Kopf der Woche: «Die Zukunft des Wissens und der Informationsvermittlung ist bildhaft»

Michelle Nicol stellt ihr Wissen aus Kunst und Mode bei Glamour Engineering in den Dienst der Kommunikation

Michelle Nicol stellt ihr Wissen aus Kunst und Mode bei Glamour Engineering in den Dienst der KommunikationMichelle Nicol hat die Füsse in vielen Türen: Die 34-Jährige weist ein Studium der Kunstgeschichte vor, kuratiert Kunstausstellungen, schreibt Katalogtexte ebenso wie die Modekolumne «Fashionable» der NZZ und hat mit Rudolph Schürmann und Thomas von Ah die Agentur Glamour Engineering gegründet. Die kommerzielle Kommunikation ist für sie ein Medium unter anderen: «Kunst, Mode, Schönheit, das sind die Themen, um die sich meine Arbeit stets drehte. Zudem hat es mich immer interessiert, mich in verschiedenen Welten zu bewegen.»Ihre Erfahrungen aus der Mode- und Kunstwelt bringt sie bei Glamour Engineering in die Kommunikation ein. «Was uns von anderen Agenturen unterscheidet, ist unser Wissen über Bilder», befindet Nicol, «die Zukunft des Wissens und der Informationsvermittlung ist bildhaft. Und Bilder sind unsere neuen Sexobjekte, sie sind das, was wir begehren.» Die spannendsten Bilder, ist sie überzeugt, werden aber in der zeitgenössischen Kunst produziert.
Zu dieser Welt hat Nicol nicht nur beruflich, sondern auch persönlich beste Kontakte – Freundeskreis und internationales berufliches Netzwerk deklariert sie als praktisch deckungsgleich, fliessend darum der Übergang vom Broterwerb zum Privatleben.
Auf diese internationalen Kontakte legt sie grossen Wert, da sie es ermöglichen, stets am Puls der Zeit zu bleiben: «Man kann nicht behaupten, etwas von Lifestyle zu verstehen und zu wissen, was läuft, wenn man immer in Zürich sitzt.» Rund einen Drittel ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Ausland, in Paris, wo Glamour Engineering ein Büro betreibt, oder in Berlin, wo die Agentur nächstens als Kuratorin einer Ausstellung fungiert.
An der Kommunikationswelt schätzt sie das Arbeitstempo, das sie nach Abschluss ihres Studiums als Kuratorin für zeitgenössische Kunst des Museums Ludwig in Köln vermisste: «Im Museum gehen die Prozesse von der Konzeption bis zur Realisierung unendlich lang. In meiner jetzigen Position kann ich viel schneller etwas bewirken.» Entsprechend lautet das Credo von Glamour Engineering «Promote the now idea»: Der aktuelle Puls von Kunst und Gesellschaft soll gefühlt und in die Kommunikation eingebracht werden. Die kunsthistorische Trennung zwischen Hochkultur der Kunst und Massenkultur der Werbung ist dabei für Nicol kein Thema: «Diese Diskussion interessiert mich nicht.»
Kunden für ihren Arbeitsansatz ortet sie in der Modewelt: «Modebrands kommunizieren nur mit Bildern, und unser Wissen über Bilder lässt sich in diesem Bereich ideal anwenden.» Begehrt ist visuelles Know-how auch in anderen Bereichen, wie der Gewinn des Kommunikationsbudgets für die Weltmesse für Uhren und Schmuck in Basel beweist. Bruno Amstutz

«Wir müssen näher beim Produkt und näher bei den Lesern sein»

Théo Bouchat, Direktionsmitglied von Edipresse, über Le Matin und Le Matin Dimanche

