Mögen Romands nun Infos oder Spiele?

Die März-Daten der Internetpanels von NetRatings und MMXI

Die März-Daten der Internetpanels von NetRatings und MMXIGemäss MMXI haben im März 2,767 Millionen Schweizer im Schnitt während 317 Minuten von zu Hause aus im Internet gesurft und dabei 269 Seiten besucht. Gemäss den Daten von NetRatings waren es indes 2,134 Millionen Personen, die je während 362 Minuten am Heimcomputer surften und 532 Seiten besuchten. Merkwürdigerweise liegt die Nutzungszeit bei MMXI für März nur gerade eine Minute über der vom Februar, während gemäss NetRatings die Nutzer im März ganze 25 Minuten länger surften als im Februar. Das Surfverhalten der Westschweizer ist – je nach Panel – sehr unterschiedlich: Bei MMXI sind mit Microsoft.fr und Ya hoo.fr (Plätze 17 und 19) ein französischsprachiger Softwareanbieter und eine ebensolche Suchmaschine die Surferfavoriten, bei NetRatings stehen die Westschweizer eher auf Lycos.fr (Rang 17). Bei MMXI (nicht jedoch bei NetRatings) erscheint wieder einmal Blick.ch nach längerer Abwesenheit unter den Top-20-Domains (Rang 20). Markus Knöpfli
Top-20-Domains mÄrz 2002

Nielsen/NetRatings MMXI
Rang Domain Besucher Reichweite Domain Besucher Reichweite
in 1000 in % in 1000 in %
 1 bluewin.ch 957 44,9 bluewin.ch 1 422 51,4
 2 microsoft.com 823 38,6 msn.com   784 28,3
 3 msn.com 683 32,0 microsoft.com   758 27,4
 4 google.ch 558 26,1 msn.ch   752 27,2
 5 passport.com 508 23,8 google.ch   750 27,1
 6 search.ch 423 19,8 passport.com   661 23,9
 7 msn.ch 391 18,3 search.ch   630 22,8
 8 yahoo.com 375 17,6 yahoo.com   594 21,5
 9 sunrise.ch 348 16,3 sunrise.ch   502 18,2
10 sbb.ch 288 13,5 sbb.ch   477 17,2
11 yahoo.de 281 13,2 gmx.de   387 14,0
12 google.com 265 12,4 msn.de   365 13,2
13 gmx.net 221 10,4 google.com   336 12,1
14 windowsmedia.com 206  9,6 yahoo.de   307 11,1
15 gmx.ch 201  9,4 real.com   245  8,9
16 yellownet.ch 178  8,4 ubs.com   241  8,7
17 lycos.fr 178  8,3 microsoft.fr   236  8,5
18 geocities.com 177  8,3 yahoo.fr   222  8,0
20 gator.com 173  8,1 blick.ch   214  7,7
Quelle: AC Nielsen/MMXI

Smaragde im Dörfli

Mit den lauen Temperaturen, die in letzter Zeit Einzug hielten, flattern erste Einladungen für Gartenpartys ins Haus.

Mit den lauen Temperaturen, die in letzter Zeit Einzug hielten, flattern erste Einladungen für Gartenpartys ins Haus.Von Beat Fritsch Letzte Woche traf man sich im normalerweise lauschigen, an diesem Abend aber arg überfüllten Hinterhof von Ruth Arbers Casa Smeralda am Predigerplatz. Die ehemalige Mitinhaberin der Werbeagentur By Heart setzt mit ihrem Möbelgeschäft auf südliches Ambiente.
Seit der letzten Frühlingsparty hat sich in der Oase im Niederdorf einiges getan. Man hat Raum dazu gemietet, und so stehen jetzt auch viel mehr der unheimlich schönen, meist nicht ganz billigen Schmuckstücke dort. Wer fürs persönliche Interieur mit Ikea-Preisen rechnet, gehört kaum zum Zielpublikum von Casa Smeralda. Auch nicht, was den Stil anbelangt. Die Gäste sahen, soweit im Gedränge überhaupt erkennbar, jedenfalls recht zahlungskräftig aus. Viele Bekannte von Ruth Arber aus der Werbeszene und viele Freunde ihres Partners Marcello Schnyder von Glass aus der Filmecke kamen, darunter auch Promis wie der Schauspieler Stefan Gubser. Die Cateringservice-Girls mussten sich alle Mühe geben, durchzukommen, damit der Nachschub an Flüssigem und den frisch zubereiteten Häppchen gewährleistet blieb. Inmitten der Menschenmenge sah man Arbers Mitarbeiterin Bea Gut, die via Glass Film zu Casa Smeralda gekommen ist und fleissig am Organisieren war. Mit Gehhilfe – an zwei Stöcken – kam Marc Schürmann von Mosaik. Er hatte bei einem Unfall Glück im Unglück gehabt.
Vom Garten gings mit Sandra Haldi und Natalie Schneider – frau kennt sich aus der gemeinsamen Zeit bei By Heart – in eigener Sache weiter. Man traf die Leute vom Vorstand des Kommunikationsverbands Idée-VfW mit Präsident Heinz Egli zur Vorbereitung der Generalversammlung, die am Tag der Werbung im Berner Medienhaus stattfinden wird. Egli erinnerte übrigens daran, dass Ruth Arber einstmals seine Assistentin bei der Agentur Gisler und Gisler gewesen sei.

