Kachelmann will 3,25 Millionen Euro

Ein Klageverfahren des Fernsehmoderators Jörg Kachelmann gegen die deutsche Bild-Zeitung (Print und Online) hat am Mittwoch vor dem Landgericht Köln begonnen. Es geht um eine finanzielle Genugtuung in Millionenhöhe.

Gegenstand der Klage ist die Berichterstattung über einen Vergewaltigungsprozess gegen ihn. Kachelmann war 2011 vor dem Landgericht Mannheim im Bundesland Baden-Württemberg vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Der Meteorologe wirft Bild eine schwerwiegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts vor. Bild weist seine Vorwürfe als unbegründet zurück. Kachelmann, der persönlich vor Gericht erschien, verlangt von der Zeitung und ihrer Online-Ausgabe eine Geldentschädigung von insgesamt 2,2 Millionen Euro. Er hat auch gegen die Magazine Bunte und Focus geklagt. Diese Verfahren
wurden am Mittwoch jedoch auf einen anderen Termin verschoben. Zusammengerechnet belaufen sich Kachelmanns Forderungen auf 3,25 Millionen Euro.

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Bild: Keystone

Sein Anwalt Ralf Höcker rechnet damit, dass er «das höchste in Deutschland jemals eingeklagte Schmerzensgeld für Persönlichkeitsrechtsverletzung» erzielen wird. Der Sprecher des Landgerichts, Christian Hoppe, sagte, dass die «bisher in der Rechtsprechung zuerkannten Geldentschädigungssummen unter dem Betrag lagen, den Herr Kachelmann fordert».

Mit Unterlassungsklage gescheitert

Im Streit um die Prozessberichterstattung hat Kachelmann bereits eine Niederlage erlitten: 2013 wies der Bundesgerichtshof (BGH) eine Unterlassungsklage gegen die Berichterstattung des Online-Portals Bild.de letztinstanzlich zurück. Die Richter werteten das öffentliche Interesse höher als die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns. Medien dürfen demnach uneingeschränkt auch über intime Details berichten, die in öffentlich verhandelten Strafprozessen zu Sprache kommen. Der Vorrang des Presserechts gilt allerdings laut dem Urteil nicht für die sogenannte Verdachtsberichtserstattung vor einer Anklageerhebung. (SDA)

Freitag lanciert LKW-Design-Contest

Freitag kämpft für einmal auch auf der europäischen Transitachse gegen den Einheitsbrei der Massenprodukte: Designer, Grafiker und Vektor-Künstler von heute und morgen sind eingeladen, die Plane eines LKWs zu gestalten.

Mit dem Wettbewerb soll gegen die Eintönigkeit auf der analogen Autobahn angekämpft werden. «Es gibt immer weniger Ein-Truck-Betriebe, und unsere Rohstoffe, die LKW-Planen, werden immer gleicher und langweiliger», schreibt der Hersteller von rezyklierten Taschenunikaten in einer Mitteilung. Vektor-Kreative aus der ganzen Welt sind folglich eingeladen, die beiden 40 Quadratmeter grossen Seitenplanen eines LKWs zu gestalten. Die Gewinnerplane wird auf einen Lastwagen des Schweizer Transportunternehmens Planzer aufgezogen und fünf Jahre ihren Dienst leisten, bevor dann Freitag Taschenunikate aus ihr herausgeschnitten werden.

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Das Thema für den Wettbewerb ist frei. Zu beachten ist lediglich, dass alles im Leben zwei Seiten hat – auch die LKW-Plane. Gesucht ist also nicht nur ein grossformatiges LKW-Planen-Design, nach dem sich auf der Strasse alle umdrehen. Die Planen-Gestalter sollen auch voraus- und das Kleine im Grossen mitdenken, wie es in der Mitteilung heisst.

Schliesslich sollen die Freitag Bag Designer später einmal mit ihren Schablonen und Messern umwerfende Taschenunikate aus der Plane schneiden können, nach denen sich auf der Strasse ebenfalls alle umdrehen.