Théo Bouchat, Direktionsmitglied von Edipresse, über Le Matin und Le Matin DimancheDie Westschweizer Verlegerin Edipresse hat ihre Direktion umstrukturiert und erweitert. Mit der neuen Aufgabenverteilung will man noch näher beim Produkt und beim Leser sein. Mit dem Facelifting für Le Matin Dimanche und Le Matin ist ein erster Schritt dazu getan worden.Edipresse hat die Direktion umstrukturiert und Ihre Stelle als Directeur des publications abgeschafft. Was sind die Gründe?
Théo Bouchat: Es kam bei diesem Direktionsposten etwas viel Arbeit zusammen für eine einzige Person. Die Funktion als solche wurde ja nicht abgeschafft, sondern auf mehrere Personen verteilt. So können wir uns jetzt intensiver mit der Entwicklung der einzelnen Titel befassen.
Sie haben aber damit an Einfluss eingebüsst. Was bedeutet das für Sie persönlich?
Bouchat: Ich werde vermutlich unter besseren Bedingungen arbeiten können. Die Produkte Le Matin, Le Matin Dimanche, Femina, Tele Top Matin und Bilan allein geben schon genug Arbeit. Vorher musste ich mich ja noch um 24 Heures, Tribune de Genève sowie um die Marketingkoordination kümmern und mich mit Fragen der Werbung befassen.
Bedauern Sie den Verlust der Doppelfunktion Chefredaktor von Le Matin und Direktor der Publikationen?
Bouchat: Nein, die Chefredaktionsaufgabe war von vorneherein klar als Interimslösung gedacht. Diese Doppelfunktion war für mich zwar eine Bereicherung, doch konnte ich mich nie hundertprozentig für die eine oder andere Funktion engagieren. Auf der anderen Seite ist die Reorganisation, wie sie jetzt erfolgt ist, eine natürliche Entwicklung. Wir müssen näher beim Produkt und näher bei den Lesern sein. Deshalb besteht die Mediadirektion jetzt auch aus sechs anstatt wie bisher aus nur drei Personen.
Wollten Sie die Gelegenheit nicht nutzen und als Chefredaktor von Le Matin ganz in den Journalismus zurückkehren?
Bouchat: Mir genügt die Feststellung, dass ich es noch kann. Einen Augenblick lang habe ich tatsächlich damit geliebäugelt. Dann dachte ich aber sogleich über die zahlreichen Erfahrungen nach, die ich in den letzten Jahren in andern Bereichen gesammelt habe. Ich kam zum Schluss, dass ich mich in meiner Funktion reduzieren würde, wenn ich nun ganz zum Journalismus wechseln würde.
Warum ist es schwierig, einen Chefredaktor für Le Matin zu finden?
Bouchat: Wir haben ja erst vor einer Woche mit der Suche angefangen.
Haben Sie vorher nicht gesucht?
Bouchat: Nein. Nachdem es zum Bruch mit Daniel Pillard gekommen ist, wollten wir zuerst den Relaunch über die Bühne bringen. Jetzt suchen wir aber intensiv und hoffen, noch vor Ende dieses Jahres den neuen Chefredaktor vorstellen zu können.
Der Sonntagszeitung Le Matin Dimanche wurde kürzlich ein Facelifting verpasst. Was hat sich damit für die Leser geändert?
Bouchat: Die Zeitung erscheint geordneter und besser strukturiert, das heisst, sie ist übersichtlicher geworden. Ihr Erscheinungsbild ist jetzt auch eleganter. Der redaktionelle Inhalt wurde noch mehr den Erfordernissen einer anspruchsvollen Sonntagszeitung angepasst.
