Autor: admin
Online-Marketing: Club Indochine
Ziel: Steigerung des Bekanntheitsgrades sowie Imagewerbung.
Auftraggeber: Club Indochine AG, Zürich; Verantwortung: Marc Betschmann. Werbeagentur: Netvertising, Zürich; AD/Projektleitung: Balz Lendorff; Design: Alain Leclerc; Beratung: Balz Lendorff, David Luisi; Programmierung: Christian Vollenweider.
Im Osten wieder nichts Neues
Auch im Oktober büsste die Deutschschweizer Presse am meisten Inseratevolumen ein
Noch kann in Sachen Anzeigenverluste keine Entwarnung gegeben werden, auch wenn sich die negative Entwicklung der Statistik im Oktober verlangsamte: Die Besserung der Lage ist zum Teil einem zusätzlichen Werktag im Oktober zu verdanken. Der hatte im Vorjahresmonat in der Statistik gefehlt. Aber auch mit diesem Bonus schrumpften die kommerziellen Inserate in den Schweizer Zeitungen um 9,3 Prozent.
Stelleninserate verloren im Oktober noch mehr Boden als im September: Minus 31,4 Prozent beträgt der Verlust. Dazu haben die Deutschschweizer Zeitungen am meisten beigetragen. Am schwersten getroffen wurden die Wochenzeitungen, die in der deutschen Schweiz 50,4 Prozent und im Welschland 40 Prozent weniger Stelleninserate verzeichneten.
Bei den schlechten Ergebnissen für die deutsche Schweiz sind auch die Fusionsverluste im Berner Oberland und im Thurgau zu berücksichtigen: Im Oktober 2000 existierten 45 Deutschschweizer Tageszeitungen, im Oktober 2001 waren es nur noch 42.
Einen Höhenflug erlebten die vierfarbigen Inserate in den Anzeigern im Oktober 2001. Sie stiegen um 58,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Verantwortlich dafür sind die Pendlerzeitungen 20 Minuten und Metropol. Aber auch die Anzeiger verloren im Bereich Stelleninserate 9,6 Prozent.
Nach den ersten zehn Monaten dieses Jahres liegen die Anzeiger mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent als einzige Printkategorie noch im positiven Bereich.
Auch der Publicitas-Index der Werbeausgaben in der Tagespresse sank weiter, der Verlust ist aber nicht mehr so drastisch wie im September: Der Index verlor 1,6 Punkte und steht jetzt bei 129,1 Punkten. Publicitas will nicht von einem generellen Rückgang der Werbeausgaben sprechen. Vielmehr seien es nationale Kunden wie Grossverteiler und Banken, die Zurückhaltung übten. In lokalen und regionalen Werbemärkten lasse sich hingegen noch eine gewisse Dynamik beobachten.
Der Index der Stelleninserate bekommt davon nichts zu spüren. Er sank um weitere 9,2 Punkte auf 310,1 Punkte, was einen noch grösseren Verlust als im vorangegangenen Monat bedeutet.
News: M6-Werbefenster startet erst 2002
Der französische TV-Privatsender M6 kann sein Westschweizer Werbefenster voraussichtlich erst ab Januar 2002 ausstrahlen.
Gazzetta Ticinese vor dem Aus Die 14-täglich erscheinende Zeitschrift Gazzetta Ticinese Illustrata wird Ende Jahr eingestellt. Wirtschaftliche Gründe zwingen den Verleger, das älteste Printmedium der Südschweiz einzustellen. Die Gazzetta Ticinese wurde erstmals im Jahr 1801 gedruckt. Zuletzt erschien sie in einer Auflage von 5000 Exemplaren.
M1 und Tell setzen auf Information Die Regional-TV-Sender Tele M1 in Aarau und Tele Tell in Luzern fokussieren ihre Ressourcen auf den Newsbereich. Im nächsten Jahr werden die Informationssendungen «Aktuell», «Info» und «Report» gestärkt. Im Gegenzug werden die Eigenproduktionen im Unterhaltungsbereich reduziert. Eingestellt werden «Stellemärt», «Eventik», «Telemed», «Gourmet-Tipp», «Lemon» und «Klopfer». «Wir sind überzeugt, dass die Fokussierung auf die Regio-News die richtige Strategie ist», erklärte Florenz Schaffner, Verantwortlicher für die elektronischen Medien der AZ Medien Gruppe.
