Obwohl die Ergebnisse der MACH Basic 2014-1 zu 50 Prozent aus den gleichen Zahlen bestehen wie diejenigen der MACH Basic 2013-2 (siehe auch Kasten «Die MACH Basic 2014-1»), sind doch insgesamt über alle vom MTJ erfassten Titel mehr als 1,1 Millionen Kontakte verloren gegangen. Das entspricht einem Minus von 2,6 Prozent.
Alle Titelgruppen verlieren
Wie die Grafik «Veränderungen Kontaktsummen» zeigt, gibt es die auffälligsten Ausschläge in der Südschweiz. Hier hat die Tagespresse 4,7 Prozent zugelegt, die Sonntagspresse dagegen 6,3 Prozent verloren. Allerdings sind diese Ausschläge nicht durch signifikante Abweichungen von einzelnen Titeln begründet und deshalb eher zufällig. Dies gilt auch für die andern Titelgruppen in der Südschweiz, wo keine einzige signifikante Veränderung zu verzeichnen ist.
In der Westschweiz gibt es nur drei Titel mit signifikanten Veränderungen: Die Werktagsausgabe von Le Matin sowie zwei Titel der Spezialpresse haben an Reichweite verloren. Total 16 Titel mit signi- fikanten Veränderungen sind in der deutschen Schweiz zu finden. Zwei bei der Tagespresse (je einer positiv und negativ), einer bei der Sonntagspresse (negativ), zehn bei der Publikumspresse (nur einer positiv) und drei (negative) bei der Spezialpresse. Das ergibt gesamtschweizerisch 19 Titel mit signifikanten Veränderungen. Dabei haben aber nur zwei Titel zugelegt.
Unveränderte Gratisanteile
Bei den Gratisanteilen hat es eher wenige Veränderungen gegeben. Die Gratiskontakte haben zwar in allen Titelgruppen abgenommen, aber unterdurchschnittlich. Deshalb hat der Gratisanteil mit Ausnahme der Sonntagspresse grundsätzlich leicht zugenommen. Wie die Grafik «Gratisanteile nach Titelgruppen und Sprachregionen» zeigt, gibt es am Sonntag ja nur im Tessin Gratiskontakte. Dafür sind es dann gleich 100 Prozent – genau gleich wie bei der Publikums- und Spezialpresse. Insgesamt und in den beiden andern Sprachgebieten ist der Gratisanteil aber bei der Publikumspresse am höchsten. Grundsätzlich gilt die Regel: Je kleiner das Sprachgebiet, desto höher der Gratisanteil. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Bei der Tagespresse ist es genau umgekehrt. Nicht zuletzt deshalb, weil es in der deutschen Schweiz zwei Titel gibt und in der Westschweiz der seinerzeitige, intensive Konkurrenzkampf die Werte nach oben getrieben hat.
Kombinazione erreicht 50%
In mindestens zwei Sprachgebieten erzielen immerhin sechs Angebote je mindestens fünf Prozent Reichweite. Sie sind in der Grafik «Nationale Angebote » in der Reihenfolge ihrer nationalen Reichweite aufgeführt. Mit Ausnahme der KombiNation SwissWomen von Ringier mit Schweizer Illustrierte, Glückspost, L’Illustré und TV8 sowie des NZZ Business Combi von NZZ und Le Temps sind alle diese Angebote in allen drei Sprachregionen vertreten. Die an dritter Stelle platzierte KombiNation SwissFamily von Ringier mit SonntagsBlick, Schweizer Illustrierte, L’Illustré, L’Hebdo, TV8 und Il Caffè della Domenica erzielt dabei in der Westschweiz die zweithöchste Reichweite. Beim führenden Angebot Kombinazione mit allen drei Migros- Wochenblättern fällt der starke Unterschied zwischen den drei Sprachgebieten auf. Gesamtschweizerisch erreicht es aber immerhin die Hälfte der sprachassimilierten Bevölkerung ab 14 Jahren. Die beiden KombiNation-Angebote von Ringier sind jeweils in der Westschweiz deutlich stärker als in den andern Sprachgebieten und im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Je zwei dieser nationalen Kombinationen werden durch die Migros und Ringier angeboten, je eines durch Tamedia und NZZ/ Le Temps.
