Youtube erwägt Abo-Dienst ohne Werbung

Die Google-Videoplattform Youtube denkt über einen bezahlten Abo-Dienst ohne Werbung nach. Es gebe Nutzer, die bereit seien, Geld zu zahlen, um keine Werbeclips zu sehen, sagte Youtube-Chefin Susan Wojcicki.

«Wir denken darüber nach, wie man Nutzern die Wahl geben kann», erklärte Wojcicki beim Auftritt auf einer Konferenz des Technologieblogs Recode am Montag (Ortszeit). Bereits bekannt ist, dass Youtube an einem Abo-Dienst für Musik arbeitet. Bei Youtube werden Werbeclips vor Beginn des Videos eingeblendet, das ein Nutzer sehen will. Typischerweise kann man sie nach einigen Sekunden wegklicken. Google weist das Werbegeschäft von Youtube nicht einzeln aus. Nach  Schätzungen des Marktforschers eMarketer erreichten die Erlöse im vergangenen Jahr 5,6 Milliarden Dollar. Inzwischen finde die Hälfte der Youtube-Nutzung auf mobilen Geräten statt, sagte Wojcicki. Die Gesamtzeit der angesehenen Youtube-Videos steige jedes Jahr um rund 50 Prozent. (SDA)

Myret Zaki wird die neue Chefredaktorin von Bilan

Myret Zaki wird Chefredaktorin von Bilan. Die derzeitige stellvertretende Chefredaktorin übernimmt die Leitung des Westschweizer Wirtschaftsmagazins am 1. November 2014 von Stéphane Benoit-Godet, der zu Le Temps wechselt.

Myret Zaki verfügt laut Mitteilung über einen soliden Leitungsausweis. In der Chefredaktion von Bilan arbeitete sie seit 2010 insbesondere an der Neupositionierung des Magazins und am Ausbau des digitalen Angebots mit. Zu Myret Zakis Aufgaben als Chefredaktorin wird es gehören, Kontinuität in der Berichterstattung von Bilan sicherzustellen, neue redaktionelle Print- und Digitalinhalte zu entwickeln und die von Bilan organisierten Veranstaltungen, unter anderem «Les 300 plus riches de Suisse» sowie «Soirée Femmes Leaders», weiterzuentwickeln.

Nach Abschluss ihres Bachelorstudiums in Politikwissenschaften an der American University in Kairo und einem MBA an der Business School of Lausanne 1998 arbeitete Myret Zaki vier Jahre lang als Finanzanalystin in einer Privatbank. 2001 stiess sie zur Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung Le Temps, wo sie für die Finanzseiten und -Beilagen verantwortlich war. Im Januar 2010 wurde sie zur stellvertretenden Chefredaktorin des Wirtschaftsmagazins Bilan ernannt. Myret Zaki ist Autorin dreier Sachbücher, die dem Finanzsektor gewidmet sind. Das Buch «UBS am Rande des Abgrunds» erschien 2008, «Das Bankgeheimnis ist tot – Es lebe die Steuerflucht» im Jahr 2010 und 2012 erschien «Dollar-Dämmerung», die Übersetzung des 2011 französischen Original «La fin du dollar». 2008 wurde Myret Zaki mit dem Journalistenpreis der Zeitschrift Schweizer Journalist für die Westschweiz ausgezeichnet.

In der Redaktionsleitung wird Myret Zaki von den zwei neuen stellvertretenden Chefredaktoren Dino Auciello, der derzeitig für das Onlineangebot Bilan.ch verantwortlich zeichnet, und Serge Guertchakoff unterstützt. Die für das Spezial-Themenheft Luxus-Bilan verantwortliche Journalistin Cristina d’Agostino vervollständigt das Trio der stellvertretenden Chefredaktoren.

Foto: Bilan.ch

Publicis: Kampagne für digitales UBS-Banking

Eine Kampagne von Publicis dockt die Angebote und Vorteile des digitalen Bankings von UBS an die Bedürfnisse der mobilen Kunden in der Schweiz an.

Für die Sonntagspresse und für Finanztitel wurden spezielle Sujets kreiert, während Megaposter charmant die Budgetplanung thematisieren sollen. Die Kampagne wird ab dem 3. November mit einem Mix aus Offline- und Online-Massnahmen in verschiedenen Medien eingesetzt und bewirbt E-Banking und Mobile Banking von UBS.

