MK Seit Mitte August ist die erneuerte Dialogmarketing-Plattform
«DirectPoint» der Post online. Einen Monat später als geplant. Weshalb?
CLAUDIA STALDER Gut Ding will Weile haben. Wir haben festgestellt, dass die Umstellung auf eine ganz neue Internetplattform aufwendiger ist als ursprünglich angenommen. Zudem wurden zahlreiche neue Formate kreiert. Bestehende Beiträge mussten überprüft und aktualisiert werden. Der Aufwand war sehr gross. Uns war die Qualität der Inhalte wichtiger als der Zeitpunkt der Lancierung.
MK Was ist neu?
STALDER Die Marktentwicklung und -bearbeitung im Dialogmarketing der Schweizerischen Post basiert auf einem Konzept, das seit über zehn Jahren besteht. Dieses wurde nun komplett überarbeitet und neu aufgebaut. Basierend auf unserer jüngsten Content-Marketing-Strategie haben wir sämtliche Inhalte anders gebündelt, strukturiert und unter den Namen
Direct-Pointgestellt. Damit möchten wir eine stärkere Kommunikationswirkung erzielen und unseren Kunden und Interessierten einen noch besseren Service bieten.
MK Weshalb hat man sich gerade jetzt für einen Relaunch entschieden?
STALDER Wie in allen Branchen stellt man auch in der Kommunikationsbranche eine zunehmende Digitalisierung fest. Das gesamte Informationsverhalten hat sich verändert, auch der Dialog mit den Kunden. Die Content-Marketing-Strategie der Post, die 2016 definiert wurde, sieht Inhalte vor, die einerseits vom Kunden nachgefragt werden, andererseits aber auch zur Post passen müssen. Die Schlagworte lauten «relevant» und «glaubwürdig».
MK Wie setzt sich die neue Plattform zusammen?
STALDER Aus drei Elementen. Die Website
www.post.ch/directpoint ist unser Herzstück und Content Hub. Das neue
Magazin Direct-Point, das viermal jährlich verschickt wird, löst das bisherige Produkt DirectNews ab. Es verfügt nicht nur über ein moderneres Layout und mehr Umfang, sondern räumt auch dem jeweiligen Schwerpunkt-Thema mehr Platz ein. Ein Re-Design erfuhr auch der Newsletter, der nun optisch und inhaltlich besser auf den Content Hub und das Magazin abgestimmt ist. Alle ein bis zwei Wochen sollen zudem Social Media-Kampagnen gestartet werden, die spannende aktuelle Themen beleuchten oder anteasern.
MK Weshalb dieser Kanäle-Mix?
STALDER Der Mix ist nicht neu, wir sind uns den Umgang mit den einzelnen Kanälen, die jetzt umgebaut wurden, seit Längerem gewohnt. Zudem haben wir seit Jahren einen stabilen Abonnenten-Stamm, 44 000 beim
Magazin und über 20 000 beim
Newsletter. Diese möchten wir nicht verlieren. Die Kontinuität der letzten Jahre soll beibehalten und die Vernetzung der Kanäle optimiert werden.
MK Welche Themen werden im Fokus von
DirectPoint stehen?
STALDER Früher verstanden wir uns vor allem als Wissensplattform für Dialogmarketing. Heute möchten wir das Thema öffnen und breiter abstützen. Grundsätzlich sollen unsere Kunden dazu befähigt werden, mit ihren Geschäftsmodellen mehr Erfolg zu haben. Wir bieten ihnen
Inhalte aus den Bereichen Management, Analyse, Marketing, Digital und Dialogmarketing. Dazu kommen Unterrubriken wie Selbstmanagement oder Themen aus Wissenschaft und Forschung. Unser Ziel ist es, die Nutzer in ihrem täglichen Business zu begleiten und sie mit Inspiration, Wissen und geeigneten Werkzeugen zu unterstützen. Dabei kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Neu gibt es eine
Kolumne von Anitra Eggler, einer deutschen Digitaltherapeutin und Bestsellerautorin.
MK Wie wichtig ist das Thema Dialogmarketing für die Post?
STALDER Es handelt sich um ein strategisches Geschäftsfeld, das eine grosse Bedeutung hat. Während der Bereich der Transaktionspost zunehmend mit Mengenrückgang zu kämpfen hat, ist der Anteil der Werbesendungen an der Briefpost stabil geblieben. 2016 hat die Post rund 2,2 Milliarden adressierte und unadressierte Sendungen zu Werbezwecken verschickt. Der Anteil der adressierten Werbebriefe machte rund die Hälfte der gesamten adressierten Briefpost aus, was die Beliebtheit und die Wirkung von Dialogmarketing bestätigt.
MK Sind in diesem Bereich weitere Projekte geplant?
STALDER Wir haben tatsächlich viele Ideen, möchten aber zuerst einmal abwarten, wie das neue Konzept ankommt. Wenn wir genügend Erfahrungen gesammelt haben, ist die Zeit reif, um neue Projekte in Angriff zu nehmen. Inzwischen wird
DirectPoint laufend optimiert.