Migros und Coop dominieren
In der Grafik «Reichweitenjäger Deutschschweiz» sind neu alle Angebote aufgeführt, die im Sprachgebiet mindestens 25 Prozent der Grundgesamtheit erreichen. Die im letzten Herbst gezogene Mindestgrenze von 30 Prozent übertreffen jetzt nämlich nur noch vier Angebote. In beiden grossen Sprachgebieten belegen die Titel von Migros und Coop weiterhin die Spitzenplätze. Dahinter folgt in der Deutschschweiz 20 Minuten, das damit sämtliche Kombinationen von bezahlten Titeln hinter sich lässt. In der Westschweiz schieben sich dagegen die Wochentag-/ Sonntags-Kombination von Le Matin und RomandieMAX mit allen Ringier-Zeitschriften noch vor das Pendlerblatt.
Bezahlte Einzeltitel haben im Konzert der grossen Kombinationen und Gratistitel jedenfalls nichts verloren. Le Matin dimanche in der Westschweiz ist hier die Ausnahme, mit der die Regel bestätigt wird – auch wenn gemäss der letzten Beglaubigung über ein Viertel der Auflage gratis oder mit über 50 Prozent Rabatt vertrieben werden.
Die Sonntagsausgabe von Le Matin ist denn auch nach wie vor Leader bei den bezahlten Top-Titeln (siehe Grafik). Hier wurde die Untergrenze auf 15 Prozent gesenkt, da die frühere Grenze von 20 Prozent nur noch durch fünf Titel übertroffen wird. Mit dem Ktipp, Le Matin und dem Beobachter figurieren in dieser Grafik gleich drei Titel mit signifikanten Verlusten. Die Reihenfolge hat sich dadurch aber nicht verändert. Dominierender Verlag ist Ringier mit den vier Titeln Illustré, SonntagsBlick, Schweizer Illustrierte und TV8. Die Tamedia weist mit den beiden Titeln von Le Matin gleich viele Titel auf wie die Konsumenteninfo mit Bon à savoir und dem Ktipp. Mit dem Beobachter ist schliesslich auch noch Axel Springer vertreten.
Ueli Custer
Basisinformationen:
Basis der Auswertungen bilden die von der WEMF vorab mit Sperrfrist zur Verfügung gestellten Tabellen aus dem Berichtsband. Ausgewertet wurden alle mindestens fünfmal wöchentlich erscheinenden Tageszeitungen (ohne Grossauflagen), alle Titel der Publikums-, Finanz- und Wirtschafts- sowie der Spezialpresse. Die lokalen und regionalen Wochentitel sind nicht enthalten. Bei Tageszeitungen wird jeweils nur die grösste Einheit berücksichtigt. Kopfblätter und Teilausgaben sind – unabhängig von den Besitzverhältnissen – nicht aufgeführt.
Nicht berücksichtigt sind auch die in den WEMF-Tabellen ausgewiesenen Ergebnisse der Zeitungsbeilagen Z – die schönen Seiten als Beilage von NZZ und NZZ am Sonntag und das Vista Zeitungskombi als Beilage einer ganzen Reihe von Tageszeitungen. Denn deren Werte wurden nicht separat abgefragt, sondern nur als gerechnete Kombination der Trägertitel ausgewiesen. Sie lassen sich deshalb in keiner Weise mit denjenigen von separat abgefragten Beilagen wie Das Magazin, NZZ-Folio, Magazin SonntagsBlick, Télétop Matin, Femina oder die erstmals ausgewiesene Ausgehbeilage Extra des Corriere del Ticino vergleichen. Wie die Ergebnisse dieser Titel zeigen, liegt deren Nutzung jeweils deutlich tiefer als diejenige der Trägertitel.