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Verantwortlich bei UBS: Daniel Fischer (Leiter Marketing UBS Schweiz), Daniela Ciotto (Head Swiss Marketing Initiatives), Manuela Gualeni (Projektleiterin Swiss Marketing Initiatives), Daniel Hünebeck (Head Client Dialogue Marketing), Mirela Jusic (Digital Campaign Managerin). Verantwortlich bei Publicis: Thomas Wildberger (CCO), Ralph Halder (ECD), Bruce Roberts, Regine Cavicchioli (AD), Albert Matzinger, Christian Schirmer, Thomas Schöb (Text), Pascal Schaub (Group Head), Gina Armellino, Beat Huber (Beratung), Adrian Häni, Samuel Bollow (Produktion). Verantwortlich für Film: Sonja Meier, Sandra Monse (Condor Films).
 

AZ-Medien: Neue Organisation im Marktgebiet Olten

Predi Vukovic, heute als Verkaufsleiter der AZ Limmattalerzeitung tätig, wird ab 1.1.2015 Verlagsleiter Marktgebiet Olten. Er verantwortet damit die Verkaufsaktivitäten des Oltner Tagblatts und des Stadtanzeigers Olten, welche künftig in einem Team gebündelt werden.

Die Verkaufsaktivitäten in Olten werden unter einer Leitung zusammengeführt und die Redaktion des Oltner Tagblatts wird organisatorisch in die AZ Nordwestschweiz» integriert. Im Zuge der Übernahme der Dietschi AG organisieren sich AZ Medien neu, um ihre Aktivitäten in Olten gezielter auf die Marktbedürfnisse auszurichten, wie es in einer Mitteilung heisst.

Giuseppe Sammartano, CEO und Verkaufsleiter, verlässt Dietschi auf eigenen Wunsch, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. René Rindlisbacher, Verlagsleiter Stadtanzeiger Olten, verlässt das Unternehmen in gegenseitigem Einvernehmen per Ende März 2015. Die Unternehmensleitung dankt Giuseppe Sammartano und René Rindlisbacher für ihr grosses Engagement in Olten.

«Mit der Zusammenführung der Verkaufsteams kann der Werbemarkt im Raum Olten effizienter betreut werden. Wir freuen uns, mit Predi Vukovic einen versierten Verkaufsprofi für diese Aufgabe gewonnen zu haben», so Dietrich Berg, Geschäftsführer Zeitungen.

Redaktion Oltner Tagblatt

Beat Nützi, Chefredaktor des Oltner Tagblatts, berichtet per 1.11.2014 an Christian Dorer, Chefredaktor AZ Nordwestschweiz. Beat Nützi wird mit seinem Redaktionsteam weiterhin vor Ort tätig sein, um aus Olten die wichtigste Zeitung für die Region zu machen. Das Oltner Tagblatt ist bereits heute eine Ausgabe des Zeitungsverbundes AZ Nordwestschweiz.

DMA: Mirus in London im Final

Das unabhängige digitale Magazin Mirus, welches unbekannte Orte und Quartiere entdeckt, hat es mit seiner Erstausgabe auf die exklusive Liste der Finalisten an den renommierten DMA Awards geschafft.

Den Digital Magazine Awards gibt es mittlerweile seit fünf Jahren und dieser kürt unter internationaler Jury herausragende und neue digitale Magazine. In der Kategorie «Title Launch of the Year» hat sich Mirus einen Platz auf der Liste erkoren. Im November finden die finale Wahlen in Camden, London statt. «Wir sind doch ziemlich überrascht, nebst all diesen big Players dabei zu sein. Im Grunde haben wir gar keine Zeit zum feiern, denn wir sind voll an der Produktion der zweiten Ausgabe, welche im Dezember erscheinen wird», so meint der Herausgeber Stefan Jermann in einer Mitteilung vom Dienstag.
 
Mirus wurde durch die Designagentur Truce konzipiert und gestaltet. Das von Grund auf neu entwickelte CMS, welches komplett responsive ist und auf einem Raster basiert, wurde über einen Zeitraum von einem Jahr aufgebaut. Mirus wurde im September lanciert (Werbewoche.ch berichtete).