Warum hat man mit dem Facelifting nicht auch ein anderes Format gewählt, wie das für die Tageszeitung Le Matin geschehen ist?
Bouchat: Die Lesegewohnheiten für eine Sonntagszeitung sind nicht die gleichen wie jene für eine Tageszeitung. Das beginnt schon mit dem Ort der Lektüre. Während der Woche wird die Zeitung oft in Eile unterwegs konsumiert, am Sonntag setzt man sich gemütlich hin, um in Ruhe zu lesen. Man tauscht in der Familie die einzelnen Bünde aus. Ich glaube, dass in diesem Zusammenhang die Bünde eine wichtige Rolle spielen. Man sucht sich aus, was man zuerst lesen will.
Ist das Tabloidformat die Formel der Zukunft für eine Zeitung?
Bouchat: Das kann man nicht verallgemeinern. Ich glaube vielmehr, dass Format und Charakter der Zeitung zusammenpassen müssen.
Können Sie bereits mit Zahlen aufwarten, die etwas über den Erfolg des neuen Formats von Le Matin aussagen?
Bouchat: Eine telefonische Umfrage bei 1000 Personen in der Westschweiz zeigt, dass 33 Prozent der Befragten die Zeitung mit mehr Begeisterung lesen und 12 Prozent öfters Le Matin kaufen. Immerhin 88 Prozent behaupten, dass sie keine andere Zeitung mit so viel Interesse lesen. Und 93 Prozent schätzen die Zeitung als «Journal populaire» ein. Ein bemerkenswertes Detail bei dieser Umfrage: Etwa zehn Prozent haben das neue Format gar nicht wahrgenommen. Wir möchten nächstes Jahr bereits Wemf-geprüfte Daten mit einem Zuwachs präsentieren können, obwohl der neue Le Matin Ende 2001 nur vier Monate alt sein wird. Bereits mit der MACH-Basic 2002 können wir dann die Lesergewohnheiten präsentieren. Verglichen mit dem Oktober 2000 konnten wir dieses Jahr 2000 (4 Prozent) zusätzliche Käufer registrieren.
Sind die Inserenten zufrieden mit dem neuen Format? Oft hat man ja den Vorwurf gehört, dass beim Tabloidformat eine ganze Seite eben nicht eine ganze Seite sei.
Bouchat: Die das sagen, wollen einfach um den Preis feilschen. Die Reaktion der Inserenten war allgemein positiv, bietet das neue Format ihnen doch interessante Alternativen.
Im vergangenen Frühjahr haben sie für Femina, der Frauenzeitschrift, die Le Matin Dimanche beigelegt wird, eine Werbekampagne lanciert, um das Magazin gegenüber seiner Konkurrenz aufzuwerten. Wäre es nicht sinnvoll, diese Zeitschrift zu verselbständigen und am Kiosk zu verkaufen?
Bouchat: Gegenwärtig wollen wir vor allem das Gesamtangebot von Le Matin Dimanche aufwerten, und das geschieht auch mit den Beilagen. Mit der Sonntagsausgabe erreichen wir ein vielschichtiges Publikum, das wir so eben nicht ansprechen könnten, wenn es die verschiedenen Beilagen nicht gäbe. Zudem gibt es hier an den Westschweizer Kiosken schon genug Frauenzeitschriften.
Ist die Westschweiz reif für eine Gratiszeitung?
Bouchat: Der Markt ist zu klein. Die Westschweiz verfügt über keine städtischen Ballungszentren mit wichtigen Verkehrsadern, sodass auch die Distribution problematisch sein dürfte. Interview: Anita Vaucher

