Matthias Luchsinger, CEO RMB

Wie werden die Schweizer abschneiden?

Wie werden die Schweizer abschneiden?Matthias Luchsinger: Mein Tipp für alle Kategorien: 10 Shortlist-Platzierungen und ein bis zwei Löwen für die Schweiz.Was halten Sie vom Einbezug des DM in den Wettbewerb?
Luchsinger: Das ist ein weiterer Schritt nach vorne für die Bewertung internationaler Werbung. Die Anzahl der Einreichungen für diesen Wettbewerb hat die Erwartungen übertroffen.
Schauen Sie neben der klassischen Werbung auch Media- und Cyberlions sowie DM an?
Luchsinger: Obwohl ich kein klassischer Werber bin, kann ich bestätigen, dass das Interesse an diesen «Randkategorien» sehr gross ist. Wir zum Beispiel laden jedes Jahr Kunden aus der Mediabranche zum Mediaaward nach Cannes ein. Dies erweist sich nach wie vor als ein sehr grosser Erfolg. Cannes ist ein idealer Treffpunkt, um in der internationalen Werbeszene Kontakte zu knüpfen.
Wie sieht Ihre Spesenregelung aus?
Luchsinger: Was mir als Schweizer Repräsentant geschenkt wird, ist die Eintrittsgebühr. Die restlichen Marketingkosten muss ich jedes Jahr bei unserem Buchhalter durchboxen.

Kopf der Woche: «Wir werden uns wieder engagierter am Markt zeigen»

Edgar C. Britschgi übernimmt die Leitung von Advico Young & Rubicam

Edgar C. Britschgi übernimmt die Leitung von Advico Young & RubicamKopf der Woche «Wir werden uns wieder engagierter am Markt zeigen»
Gross war das Rätselraten nach dem Abgang der Geschäftsleitung von Advico Young & Rubicam (AY&R), wer wohl in Gockhausen das Ruder übernehmen würde. Mittlerweile hat die Agentur ihre Lösung präsentiert: Edgar C. Britschgi trägt künftig als CEO und Delegierter des Verwaltungsrates die Gesamtverantwortung.
Britschgi ist nur auf den ersten Blick ein neues Gesicht in der Agentur: Seine Sporen als Mediaplaner und Mediabuyer verdiente er sich bei der damaligen Advico Delpire ab. Seither bewegt sich Britschgis Karriere in einem weiten und internationalen Feld zwischen Marketing, Markenkommunikation und Beratung.
1973 wurde er zum Leiter Marketing Communications Europe des Textilherstellers Gardisette berufen, sein weiterer Aufstieg im Unternehmen führte ihn für mehrere Jahre in die Vereinigten Staaten. Nach der Rückkehr auf den alten Kontinent arbeitete sich Britschgi durch das Management von Werbeagenturen wie TBWA, RSCG und Ogilvy & Mather. Als CEO und Managing Partner galt er als treibende Kraft hinter dem Aufbau von Saatchi & Saatchi Business Consulting (Switzerland).
Fünf Jahre lang prägte Britschgi CI, Brand Development und Event Marketing der UBS in seiner Funktion als Leiter der Abteilung Group Corporate Marketing. Die Umsetzung seiner Branding-Aufträge besorgten Martin Spillmann als CD und Peter Felser als Stratege – seine Vorgänger bei AY&R. «Ich kenne daher beide sehr gut und bedaure, dass sie Advico verlassen haben», kommentiert Britschgi deren Abgang, «obwohl ich ja letztlich dadurch zu meinen jetzigen Posten gekommen bin.» Vor der Bankenfusion verliess Britschgi die UBS und wechselte als Partner zur Beratungsfirma Accenture, der letzten Station vor AY&R.
Trotz dieser vielseitigen Karriere wunderte sich der neue Kapitän an der ersten Vollversammlung, dass er nur für wenige seiner neuen Mitarbeiter ein Fremder war: «Einige wenige kannten mich noch aus der alten Zeit bei Advico, andere als Leiter der ADC-Kreativschule, die Dritten als Kunden.»
Britschgi hat «nicht gebibbert», wie er sagt, «weil ich wusste, dass ich die nötige Managementpraxis mitbringe». Allerdings nehme er die Herausforderung «sicher nicht auf die leichte Schulter». Immerhin blicke er auf Vorgänger zurück, «die seit mehr als zehn Jahren hervorragende Arbeit geleistet haben».
Ausbaumöglichkeiten sieht der neue CEO im strategischen Bereich, und mit seinem Wissen aus der Unternehmensberatung hofft er, die Dienstleistungen der Agentur noch vertiefen zu können. «Wir werden uns wieder engagierter am Markt zeigen», umreisst Britschgi sein Ziel, «dieser Aspekt hat in den letzten Monaten sicher gelitten.» Bruno Amstutz