Gewinneinbruch bei NZZ

Die «Alte Tante» konnte 2001 nur gerade 128 000 Franken unter ihre Matratze legen

Die «Alte Tante» konnte 2001 nur gerade 128 000 Franken unter ihre Matratze legenVon Markus Knöpfli Im Jahr 2001 brachte es die Verlagsgruppe Neue Zürcher Zeitung (NZZ) auf einen Gewinn von bloss 128000 Franken. Dies entspricht einem Rückgang um 99,75%. Der Gruppenumsatz ist dagegen nur um 3,5% auf 513 Millionen Franken gesunken. Der Cashflow erreicht mit knapp 42 Millionen Franken 8% des Umsatzes. Im Vorjahr betrug er noch 17% des Erlöses.
Conrad Meyer brachte sein erstes Amtsjahr als Verwaltungsratspräsident der NZZ-Gruppe nur knapp mit schwarzen Zahlen über die Runde. Den Gruppengewinn 2001 von 128000 Franken bezeichnete er im Geschäftsbericht denn auch zutreffend als «schwarze Null». Im Jahr 2000 hatte die NZZ noch einen Gruppengewinn von 50,28 Millionen Franken ausgewiesen.
Ein Grund für das schlechte Abschneiden sind die um 29 Millionen Franken oder 10,5% verminderten Anzeigeneinnahmen. Das Volumen ging bei den drei Titeln NZZ, Bund und St. Galler Tagblatt (SGT) um insgesamt 11,6% zurück, wobei NZZ und Bund mit minus 13% besonders stark litten. Beim Werdenberger&Obertoggenburger hielt sich der Verlust hingegen in Grenzen. Der Gesamtertrag der Gruppe sank deshalb um 3,5% auf 513 Millionen Franken. Gleichzeitig stieg auch der Betriebsaufwand um 28 Millionen Franken (+5,8%), was mit «ausserordentlichen Investitionsprojekten» (wozu die NZZ am Sonntag gehört) begründet wird.
Neben den rückläufigen Anzeigeneinnahmen trugen bei den einzelnen NZZ-Töchtern noch andere Faktoren zum mageren Ergebnis bei. Eine Verlustquelle ist bei den Kapitalanlagen des Stammhauses zu suchen: Es erzielte 2001 keinen Wertschriftenerfolg und büsste allein dadurch 16
Millionen Franken ein. Als «unerfreulich» wird ferner das Geschäftsjahr der Bund-Gruppe bezeichnet, die unter der stark ausgebauten Berner Zeitung leidet. Derzeit einziger Lichtblick ist das neu ausgerichtete Radio BE1, dessen Hörerzahlen nach dem Relaunch drastisch zunahmen.
Verlässliche Gewinne kommen aus St.Gallen
Dass die Gruppe nicht in die roten Zahlen rutschte, ist auf zwei Gründe zurückzuführen: Zum einen auf die SGT-Gruppe, die einen ansehnlichen Gewinn in Zürich ablieferte (siehe auch Seite 33) sowie auf die bereits eingeleiteten Kooperationen zwischen SGT und Bund, womit Kosten gesenkt werden sollen. Positiv ist zudem die Eigenkapitalbasis der Gruppe: Ihr Eigenfinanzierungsgrad lag bei 68,5%.
2002 rechnet man bei der NZZ wiederum mit einem «schwierigen Geschäftsjahr», wie NZZ-Finanzchef Jean-Philippe Rickenbach auf Anfrage ausführte. Aber dank der Kostensparprogramme sei trotz Investitionen in die NZZ am Sonntag mit weiterhin schwarzen Zahlen zu rechnen. Das erste Quartal sei im Anzeigenbereich noch einmal «hart» gewesen, doch der Akzidenzdruck habe wieder angezogen und das Finanzergebnis sei ebenfalls deutlich besser als in der Vergleichsperiode des Vorjahres ausgefallen, sagte Rickenbacher. Eine wesentliche positive Rolle dürfte auch wieder die SGT-Gruppe spielen. Rickenbacher: «Sie ist ein verlässlicher Gewinnbringer.»
Die NZZ-Gruppe in Zahlen

in 1000 Fr.
2000 2001 Veränderung zum Vorjahr in %
Gruppengewinn 50 282 128 – 99,75
Betriebsertrag 531 862 513 110 –   3,5
Betriebsaufwand 480 495 508 537 5,8
Cashflow 90 435 41 606 –  54,0

«Du warst ein Künstler»

Andreas Prokesch, Vorstandsvorsitzender ADC Schweiz, nimmt Abschied von Claude Martin

