Cash von Lowe zu Seiler.

Nach elf Jahren bei Lowe Lintas GGK wird der Ringier-Titel Cash neu von Seiler DDB, Zollikerberg, betreut.

Nach elf Jahren bei Lowe Lintas GGK wird der Ringier-Titel Cash neu von Seiler DDB, Zollikerberg, betreut. Bereits im Sommer hatte Cash einen Pitch mit vier Teilnehmern durchgeführt. Das Resultat vermochte aber nicht zu überzeugen. Darauf wurden mit zwei weiteren Agenturen Gespräche geführt, Seiler DDB erhielt den Zuschlag. Die Agentur soll die neue Ausrichtung von Cash kommunizieren, die Verlagsleiter Thomas Passen gegenüber der WerbeWoche als Strategie «Vorwärts to the roots» bezeichnete. Ab 25. Januar erscheint Cash in neuem Gewand und mit der Monatsbeilage Value. Die Marke Cash soll zudem stärker für die ganze Mediengruppe etabliert werden.Freitagblachenbuch. Seit 1994 sind sie Objekte der Begierde, unverwechselbare Einzelstücke und hängen an den Schultern von Szenegängern. Erkannt werden die Taschen am Label, das auf die Lastwagenblachen aufgenäht wird: Freitag. Dem Kultstück aus der Werkstatt der Gebrüder Freitag, das Wind und Wetter trotzt, hat Verleger Lars Müller ein Buch gewidmet. Seine Gestalt und sein Inhalt orientieren sich an der visuellen Wahrnehmung der Nutzer – eine Flut von Bildern ergiesst sich beim eiligen Blättern über den Leser, der gelegentlich auf Textelemente stösst, etwa auf ein Interview mit Tages-Anzeiger-Magazin-AD Wendelin Hess (bekennender Nicht- mehr-Freitag-Taschen-Träger) oder auf die Story zur Entstehung der Taschen. 10000 Exemplare hat Lars Müller drucken lassen, jedes Buch mit unverwechselbarem Rücken: logisch, ein Stück Lastwagenplane aus der Freitag-Manufaktur.
Wirb niemals mit einer Camel gegen das Rauchen. In Frankreich ist eine Antitabakkampagne geplatzt, weil sie mit ihrem Motiv zu sehr an das Logo der Zigarettenmarke Camel erinnert hätte. Ein Pariser Gericht entschied am Montag, die vom Verband zur Bekämpfung von Atemwegserkrankungen in Auftrag gegebene Kampagne verletze die Rechte des Camel-Herstellers JT International. Der Verband wollte ein Bild mit einem abgemagerten und erschöpften Dromedar zeigen, welches das Rauchen ablehnt.
Videcom und Laugh Track fusionieren. Die beiden Produktionsfirmen Videcom und Laugh Track fusionieren per 1. Januar. Videcom in St.Gallen produzierte unter anderem für SF DRS die Sitcoms «Fascht e Familie» und «ManneZimmer». Laugh Track, eine Tochter der Neuen deutschen Filmgesellschaft (NDF) aus München, produziert die DRS-Sitcom «Fertig lustig». Durch die Partnerin NDF hofft Videcom-Alleinbesitzer Christian Ledergerber, neue Kundensegmente auch in Deutschland zu erschliessen. Der Sitz des neuen Unternehmens ist in St.Gallen. Es beschäftigt 18 Angestellte und arbeitet projektspezifisch mit rund 70 freien Mitarbeitenden zusammen. Die Geschäftsleitung übernehmen Videcom-Geschäftsführerin Susanne Steinbock und Wolfgang Weber, Geschäftsführer von Laugh Track und NDF.
Werke aus der eigenen Reihe. TBWA/Switzerland präsentiert vom 5. Dezember bis 18. Januar mit der Ausstellung «antes de que nos olviden» Werke aus der eigenen Reihe: Künstler Carlos Mejia ist seit drei Jahren als Grafiker bei der Küsnachter Agentur angestellt. Die Ausstellung des aus Costa Rica stammenden Mejia wird von Gedichten lateinamerikanischer Schriftsteller begleitet. Der Titel der Ausstellung ist gleichzeitig die Überschrift eines Gedichtes des mexikanischen Schriftstellers Saúl Hernández.
Mit Humor gegen Amtsschimmel. Wen gelüstete es im letzten Jahr nicht, die Alpenarena (Flims, Laax, Falera) zu besuchen? Sie warb mit Einheimischen, die zum Saisonstart unter anderem 700 Kisten Bier, 2000 Packungen Kondome oder 600 Liter Wodka bestellten. Worüber die nebelgeplagte Bevölkerung voller Vorfreude schmunzelte, erzürnte das Bundesamt für Kommunikation. Es war der Meinung, der Spot verstosse gegen das Alkoholwerbeverbot. Anlass genug für die Hausagentur AY&R, den letztjährigen Spot neu zu vertonen: Die gleichen Einheimischen sind jetzt auf Softdrinks wie zum Beispiel Mineralwasser, Minzen- oder Frauenmäntelitee umgestiegen. Am Ende die Auflösung: «Was wir für die Wintersaison wirklich bestellt haben, sehen Sie wegen des Alkoholwerbeverbots nur im Kino.»
Vom Himmel hoch… Da kommt er nicht gerade her, der Engel auf dem Weihnachtsplakat von Intercoiffeur Dom Pi. Dafür aus dem Klosterviertel in St.Gallen, denn für die Aktion hat sich der Meister gleich selbst
ablichten lassen. Mit lockigem Haar, Federboa und verklärtem Blick erinnert Peter Wetter bestehende und potenzielle Kunden daran, dass Weihnachten auch die Zeit für Engelshaare ist – auch wenn die eher am Tannenbaum hängen. Verantwortlich für die himmlische Kreation ist Eugster Kommunikation, die für den Angelus Figaro auch schon früher Botschaften überbringen durfte.
Editorial

