Marketing&Kommunikation:
Coca-Cola droht eine Plagiat-Klage. Im aktuellen Weihnachts-Spot von McCann Erickson ist eine riesige Weihnachts-Marionette zu sehen. Dies soll jedoch keine originäre Idee der Agentur sein, sondern von der französischen Theatergruppe Royal de Luxe abgekupfert worden sein, wie Wuv.de schreibt. In einer Erklärung heiße es, dass Coca-Cola die Theatertruppe im Mai kontaktiert habe, einen solchen Weihnachtsmann zu erschaffen. Die Truppe habe abgelehnt, um dann im Dezember festzustellen, dass die aktuelle Weihnachtskampagne tatsächlich mit einer Riesen-Marionette gedreht wurde. Royal de Lux wolle nun Anzeige wegen Plagiats erstatten.
Präsenz Schweiz geht mit einem mobilen «Swiss House» auf Werbetour ins Ausland. Auf diese Weise soll die Schweiz ihre Qualitäten im Ausland besser zeigen. Deshalb will Nicolas Bideau, Chef von Präsenz Schweiz, ein mobiles «Swiss House» schaffen, das ab 2013 von Stadt zu Stadt zieht und die Schweizer Stärken in Innovation und Wissenschaft hervorheben soll. Das abtragbare Gebäude soll gemäss SDA Platz bieten für kulturelle und artistische Darbietungen. «Darin werden Restaurants und Networking-Räumlichkeiten für Unternehmen und VIPs angesiedelt», erklärt Bideau in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung Matin Dimanche. Das «Swiss House» werde durch die ganze Welt reisen. Parallel dazu sollen geeignete Imageträgern – inspiriert vom Vorbild des Tennisspielers Roger Federer – dazu anregen, von der Schweiz zu träumen. Das Ganze wäre dann eine Art Club mit Promis, die das Bild der Schweiz «vermenschlichen» sollen.
Die Zürcher Agentur Werbeanstalt Schweiz hat für den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse die Plakate und Inserate für dessen acht Millionen teure Kampagne gegen die Abzockerinitiative gestaltet. Ausserdem hat die Agentur Studenten damit beauftragt, auf Online-Portalen Kommentare gegen die Initiative zu schreiben. Dies haben Tagesanzeiger und Bund am Samstag publik gemacht. Economiesuisse-Kampagnenleiterin Ursula Fraefel weist jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur SDA jegliche Urheberschaft am Projekt zurück. Vielmehr ist gemäss SDA Reto Dürrenberger, der Geschäftsführer und Mitinhaber von Werbeanstalt Schweiz der Initiant. Er habe über die Studentenvermittlung Poolside fünf Studierende dazu angeheuert, Leserbeiträge auf Online-Portalen wie Blick.ch, 20min.ch oder Srf.ch im Sinne der Initiativgegner zu kommentieren. Dürrenberger bestätigte auf Anfrage der SDA entsprechende Informationen der beiden Zeitungen. Die Studierenden – drei für die Deutschschweiz und je eine Person für die Süd- und Westschweiz – sind dabei mit falschen E-Mail-Adressen und erfundenen Namen vorgegangen. Wie Dürrenberg am vergangenen Samstag in einer Stellungnahme and die SDA schrieb, hätten er und der Poolside-Chef Michael Flückiger als besorgte KMU-Vertreter gehandelt, und zwar ohne Anstoss von anderer Seite. Durch das Kommentieren von Leserbeiträgen seien zusätzliche Argumente dazu geliefert worden, in welchen Bereichen «die Initiative gefährlich ist». Man haben nie Unwahrheiten schreiben lassen. Der Werbeanstalt-Geschäftsführer Dürrenberger bestätigte bereits am Samstag gegenüber der SDA, dass das Projekt mit den Studenten mit sofortiger Wirkung gestoppt wird.