Make it one for the road, Toni

Ruf Lanz schenkt für den neuen Zürcher Club reine Milch ein – on the rocks

Ruf Lanz schenkt für den neuen Zürcher Club reine Milch ein – on the rocksWer bisher dachte, Zürich hätte als Stadt der Trendclubs und In-Lokale den Zenit schon überschritten, wird bald wieder eines Besseren belehrt: Auf dem «ausrangierten» Toni-Areal, auf dem einst Milchprodukte abgefüllt wurden, in der Nähe des Escher- Wyss-Platzes, wird Mitte Dezember eine weitere Lounge mit hohem Kultpotenzial eröffnet. Entsprechend hört der Club auf den traditionsreichen Namen «Toni Molkerei», in dem die Einzigartigkeit und das authentisch Extravertierte schon stecken, was dem Lokal eine szenige Aura verleiht. Nicht nur das: Einerseits ist die «Toni Molkerei» eine weisse Lounge mit cooler Musik. Andererseits wollen die Betreiber des Lokals auch den Raum zwischen den Ohren bedienen. Denn die «Toni Molkerei», die Mittwoch bis Sonntag open end offen ist, versteht sich unter dem Brand «Substrat» auch als Plattform für Kunst und Kultur – mit Video- und Performancekunst als Schwerpunkt.
Da ein erwachsenes Alterssegment angepeilt wird, wollen die Initianten und Mitinhaber
des «Rohstofflagers» um Walter Hügli in der «Toni Molkerei» auch kulinarisch einiges bieten. Neben dem üblichen alkoholischen Barangebot werden beispielsweise auch frische Säfte und Früchte, Snacks wie vegetarischer Food aus Hiltls Küche serviert sowie – glasklar – Milchprodukte.
Das im Glas muss nicht immer von der Witwe Klicko sein
Für die Launchwerbung beauftragten die Verantwortlichen die Agentur Ruf Lanz. Die Kreativen Markus Ruf und Ion Eglin verstanden es, nicht die Youngsters vom «Rohstofflager» oder ähnlichen Clubs in den künftigen Szenentreff im Kreis 5 zu leiten, sondern ein anderes Segment anzusprechen, sprich: das der early adopters, männlich und weiblich, 25 bis 40 Jahre alt, mit gehobenem Bildungsniveau und Einkommen. «Darum haben wir für die Kampagne die überraschende, gehobene Inszenierung mit der Milch gewählt», sagt Ruf. Und präsentiert das typische Molkereiprodukt, vulgo jus de vache, in Gläsern, in denen alles andere als Milch getrunken wird. Einmal in einem Cocktailglas, in einem Champagnerglas oder sogar im Whiskyglas. Luca Aloisi