Wo sind die Projekte der Zukunft?Schwarzer Tag für das Privatfernsehen in der Schweiz: Diesen Freitag schliesst Tele 24, nur einen Monat später gehen bei TV 3 die Lichter aus. Der Schock sitzt tief. Mit den beiden Totalabstürzen wurden die Marktchancen für nationales Privatfernsehen in der Schweiz brutal verneint. Angebot, Markt und Medienrecht – in dieser Reihenfolge – haben das drastische Urteil gefällt. Ein Horrorszenario.
Es sind ja aber nicht nur Tele 24 und TV 3. Auch die anderen Hoffnungsträger der Medienhäuser sind am Boden. So ist vom Gründungsfieber am Vorabend des Jahrtausendwechsels kaum mehr etwas übrig, das als ernst zu nehmender Umsatzträger für die Zukunft taugt. Mit diesen Problemen steht Tamedia nicht alleine. Allen anderen Medienhäusern, die TV und Internet machen, geht es nicht besser. Sie kochen lediglich auf viel kleinerer Flamme, und deshalb siehts bei ihnen weniger dramatisch aus.
Den Börsenneuling Tamedia triffts besonders hart. Seine breitspurig angefahrene Multimediastrategie ist auf den Grossraum Zürich heruntergekocht. Die Sprösslinge aus dem New Economy Hype – Winner und Moneycab – sind Sorgenkinder.
Verständlich, dass Tamedia den Fokus für die Zukunft wieder näher beim Print setzen will. Doch auch dort wirds nächstes Jahr ungemütlicher. Denn mit der NZZ am Sonntag steht ein weiterer Konkurrent vor der Tür. Der Schweizer Medienmarkt ist im Moment kein Honiglecken. Kein Wunder, dass Hans Heinrich Coninx jetzt auch laut vom Ausland redet – ein Ort, der bisher auf der Expansionskarte von Tamedia nicht einfach zu finden war. Lesen Sie dazu das Interview ab Seite 33. Daniel Schifferle

News: Euro RSCG wirbt für Stefanel

Das italienische Modehaus Stefanel hat zum ersten Mal eine Werbeagentur mit einem gesamteuropäischen Budget betraut.