Entlassungen bei Le Temps Die Westschweizer Tageszeitung Le Temps entlässt zehn Mitarbeiter. Betroffen sind Angestellte in Redaktion und Produktion. Grund dafür sei der Rückgang im Inseratemarkt, schreibt die Zeitung. Mit diesen Sparmassnahmen will Le Temps das bereits früher formulierte Ziel aufrechterhalten, im nächsten Jahr aus den roten Zahlen zu kommen. Ab Januar 2002 wird die Zeitung zudem zwei Themenbünde abschaffen. Es handelt sich um «Le Temps de vivre» der Wochenendausgabe sowie um «Science & Multimedia» in der Dienstagsausgabe. Damit bleiben vom ehrzgeizigen Projekt aus dem vergangenen Jahr, das mit neuen Sonderbünden Inserenten anzulocken versuchte, nur noch «Sortir» (Donnerstag) und «Le Samedi culturel».
TV 3 entlässt alle Angestellten 85 Angestellte von TV 3 erhalten per Ende November die Kündigung. Geschäftsführer Jürg Wildberger befindet sich aber noch in Verhandlungen mit potenziellen Investoren und sieht eine kleine Chance, dass TV 3 überleben kann. Die bisherige Besitzerin Tamedia steigt in jedem Fall aus. Als letztes Datum für den Einstieg neuer Partner nannte Wildberger den 21. Dezember sonst schliesst der Sender am 22. Dezember. Falls TV 3 weitergeführt wird, will Wildberger alle 85 Mitarbeiter wieder einstellen.
Ringier verdient mit Fernsehen Geld
Dieses Jahr wird das Betriebsergebnis von Ringiers TV-Bereich schwarze Zahlen schreiben.
Für nächstes Jahr budgetiert Ringier bei einem Umsatz von 40 Millionen Franken wieder schwarze Zahlen. Der um 10 Prozent höhere Umsatz resultiert aus zusätzlichen Aktivitäten: die Übertragung von Teilen der Fussball-WM, das Kochquiz «Al dente», ein ausgebautes Medientraining sowie ein bis zwei neue Produktionen auf Sat 1.
Der Ertrag setzt sich gemäss Deutsch aus wenig Werbeeinnahmen, aus der Spot- und Sende-produktion für Dritte, aus einem Beitrag von vier Millionen Franken aus der PTV-Kasse und vor allem aus Sponsoring zusammen. «Ohne Sponsoring wäre das Ganze nicht möglich», sagt er. «Movieclub» zum Beispiel gäbe es ohne Sponsoring gar nicht, und auch «1x täglich» liesse sich mit Werbung allein nicht finanzieren. Der Ringier-Anteil aus der PTV-Kasse stammt von der SRG. Diese entschädigt das Verlegerfernsehen jährlich mit einer Werbe- und Produktionspauschale von 11,5 Millionen Franken. Deutschs derzeitige TV-Bilanz: «Es ist nichts Berauschendes, aber es macht Spass.» Markus Knöpfli
«Jetzt machen wir zusammen mit den Chefredaktoren einen Superjob»
Christian Stärkle über sein Comeback als CEO bei der Belcom
Bis Tamedia die Belcom übernahm, war Christian Stärkle deren CEO. Dann musste er gehen. Vor wenigen Tagen wurde er von Tamedia wieder auf den Sessel des Belcom-CEO gehievt.
Vor zwei Monaten schlugen Sie ein Jobangebot von Tamedia als nicht akzeptabel aus, jetzt haben Sie doch eingeschlagen. Weshalb?
Christian Stärkle: Es ist ein Unterschied, ob man mir bei der Belcom die Verkaufsleitung anbietet oder den CEO der Holding. Das zweite Angebot ist super, ich kann voll dahinter stehen.
Beim ersten Angebot hatten Sie doch den Eindruck, dass Tamedia Sie los sein wollte.
Stärkle: Ja, aber mich hat beeindruckt, dass Tamedia auf ihren damaligen Entscheid zurückkommen konnte. Mich reizt die Aufgabe, und jetzt machen wir zusammen mit den Chefredaktoren einen Superjob.
Kamen die beiden Angebote von unterschiedlichen Leuten?
Stärkle: Selbstverständlich.
Von wem beim ersten Mal?
Stärkle: Von denen, die für die Zusammenführung der Medien verantwortlich waren.
Wildberger und Zimmermann?
Stärkle: Das habe ich nicht gesagt.
Wie ist das, wenn man den Mann ersetzt, der einen quasi vor die Tür gesetzt hat?
Stärkle: Ich ersetze niemanden. Wir machen eine Art Arbeitsteilung. Herr Wildberger beschränkt sich auf das nationale elektronische Medium, ich mich auf die lokalen Medien.