Muse & Musse: Anna Francke

Muse & Musse Anna Francke Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Anna Francke: «All Design», eine Ausstellung im Museum für Gestaltung über Design im Weltall.Was l

Muse & Musse Anna Francke Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Anna Francke: «All Design», eine Ausstellung im Museum
für Gestaltung über Design im Weltall.
Was lesen Sie gerade?
Francke: «Lalala» von Mian Mian – mitreissende, bittersüsse Geschichten aus dem wilden Peking.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Francke: «Shaolin Soul – Epi-sode 1» höre ich momentan pausenlos und ist mir noch immer nicht verleidet.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Francke: «Diamonds are forever», weils für mich der beste James-Bond-Film ist.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Francke: Weiss ich nicht mehr. Ich halte mich meistens mit Zappen wach.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Francke: www.futura2000.com
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Francke: Auf den Sommer.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Francke: In Büchern und Zeitschriften schmökern.
Liebe ist…?
Francke:…eine Frage der Definition.

Marken führen mit System

Guye Benker hat mit dem BrandEquitizer ein neues Marketingtool entwickelt

Guye Benker hat mit dem BrandEquitizer ein neues Marketingtool entwickeltVon Andreas Panzeri Der BrandEquitizer (BE) von Guye Benker ist ein Marketinginstrument, das im Rahmen des Markenführungsprozesses die Grundlagen für die Markenstrategie liefert. Das neue Tool ermöglicht zudem eine effizientere Gestaltung der Zusammenarbeit Kunde-Agentur-Marktforschung.
«Mit dem BrandEquitizer haben wir nicht nur eine Markenwertstudie, sondern ein Markenführungsinstrument entwickelt», meint Christophe Guye zu seinem neuen Tool. Entwickelt wurde es in Zusammenarbeit mit dem Link-Institut. In einfachen Worten gesagt ermöglicht der BE die Kombination klassischer Marktforschung mit strategischer Markenführung. «Er sorgt so für eine nahtlose Integration von qualitativen und quantitativen Ergebnissen mit einem festgelegten, formal standardisierten Output», heisst es in der Broschüre zum neuen Instrumentarium.
Im Gegensatz zum bereits bekannten Brand-Asset-Valuator von Advico Young & Rubicam, der eine methodisch andere Ist-Analyse der Marke liefern kann, «analysiert der BrandEquitizer Ist- und Sollsituation», erklärt Guye. Die von Link ermittelten Resultate sind «statistisch repräsentativ und können einzeln begründet werden», präzisiert Stefan Oglesby, Managing Director bei Link Research and Consulting. Beim BrandEquitizer werden bei der empirischen Datensammlung eine qualitative mit einer quantitativen Methode kombiniert. Konkret bedeutet das, dass «die wichtigen Markendimensionen über die qualitative Phase ermittelt werden».
Der BE ist im Sinn einer Vorkonfektion standardisiert, damit alle gewünschten Konkurrenzmarken mit untersucht werden können. In der Praxis gliedert sich die Arbeit mit dem BE in fünf Schritte.
– Concept: Erste strategische Phase mit dem Briefing des Kunden.
– Brand Essence Study: Erste Erhebungsphase mit den Einstellungen der Konsumenten gegenüber der Marke und im Vergleich mit anderen Marken.
– Strategic Draft: Zweite strategische Phase, in der ein markenstrategischer Entwurf geliefert wird.
– Brand Strategy Study: Zweite Erhebungsphase mit repräsentativen Aussagen zur Sollpositionierung.
– Brand Strategy: Dritte strategische Phase mit der Entwicklung der Markenstrategie.
Erprobt und feingetunt wurden die Methoden in einer ersten Anwendung für Tamedia. Untersucht wurden sämtliche Titel des Verlagshauses. Die Kernfragen lauteten dabei: Wie werden die Titel heute als Marken wahrgenommen? Wie sind sie jetzt positioniert? Wo sind ihre Stärken? Wo liegt ihr Optimierungspotenzial? Wo steht die Konkurrenz? Wo können sie in Zukunft Erfolg versprechend positioniert werden? Analysiert für die Markenpositionierung wurden somit die wichtigsten Markendimensionen auf der funktionalen Ebene, auf der emotionalen Ebene sowie auf der Ebene des Selbstausdrucks. Mit den Resultaten wollte die Werbeagentur Antworten finden auf die Frage: Welches sind die zentralen Markenwerte, die in Zukunft kommuniziert werden sollen?
Für Bettina Hoffmann, Leiterin Marktforschung bei Tamedia, ist das «eine weitere spannende Dimension in der Forschung, denn bis anhin analysierte man die Titelpositionierung in erster Linie über ihre Reichweite, Soziodemografie, Psychografie sowie Leserinteressen». Hoffmann wertet ihre Erfahrungen mit dem BE deshalb als sehr positiv. Auch wenn es bei der Beurteilung der einzelnen Titel keine grossen Überraschungen gegeben hat.
Die angenommenen Positionierungen fast aller Tamedia-Titel wurden von der Markenstudie bestätigt. Besonders erfreulich ist, dass die mit dem Relaunch vorgenommene Positionierung der Schweizer Familie jetzt «wissenschaftlich bestätigt wurde».
Als besonders spannend werten die Entwickler des BE die Möglichkeit, dass man mit ihrem neuen Tool auch messen kann, was passiert, wenn ein neuer Konkurrent kommt. Ändert sich etwas an der Wahrnehmung der Marke SonntagsZeitung, wenn eine NZZ am Sonntag kommt? Wo steht die SonntagsZeitung im Vergleich zu einer angenommenen Positionierung der NZZ am Sonntag?
Grundidee des BE ist es, eine qualitative, fundierte Basis für die künftige Markenstrategie liefern zu können. Tamedia hat sich für den BrandEquitizer entschieden, da es sich ihrer Meinung nach um das geeignetste Instrument handelt. Entsprechendes Interesse am neuen Angebot von Guye Benker haben weitere Kunden angemeldet. Eingesetzt wurde der BE bereits für den Kunden Campari für Campari Bitter und Cinzano.
Christophe Guye baut darauf, dass mit diesem Marketinginstrument die Zusammenarbeit mit bestehenden und auch neuen Kunden effizienter und zielgerichteter gestaltet werden kann. Indem nämlich Kunde, Agentur (Beratung/Kreation) und Marktforschung gleichzeitig und auf ein gemeinsames Ziel hin mit der Arbeit beginnen. Hinzu kommt, dass für einen Neukunden die Investition in seine Marke ungefähr ähnlich teuer zu stehen kommt wie eine herkömmliche Konkurrenzpräsentation mit mehreren Agenturen.