Das italienische Modehaus Stefanel hat zum ersten Mal eine Werbeagentur mit einem gesamteuropäischen Budget betraut.News Euro RSCG wirbt für Stefanel Im Pitch setzte sich Euro RSCG Wnek Gosper, London, gegen Paradiset DDB aus Stockholm und zwei nicht namentlich bekannte italienische Agenturen durch. An der Spitze des Euro-Teams steht der Schwede Joakim Jonason, der früher bei Paradiset DDB den italienischen Jeanskonzern Diesel betreute.
Totalfina elf konsolidiert bei Carat Der französische Ölkonzern TotalFina Elf konsolidiert sein Mediabudget für raffinierte Produkte und Marketingaktivitäten europaweit bei Carat. Der konsolidierte Etat, der auf über 40 Millionen Dollar geschätzt wird, umfasst Planung und Einkauf für Tankstellen, Schmiermittel, Taxkartensystem und Motorsportsponsoring von TotalFina Elf.
WHO-Kampagne für Sport ohne Tabak Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weltweite Kampagne für «tabakfreien Sport» lanciert. Die Kampagne wird von internationalen Sportverbänden unterstützt. «Rauchen ist eine übertragbare Krankheit, übertragen wird sie über Werbung und Sponsoring», sagte WHO-Direktorin Gro Harlem Brundtland. Die Fussball-WM 2002 wird erstmals ohne Tabakwerbung durchgeführt.
Wem gehört Jürgen Scholz? Einen netten PR-Gag hatte sich die deutsche Werbeagentur Scholz & Friends für ihren Börsengang ausgedacht: Sie holte den 72 Jahre alten Agenturgründer Jürgen Scholz aus dem Ruhestand und ernannte ihn zum Berater des Vorstands. Doch die Idee war nicht zu Ende gedacht. Scholz ist nämlich Aufsichtsratsvorsitzender bei Jung von Matt. Dort herrschte wenig Freude beim Gedanken, Scholz demnächst mit einem der grössten Konkurrenten teilen zu müssen. Jürgen Scholz wiegelt ab: Er habe von seiner neuen Beratertätigkeit auch erst aus der Presse erfahren.

Erste Liebe? Jeans von Gap

Das US-Modelabel wirbt mit Denim auf Halbberühmtheiten und subtilen Spots

Das US-Modelabel wirbt mit Denim auf Halbberühmtheiten und subtilen SpotsVon Thérèse Balduzzi Nachdem Gap jahrelang aufgestellte Jugendliche zeigte, die in Khakis Rock ’n’ Roll tanzten, besinnt sich das Modelabel in seiner neuen Kampagne aufs einfache Denim – und auf umso kunstvollere Spots.
Bereits letzten Winter erhielt die Gap-Werbung der neuen Gap-Agentur Modernista aus Boston eine minimalistischere, coole Note. In der neuen Kampagne, auf den Schulanfang im Herbst lanciert, treten aufsteigende Film- und Musikstars auf. Die Spots zelebrieren Gefühl, Spontaneität und Individualität. Sie geben sich improvisiert, sind aber sorgfältig choreografiert und vielschichtig.
In einem der 30 Sekunden langen Spots tritt die Schauspielerin Juliette Lewis mit zwei Robotern auf, die von Infizierten der Clubszene als das Duo Daft Punk aus Frankreich erkannt werden. Der im Spot gespielte Song «Digital Love» stammt aus der jüngsten CD des Duos, in dessen Musikvideo das Paar ebenfalls als Roboter erscheint. Lewis tanzt am Anfang richtig schlecht. Doch sie fängt sich auf und tanzt mit den Robotern. Am Schluss erscheinen die Logos «Gap Denim» und «Gap.com». In einem weiteren Spot steht Schauspielerin Shannyn Sossamon («A Knight’s Tale») hinter einer von drei DJ-Stationen und scratcht zusammen mit den DJs ShortKut und Rob Swift. Die Musik fetzt, sie tanzt. Am Schluss sagt sie: «My first love? Boys who scratch.»
Die Spots sind eindrücklich choreografiert, und in jedem wird der riesige weisse Raum mit Parkettboden für eine andere Wirkung genutzt. In einem spielt der R&B-Star Cherokee vor einer Wand von Marshall-Verstärkern elektrische Gitarre. Ihr Frage-Antwort-Satz lautet: «My first love? Angus Young» – der Leadgitarrist von AC/DC. Ganz allein im Raum und von weit oben gefilmt, erscheint die rothaarige Nikka Costa, die einen Song der Soulsängerin Sarah Vaughan vorträgt. Ihre erste Liebe ist «The old school».
Halbberühmtheiten zieren auch Anzeigen und Plakate
In einem weiteren sentimentalen Spot fährt die Kamera an einem weissen Flügel vorbei, auf eine junge Frau, die den Song «So far away» von Carol King singt. Etwas später sieht man, dass Carol King selber am Klavier sitzt und die Nachahmerin ihre Tochter Louise Goffen ist. Ihre erste Liebe? «My Mom.» Neben diesen sentimentalen Spots sorgt ein weiterer für subtilen Humor: Will Ferrell, ein Komiker der Sendung «Saturday Night Live» und auf Imitationen von Präsident Bush spezialisiert, singt den Neil-Diamond-Song «Forever in Blue Jeans». Er beginnt mit einem Songwriter-Klischee: «I wrote this song on the back of a dixie cup.» Den Humor versteht nur, wer Will Ferrell aus «Saturday Night Live» und Neil Diamond kennt. Für die Spots führte Paul Hunter Regie.
Plakate und Inserate zeigen weitere Halbberühmtheiten wie Filmschauspieler Giovanni Ribisi, auch der Star aus «Saturday Night Live», Tina Fey, und DJ Spooky wurden von Christian Witkin fotografiert.