Andreas Prokesch, Vorstandsvorsitzender ADC Schweiz, nimmt Abschied von Claude MartinLieber Claude, eigentlich lese ich nie Todesanzeigen, und ich weiss nicht, warum ich ausgerechnet heute Morgen auf die Seite mit den schwarzen Rändern blickte. In einer stand dein Name. Gross und endgültig.Wir sind uns das erste Mal an der Dufourstrasse in Zürich begegnet. In einer Agentur, die sich Young & Rubicam Zürich nannte und aus Urs Beer, seiner Assistentin Irène Kuhn und dir bestand. Ich kannte dich damals noch nicht, sondern lernte dich erst im Laufe der Zeit im Art Directors Club (ADC) kennen. Du warst jener Typ, der einem beim Betreten eines Raumes auffiel. Der aber auch inmitten einer Menge gleich gearteter Menschen, wie sie die jährliche Zusammenkunft der Juroren darstellt, herausstach.
Obwohl du die letzten Male nicht mehr daran teilnehmen konntest, sehe ich dich noch genau vor mir. Wie du eher leicht nach hinten als nach vorne gebeugt die Szene betratst. Und wie du jeden mit deinem berndeutsch angehauchten «Ciao», deinen interessiert leuchtenden Augen und deinem von Herzen kommenden Lachen in Empfang nahmst. Es war dein Markenzeichen. Genauso wie die Eleganz deiner textilen Erscheinung, zu der stets ein Veston gehörte, dazu ein paar Schuhe, von denen ich bewundernd vermutete, dass du sie dir auf Mass anfertigen liessest.
Damit man dich (und mich) richtig versteht: Du warst nicht ein Mann der Mode, der heute dies und morgen jenes verkörpert. Du warst es erst recht nicht, wenn es bei der ADC-Jurierung ordentlich zur Sache ging. Bei vielen der zu beurteilenden Arbeiten hast du nichts gesagt – weil sie dir nichts sagten. Bei anderen hast du leidenschaftlich debattiert. Manchmal hoch lobend, manchmal aber auch tief verletzend und so oder so immer völlig gänzlich ungeachtet davon, ob dir jemand applaudierte.
Claude Martin durchbrach stets die Normen
Du hattest wie wenige andere ein Anrecht auf das dezidierte, unnachgiebige, kompromisslose Votum. Denn du hast derart oft Bronze, Silber und Gold gewonnen wie wenige andere. Ein Beispiel genügt, um dich bleibend in Erinnerung zu rufen: Du hast aus gefriergetrocknetem Kaffee die Glut des Südens gemacht und aus dem Reklamebüro Farner eine Werbeagentur – eine der grössten und allerbesten hierzulande.
Ein einziges Mal hätte ich Gelegenheit gehabt, mit dir zusammenzuarbeiten – für Swatch und den damaligen Zeitgeist, den man heute Lifestyle nennt. Ich habe sie verpasst, weil ich bereits anderweitig engagiert war. Oder hatte ich nur falschen Respekt oder gar ein bisschen Bammel?
Kollegen, von denen man das nicht behaupten kann, schildern dich auch im Daily Business als sehr fröhlich, sehr kreativ und sehr verspielt und fügen bewundernd an, dass du dich nicht durch strategische Vorgaben einschränken liessest. Markus Gut meint zum Beispiel, dass du stets die Normen durchbrachtest, und zwar in allen Dingen, und dass du – «im positiven Sinn» – ein Künstler warst.
Das letzte Mal habe ich dich an der Vernissage deiner Bilder so richtig wahrgenommen. Ich kaufte eines. Es war genau jenes, das auch Helen Müller am liebsten gehabt hätte. Es hängt seither als Leihgabe in der ADC-Geschäftsstelle. Jedes Mal, wenn ich dort aufkreuze, schauen wir es miteinander an.
An der diesjährigen Jurierung erfuhren die ADC-Mitglieder, dass du sehr krank seiest. Martin Fueter und André Benker besuchten dich an deinem Geburtstag im Februar und brachten dir im Namen des ADC ein Geschenk. Sie berichteten, dass du dich gefreut hättest, auch wenn du sie nicht mehr richtig wahrnehmen konntest.
Was für ein Zufall: Heute Abend war ich bei Publicis, in deiner Agentur – eingeladen zur famosen Sechseläuten-Party. Claude, wir haben dich dabei sehr vermisst.

Online-Marketing: SBB

Ziel: Unterstützung der Bekanntmachung der SBB-Expo.02-Angebote mit einem Onlinewettbewerb.

Ziel: Unterstützung der Bekanntmachung der SBB-Expo.02-Angebote mit einem Onlinewettbewerb.SBB Werbemittel: Onlinegame. Einsatz: Seit Anfang April bis auf weiteres.
Auftraggeber: SBB AG, Bern; Verantwortung: Frank Bumann; Projektleitung: Sascha Hardegger. Werbeagentur: JvM/Limmat Frontend, Zürich; Beratung: Stefan Schäfer; Konzept/AD: Oliver Fennel; Illustration: Dan Egli; Programmierung: Marco Rinderknecht.

