Die Pendlerzeitung 20 Minuten übernimmt die 400 Verteilboxenplätze auf dem Gebiet der Zürcher S-Bahn (172 Stationen), die nach dem Aus der Konkurrentin Metropol frei wurden. 20 Minuten setzte sich in der Ausschreibung des Exklusivvertrags gegen den ZürichExpress und die geplante TV-Programmzeitschrift U 1 des österreichischen Fernsehprojekts Kanal 1 durch. In Bern und Basel vermieten die SBB ihre Standflächen schon seit Oktober 2000 an 20 Minuten. Die Erfahrung der 20-Minuten-Gruppe als Herausgeberin einer Pendlerzeitung sowie das eigentliche Angebot hätten den Ausschlag gegeben, teilten die SBB mit. Neue Schläuche. Angesichts der Fendant-Überproduktion hat sich das Walliser Unternehmen Provins für einen revolutionären Schritt entschieden. Nach einer Marktanalyse und mit der Unterstützung des Schweizer Lieferanten Tetra-Pak-Verpackungen hat Provins den «Barille du Saint-Bernard» entwickelt («ein Bouquet von schöner Komplexität»). Die elegante Umschreibung für Wein in der Kartontüte kommt in diesen Tagen in «Fässchen» mit 25 und 100 Zentiliter Inhalt in alle grossen Jumbo- und Carrefour-Läden. Damit Weingott Dionysos nicht zürnt, wird während der Einführungsphase mit jedem verkauften «Barille du Saint-Bernard» ein Beitrag an die dringend notwendige Renovation der Kapelle aus dem 17. Jahrhundert im Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard gestiftet.
SWA-Rekurs zu stande gekommen. Der Schweizerische Werbe-Auftraggeberverband (SWA) muss eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, an der über die Trennung vom bisherigen Geschäftsführer Fredi Schwab diskutiert wird. Gegen die Beschlüsse des Vorstands wurde ein Rekurs eingereicht, der von den Mitgliederfirmen Baer, Swiss Life, Eichhof, SMP, Epa, Basler Versicherungen und SBB lanciert wurde (siehe auch Seite 20). Gemäss den SWA-Statuten müssen 10 Prozent der zurzeit 130 Mitglieder einen Rekurs unterschreiben, damit er zu Stande kommt. Diese Zahl wurde laut dem neuen SWA-Geschäftsführer Jürg Siegrist erreicht. Nach Recherchen der WerbeWoche wurde der Rekurs von 25 Mitgliedern unterstützt, die über 50 Prozent der im SWA vereinigten Billings abdecken. Die Rekurrenten fordern eine lückenlose Aufklärung über die Entscheide rund um den Wechsel in der Geschäftsführung durch alle Beteiligten und Betroffenen.
Lautloser Killer. Nach Kokain und Heroin klassifiziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Droge Alkohol auf Rang 7 der süchtigmachenden und lautlosen Killer. Nicht nur in der Schweiz wird Alkoholismus aber immer noch irgendwo zwischen Kavaliersdelikt und Bierseligkeit angesiedelt. Dabei ist Alkoholismus bereits die häufigste Männerkrankheit in der Schweiz bei den 30- bis 44-Jährigen. Trotzdem wird Alkoholmissbrauch verharmlost. Eine Tatsache, welche die neuste Kampagne der Hilfsorganisation der Anonymen Alkoholiker mit einer neuen Kampagne von Claude Catsky zu ändern versucht. Das eindringliche Inserate- und Plakatmotiv stylisiert einen Flaschenhals zur gefährlichen Waffe, mit der man sich selber umbringt. Zum symbolischen Bild gibt es auch einen TV-Spot. Dieser wurde von Catsky in Zusammenarbeit mit der Schweizer Filmproduktionsfirma Blood, Sweat & Tears realisiert.
Fisch Meier direkt räumt ab. Vergangenen Freitagabend feierte sich die Schweizer Direktmarketingbranche mit der Verleihung des 4. DM-Preises. Unter mehr als 280 Eingaben wurden 13-mal Gold, 10-mal Silber und 16-mal Bronze vergeben. 65 Finalisten erhielten einen Letter of Distinction. Erfolgreichste Agentur war Fisch Meier Direkt mit einem Gold-, 4 Silber- und 3 BronzeAwards. Auf Platz 2 folgt Lowe Direct (2 Gold, 2 Silber, 2 Bronze). Den 3. Rang eroberte mit Matter & Partner eine klassische Werbeagentur (2 Gold, 1 Silber, 1 Bronze). Gold erhielten auch Alex Schmid (2), Futurecom Interactive, WBO OgilvyOne, Gaiser & Partner, Bachmann und Partner, Baumer AG und BBDO Inter-One (siehe auch Shortlist Seite 21).
ESPO Aktuell. Bei Gassmann in Biel-Bienne wird zurzeit tonnenweise Zeitungspapier angekarrt. Das Druckerei- und Medienunternehmen produziert vom 15. Mai bis 20. Oktober täglich ein Expo.02-Journal in Deutsch und Französisch sowie bei besonderen Anlässen auch in Italienisch, Rätoromanisch und Englisch. Die beim Verleger des Bieler Tagblatts und Journal du Jura gedruckte Expo-Zeitung erscheint in einer Auflage von 30000, an Wochenenden bis 60000 Exemplaren. Vierfarbig bietet die Zeitung nebst Expo-Aktualitäten auch Infos zum Expo-Besuch sowie eine Rubrik «People». Mit 16 bis 24 Seiten, im handlichen Tabloid-Format, wird das Journal an offiziellen Expo-Parkplätzen, in Hotels, Tourismusbüros der einzelnen Expo.02-Städte, auf den Arteplages und voraussichtlich in den wichtigsten Zügen zur Expo.02 kostenlos abgegeben. Das Journal wird über Werbeeinnahmen finanziert und in Biel von 15 zweisprachigen Redaktionsmitgliedern zusammengestellt.
Editorial
Steigende Auflage und Beachtung Erfreuliche Nachricht in eigener Sache: Die WerbeWoche ist weiter gewachsen. Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat die Auflage der WerbeWoche für das Jahr 2001 mit 3869 Exemplaren beglaubigt. Das entspricht einer Zunahme von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und dies in einem für Medien und Agenturen schwierigen Jahr.
Positiv entwickelt haben sich die Abonnements und der Kioskverkauf der führenden Schweizer Wochenzeitung für Marketingkommunikation und Medien. Übrigens: Die WerbeWoche kann an über 80 ausgewählten (Bahnhof-)Kiosken in der Schweiz gekauft werden. Eine Liste dieser Verkaufsstellen finden Sie auf unserer Homepage (www.werbewoche.ch) unter dem Link «Abo».
Und noch eine erfreuliche Nachricht: Das tägliche Newsmail der WerbeWoche, in dem wir über die wichtigsten Ereignisse der Kommunikationsbranche kurz und bündig berichten, haben rund 7000 Personen abonniert.
Bei dieser Gelegenheit teilen wir Ihnen auch gerne mit, dass die WerbeWoche vom Verband Schweizer Presse wiederum mit dem Titel «Schweizer Qualitätsfachzeitschrift (QFZ)» ausgezeichnet worden ist. Ein Qualitätstitel, der uns auch weiterhin zu fundierten, sorgfältig recherchierten Informationen, Analysen und Kommentaren verpflichtet.
Redaktion und Verlag danken allen Leserinnen und Lesern für das entgegengebrachte Vertrauen. Samuel Helbling, Chefredaktor