Grünes Licht bei Presse-TV

Basler Mediengruppe kann mit Jean Frey AG verhandeln

Basler Mediengruppe kann mit Jean Frey AG verhandelnAm 3. Juni hat der Verwaltungsrat (VR) von Presse-TV (PTV) über das Ansinnen der Basler Mediengruppe (BM) beraten, die Hälfte ihres 20-Prozent-Anteils beim Verlegerfernsehen auf SF 2 an die Jean Frey AG und deren neue Eigentümer abzutreten. Der Grund: Die Jean Frey AG soll auch nach ihrer Abnabelung von der BM ihren gut laufenden Bilanz-Talk und allenfalls andere Sendungen als PTV-Partnerin beim Verlegerfernsehen auf SF 2 einbringen können (siehe auch WW 17/02). BM-CEO Beat Meyer bezeichnet den geplanten Verkauf von 10 Anteils-Prozenten denn auch als «Goodwill-Aktion» gegenüber der ehemaligen BM-Tochter.An der VR-Sitzung haben sich nun die anderen PTV-Aktionäre (Ringier 30 Prozent, NZZ 30 Prozent, die deutsche Verlegergruppe DCTP 20 Prozent) grundsätzlich damit einverstanden erklärt, dass die BM mit der Jean Frey AG Verkaufs- und Beteiligungsverhandlungen aufnehmen kann.
Erst wollte Ringier die neuen Jean-Frey-Aktionäre kennen
Zumindest mündlich verzichteten sie darauf, ihr Vorkaufsrecht wahrzunehmen, sagte Meyer auf Anfrage. Schriftlich liegen der BM aber die Zusagen noch nicht vor. «Die Zusagen sind eben an ein paar Bedingungen geknüpft», sagt Martin Werfeli, COO von Ringier und Mitglied des PTV-Verwaltungsrates. Um welche Art von Konditionen es sich handelt, wollte er allerdings gegenüber der WerbeWoche nicht weiter ausführen.
Schon an der letzten Verwaltungsratssitzung im März dieses Jahres, als die BM ihr Ansinnen erstmals präsentiert hatte, deutete Ringier an, möglicherweise das Vorkaufsrecht wahrnehmen zu wollen und so den Einstieg der Jean Frey AG bei Presse-TV zu verhindern.
Die Drohung war teilweise als Retourkutsche für den geplatzten Jean-Frey-Deal gedacht. Sie hatte aber auch sachliche Gründe: Man wollte die Aktionärsstruktur der neuen Jean Frey AG zuerst genau kennen, bevor man sie als Partner zulässt. Diese Forderung ist mittlerweile bekanntlich erfüllt, was sich offenbar an der letzten Sitzung fruchtbar auswirkte. Zudem scheinen NZZ und DTCP auf Ringier dahingehend eingewirkt zu haben, keine Animositäten gegenüber BM oder Jean Frey AG in den PTV-VR hineinzutragen. Markus Knöpfli

