Umfrage «Euro Schock»: Rudolf Rodenburg

Werbewoche-Umfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung nach dem «Euro Schock» und dessen Auswirkungen auf die Kommunikations- und Werbebranche: Rudolf Rodenburg, Member of the Executive Board and Managing Director Zurich Process

Wir alle wissen, dass kein Produkt, keine Marke sich allein über den Faktor Preis profilieren kann. Die Schweizer Wirtschaft muss mehr denn je auf die Karte Swissness und die damit verbundenen Werte setzen. Der Preis muss eine sekundäre Rolle spielen. Die Besinnung auf den Kunden, seine Bedürfnisse und Motivationen stehen im Zentrum. Der Kunde definiert, was eine Leistung für einen Wert, für einen Mehrwert hat, der eben auch die Bereitschaft schürt, einen höheren Frankenpreis zu zahlen. Die Menschen müssen das Gefühl haben, dass es keine andere Alternative gibt als dieses Schweizer Produkt. Das ist einfacher bei Luxusprodukten und -Dienstleistungen, gilt aber auch für alle anderen Schweizer Qualitätsprodukte im mittleren Preissegment. Als Branding-Agentur wurden wir bisher von den Auswirkungen der Frankenstärke verschont, und ich bin überzeugt, dass dies auch so bleiben wird. Ich lebte und arbeitete in London, als die Rezession 2008 dort einschlug. Werbebudgets wurden sofort knallhart gestrichen. Unternehmen hatten kein Geld mehr für teure, kurzfristige Werbekampagnen und realisierten, dass sie die Beziehungen mit ihren Kunden längerfristig nur durch ihre Marken aufrecht erhalten konnten. Dazu mussten diese relevanter, einzigartiger, ansprechender, unverzichtbarer sein als die Konkurrenz. Branding-Agenturen haben von dieser Entwicklung profitiert. Auch bei den Mitarbeitenden wurde gespart. Die Belegschaften in grossen Unternehmen wurden drastisch reduziert. Diejenigen, die blieben, brauchten eine starke Motivation, Werte, die sie vertreten konnten. Ihnen musste klar werden, dass sie eine wichtige Rolle spielten und das Überleben der gesamten Organisation direkt beeinflussen konnten. Das war die Zeit, als Employee Engagement wirklich durchstartete. Wenn wir also von einem antizyklischen Vorgehen sprechen, geht es darum, dass es sich lohnt, auch in schwierigen Zeiten in die Marke und die Mitarbeitenden zu investieren. Es geht darum, eine «Pull»-Bewegung in Gang zu setzen, ein Begehren, eine Sehnsucht zu erzeugen und weniger eine «Push»-Bewegung, eine breit gestreute Kommunikation loszutreten.
 

Der Motz von Butz: Vom ungeniessbaren Werbeeinheitsbrei

Ob Hair-Care-Produkte, Aktionitis-Angebote, Parteienwerbung oder mein Lieblings Sündenbock, die Automobil-Werbung, alle leiden unter demselben ansteckenden Virus.

Um was es hier geht: Werbung aus den gleichen Produktkategorien sind für den Konsumenten nich klar einer Marke zuzuordnen. Nachdem im Werbeblock drei Haarverschönerungs-Produkte beworben wurden oder alle jüngermachenden Cremen mit dem Wundermittel Hyaluron auftrumpfen, weiss ich soviel wie vorher, aber nicht, um welche Produkte es sich handelt.

Den interessantesten Einheitsbrei aber bietet die Autobranche. Über diese gilt es heute zu motzen. Die Wahlwerbung der Parteien bekommt dann zu gegebener Zeit ihr Fett ab. Zufälligerweise konnte ich in einer Druckerei bereits ein solches Exemplar von politischer Unwerbung entdecken.

Nun also zu unseren Lieblingen, den Autos. Dass die Automobilmarken in etwa identische Werbepositionierungen und in etwa identische Werbeumsetzungen aufweisen, ist völlig unverständlich und auch ineffizient, folglich falsch. Obendrein kommt noch hinzu, dass beinahe alle Autos pro Kategorie mehr oder weniger gleich aussehen und ungefähr die analogen Performances ausweisen. Also ein Einheitsbrei.

Aus meiner Zigarettenwerbezeit weiss ich ganz genau, dass mein damaliger Kunde dieselbe Zigarettenmischung in drei verschiedenen Marken auf dem Markt anbot. Die mit der eindeutigsten und begehrenswerten Positionierung und deren konsequenten Werbeumsetzung hat gewonnen.

Jetzt folgt noch der grösste Fehler, den die Automobilfirmen begehen: Sie bewerben vor allem auf Plakaten diesen Einheitsbrei zur selben Zeit. Also vor dem Salon wird dieser Brei auf alle Plakatwände gepflastert. So ist die Chance aufzufallen noch geringer. Fiat 500- und VW-Spots bilden hier die Ausnahmen.

