in der Verkaufslokalität oder um die Verkaufslokalität herum platzieren. Vor allem für Lokalitäten etwas abseits der grossen Konsumentenströme sind kreative Formen solcher Point-of-Sales- Aussenposten attraktive Frequenzgeneratoren.

5. Added Value: Spass und Schnäppchen sind Hauptattraktionen jeder Shoppingtour. Lassen Sie es bleiben, wenn der Wille zur Gestaltung des exklusiven Hammerangebots fehlt. Lassen Sie es ebenso bleiben, wenn Ihnen die Lust am Spass eben gerade unpassend erscheint. Generosität und Augenzwinkern gehören zur Werbung wie Tiki zu Taka.

6. Regie: Plattformen, Applikationen, talentierte Techniker und gewiefte Erlebnisgestalter führen bei der Entwicklung und Umsetzung modern vernetzter Kampagnen Regie. Ihr perfektes Zusammenspiel macht den Zauber erst möglich. Wobei die Kunst darin besteht, bereits bestehende, von den Usern gelernte Applikationen mit Plattformen zu verknüpfen und in einen userfreundlichen und zielführenden Ablauf zu bringen.

7. Storydesign: Wer im August 2012 auf seiner Shoppingtour in den Strassen von San Francisco, Manhattan oder Beverly Hills spontan auf eine Säule des H&MWerbestars David Beckham trifft, lässt sich davor mit seinem Mobile Smartphone auf originelle Weise ablichten. Gleichzeitig veröffentlichen die Abgelichteten den Snapshot über die Mobile Location-Based- Engagement-Applikation Instagram mit dem Hashtag #HMBeckham auf der eigens eingerichteten Mobile-Kampagnen-Microsite. Es beginnt ein reger Austausch unter den Snapshottern. Auf der Microsite können die User die Standorte weiterer Statuen ausfindig machen und sich zu ihnen hin navigieren lassen. Und sie können die Snapshots anderer Teilnehmender auf Instagram und in ihren Social-Media- Plattformen liken, tweeten und kommentieren. Der Bildersturm verbreitet sich so rasch über Microsite und Instagram hinaus in die Social-Media- Netzwerke der User. Wer überdies der H&MTwitterpage folgt und sich im H&M-E-Mail-Newsletter einträgt, erhöht seine Gewinnchancen zusätzlich. Ansporn zur Mitwirkung sind die automatische Teilnahme an Gewinnspielen sowie die garantierte Aussicht auf ein Sofort-Schnäppchen im nahe gelegenen H&M-Store. Spielen Sie schon modernes Tiki-Taka oder pflegen Sie noch den rustikalen Kick-and-rush- Werbestil?

Beat Hürlimann

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Schoch&Sonders: Neuzugänge im Portfolio

Schoch&Sonders hat in diesem Jahr Chocolat Frey als Neukunden gewinnen können. Auch langjährige Kunden wie Melectronics legen weitere Aufgaben in die Hände der Markenagentur.

Für Chocolat Frey ist aktuell der Verpackungs-Relaunch einer Schokoladenspezialität in Arbeit. Und für «Mio Star» wird für eine Produkteserie das Packaging neu gestaltet. Die Resultate der Projekte werden in den nächsten Wochen und Monaten in den Regalen der Migros und Melectronics Filialen stehen.

Schoch&Sonders betreut Melectronics im Bereich Markendesign für verschiedene Eigenmarken. So befinden sich nach wie vor auch die Marken Durabase, Daymond und neu Mio Star auf der Projektliste der Agentur. Für diese Marken wurde die Agentur von Melectronics beauftragt, den Markenauftritt für Messen zu gestalten. Dabei sollen die Markenkernwerte der jeweiligen Marken stringent auf den erlebbaren Raum transferiert werden und somit ein stimmiges Markenerlebnis für die Messebesucher sichergestellt werden.
 

Eine Stimme aus dem Tessin

Viele Deutschschweizer nehmen das Tessin vor allem als Ferienregion wahr. Eine deutschsprachige Monatszeitschrift aus dem Südkanton ist angetreten, dies zu ändern. Sie will die Nord-Süd-Achse beleben und den Austausch zwischen den Regionen fördern.

Das Magazin sei aus Liebe zum Tessin entstanden und, um den Kanton in der restlichen Schweiz bekannter zu machen, erklärt der Ökonom Alessandro Cavadini. Zusammen mit dem Rechtsanwalt Filippo Celio, mit dem er ein Beratungsunternehmen führt, und dem Tessiner Verleger Valerio De Giorgi hat Cavadini diesen Frühling «TES – Die unabhängige Tessiner Zeitschrift für die Schweiz» aus der Taufe gehoben. Als Berater hätten Celio und er immer wieder festgestellt, dass der Austausch zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz dürftig sei, erklärt Cavadini. Auch in den Deutschschweizer Medien sei sein Heimatkanton untervertreten. So fanden die beiden mit dem Verleger De Giorgi zusammen.