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Medienwoche lanciert Medienmonitor

Das digitale Medienmagazin Medienwoche erweitert das redaktionelle Angebot und lanciert den Medienbeobachtungs-Dienst Medienmonitor. Die Kommunikationsbranche erhält somit einen neuen Pressespiegel.

Die Redaktion fasst unter Medienmonitor.ch substanzielle, faktenreiche und meinungsstarke Beiträge aus Fach- und Publikumsmedien zusammen. Das Angebot wurde am Dienstag lanciert und lässt sich per E-Mail abonnieren. Fach- und Führungskräfte erhalten rund um «Medien», «Journalismus», «Social Media», «Kommunikation», «Produktion/IT» und «Arbeitswelt/Jobs» einen Überblick über die Veränderungen in der Kommunikationswirtschaft. Dabei konzentriert sich die Redaktion in erster Linie auf Autorenbeiträge und journalistische Texte die helfen, den Medienwandel sowie die Auswirkungen auf den eigenen Fachbereich besser zu verstehen.

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Die Dossierstruktur bündelt übersichtlich Themenwelten wie «E-Marketing», «Digitaldruck» oder «Medien im Social Web». Dabei entstehen konsistente Beitragssammlungen für die Interessengruppen der Medien- und Kommunikationsbranche. Die Aktualisierung des neuen Branchendienstes erfolgt täglich, Abonnenten erhalten einmal wöchentlich eine Themenübersicht per E-Mail. Dem Medienmonitor folgen kann man auch über die Social-Media-Kanäle der Medienwoche auf Facebook oder Twitter oder via RSS-Feeds auf Themen- oder Dossierebene.

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Der Medienmonitor ist nicht nur vom Erscheinungsbild her an die Medienwoche angelehnt, auch dessen Redaktoren Nick Lüthi und Ronnie Grob kuratieren in Zukunft die Plattform für die Themenbereiche «Medien» und «Journalismus». Mit Dominik Allemann, Irène Messerli (Bernetblog.ch) und Nicole Schnell (Schnellkraft.ch) konnte in den Fachbereichen «Kommunikation» und «Social Media» weitere kompetente Verstärkung gewonnen werden. Auch die Leserinnen und Leser gestalten das redaktionelle Programm, direkt über die Plattform können lesenswerte Fachbeiträge als Linktipp eingereicht werden.

Die neue Plattform im Responsive Webdesign gestaltete Marco Leisi von The Band, für die Informatik verantwortlich war Markus Böniger von Weblotion.
 

TBWA: Schweizerwochen bei McDonald’s

TBWA\Zürich rührt für die Schweizerwochen von McDonald's mit einem neuen Spot die Werbetrommel.

Die Schweizer Wochen von McDonald's zelebrieren jedes Jahr Rezept-Klassiker wie Raclette, Fondue und Bündnerplättli mit McDonald's-typischer Interpretation. McFondue, McRaclette und McGrischun müssen darum nicht mehr bis zum letzten Zwiebelring erklärt werden. Vielmehr feiern die neuen TV-Spots die unzähligen Arten und Orte, wie und wo man Schweizer Spezialitäten geniesst. McDonald's empfiehlt sich dabei als eine Facette, der modernen Vielfalt traditioneller Schweizer Genüsse.

Das Motto: «Jeder liebt Schweizer Spezialitäten wo und wie er will. Zum Beispiel während der Schweizer Wochen bei McDonald‘s.» Gedreht wurde laut Mitteilung in der Schweiz mit Schweizer Regisseur und Produktion.

//www.youtube.com/watch?v=7HLLleCEK6o

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Verantwortlich bei McDonald’s Schweiz: Thomas Truttmann (VP Marketing, Communications, Public Affairs, Supply Chain), Leonie Bringold (Marketing Manager), Severine Caspard (Marketing Consultant). Verantwortlich bei TBWA\ZÜRICH: Thomas Ammann, Marietta Albinus (Creative Direction), Sara Steinmann (Text), Werner Schellenberg (Art Direction), Katalin Bertyak, Stephan Lanz (Beratung), Ben Strebel (Regie), Pumpkinfilm (Produktion), Hastings (Ton).

Zu guter Letzt: Stimme spenden

Die englische Supermarktkette Waitrose sammelt Gesangs-Spenden, die dann im Weihnachtsspot verwendet und für einen guten Zweck verkauft werden.