Für diesen Massenauflauf gibt es eine Regel. Azyklische Werbung ist der Erfolgsweg. Den erfolgreichsten Pfad hat Porsche eingeschlagen mit seiner klaren Positionierung und unverwechselbarem Modell. Und die haben es dadurch gar nicht nötig, bei diesem Werbebrei mit von der Partie zu sein. Ich werde bestimmt nach dem Salon etwas zu hören und zu sehen bekommen. Nämlich dann, wenn die andern ihr Pulver verschossen haben.

Meine Theorie: Es gibt verschiedene Faktoren, die man aufzählen könnte (siehe Motz 8 und 9/2014 mit den 12 Geboten der Werbung). Aber die Grundregel liegt beim gesunden oder auch cleveren Menschenverstand. Bei der Mehrheit der Automobilwerbung ist dieser gar nicht vorhanden. Manchmal frage ich mich, wer ist denn ein solcher Löli, der für viel Geld solchen Werbebrei serviert? Sagen wirs so: Klare Positionierung. Unterhaltende, reduzierte Message. Auffällige Umsetzung. Und wenns still is reden.

Mein Aufsteller: Ich habe mich entschieden trotz Unentschieden – allez FCB.

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Diese Plakatwand passieren täglich Tausende Automobilisten. Sie werden sich von keiner Marke begeistern lassen, weil sie nichts erkennen. Werbung mit Null-Effekt.

chapeau

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit mehr als vier Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].
 

Renzen organisiert Jubiläumsevent für Davos Klosters

150 Jahre nach dem Eintreffen der ersten Wintergäste im Landwassertal, feierte Davos Klosters dieses für den gesamten Wintertourismus in der Schweiz wichtige Ereignis in würdigem Rahmen.

Schon der ganze Winter stand im Zeichen des Jubiläums, das in der Pioneers’ Party im Februar 2015 gipfelte. Die Aarauer Agentur Renzen zeichnete für die Regieführung und zusammen mit Davos Services für die Organisation dieses Grossanlasses im Kongresszentrum Davos verantwortlich.

Motive der vergangenen 150 Jahre nahmen die Besucher mit auf eine Zeitreise. Zu den Highlights gehörten der Auftritt der «Swiss Tenors», das mitternächtliche Feuerwerk und die öffentliche Show des bekannten Lichtkünstlers Gerry Hofstetter, der das Kongresszentrum mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Effekten und Musik in einem neuen Licht erstrahlen liess, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

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Verantwortlich bei Davos Services: Annina Huber (CEO), Birgit Hürlimann (Projektleiterin). Verantwortlich bei Renzen: Marc Tabeling (Leiter Beratung und Events).

 

«Krise» ist nur ein Wort

Seit Jahr und Tag macht die Medienbranche Schlagzeilen, die sie eigentlich nicht verdient. Denn es sind die grossen Meinungsführer, die Probleme haben und das pessimistische Grundrauschen einer ganzen Branche bestimmen. Dieses wird dann verstärkt durch viele gedankenlose Nachbeter, die ständig von der «Print-Krise» reden.

Wenn die Neue Zürcher Zeitung ihre Druckerei schliesst, schliesst die Öffentlichkeit auf die grosse Krise der ganzen Druckbranche. Gäbe es in der Schweiz einen Medienjournalismus, der von dem Hause, das ihn ermöglicht, wirklich unabhängig wäre, so würde zum Beispiel die Geschichte recherchiert, warum es überhaupt so weit gekommen ist. Um die Jahrhundertwende haben intelligente Technokraten aus dem Hause NZZ ein Projekt namens «Zürich Print» aufgesetzt. Beide Druckereien standen vor grossen Zusatzinvestitionen. Trotz der damaligen hohen Auflagen und Umfänge wussten die Technokraten: Ist doch eigentlich Unsinn, dass beide Unternehmen – das eine im Bubenberg, das andere in Schlieren – fast gleichzeitig dasselbe tun und zwangsläufig Überkapazitäten schaffen. Lasst uns die beiden Zeitungsdruckereien in eine gemeinsame Gesellschaft einbringen und Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe sparen!

Zudem hätte allein die Einsparung beim Papiereinkauf, jährlich wiederkehrend, Millionen gebracht. Aber Tamedia lehnte die Idee ab. Man wollte unabhängig bleiben. Ironie der Geschichte: Jetzt profitiert sie trotzdem, weil sie die NZZ drucken wird.

Da die NZZ, die Europameisterin im Aufdecken von Hintergründen von Hawaii bis Aserbaidschan, bis jetzt nicht in der Lage war, ihren Mitarbeitern, Lesern und Aktionären solche und andere Grundlagen ihres Radikalentscheids in Sachen Schlieren zu kommunizieren, können die Polemiker im Prinzip jeden Unsinn erzählen, der gerade zu ihrer Agenda passt.