TES ist eine Zeitschrift, die aus dem Tessin kommt – aber in deutscher Sprache erscheint und für die ganze Schweiz bestimmt ist. Zehnmal jährlich will das Monatsheft Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft mit Analysen aus dem Südkanton beliefern, wobei sowohl Schweizer als auch internationale Themen beleuchtet werden – im Speziellen solche, die das südliche Nachbarland und die EU-Region betreffen. Das Magazin positioniert sich als unabhängige Publikation. «Wir sind weder politisch gebunden, noch steckt ein unbekannter Investor hinter TESMagazine. » Politiker aller Parteien sollen Platz finden, betont Cavadini, dessen Vater einst freisinniger Nationalrat war. «TES will eine Plattform für verschiedene Meinungen sein.» Und dies nicht nur in wirtschaftlichen Belangen, sondern auch politisch, kulturell und gesellschaftlich.

Kritisch und lösungsorientiert

Auch wenn einige Artikel ausgesprochen wirtschaftsfreundlich daherkommen – wenn Standortmarketing betrieben, das Tessin als Finanzplatz angepriesen wird oder wenn einzelne Wirtschaftsexponenten zu Wort kommen – TES hat durchaus den Anspruch, als kritische Stimme wahrgenommen zu werden. So wird in der Oktoberausgabe der Bau einer zweiten Gotthardröhre kontrovers diskutiert. Wichtig ist Cavadini dabei, nicht nur Missstände aufzudecken, sondern ebenso Lösungsvorschläge zu bringen. «Etwas, das viele Medien vernachlässigen », so der Ökonom. Geführt wird das Magazinprojekt von De Giorgi, Celio und Cavadini, die das Redaktionskomitee stellen. In dieser Funktion wählen sie Themen aus und leiten sie den Redaktoren weiter. Journalisten aus der Deutschschweiz, aus dem Tessin sowie Italien konnten fürs Projekt gewonnen werden – darunter Alfonso Tuor, ehemals stellvertretender Chefredaktor des Corriere del Ticino, oder Reto Stutzer, der bis Juni als Korrespondent des Schweizer Fernsehens aus dem Tessin berichtete. Darüber hinaus schreiben Gäste wie Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl, Leiter des Europäischen Journalismus- Observatoriums an der Universität Lugano. Kompetente Schreibende zu finden, war gar nicht so einfach, wie Cavadini berichtet. Denn idealerweise verfügen die Journalisten nicht nur über umfassende regionale Kenntnisse, sondern können darüber hinaus auf Deutsch schreiben, damit der Übersetzungsaufwand so gering wie möglich ausfällt.

Lanciert als Privatprojekt

Für den Start haben die Gründer selber in die Tasche gegriffen. Längerfristig soll sich TES über Werbung und Abos finanzieren. Als Inserenten im Visier sind Kunden aus der Tourismusbranche sowie allgemein Unternehmen mit einer Tessiner Niederlassung. Mit einer Auflage zwischen 13 000 und 15 000 Exemplaren ist TES im Abopreis für 75 Franken pro Jahr oder zum Einzelpreis von 8 Franken in der ganzen Schweiz am Kiosk erhältlich – vorerst ausschliesslich auf Deutsch. Vorstellen können sich die drei Gründer allerdings, das Magazin in einiger Zeit zusätzlich auf Französisch zu produzieren. Seit dem Start im Mai konnten rund 600 zahlende Abonnements gewonnen werden, wie Cavadini verrät. Die Auflage kommt derzeit vor allem über Promotionsdistributionen zum Beispiel in Hotels und über Geschenkabonnements an die Leser. Um das Projekt bekannt zu machen, werden zudem auf dem Onlineportal Journal21.ch in loser Folge Artikel publiziert. In Planung ist ausserdem ein Ausbau der eigenen Website Tesmagazine.ch, um diese als Diskussionsplattform zu positionieren. Momentan wird der Webauftritt vor allem als Promotionskanal genutzt. Ältere Ausgaben sind nach Anforderung eines Passworts als PDF gratis verfügbar. TES wurde als Privatprojekt lanciert. Sowohl strukturell als auch redaktionell ist das Magazin unabhängig von De Giorgis Verlag Ticino Management, der seit 1988 das gleichnamige Wirtschaftsmagazin herausgibt. Thematisch lasse man sich gerne inspirieren, so Cavadini. Und natürlich seien die bereits vorhandenen Kontakte von Nutzen. «Artikel werden in der Regel aber keine ausgetauscht.» Synergiepotenzial ortet Cavadini insbesondere im kulturellen Bereich, bei der Zeitschrift Arte & Storia. Die 100 Seiten von TES wollen schliesslich gefüllt sein. Könnte TES die Leserschaft punkto Umfang und Erscheinungsweise nicht überfordern? Cavadini winkt ab: «Wir sind uns bewusst, dass unsere Zielgruppe mit Medien bombardiert wird. Wenn jemand das Magazin durchblättert und einen, zwei Artikel liest, ist unser Ziel bereits erreicht.» TES will nicht gängige Titel konkurrenzieren, sondern sich als Zusatzlektüre etablieren. «Als Heft, das eine Perspektive liefert, die in der Schweizer Medienlandschaft weitestgehend fehlt.»