Aus allen regelkonformen Einsendungen wird eine Fachkomission die 40 besten Planendesigns auswählen. Daraus werden die drei Gewinner via Online-Voting ermittelt und in der letzten Maiwoche zu den Siegern des Design-A-Truck Contests gekürt. Die Fachkomission besteht nebst den Freitag-Gründern Daniel und Markus Freitag aus einem Truck-Spotter, einem Taschen-Designer, einem Freitag-Produktdesigner und dem Trucker, der die Gewinnerplane fahren wird.

Regeln, Briefing und Einreichung unter Freitag.ch/designatruck
 

Unsere Abonnenten lesen auch:

«No Ads»

Oliver Brunschwiler baut bei FCB Zürich sein Pensum wie geplant langsam ab. Der Kreative verantwortet in Zukunft fulltime die «Werbung» und Kommunikation bei Freitag. Dazu gehört auch das Lancieren einer neuen Mode- und Materialgeschichte.

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Wetalkwithyou.com: Neue Digital-Agentur gegründet

Michel à Porta, ehemaliger Teamleiter E-Commerce Consulting bei Unic und Mitgründer von Advandoo, und die Kreativagentur Vizner Borel gründen neue Digital-Agentur namens Wetalkwithyou.com.

Wetalkwithyou.com vereint die relevanten Kompetenzen der digitalen Kommunikation und realisiert kreative, nachhaltige Projekte: Von der Strategie/Konzeption über die digitale Produktentwicklung, bis hin zur digitalen Kommunikationsausführung im Kundenauftrag.

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Neben klassischen Online-Lösungen hilft Wetalkwithyou.com durch den Einsatz innovativer Touch-Technologien bei der Instore (POS) Digitalisierung und sorgt durch die optimale Verknüpfung der On- und Offline-Welt für zusätzliche Kundeninteraktionen und einzigartige Benutzererlebnisse. Weiter organisiert und betreibt die Agentur die tägliche digitale Kommunikationsausführung seiner Kunden und kümmert sich dabei um ein effizientes, ganzheitliches und zielgerichtetes Online-Marketing.

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Lajos Vizner, Guillaume Borel, Michael à Porta

Die Inhaber sind Michael à Porta und Lajos Vizner/Guillaume Borel von der Kommunikationsagentur Vizner Borel. Erste Projekte und Mandate sind bereits in Arbeit und werden demnächst kommuniziert.

Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft von Vizner Borel und befindet sich an der Samariterstrasse 5 in 8032 Zürich. Als digitale Tochter sorgt Wetalkwithyou.com für ganzheitliche Kommunikationslösungen und stellen durch die vereinte Kompetenz der klassischen und digitalen Kommunikation innovative und leidenschaftliche Konzepte über sämtliche On- und Offline Touchpoints sicher.

Zu guter Letzt: Eins, zwei und vorbei

Von wegen «Verstehen Sie Spass?»: Unmissverständlich ging das ZDF gegen eine geplante Party in Aarau vor. Mit Erfolg.

Konkret ging es um die 80er- und 90er-Partyreihe «Time of my Life» im Aarauer Kulturlokal Kiff. Das Team hatte während der Weihnachtsfeier die Idee, eine Spezialausgabe unter dem Motto der Kult-Sendung «1, 2 oder 3» zu veranstalten. Wie Produzent Raphael Schimmel gegenüber Radio Argovia erklärt, ging es darum, die Show mit 80er- und 90er-Fragen wiederzubeleben, also die Spiele der Kindershow im Partyrahmen durchzuführen.

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Bild: Kiff.ch

Das klingt eigentlich ziemlich lustig. Beziehungsweise hätte lustig geklungen. Denn das Kiff-Team hatte die Rechnung ohne das ZDF gemacht. Dieses meldete sich nämlich bald darauf per Telefon und sagte die Party kurzerhand ab. Es handle sich um eine geschützte Show – wolle man die Party durchführen, müsse man sie lizenzieren. Was laut Schimmel «eine relativ teure Sache» gewesen wäre. Auf der Kiff-Website ist von einem «horrenden Betrag» die Rede.