Und einmal mehr bestätigt sich: Im Verlagswesen besorgt dir immer die Konkurrenz die PR, und dies mit ausgesuchter Häme. Nur mal kurz gefragt: Werden wir noch den Tag erleben, an dem der Tages- Anzeiger und die SonntagsZeitung mit der gleichen Offenheit über Vorgänge und Unternehmerentscheide im eigenen Haus berichten wie über die Druckerei- und Redaktionsprobleme der lokalen Konkurrenz? Auch der Schliessungsentscheid für Ziegler Druck hätte einigen Stoff geboten!

Manchmal hilft es, die Dinge nicht nur von Zürich aus zu betrachten. Das Kontrastprogramm zu Schlieren wird derzeit in Visp aufgeführt. Dort lässt der innovative KMU-Verlag Mengis die erste digitale Zeitungsdruckmaschine der Welt installieren. Der Walliser Bote (Auflage 22 000) wird ab Juli auf dieser neuen Maschine gedruckt. Der CEO des Familienbetriebs hat über Digitaldruck seine Diplomarbeit geschrieben und sieht darin eine lohnende Geschäftsmöglichkeit. Und im Gegensatz zu den Managern investiert er in diese Vision eigenes Geld.

Die grossen Zeitungen, derzeit allesamt in der Krise und in der Objektrechnung nur überlebend dank Reserven und Quersubventionierung, wirken wie Klimaanlagen und spielen der Öffentlichkeit eine Print- Krise vor, die es in dieser Verallgemeinerung nicht gibt. Die zwischen «befriedigend» und «glänzend» schwankenden Geschäftsabschlüsse vieler kleiner und mittlerer Zeitungen sprechen gegen dieses undifferenzierte Krisengeschwätz – bloss: Das wird nicht kommuniziert. Man will ja nicht auffallen. Und der früher Zeitungsverlegerverband geheissene «Verband Schweizer Medien» ist derzeit mit internem Knatsch offenbar so ausgelastet, dass ihm keine Zeit mehr bleibt für kluge und aufbauende Branchen-PR. Von den pfiffigen Gründer-Ideen und den ermutigenden Start-ups im Print-Bereich haben wir noch gar nicht gesprochen.

– Beispiel Grosseltern: Der junge Badener Verleger Dominik Achermann hat mit einem kleinen sechsstelligen Betrag als Risikokapital sein Projekt gestartet. Nach einem halben Jahr hat er 2500 zahlende Abonnenten. Er ist noch nicht über dem Berg, aber über den Planzahlen. Moral: In den Nischen gibt es noch viel Platz für clevere Newcomer.
– Beispiel Falstaff: Das Zweimonatsmagazin für «Geniessen, Wein, Essen, Reisen» meldet für seine neu gestartete Schweizer Ausgabe über 2000 Abo- Bestellungen innert weniger Wochen. Es ist ein Magazin zum Niederknien: 180 Seiten, gut ausgedacht, elegant geschrieben, schön gestaltet. Auch die anscheinend unvermeidlichen PR-Beiträge sind wenigstens anständig gemacht.
– Auch auf der oberen Flughöhe, wo viele traditionelle Publikumsmagazine nur noch mit kurzem Atem unterwegs sind, gibt es Erfolgsgeschichten. LandLiebe von Ringier verkauft zwei Jahre nach dem Start beglaubigte 148 000 Exemplare. Oder die Schweizer Familie: Sie ist eine der heimlifeissen Cash-Kühe, die Tamedia die Milch liefern für ihre Expeditionen in die digitale Welt.

Könnte es am Ende sein, dass «Krise» nur ein anderes Wort ist für Einfallslosigkeit?

Karl Lüönd ist freier
Publizist und Buchautor
 

Beni Hirt wird CEO von Swiss Digital

Beni Hirt ist seit Januar 2015 neuer CEO und Partner von Swiss Digital. Das im Jahr 2013 gegründete Berner Technologie-Startup legt damit die Grundlage für das angestrebte Wachstum im App-Geschäft.

Für Beni Hirt bietet sich mit dem Einstieg bei der Swiss Digital die ideale Möglichkeit seine Erfahrung und Kompetenzen in ein ambitioniertes Jungunternehmen einzubringen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Hirt ist Ex-CEO von Apps with love und Ende 2014 aus dem von ihm mitgegründeten Unternehmen ausgestiegen. Als Begründung wurden unterschiedliche Auffassungen der Partner bezüglich Unternehmensführung angegeben (Werbewoche.ch berichtete).

Der ehemalige CEO von Apps with Love bringt fünf Jahre Erfahrung als Unternehmer mit spezifischen Marktkenntnissen in den mobilen Technologien mit. Sein neuer Geschäftspartner und CTO, Maroje Ljutic, sieht genau darin die Stärke: «Er hat mit Kunden wie Swisscom, SBB, Post Finance, Fielmann und Roche zusammen gearbeitet, ist in der Branche gut vernetzt und ergänzt meine technischen Kompetenzen mit Business-Knowhow.»