Online-Marketing: Rivella AG

Ziel: Lehrerinnen und Lehrer motivieren, mit ihren Klassen am nationalen Schülerprojekt «Expedition Dorfbach» der Rivella AG und der Umweltbildungsstelle des Naturama Aargau teilzunehmen.

Ziel: Lehrerinnen und Lehrer motivieren, mit ihren Klassen am nationalen Schülerprojekt «Expedition Dorfbach» der Rivella AG und der Umweltbildungsstelle des Naturama Aargau teilzunehmen.Rivella AG Werbemittel: Full Banner und Button. Einsatz: Mitte November bis Ende Dezember.
Auftraggeber: Rivella AG, Verantwortung: Monika Christener. Kreativagentur: Aseantic, Verantwortung: Corinne Teutsch. Vermittlungsagentur: Publimedia Webadvertising AG, Verantwortung: Tobias Fehrlin.

Online-ABC: Domain

Letzter Teil einer Server-Adresse (nach dem letzten Punkt). Die Domains stehen sowohl für Ländernamen, «ch» für Schweiz, aber auch für bestimmte Bereiche, wie «com» für commercial oder «org» für Organisation.

Letzter Teil einer Server-Adresse (nach dem letzten Punkt). Die Domains stehen sowohl für Ländernamen, «ch» für Schweiz, aber auch für bestimmte Bereiche, wie «com» für commercial oder «org» für Organisation.Online-ABC Domain Domain Name Der Teil einer URL, der dem «http://www.» oder «http://» folgt und durch einen Punkt abgeschlossen wird. In der URL «http://www.horizont.net» ist «horizont» der Domain Name und «net» die Domain.
Domain Name Server Ein Server, der Domain Names in Adressen umwandelt und umgekehrt.
DOS Denial of Service. Dienstverweigerung auf Grund einer Hackerattacke, bei der Web-server mit so grossen Datenmengen überflutet werden, dass sie in die Knie gehen. Bislang ungelöstes Sicherheitsproblem, das erstmals Anfang des Jahres 2000 für Schlagzeilen sorgte, als mehrere grosse US-Onlinefirmen für Stunden lahm gelegt waren.
Dot Manche mögens Englisch: Ein Dot ist ein Punkt in einer Webadresse.
Dotcom Bezeichnung für eine Firma, die ihre Geschäfte hauptsächlich via Internet abwickelt. Amazon ist beispielsweise ein Dotcom-Unternehmen. Siehe auch Dot und Com.
Drag and Drop Ursprünglich von Apple entwickelte intuitiv angelegte Arbeitstechnik am Computer, bei der Elemente durch Bewegung auf dem Bildschirm bearbeitet werden können.
E-Business Electronic Business ist die Digitalisierung von Geschäftsabläufen.
E-Commerce Electronic Commerce ist eine Teilmenge des E-Business und bezeichnet den Handel mit gewerblichen oder privaten Kunden via Internet. Grundsätzlich lassen sich alle Waren übers Internet handeln. Bei Surfern besonders beliebt sind Onlineauktionen.

TV top – Banner Flop

Die Oktoberwerte von Media Focus gleichen dem Vormonat

Die Oktoberwerte von Media Focus gleichen dem VormonatEin ähnliches Bild wie im September präsentieren die von Media Focus erhobenen Bruttowerbeaufwendungen der kommerziellen Werbung im Oktober 2001. Die Fernsehstationen konnten ihre Werbeeinnahmen gegenüber dem Vorjahresmonat um stolze 14,3 Prozent steigern, während am unteren Ende des Spektrums die Bannerwerbung markante 66,2 Prozent einbüsste. Neben TV lieferte das Plakat als einziges Medium positive Werte: Um 1,2 Prozent übertrafen hier die Bruttowerbeaufwendungen diejenigen des Vorjahresmonats.Bei den anderen Medien fallen die Verluste geringer aus als im September 2001. Vor allem die Radiostationen weisen verhältnismässig gute Zahlen vor: Sie dämpften die Verluste auf minus 0,9 Prozent. Auch die Tageszeitungen warteten mit den niedrigsten Verlusten der letzten drei gemessenen Monate auf und verbuchen noch ein Minus von 11,7 Prozent.
Schlechter als im September schnitten im Oktober die Fachzeitschriften ab, die mit minus 14,6 Prozent die grössten Verluste des laufenden Jahres hinnehmen mussten, und das Medium Teletext, das nach einem positiven Wert im September mit einem Rückgang von 4,8 Prozent im Oktober abschnitt. Bruno Amstutz
Bruttowerbeaufwand nach Medien

