Aufgefallen: Schön ist er doch – Rupert, der Frauen und Männer zum Träumen bringt und am liebsten Oscar Wilde zitiert.

AufgefallenSchön ist er doch – Rupert, der Frauen und Männer zum Träumen bringt und am liebsten Oscar Wilde zitiert. Macht sich sogar auf einem Inserat prächtig, im Gegensatz zu Fergie, die ihr Konto aufbessert, indem sie paradoxerweise für

Aufgefallen Schön ist er doch – Rupert, der Frauen und Männer zum Träumen bringt und am liebsten Oscar Wilde zitiert. Macht sich sogar auf einem Inserat prächtig, im Gegensatz zu Fergie, die ihr Konto aufbessert, indem sie paradoxerweise für eine Investitionsbude wirbt. Wem von beiden würden Sie Ihr Geld anvertrauen? Genau, zuletzt wohl Mrs. Ferguson, deren Spendings regelmässig in der Klatschpresse addiert werden. Rupert Everett posiert auf der Anzeige nicht als «Othello», sondern für das Londoner Juweliergeschäft Garrard – bestes Haus an dem Platz, dessen Hauptkunden wahrscheinlich Bewohner des Buckingham-Palasts sind – ehedem Fergies Zuhause … na, von wegen Investieren und so! Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

Statt Blumen Von Michael Barney
Wenn diese Ausgabe erscheint, hat mein Art Director Geburtstag. Er heisst Reto Leierer und verdient neben allen Glückwünschen meine volle Hochachtung. Denn er ist nicht nur ein grosses Talent, er ist auch menschlich von besonderer Güte. Und so was hat man selten in dieser Welt der Eitelkeiten und Selbstdarsteller. Da er eine Mutter hat, die aus Deutschland stammt, kapiert er die eine oder andere Redensart, die nur im Land von Goethe, Schiller und Benjamin von Stuckrad-Barre oder Harald Schmidt bekannt sind. Und da sein Vater ehedem im Hotelfach tätig war, können wir uns prima über Grandhotels unterhalten. Und weil seine Freundin das Sternzeichen Skorpion hat, was auch meins ist, kommen wir toll miteinander aus. Der September ist für mich ein geballter Geburtstagsmonat. Meine Schwester, die Sylvia, feierte am 7. Sie ist eine Seele von Mensch, liebt Hunde über alles. Und ärgert sich nur, dass der Hund von US-Präsident Bush zufälligerweise Barney heisst. Meine Ex-Frau, die Petra, hat am 21. Geburtstag. Und hätte sie sich 1980 nicht für einen anderen Mann entschieden, wäre ich heute noch im Reihenhaus mit Garten in Herford/Westfalen. Und ich wäre nie zu einer Kolumne hier gekommen. War also gar nicht so schlimm. Und noch jemand, der mir sehr am Herzen liegt, hat im September Geburtstag: Ilonka, Art Buyer bei JvM/Limmat. Sie ist nicht nur ausserordentlich schön, sondern auch klug. Und sie hat einen formidablen Geschmack. Eine Mischung, die selten vorkommt. Und sollte mich je ein Magazin oder eine TV-Station fragen, wen oder was ich mit auf eine einsame Insel nähme, dann würde ich Ilonka nennen. Sorry, Reto, Sylvia und Petra.
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei Lowe in Zürich.
Business Lunch