In Bern könne das kleine, agile Team schnell auf Kundenwünsche eingehen und als lokaler Ansprechpartner alles aus einer Hand anbieten, heisst es weiter in der Mitteilung. The Swiss Digital gehört zur NTH-Gruppe, die mit über 20 verbundenen Unternehmen mehr als 250 Mitarbeiter in Europa beschäftigt. Dazu gehören unter anderem 25 fulltime Mobile Entwickler und Designer. Durch die enge Zusammenarbeit kann The Swiss Digital für seine Kunden umfassende Lösungen aus dem Gesamtportfolio der Unternehmensgruppe anbieten, wie eigens hergestellte Beacons inklusive Softwaremodulen oder ein eigenes Datenzentrum in Zürich.

Umfrage «Euro Schock»: Axel Beckmann

Werbewoche-Umfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung nach dem «Euro Schock» und dessen Auswirkungen auf die Kommunikations- und Werbebranche: Axel Beckmann, MediaCom, CEO

In Summe wird die Freigabe des Franken-Kurses einen negativen Einfluss auf unsere Branche haben – aber dieser Effekt wird deutlich geringer ausfallen, als man auf Grund der aufgeregten Berichterstattung der letzten Wochen erwarten würde.

Wenn der Franken beim momentanen Kurs bleibt, erwarten wir eine Reduzierung der Schweizer Werbeausgaben um höchstens fünf Prozent. Das wird je nach Branche natürlich unterschiedlich ausfallen, so sind die Schweizer Tourismusindustrie oder die Autoimporteure deutlich stärker betroffen als z. B. der Detailhandel. Letzterer leidet zwar stark unter dem Shopping-Tourismus, aber das bereits seit einigen Jahren – und hat sein Werbeverhalten bereits darauf eingestellt. Wir erwarten nicht, dass jetzt deutlich mehr im Ausland eingekauft wird. Auch sind Schweizer Werbetreibende geringer betroffen als internationale Unternehmen, deren Budgetplanung in Euro erfolgt.

Insgesamt sind die Auswirkungen auf unsere Branche aber keinesfalls vergleichbar mit der wirtschaftlichen Situation in 2008/2009. Wohlgemerkt aber nur für unsere Branche. Die Export- orientierte Industrie ist ganz anders betroffen, allerdings hat diese Industrie für Media-Agenturen kaum Bedeutung.

Aber wie alle Krisen wird auch diese Krise bestehende Trends aufgreifen, verstärken und beschleunigen. Da bestehende Werbebudgets unter Druck geraten können, werden die Werbungtreibenden noch mehr als bisher ohnehin schon auf den ROI ihrer Investitionen setzen (müssen).

Die Gewinnermedien der letzten Jahre, TV und Digital, werden beschleunigt weiter zulegen, zu Lasten der anderen Medien (auch wenn Print momentan ein kleines Zwischenhoch auf Grund der Angebotswerbung hat).

Noch mehr als in der Vergangenheit muss jedes einzelne Medium seine Wirkung beim Verbraucher beweisen – hier können die Media-Agenturen ihren Kunden mit Werbewirkungsforschung deutlich weiterhelfen.
 

ÜBER #OSCARS2015

And the Oscar goes to ... Social Media.

Die Oscar-Verleihung schauten am TV 36,6 Millionen Menschen. Das sind ein paar Millionen weniger als vor einem Jahr. Trotzdem hat die Reichweite insgesamt wohl zugelegt. Social Media sei Dank. Petrus schickte zum Start seltene Regenwolken an den Hollywood- Boulevard. Ein Gruss an «Jesus-lookalike Jared Leto»? Dieser wurde nämlich als solcher in einem Tweet mit 14 000 Retweets und 13 000 Favoriten bezeichnet. Mehr dazu gibts auf Storify gemäss Link am Ende des Beitrags. 4,5 Millionen Erwähnungen verzeichneten die beiden Top-Hashtags #Oscars2015 und #Oscars auf Twitter. Instagram und Facebook nicht eingerechnet. Das Ambiente war gut. Die User zeigten sich gut gelaunt. Nur 3 Prozent der Inhalte mit dem Hashtag #Oscar2015 waren gemäss Tagboard negativ. 20 Prozent waren gar positiv und 77 Prozent waren neutral.

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Zur positiven Stimmung trug die Show auf dem #OscarRedCarpet mit eigenem Hashtag bei. Die weiblichen Stars liessen Männer tief und Frauen neidisch (oder bewundernd) blicken. Faltenfrei, schulterfrei! Kurz: Makellos! Und die Dudes? Züchtig zugeknöpft bis hoch zum Adamsapfel. Das Makellose rief im Vorfeld auch Kritikerinnen auf den Plan. Dem verdanken wir das Highlight des Abends aus Werbersicht. Eine Kampagne wie aus dem New-Media-Handbuch: aktivierend, unzensiert, wertebasiert.