Zeit der goldenen Fiestas

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschDen Auftakt zur Partywoche gaben die Leute von Goldbach-Media, die sich fast exakt alle zwei Monate von der spendablen und aktiven Seite zeigen. Jeweils in diesem Rhythmus flattert eine Einladung aus Küsnacht ins Haus. Aber auch sonst sind die Logos von IP Multimedia, Hitradio Z, Active Agent, Suchtreffer und wie weitere Labels heissen an Veranstaltungen zu sehen – so bei der Idée-VfW, Werbeclubs und anderen Organisationen, die Sponsoren jeweils mit offenen Armen willkommen heissen.Die Strategen vom Küsnachter Goldbach haben einmal mehr Neues ausprobiert – und geschaffen: die Mediarena, ein Kommunikationsforum für elektronische Off- und Onlinemedien. Viele externe Referenten und Podiumsteilnehmer sorgten dafür, dass der Vorwurf der Eigenwerbeveranstaltung schon gar nicht erst aufkam. Die Besucherfrequenz bestätigte die Veranstalter. Es scheint noch immer ein markantes Bedürfnis nach Information über elektronische Medien zu bestehen. Vor allem was den Onlinebereich und dessen crossmediale Einsatzmöglichkeiten betrifft.
Während zweier Tage schluckte man denn auch viel geistiges Futter, um sich am Donnerstagabend endlich den handfesten kulinarischen und liquiden Vergnügungen hinzugeben. Nach getaner Arbeit konnte man sich bei einer schönen Bootsfahrt entspannen und durch die Zürichseefluten tragen lassen; samt erstem Apéro. Der Transfer von Küsnacht zur Werfthalle fand per Schiff statt.
Diese auch als Theatersaal schon erprobte Halle war zu einem veritablen Partytempel umfunktioniert worden. Eventmanager Christian Bonnot hatte ganze Arbeit geleistet. Wo üblicherweise Schweissgeräte brennen und Mechaniker schwitzen, stiess man auf ein Festgelände im edelsten Stil. Die Kiste dürfte eine schöne Stange Geld gekostet haben! Blaue Teppiche, gediegene Bestuhlung und Tische mit erstem und zweitem Rang wie im Theater. Das Ganze wurde durch einen Bühnenaufbau abgerundet. Überdimensionierte Lampenschirme hingen über den Köpfen, und die Lichtanlage hätte einer Grossraumdisco alle Ehre gemacht.
Nicht nur die Gäste, auch das Catering wurde quer über den See angeliefert. Das «Lake Side Casino Zürichhorn» hatte den ersten Gastauftritt ausserhalb der eigenen Location – und vermochte einigermassen zu überzeugen. Das Buffet zur Sofortbedienung für schnell entschlossene und ausgehungerte Zeitgenossen fehlte ebenso wenig wie der gepflegte «Service-à-table» mit allerlei Feinheiten für die kulinarisch etwas Geduldigeren.
Zu hören gabs gediegenen Jazz, verlustieren konnte man sich in speziellen Sitzecken und Lounges, es war einfach genügend Platz für alle da. Mit drei Worten – eine wahre Freude!
Zu hören gabs News von personeller Seite: Andy Wild verlässt Swiss. Der frühere Swissair-Werbepilot, der nach Grounding und Zusammenbruch des «Nationalsymbols» bei der Swiss auf demselben Posten angeheuert hatte, hat die Nase definitiv voll vom Fluggeschäft. Er wird jetzt Kommunikationsleiter beim Stromanbieter Axpo. Neues auch von 3M-Werbeleiter Martin Vogel. Man adelte ihn mit dem Bandwurmtitel «Leiter Corporate Communication, Marketing & Advertising». Woraus wir schliessen, dass er mindestens zwei Stockwerke aufwärts befördert wurde (ohne dabei das Dach zu durchstossen).
Eine geballte Ladung Schönheit und Schönheiten gabs am Credit Suisse Prix Bolero zu sehen. Nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch im Publikum, das sich an den After-Show-Partys etwas genauer untersuchen liess. Viel Vorstadt-Chic lautete zwar das vernichtende Urteil eines Szenis – trotzdem gefiel der Event fast allen. Neu findet der Catwalk – da der Platz im Hauptbahnhof nicht mehr reichte – in der Saalsporthalle statt. Mit Non-Stop-Shows und Exhibitions in den Gängen und After-Show-Events für alle Zuschauer. Ebenfalls neu: Es führte nicht Bolero-Stammmoderator Kurt Aeschbacher, sondern die nicht minder charmante Mona Vetsch durch die beiden Shows.
An der elften Austragung des Credit Suisse Prix Bolero kamen neben der jährlich stattfindenden Prämierung der Schweizer Newcomer heuer italienische Designer zum Zug. Die heimische Ausmarchung gewann die 22-jährige Larissa Kramer, die unter ihrem Label Larika eine Kollektion im New-Romantic-Style, gepfeffert mit einer satten Prise Erotik, ins Rennen schickte. Dotiert war der Preis mit 25000 Franken.
Eine Neuheit gabs beim Bucherer-Publikumspreis – E-Voting in Reinkultur. Per SMS konnten die Zuschauer von der Tribüne aus ihren Favoriten die Stimme abgeben. Die 10000 Franken gingen an die Jung-Designerin Aleksandra Wisniewska.
Unter Strom stand man am Freitag auch im EWZ Unterwerk Selnau. Die St.Galler sind dabei, Zürich zu erobern. Im Presseland Schweiz gehts am einfachsten via Printprodukt. Der in St.Gallen erprobte und etablierte Ausgeh-ratgeber Faces wagt mit einem Redaktionssplit den Schritt in die Zürcher Szene, wo mit Forecast und Kult bereits zwei Partymagazine etabliert sind. Ein mutiger Schritt von Stefan Berger und Paddy Pierazzoli von Fairlane Consulting. Und eine gut genutzte Gelegenheit zum Redesign von Faces, weil man sich ja gegen die Etablierten durchsetzen will.
Die Lancierungsnummer ist den Machern gelungen. Viel hübsche Bilder und neu viel mehr Text hat die Blattauffrischung gebracht. Dafür verantwortlich zeichnete Jürg Zentner (Zentner Kreativproduktion GmbH), damals Mitbegründer des Kult, und seine ebenso kultige Partnerin Anka Wessely, die für die Art Direction zuständig ist. Weil Lesen ja bekanntlich bildet, empfehlen wir sogar Partygängern die Lektüre des Faces wärmstens.
Beat Fritsch