Oktober 2000/Oktober 2001 im Vergleich
in 1000 Fr. 2000 in 1000 Fr. 2001 +/– in %
Tageszeitungen 171 927 151 821 – 11,7
Publ.-Zeitschriften 75 124 71 163 –  5,3
Fachzeitschriften 28 667 24 487 – 14,6
TV 69 244 79 172 14,3
Radio 11 938 11 833 –  0,9
Kino 4457 4349 –  2,4
Teletext 1783 1698 –  4,8
Plakat 35 665 36 093 1,2
Internet Banner 4063 1374 – 66,2
Gesamt 402 868 381 990 –  5,2
Quelle: Media Focus Hergiswil NW

Die Angst vor höheren Prämien lässt surfen

Oktober-Daten der Internetpanels von AC Nielsen und MMXI

Oktober-Daten der Internetpanels von AC Nielsen und MMXIGemäss MMXI haben im Oktober 2,5 Millionen Personen im Schnitt 320 Minuten von zu Hause aus im Internet gesurft und dabei 259 Seiten besucht. Laut den Daten von AC Nielsen hingegen waren es 1,96 Millionen Personen, die während 340 Minuten surften und 539 Seiten besuchten. Gegenüber September weist MMXI eine Zunahme von 50000 Surfern aus, AC Nielsen stellt einen Rückgang um 2,35 Prozent fest.Auch anderswo sind gegensätzliche Bewegungen feststellbar: So rückt Microsoft.com in der AC-Nielsen-Rangfolge von Platz 3 auf 2 vor – auf Kosten von MSN.com. Bei MMXI geschah genau das Gegenteil. Solche Dinge weisen immer wieder darauf hin, dass die Unterschiede der beiden Internetpanels halt doch in der jeweiligen Anlage zu suchen sind und sich nicht bloss auf die Panelgrösse beschränken.
Spannend ist die Tatsache, dass zumindest bei MMXI erstmals TVSpielfilm.de auf Rang 19 auftaucht. Bei den Herausgebern der Schweizer TV-Programmhefte Tele und TR7 weckt dies bestimmt keine Freude (siehe auch WW 41/01). Bemerkenswert ist ferner, dass sich Blick.ch, das im September erstmals unter den Top 20 auftauchte, in etwa halten konnte. Es scheint, dass diese Site in schwierigen Zeiten (Attentat von Zug, Swissair-Debakel) von vielen Leuten bezüglich News als schnell und zuverlässig angesehen wird. Keine grosse Überraschung ist hingegen das wohl vorübergehende Auftauchen von Comparis.ch – offenbar wollten viele Internetuser wissen, wo sie am günstigsten eine neue Krankenversicherung abschliessen können. Markus Knöpfli
Top-20-Domains Oktober 2001

Nielsen/Netratings MMXI
Rang Domain Anzahl Reichweite Domain Besucher Reichweite
Besucher in % in 1000 in %
 1 bluewin.ch 905 259 46,13 bluewin.ch 1 315 52,5
 2 microsoft.com 701 176 35,73 msn.com   682 27,2
 3 msn.com 697 631 35,55 microsoft.com   659 26,3
 4 passport.com 480 182 24,47 msn.ch   633 25,3
 5 search.ch 428 880 21,85 passport.com   596 23,8
 6 yahoo.com 398 188 20,29 yahoo.com   538 21,5
 7 google.ch 355627 18,12 search.ch   463 18,5
 8 sunrise.ch 330 152 16,82 sbb.ch   459 18,3
 9 sbb.ch 320 171 16,31 google.ch   446 17,8
10 msn.ch 275 957 14,06 sunrise.ch   443 17,7
11 yahoo.de 224 572 11,44 yahoo.de   319 12,8
12 netscape.com 199 669 10,17 msn.de   316 12,6
13 ubs.com 191 615  9,76 gmx.de   308 12,3
14 gmx.net 184 601  9,41 google.com   296 11,8
15 comparis.ch 177 567  9,05 ubs.com   272 10,9
16 google.com 175 103  8,92 microsoft.de   225  9,0
17 blick.ch 165 520  8,43 comparis.ch   217  8,7
18 altavista.com 158 826  8,09 blick.ch   204  8,2
19 bluewindow.ch 150 476  7,67 tvspielfilm.de   204  8,1
20 geocities.com 149 868  7,64 swissonline.ch   193  7,7
Quelle: AC Nielsen/MMXI