Als positionierte Wertehüterin weiblicher Natürlichkeit stürzte sich nämlich Dove als eine Art Winkelried der Kosmetika ins Oscar- Getümmel. Nicht ganz furchtlos. Zur Verbreitung (schliesslich könnte es niemanden interessieren) und zur Absicherung (schliesslich könnte der Werteschuss nach hinten los gehen) hat sich Dove als Partnerin Twitter geangelt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Soviel Managementkalkül darf sein. Dove konnte aber auch einflussreiche Persönlichkeiten mit hohen Follower- und Fanzahlen für die Verbreitungsarbeit gewinnen. Arianna Huffington mit über einer Million Twitterfollower ist eine davon. Sie setzte mehrere Tweets ab und erzielte mehrere hundert Retweets und Favoriten.

Das #KampagnenCredo – Im Starter- Tweet wurde das Credo zur #SpeakBeautiful- Kampagne ausgegeben: «Actresses at tonights #Oscars should be celebrated for their talent, not critiqued on their dress.»

Der #KampagnenInsight – Über fünf Millionen negative Tweets über Schönheit haben Dove und Twitter konstatiert. 4 von 5 negativen Tweets sind Selbstanklagen. Also Frauen, die sich via Social Media über eigene Makel auslassen. 82 Prozent aller Frauen sagen, dass das via Social Media verbreitete Schönheitsideal unrealistisch wseiäre. Dagegen wollte man antweeten.

Die #KampagnenStrategie – Die Welt lässt sich in einem Tweet nicht neu erfinden. Aber Doves bisheriges Engagement lässt die Aussage glaubwürdig erscheinen. Und drauf kommt es an. Wertegetriebene Markenvorstellungen entstehen nicht durch lustigen Buzz. Ein Seitenhieb an das Clickbaiting, das aktuell zusehends auch bislang vertrauenswürdige Marken und Medien erfasst. Wichtig sind Beharrlichkeit und Taten auf lange Sicht. Meisterhaft überdies, wie Dove mit Aufrufen wie «Spread», «Join us» oder «Inspire others to feel it!» Userinnen und User zur Teilnahme einlädt.

Das #KampagnenControlling – Die Kampagnenziele sind mir nicht bekannt. #SpeakBeautiful darf aus neutraler Sicht als erfolgreich bezeichnet werden. Gemäss Tagoard, einer Aggregations-Plattform spezia lisiert auf die qualitative und quantitative Inhaltsanalyse von Instagram, Twitter und Facebook, sind 30 Prozent der Tweets positiv, 65 Prozent neutral und lediglich 5 Prozent negativ. Aber auch quantitativ erzielte die Kampagne beachtliche KPIs. 39 000 Nennungen für die Kampagne und 37 000 für das @dove-Twitterprofil. Das ist gemäss dem Analysetool Tweet Issue Today No. drei gleich hinter den offiziellen Oscar-Hashtags!

Die #KampagnenModeration – Dass die Kampagne während der Oscar Night auch moderiert wurde, dürfte ganz wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. Mein Tweet wurde postwendend verdankt.

Beat Hürlimann

Vertiefendes mit Tweets, Instagramposts und Charts gibts via
huerlimanncc.com auf Storify.
 

Umfrage «Euro Schock»: Christian Baertschi

Werbewoche-Umfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung nach dem «Euro Schock» und dessen Auswirkungen auf die Kommunikations- und Werbebranche: Christian Baertschi, Partner, Serviceplan Suisse

Kurzfristig hat die Aufhebung des fixen Wechselkurses zwei Auswirkungen.

Erstens: Wegen der Frankenstärke geben stark exportorientierte Kunden, welche in der Schweiz produzieren, die geplanten Werbebudgets fürs laufende Geschäftsjahr nicht in vollem Ausmass frei. Es herrscht eine nachvollziehbare Zurückhaltung auf Grund der unsicheren Auswirkungen auf das aktuelle Ergebnis.

Zweitens: Die Eurostärke wiederum führte bei Unternehmen, welche ihre Produkte aus dem umliegenden Ausland importieren, kurzfristig zu einem Nachfrageschock, da der Einkauf in Nachbarländern schlagartig deutlich attraktiver wurde. Hier musste und wurde sehr schnell reagiert. Dort wo Preisanpassungen auf Grund der geänderten Wechselkurse vorgenommen werden konnten, wurden diese schnell und konsequent mit entsprechenden Massnahmen kommuniziert. Zudem werden mittelfristig einzelne Unternehmen in ihrer Kommunikation vor allem auch ihre Service- und Supportleistungen in den Vordergrund stellen müssen, um die Attraktivität zu wahren. Im Unterschied zur letzten Währungskrise gab es diesmal nicht eine Anpassung über eine bestimmte Laufzeit, sondern einen unmittelbaren Schock. Dies führt kurzfristig zu stärkeren negativen Erwartungshaltungen, welche ja letztlich das Wirtschaftswachstum massgeblich beeinflussen. In welcher Grössenordnung sich die Werbeausgaben über die nächsten Monate verringern, ist branchenspezifisch. Es gibt auf Grund der genannten zwei Auswirkungen aber nicht nur Budgetreduktionen.