Der Dachverband der männlichen Tennisspieler ATP hat diese Woche eine neue weltweite Werbekampagne gestartet. Die Kampagne verwendet den Slogan «Beat this». Sie soll die erstklassige Unterhaltung und Dramatik aufzeigen, welche die besten Sportler der Welt im Verlauf der ATP World Tour in den grössten Stadien zum Besten geben. Dies schreibt der Verband auf Presseportal.ch. Die Kampagne koste mehrer Millionen Dollar und präsentiert Weltstars wie Novak Djokovic, Roger Federer, Andy Murray und Rafael Nadal sowie die nächste Generation, wie beispielsweise Milos Raonic oder Kei Nishikori. Insgesamt soll die Kampagne über 70 Spieler sowie die Kulissen der Gastgeberstädte vorstellen. Sie beinhaltet massgeschneiderte Fotografien, bei denen der jeweilige Spieler die Fans direkt ansprichen soll, indem er den Betrachter eindringlich anblickt. Eingesetzt werden soll die Kampagne bei Events der ATP World Tour Saison 2013, die in dieser Woche mit den Aircel Chennai Open, Qatar Exxonmobil Open and Brisbane International beginnt. Sie umfasst eine Auswahl von klassischen und unkonventionellen Werbemassnahmen, darunter ein 30-sekündiger Fernsehspot, Spieler-Vignetten, Anzeigen, Plakatwerbung sowie Online- und Mobil-Varianten. Entwickelt wurde die Kampagne von der Agentur The Big Shot in London.
Kurz vor Weihnachten verteilten Engel in Zürich vergiftetes Weihnachtsgebäck. «Möchten Sie gerne ein Arsen-Herzli oder ein Zyankali-Kipferl probieren?» fragten die Engel. Die Aktion «Vergiftetes Weihnachtsgebäck» wurde von der Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner lanciert. Sie sollte aufzeigen, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind.
Media&Medien:
Seit dem Herbst letzen Jahres ist eine Zusammenführung von Online- und Printredaktion von 20 Minuten geplant. Nun hat vermutlich diese Zusammenführung zu einer Kündigungswelle von Online-Journalisten in Führungspositionen geführt. Nach dem Abgang von Online-Chefredaktor Hansi Voigt Ende November (Werbewoche.ch) hat über die Weihnachtstage auch sein Stellvertreter, Franz Ermel gekündigt, wie die Nzz.ch schreibt. Auch Reporter-Chef Marius Egger, der auch Mitglied der Chefredaktion ist, sowie Blattmacher Martin Lüscher und Digital-Chef Manuel Bühlmann haben über die Weihnachtstage gekündigt. Ausserdem werden auch die Chefs der Ressorts Politik und People das Unternehmen verlassen. Marco Boselli, Chefredaktor der konvergenten Redaktion von «20 Minuten», sagt auf Anfrage der NZZ: «Die Abgänge kommen für mich überraschend, und ich bedauere sie sehr.» Die Betroffenen selber wollten sich nicht äussern. Es sei jedoch ein offenes Geheimnis, dass die vom Konzern gewollte Fusion von gedruckter und digitaler Ausgabe vor allem in der Online-Redaktion für Unruhe sorgt, wie die NZZ weiter schreibt. Dies liege wohl daran, dass bei 20 Minuten die Online-Redaktion fundierte Informationen und seriösen Journalismus biete, wärend das Pendlerblatt eher mit Agenturmeldunen und kurzen Eigenberichten gefüllt werde. So könnten manche Journalisten befürchten, dass die Qualität von 20 Minuten Online künftig gedrückt werden könnte. Eine solche Veränderung würde für langjährige Redaktoren die Frage aufwerfen, ob sie dazu Hand bieten wollten, nachdem sie das Portal in den letzen Jahren zur grössten News-Website der Schweiz gemacht haben.
Im vergangenen Jahr sind weltweit 132 Medienschaffende in Ausübung ihres Berufes getötet worden. Dies sei die höchste Zahl der vergangenen 15 Jahre, teilte am Montag gemäss SDA das Internationale Presse-Institut IPI mit. Die meisten Medienleute wurden demnach in Syrien getötet.
In China wurde der Korrespondent der New York Times, Chris Buckley, des Landes verwiesen. Sein Visum sei nicht verlängert worden, teilte die Zeitung gemäss SDA mit. Man habe die örtlichen Behörden mehrmals vergeblich um eine Verlängerung gebeten, so Chefredaktorin Jill Abramson. Das chinesische Aussenministerium habe jeden Kommentar zu dem Fall abgelehnt, teilte die Zeitung weiter mit. Beobachter vermuten allerdings einen Zusammenhang mit deren Enthüllungen über den grossen Reichtum der Familie von Ministerpräsident Wen Jiabao.
Nach vier Jahren verlässt das US-Verlagshaus The Tribune das Insolvenzverfahren. Der Eigner der Los Angeles Times und der Chicago Tribune teilte am Sonntagabend gemäss SDA mit, am Montag die Insolvenz zu beenden. Die acht Tageszeitungen und 23 Fernsehstationen arbeiteten profitabel, versicherte Tribune-Chef Eddy Hartenstein. Das Verlagshaus geht mit einem neuen Management ins Jahr 2013. Zu den sieben Direktoren gehören neben Hartenstein der frühere Übergangschef von Yahoo, Ross Levinsohn, und der ehemalige Top-Stratege von Walt Disney, Peter Murphy.