Die Mitte ist explodiert

Glamour Engineering trifft für die Mittelland Zeitung auch aus dem Mittelfeld

Glamour Engineering trifft für die Mittelland Zeitung auch aus dem MittelfeldVon der publizistischen Regionalliga katapultieren sich die Aargauer Zeitung mit ihren Mittelland-Zeitungs-Partnern Solothurner Zeitung, Zofinger Tagblatt und Oltner Tagblatt in die Oberliga. Zumindest quantitativ. Ab 2002 will die neue Nummer 3 der Deutschschweizer Tagespresse ihre Leser mit Mehrwert, die Mediaplaner und Werbeleiter mit der gemeinsamen Bundstruktur beglücken. Um die hohe Treffsicherheit künftiger und bestehender Anzeigenkunden im Raum Mittelland werblich zu kommunizieren, wählten die Beteiligten die junge Zürcher Agentur Glamour Engineering. Angelpunkt der MZ-Inserentenkampagne ist der Begriff «Mitte», den die Kreativen mit einer simplen Ready-made-Ästhetik umsetzen und damit den Blick für übergeordnete Zusammenhänge öffnen. Seite 11

Online-Marketing: Sunrise

Ziel: Promotion der X-mas SMS Value Added Services.

Ziel: Promotion der X-mas SMS Value Added Services.Sunrise Werbemittel: Banner. Einsatz: Dezember.
Auftraggeber: Sunrise; Verantwortung: Guido Trevisan, PM Mobile Entertainment. Gestaltung: Sunrise, Adrian Merz, Web Editor.

Online-Marketing: www.roosens-shop.ch

Ziel: Steigerung des Bekanntheitsgrades von Roosens-Knöpfe.

Ziel: Steigerung des Bekanntheitsgrades von Roosens-Knöpfe.www.roosens-shop.ch Werbemittel: Website, Banner. Einsatz: Seit November bis auf weiteres.
Auftraggeber: Roosens-Knöpfe, Basel und Zürich; Verantwortung: Christine Roosens. Agentur: Baseline, Basel; Design/Programmierung: Enrico Luisoni; Text: Hannes Bertschi, Basel und Boracay.

Cash und Facts in Bilanz

Diese Woche erscheint wieder die goldene Bilanz mit den 300 reichsten Werktätigen in der Schweiz.

Diese Woche erscheint wieder die goldene Bilanz mit den 300 reichsten Werktätigen in der Schweiz.Werbeleute lohnt es sich nicht darin zu suchen, Verleger hingegen schon. Angeführt wird das zum Teil börsenkotierte Goldsackhüpfen immer noch von der Familie Ringier. Die Nummer drei unter den helvetischen Medienunternehmen hinter PubliGroupe und SRG illustriert einen Wert von 800 bis 900 Millionen Franken. Familie Coninx, die sich 250 Millionen Franken Sonderdividende vor dem Börsengang des Medienunternehmens Tamedia am 2. Oktober 2000 ausrichten liess, bleibt noch mit 900 bis 1000 Millionen dran, nachdem das Aktienpaket heute mit rund 700 Millionen Franken Facts ist, gegenüber dem hypothetischen Höchstgewinn von 2100 «Millionär-Shows» auf TV 3 – noch zum Zeitpunkt des Going Public.
Charles von Graffenried in Bern bringt mit dem Gewicht von 20 Prozent der ehemaligen Tagblatt Medien 300 bis 400 Milliönchen auf die Waage, ist also in der gleichen Kategorie wie Pierre und Familie Lamunière, die 42,5 Prozent an Edipresse besitzen und innerhalb von einem Jahr «virtuell» um 100 Millionen geschrumpft sind, bis sie eines Le Matin nur noch 300 bis 400 Millionen wert waren.
Familie Soldati, die den Corriere del Ticino kontrolliert, besitzt 200 bis 300 Millionen. Franchi Svizzeri, notabene. Beat Curti in der Nähe des Goldbachs kann heute 200 bis 300 Millionen sein nettes Eigentum nennen ebenso wie Peter Gmür, der im Frühjahr mit dem Verkauf seiner letzten 18 Plakanda-Prozente an Clear Channel sein Geld in liquide Kanäle geleitet hat. Jürg Marquard jettet international in der Kategorie 100 bis 200. Gleich viel Millionen lassen sich auch bei Familie Hagemann beobachten – und dies noch vor dem Verkauf ihrer goldenen Bilanz in dieser Weltwoche.
Am Rande der goldenen Shortlist aus dem Medienkuchen wurden zudem gesichtet: Ursula Wirz, VR-Präsidentin der Zeitungsdruckmaschinen Wifag, zählt gut und gerne 200 bis 300 Millionen in ihrem Sparstrumpf. Michèle Belustein-Blanchet, die im Kanton Genf wohnhafte jüngste Tochter des Gründers der französischen Werbeagentur Publicis, hielt bis vor kurzem noch einen Anteil von 20 Prozent an diesem globalen Werbernetzwerk und publiziert heute 100 bis 200 Millionen, nachdem sie wegen Streitigkeiten mit ihrer Schwester bis auf eine Minderheitsbeteiligung ihre Aktien verkauft hat. Andreas Panzeri