Die Situation wird viele Auftraggeber anhalten, die Effizienz und Effektivität ihrer Marketing-Kommunikations-Investitionen zu hinterfragen. Dabei wird der eine oder andere Auftraggeber die Attraktivität eines gekonnten Zusammenspiels zwischen herkömmlichen und neuen Mediengattungen erkennen. Eine Beschleunigung der digitalen Transformation ist somit durchaus denkbar.
 

Umfrage «Euro Schock»: Roland Ehrler

Werbewoche-Umfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung nach dem «Euro Schock» und dessen Auswirkungen auf die Kommunikations- und Werbebranche: Roland Ehrler, Direktor SWA Schweizer Werbe- Auftraggeberverband

Die bisherigen Reaktionen waren eher positiv für den Werbemarkt. Viele Werbeauftraggeber mussten bereits mit klassischen Kommunikationsmassnahmen auf die angespannte Situation reagieren. Wie sich die Währungsthematik jedoch in den nächsten sechs Monaten auf den Schweizer Werbemarkt auswirkt, bleibt völlig offen. In einigen Branchen wird der Kostendruck jedoch früher oder später auch auf die Werbebudgets durchschlagen. Unsere Umfragen bei unseren Mitgliedern zeigen, dass sich die Mittel schon länger in die digitalen Kanäle verschieben. Dieser Trend hält auch 2015 an. Das sind Chancen für Innovationen und neue Geschäftsmodelle, auch in der Kommunikation! Wer sich rascher anpasst, gehört zu den Gewinnern.
 

Aufgespiesst: Werbeträger wider Willen

Streiten kann man sich über die banalsten Dinge, das lehrt dieser Fall, der kürzlich vor dem Bundesarbeitsgericht im deutschen Erfurt verhandelt wurde: Der Mitarbeiter eines Unternehmens für Klima- und Kältetechnik hatte sich für einen Werbefilm der Firma bei der Arbeit filmen lassen.

In dem spannungsgeladenen Fünfminüter war er für wenige Sekunden an einem Schalterschrank und später auf einem Stuhl zu sehen. Der Film wurde im Internet und auf der Firmen-Website verbreitet. Drei Jahre später verliess der Mann das Unternehmen und verlangte von seinem ehemaligen Arbeitgeber die Löschung des Films binnen zehn Tagen sowie ein Schmerzensgeld, denn er fühlte sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt, nicht mehr Teil des Unternehmens sein zu wollen. Die Firma weigerte sich, der Forderung ihres Testimonials nachzukommen, und bekam in allen Instanzen Recht. Der Arbeitnehmer habe schriftlich seine Einwilligung zu den Aufnahmen gegeben, und diese erlösche nicht automatisch mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses, urteilten die Richter. Fazit: Filme niemals deine Mitarbeiter bei der Arbeit – es sei denn, du heisst Fischer und betreibst eine Bettwarenfabrik in Wädenswil … afh

Umfrage «Euro Schock»: Peter Frey

Werbewoche-Umfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung nach dem «Euro Schock» und dessen Auswirkungen auf die Kommunikations- und Werbebranche: Peter Frey, Managing Director, cR Werbeagentur

Die momentane Frankenstärke hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Unsere mitarbeitenden Grenzgänger (Deutschland/Frankreich) verdienen einiges mehr, leiden nicht unter den sonstweitig «eingefrorenen » Löhnen und sind dadurch (noch) weniger fluktuativ. Das Unangenehmere: Kunden wollen Lieferantenofferten aus dem Ausland und werden den Grundsätzen, dass dort eingekauft wird, wo das Geld verdient wird, untreu. Es werden auch bereits vermehrt gesamte Projekte an ausländische (Billig-)Agenturen vergeben. Generell führt der wirtschaftliche Druck bei den Auftraggebern zu Budgetüberprüfungen und danach zu Budgetkürzungen. Eine nicht ausgeschlossene Rezession führt erfahrungsgemäss zu Sparmassnahmen, welche die Marketingbudgets meistens zuerst zu spüren bekommen und danach die Medien. Unsere Branche ist von den Euro-Wechselkurs Auswirkungen demnach betroffen. Es erfordert von den Agenturen viel Kreativität, dass diese Krise gemeistert werden kann und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.
 

Schrauben und managen

Gogo Gärtner hat in weniger als zehn Jahren aus ihrer Ein-Frau-Firma ein Unternehmen mit über zehn Mitarbeitenden entwickelt. Nolina ist auf Werbetechnik spezialisiert und arbeitet für das WEF ebenso wie für die SBB, die Uhrenmessen in Basel und Genf oder die verschiedensten Werbeagenturen.