So werden Online-Nutzer auf dem Portal Donateyourvoice.waitrose.com seit ein paar Tagen aufgefordert, Dolly Partons Song «Try» zu singen und aufzunehmen. Wahlweise kann das ganze Lied eingesungen werden oder aber einzelne Harmonien in verschiedenen Stimmlagen.

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Die Sängerinnen und Sänger entscheiden selbst, ob sie nur singen oder sich dabei auch noch über die Kamera filmen lassen wollen. Die eingegangenen Gesangspassagen werden schlussendlich von Musikproduzent David Kosten zu einem einzigen virtuellen Chor gemischt. Das entstandene Lied wird den Soundtrack zur Waitrose-Weihnachtskampagne bilden und als Single zum Download bereitgestellt. Die generierten Einnahmen kommen vollumfänglich zwei wohltätigen Organisationen zugute, der Great Ormond Street Hospital Children's Charity und dem Trussell Trust. Bis am 28. Oktober um 23:59 Uhr – also beeilen, falls Sie noch mitmachen wollen – läuft das Crowdsourcing-Projekt. Der Erfolg der  von BBH London entwickelten, crossmedialen Kampagne scheint vorprogrammiert – allein schon die zahlreichen Menschen, die bei der Ausstrahlung das Gefühl haben, einen Teil eines Weihnachtsmärchens zu sein… vermutlich trifft die Idee ins Schwarze. (hae) 

Heston Blumenthal, Starkoch und Waitrose-Testimonial, macht auch mit:

//www.youtube.com/watch?v=RoXKSaJmpX0

//www.youtube.com/watch?v=TGuC8BrOoaA

Ellen Ringier erhält Bildungspreis der PH Zürich

Ellen Ringier gründete vor 13 Jahren die Stiftung Elternsein und initiierte die Zeitschrift Fritz+Fränzi. Seither setzt sie sich vertieft mit den Anliegen von Eltern, schulpflichtigen Kindern und Lehrpersonen auseinander. Nun wird dafür sie ausgezeichnet.

Für das Engagement an der Nahtstelle Schule-Elternhaus erhält sie am Hochschultag der PH Zürich am 31. Oktober 2014 den diesjährigen Bildungspreis der PH Zürich und der Stiftung Pestalozzianum.

Lesen Sie hier das Werbewoche-Interview mit Ellen Ringier zum Relaunch von Fritz+Fränzi.

«Ellen Ringiers Einsatz ist langjährig, konstant, hartnäckig und mit persönlicher und einiger finanzieller Investition verbunden.» Dies schreibt die Jury zur Vergabe des diesjährigen Bildungspreises der PH Zürich und der Stiftung Pestalozzianum. Zur Gründung der Stiftung Elternsein und Initiierung von Fritz+Fränzi bewogen hatten Ellen Ringier die zunehmenden erzieherischen Herausforderungen für Lehrpersonen und Eltern. «Ich hatte damals den Eindruck, dass nicht alle beteiligten Personen mit dieser Komplexität umgehen können», sagt sie. Demgegenüber habe es keine Zeitschrift und kein Beratungsangebot gegeben, welche sich spezifisch mit diesen Anforderungen auseinandergesetzt hätten. Deshalb beschäftigt sich die Redaktion insbesondere mit Themen rund um die Erziehung von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen.

Ellen Ringier verfolgt das Ziel, die Elternkompetenz zu stärken und bestehende Angebote zu vernetzen. «Ich möchte erreichen, dass sich Eltern und Lehrpersonen verstärkt über ihre Probleme austauschen.» Die Ausrichtung der Schwerpunkte in Fritz+Fränzi hat sich mit den Jahren verschoben. Zu Beginn war beispielsweise die sinnvolle Freizeitbeschäftigung der eigenen Kinder ein grosses Thema. Damals hätte die Redaktion keinesfalls sowie heute einen Jahresschwerpunkt «Psychische Störungen» gewählt, sagt Ellen Ringier. Zur Auszeichnung mit dem Bildungspreis sagt sie: «Ich fühle mich sehr geehrt. Der Aufbau der Stiftung und des Magazins war die grösste Anstrengung in meinem Leben. Der Bildungspreis ist die erste öffentliche Anerkennung meines Engagements.» (SDA)

Teaserbild (Ellen Ringier): Elternsein.ch

Fög-Jahrbuch: Medienqualität sinkt weiter

Die Schweizer Medien berichten immer weniger über relevante Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Reduziert hat sich auch die Leistung, Ereignisse einzuordnen. Zu diesem Schluss kommt das Jahrbuch 2014 «Qualität der Medien Schweiz».