Hat Sie der Entscheid um TV 3 überrascht?
Stärkle: Ich rechnete zwar damit, dass es bei TV 3 in der bisherigen Form mittelfristig zu einer Zäsur kommen würde. Nicht erwartet habe ich aber, dass man TV 3 ganz einstellt.
Wann haben Sie erstmals am TV-3-Konzept gezweifelt?
Stärkle: TV 3 wollte sich auf ein jüngeres Zielpublikum spezialisieren. Nur: In der Schweiz gibt es knapp eine Million junge Leute, die mobil und deshalb eher dem Medium Radio zugeneigt sind. Mit rund 10 Prozent dieser Zielgruppe erreichte TV 3 zwar ein gutes Resultat, aber mit 80000 bis 100000 Zuschauern kann man in der Deutschschweiz kein genügendes Werbevolumen generieren.
Haben Sie also schon vor dem TV-3-Start am Erfolg gezweifelt?
Stärkle: Nein, weil ich mich damals bei den AZ Medien nur mit unseren Projekten beschäftigte.
Welche Note zwischen 1 und 6 geben Sie dem Tamedia-Management für dessen Leistungen um TV 3?
Stärkle: Für meine Anstellung gebe ich ihm die Note 6.
Das TeleNewsCombi (TNC) startet unter neuen Vorzeichen: ohne Ex-Mitglied Tele 24, ohne sprachregionale Privatkonkurrenz und aufgeschaltet beim Mediaoptimizer. Welchen Umsatz veranschlagen Sie als TNC-Leiter für 2002?
Stärkle: Wir budgetierten für das TNC unter den bisherigen Voraussetzungen drei Millionen Franken. TV 3 und Tele 24 hatten zusammen ein Werbevolumen von 30 bis 40 Millionen Franken, von dem wohl ein Teil dem Fernsehen verloren geht und ein Teil an andere Sender fliesst. Im nächsten Jahr sollten wir also auf rund fünf Millionen Franken kommen.
Ändert sich durch den TV-3-Entscheid Wesentliches am Konzept von Tele Züri (siehe WW 43/01)?
Stärkle: Neu ist, dass nicht nur Tele Züri, sondern das ganze TNC darum bemüht ist, von TV 3 einige Programmteile im Unterhaltungsbereich zu erwerben – zum Beispiel «Robinson». Das ist aber eine Preisfrage.
Wie kommentieren Sie die Tatsache, dass einen Tag nach dem TV-3-Schliessungsentscheid die SRG bereits wieder höhere Gebühren für 2003 beantragte?
Stärkle: Ich habe für das Anliegen der SRG Verständnis, schliesslich ist das Werbevolumen rückläufig, die IV- und ein Teil der AHV-Bezüger müssen künftig keine Gebühren mehr bezahlen, und der Bundesrat will das Gebührensplitting ausweiten.
Verständnis? Wohl nur, weil Sie sich mit höheren Gebühren mehr Chancen auf einen Gebührenanteil erhoffen.
Stärkle: Das hat miteinander nichts zu tun. Tatsache ist aber, dass der Markt in der Schweiz verfälscht ist. Hier zu Lande müssen einzig die privaten Schweizer TVs ihr Programm am freien Markt finanzieren.
Vorvergangene Woche kündigte Radio 24 den Powerpool mit Radio Zürisee an. Rechtlich ist das nicht möglich, Radio Zürisee ist bereits im Leaderpool engagiert.
Stärkle: Diese Abklärung ist primär Sache von Radio Zürisee. Selbstverständlich stellen wir uns aber für eine einvernehmliche Lösung zur Verfügung.
Nun wollte aber die Wettbewerbskommission keine Tamedia-Vormacht auf dem Zürcher Radiowerbemarkt, weshalb sie die Trennung von Radio Zürisee verlangte. Mit dem Powerpool würde Tamedia nun aber diese Vormacht durch die Hintertür erlangen.
Stärkle: Das sehen Sie falsch. Mit Vormacht meint die Weko eine tatsächliche Beherrschung. Aber Radio Zürisee muss ja mit uns keinen Vertrag eingehen.
Dennoch: War dieser Pool ein geschickter Schachzug?
Stärkle: Wir wollten lediglich eine Werbeverbindung, die es Kunden leichter macht, den Markt Zürich zu belegen.
Haben Sie diese Idee noch vor Ihrem Abgang eingefädelt?
Stärkle: Man hat mich gefragt, aber ich habe nicht entschieden. Doch ich stütze den Entscheid zu 100 Prozent.