Dass die Show geschützt ist, war dem Team eigentlich bereits vor dem kurzen Telefon klar. Aber: «Wir haben ehrlich gesagt nicht gedacht, dass sich das ZDF die Mühe macht und uns anruft, um es zu verbieten.» Und ob. Aber versuchen konnte man es ja. Die Party am 28. Februar findet nun unter dem gewohnten Namen «Time of my Life» statt.

Bleibt noch zu hoffen, dass nicht als nächstes Bill Medley und Jennifer Warnes anrufen und den Titel «Time of my Life» zurückfordern. Sonst kommt der Tanzkanton Aargau nie zur Ruhe. (hae)
 

M&C Saatchi: Plakatkampagne für Incarom

Der Relaunch der Schweizer Marke Incarom geht weiter. Eine Out-of-Home Kampagne von M&C Saatchi dekoriert mit zwei Sujets ab dieser Woche die Plakatstellen in Zürich.

Das Ziel ist es, in Erinnerung zu rufen, welches die Einzigartigkeit von Incarom ist. INCAROM trinken verleiht nämlich gleichzeitig Energie und Gelassenheit dank seiner speziellen Mischung aus Kaffee und Zichorie. Die zwei Sujets «Pilot» und «Yeti» bringen dies auf eine humorvolle Art zum Ausdruck. Der Markenclaim «Be Strong. Stay Calm. Drink Incarom» unterstützt die Bildbotschaft, um diese «Coolness» in jeder möglichen Situation dank Incarom zu bewahren.

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Der Plakataushang konzentriert sich auf eine urbane Zielgruppe und ist auf Bahnhofplakatstellen und in den S-Bahnen sowie auf Wildposters für die Nachtschwärmer sichtbar.

Verantwortlichk bei Incarom: Nicolas Huillet (Business Executive Manager), Pascale Kremer (Marketing Manager), Frederick Wollaert (Brand Manager), Lydie Goetschin (Brand Manager). Verantwortlich bei M&C Saatchi: Olivier Girard (Creative Director), Julien de Preux (Art Director), David von Ritter (Copywriter), Helène Ferté (Graphic Designer), Nina Hugentobler (Client Service Director), Fanny Rannaud (Account Manager), François-Louis Noël (Strategic Planning). Media: Zenith Optimedia, Gérald Le Meur (Branch Office Manager), Guillaume de Grave (Account Director).

 

Agence Trio für Easyjet: Abheben erlaubt

Die aktuelle Kampagne von Trio zeigt die Fluggesellschaft Easyjet von der besten, von der allerwertesten Seite.

Knackige Backen in Badehosen zucken im Takt zu heissen Rhythmen, während die Besitzer dieser Rückseiten in Liegestühlen entspannen. Positiv und locker: Die frischen Bilder transportieren das Lebensgefühl der Generation Easyjet. Plakate, E-Panels, TV- und Radio-Spots in der Schweiz sowie in den grenznahen Gebieten Deutschlands und Frankreichs animieren zum Augenzwinkern. Und wecken die Reiselust. Trio jedoch bleibt in der Agentur. Und am Ball für die nächste Kampagne.

https://www.youtube.com/watch?v=NEasO8uc1nA

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Link zum Radio-Spot

Verantwortlich bei Easyjet: Céline Saunier und Silvia Herrero (Kommunikationsleiterinnen). Verantwortlich bei Agence Trio: Alma Gudzevic (Beratung), Pascal Bigler (Desktop), Yoann Cosson (Redaktion).

 

Zu gute Letzt: Scharf abgebogen

Der neue Corsa soll Opel retten. Zuerst macht er aber noch als Kunstwerk in London auf sich aufmerksam.