war in der vergangenen Woche vermehrt auf Pirsch. Es jährte sich die Einweihung des Goldbach-Centers, was mit einem Kommunikationsforum und einem grossen Fest gewürdigt wurde. Viel Schönes gabs auch am Credit Suisse Prix Bolero zu sehen, wo man sich am Rande des Catwalks zur Beurteilung der Schweizer Nachwuchsdesigner einfand. Und mit Faces drängt in Zürich ein weiteres Ausgeh- und Partymagazin in den Markt – was mit grossem Tamtam gebührend abgefeiert wurde.
Wer in der Kommunikationsszene Jubiläen feiert oder mit Launches und Relaunches aufwartet, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps wie auch viele weitere Shortlistbilder: www.werbe woche.ch

Mark Stahel, CD Lowe

Ihre Schweizer Favoriten?

Ihre Schweizer Favoriten?Mark Stahel: Spontan fällt mir der Tibet-Spot «Musiker» ein.Wie schneidet die Schweiz ab?
Stahel: Ich denke, die Chancen waren letztes Jahr einiges besser.
Ihr Grand-Prix-Favorit?
Stahel: Die BMW-Spots von Fallon Worldwide, die auch an der One Show abgeräumt haben.
Macht DM in Cannes Sinn?
Stahel: Es fliessen immer mehr Werbefranken in den Bereich. Wenn man die diesjährigen Schweizer-DM-Awards betrachtet, muss man sagen: Chapeau! Da gabs ein paar tolle Arbeiten.
Macht die Schweiz genug Eigenwerbung?
Stahel: Die beste Eigenwerbung ist gute Werbung. Der Schweiz gelingt dies auch immer wieder. Aber ein grosses Eigenwerbungstrallala zu veranstalten, das bringt nix, im Gegenteil.
Ihre Idee, um mehr Neugier auf Schweizer Werbung zu wecken?
Stahel: Da frag ich doch gleich mal den Tyler Brûlé.
Besuchen Sie in Cannes auch Nebenveranstaltungen?
Stahel: Ich schau mir gezielt verschiedene Kategorien an. Ich staune dabei, was den Leuten zum gleichen Thema immer wieder Neues einfällt – oder nicht.
Ihr Lieblingsplatz in Cannes?
Stahel: Oberste Reihe Sitz 85, unterhalb der Klimaanlage.

Zittertermin für Meyer’s

Der nächste Zittertermin für die Redaktions- und Verlagsangestellten von Meyer’s ist auf diesen Freitag angesetzt worden.