Ihr Abgang bei der Belcom machte es der Radiobranche leichter, sich wieder zu einem Verband zu vereinigen. Bringt nun Ihre Rückkehr Frieden oder neuen Zwist?
Stärkle: Das würde ja heissen, dass ich streitsüchtig bin.
Nein, dass Sie einer von zwei Hauptkontrahenten sind.
Stärkle: Als das fühle ich mich nicht. Wir müssen dafür sorgen, dass die ganze Radiobranche vorwärts kommt. Und dies unterstütze ich nach Kräften.
Wird Radio 24 Mitglied beim Verband Schweizerischer Privatradios?
Stärkle: Das ist denkbar.
Wie unterscheidet sich das Projekt Tele 25 von Tele 24?
Stärkle: Gemäss unserem Konzept wäre Tele 25 kein Mixkanal mit Tele Züri, wie das bei Tele 24 im Raum Zürich der Fall gewesen wäre, sondern ein eigenständiger Newssender mit Schlaufenprogramm.
Es sollen sich österreichische Investoren interessiert gezeigt haben.
Stärkle: Selbst wenn ich etwas darüber wüsste, würde ich nichts sagen. Interview: Markus Knöpfli
Kopf der Woche: «Wir haben beide eine hohe Affinität zum jeweils anderen Arbeitsfeld»
Andy Schlatter wird zum 1. Januar 2002 geschäftsführender Partner bei Matter & Partner
Eigentlich könnte die Werbeagentur bald Matter & Schlatter heissen. Der Anlass: Andy Schlatter steigt am 1. Januar 2002 als geschäftsführender Partner und Beratungsleiter bei Matter & Partner ein und löst darin Erich Baumgartner ab. Zu einer Namensänderung wird es vorläufig nicht kommen. «Es geht hier um eine Marke. Und um eine, die sich etabliert hat. Ausserdem habe ich diesbezüglich keinen Geltungsdrang», sagt Schlatter.
Mit Daniel Matter verbindet ihn eine langjährige Bekanntschaft, die auf gemeinsame Projekte für BSSM gründet. Dort wurde Schlatter 1981 als erster Berater eingestellt und blieb dem Unternehmen achtzehn Jahre lang treu, 11 Jahre davon als Gesamtverantwortlicher für die Geschäftsführung. Sowohl die Umfirmierung in Bosch & Butz als auch den Verkauf an Lowe erlebte er hautnah mit.
Die Anbindung an Lowe förderte aber mit der Zeit auch den Wunsch nach Veränderung: «Der Einfluss aus dem Ausland erzeugte bei mir mehr und mehr das Gefühl, dass man letztlich fremdbestimmt ist.» Seine Konsequenz war der Auszug in die Selbstständigkeit als Berater für Marketing und Kommunikation. «Die Vorstellung von Selbstbestimmung war dabei natürlich eine Illusion», resümiert er, «als freier Berater muss man sich damit auch den Kundenbedürfnissen unterordnen.»
In der Halbzeit der dreijährigen Selbstständigkeit fand er wieder mit Theophil Butz zusammen und übernahm für dessen Internetagentur RØSA das Management im Mandatsverhältnis. Mittlerweile ist Schlatter aber bereit, sich wieder in ein Unternehmen einzubinden: «Als Geschäftsführer dirigiert man quasi ein Orchester, und dann zieht man plötzlich als Einmannkapelle los. Es fehlte mir die Arbeit in einem verschmolzenen Team.» So war es fast Schicksal, als sich Matter und Schlatter im Spätsommer an einer Tankstelle in Meilen trafen und die Idee einer Zusammenarbeit wieder aufnahmen, die früher einmal andiskutiert worden war.
Der angehende Partner ist überzeugt, dass er und Matter sich bestens ergänzen. Letzterer wird die Kreation führen, Schlatter kümmert sich um Beratung, Administration und Finanzen. Wichtig ist ihm, dass zwischen beiden Bereichen keine markante Trennlinie verläuft: «Wir haben beide eine hohe Affinität zum jeweils anderen Arbeitsfeld.»