Der Hoffnungsträger in der fünften Generation soll zum Kassenschlager für den angeschlagenen Opel-Konzern werden, wie wir kürzlich in der erfreulich kompetenten SRF-Autosendung «Tacho» lernten. Ende 2014 wurde das Bochumer Opel-Werk geschlossen, 3'000 Angestellte verloren ihren Job. Damit die Talfahrt nicht ungebremst weiter geht, soll der seit 1982 produzierte Kleinwagen nun für den dringend nötigen Aufschwung sorgen.

In England, wo Opel unter dem Namen Vauxhall auftritt, ist die Werbeoffensive für das neue Aushängeschild angelaufen. Vauxhall beauftragte hierzu den britischen Bildhauer Alex Chinneck, sich für ein Kunstwerk vom neuen Corsa inspirieren zu lassen. Chinneck ist in England eine Berühmtheit und machte unter anderem letztes Jahr durch ein scheinbar schwebendes Haus in Covent Garden von sich zu reden.

Beim London’s Southbank Centre sorgt nun ein Stück herausgerissene Strasse samt Corsa für verblüffte Blicke. Ohne sichtbare Hilfe hält der gebogene Asphalt. Und das Auto. Die Illusion wirkt.

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Natürlich wird das Stück Teer durch eine innere Stahlkonstruktion gestützt, wie das Making-of-Video zeigt. Um den falschen mit dem echten Boden verschmelzen zu lassen, wurde sogar ein exakter Abdruck des originalen, zu ersetzenden Teils genommen. Nicht schlecht, Herr Specht. Jetzt muss sich nur noch das Auto ähnlich überzeugend verkaufen. (hae)

Encore stockt Beratungs- und Produktionsteam auf

Um auf das steigende Auftragsaufkommen und die sich verändernden Kundenbedürfnisse zu reagieren, hat Executive Producer Jürg Steudler sein Beratungs- und Produktionsteam aufgestockt.

Bereits seit Oktober ersetzt Paula Liszko als Producerin die «Weltenbummlerin» Anna-Lena Carl. Eine Fulltime-Stelle geschaffen wurde für den bisherigen Freelancer Matthias Zurbriggen der nun als fester Producer zum Team stösst. Und neu dazu gekommen ist auch Simone Frei, die als Senior Communications Manager die Kommunikations- und Social Media-Massnahmen von Encore betreut.

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Paula Liszko verfügt über viel Praxiserfahrung in den Bereichen Produktion und Postproduktion und war zuletzt Inhouse Producer bei On Line Video 46. Matthias Zurbriggen bringt grosses Know-how in den Bereichen Technik, IT und Post Production Supervision mit. Er war zuletzt freischaffender Supervisor und hat in einem Teilzeitpensum Sportproduktionen für das BASPO realisiert. Simone Frei kommt aus der Kommunikationsberatung und verfügt über langjährige Agenturerfahrung. Sie stösst von Matter Gretener Lesch Communications zu Encore.

Encore Pictures ist ein Full Service Provider für Bewegtbildkommunikation mit Sitz in Zürich. Zusammen mit Spezialisten realisiert ein interdisziplinäres Team von Producern, Designern, Autoren und Regisseuren berührende Geschichten, virtuose Animationen und phantastische Markenwelten für TV, Kino und digitale Plattformen. Die Stärke von Encore sind «Mixed Media Projekte», die gefilmte, fotografierte, animierte und grafisch gestaltete Elemente zu einem unverwechselbaren Ganzen zusammenbringen. Encore kreiert digitale Bilder mit analogem Charme.

Fünf Fähigkeiten, die wir in Zukunft verlernen könnten

Abhängigkeit von Smartphone & Co.: Der Schweizer Zukunftsberater Gerd Leonhard nennt fünf alltägliche Dinge, die wir vielleicht bald verlernen werden.