Aufgefallen: Wenn zwei sich streiten, versucht der Dritte den Markt zu übernehmen – könnte man beim Blick auf die neue Virgin-Air-Anzeige denken.

Wenn zwei sich streiten, versucht der Dritte den Markt zu übernehmen – könnte man beim Blick auf die neue Virgin-Air-Anzeige denken. Wer kann schon einen solchen Preis unterbieten? 74 Franken für einen Flug nach Brüssel! So viel kostet die Ausleihe

Wenn zwei sich streiten, versucht der Dritte den Markt zu übernehmen – könnte man beim Blick auf die neue Virgin-Air-Anzeige denken. Wer kann schon einen solchen Preis unterbieten? 74 Franken für einen Flug nach Brüssel! So viel kostet die Ausleihe dreier Videos, das Bestellen von drei Pizzas oder ein einfacher Haarschnitt. Wie kommen sich wohl die Mitarbeitenden der Swissair vor, wenn sie in der Copy der Virgin-Anzeige lesen: «Wir verzichten auf alle unnötigen Extras und konzentrieren uns auf das, was wirklich zählt: hervorragender Service mit konsequentem Leistungsniveau.» Ein Angebot, das die Swissair-Mitarbeiter täglich praktizieren. Dass dies etwas mehr als 74 Franken kostet, stört niemanden. So schnell, wie Virgin Air auf dem Markt auftaucht, so schnell wird sie am Horizont verschwinden, falls die Zahlen nicht stimmen. Sie wird nie so tiefe Wurzeln schlagen können wie die Swissair. Und in Zeiten wie diesen zählt nichts mehr als echte und – warum nicht? – auch sentimentale Werte. Chandra Kurt, die aus Prinzip Swissair fliegtKolumne

Showdown von Anna Esposito
Ich bekenne: Vor einigen Jahren liebäugelte ich mit einem Job als Juniorfernsehredaktorin. Es herrschte Goldgräberstimmung: Ein bekanntes Medienunternehmen wollte den staatlichen Sender mit einem privaten Schweizer Fernsehen das Fürchten lehren, und neue, kreative und originelle Schweizer Fernsehformate wurden gesucht. Von zwei Fernsehfachfrauen angefragt und von ihrem Enthusiasmus angesteckt, befand ich mich Hals über Kopf in einem mir gänzlich neuen Konzeptbereich. Ähnlich wie in der Werbung hatten die beiden Powerladys eine Meinungsumfrage selber finanziert und präsentierten ihre Idee mit Sendungsbewusstsein in Konkurrenz zu anderen. Ihr Format erhielt den Zuschlag, und als erste Aufgabe musste eine möglichst charismatische Moderatorin gecastet werden. Ein Aufsehen erregendes Inserat wurde geschaltet, Waschkörbe voller Bewerbungen mussten evaluiert werden, und so kam der Tag X, an dem sechs Kandidatinnen ihre Fernsehtauglichkeit vor der Kamera unter Beweis stellen mussten. Leider, leider waren die Meinungen zur Favoritin diametral entgegengesetzt und die folgenden Diskussionen über Inhalte, Qualität und Zusammenarbeit entzweiend. Und so trennten sich die Wege des Medienunternehmens und der Fernsehproduktion in spe abrupt. Das Format wurde in Eigenregie übernommen, und der gestrandeten Redaktion blieb nur übrig, am Premierenabend der Sendung vor dem Bildschirm zu kleben und mit viel Champagner das gesehene Resultat zu ertränken. Wir hatten einen kalten Abglanz unserer Ideen zu sehen bekommen. Null Esprit und Engagement flimmerte uns da entgegen. Eine Chance war vertan. Doch, so unsere bittere Einsicht, die TV-Verantwortlichen mussten wohl besser wissen, worauf sie setzen wollten. Die Qualitäten, die wir zu bieten hatten, waren es offensichtlich nicht. Wie sich letzte Woche gezeigt hat, waren es ihre Visionen aber auch nicht.
[email protected]
Anna Esposito ist Texterin und Mitinhaberin von Brot und Spiele, Zürich.
Sprachbeobachter