Schlatters Interesse für Gestaltung und Design äussert sich nicht zuletzt in seinem Berufswunsch als Jugendlicher: Architekt. Gescheitert ist dieser an der Rezession der Siebzigerjahre. Den Anstoss zum Gesinnungswandel gab Schlatters Vater, der in der Kommunikationsbranche tätig war und vorschlug: «Mach lieber etwas Rechtes, geh in die Werbung.» Bruno Amstutz
Gazette gegroundet, Guide hebt ab
Nach den Hiobsbotschaften stehen auch die Crossair-Bordmagazine vor einer unsicheren Zukunft
An Stelle der Swissair Gazette finden Flugreisende ab 1. Dezember neu The Guide an Bord der Swissair-Flugzeuge. Das 52 Seiten umfassende Heft enthält den Serviceteil der bisherigen Gazette (Destinationen, Reisetipps, Serviceleistungen, Radio- und Videoprogramm). Das abgespeckte Blatt wird nur zweimal als Doppelnummer (Dezember/ Januar und Februar/März) in einer Auflage von 30000 oder 50000 Exemplaren erscheinen, sagt Erich Hirschi, Chef der bisherigen Gazette-Herausgeberin Target Publishing. Buchbar ist noch die zweite Ausgabe, wobei eine 1/4-Seite 4f oder sw 16000 Franken kostet. Ein 30-Sekunden-Spot im ebenfalls von Target Publishing produzierten Bordvideo kostet 6350 Franken.
Und wie stehts bei der Crossair, die über ein eigenes Departement die beiden Bordmagazine CrossTravel (für Geschäftsreisende) und CrossTalk (für Ferienreisende) herausgibt? «Wir machen vorläufig normal weiter», sagt Verlagsleiterin Regina Maréchal. Vorsicht ist angebracht, weil der am 6. Dezember zu wählende neue Verwaltungsrat zumindest die Namen der beiden Magazine ändern könnte. Trotzdem arbeiten Maréchal und ihr Team auf die politisch vorgespurte Variante 26/26 hin.
Damit würde das zehnmal jährlich erscheinende NewCrossTalk seine Auflage ab 1. April 2002 mehr als verdoppeln – auf 170000 Exemplare, wie die Gazette selig. Schon ab Dezember wird das Heft zudem interkontinentaler ausgerichtet, mit einem Porträt von
Rio de Janeiro statt «bloss» europäischen Porträts.
Eine weitere neue Aufgabe obliegt Maréchals Team: Mit den neuen Embraer-Flugzeugen sowie der Übernahme der Swissair-Langstreckenmaschinen hält bei der (New) Crossair das Inflight-Entertainment sowie die entsprechende Werbezeitvermarktung Einzug. Weil vieles noch in der Schwebe ist, können derzeit die Preise noch nicht kommuniziert werden. Anders bei den Magazinen: Dort sind die Preise an sich fixiert, aber mit Vorbehalt.
Schwierige Zeiten für Target Publishing
Target Publishing war ein auf Bordmagazine spezialisierter Verlag. Neben der Swissair gehörten auch andere Krisen-Airlines (LTU, Sabena, Balair) zu den Target-Kunden. Damit ist es nun aus. Weil die Swissair zudem zu 45 Prozent an Target Publishing beteiligt ist, wurde der Verlag in das Nachlassverfahren der Airline einbezogen. Seit September sahen die 35 Angestellten keinen Lohn mehr, Mitinhaber Erich Hirschi hat ihnen und sich selbst die Kündigung ausstellen müssen. Wie und ob es mit der Firma weitergeht, ist noch offen.
Jetzt wird der User umzingelt
NYT.com bietet den Werbenden mit den Surround Sessions die Möglichkeit, Reichweiten zu buchen
Die Währung der Page- und Ad-Impressions mag aus Sicht der Internetwirtschaft Sinn machen, doch viele traditionelle Mediaplaner können mit dieser Grösse nicht viel anfangen. Sie wollen vor allem wissen, wie viel Prozent ihrer Zielgruppe sie wie oft in einem bestimmten Zeitraum erreichen.
Die New York Times, die bei der Onlinewerbung seit Beginn der Internetzeitrechnung an vorderster Front mitkämpft, hofiert den klassischen Marketingleuten und Werbern mit einem Angebot, bei dem die Buchungen nicht mehr auf Basis von Ad-Impressions durchgeführt werden, sondern auf Basis von Usersessions. Dadurch sollen die Planer einfacher mit den Variablen Reichweite, Dauer und Frequenz hantieren können, so Martin Nisenholtz, CEO der New York Times Digital.
Eine Alternativwährung zu den Ad-Impressions
Die so genannten Surround Sessions kommen den klassischen Medialeuten nicht nur planungstechnisch entgegen. Sie garantieren hohe Beachtung, Exklusivität und eine relativ genaue Zielgruppenansprache. Hohe Beachtung, weil die Werbebotschaft einer Firma gleich an mehreren Stellen der Website platziert wird, sodass sie auch beim Scrollen immer zu sehen ist. Das Blickfeld des Besuchers wird eingekreist, mit Full Banners, aber auch mit grossflächigen Werbeformaten wie Skyscrapers. Im Gegensatz zu Pop-ups sind diese Formen bei den Benützern relativ akzeptiert.