Der nächste Zittertermin für die Redaktions- und Verlagsangestellten von Meyer’s ist auf diesen Freitag angesetzt worden.Dann sollen sie über ihre Zukunft informiert werden, wie aus Redaktionskreisen zu erfahren ist. Bruno Derungs, Rechtsvertreter von Meyer’s, bestätigte den Termin, sagte aber gegenüber der WerbeWoche, dies sei noch nicht die Deadline für den Verkauf. Bis nächsten Dienstag werde die Sache jedoch über die Bühne sein. Die Vermutung, wonach Meyer’s noch über längere Zeit mit einem Druckauftrag an die bereits verkaufte Meyer Print AG gebunden sei, was für den Verkauf ein schwer wiegendes Hindernis wäre, dementiert Derungs. Es seien «keinerlei vertragliche Bindungen» vorhanden.Was die möglicherweise im April viel zu hoch beglaubigte Auflage von Meyer’s betrifft, stehen die Resultate einer internen Nachprüfung noch aus. «Ich habe die entsprechenden Abklärungen in Auftrag gegeben, kenne das Ergebnis aber noch nicht», sagte Derungs. (dse)

Martin Spillmann, CD Spillmann Felser Leo Burnett

Ihre Schweizer Favoriten?

Ihre Schweizer Favoriten?Martin Spillmann: Im TV: «Gemeinsam gegen Gewalt» von Wirz und «Médecins sans Frontières» von Advico Young & Rubicam, bei dem ich ein wenig Geburtshilfe geleistet habe. Mehr als diese zwei kommen mir leider nicht in den Sinn.Wie wird die Schweiz abschneiden?
Spillmann: Ich tippe auf ungefähr zehn Shortlist-Nennungen und drei bis vier Löwen. Aber nur, wenn wir sehr, sehr viel Glück haben.
Ihren Favoriten für den Grand Prix?
Spillmann: Die Kurzfilme für BMW America von Guy Richie, Wong Kar Wei und Inanite, die auf dem Internet laufen. Oder die X-Box-Spots von BBH.
Was halten Sie vom Einbezug von Direct Marketing?
Spillmann: Solange es in den Hotels und guten Restaurants von Cannes und Umgebung noch genug Platz hat, ist mir diese Neuerung eigentlich egal.
Werden Sie auch anderes als klassische Werbung anschauen?
Spillmann: Die Media- und Cyberlions interessieren mich insofern, als auch dort überraschende Ideen und Konzepte ausgezeichnet werden.
Müsste die Schweiz aktiver mit Events präsent sein?
Spillmann: Man sollte mehr machen: Mehr gute Werbung. Dann werden die anderen automatisch auf uns aufmerksam.
Ihre Nebenbeschäftigungen in Cannes?
Spillmann: Ich habe noch nie die Badehose mitgenommen. Was ich bestimmt nicht verpasse, sind die «New Talents» von Saatchi & Saatchi.
Ihr Lieblingsplatz in Cannes?
Spillmann: Sitz 218 in der vierten Reihe des grossen Kinosaals.

Gmür sagt dem VR von CCP Adieu

Peter Gmür, früherer Besitzer des Aussenwerbers Plakanda

Peter Gmür, früherer Besitzer des Aussenwerbers Plakandaund nach dem Verkauf an Clear Channel VR-Präsident von Clear Channel Plakanda (CCP), trat per Ende April von allen Funktionen bei CCP zurück. Gmür wollte damit allfällige Interessenkonflikte mit seiner neuen Funktion als Chef von RMB Switzerland und RMB Austria vermeiden (siehe Seite 19). Zudem sei seine Funktion als VR-Präsident befristet gewesen, sagte er auf Anfrage. Neuer Präsident bei der CCP-Holding wurde das bisherige VR-Mitglied Arthur Loepfe. Beat Roeschlin, bisher VR-Delegierter, wurde VR-Präsident in allen operativen Gesellschaften. Neu sind auch Beat Sulzer und Andreas Dörler in allen VR der operativen Gesellschaften vertreten. (mk)

Jean Etienne Aebi, Chief Creative Officer, Publicis

Ihre Schweizer Favoriten?