Es war ein Rennen mit der Zeit. Viele meinten, ein solcher Umbau sei in einer Nacht gar nicht zu schaffen. Das war vor zwei Jahren am WEF in Davos. Gogo Gärtner und ihr Partner hatten den Job angenommen, den Pool-Raum im Grandhotel Belvédère innert weniger Stunden in einen festlich gestylten Party-Raum zu verzaubern. «Die Schwierigkeiten fangen schon bei der Zufahrt an. Wenn die Leute von der Security meinen, wir dürfen mit unserem Sattelschlepper nicht durch, dann kommt man einfach nicht durch. Oder die Eingänge sind plötzlich mit Autos von anderen Lieferanten verstopft. » Aber Gogo Gärtner wusste: «Wenn wir es nicht schaffen, sind wir nie mehr in Davos. Wenn wir es schaffen, dann sind wir drin!» In einer solchen Situation wurde selbst Gogo Gärtner und ihr Partner René Kaufmann nervös. «Aber wir waren ein super Team. Wir wurden auf die Sekunden fertig. Die Gäste sind schon vor der Türe gestanden, als wir die letzten Scheinwerfer gerichtet haben.»

Drei 17 Meter lange Wände mit vier verschiedenfarbigen Stoffen übereinander mussten gespannt und mit einem ausgeklügelten System von LED-Leuchten illuminiert werden. Der Rest von Pool- Raum wurde mit einem Abrieb versehenen Wänden ausgekleidet. «Die Lichtwirkung, die Höhe, die Stabilität und die Arbeitsabläufe: Alles musste genau passen. Die Vorbereitung musste absolut perfekt sein. Wir haben deshalb den gesamten Umbau in unserem Lager geprobt. Bei einer solch kurzen Aufbauzeit bleiben keine zwei Minuten, um etwas noch einmal ausprobieren oder überdenken zu können. Es darf keine Überraschungen geben. Was sonst bei jedem Event der Fall ist.»

Nach dem Erfolgserlebnis vor zwei Jahren waren Gogo Gärtner und ihr Team auch heuer wieder am WEF mit dabei. Nolina hat viele Beschriftungen geliefert. Auch für die Eröffnung der Durchmesserlinie im letzten Sommer hat Nolina einen grossen Teil der Dekoration für das Einweihungsfest des Zürcher Bahnhofs liefern dürfen. Dazu sind wichtige Elemente für die Beschriftung und Signaletik gekommen. Die überdimensionale Schrift «Danke» prangt inzwischen im Atelier von Nolina in Rickenbach bei Winterthur.

Wir machen das Unmögliche möglich

In nur neun Jahren ist Nolina von einer Ein-Frau- Firma zu einem Unternehmen mit über zehn Mitarbeitenden angewachsen. Die Firma hat sich auf Artikel und Dekorationen für Werbung, Events, Jubiläen oder Messen spezialisiert. Zum Angebot zählen auch Klebefolien für Autos oder Lokomotiven. Mit mehreren hoch technisierten Druckmaschinen kann alles vom T-Shirt bis zur riesigen Werbetafel bedruckt werden.

Zu den Kunden von Nolina zählen Event- und Werbeagenturen. Seit Jahren zum Beispiel Rufener Events. Bei solchen Aufträgen sowie auch den regelmässigen Jobs für die Uhrenmessen in Genf und Basel sind dabei die Vorgaben klar und Nolina arbeitet genau nach Plan. In Basel wird Nolina gerne auch als «die Expressmenschen» dazu geholt, wenn unermüdliche Kreative plötzlich noch einmal einen Einfall in letzter Minute haben. «Bei anderen Aufträgen können wir selber kreativ gestalten. Wir haben bei uns im Team alle dazu nötigen Spezialistinnen und Spezialisten», erklärt Gogo Gärtner. Die Gründerin und immer noch im Daily Business aktive Chefin von Nolina hat Schriftenmalerin gelernt. Heute nennt sich das «Gestalter Werbetechnik ». 15 Jahre hat die junge Frau im Aargau «mit Begeisterung» auf dem Beruf gearbeitet. Für eine kurze Zeit liess sich Gogo Gärtner auch bei der Dekorationsabteilung von IKEA anstellen. «Das war mir aber zu wenig kreativ. Es gab zu viele Vorgaben.» Später ist die Schriftenmalerin «nicht geplant» von ihrem gelernten Beruf weggekommen und in die Kosmetikbranche gerutscht. Zu Beginn hat es ihr Spass gemacht, «am Menschen» arbeiten zu dürfen. Später landete sie im Verkauf. Schliesslich wurde sie Leiterin einer Grosshandelsfirma. «Das mit dem Handel hat sich ergeben, so ist das manchmal im Leben», blickt sie heute auf diesen erfolgreichen Aufbau eines wichtigen Marktplayers zurück. Aber mit ihrer ständig wachsenden Verantwortung für Umsatz und Mitarbeitende hatte sie an der Spitze einer ganzen Firma irgendwann nur noch Zahlen im Kopf. «Das hat nicht mehr gepasst.»