Insgesamt erodierte die Qualität der Schweizer Medien letztes Jahr weiter, lautet – nicht zum ersten Mal – der Hauptbefund des Jahrbuchs, dessen fünfte Ausgabe am Montag vorgestellt wurde. An Qualität eingebüsst haben fast alle Medientypen, von den SRG-Sendern über die Abonnementszeitungen und Privatfernsehen bis hin zu den Onlineportalen. Die Wurzel des Übels: Niedrige Qualität wird belohnt. «Das ist verheerend», sagte Soziologieprofessor Kurt Imhof, der das Jahrbuch ins Leben gerufen hat, vor den Medien in Bern. Auf dem Spiel stehe die informierte Demokratie, mahnte er.
 
«Ausgeprägte Gratiskultur»
 
Wer Qualität produziert, gehört laut der Studie bezüglich Werbeeinnahmen zu den Verlierern. «Die Mittel für den Qualitätsjournalismus brechen weg», sagte Co-Studienautor Mark Eisenegger. Fast jeder dritte Franken, der für Werbung in den 45 grössten Schweizer Zeitungen ausgegeben wird, kommt laut dem Jahrbuch inzwischen den vier Gratiszeitungen zugute. Die Medienbudgets der Konsumenten wachsen laut den Studienautoren zwar, die Ausgaben für rein journalistische Produkte dagegen sinken. Diese «ausgeprägte Gratiskultur» zeige sich auch darin, dass die Schweiz bei der Einführung von Paywalls weit zurückliege. Kommt hinzu: Unterhaltung, Gratis-Angebote und Infotainment bringen nicht nur Werbegelder, sondern auch Publikum. Medientitel, die in der Studie als «qualitätsniedrig» eingestuft werden, erreichten 2013 bereits 66 Prozent der Bevölkerung. 2010 waren es erst 38 Prozent gewesen.
 
Trend zu «Breaking News»
 
Bei den Abonnementszeitungen zeige sich der finanzielle Aderlass darin, dass sowohl der Umfang der Blätter als auch der Anteil der Eigenleistungen schrumpfe, heisst es in der Studie. Stattdessen setzten Medien immer stärker auf sogenannte Soft- statt auf Hardnews. Sport- und Human-Interest-Geschichten verdrängten sachliche Berichte von politischer oder wirtschaftlicher Relevanz. Zu dieser Entwicklung tragen gemäss der Studie die sozialen Netzwerke wie Twitter bei, da über diese vor allem Soft News geteilt würden. Unter dem Druck der Sparrunden in Medienhäusern leidet auch die Einordnungsleistung. Statt die Welt zu erklären, gebe es einen Trend hin zu «Breaking News», sagte Eisenegger.

Ruf nach Medienförderung

Angesichts der Ergebnisse des Jahrbuchs ist für Imhof klar: «Der Journalismus muss gefördert werden.» Prioritär ist aus seiner Sicht, die Redaktionen zu stärken, und zwar vorab in den Kantonen. Dem Vorschlag von Avenir Suisse, die SRG zum gebührenfinanzierten Gratislieferanten zu machen, erteilte Imhof eine Absage, da dadurch die redaktionellen Strukturen nicht gestärkt würden. Journalismus aber brauche Redaktionen – und nicht Newsrooms, diese «Werkhallen, Verrichtungsboxen», sagte Imhof. Peter Studer, Medienrechtler und ehemaliger Präsident des Schweizerischen Presserates, rief die Verleger dazu auf, bezüglich der direkten Medienförderung ihre «Scheuklappen» abzulegen, bevor die Qualitätspresse ganz verschwinde.