Zu jedem Problem eine Regel

Ein Buch feiert den 100. Geburtstag des Typografen Jan Tschichold

Ein Buch feiert den 100. Geburtstag des Typografen Jan TschicholdVon Andreas Panzeri Wie kaum ein anderer hat Jan Tschichold die Typografieszene geprägt. Erst provozierte er als Wegbereiter des Konstruktivismus und befreite den Bleisatz von jahrhundertealtem Regelwerk. Später wirkte er als erfahrener Lehrer mit erhobenem Zeigefinger. Tschichold besann sich wieder auf die Tradition und fand zu jedem typografischen Problem meisterlich eine Regel.
Im April 2002 würde Jan Tschichold, der sich in seiner frühen Phase aus Identifikation mit dem russischen Konstruktivismus Iwan nannte, 100 Jahre alt. Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) nimmt den Geburtstag zum Anlass, dem stilbildenden Typografen eine Ausstellung zu widmen. Im Verlag Hermann Schmidt ist dazu ein Katalog erschienen.
So wie die Ausstellung nicht nur als chronologische Werkschau konzipiert ist, sucht auch das Buch nach mehr kreativer Auseinandersetzung mit dem Wirken Tschicholds. Neben Studentinnen und Studenten an der HTWK haben gleichzeitig Studierende an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und an der Kunstacademie St.Joost, Breda, sich ein Semester lang mit Jan Tschichold beschäftigt. Sie haben seine Texte zur Typografie gelesen und seine Arbeiten diskutiert.
«Viele intelligente, witzige, nachdenkliche und schöne Arbeiten sind in dieser Zeit entstanden», schreiben die Herausgeber Christian Ide und Thorsten Kirchhoff im Vorwort zum Katalog. Die besten dieser studentischen Reflektionen und typografischen Variationen haben sie zusammen mit einer Jury für die Ausstellung und ihren Katalog ausgewählt.
Eine dieser Arbeiten aus Leipzig zeigt fiktiv, mit welchen Ideen ein wiederbelebter Jan Tschichold sich heute bei diversen Verlagen noch einmal um Aufträge als Buchgestalter bemühen könnte.
Studierende der Kunstacademie St.Joost haben verschiedene Zitate Tschicholds typografisch animiert und daraus ein Video produziert.
In Braunschweig sind Postkarten und Plakate entstanden, die sich auf originelle und witzige Art und Weise mit dem Typografen auseinandersetzen.
Eine dem Katalog beigelegte Multimedia-CD-ROM befasst sich mit dem künstlerischen, politischen und wissenschaftlichen Umfeld Tschicholds in den Zwanziger- und Dreissigerjahren.
Dass der 80-seitige Katalog mit dem Titel «Happy birthday, I(w)an!» selber ein typografisches Musterbeispiel abgeben will, dürfte bei dieser Materie wohl selbstverständlich sein.
Das Konzept und die Idee des Katalogs sind von Thorsten Kirchhoff unter der Betreuung durch Professor Christian Ide als Diplomarbeit im Studiengang Verlagsherstellung entwickelt worden. Gesetzt wurde das Buch aus der Linotype Stone Serif und Stone Sans sowie der von Jan Tschichold entworfenen Sabon.
Mehr Infos zur Ausstellung sind auch auf einer adäquaten Website www.tschichold.net zu finden.
HTWK Leipzig (Hrsg.): Happy birthday, I(w)an! Zum 100. Geburtstag von Jan Tschichold, Verlag Hermann Schmidt, Mainz, 80 Seiten, ISBN 3-87439-605-3

Muse & Musse: Christian Schirmer

Muse & Musse Christian SchirmerWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Christian Schirmer: Einen Operationstisch im Zürcher Unispital.Was lesen Sie gerade?Schir

Muse & Musse Christian SchirmerWelche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Christian Schirmer: Einen Operationstisch im Zürcher Unispital.
Was lesen Sie gerade?
Schirmer: «Radetzkymarsch» von Joseph Roth, wegen der guten alten Zeiten.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Schirmer: Bach-Kantaten, gesungen von Matthias Goerne.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Schirmer: «Happyness», weil er so absurd war.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Schirmer: Bei «Fertig lustig».
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Schirmer: Da muss ich passen.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Schirmer: Auf Cervelats.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Schirmer: Cervelats essen.
Liebe ist…?
Schirmer: …zwischendurch mal eine gute Bratwurst.

«Politiker haben eine unrealistische Vorstellung vom Wettbewerb»