Gogo Gärtner fand es eine kecke Idee, mit 40 den Schritt noch einmal zu wagen, und eröffnete ein eigenes Atelier für Schriftenmalerei. «Bei diesen   Arbeiten merkte ich bald: Ich habe das Richtige gelernt. Werbetechnik zu gestalten ist immer noch ein Traumberuf für mich.» Das war vor neun Jahren. Ihr Atelier musste auf 60 Quadratmeter Platz finden. Die eben ausgestiegene Handelsfrau wollte das Risiko dosiert halten. «Nach zehn Jahren war ich ja weg vom Fenster. Ein Nullbeginn. Man hat auch viel von der Technologie verpasst. In meinen Anfängen habe ich noch von Hand geschnitten und gezeichnet. Heute gibt es für alles Maschinen. Ich musste viel aufholen.» Nach drei Monaten wusste sie aber: «Ich bin wieder am richtigen Ort.» Zwar hätte sie jederzeit wieder zurück in den Handel gehen können. «Das gab mir die nötige Sicherheit. Trotzdem habe ich dann noch in der Aufbauphase des neuen Ateliers meine Anteile am Handel verkauft.»

Müli-Scheune wird zur Kreativfabrik

Nach einem Jahr ist die erste Lehrtochter dazugekommen. Nach vier Jahren zählte das Unternehmen mit dem Fantasienamen «Nolina» drei Leute. Mit einem «gesunden Wachstum» ist das Atelier vor drei Jahren so gross geworden, dass Nolina sich einen neuen Standort suchen musste. Seit November 2014 wirkt das bunt zusammengewürfelte Team in der alten Mühle in Rickenbach bei Winterthur. Mit dieser stilvoll ausgehöhlten und neu wieder mit Leben und Maschinen aus dem Bereich Grafik gefüllten Mühle ist ein weiteres Wachstum auf natürliche Weise beschränkt. Mit mehr Angestellten würde es Gogo Gärtner aber auch nicht mehr so viel Spass machen wie in der aktuell idealen Konstellation. «Ebenso die Philosophie des Unternehmens kann ich nicht mehr pflegen, wenn es massiv grösser wird. Ab einer gewissen Grösse wäre ich wieder nur bei den Zahlen wie damals in der Kosmetik. Ich will noch selber mitschrauben können.»

Das hat Gogo Gärtner ausgiebig ebenfalls beim Umbau ihres Ateliers ausleben können. Jahrzehntelang stand die Scheune der alten Müli in Rickenbach leer und zerfiel. Die Unternehmerin hat dem 200 Jahre alten Gebäude neues Leben eingehaucht und es zum Geschäftssitz ihrer Nolina applica gemacht. Geholfen beim Planen und Umsetzen hat auch Gogos Partner. Dieser ist in einem verwandten Gebiet tätig und führt seine eigene Firma für Kulissenbau. Neben Dekorationsbauten am POS oder bei Events arbeitet das Unternehmen regelmässig auch für Grossanlässe wie die Uhrenmesse SIHH in Genf. Eines der viel beachteten Projekte dort war vor drei Jahren der gigantische Flugzeugträger für die Luxusmarke IWC. Sechs Sattelschlepper Material wurden bei diesem Einsatz «verbaut». Nach fünf Tagen war die ganze Illusion wieder vorbei.

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Synergien mit dem Partner

Solche Aufträge ihres Partners generieren immer wieder Synergien auch für Gogo Gärtner. Beim Flugzeugträger in Genf hat Nolina viele der grafischen Arbeiten geliefert. Auch beim WEF in Davos oder bei der Uhrenmesse in Basel ziehen die beiden Unternehmen regelmässig zusammen an einem Strick. Trotzdem wollen die beiden Lebenspartner ihre Lebenswerke nicht fusionieren. «Es ist viel spannender, wenn beide ihre eigene Verantwortung tragen. Aber gemeinsame Projekte finde ich voll stark», verrät Gogo Gärtner. Und sie erwähnt wie nebenbei, dass ihr Pensum im Job normalerweise 70 bis 90 Stunden pro Woche ausfüllen kann. «Das passt mir und verleiht mir Freude und Energie.» Die elf weiteren Angestellten bei Nolina sind alles Werbetechniker. Vier davon Lehrlinge. «Wir sind ein bisschen die Auffangstelle für gestrandete Lehrlinge. Schon fünf haben wir übernommen und bei allen ist es gut gekommen», freut sich die Chefin. «Ich bilde gerne Leute aus. Das war schon bei meinem Abstecher in die Kosmetik so, wo ich mich auch noch auf Erwachsenenbildung spezialisiert habe. Ich will das Gelernte weitergeben.»
 
Andreas Panzeri

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