Isabel Imper

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Metzgerlehner öffnet Fenster und Türen bei 4B

Die Agentur Metzgerlehner hat in einem Pitch 4B als neuen Kunden gewonnen. Das Innerschweizer Unternehmen für Fenster und Fassaden aus Holz-Aluminium wird in der 4. Generation geführt.

Neben Design Programmen bietet die Firma ein Renovationsfenster mit Minergiezertifikat und weitere Geschäftsfelder wie den Fassadenbau an. Für den Markenaufbau hat das Unternehmen mehrere Agenturen zu einer Wettbewerbspräsentation eingeladen, um eine langfristige Markenstrategie mit entsprechender Kampagne zu entwickeln. Metzgerlehner konnte in allen Punkten überzeugen und freue sich sehr über den Neuzugang des Etats, wie die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Erste Umsetzungen des neuen Auftritts werden Anfang 2013 zu sehen sein.
 

Hochspannung: Vivace «Immer wieder gut»

Für das Restaurant Vivace hat die Zürcher Werbeagentur Hochspannung ein Inserat gestaltet. Dieses wird ausschliesslich im Tonhalle Magazin und im Tonhalle Programmheft geschaltet.

Dabei hat die Agentur auf die Sprache der Musik zurückgegriffen und mittels dem in der Notation üblichen Wiederholungszeichen die Botschaft dramatisiert: «Immer wieder gut.» Geschaltet wird das Inserate-Sujet seit September. Die Tonhalle befindet sich rund 150 Meter vom Restaurant Vivace.

Verantwortlich bei Hotel Glärnischhof: Christian Schübert (Direktor). Verantwortlich bei Hochspannung Werbeagentur Zürich: Signe Fleischmann, Nicole Caviezel, Matthew Katumba, Alex Taiganidis, Sascha Pacino, Nadine Ticozzelli.
 

Die Trends einfangen

Der Fashion-Hintergrund ist bei Mountains and Hills omnipräsent. Ob Magazin, Werbekampagne oder Event-Branding – der modische Zeitgeist ist ein ständiger Begleiter.

Der Hauptsitz von Mountains and Hills ist unspektakulär. Ein Büro wie so manches, schlicht eingerichtet, ein paar Tische und Computer. Dass sich bei der Werbeagentur vieles um Mode dreht, ist nur anhand der Fashion-Magazine erkennbar, die auf verschiedenen Ablagen aufliegen. Eigentlich ist die Räumlichkeit unwichtig. Hier sitzt niemand den ganzen Tag im Büro. Für M&H zu arbeiten, heisst unterwegs zu sein. Einerseits zwischen dem Zürcher Hauptsitz und der Dependance in New York zu pendeln, andererseits in den Metropolen die Trends aufzuspüren und sich für neue Konzepte von Kunden inspirieren zu lassen.

«Die Kreativen müssen reisen und die Welt sehen. Sie müssen wissen, was da draussen läuft», ist Lisa Linder überzeugt. Zusammen mit Creative Director Sven Kaufmann, mit dem sie vor drei Jahren M&H gegründet hat, leitet Linder als Beraterin die Geschicke des Unternehmens. Um sich herum haben Linder und Kaufmann ein kleines Team aufgebaut. Dazu gehören eine Projektmanagerin, ein Fotoproduzent, zwei Grafikdesignerinnen sowie der Art Director Jim Kämmerling, der bei Zeitschriften wie 20 Minuten Friday, GQ oder dem Magazin des Autoherstellers Lotus mitgearbeitet hat. Ansonsten verfügt die Agentur über ein festes internationales Netzwerk, auf das sie flexibel zurückgreifen kann. Je nach Auftrag, je nach Kunde stellt M&H ein geeignetes Team zusammen, holt Fotografen, ADs, Redaktoren, Grafik- und Modedesigner an Bord.

Der Zeit voraus

«Mode ist eine Leidenschaft» erzählt Linder. «Es ist spannend zu sehen, wie früh die Trends definiert werden.» Wenn Linder und ihr Team für Kunden Modemagazine erarbeiten, befassen sie sich mit Kollektionen und Looks, die erst ein halbes Jahr später auf den Markt kommen werden. Stets müssen die Kreativen «am Puls der Trends» sein. Darauf zählte unter anderem Globus. Für das Warenhaus erarbeitete M&H bereits 16 Kundenmagazine. Vom Briefing über Konzeption, Kreation, Editorial, Art Buying, Fotoshootings und Produktion zeichnete die Agentur für das Heft verantwortlich. Auch das Schweizer WW Magazin greift auf die Modekompetenz von M&H zurück. Für dieses findet derzeit in New York ein Editorial-Shooting statt.