Ihre Schweizer Favoriten?Jean Etienne Aebi: Film: Perskindol. Print: ZVV.Wie viele Löwen gibt es für die Schweiz?
Aebi: Shortlist: Zu wenige. Lions: Vielleicht zwei.
Welche internationale Werbung hat Chancen auf einen Grand Prix?
Aebi: Wenn ich das wüsste! Vielleicht Levi’s «Freedom to move», weil Emotion angesagt ist.
Halten Sie DM für eine sinnvolle Ergänzung des Werbefestivals?
Aebi: Geldmacherei bis zum Gehtnichtmehr.
Schauen Sie sich in Cannes auch Cyberlions oder DM an?
Aebi: Letzteres, soweit es reicht.
Sollten BSW und SW in Cannes mehr Lobbyarbeit für die Schweizer Werbung machen?
Aebi: Mehr. Aber nicht dort, sondern vorher: Mehr in Shots oder Lürzers rein.
Mit welcher Schlagzeile würden Sie im Ausland Neugier auf Werbung «Made in Switzerland» wecken?
Aebi: «The smaller the smarter. Swiss advertising.»
Werden Sie in Cannes auch Seminare besuchen oder am Strand rumhängen?
Aebi: Wer erst ab Mittwochabend dort, der konzentriert sich besser.
Ihr Lieblingsplatz in Cannes?
Aebi: Verrate ich nicht.
Mit welchen Argumenten überzeugen Sie die Buchhaltung Ihrer Agentur, dass auch in diesem Jahr an den Spesen für Cannes nicht gespart werden soll?
Aebi: Wer sich nicht an den Besten misst, meint nur, er sei gut.
Falls die Schweizer leer ausgehen sollten: Wie erklären Sie das Ihren Kunden?
Aebi: Da helfen alle Erklärungen nichts.

Blut, Schweiss und Tränen

Mit Medien und Marketingpower eine erfolgreiche Girlgroup aus dem Boden gestampft

Mit Medien und Marketingpower eine erfolgreiche Girlgroup aus dem Boden gestampftVon Daniel Schifferle Kaum hatte TV 3 mit «Popstars Schweiz» erstmals auch hier zu Lande erfolgreich eine Retortenband aus dem Boden gestampft, machte der Sender bereits dicht. Goldbach Media erhielt den Auftrag, die geballte Medien- und Marketingpower für die Girlgroup Tears neu zu koordinieren. Am Event Mediarena bot der Case beste Unterhaltung.
Goldbach Media hat die erste grosse Publikumstaufe am neuen Standort in Küsnacht bestanden. Weitaus mehr Gäste als erwartet verfolgten das reichlich dotierte Veranstaltungspaket der Mediarena (siehe Kasten). Der neue Event für elektronische Medien bot einen breiten Mix aus Theorie und Praxis, bei dem auch das Showelement nicht zu kurz kam.
Bestes Beispiel, wie man dem geforderten Publikum Information und zugleich hervorragende Unterhaltung bieten kann, war der Case der Schweizer Girlgroup Tears. Inklusive Liveauftritt der vier Girls.
Der Reihe nach. Die grosse Zeit der Retortenbands begann in den Achtzigerjahren. Hunderte von Boy- und Girlgroups versuchten, auf dem am Reissbrett entworfenen und mit viel Medien- und Marketingpower gesteuerten Weg zum Erfolg zu gehen. Etliche davon sind ins Ziel gelangt, wie Namen wie New Kids On The Block, East 17, Spice Girls oder Take That bezeugen. Den Schweizer Me-Too-Bands blieb der Erfolg hingegen versagt. Ende der Neunzigerjahre verschwand die Boygroup Code 5 genauso schnell, wie sie aufgetaucht war. Und auch Pure Pleasure schafften den Durchbruch trotz Bekanntheitsbonus ihrer Protagonisten Sven Epiney und Reto Peritz nicht.
Geringe Halbwertszeit der Retortenbands
Erst der TV-Sendung «Popstars» auf TV 3, einem vorher bereits erfolgreich im Ausland gespielten Format, gelang der Durchbruch. Ab September 2001 stellten sich während 16 Wochen mehr als 1200 junge Frauen dem Auswahlverfahren vor laufen-der Kamera. Das Problem: Mit dem Sendeschluss von TV 3 am 23. Dezember 2001 verloren die Tears ihre Plattform.
Wie Mehmet Inan und Etienne Bujard von Goldbach Media darlegten, wurde damit der bis anhin kleine Auftrag über Nacht zu einem grossen. Goldbach Media erhielt die Aufgabe, eine breite Abdeckung im Bereich der elektronischen Medien zu gewährleisten und zu koordinieren. Dazu gehörte nicht nur die Vernetzung der elektronischen Off- und Onlinemedien TV, Radio und Internet – auch die Integration von Events, B2B, Sales/Vertrieb und Promotion waren Teil des komplexen Jobs. Insbesondere galt es, Synergien zum Schwesterbeispiel mit der Girlgroup No Angels (RTL 2) bestmöglich zu nutzen. Ein wichtiger Schritt: Die Tears, die es mit ihrem Hit «Music» an die Spitze der Schweizer Single Charts geschafft hatten, durften die Titelmelodie für die neue Sendung «Teen-Star» auf RTL 2 bestreiten.
Denn in einem weiteren Schritt geht es nun darum, die Tears in Deutschland zu verkaufen. Doch ob der mit viel TV- und Marketingpower in der Schweiz erreichte Erfolg sich auch auf Deutschland übertragen lässt, steht in den Sternen. Dasselbe gilt für die Dauerhaftigkeit des bereits erreichten Erfolges. Denn wie die Erfahrung zeigt, ist die Halbwertszeit der Retortenbands in aller Regel gering.
Mediarena: Fortsetzung folgt