Damit der Konsument die Werbebotschaft auch ganz bestimmt nicht übersieht, wird sie gleich auf fünf aufeinander folgenden Seiten geschaltet, und zwar exklusiv, das heisst ohne Werbebotschaften anderer Firmen. Dies ermöglicht es den Auftraggebern sogar, über fünf Seiten hinweg eine kleine Geschichte zu erzählen. Bricht ein Internetnutzer seinen Besuch vor dem Aufruf der fünften Seite ab, muss der Werbekunde für die angebrochene Session nichts bezahlen. Um eine genaue Zielgruppenansprache zu garantieren, werden die Surround Sessions nur für registrierte Nutzer angeboten. Das sind bei NYT.com immerhin zehn Millionen User, denn ein grosser Teil der Website ist nur mit Passwort zugänglich.
Scott Meyer, Vice President und General Manager von New York Times Digital: «Um die Onlinewerbung in Schwung zu bringen, müssen vor allem die Publisher die Initiative ergreifen und die Werbekunden und Kreativagenturen mit neuen Ideen begeistern.» Als erste Werbekunden für Surround Sessions konnte NYT.com Nexium, Porsche und E-Trade-Center gewinnen.
Auch beim Pay Content geht NYT in die Offensive
NYT.com erwirtschaftet laut Meyer immer noch 60 Prozent der Umsätze mit Werbung. 30 Prozent stammen von Kleinanzeigen und nur 10 Prozent von bezahlten Inhalten. Dieser Umsatzbereich wächst allerdings am schnellsten.
Schon seit längerem kostenpflichtig ist die Archivnutzung. Die Kreuzworträtsel sind bei NYT.com derart kultig, dass 35000 User 20 Dollar Jahresgebühr für diesen Denksport zahlen. Ende Oktober wurde zudem ein Angebot für Baseballfans lanciert: «Glory Days: Baseball in New York 1947–1957» soll für 9.95 Dollar pro Jahr mit Fotos, Filmaufzeichnungen und Zeitungsartikeln die Herzen der alten Baseballanhänger höher schlagen lassen. Wie Meyer am Content Summit 2001 in Zürich ausführte, sind noch weitere solcher Themenarchive geplant.
Er ist überzeugt, dass es einfacher ist, die Internetnutzer zum Bezahlen von Inhalten zu bringen, wenn sie diese schon kennen oder genau wissen, was sie erwarten können. Statt nur mit kostenpflichtigen Breitbandangeboten für die Zukunft zu spekulieren, sollten die Onlinepublisher auf der Suche nach neuen Einnahmequellen versuchen, schon jetzt aus ihrem Contentarsenal einen Mix für ein kostenpflichtiges Angebot zusammenzustellen. Dies umso mehr, als Breitbandangebote besonders für reine Printunternehmen sehr teuer seien.
Bei der Einführung kostenpflichtiger Inhalte läuft man in jedem Fall Gefahr, Besucher zu verlieren. The New York Times on the Web führt aus diesem Grund ihren Pay-Content äusserst behutsam und durch die Hintertür ein. Schliesslich sollen möglichst viele Personen NYT.com besuchen, denn so bleibt die Plattform mit ihren registrierten Benutzern attraktiv für die Werbewirtschaft. Überdies ist die Plattform als Marketinginstrument nicht zu unterschätzen. Zwischen Januar und Ende September wurden 100000 neue Printabonnenten über die Website generiert!
NYT Digital zum ersten Mal profitabel
NYT Digital, die alle Onlineaktivitäten des NYT-Verlags umfasst, hat im dritten Quartal 2001 erstmals einen operativen Gewinn von 0,8 Millionen Dollar ausgewiesen. Der Umsatz von 14,4 Millionen Dollar macht etwa 2 Prozent des Gesamtumsatzes der Gruppe aus (697 Millionen Dollar). Die Websites der NYT-Gruppe waren mit rund 4,5 Millionen Dollar für rund ein Prozent der gesamten Werbeeinnahmen im dritten Quartal verantwortlich. 94 Prozent der Werbeeinnahmen stammen aus dem Printgeschäft, der Rest von der Broadcast-Gruppe.
Achtung, Cobra hat immer Vorfahrt
TSR Kampagnenbüro, Zürich, launcht das neue Züri-Tram
Das neue Züri-Tram Cobra, das zahlreiche Neugierige anzog, wurde von einem Plakatmotiv begleitet, das einen Schlangenkorb zeigte, wie ihn etwa die Schlangenbeschwörer auf den Märkten Bombays verwenden. Freilich mit dem Unterschied, dass der Korb die Zürcher Farben aufwies.