Pierre Lamunière über Edipresse und die wachsende Konkurrenz aus Frankreich

Pierre Lamunière über Edipresse und die wachsende Konkurrenz aus FrankreichVon Anita Vaucher Edipresse Schweiz warnt Gesetzgeber und Wettbewerbskommission vor zu starken Einschränkungen im Medienmarkt. Müsste Verleger Pierre Lamunière heute sein Unternehmen verkaufen, würde es deshalb in ausländische Hände fallen, ist er überzeugt.
Vergangenen November hat Edipresse Suisse seine Direktion neu organisiert und die Zahl ihrer Mitglieder von drei auf zehn erhöht. Zudem wurde die Gewaltentrennung zwischen Direktion und Redaktion vollzogen. Welche Idee steckt hinter diesen Massnahmen?
Pierre Lamunière: Wir wollten die Organisation dynamisieren und dem journalistischen Bereich mehr Gewicht verleihen. Die Chefredaktoren haben nun mehr Zeit für ihre journalistische Arbeit.
Sie haben sich aus dem operationellen Bereich zurückgezogen, um sich auf die Strategie des Unternehmens zu konzentrieren. Wo setzen Sie Prioritäten?
Lamunière: Ich definiere die Unternehmensstrategie, ich formuliere die Zielsetzungen und vertrete auf höchster Ebene das Unternehmen nach aussen. In einem gewissen Sinne bin ich auch der «Gardien éthique» des Unternehmens.
Wie lange bleibt Edipresse noch ein Familienunternehmen?
Lamunière: Ich hoffe, noch ziemlich lange, denn ich habe immerhin noch zehn Jahre aktives Berufsleben vor mir. Ich glaube jedoch nicht, dass Edipresse für immer in den Händen der gleichen Familie bleiben wird. Das Gleiche gilt übrigens auch für Tamedia und Ringier.
Edipresse ist ins Visier der Wettbewerbskommission geraten. Der Markt in der Westschweiz ist gesättigt, und Edipresse wächst nur noch im Ausland. Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um Edipresse Schweiz jetzt zu verkaufen?
Lamunière: Wir sind als Schweizer Unternehmen in diesem Land sehr stark verwurzelt. Überdies machen wir das, was wir tun, mit Begeisterung. Ich habe schon verschiedentlich gesagt und ich betone nochmals, dass ich nichts gegen Konkurrenz im Markt habe. Es ist einfach lächerlich, uns diesen Stempel des übermächtigen Konzerns aufdrücken zu wollen. Von 16 Tageszeitungen in der Westschweiz kontrollieren wir nur gerade deren drei. Dabei wird oft vergessen, dass wir ab und zu auch Zeitungen verkauft haben. Politiker haben oft eine total unrealistische Vorstellung vom Wettbewerb. Sie würden vermutlich gerne ein Modell à la Service public vorziehen, wie es die SRG verkörpert. Der einzige Grund, Edipresse Suisse zu verkaufen, wäre dann gegeben, wenn man versuchte, uns mit fragwürdigen Gesetzen die Hände zu binden.
Wie definieren Sie Ihre Rolle als Verleger?
Lamunière: Als Verleger möchte ich mich an den demokratischen Prozessen in diesem Land beteiligen und die Gesellschaft mitgestalten können. Edipresse besitzt nicht zuletzt deshalb eine sehr starke Position, weil wir immer wieder neue Titel lanciert haben. Ohne unsere Innovationen und Investitionen würde sich die Westschweizer Zeitungslandschaft heute als eine Summe regionaler Monopole präsentieren, – genauso, wie sie überall in der Deutschschweiz existieren, sieht man einmal vom Raum Zürich ab.
Bundesrat Moritz Leuenberger hat kürzlich den Eintritt ausländischer Konkurrenz in den Westschweizer Markt begrüsst.
Lamunière: Gerade, weil wir auch noch andere Überlegungen anstellen als rein wirtschaftliche, wirft man uns «Dominanz» vor. Das ist absurd und äusserst schwerwiegend. Vor allem im Zusammenhang mit der von Bundesrat Moritz Leuenberger in Le Temps geäusserten Erklärung, wonach er es lieber sähe, wenn ausländische Investoren vermehrt in der Schweiz investierten, als wenn einheimische Verleger ihre Position stärken können.
Französische Verleger zeigen Interesse am Westschweizer Markt. Noch ein Argument, Edipresse Schweiz jetzt zu verkaufen?
Lamunière: Es geht nicht nur darum, dass französische Verleger sich für uns interessieren. Auch Tamedia oder Ringier könnten eines Tages zum Verkauf stehen. Und nach den heute geltenden Gesetzen müssten diese auch ins Ausland verkauft werden. Diese politische Sichtweise ist sehr einseitig. Die Wettbewerbskommission entscheidet leider nicht nach allgemein gültigen Marktkriterien, sondern legt diese von Fall zu Fall immer wieder neu fest.
Hersant hat bis jetzt in der Westschweiz mit Erfolg akquiriert. Hat Edipresse diesen Markt vernachlässigt?
Lamunière: Wir haben dieses Segment in der Vergangenheit etwas vernachlässigt. Ich denke vor allem an die Zeitung La Côte, die wir gerne übernommen hätten. Wenn Verleger Corbaz zum Verkauf bereit ist, werden wir gerne eine entsprechende Offerte unterbreiten.
Hersant kündigt für die Region Genf eine Gratiszeitung und für La Côte eine Erhöhung der Auflage an. Eine Kriegserklärung an Edipresse?
Lamunière: Es handelt sich um eine natürliche Konkurrenz, wie sie in vielen Märkten herrscht. Hersant hat für die Schweiz vermutlich die gleiche Vision wie für Frankreich. Dort weisen die Gratiszeitungen ohne redaktionellen Inhalt einen beachtlichen Erfolg im Kleinanzeigenmarkt auf. Hersant ist derzeit im Vorteil gegenüber Schweizer Verlegern, weil wir nach geltendem französischem Recht keine Möglichkeit haben, in Frankreich zu investieren.
Wie beurteilen Sie die Berichterstattung um Botschafter Thomas Borer aus dem Haus Ringier?
Lamunière: Ich hätte aus berufsethischen Gründen die Veröffentlichung des Artikels im SonntagsBlick untersagt. Das Leben innerhalb der eigenen vier Wände ist strikte Privatsache.
Dann hätten Sie also in diesem Fall den Artikel über den Kopf des Chefredaktors hinweg aus dem Blatt gekippt?
Lamunière: Das ist natürlich eine sehr heikle Gratwanderung in der Aufgabenteilung von Verleger und Chefredaktion. Aber in diesem Fall geht es um die Ethik des Unternehmens und die redaktionelle Linie der Zeitung. Meiner Meinung nach ist es Aufgabe des Verlegers, diese Linie festzulegen.