Der starke Fokus auf Mode ist ebenso im beruflichen Werdegang der Gründer verankert. Kaufmann war als Modedesigner unter anderem für Dior tätig. Später hat er für die Künstleragentur Jed Root gearbeitet, die Fotoshootings für Magazine und Werbekampagnen realisiert. Linder hat in Pforzheim, Ba- den-Württemberg, Werbung, Marketing und Kommunikation studiert und sich seit ihrem Berufsstart mit Mode beschäftigt. In Deutschland arbeitete sie für eine auf Brand-Retail spezialisierte Agentur und war für Premiummarken wie Hugo Boss, Baldessarini, Strenesse und Nespresso zuständig. Kennengelernt haben sich der Schweizer Kreative und die Beraterin vor ein paar Jahren, als sie gemeinsam mit Donald Schneider, ehemaliger Creative Director bei der französischen Vogue und aktuell CD bei H&M, in internationale Kampagnen der Modelabels Chloe, Hugo Boss, Brioni und s. Oliver involviert waren. Dieser Zusammenarbeit folgten weitere gemeinsame Projekte, bis Linder und Kaufmann schliesslich beschlossen, eine Agentur zu gründen. Ein Unternehmen mit internationaler Ausrichtung mit Hauptsitz in Zürich.

Während Linder als Beraterin vor allem in der Limmatstadt die Stellung hält, sind Creative Director Kaufmann und AD Kämmerling häufig in der New Yorker Niederlassung stationiert. Neben dem täglichen Austausch über Skype, Telefon und E-Mail trifft sich das Agenturteam regelmässig in Zürich oder im Big Apple. Einer vom Team ist mindestens alle zwei Wochen in NYC. Je nachdem, welche Projekte gerade anstehen. Und weshalb befindet sich der Hauptsitz in Zürich? Schliesslich ist die Stadt nicht gerade als Modemetropole bekannt. Die Wurzeln von M&H liegen, dadurch dass Kaufmann und Kämmerling hier aufgewachsen sind, in der Schweiz. Ausserdem sei der Zürcher Standort sehr zentral gelegen: «Zürich ist keine Modehauptstadt, aber bietet viel an Kunst und traditionsreichen Industrien wie Uhren und Schmuck, die uns auch sehr interessieren», so Linder. Aber natürlich bestehe das Faszinierende ebenso darin, für Kunden das Internationale hierherzubringen. Durch das feste Kontaktnetz gelingt es der Agentur immer wieder, Schweizer Talente und internationale Kreative zusammenzuführen. Für das Globus-Magazin «Einfach Persönlich» wurde zum Beispiel eine Modestrecke mit dem Starfotografen Matt Jones realisiert, der ansonsten für Zeitschriften wie iD und Vogue oder Werbekampagnen von Hugo Boss Orange hinter der Kamera steht.

Nicht nur Mode

Obwohl die Kernkompetenz im Fashionbereich liegt, verlassen sich auch Kunden aus anderen Branchen auf die Agentur. Für ein neues Restaurant in den Hamptons, das neben Burgern Sushi anbietet, hat M&H zum Beispiel das Konzept, die Gestaltung und die gesamte PR übernommen. Für das Zürcher Luxushotel Widder wurde eine Werbekampagne gestaltet, für die Champagnermarke Veuve Clicquot ein Event-Branding konzipiert und umgesetzt. «Wir sind nicht speziell auf einen Stil fixiert, sondern versuchen, das Besondere einer Marke herauszuarbeiten », beschreibt Linder die Arbeits- und Denkweise. Bei der Kampagne für das Hotel Widder wurde mit dem Claim «Your place in history» die historische Tradition des Hauses hervorgehoben. Beim Event- Branding für den von Veuve Clicquot ausgerichteten Wirtschaftspreis «Business Woman Award» wurde mit hochwertigem Papier und einem speziellen Relieflack der edle Aspekt der Marke unterstrichen und bei sämtlichen Kommunikationstools durchgespielt. Von den Menükarten über die Einladungen bis hin zur gesamten Dekoration. Zu guter Letzt finden sich Arbeiten auf der Referenzliste, die man bei M&H nicht unbedingt erwarten würde. Zum Beispiel eine Illustration für die Neuauflage der Kasperli-Hörspiele. Für einen solchen Klassiker setzt man selbst bei der trendbewussten Agentur auf Altgedientes. Die kindgerechte Illustration kommt nicht nur auf CD-Hüllen zum Einsatz, sondern wurde sogar für die fast schon für tot erklärten Tonband- Kasettli adaptiert. «Schön zu sehen, dass es die noch gibt.»

Isabel Imper

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Ewigs sprudelnde Ideen

Erdmannpeisker hat Rivella zum «offiziellen Durstlöscher der Schweiz» erklärt und zeigt das mit Augenzwinkern in einer landesweiten Kampagne, die auch für die Zukunft noch viel Potenzial für kreative Variationen bietet.