In Pakistan wurde die Freischaltung von Youtube zur Posse. Ganze drei Stunden währte die Freischaltung. Dann sperrte die Regierung die Videoplattform wieder. Als Grund soll ein Mitarbeiter aus dem Umfeld des Premiers die Tatsache genannt haben, dass das Schmähvideo noch auf der Plattform verfügbar sei, wie die SDA schreibt. So habe während der kurzen Aufhebung der Blockade die Youtube-Suche nach dem Titel des Schmähfilms mehrere Treffer ergeben, darunter auch den Trailer des Films. Die pakistanische Telekommunikationsbehörde blockiert auf Wunsch des Premiers seit drei Monaten auch etwa 100 weitere Seiten. Die Bevölkerung soll so vor Pornografie und blasphemischen Inhalten geschützt werden, sagte ein Sprecher gemäss SDA. Des weiteren sei ein Expertenteam damit beschäftigt, das Netz nach anti-islamischen Inhalten abzusuchen und diese zu sperren. Internetnutzer seien dazu aufgerufen, zweifelhafte Seiten zu melden, sagte er weiter.
In Burma sind erstmals seit Jahrzehnten private Tageszeitungen erlaubt. Die Regierung lässt vom 1. April 2013 an auch nicht-staatliche Tageszeitungen zu. Bisher durften Zeitungen aus privater Hand lediglich wöchentlich erscheinen. Dies meldete das Informationsministerium des südostasiatischen Landes am Freitag gemäss SDA. Wochenzeitungen teilten mit, sich nun auf eine tägliche Erscheinungsweise vorzubereiten.
In Kasachstan geht die Justiz mit Verboten weiter scharf gegen Regierungsgegner vor. In der Stadt Almaty verbot ein Gericht die Oppositionszeitung Respublika. Sie wurde gemäss SDA als «extremistisch» eingestuft. Auf ihrer Facebook-Seite habe die Zeitung nun Einspruch angekündigt. Kritiker werfen der Führung um Präsident Nursultan Nasarbajew Menschenrechtsverletzungen vor.
Instagram sieht sich einer Sammelklage gegen die neuen Nutzungsbestimmungen gegenüber. Dies obwohl Instagram nach einem Proteststurm die umstrittenen Änderungen seiner Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen rückgängig gemacht hat. Gemäss SDA glauben einige Anwälte, dass Instagram die Anpassungen nur aus PR-Zwecken vorgenommen habe. Unter anderem haben die neuen Nutzungsregeln vorgesehen, dass die von Instagram-Usern veröffentlichten Fotos weltweit und abgeltungsfrei für Werbungen auf Instagram- und Facebook-Seiten genutzt werden dürfen. Der Facebook-Konzern und Besitzer von Instagram erklärte am Montagabend gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Klage sei «wertlos» und würde energisch bekämpft.
Das US-Magazin Newsweek hat seine Printausgabe eingestellt. Die letzte Ausgabe der Zeitschrift erschien am Montag am Kiosk. Künfitg erscheint das Nachrichtenmagazin nur noch digital. Newsweek litt gemäss SDA, wie andere Zeitungen und Magazine in den USA, unter einer schwindenden Leserschaft und der Verlagerung des Anzeigengeschäfts ins Internet. Sein kostenpflichtiger Online-Nachfolger soll den Namen «Newsweek Global» tragen. Das Portal richte sich laut Chefredaktorin Tina Brown an «hochmobile» Meinungsführer, die in einem «anspruchsvollen Kontext» über die Ereignisse der Welt informiert werden wollen.
Die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» von Schweizer Radio und Fernsehen SRF und der Glückskette ist am Samstagabend um 23 Uhr zu Ende gegangen. Insgesamt wurden 6'712'839 Franken gesammelt, wie es auf der Homepage der Organisatoren hiess.
Der Luzerner Lokalzeitung «Die Region» steht eine ungewisse Zukunft bevor. Die Mitarbeiter haben weder die Dezemberlöhne noch den 13. Monatslohn erhalten. Auch hat das Unternehmen Mühe, die laufenden Rechnungen zu bezahlen. Ob die Zeitung im neuen Jahr noch erscheint, ist ungewiss. Redaktionsleiter Guido Gallati bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA einen entsprechenden Bericht der Neuen Luzerner Zeitung vom Samstag. Damit droht das Verschwinden der Wochenzeitung, die seit 1921 erscheint.
Teaserbild: Keystone