Rückenwind im Blätterwald

Die Schweizer Presse lanciert eine Marketingoffensive und nimmt Stellung zur Politik

Die Schweizer Presse lanciert eine Marketingoffensive und nimmt Stellung zur PolitikVon Bruno Amstutz Seit hundert Tagen ist der Verband Schweizer Presse nach einer neuen Struktur organisiert. An einer Medienorientierung stellte er die Marketingkampagne Printland Schweiz vor und nahm zu aktuellen medienpolitischen Fragen Stellung.
Als Einheit sollen die Printmedien durch den Verband Schweizer Presse auftreten, und nicht mehr aufgegliedert nach Mediengattungen. Seit gut drei Monaten hat sich deshalb der Verband in sieben Fachgebieten organisiert: Nutzermarkt, Werbemarkt, Bildung, Recht, Ethik, Distribution und Technologie. Jedes Gebiet verfügt über einen Vorsitzenden und zusätzlich ein verantwortliches Mitglied in der Geschäftsstelle. Die Mediengattungen können sich als Projektgruppen innerhalb der Departemente organisieren.
Als grössten Vorteil nannte Geschäftsführerin Eva Keller die Möglichkeit, nach Themen gewichtete Aktionen durchzuführen. So könne der Verband mehr Leistung zum selben Preis erbringen.
Was die Finanzierung angeht, hat sich der Verband zum Ziel gesetzt, seine Kosten künftig ausschliesslich aus der Betriebsrechnung zu decken und auf die Finanzierung durch Rückstellungen und Stiftungen zu verzichten. Deshalb sollen neue Mitglieder gewonnen werden. Dabei denkt der Verband vor allem an branchennahe Unternehmen, die als assoziierte Mitglieder allerdings über kein Stimmrecht verfügen werden.
Marketingoffensive für das Printland Schweiz
Nach abgeschlossener Restrukturierung setzt der Verband jetzt eine Marketingkampagne unter dem Label Printland Schweiz in Gang. Sie soll nach dem Willen der Schweizer Presse die Überlegenheit von Printwerbung in der Schweiz darlegen. Seit dem 22. April erscheinen ganzseitige Anzeigen in 60 Zeitungen und Zeitschriften aller Sprachregionen. Sie werden ergänzt durch die Website Printland.ch, eine Dokumentation und ein Ausbildungsangebot für Mitarbeitende im Aussendienst.
Die Dokumentation streicht den grossen Anteil der Printwerbung im helvetischen Mediamix sowie die hohe Zeitungsdichte heraus und positioniert die Schweiz auch von der Medienlandschaft her als Sonderfall in Europa. Entsprechend werden die Exponenten multinationaler Unternehmen durch die Kampagne aufgefordert, in der Schweiz mehr in die Printwerbung zu investieren als in anderen europäischen Ländern.
Sechs Spitzenmanager von global tätigen Unternehmen wie BMW, Hewlett Packard oder Orange geben in den Anzeigensujets Auskunft über ihr Werbeverhalten und suggerieren den Zusammenhang zwischen intensiver Printwerbung und erfolgreichen Marken.
Brennpunkte: Presseförderung und Gebührensplitting
Als medienpolitische Brennpunkte ortet der Verband die Presseförderung und das Gebührensplitting. Dringlichkeitsstatus habe die anstehende Teilrevision der Postverordnung. Die Postzustellungsabgeltung von 100 Millionen Franken, die der Bund als Entschädigung für den verbilligten Transport von Zeitungen und Zeitschriften an die Post bezahlt, könnten bis Januar 2003 um 30 Millionen Franken gekürzt werden.
Gegen diesen Rückzug des Bundes will sich die Schweizer Presse wehren. Sie betrachtet die geplanten Kürzungen als Sabotierung laufender Revisionsarbeiten innerhalb des Verbandes. Daniel Kaczynski, Rechtskonsulent und Mitglied der Geschäftsleitung des Verbandes, nannte die Nachteile, welche die Revision bringen würde, beim Namen: Die grossen Zeitungen mit hoher Auflage könnten mit der Post Einzelverträge abschliessen oder auf private Verteilsysteme umsteigen. Die eingesparten Millionen hingegen würden auf die Regional- und Lokaltitel abgewälzt, die mit Preiserhöhungen reagieren müssten.
Die Presseförderung wäre damit sabotiert. Zwar könnten die regionalen und lokalen Titel von Treueprämien der Post profitieren, was der Verband begrüsst, doch über diesen hinge das Schwert der Schuldenbremse des Bundes.
Die Schweizer Presse will vorerst den Status quo der Distribution erhalten und selber ein funktionstüchtiges neues System mitkonzipieren. Der interne Meinungsbildungsprozess sei allerdings noch nicht abgeschlossen.
Für TV-Liberalisierung trotz negativer Auswirkungen
Grundsätzlich vertritt der Verband beim zur Diskussion stehenden Gebührensplitting den Standpunkt, dass Gebühren der SRG zufallen sollen, Werbegelder hingegen den Privatsendern. Gemäss Präsident Hans Heinrich Coninx will der Verband bei der Liberalisierung eine zustimmende Haltung vertreten. Das beinhalte auch die Befürwortung von Tabak- und Alkoholwerbung auf Privatsendern, selbst wenn dadurch Werbegelder aus den Printmedien abfliessen könnten.
Vom neuen RTVG erhofft sich die Schweizer Presse, dass auch Sender ohne Konzession ihr Programm frei verbreiten können. Konzessionierte Privatsender sollen aber 6 Prozent der Gebührengelder für sich beanspruchen können, wenn sie Qualitätsstandards im Sinn eines Service public genügen. Die Konzession würde somit vom Verbreitungsrecht zu einem Qualitätssiegel.
Am Jahreskongress der Schweizer Presse werden diese Themen weiter diskutiert. Er findet dieses Jahr vom 12. bis 14. September in St. Moritz statt.