Mit der aktuellen Kampagne von Erdmannpeisker schliesst Rivella wieder am Tonfall der alten Werbung an. Diese hat schon mehrmals Werbegeschichte geschrieben. «Sportler trinken Rivella» wurde 1971 zum Claim, vier Jahre später witzig ergänzt mit «alle anderen aber auch». 1977 hiess es zum Beispiel «Das bevorzugte Getränk der Schweizer Skinationalmannschaft ». Jetzt ist Rivella im Jahre 2012 zum «offiziellen Durstlöscher der Schweizer…» geworden und präzisiert im Untertitel verschiedenste «Zielgruppen» wie zum Beispiel Schweizer Ruderer, Fussballer oder auch «Gümmeler». Der neue Auftritt ist von Erdmannpeisker entwickelt worden. 2009 hat die Agentur aus Biel das prestigeträchtige Budget von Rivella in einem Pitch gewonnen. Nach dem «Rivellutionär» ist der «offizielle Durstlöscher» jetzt die zweite Kampagne. Bei der vorgängigen hat es verschiedene Diskussionen gegeben. Wie weit soll man sich bei einer 60-jährigen Traditionsmarke für ein junges Publikum aus dem Fenster lehnen?

Für CD Gabriel Peisker zielten die «Rivellutionäre » ganz klar auf Teenager. «Es war eine sehr spitze Kampagne und diese ist im Zielsegment sehr gut angekommen. Aber wenn man der grosse Schweizer Durstlöscher ist und die Jugend ansprechen will, ist es vielleicht nicht ganz richtig, dies gleich auf Kampagnen- Ebene zu machen.» In diesem Sinne hat die Repositionierung viel geholfen: back to the roots. Rivella ist wieder ein genussvoller, schweizerischer Durstlöscher. Und auch die Zielgruppen wurden wieder viel breiter. «Damit war plötzlich alles extrem logisch, was wir jetzt machen mussten», fasst Peisker zusammen.

Auch in Rothrist zeigt man sich sehr glücklich mit dem neuen Auftritt: «Mir gefällt, dass wir jetzt wieder viel mehr auf der Produktleistung sind. Durstlöscher ist passend zu Rivella. Das hilft bei der Zielsetzung, Mehrkonsum zu generieren», analysiert Cornelia Marending, Leiterin Marketing.

TV als Hauptmedium
Bei der aktuellen Kampagne sind vier TV-Spots das Hauptmedium. Der Mediamix wird durch zwei nationale Plakatkampagnen inklusive E-Boards sowie einer umfassenden Online-Kampagne abgerundet. Im August wurde zum Launch eine crossmediale Aktivität umgesetzt.

Bei dieser Einführungspromo zusammen mit Radio NRJ wurde das Publikum gefragt: «Bringt dich dein Job ins Schwitzen?» Dazu konnten die Leute in die Redaktion anrufen, worauf ein roter VW-Bus mit dem «offiziellen Rivella-Durstlöscher-Team» die Radiohörer am Arbeitsplatz besucht hat. Diese Besuche wurden natürlich medial begleitet. «Wir spielten die Aktion sehr breit auf Print, Radio, Online und Facebook», fasst Marending zusammen. Auch die TV- und Plakatkampagne wurde Rivella- gemäss «anders» realisiert. «Wir haben das Entstehen der Kampagne zu einem permanenten Event gemacht», erklärt Peisker. Im Vorfeld wurde zu einem Casting aufgerufen. «Dabei sind wir regelrecht überrannt worden von Leuten, die mitmachen wollten. Dieses Casting haben wir dann gefilmt. Aus diesem Material sind zuerst E-Boards entstanden und später in einem anderen Stil die Spots und die Plakate.» Die gecasteten «Durstigen» wurden zu Darstellern für die Spots und Plakate. Crossmedial konnte das Casting live auf www. rivella.ch verfolgt werden. Dort ist auch weiterhin das Making-of und diverse andere Filme rund um die Kampagne zu sehen.

Diese Kampagne ist nun der neue Auftritt, das Setting vom Ganzen und kann zu einem späteren Zeitpunkt auch mit neuen Plakaten oder Spots weiterentwickelt werden. «Mit den neuen Medien, Social Media oder Kleinpromotionen können wir auf die Jungen gesondert eingehen. Und auch an einem anderen Ort abholen als nur mit Plakat und TV. Mit Social Media können wir auch frecher gehen und Dinge wagen, welche nicht die ganze Schweiz sehen muss», sind sich Peisker und Marending einig. Auch im Ausland ist Rivella sehr aktiv mit Werbung unterwegs. Jenseits der Landesgrenze wuchs 2011 der Absatz erneut um fast 10 Prozent und bescherte der Rivella AG das beste Auslandsergebnis ihrer 60-jährigen Geschichte. 2012 liegt die Marke sogar über Plan. Beworben wird Deutschland über die Agentur Jung von Matt/Limmat. Aushängeschild ist nach Emil jetzt Michael Mittermeier. Und Rivella «gelb»? Während diese Line-Extension mit Sojaserum in der Schweiz wieder eingestellt worden ist, gibt man dem anderen Rivella im Ausland weiterhin seine Chance.