Kampagne des Jahres: Wählen Sie die Kampagne des Jahres 2001!

Welche Kampagne hat Ihnen am besten gefallen?

Welche Kampagne hat Ihnen am besten gefallen?Wählen Sie die Kampagne des Jahres 2001! Die WerbeWoche prämiert zum dritten Mal die «Kampagne des Jahres». Die Vorauswahl für die «Kampagne des Jahres 2001» wurde aus den Kampagnen der Woche gewählt. Jetzt sind Sie als Leser(in) gefragt. Bestimmen Sie, welche der 21 Kampagnen Ihr Favorit ist.
Senden Sie die Antwortkarte bis am 31. Dezember 2001 an uns zurück und gewinnen Sie ein Giant Mountainbike XTC NRS 980 im Wert von SFr. 3598.–. Die Siegerkampagne wird am 17. Januar 2002 anlässlich der Egon-Verleihung im Palais X-TRA bekannt gegeben und in der WerbeWoche vom 18.Januar 2002 vorgestellt.

Radio 105 will in Zürich in die Luft gehen

Radio-105-Chef Giuseppe Scaglione lässt nicht locker in Sachen UKW-Frequenzen für sein Radio.

Radio-105-Chef Giuseppe Scaglione lässt nicht locker in Sachen UKW-Frequenzen für sein Radio.Nachdem Unterschriftensammlungen und andere Aktionen nichts fruchteten, schlägt er jetzt einen anderen Weg ein und beauftragte die Firma Sumatronic, Spezialistin für Sendeanlagen, in der Stadt Zürich belegbare Frequenzen aufzuspüren. Laut ihrem Schlussbericht fand die Sumatronic 19 UKW-Frequenzen, «die durch keine anderen Sender wesentlich belegt werden», neun davon bezeichnet sie als besonders geeignet «für eine mögliche, zusätzliche Nutzung» – beispielsweise durch 105.Die detaillierte Analyse der Frequenzsituation im Raum Zürich ist nur das Vorspiel. Was noch folgt, werde Aufsehen erregen, sagt Scaglione. Er stelle in den kommenden Tagen ein neues Konzessionsgesuch für 105. Über den Inhalt gibt er sich zugeknöpft.
Scaglione zielt auf eine gemischte Verbreitung für Radio 105 – nicht mehr nur im Kabel, sondern gebietsweise auch terrestrisch über UKW. Etwa für den Grossraum Zürich. «Dies ist Teil der Überlegungen für die Zukunft von 105», lässt sich Scaglione entlocken. Er erinnert an Radios im Ausland, die nach dem von 105 angestrebten Modell funktionierten: «Die nationale Verbreitung im Kabel, die Bedienung der Ballungszentren über UKW.»
Dass der Versuch von 105, gebietsweise aus dem Kabel auszubrechen, Wellen werfen wird, ist jetzt schon klar. (dse)

Violently happy

Den mythischen Schlüssel zum Glück gibts.

Den mythischen Schlüssel zum Glück gibts.Von Luca Aloisi Dazu muss man nach Bern reisen – zum Anlass der Agentur Lang Gysi Knoll (LGK). Und da die Party im Rahmen der Ausstellung «Happy – Das Versprechen der Werbung» des Berner Museums für Kommunikation stattfand, entschieden sich LGK-AD Gerhard Blättler und LGK-CD Simone Quast, die Persiflage der H&M-Werbekampagne polarisierend zu persiflieren: So prangte auf der frivolen Einladung das LGK-Logo in H&M-Typografie und Glücksfee Quast im Soft-Domina-Look mit Peitsche. «Quasts Key Visual treibt selbst Claudia Schiffer den Engel aus», kommentierte Alberto Meyer, Kommunikationsleiter des Museums, während Claudia Hauser, B2B-Kommunikationsleiterin bei Biella, ein staunendes Wow! entglitt.
Bei den Agenturgründern Werner Lang, Peter Knoll und André Gysi dürfte der Serotonin- pegel, nicht nur wegen der in grosser Zahl erschienenen Gäste, angeschwollen sein. Konnten sie doch Silvia Bächli für die Kreation eines Kunstdrucks gewinnen. Zum 14. Mal nämlich bedankte sich die Agentur mit einem signierten Werk bei ihren Kunden für die kreative Zusammenarbeit. Zu den so Beglückten zählten unter anderem Roland Schaer, VR-Präsident der KPT, und Etienne Habegger von derselben Versicherung, von der Post der Leiter der Unternehmenskommunikation, Daniel Mollet, sowie Marketingleiter Adrian Hunzinger. Auf launige Weise sinnierte Kabarettist Samuel Sommer über das Glück und die kurze Lebenserwartung von Visionen und Träumen in der Schweiz, bevor er mit ironisch erhobenem Finger die LGK-Kunden davor warnte, himmeltraurig nach Hause zu gehen. Dazu bestand kein Anlass, waren sich Barbara Kohler und Markus Hollenstein von Publisuisse, Bern, sowie Nicole Huber und Silvano Spezia von LGK einig. Ein Dinner im Restaurant Kirschenfeld, ehemals ein Teppichlager, setzte die Kirsche auf den gelungenen Glückscocktail.

News: Henkels ärger mit tempus-übernahme

Der deutsche Haushaltproduktekonzern Henkel sieht offenbar Konfliktpotenzial in der Übernahme der britischen Tempus-Gruppe durch WPP.