Der Veranstalter Goldbach Media ist mehr als zufrieden mit der Mediarena, dem neuen Kommunikationsforum für elektronische Medien, das am 5. und 6. Juni in Küsnacht und Zürich erstmals über die Bühne ging. An den beiden Tagen verfolgten je 230 Gäste die in zwei Räumen parallel vorgetragenen Referate. An der Abschlussparty in der Werfthalle Zürich-Wollishofen vergnügten sich rund 400 Personen. «Wir wurden regelrecht überrannt, rechneten wir doch ursprünglich lediglich mit 150 Personen», sagt Bettina Singeisen, Sprecherin von Goldbach Media. Auch inhaltlich sei die Veranstaltung beim Publikum gut angekommen. «Nie vorher hatten wir ein derart positives Echo auf einen Event», freut sich Singeisen.
Die Mediarena werde deshalb sicher eine Fortsetzung haben. «In kleinerem Rahmen vielleicht schon dieses Jahr», erklärt Singeisen. Man könne sich zum Beispiel gut vorstellen, die Mediarena als Bestandteil anderer Events der Goldbach Media zu institutionalisieren. Was genau kommen werde, sei Thema interner Diskussionen, die jetzt intensiv geführt würden.

Schwer wiegende Fakten

Euro RSCG verleiht dem Nachrichtenmagazin Facts eine Imageaufbesserung

Euro RSCG verleiht dem Nachrichtenmagazin Facts eine ImageaufbesserungKlug auf den Relaunch der Weltwoche abgestimmt, startet nach einem Agenturwechsel und längerer Pause die neue Facts-Imagekampagne. Was Frank Bodins Euro-RSCG-Team für das Wochenblatt konzipierte, zielt auch inhaltlich auf Köppels Magazin. Setzt doch die Zürcher Agentur ihre Werbeidee – die prägnante Formel «Facts = Breite ¥ Tiefe ¥ Emotionen» – in einer stringenten Print- und Posterkampagne um. Diese basiert auf einem Consumer Insight. Danach erzielt Facts hohe Werte bei Themenvielfalt und Emotionen, aber schwache Werte beim Qualitätsfaktor Analyse. Darin sahen Chefredaktor Hannes Britschgi und Verlagsleiter Christoph Marty Handlungsbedarf. Seite 6

Patrick Lienert, CD DDB Zürich

Welches sind Ihre Favoriten in Cannes?

Welches sind Ihre Favoriten in Cannes?Patrick Lienert: Güggel-Spot für Radio DRS, Gelbe Seiten, Kuoni, Total-/ Migros und als Geheimfavorit der Swisscom-Internet-Film von Contexta. Im Press & Poster: Kuoni und Tibet.Wie schneidet die Schweiz ab?
Lienert: Sieben Arbeiten in der Shortlist und zwei Löwen.
Was halten Sie vom Einbezug des DM ins Cannes-Festival?
Lienert: Natürlich ist es Geschäftemacherei. Aber es ist jeder frei, sich dafür zu interessieren.
Schauen Sie sich auch Media- und Cyberlions an sowie neu DM?
Lienert: Es ist wie mit den Heftlis. Man liest alles, was einem in die Finger kommt, auch die Schweizer Illustrierte.
Welches ist Ihr geheimes Lieblingsplätzchen in Cannes?
Lienert: Ein Sitzplatz im Helikoptertaxi von Nizza nach Cannes. Da schlägt jedes Bubenherz höher.
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