Der Hosenträger der Erkenntnis Wenn ein Muselman im 15. Jahrhundert bekehrt worden war, sagte er: «Ich zog die Hosen des Glaubens an.» Und wenn es im Persischen spät wird, beginnt die blaue Locke der Dämmerung die heisse Stirn des Tages zu verschatten, bis sich tags darauf das Kopftuch der Morgenröte durch den Türvorhang der Nacht schiebt.
Die Sprache der blumigen Vergleiche wurzelt im Land der Morgenröte. Höret die Geschichte von Aziz, dem Kaufmann: Der Becher seines Lebens floss über vom süssen Rebensaft des Reichtums.
Im Schlafgemach seiner Freude schmiegte sich die Braut seines Begehrens an die Seele seiner Wünsche, die erstrahlte im Kerzenschein der Erfüllung. Die Blumen seines Gemüts blühten fern jeden Schattens des Misstrauens, und auf dem Weg des Glücks durch die Parkanlage seines Frohsinns liess der Gott der Wonnen die Engel der Glückseligkeit den Rosenknospen seines Herzens zulächeln. Dennoch baumelt Aziz am Ende tot am Strick – erstickt in der Schlinge des Genitivs.
Auch bei uns wuchert die Saftwurzel unter den deutschen Fällen und treibt immer neue Blüten. Von Hegels Sandbank der Zeitlichkeit über Nietzsches Frost der Einsamkeit und Spenglers Untergang des Abendlandes bis zu Sloterdjiks Eishauch der Frühmoderne und Ciorans Gipfeln der Verzweiflung zeigt die Homestory des Genitivs, dass Traumhaft-Ewiges, Dramatisch-Unabwendbares und Tödlich-Unklares zu seinen Lieblingsthemen gehören.
Seit die Vertreter der neuen Innerlichkeit von den Höfen des Nichts zu den Schwellen des Seins aufbrachen, operiert der Genitiv am Abgrund des Banalen (Karl Kraus). Doch es zeigt sich, dass auch literarische Schwergewichte der unheimlich lockenden Brandung der völligen Hoffnungslosigkeit anheim gefallen sind (Böll), sich im unermesslichen Gebäude der Erinnerung verloren haben (Proust) oder in den Abgrund der Kindheit gestürzt sind (Adorno).
Botho Strauss theoretisiert über die Ruinenstadt der Erzählung und schwelgt im Steppenbraun unserer Erwartungen; Peter Handke antwortet mit dem Tor der Erzählung und praktiziert das Universum der Schmerzen. Vom Baum der Erkenntnis ist die Krone der Schöpfung durch den Sturm des Lebens auf den Schwingen der Fantasie bis zu den Segnungen der Zivilisation vorgedrungen – um zu merken, dass die Macht des Schicksals heute selbst im Schlager antiquiert wirkt und das Objekt der Begierde nicht mal mehr für die Strumpf- oder Autowerbung taugt.
Der Genitiv ist eines interessanten Falles, weil er den Besitz (der Hund des Mieters) und die Autoritätsverhältnisse anzeigt: Kraft der Mietordnung ist der Besitz eines Hundes erlaubt. Der Besitz eines Hundes – das ist jedoch auch der Fressnapf und der Knochen von Waldi: sein Besitz. Hier offenbart der Genitiv seine subversive Seite – indem er das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt in der Schwebe lässt: Wer hat wen?
Der Besitz des Menschen ist illegal. Ist das ein Verbot der Sklaverei (Menschen dürfen nicht zum Besitz werden) oder eine marxistische Parole (Besitz ist unmoralisch)? Bezeichnet die Nacht der Kultur eine Kulturnacht oder einen Tiefstand der Kultur, wie zum Beispiel Bücherverbrennungen? Meint das Essen der Fische Fischfutter, den Vorgang, dass Fische fressen, oder den, dass wir Fisch essen? Und wenn Oskar Pastior das Hören des Genitivs als den Hosenträger der Erkenntnis bezeichnet (Gedichte, Hanser), hört dann der Genitiv uns – oder hören wir ihn? Beat Gloor, www.textcontrol.ch

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