Auf der gleichen Idee wie dieses Korbsujet basieren die derzeit erscheinenden, von Edith Kaiser fotorealistisch illustrierten Folgemotive, in denen die Schlange die Rolle der Verführerin spielt. Als Vorlage diente den Kreativen die Geschichte des Sündenfalls.
Gratis in den Zoo mit dem VBZ-Jahresabo
Den von der übrigen Angebotswerbung verschiedenen Look des Cobra-Auftritts begründet TSR-Berater Wolfgang Bollack damit, dass es eine auf der Hand liegende Umsetzung sei. Ferner rechtfertigt er die Positionierung damit, dass die Inverkehrsetzung eines Niederflurtrams ein innovativer Schritt sei, mit dem man einen Imagegewinn für die VBZ erzielen müsse. «Wir wollten keine banale Kampagne gestalten, die etwa die Form des Fahrzeugs thematisiert oder auf technische Features eingeht», so Bollack.
Unterstützt wird der Launch durch eine in der Cobra untergebrachte, mit dem Zoo Zürich organisierte Fotoausstellung zum Thema Schlangen sowie durch eine Promotion: Zu jedem bis am 16. Dezember gelösten Jahresabonnement geben die VBZ eine Zoofreikarte im Wert von 48 Franken ab. «Wir wollten unseren Mitarbeitenden an den Verkaufsstellen etwas geben, das ihnen ein besseres Verkaufsgespräch ermöglicht», kommentiert Ursula Gamper, Leiterin Marktkommunikation bei den VBZ, die Aktion. Ernst Weber
Muse & Musse: Michelle Nicol
Michelle Nicol Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Michelle Nicol: Die Ausstellung «Traversée» im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Weil sie frische Kunst zeigt.Was lesen Sie gerade?Nicol: «Exhibit A» von
Michelle Nicol: Die Ausstellung «Traversée» im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Weil sie frische Kunst zeigt.
Was lesen Sie gerade?
Nicol: «Exhibit A» von Guy Bourdin. Ich schaue mir vor allem die Bilder an.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Nicol: «Audio Lotion» von Lukas, it’s my sonic beauty case.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Nicol: «The man who wasn’t there», weil er von den Coen-Brüdern ist.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Nicol: «Arena».
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Nicol: www.bdv-artview.com und www.vavavoom.com.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Nicol: High Heels von Manolo Blahnik.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Nicol: Ich schreibe die Kolumne «Fashionable» für die NZZ.
Liebe ist…?
Nicol:…embarrassing.
Conelli Forecast ASWards
Vor allem Jungwerberinnen und -werber erwarten jeweils gespannt die Forecast-Awards-Verleihung, die letzte Woche im Club Q im Zürcher Westend ausgetragen wurde.
Zufrieden mit der Show war Forecast-Chef Andi Hess. Der Anlass ging ohne grössere Pannen über die Bühne. Zudem bewies Hess bei der Auswahl der Programmpunkte eine gute Nase. Sämtliche Acts und Performances kamen gut an.
Noch beliebter als die Shows war allerdings die VIP-Lounge, in der sich nur speziell geladene Gäste tummeln durften und die Getränke fast die ganze Nacht durch gratis waren. Während im Club ein unglaubliches Gedränge herrschte, gabs hier genügend Platz. Viele Lounge-Gäste gingen deshalb, erst in den frühen Morgenstunden für den wohlverdienten Wochenendschlaf nach Hause.
Bereits einige Tage zuvor luden die Conelli-Zirkusdirektoren Herbi Lips und Conny Gasser zur feierlichen Premiere auf dem Zürcher Bauschänzli. Die Gala ist ein Promiereignis von geradezu unschweizerischem Format. Neben viel Wirtschafts- und ganz viel Cervelatprominenz fanden heuer auch sieben amtierende Stadträte den Weg ins Zirkuszelt; wen wunderts, nächstes Jahr sind Wahlen. Die Premiere war keine schlechte Gelegenheit, den Damen und Herren Politikern aufs Maul zu schauen. Im Zirkus lässt sich das Niveau sehr leicht daran erkennen, bei welchen Pointen von Ulk- und Klamauknummern geschmunzelt, gelacht oder gebrüllt wird. Dabei rief uns die illustre Gästeliste noch ein Bonmot in Erinnerung: «Was ist der Unterschied zwischen Verwaltungsräten, Politikern und den Clowns im Zirkus Conelli? – Die Clowns kann man auch heute noch ernst nehmen.»