Ansonsten zeigt man sich in Rothrist offen für Entwicklungen mit dem Aufbau einer eigenen Innovation- Community auf dem Crowdsourcing-Portal von Atizo. Über 500 Leute haben hier bereits 2000 neue Produktideen hochgeladen. Marending: «Die extrem grosse Resonanz zeigt deutlich auf, dass bei den Konsumenten der Durst nach Innovationen aus dem Hause Rivella noch lange nicht gestillt ist.»
 


«Rivella ist die klare Nummer 2 bei den Erfrischungsgetränken. Da kann man nur in Erinnerung rufen.»

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Cornelia Marending, Leiterin Marketing bei Rivella, erklärt zusammen mit Gabriel Peisker, CD bei Erdmannpeisker in Biel, die Strategie und die kreativen Ansprüche einer neuen Werbung für das «Schweizer Nationalgetränk».

WW: Was gefällt Ihnen an der neuen Kampagne von Erdmannpeisker?
Cornelia Marending: Wie sind sehr glücklich mit der neuen Kampagne. Das Konzept bringt unsere Markenkennwerte auf den Punkt. Wir kommunizieren die Produktleistung sowie die lebensfrohe Verankerung der Marke. Rivella hat einen Bekanntheitsgrad von 98 Prozent und ist eine der Top-20-Marken der Schweiz. Darum wollen wir Rivella als das positionieren, was es in den Herzen der Schweizer schon immer war: der offizielle Durstlöscher der Schweiz. Das wird mit einem Augenzwinkern in den Filmen und Bildern inszeniert.

Der «offizielle Durstlöscher der Schweiz» scheint mir gefühlt richtig. Lässt es sich auch belegen?
Gabriel Peisker: Es ist natürlich schon wichtig, dass wir das mit einem Augenzwinkern sehen. Der offizielle Durstlöscher tönt ja ein bisschen sperrig, was durchaus Absicht ist. Dieser Stempel soll als Gegensatz zu den Bildern wirken, die ja recht relaxed mit diesem «offiziell» umgehen. Früher hiess in der Werbung «Sportler trinken Rivella». Für die Sportler gibt es inzwischen nebst Rivella auch die isotonischen Getränke. Darum öffnen wir unsere Ansprache und richten uns breiter an die aktive Schweiz.
Marending: Unsere Aussage ist abgestützt durch eine breit angelegte Konsumentenbefragung, die wir im Vorfeld gemacht haben. Die Konsumenten haben uns bestätigt, dass diese Positionierung für Rivella relevant und glaubwürdig ist. Wir werden wirklich als «der Durstlöscher der Schweizer Bevölkerung » wahrgenommen.

Ist die Kampagne für eine längere Zeit angelegt?
Marending: Ja. Wir suchen bei Rivella immer wieder eine Hauptbotschaft, die auf wirklich lange Zeit angelegt sein soll. Zehn Jahre müsste für uns ein Claim schon halten. Wobei wir in der aktuellen Kampagne nicht unbedingt von einem klassischen Claim sprechen. Wir haben beim Erarbeiten der Kernbotschaft realisiert, dass man zu Rivella eigentlich nichts Neues sagen kann. Weil der Schweizer die Marke seit 60 Jahren kennt, ist «Rivell… ahhh» einfach und selbsterklärend.
Peisker: Deshalb haben wir den feinen Geschmack aufgegriffen und versucht, Rivella als den genussvollen Durstlöscher zu inszenieren. Unter dem Begriff des «offiziellen Durstlöschers» lassen sich noch sehr viele Ideen ableiten. Die aktive Schweiz kann alles machen. Wir haben weitere Kampagnen im Köcher, wo man den Durstlöscher auch ganz anders spielen kann.

Nach 60 Jahren ist es ein Problem, eine neue Werbung zu machen?
Marending: Man kann nur in Erinnerung rufen. Das ist ein wichtiger Punkt. Rivella hat 98 Prozent Bekanntheit, aber nicht 98 Prozent der Schweizer trinken Rivella, wenn sie Durst haben. Die Werbung muss also zum Konsum führen.

Auf dem Markt gibt es eine starke Fragmentierung mit Energydrinks und isotonischen Getränken. Wie kann man in diesem Umfeld ein junges Publikum erreichen?
Marending: Hier hilft uns, dass wir eine extrem starke Marke sind. Rivella ist die klare Nummer 2 bei den Erfrischungsgetränken. Neben dieser Bekanntheit haben wir auch eine fast 100-prozentige Distribution. Die gibt uns auch eine sehr grosse Visibilität. Das hilft uns auch bei den jungen Leuten. Dort gibt es viele Impulskäufe. Da hilft uns die Präsenz am POS.

Welches ist die wichtigste Zielgruppe für Rivella: Alle?
Marending: Wir bearbeiten aktiv zwei Zielsegmente in der Akquisition. Zum einen sprechen wir die aktiven jungen Leute zwischen 20 und 30 Jahren an und zum anderen die freizeitaktiven jungen Familien. Mit dem ausgewogenen Mediamix von klassisch bis online bauen wir die notwendige Reichweite auf und bewirken eine spezifische Zielgruppenansprache.