Der deutsche Haushaltproduktekonzern Henkel sieht offenbar Konfliktpotenzial in der Übernahme der britischen Tempus-Gruppe durch WPP.News Henkels Ärger mit Tempus-Übernahme Die Tempus-Mediaagentur CIA betreut Henkels 225 Millionen Dollar schweren Etat, während WPPs Media Edge für den Konkurrenten Colgate-Palmolive arbeitet. Henekl hat CIA aufgefordert darzulegen, wie ein möglicher Kundenkonflikt vermieden werden könnte.
RTL 2 verzichtet auf Erotik Der deutsche Privatfernsehsender RTL 2 will ab Januar keine Programme mehr ausstrahlen, «in deren Mittelpunkt die Darstellung von Sex steht». Der Sender reagiert damit auf die Ergebnisse einer umfangreichen Studie, die er beim Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold in Auftrag gegeben hat. Die grosse Mehrheit der 14- bis 29-Jährigen – der primären Zielgruppe von RTL 2 – sei an der Darstellung von Sex im Fernsehen nicht interessiert, heisst es in einer Mitteilung.
MindShare gewinnt Castrol und Kodak Der Ölkonzern Castrol konsolidiert sein globales Mediabudget bei MindShare Worldwide. Der Etat wird auf 120 Millionen Dollar geschätzt. Ebenfalls zu MindShare wandert der 50 Millionen Dollar schwere Europaetat für Digitalkameras von Kodak. Der bisherige Etathalter war Carat. MindShare betreute aber bereits die übrigen Bereiche des Fotokonzerns.
ProSiebenSat1 senkt Prognosen Der Medienkonzern ProSiebenSat1 muss seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2001 bereits zum dritten Mal in Folge senken. Die traditionell umsatzstärksten Monate Oktober und November seien deutlich unter den Erwartungen geblieben, hiess es – noch stärker, als der Konzern nach den Terroranschlägen vom September angenommen hatte. Der Gewinn vor Steuern werde voraussichtlich um 56 Prozent auf 90 Millionen Euro fallen. Anfang Oktober war ProSiebenSat1 noch von einem Rückgang um 30 Prozent ausgegangen.

Online-Marketing: Boxx

Ziel: Präsentation der Werbeagentur in den digitalen Medien.

Ziel: Präsentation der Werbeagentur in den digitalen Medien.Boxx Werbemittel: Internetauftritt. Einsatz: Bis auf weiteres.
Auftraggeber: Boxx GmbH, Zürich; Verantwortung: Gaudenz Zemp, Christoph Stähli. Werbeagentur: Netvertising, Zürich; AD: Balz Lendorff; Design: Alain Leclerc; Programmierung: Raphael Graf, Thomas Brusa; Beratung/Projektleitung: Oliver Johnson.

Online-Marketing: Visana Services

Ziel: Bekanntmachung der Geschäftsstelle Internet Visana Services AG.

Ziel: Bekanntmachung der Geschäftsstelle Internet Visana Services AG.Visana Services Werbemittel: Full Banner und Skyscraper. Einsatz: Seit Mitte November bis Weihnachten.
Auftraggeber: Visana Services AG. Kreativagentur: Connector AG. Vermittlungsagentur: Publimedia Webadvertising AG, Verantwortung: Tiziano Obrecht, Senior Account Manager.

Schweizer PR in San Francisco

Ausserdem Ulrich Ritschard übernimmt per 1. Dezember die Geschäftsführung der e-Advertising (Winterthur), der für elektronische Aussenwerbung spezialisierten Tochtergesellschaft der Affichage Holding in Genf. Ritschard war bis dahin Vizedirek

Mitte November hat im Westin Hotel in San Francisco der zweite Weltkongress des Verbandes der PR-Agenturen stattgefunden, an dem die Schweiz mit BPRA-Präsident Ulrich Bollmann (Burson Marsteller), Peter Felber(Int-Ext) sowie Christian König und Jacqueline Moeri (Farner PR) vertreten gewesen war. Statt der erwarteten 200 internationalen PR-Spezialisten flogen nur 140 in die USA. Als wichtigster Inhalt dominierte in San Francisco bei allen Referaten die allgemeine Wirtschaftslage. Als neuer Trend zeigte sich für Ulrich Bollmann in den USA das ständig wichtigere Aufkommen von Corporate Social Responsability. «Man merkt, dass auf Kundenseite nicht alles über Figures geführt werden kann», meint er. Weitere Referate und Workshops galten neuesten PR-Tools aus dem Bereich Internet. Der nächste Weltkongress der PR-Branche wird 2003 voraussichtlich in Berlin stattfinden. Beim ersten Weltkongress vor zwei Jahren auf dem Bürgenstock waren mehr Teilnehmer angereist. Bezüglich Inhalte und Rahmenveranstaltungen sei die Schweizer Premiere bei den PR-Topshots nach wie vor in bester Erinnerung geblieben, glaubte die Schweizer Delegation zu spüren. (pan)
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