Radio-Z-Marketingleiter und GL-Mitglied Mike Gut outete sich als Artist mit Clownpotenzial. Neben Busenwunder Monika Kaelin und einem weiteren Gast machte er in der Manege eine hervorragende Figur, als er von Bauchredner Nicolodi nach vorne geholt wurde. Während die drei Gäste auf Zeichen hin ihren Mund bewegen mussten, ohne wirklich zu sprechen – bravo, Monika K.! –, legte ihnen der Bauchredner allerlei Unflätigkeiten in den Mund. Mike Gut intonierte zuletzt gar mit der für einen Bauchredner typischen Krächzstimme «La Cucaracha», was für Riesengelächter sorgte.
Ebenso sehenswert ist die Premiere jeweils, weil nur Top-Promis in den ersten Reihen sitzen. Und dort des Öfteren nass werden, wenn Clowns die Manege betreten. Ziemlich hart getroffen hats dieses Jahr Hans Heinrich Coninx und Ehefrau Christine Gerber. Zuerst spritzte Clown Gaston («Mir isch gliich») die beiden mit Wasser voll, dann wurden sie von Komiker Jan van Dyke aufs Korn genommen. Dass Coninx – sein Finger war nach einer Operation eingegipst – nicht klatschen konnte, wurde vom Entertainer wohl missverstanden. Dabei hat der Tamedia-Boss das Programm sichtlich genossen und viel gelacht. Vielleicht auch, weil an diesem Abend bereits eine grosse Bürde weniger auf seinen Schultern lastete. Die Premiere fand einen Tag vor der TV-3-Pressekonferenz statt, an der Tamedia die Schliessung ihrer Geldvernichtungsmaschine bekannt gab. Und Coninx, wohl ahnend, dass dies dem Kurs seiner Aktien nur zuträglich sein könne, fühlte sich bereits wieder als Winner.
Fazit der Conelli-Premiere: Hingehen und hinsehen! Das beste und fantasievollste Programm seit langem. Es wäre gar nicht verwunderlich, würde nächstes Jahr das eine oder andere Manegen-Sujet von einem findigen Werber in einer Kampagne umgesetzt. Mein Favorit wäre die Hundenummer.
Ein weiterer Werberevent der letzten Woche war die traditionelle ASW-Jahresgala im Restaurant Pavillon in Baden. Im Gegensatz zu den anderen Veranstaltungen wurde hier auf jeglichen Zirkus verzichtet, damit mehr Raum für Begegnungen und intensive Gespräche vorhanden sei. Den passenden kulinarischen Rahmen formte ein reichhaltiges Buffet mit Köstlichkeiten aus fast aller Welt. Die kulinarische Entdeckungsreise führte von Asien über Indien und Italien bis nach Mexiko. Dabei gab es allerlei angeregte Diskussionen unter den Weltküche-Globetrottern. Der indische Gurkensalat unterhielt sich mit der mexikanischen Fischsuppe, die Spinatgnocchis tauschten Neuigkeiten mit diversen Tortillas aus.
Die Showblocks wurden von niemandem vermisst. Endlich wieder einmal ohne Unterbrechung Zeit für Gedankenaustausch und angeregte Diskussionen zu haben, das wurde allseits begrüsst und intensiv wahrgenommen. Eine kurze Reiseunterbrechung gab es dann aber doch: Mit Pablo Erat, Inhaber der Arboner Agentur Erat Design Group, konnten die Gäste ein Neumitglied der ASW begrüssen. Ovationen gingen auch an Ursula und Peter Grob. Beide engagierten sich in ihrer langen Werberkarriere stets für die Branche, meist ehrenamtlich notabene. Sei es am Sawi, in Kommissionen, im ASW-Vorstand oder als aktive Mitglieder der Idée-VfW. Seit Anfang November nun leiten Ursula und Peter Grob die ASW-Geschäftsstelle. Und last but not least galt es deshalb auch, die Arbeit des bisherigen Geschäftsführers Karl Heinrich von Grote mit viel Applaus zu verdanken.
Beat Fritsch
versteckt sich hinter Einladungen zu den Forecast-Awards. Das Ausgehmagazin verlieh zum dritten Mal Preise für besondere Leistungen in der Partyszene. Ebenfalls letzte Woche fand die Premiere des Zirkus Conelli auf dem Zürcher Bauschänzli statt; und last but not least gabs noch die jährliche ASW-Gala.
Wer sonst Feste feiert, Awards verteilt oder in Gala auftritt, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