WHS Zürich baut um, an und nicht ab

Eine kleine Baustellenparty feierte WHS, Zürich, aus Anlass einiger Aus- und Eintritte von Mitarbeitenden und der Einquartierung peripherer Firmen in der Agentur.

Eine kleine Baustellenparty feierte WHS, Zürich, aus Anlass einiger Aus- und Eintritte von Mitarbeitenden und der Einquartierung peripherer Firmen in der Agentur.In Zürich entstehe im Kleinen derzeit exakt das, was er im Grossen im Kopf gehabt habe, als er mit WHS nach Wien und Berlin aufgebrochen sei. «Man macht ein paar Fehler und dann erfüllt sich alles doch noch», sagte Reinhold Weber und nahm in einer witzigen Ansprache die Austretenden, Petra Bottignole (Text), Oliver Kreienbühl (Grafik), Dominik Oberwiler (AD) und Michael Rottman (AD) aufs Korn. Ersetzt werden die Abgänge durch Eric Voser (AD), der die Position Rottmans einnimmt, Christian Bircher (AD), Lorenz Clormann (Grafik), Simone Jörg (Grafik) und Thomas Meyer (Text). Als «neue Untermieter, die viel mehr sind als das», ziehen Patrick Held, Ex-Gründungspartner, und Marco Gitermann, Ex-Mitarbeiter von Day Interactive, Otto Kern, Ex-Mitarbeiter von SwissRe, und Corinne Goetschel (ehemalige Kriminalkommissarin im Kanton Jura) mit der Conference-Company Sejmar in die Agentur am See. Und der ehemalige Facts-Chefredaktor René Lüchinger nimmt mit der Firma Lüchinger Publishing Einsitz in Webers Agentur. In die Veränderung eingebunden ist auch Yvonne Boller, vormals Strategische Planerin bei Lowe, Zürich, die Yvonne Hodel als Geschäftsführerin ablöst. (ew)

Aufgefallen: Es gab Zeiten, in denen man als besonders trendy galt, wenn man es möglichst mit jedem trieb.

AufgefallenEs gab Zeiten, in denen man als besonders trendy galt, wenn man es möglichst mit jedem trieb. Was uns die – jüngst wegen rückläufiger Einschaltquoten abgesetzte – «Ally McBeal»-Soap vormachte, und was sich leicht simplifiziert unt

Aufgefallen Es gab Zeiten, in denen man als besonders trendy galt, wenn man es möglichst mit jedem trieb. Was uns die – jüngst wegen rückläufiger Einschaltquoten abgesetzte – «Ally McBeal»-Soap vormachte, und was sich leicht simplifiziert unter dem Begriff Paarbildungen Frau und Mann, Mann und Mann oder Frau und Frau zusammenfassen lässt, ist passé. Unsere individualisierte Gegenwart hat auch vor der Schlafzimmertür keinen Halt gemacht. Warum sich mit einem
Visavis abmühen, wenns auch alleine geht. Die Labels Calvin Klein und Iceberg machens vor und räumen mit einem alten katholischen Klischee auf. Nämlich dem, dass man bei egoistischer Handarbeit weder Hornhaut noch schwarze Flecken auf den Fingern bekommt. Auf jeden Fall nicht unmittelbar danach… Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Keiner will uns Von Michael Barney
Tut mir leid, aber es ist wahr: Werbebotschaften zählen nicht zu den Dingen, auf die die breite Öffentlichkeit hungrig oder neugierig ist. Ob Sarah Connor bei Thomas Gottschalk einen Slip getragen hat oder nicht, erregt die Menschheit mehr, als es der gesamte Etat von Calida je schaffen wird. Und der Fehltritt eines Botschafters wird so wichtig, als hinge unser Leben davon ab. Jedenfalls für Blick-Leser. Da gibt man nun für Reklame jede Menge Geld aus, aber regt sich jemand darüber auf? Erzählt er seinen Nachbarn davon? Mitnichten. Will einer wissen, was an Plakatwänden hängt, in Werbeblöcken läuft oder zwischen Redaktion in Zeitschriften platziert wird? Nein. Die Gründe dafür sind ganz menschlich. Weil hierzulande die Reklame nur bestätigt, was jeder schon weiss oder kennt. Getränke löschen den Durst, Schokolade machen Leute mit weissen Mützen und für alle Verkalkten steht dann noch die Küche unter Wasser. Solche Sachen hauen keinen mehr vom Hocker. Dabei waren sich die Verursacher vorher einig: Strategie stimmt, Zielgruppe stimmt, Mediaplan stimmt. Und sollte bei der Kreation noch etwas ungewöhnlich oder unverständlich gewesen sein, dann hat man so lange dran herumgenörgelt, bis es «richtig» im Sinne von langweilig oder lieb wurde. Und da liegen die Fehler. Schon Howard L. Gossage hat längst vor Jung von Matt, gewusst: «Der Mensch liest nur das, was ihn interessiert. Manchmal ist es eine Anzeige.» Weil da draussen keiner auf Bekanntes, Gelerntes oder Banales wartet, muss Reklame mutiger, frecher und provokanter auftreten. Geben Sie Ihrem Herzen einen Ruck, und lassen Sie bei der nächsten Präsentation ruhig mal eine Idee durch, die nicht von allen gemocht wird. Aber dafür von Ihrer Zielgruppe.
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei der Lowe Werbeagentur, Zürich.
Business Lunch