Viele Entscheidungen lagern wir heute aus, indem wir sie unseren Smartphones überlassen, zum Beispiel bei der Restaurant-Auswahl oder beim Spaziergang in einer fremden Stadt. Der exzessive Gebrauch von Technologie und mobilen Geräten die vollgepackt mit immer intelligenterer Software und immer am Netz sind, können uns nicht nur entmündigen, sondern auch abhängig und in gewisser Weise digital dement machen.

Das Smartphone zeigt uns den Weg. Nicht nur das. Es sagt uns auch, wo wir in der Nähe eine Pizzeria finden und wie sie bewertet wurde, und was meine «Freunde» davon halten. Wir vertrauen immer mehr unseren «externen Gehirnen», denn wir gehen davon aus, dass sich diese gigantische Maschine-in-der Wolke nicht irrt und immer recht hat. Die «Weisheit der Masse» verstärkt diesen Glauben. So werden unsere Smartphones immer mehr zu «Erweiterungen unseres Selbsts». Studien zeigen, dass die Abhängigkeit der kleinen Helfer bei vielen Menschen so gross ist, dass sie bei deren Abwesenheit mit körperlichem und psychischem Unwohlsein reagieren.

Damit unterwerfen wir uns einer Art von digitalem Feudalismus, bei dem wir am Ende alle im Dienst der Technologie-Giganten stehen. Als Folge davon denken wir nicht mehr wirklich selber, wir überlassen Entscheidungen der omnipräsenten Technologie. Dabei vergessen, verdrängen, ja sogar verlernen wir langsam aber sicher viele alltägliche Dinge, die vor der Zeit der mobilen Computer-Revolution unbewusste Standards waren. Nicht nur dies: unser Gehirn ist plastisch –wenn Teile davon nicht mehr gebraucht werden, schrumpfen deren Fähigkeiten.

Fünf Fähigkeiten, die wir bald verlieren könnten

1. Fremdsprachen lernen

Mit der Software Skype Translate oder mit der App Say Hi können wir jetzt schon mit fremdsprachigen Menschen in unserer Muttersprache reden. Was wir sagen, wird in Echtzeit übersetzt und kommt beim Empfänger in dessen Sprache an. Künftig können wir zum Beispiel beim Daten oder im Restaurant das Handy reden lassen.

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2. Uns im Raum orientieren

Früher musste man sich auf einer gedruckten Karte orientieren. Hilfreich waren dazu Gebäude oder Punkte am Horizont. So kriegten wir ein Gefühl für den Ort, an dem wir uns befinden. Vielen Menschen fällt es inzwischen schwer, sich räumlich, zum Beispiel in einer Stadt, zurechtzufinden oder eine nicht digitale Strassenkarte zu verstehen. Der Grund: Sie haben sich an das GPS (Positionsbestimmung per Satellit) und an interaktive Internet-Maps auf ihrem Handy gewöhnt. Der Orientierungssinn droht verlorenzugehen.

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3. Reisen als Entdecker

Früher fuhr man einfach einmal los und schaute dann, wie weit man kam und wohin es einen auf der Reise verschlug. Tempi passati: Der moderne Mensch überlässt fast nichts mehr dem Zufall und orientiert sich an Youtube, Tripadvisor, Google Maps, Waze und Facebook. Apps und Maps liefern uns Vorschläge für Sehenswürdigkeiten, Hotels und Restaurants und deren Bewertung durch andere Reisende. Das Resultat: ein oft irreführender Mikrokosmos der aus sozialen Medien und deren Algorithmen gebaut ist – Daten triumphieren über die Intuition.

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4. Zufällig etwas Interessantes lesen

Früher blätterten wir eine Zeitung oder ein Magazin durch – heute ist für Menschen unter 30 (die «digital natives») ihr Facebook Newsfeed wichtiger also jedes andere Medium, und dort tauchen nur die News meiner Freunde und meiner Likes – und deren Sponsoren – auf.