Verband: Qualität ist gut

Erneut kritisch zum Jahrbuch äusserte sich der Verband Schweizer Medien. Die Qualität der Schweizer Medien sei gut, hielt Direktorin Verena Vonarburg auf Anfrage der sda fest. «Klagen, wie sie die Verfasser alljährlich vortragen, werden durch Wiederholung nicht wahrer.» Den Bürger stehe heute ein vielfältiges und attraktives Medienangebot zur Verfügung, von dem frühere Generationen nicht einmal geträumt hätten.

Die Gewerkschaft Syndicom und der Journalistenverband Impressum teilen hingegen die Einschätzung der Forscher. Die sinkende Qualität sehen sie als Folge der schlechter werdenden Arbeitsbedingungen der Journalisten, wie sie auf Anfrage sagten.

Trotz aller negativen Ergebnisse der Studie gibt es laut Imhof auch eine gute Nachricht: Die Debatte um die Qualität sei etwa dank des Beitrags von Avenir Suisse gewachsen. «Vor fünf Jahren waren wir einsam und wurden verhauen, heute werden wir auch verhauen, aber wir sind weniger einsam.»

Das Jahrbuch 2014 Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera wurde vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich verfasst. Finanziert hat die Studie die Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft und die Universität Zürich. (SDA)

Medienmitteilung Fög (PDF)

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Die sechs Hauptbefunde des Jahrbuchs in der Kurzübersicht:

Einnahmen: Unterhaltung schlägt Informationsjournalismus

Es ist zu konstatieren, dass die Werbeeinnahmen bevorzugt den Unterhaltungsangeboten auf Kosten des Informationsjournalismus zufallen und dass auch die Kaufbereitschaft des Publikums für Unterhaltungsangebote grösser ist. Die Gratiskultur hat das Preisbewusstsein für Journalismus weitgehend aufgelöst. Die Medienbudgets der Konsumenten wachsen zwar, die Ausgaben für Informationsjournalismus sinken aber weiter.

Journalismus: Reichweite verdrängt Qualität

Auch innerhalb des Informationsjournalismus setzt sich der Trend zur Unterhaltung fort. Die Werbung bevorzugt diejenigen Angebote in Print, TV und Online, die mit kurzen Softnews Unterhaltungsbedürfnisse befriedigen und dadurch hohe Reichweiten erzielen. Diese Entwicklung wird durch den wachsenden mobilen Konsum und durch die Human-Interest-Bedürfnisse in den Social Networks verstärkt: «Virale News» sind zum überwiegenden Teil Softnews.

«Unten» muss Qualität nicht gepflegt werden, «oben» kann sie nicht

Die Mittel für vielfältigen, professionellen Informationsjournalismus brechen weg. Durch diese Dynamik sinkt die Qualität des Informationsjournalismus insgesamt. Bei den qualitätsniedrigen Angeboten braucht sie wegen der grossen Nachfrage nicht gepflegt zu werden, also sinkt sie weiter; bei den Angeboten mit Qualitätsanspruch sinken unter dem Druck der Sparrunden, der Klickratenorientierung und dem Aktualitätsdruck online vorab die Einordnungsleistungen, dann die thematische Relevanz. Qualität wird ökonomisch nicht belohnt – im Gegenteil: Die Gratiskultur hebelt den grundlegendsten Regulationsmechanismus der Ökonomie über relative Preise aus.

Ungebrochene Konzentration und Diversifikation

Die schwierige Ertragslage für einen vielfältigen und professionellen Informationsjournalismus führt über Skaleneffekte zu einem ausserordentlichen Konzentrationsprozess und zu einem ebensolchen Schwund der Angebotsvielfalt. Dabei ist die Anbietervielfalt im Onlinebereich noch stärker eingeschränkt als im bereits massiv geschrumpften Pressebereich. Die Ertragseinbussen im Informationsjournalismus schlagen aber nur bedingt auf die Einnahmen der grossen Verlage durch. Diese entwickeln sich über Diversifikation und Verwertungsketten zu Mischkonzernen, in denen die Publizistik zu einem Geschäft unter anderen wird und neben ertragreicheren Geschäften wie den Onlinerubriken ebenfalls Renditen abzuwerfen hat. Unter den grossen drei Verlagshäusern im schweizerischen Presse- und Onlinemarkt setzt einzig der kleinste Akteur, die NZZ-Mediengruppe, auf eine Markenstrategie, die der publizistischen Qualität eine prioritäre strategische Bedeutung beimisst. Gepflegt wird die Marke allerdings vorab über Marketing.

