Nicht ohne mein Smartphone

STUDIE Jeder Fünfte kann sich ein Leben ohne mobile Geräte nicht mehr vorstellen. Das ist das Ergebnis der GfK-Studie «Mobile Kommunikation 2016». (mehr …)

Was bedeuten Tracking-Tool und Funnel?

Benno Maggi erklärt in seiner Kolumne Begriffe aus dem Marketing- und Kommunikationsbereich.

Tracking-Tool

Substantiv, neutrum

Wer hierbei gleich an Wander-Apps mit GPS und Insidertipps für spezielle Routen denkt, Outdoor-Jacken mit elastischem Softshell vor sich sieht oder das Klacken der Nordic-Walking-Sticks hört, der hat zwar seinen Fokus am falschen Ort, aber liegt grundsätzlich richtig. Tracking-Tools (eben nicht zu verwechseln mit Trekking-Tools) sind Softwares, die unser Klickverhalten im Internet als digitale Wanderwege aufzeichnen und direkt in die Marketing-Abteilungen und -Agenturen liefern, damit dort dafür gesorgt wird, dass wir die richtige Werbung aufgeschaltet kriegen. Tracking-Tools wissen zu welcher Tageszeit, auf welchem Gerät, von welchem Ort aus wir im Netz unterwegs sind, wo wir innehalten, Pause machen oder uns erst gar nicht hinwagen. Daraus werden Klick-Raten und Kosten pro Klick errechnet, um diese dann teuer zu verkaufen. Diese Softwares wüssten eigentlich auch, bei welchem Wetter wir das tun, aber das dürfen sie (noch) nicht monetarisieren. Trotzdem ist Google Analytics das bekannteste und wichtigste Tracking-Tool und Teil eines ökonomischen Perpetuum Mobiles namens Alphabet Inc.

Funnel

Substantiv, neutrum

Hierbei handelt es sich nicht um einen Tippfehler, auch wenn man bei der aktuellen Medien-Coverage zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels dazu geneigt ist, das Wort auf die Schnelle falsch zu lesen. Der Funnel ersetzt in der Marketingsprache das altgediente Konzept «AIDA» in etwa so, wie der Gotthard-Basistunnel die Kehrtunnels bei Wassen. Der Begriff beschreibt die Reise des Konsumenten durch den Kaufprozess, aber auch seine Reise durchs Internet. Ein Funnel muss man sich als Trichter mit verschiedenen Ebenen vorstellen. Jede Ebene hat aus Sicht der Werbetreibenden Barrieren, an denen sie ihren Kunden verlieren könnten: Von der Platzierung einer Werbebotschaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort (page view), über die Animation zum Klick (nicht wegklicken, sondern draufklicken), der Verweildauer auf der entsprechenden Website (Landing-Page), bis hin zur geschickten Führung und Verführung zum Kauf oder Like – die Reise des Konsumenten ist gepflastert mit Exit-Optionen. Da beneidet der Marketer die SBB, deren Züge barrierefrei durch den neuen Tunnel sausen und unterwegs keine Passagiere verlieren.


* Benno Maggi ist Mitgründer und CEO von Partner & Partner. Er hatte im NZZ FOLIO die Rubrik «Vom Fach» ins Leben gerufen und während Jahren betreut. Er präsentiert und entschlüsselt  Worte und Begriffe, die entweder zum Smalltalken, Wichtigtun, Aufregen, Scrabble spielen oder einfach zum Spass verwendet werden können.

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