Es liegt auf der Hand, dass die Werbung in Deutschland noch einmal anders als in der Schweiz auftreten muss. Was sind hier strategische Überlegungen des Marketings?
Marending: Die Ausgangslage in Deutschland ist eine ganz andere als jene in der Schweiz. In der Schweiz profitieren wir von 60 Jahren Marktpräsenz. In Deutschland sind wir noch ganz am Anfang. Hier geht es im ersten Schritt primär darum, die Marke Rivella überhaupt bekannt zu machen, die Distribution aufzubauen sowie die Konsumenten ein erstes Mal mit dem Produkt in Kontakt zu bringen, zum Beispiel durch Verkostungen, Samplings oder auch Promotionen. Zudem ist für uns der Marktaufbau in Deutschland eine langfristige Aufgabe, in der wir Schritt für Schritt vorgehen.

Wieso ist mit Jung von Matt/Limmat eine andere Agentur für Deutschland als für den Markt in der Schweiz engagiert?
Marending: Für die Auslandsmärkte war ein gutes Netzwerk der Agentur im Zentrum Europas eine wichtige Bedingung. Beispielsweise haben wir mit Jung von Matt in Hamburg unsere aktuelle Rivella- Kampagne mit Michael Mittermeier auf die kulturelle und rechtliche Eignung beurteilen lassen. Für eine Werbung im Ausland braucht es Leute, die aus dem dortigen Markt kommen.

In der Schweiz gibt es zahlreiche Agenturen, die gerne für Rivella arbeiten würden. Wie viele bereits fertige Konzepte bekommen Sie pro Woche?
Marending: Pro Woche haben wir mindestens zwei Agenturanfragen für einen Termin. Und kürzlich hat uns tatsächlich ein bekannter Schweizer Hitparadenstürmer eine fixfertige Idee inklusive Storyboard für einen TV-Spot präsentiert. Aber wir sind mit unserer aktuellen Agentur und der neuen Kampagne sehr glücklich.

Interview: Andreas Panzeri

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Fitnessprogramm für KMU

Mit einer gemeinsamen Eventreihe machen Google und Swisscom KMU fit fürs Internet. Bei Informationsanlässen erfahren die Unternehmer, welche webbasierten Applikationen ihnen den Geschäftsalltag erleichtern und wie sie Onlinemarketing erfolgreich nutzen.

Bei der Internetnutzung zählt die Schweiz in Europa zu den Spitzenreitern. 85 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist online. 80 Prozent nutzt das Internet sogar täglich oder mehrmals pro Woche (Net-Metrix Base, 2012). Auch die Schweizer Unternehmen sind im Web gut vertreten. 71 Prozent aller KMU verfügen über eine Online-Präsenz (D&B/ Bundesamt für Statistik). Allerdings: Viele Unternehmer bewegen sich noch unsicher im Internet, nutzen webbasierte Applikationen und Online-Marketing- Tools nur zögerlich. Hier besteht Nachholbedarf, sind sich Swisscom und Google einig und unterziehen Schweizer KMU einem Fitnessprogramm. Unter dem Motto «@KMU» werden im Oktober und im November fünf Informationsveranstaltungen in der Deutschschweiz durchgeführt, an dem die KMU Wissen im Umgang mit dem Internet vermittelt bekommen. Konkret geht es darum, dass die Veranstalter ihre jeweiligen Lösungen den KMU vorstellen. Swisscom will das neu lancierte Online-Portal KMU Business World bekannt machen. Kern der speziell für KMU entwickelten Plattform ist ein Marktplatz, auf dem webbasierte Anwendungen für den Arbeitsalltag angeboten werden: zum Beispiel eine App zur Erstellung von E-Mail- und SMS-Kampagnen oder Microsites, eine zur Rekrutierung neuer Mitarbeiter oder eine Applikation zur Kontaktverwaltung (CRM). In Zukunft werde man Inhalte und Anwendungen nur noch aus dem Internet beziehen, prognostiziert Roger Wüthrich-Hasenböhler, Leiter Geschäftsbereich KMU bei Swisscom. Mit der Plattform will der Telekomanbieter darüber hinaus die Vernetzung unter den KMU fördern, indem Firmen auf der Website ein Profil anlegen, ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellen und sich austauschen.

Google wiederum möchte die KMU für das Werbeprogramm AdWords begeistern und erklärt auf der Roadshow Online-Marketing-Tools wie «Google Trends» und «AdWords Keyword». Das Potenzial, neue Kunden übers Internet zu gewinnen, sei noch lange nicht ausgeschöpft, ist der Internetriese überzeugt. Während die Schweiz im europäischen Vergleich punkto Internetnutzung die Nase vorne hat, belegt sie bei der Digitalwerbung den zweitletzten Platz (Mediascope, Europe, 2010). Eine Schere, die es zu schliessen gelte, so Patrick Warnking, Country Director Google Schweiz. Nur 21 Prozent der KMU investieren hierzulande in Online-Werbung (D&B/ Bundesamt für Statistik).