Erosion der journalistischen Berufskultur

Um die Renditen im Informationsmarkt aufrechtzuerhalten, erfolgt neben unaufhörlichen Sparrunden eine eigentliche Industrialisierung und eine Marketingsteuerung des Journalismus. Die Produktionsprozesse werden durch Content-Management-Systeme (CMS) gesteuert, in denen die Journalisten in grossen Newsrooms und zunehmend für alle Kanäle und immer mehr Medientitel gleichförmige Inhalte produzieren. Dies gibt die weitere Entwicklungsdynamik in den grossen Häusern vor: Skaleneffekte lassen sich durch Nutzung dieser Newsrooms für immer mehr Angebote erzielen, Redaktionen verlieren mitsamt ihren Ressortspezialisierungen und Kulturen an Bedeutung zugunsten der neuen Werkhallen des Allroundjournalismus. Oberhalb dieser Werkhallen werden immer stärker Titelmacher zusammen mit dem Marketing die News auf die hauseigenen Medientitel abfüllen. Daneben wird eine kleine privilegierte Garde von «Edelfedern» beschäftigt, die für die Reputation der Medientitel sorgen müssen. Innerhalb der Berufskultur, deren Standards, Institutionen und Selbstverständnisse an sich als dämpfende Elemente gegen diese Dynamik wirken sollten, regt sich zwar etwas mehr, insgesamt aber immer noch wenig Widerstand und Reflexion. Die Branche nimmt sich dadurch selbst kaum als Branche mit zentralen Funktionen in der Gesellschaft wahr und lässt die Erosion ihrer Standards weitgehend widerstandslos zu. Das schwächt das schweizerische Medienwesen auch in politischer Hinsicht.

Vielfaltsverluste und Veränderung der Themen- und Akteursresonanz sowie des Agenda Buildings

Weil die Entwicklungsdynamik durch die Profession selbst kaum gebremst wird, dafür aber durch Ertragseinbussen und Reichweitenoptimierung getrieben ist, verändern sich das Agenda Building und die Themen- und Akteursresonanzen in den sprachregionalen Medienarenen. Themen, die früher zur Nische des Boulevardjournalismus gehörten, werden auch von Medientiteln mit Qualitätsanspruch aufgenommen und entfalten sich zu kurzfristigen «Medienhypes», die die ganze Medienarena beherrschen. Mit diesem Schwund der Distinktion qualitätshoher Titel gegenüber den Themen des Boulevards verbindet sich eine Angleichung der Titelagenden. In politischer Hinsicht gehorcht auch die Resonanz von politischen Akteuren und Themen zunehmend dem Diktat reichweitenorientierter Nachrichtenwerte und spiegelt nicht mehr das «langsame Bohren dicker Bretter», wie einst Max Weber die Aufgabe des politischen Personals beschrieben hat. Entsprechend erhalten diejenigen Akteure und Themen am meisten Resonanz, die am stärksten provozieren und moralisch- emotional aufgeladen werden können. Ein Mediensystem unter Reichweitendiktat präsentiert uns eine andere Welt und eine andere Schweiz, nämlich eine vereinseitigte und polarisierte.

Detaillierte Erläuterung der Hauptbefunde (PDF)

Teaserbild Kurt Imhof: Keystone
 

SVP erhielt 2013 am meisten mediale Beachtung

Die SVP war im vergangenen Jahr in den Schweizer Medien überrepräsentiert. Jede dritte Parteinennung entfiel laut dem Jahrbuch 2014 «Qualität der Medien Schweiz» auf sie. Ihr Erfolg beruht darauf, dass sie eigene Themen auf der medialen Agenda verankern kann.

Dies zeigt auch die Auswertung derjenigen Themen, mit denen eine Partei jeweils am meisten Beachtung fand. Bei der SVP waren dies 2013 die Familien- und die Zuwanderungsinitiative, welche die Partei selbst initiiert hatte. Von allen Parteien die grösste Aufmerksamkeit erhielt die SVP auch beim US-Steuerstreit. Im Vergleich dazu konnte sich die SP nur in der Debatte über Managerlöhne profilieren. Ihre Resonanz bei der AHV und der Gesundheitsreform war zwar höher als diejenige anderer Parteien, doch in absoluten Zahlen relativ gering.