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5. Schön schreiben können

Einen handgeschriebenen Brief zu erhalten, galt früher als normal. Wir müssen wohl jetzt bald davon Abschied nehmen, denn wir steuern in Richtung der visuellen und oralen Gesellschaft. Von Hand brauchen wir nichts mehr zu schreiben; der Computer hört uns zu und folgt unseren verbalen Anweisungen. Dazu kommen noch Gesten, mit denen wir unsere Geräte steuern. Wozu Schreiben lernen, wenn man es eh nicht braucht?

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Bilder: Keystone

Über Gerd Leonhard

Der Basler Gerd Leonhard ist ein weltweit führender Zukunftsberater, Futurist, Strategieberater und Keynote-Speaker. The Wall Street Journal bezeichnete den 53-Jährigen 2006 als «einen der führenden Medienfuturisten der Welt». Gerd Leonhard ist bekannt für seine provokativen und inspirierenden Präsentationen und Analysen komplexer Herausforderungen, denen sich Unternehmen und Führungskräfte zu stellen haben. Sein Angebot umfasst neben der Strategieberatung für Technologie, Marketing und Werbung, Telekommunikation, Kultur, Tourismus, Banking, Handel und Nachhaltigkeit auch die Zukunft der Medien und deren Geschäftsmodelle. Zudem ist er als Sparringpartner und Coach für CEOs und als Futurist in Residence tätig.

«Die Brocki-Profis»: SRF lanciert Trödel-Sendung

In der neuen SRF-Sendung «Die Brocki-Profis» dreht sich alles rund um das Thema Brockenhäuser, Secondhand-Artikel und mögliche Raritäten.

Egal ob echte Antiquitäten oder Alltagsgegenstände, die einer zweiten Verwendung harren: In vielen Schweizer Kellern, Scheunen oder auf Dachböden schlummern unentdeckte Schätze. Diese versuchen die drei Brocki-Profis Sabine Reusser, Bernhard Jost und Patrick Schaerz zu finden. Die Dokusoap startet am Sonntag, 15. März 2015 um 18.15 Uhr auf SRF 1.

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Die neue Dokusoap zeigt die drei auf ihrer Suche nach verschollen geglaubten Antiquitäten, bei ihren Verhandlungen mit Sammlerinnen und Verkäufern und wie sie mit ihren Teams Dachböden und Keller entrümpeln. Meist müssen sie ihrer Kundschaft klarmachen, dass deren vermeintlicher Schatz in Wirklichkeit keinen Wert hat. Es kommt aber auch vor, dass sie Menschen helfen, den Wert ihres Erbes richtig einzuschätzen. Die Experten geben dem Publikum Tipps, wie sie zwischen Schund und Schatz unterscheiden können, und recherchieren, ob ein ungewöhnlich alter Gegenstand nicht vielleicht doch etwas Wertvolles darstellt.

Schweizer Erfolgsfilm «Der Kreis» an Netflix verkauft

Der Schweizer Erfolgsfilm «Der Kreis» ist am Dienstag für eine sechsstellige Summe an Netflix Nordamerika verkauft worden.

Die Erfolgsgeschichte dieses Schweizer Films hat mit der Weltpremiere und zwei Preisen an der Berlinale 2014 begonnen. Es folgten Vorführungen an über 100 Festivals, 13 internationale Auszeichnungen und Verkäufe in 18 Länder auf 4 Kontinenten.

Der Schweizer Kinofilm «Der Kreis» unter der Regie von Stefan Haupt und produziert von Contrast Film Zürich reiht einen Höhepunkt an den nächsten. Soeben konnte er für einen sechsstelligen Betrag als einer der ersten Schweizer Filme an den US-Streaming-Dienst Netflix verkauft werden (Quelle: Swiss Films). Damit wird das Dokudrama über die gleichnamige legendäre Zürcher Homosexuellenorganisation ab Frühling 2015 in den USA und in Kanada auf der VOD-Plattform zu beziehen sein.