Ein zarter und gedämpfter Blick von Medusa Beginnen wir mal mit dem Besuch der Toilette eines Restaurants. Früher hiess einen die Mamma die Hände waschen vor dem Essen. Warum ich ausgerechnet im «Rathauskeller» in Zug zuerst die Nasszelle aufsuchte, bevor ich zu Tisch ging? Was ich dort vorgefunden habe, muss einfach erzählt werden, weils passt: vier verschiedene Eau de Toilette, Zahnbürste (in Zellophan), Kamm, Haarbürste (sauber!). Das hat nichts mit dem Essen zu tun – aber sehr viel mit der Aufmerksamkeit von Hubert Erni und Stefan Meier den Gästen gegenüber.
Die Idee vom Restaurant als Gesamtkunstwerk (inklusive Toilette) wird in Zug mit Detailversessenheit durchgezogen. Mit Sicherheit im ersten Stockwerk, wo der Business Lunch eingenommen wurde (drei Gänge, 68 Franken). Der Raum mit Holzdecke und reichen Schnitzereien verströmt nicht Stumpenrauchgemütlichkeit, sondern soignierte Ruhe. Dafür sorgen auch die von Versace gestalteten Blumenvasen mit frischen Schnittblumen. Und das vom Modeschöpfer entworfene Rosenthal-Geschirr namens Medusa. Manchem mag es zu verschnörkelt sein – in dieser Etage passt es zum Ambiente.
Was auf diesen Tellern zu Tisch gebracht wurde, ist durchaus eigenwillig und zu loben. Nicht über den grünen Klee zwar. Das Entrée: zwei punktgenau gegarte Coquilles St-Jacques, Crevetten und ein geschmacklich etwas flacher, aber im Biss hervorragender Risotto, begleitet von zwei Spinatnockern. Der Hauptgang: rosa gebratene Taubenbrust mit einem Kartoffeltimbale und einer etwas launischen Pilzsauce – statt Champignons aus der Zucht hätten kräftige Steinpilze den starken Eigengeschmack des Taubenfleisches idealer ergänzt. Das Dessert: weisses Schokolade-Eis (im Krokantkörbchen) auf einem Erdbeercoulis mit Mangostückchen, perfekt. Mit einem halben Liter Weissen, einem Liter Mineral und zwei Kaffees kommt der Spass auf über 200 Franken zu stehen. Meinetwegen. Denn ein Spass ist es gewesen, zwei Schritte vom Ufer des Zugersees gegessen zu haben. Dass sich der erste Stock ausserdem bequem für Business Lunches eignet, muss ja nicht noch zusätzlich erwähnt sein. Handys haben übrigens in dem dicken Gemäuer des Altstadthauses keine Chance auf Empfang. Carlo Bernasconi [email protected]
Restaurant RathauskellerObere Altstadt 1
6300 Zug
Tel. 041 711 00 58
Fax 041 710 49 77
Parkplätze gibts zuhauf im Casino-Parkhaus.

News: Webad-Index kommt nicht vom Fleck

Der Publimedia Webadvertising Index (PWA-Index) sank im März um 0,6 Punkte auf 102,6 Punkte.

Der Publimedia Webadvertising Index (PWA-Index) sank im März um 0,6 Punkte auf 102,6 Punkte.News Webad-Index kommt nicht vom Fleck Damit setzt sich die stagnierende Tendenz vom Februar fort, als der Index um 0,45 Punkte zurückging und sich der Sprung im Januar von 100 auf 103,65 Punkte als Strohfeuer entlarvte. Die Werbevermittlerin Publimedia Webadvertising zeigt Optimismus für den Online-Werbemarkt und stützt sich auf Studien der Media Research Group (Werbetrends 2002) und des Forschungsinstituts Prognos.
Factum verkauft MEX an Mediax Die Zürcher Marketingagentur Factum hat ihre Anteile an der Mex Verlags AG der Mediax AG verkauft. Das St.Galler Publishing- und Vermarktungsunternehmen war bereits Mitinhaber und wird im Impressum des Lifestylemagazins Musenalp Express als Verleger geführt.
get_footer();