Aufgefallen: Fällts auf, oder bilde ich mir beim Blick auf diese Anzeigen etwas ein?
Fällts auf, oder bilde ich mir beim Blick auf diese Anzeigen etwas ein? Wie dem auch sei: Die beiden Models sehen verblüffend ähnlich aus – verblüffend ähnlich auch die Haltung der Körper, die einmal für Unterhosen und einmal für Schuhe werben. So, w
Der Seiten-Sprung
Von Anna Esposito
Früher lieferte die NZZ die bleischweren Inhalte, und der Blick war schlicht ein Revolverblatt. Während die Alte Tante Meinungen bildete, stimulierten die Ergüsse der Klatschtanten-Liga ganz andere Zonen. Das ist vorbei. Der Blick zum Wochentag und der zum Sonntag ziehen nun gleich mit dem Osservatore Romano und machen in Doppelmoral, denn das ist wirklich geil. Das Leibblatt von Herrn und Frau Bünzli, das uns gerne blutti Wiiber präsentiert und nur die genauen Tatsachen nicht so scharf sieht, berichtet – jetzt neu – die nackte Wahrheit. Vom primitiven Stinkefinger gegen böse Ausländer zum erhobenen Zeigefinger gegen Botschafter im Ausland ist es nur ein kleiner, unbewiesener Seiten-Sprung. Kein Wunder, geschah dieser Medien-Machtwechsel, predigt doch hinter der ganzen Druckerschwärze eine Lichtgestalt wie Michael Ringier die obersten Gebote. Nachdem seinem Verlag die Weltwoche, der Beobachter und andere heilige Kühe der Schweizer Presse-kultur durch die Latte gegangen sind, hörte man ihn psalmodieren, es gebe einfach zu wenig gute Journalisten in der Schweiz. Er erwäge einen Intelligenzia-Import aus Deutschland. In diesem Licht zeigt sich nun das wahre Ziel der ganzen Kampagne gegen das Borer-Paar. Ein paar clevere Ringier-Consultants haben das ultimative 2-für-1-Powerpack geortet. Selbstverständlich ist es Shawne, die schöne Fielding, die man nach Hause holen wollte. Als journalistische Verstärkung für das Haus Ringier vereint sie auf ihre Person zwei ins Auge springende Vorteile. Sie kann jederzeit als Seite-3-Girl herhalten und gleichzeitig, quasi instantmässig, für einen Haufen Klatsch sorgen. Doch die Südstaatenbeauty wird auf die Millionenofferte antworten, wie einst Rhett Butler seiner Scarlett O’Hara am Ende von «Gone with the Wind»: «Frank, my dear, I don’t give a dime.»
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Anna Esposito ist Texterin und Mitinhaberin von Brot und Spiele, Zürich.
Business Lunch
Hier hat die Pasta eine feste Burg
Hat der Gast die Türschwelle übertreten, ist er in einer anderen Welt. In Mauris La Roccas Welt. La rocca heisst der Fels, die Festung. Und so falsch ist das nicht, denn das Lokal besitzt zwei Ebenen, eine davon ist erhöht: Man thront feierlich über den anderen Gästen und fühlt sich wie auf dem Balkon. Allerdings: Ein wenig eng ist es schon auf dieser Empore – schmisse Mauris noch zwei, drei Tische raus, könnte man auch ausgewachsene Klaustrophobe zum Essen einladen. Aber nein, er will ausbauen – soll er doch. Darum ists für den diskreten Businesstalk weniger geeignet.
Mal abwechslungsweise nicht am Mittag, sondern an einem Abend dort gegessen und zu zweit 500 Franken weggeputzt. Gut, die Hälfte der Rechnung dürfte der Chardonnay von Gaja belastet haben und weniger das Essen. Mittags kommt der Gast zu zivilen Preisen davon. Drei Menüs stehen zur Wahl, zwischen 25 und 39 Franken. Aber das heisst so viel: Tagesteller plus Salat. Wer gerne davor noch einen Teller Pasta verschlingen will und danach noch ein Dessert, kommt dann gut und gerne auf sechzig Franken, mehr oder weniger. Lohnt sichs?
Sì, sì. Die Pasta ist frisch, schön angerichtet und wird dem Gast im Rohzustand am Tisch präsentiert, bevor sie ins simmernde Salzwasserbad kippt. Das regt die Fantasie an, und man stillt den ersten kleinen Hunger mit hausgebackenem Olivenbrot. Enttäuscht wird man keineswegs, wenn das Ergebnis kulinarischer Fertigkeit auf dem Teller liegt. Beim zweiten Gang, Wolfsbarsch gegrillt mit Gemüse, wirkt die Sache schon weniger inspiriert – bleibt aber tadellos in Konsistenz und Geschmack. Was Wunder, schliesslich steht gleich beim Eingang ein Grill, und der Maestro verströmt mit seiner persilweissen Kochbluse viel Kompetenz, wenn er mit Grillzange Feuer und Flamme dirigiert.
Alta cucina ist das freilich nicht. Und beim Dessert wurde das Dinner gar etwas flach: Die Cassatta kam aus einer Packung, die ich jeweils im Supermarkt links liegen lasse…Schade. Offene Weine gibts über Mittag drei, einer davon steht bei mir in der Küche, ist äusserst angenehm zu einem Teller Spaghetti und kostet bei Vergani 9.80 Franken – die Flasche. Umfangreicher ist die Siebendeziliste. Sommers lockt ein schöner Garten. Carlo Bernasconi [email protected]
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