Ein Rekord zum Auftakt

«Der Kreis» ist im Februar 2014 in der Sektion Panorama der 64. Berlinale uraufgeführt worden. Als erster Film in der Geschichte der Berlinale ist er sowohl mit dem Teddy Award, dem weltweit wichtigsten Preis für schwullesbische Filme, als auch dem Publikumspreis ausgezeichnet worden. Damit hat er den Publikumspreis der Filmfestspiele Berlin überhaupt zum ersten Mal in die Schweiz geholt.

«Der Kreis» hat sich anschliessend zum grössten Schweizer Festival- und Verkaufserfolg 2014 entwickelt. Es folgten weltweite Anfragen von Filmfestivals – letzte Woche ist der Schweizer Film an seinem 100. Festival vorgeführt worden. Ebenfalls hoch ist die Anzahl der internationalen Filmpreise, die der Film auf seinem Weg erhalten hat – fast gleich viele Jury- wie Publikumspreise. Zudem haben bisher 18 internationale Verleiher, verteilt auf vier Kontinenten, die Auswertungsrechte für den Schweizer Film erworben.

Oscars und Golden Globes

Im Herbst 2014 ist «Der Kreis» vom Bundesamt für Kultur BAK als offizieller Schweizer Beitrag ins Rennen um den Oscar für den «Best Foreign Language Film» geschickt worden. Obwohl es für eine Oscar-Nomination nicht gereicht hat, hat der Film ein Resultat mit Seltenheitswert errungen: «Der Kreis» schaffte es, die Hollywood Foreign Press Association HFPA zu überzeugen und sich für die Golden Globes zu qualifizieren, die zweitwichtigste Auszeichnung in der Filmindustrie. Das hat die letzten 20 Jahre kein anderer Schweizer Film geschafft. Der letzte, der es so weit brachte, war der schweizerisch koproduzierte Film «Trois Couleurs: Rouge» des polnischen Altmeisters Krzysztof Kieslowski im Jahr 1994 (Quelle: Swiss Films).

«Der Kreis» läuft momentan gleichzeitig in Spanien, Australien und Frankreich an Filmfestivals. Zudem wird er aktuell in den USA (Wolfe Releasing), in Dänemark (Reel Pictures), in Frankreich (Outplay, Kinostart: 4. März) und in Thailand (Bioscope) im Kino gezeigt. Ab 12. März ist der Film in der Schweiz als DVD im Handel (Ascot-Elite) und im späteren Frühling auf Netflix als Stream erhältlich.

Online-Kooperation zwischen Ringier und Buzzfeed

Ringier ist mit dem amerikanischen Medienunternehmen Buzzfeed eine Online-Kooperation eingegangen. Ab sofort werden Video-Inhalte der in New York beheimateten Online-Plattform auch auf Blick.ch sowie Blickamabend.ch geteilt.

In einem in den Videocentern auf Blick.ch und Blickamabend.ch eigens eingerichteten Channel werden ab sofort auch Videos der amerikanischen Website Buzzfeed.com mit eingebettet. Das 2006 in New York gegründete Online-Unternehmen ist heute mit 150 Millionen Besuchern pro Monat eines der beliebtesten Medienportale im englischsprachigen Raum. Insbesondere die Video-Inhalte von BuzzFeed.com sind sehr beliebt. Ringier unterstreicht mit der Kooperation seine führende Rolle im digitalen Bereich.

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Michael Voss, CEO Ringier Publishing und Entertainment in einer Mitteilung: «Es freut mich sehr, dass wir Buzzfeed.com als Partner gewinnen konnten. Dieser Schritt zeigt einmal mehr die Konsequenz, mit welcher wir unseren Digital-Bereich ausbauen.»

Ringier kann auf das überaus umfangreiche Video-Archiv von Buzzfeed zugreifen und wird pro Woche gegen 50 neue Videos einspeisen.

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Enge Verwandtschaft schon vor der Kooperation: Buzzfeed.com und Blickamabend.ch

 

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