Von Unternehmer zu Unternehmer

Um die KMU von der Wirksamkeit der Angebote zu überzeugen, findet die Eventreihe bei Firmen statt, die das Angebot bereits erfolgreich nutzen und den Besuchern Tipps und Tricks aus ihrer Online-Praxis vermitteln. Den Auftakt machte anlässlich einer Medienkonferenz Scheu Piano-Service, ein Fachgeschäft, das mit Tasteninstrumenten handelt. Das Werbebudget seines Geschäfts hat Inhaber André Scheu von klassischer hin zu Onlinewerbung verlagert und erhöht. Die Investitionen im Bereich Onlinewerbung hat Scheu von 6000 im Jahr 2009 auf 46 000 Franken für 2012 hochgefahren, wobei er etwa 90 Prozent für Google AdWords einsetzt. Mit Erfolg. Dem Unternehmer gelang es, immer mehr Neukunden auf seine Website beziehungsweise in sein Geschäft zu locken. Der Jahresumsatz hat sich seit Anfang 2010 verdoppelt. Zwar sind Scheus Werbeinvestitionen nun höher. Prozentual zum Gesamtjahresumsatz sind sie aber zurückgegangen.

Ähnliche Erfolgsbeispiele werden die Teilnehmer an den fünf Anlässen dargeboten bekommen, die bis Ende November in der Deutschschweiz stattfinden. Die Roadshow gastiert bei einem Unternehmen für Heizsysteme, einem Autovermieter, einer Systembau- und Verpackungsfirma, einem Schokoladenanbieter sowie bei einer Eisfabrik.

Die Hemmschwelle, sich im Netz zu positionieren, sei bei vielen KMU noch hoch, so Wüthrich. Allerdings liefen die Unternehmen Gefahr, überholt zu werden, warnt er. Wie jedes Fitnessprogramm verlangt jedoch auch eine erfolgreiche Onlinepräsenz von den Unternehmern Einsatz. Gerade bei Google AdWords müssen sich Nutzer mit dem Wirkmechanismus zuerst bekanntmachen. Nicht alles gelingt auf Anhieb. Das musste auch der Pianohändler feststellen. Zu Beginn hatte Scheu besonders häufig Klicks auf Anzeigen, die das Keyword «Yamaha » enthielten. Viele, die auf seine Anzeige klickten, waren aber nicht an einem Piano, sondern an einem Motorrad interessiert, was unnötige Kosten verursachte. Bei Google AdWords zahlen Werbeschaltende bekanntlich pro Klick auf eine Anzeige. Inzwischen schliesst Scheu solche missverständlichen Begriffe mit der richtigen Keywords-Auswahl aus. Um Unternehmern ihre ersten Schritte in Onlinemarketing zu erleichtern, bietet Google neben einer informativen Website, die viele How-to-Videos enthält, eine kostenlose Beratung an. Zeitintensiv ist das Engagement aber allemal. Und etwas Begeisterung braucht es ebenso. Warnking schlägt vor, dass sich jeweils eine Person im Unternehmen mit dem Thema auseinandersetzt und sich fit macht. Alternativ bietet sich natürlich die Zusammenarbeit mit einer Agentur an. Sich als KMU mit seiner Internetpräsenz und dem Thema Onlinemarketing auseinander zu setzen, ist auf alle Fälle keine schlechte Idee. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Anzahl Smartphone-Nutzer, die von unterwegs nach Angeboten im Web suchen, wird die lokale Suche in Zukunft noch bedeutsamer werden. Derzeit greifen 42 Prozent der Internetnutzer auch mit mobilen Geräten aufs Web zu (Net-Metrix-Base 2012). Tendenz steigend.

Isabel Imper
 

Eine Stimme aus dem Tessin

Viele Deutschschweizer nehmen das Tessin vor allem als Ferienregion wahr. Eine deutschsprachige Monatszeitschrift aus dem Südkanton ist angetreten, dies zu ändern. Sie will die Nord-Süd-Achse beleben und den Austausch zwischen den Regionen fördern.

Das Magazin sei aus Liebe zum Tessin entstanden und, um den Kanton in der restlichen Schweiz bekannter zu machen, erklärt der Ökonom Alessandro Cavadini. Zusammen mit dem Rechtsanwalt Filippo Celio, mit dem er ein Beratungsunternehmen führt, und dem Tessiner Verleger Valerio De Giorgi hat Cavadini diesen Frühling «TES – Die unabhängige Tessiner Zeitschrift für die Schweiz» aus der Taufe gehoben. Als Berater hätten Celio und er immer wieder festgestellt, dass der Austausch zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz dürftig sei, erklärt Cavadini. Auch in den Deutschschweizer Medien sei sein Heimatkanton untervertreten. So fanden die beiden mit dem Verleger De Giorgi zusammen.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

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