Bei FDP und CVP fällt auf, dass sie fast ausschliesslich Themen medial dominierten, in denen es um ihre eigene Entwicklung ging. So fanden die beiden Parteien mit ihren Parteiprogrammen und Kandidaten in Ersatzwahlen am meisten Beachtung. Daneben machte die FDP mit den Genfer Wahlen im Herbst 2013 Schlagzeilen, während die CVP noch am meisten im Zusammenhang mit der Strafanzeige gegen den früheren Ständerat Bruno Frick genannt wurde. Anteilsmässig erhielt die SVP mehr Aufmerksamkeit als SP (20 Prozent) und FDP (16 Prozent) zusammen. Während die Zahlen der beiden Partei etwa deren Wählerstärke entsprechen, war die SVP mit 37 Prozent weit überrepräsentiert. Nicht überraschend war die Resonanz der SVP in den Boulevardmedien am grössten.

Die ungleichen Resonanzchancen würden die Parteien dazu zwingen, Initiativen zu lancieren und ihre Programmatik zuzuspitzen, sagte Christine Egerszegi, Aargauer FDP-Ständerätin und Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft, vor den Medien in Bern. «Der Kompromiss wird zum Zeichen der Schwäche.» Das sei nicht gut für die Schweizer Konsenspolitik, mahnte sie. (SDA)
 

Leo Burnett: Für Samsung Hashtag-Lotto lanciert

Leo Burnett wurde beauftragt, eine Kampagne für Samsungs Social Media Kanäle zu kreieren und dabei eines der Flagship-Produkte zu promoten: die Waschmaschine WW9000.

Samsung ist bekannt als einer Hersteller von High-Tech-Geräten im Unterhaltungsbereich. Dass Samsung auch innovative Lösungen für den Haushalt bietet, ist in der Schweiz weniger bekannt. Um das zu ändern, wurde Leo Burnett Schweiz mit einer Kampagne beauftragt. Damit die Waschmaschine in den Sozialen Netzwerken populär wird, hat sich die Agentur das beliebteste Tippspiel der Schweiz zum Vorbild genommen und es produkt- und mediengerecht umgestaltet.

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Unter dem Namen Hashtag-Lotto wird nun auf der Facebookseite sowie auf dem Twitterkanal von Samsung Schweiz während zwei Wochen auf spielerische Weise ein WW9000 verlost. Für die Online-Aktion wurde die Waschtrommel der WW9000 kurzerhand in eine Lottotrommel umfunktioniert. Und der ungewöhnlich einfache Teilnahmemechanismus via Hashtag soll für ein hohes Involvement sorgen: Die Teilnehmer müssen lediglich den Hashtag #WW9000Lotto mit ihrer Zahl tweeten oder auf der Facebook-Seite von Samsung posten und schon nehmen sie an der Verlosung teil. So steigt mit jedem Tipp der User der Bekanntheitsgrad der Waschmaschine.

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Die 1. Ziehung: Am Montag um 17 Uhr

Passend zur Teilnahme werden auch die Ziehungen der Gewinnzahlen auf den Sozialen Netzwerken veröffentlicht. Anhand von kurzen Filmen via Facebook, Twitter und Youtube. Am Monatg um 17.00 Uhr wird die Lottofee die erste Gewinnzahl ziehen. Wer also noch nicht getippt hat, kann dies noch machen: Facebook.com

Der Ankündigungsspot zur Aktion:

//www.youtube.com/watch?v=pnWaJzSuzpg

Verantwortlich bei Samsung Electronics Switzerland: Gabriel Gee-Jay Jenny (Social Community Specialist), Alexander Decurtins (Digital Marketing Specialist), Alexander Tschobokdji (Head of Marketing I Strategic Marketing). Verantwortlich bei Leo Burnett: Axel Eckstein (ECD), Martin Arnold (Text), Johannes Dörig (AD), Alba Rau (Grafik), Fabienne Romanens (Social Media Manager), Suzana Kovacevic, Erasmo Palomba (Art Buying), Annika Seidel (Beratung). Verantwortlich bei AJMO Productions: Mario Hipleh (Regie), Jovica (Kamera), Aaron Marty (Licht), AJMO Productions (Schnitt).

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