Die in der MACH Basic ausgewiesenen Werte für Z – die schönen Seiten und das Vista-Zeitungskombi sind also mit Sicherheit überhöht. Es stellt sich deshalb letztlich die Frage, wie legitim es ist, für Tabloidbeilagen mit den gleichen Werten zu rechnen wie für den Trägertitel. Dies ist zum Beispiel bei einer Belegung des Züritipps des Tages-Anzeiger oder der Beilagen zur NZZ am Sonntag für Gesellschaft und Stil zu überlegen. Letztlich geht es also um das Thema Bundreichweite. Denn aus Erhebungen der SonntagsZeitung weiss man, dass nicht alle Bünde von gleich vielen und von den gleichen Personen genutzt werden.
Die wichtigsten Neuerungen der MACH Basic:
Hochrechnungsbasis
Sie basiert auf der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte des Bundesamtes für Statistik (STAT-POP) und der Strukturerhebung des Bundesamtes. Die Grundgesamtheit der MACH Basic 2014-1 ist wie folgt strukturiert: l Deutsche Sprachgruppe: 4'631'000 (+38'000 oder 0,8%) l Französische Sprachgruppe: 1'493'000 (+10 000 oder 0,7%) l Italienische Sprachgruppe: 288'000 (+3000 oder 1,1%) l Grundgesamtheit total: 6'422'000 (+52'000 oder 0,8%) Der Zuwachs bezieht sich auf den Vergleich zur MACH Basic 2013-2.
Stichprobenziehung
Sie umfasst nicht nur die eingetragenen Festnetznummern, sondern auch Personen in Haushalten ohne eingetragene Nummer (15 % aller Haushalte) oder ohne Festnetzanschluss (5 % aller Haushalte).
Stichprobengrössse
Sie beträgt 19'000.
Befragungsablauf
Anstelle eines einmaligen Anrufs mit anschliessendem Interview wird in einem ersten Anruf die Zielperson rekrutiert und dann entweder mit einem zweiten Anruf telefonisch oder online befragt.
Befragungszeitraum
Die Ergebnisse der MACH Basic 2014-1 wurden zwischen dem 1. Oktober 2012 und dem 6. Oktober 2013 erfragt. Rund die Hälfte der Werte sind also mit denjenigen der MACH Basic 2013-2 identisch, die zwischen dem 11. April 2012 und dem 8. April 2013 erhoben wurden.
Zeigematerial
Den Befragten stehen sowohl beim Telefoninterview als im Online-Fragebogen Zeigematerial (Titellogo und mögliche Antwortvorgaben) zur Verfügung.
Incentivierung
Neu erhalten Teilnehmende am Interview ein kleines Geschenk im Wert von zehn Franken, das die Mitmachbereitschaft erhöht hat.
Kommunikationsräume
52 zusammengefasste Kommunikationsräume (zKommR) ergänzen die Lücke zwischen den Wirtschaftsgebieten und den Bezirken, die häufig nur sehr kleine Fallzahlen aufweisen.
Reichweiten von Zeitungen mit einer Auflage von unter 20 000 Exemplaren
Seit der MACH Basic 2011-2 werden die Reichweiten von Zeitungen mit kleinen Auflagen anhand der Ergebnisse von zwei aufeinanderfolgenden Studienjahren durchgeführt. Dies wird auf Grund der neuen Studiengeneration aber erst ab 2014-2 wieder möglich sein. In der Auswertung 2014-1 basieren die Werte auf der durchschnittlichen Leserschaft über die gesamten 18 Monate, die nach der neuen Methode erhoben wurden. Weitere Einzelheiten sind im Berichtsband oder auf Wemf.ch zu finden.