Ein ganz und gar unsozialistisches VergnügenEin bisschen Koketterie steckt schon im Namen drin. LaSalle – das spielt nicht mit dem Andenken an den Sozialisten Ferdinand, denn der führte zwei S im Namen. Also ist es la salle, der Speisesaal. Vermutlich, sonst müsste diese Kolumne sofort auf einer anderen Seite stehen.
Seit der Eröffnung im September 2000 ist der «Saal» fast jeden Abend brechend voll. Kein Wunder, der Schiffbau ist zum Mekka der Zürcher Kultur geworden, ergo setzt man sich vor dem Theater zum Essen in diesen Glasbau im Bau, in dessen Mitte ein prächtiger Muranoleuchter die Augen magisch anzieht. Und freut sich, dass die Besitzer – Claudine Brunner und Walter Schmid – kein Theater ums Essen machen.
Weil der Schiffbau im Westend der Stadt liegt und sich dort schon eine Menge Kommunikationsprofis und solche, die es werden wollen, niedergelassen haben, gilt das «LaSalle» mittags
als inoffizielle Kantine der Kultur- und Kommunikationsschaffenden dieses vom Prolo-Groove der Fünfzigerjahre befreiten Stadtteils. Was für den Mittagstisch in dieser Location auch noch spricht, ist der nicht unwesentliche Umstand, wonach man ziemlich ungestört tafeln kann und sich nicht mit dem Kulturgeplapper am Nebentisch beschäftigen muss.
Dafür darf man sich auf die schnörkellose Küche von Walter Schmid freuen – auch wenn er nicht selbst am Herd steht, so sagt er an, was wie zubereitet auf den Teller kommt. Was das für eine Küche ist, die im «LaSalle» gestemmt wird, dafür müsste man noch eine eigene Bezeichnung finden. Ethno-Food? Quatsch. Worldwidemampf? Ginge noch durch. Ein Papayasalat mit Schafkäse und Crevetten jedenfalls wird nur schwerlich geografisch zuzuordnen sein. Schmid sagt dazu stichwortartig: «mediterran, ganze Welt, cuisine du marché».
Seis drum. Es schmeckten die Crespelle alla Fiorentina, auch wenn die Béchamelsauce dick aufgetragen war. Es mundete das Kalbslebergeschnetzelte mit Kräutern und Schalotten, Reis und Gemüse, auch weil die Leber zart (und nicht die eigene) war. Und es duftete herrlich das weisse Schokoladenparfait mit Caramel-Limonen-Sauce, weil die Sauce doch der Schokolade die überschwängliche Süsse nahm. Kurz. Ein Lunch in der Glashütte mit den weissen Stofftischtüchern und der flinken Bedienung ist empfehlenswert. Denn schliesslich stimmen hier Preis und Leistung optimal.
Ein Wort zum Wein: Die Auswahl an offenen Crûs ist erheblich. Vier bis fünf Weiss- und fünf bis sechs Rotweine. Im Keller lagern Sizilianer und Flaschen aus der ganzen Welt. «Keine Schreiermarken, die versuchen wir zu umgehen», sagt Schmid.
Carlo Bernasconi
[email protected]
LaSalle – Restaurant BarSchiffbaustrasse 4
8005 Zürich
Tel. 01 258 70 71
Fax 01 259 70 71
Bewertung

Essen …………………..4
Getränke ………………4
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……..4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

Ausserdem: Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger legt sein Amt schon Ende September nieder. Zugleich tritt er auch als Generalsekretär der Konzernleitung zurück.

Ausserdem Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger legt sein Amt schon Ende September nieder. Zugleich tritt er auch als Generalsekretär der Konzernleitung zurück. Bereits im August hatte der 63-Jährige bekannt gegeben, dass er Ende Jahr in

Ausserdem Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger legt sein Amt schon Ende September nieder. Zugleich tritt er auch als Generalsekretär der Konzernleitung zurück. Bereits im August hatte der 63-Jährige bekannt gegeben, dass er Ende Jahr in Pension gehen will. Die Ringier-Journalistenschule wird Luchsinger noch bis April 2004 leiten. Interimistisch übernimmt Myrta Bugini, Leiterin Kommunikation, die Funktion als Pressesprecherin. Ein Nachfolger als Generalsekretär ist noch nicht in Sicht.
Chris Flückiger, Managing Director der Universal McCann in Genf, wird die Agentur per Ende Oktober verlassen. Seine Nachfolge tritt Marco Rose an, der seit rund sieben Jahren bei der Genfer Agentur tätig ist.
Die Berner Werbeagentur Lang Gysi Knoll erweitert ihre Geschäftsleitung um Creative Director Simone Quast.
Christoph Tonini übernimmt Anfang April 2003 die Verantwortung für den Bereich Finanzen von Tamedia und wird Mitglied der Unternehmensleitung. Er löst Patrick Eberle ab, der Ende März zurücktritt. Tonini war unter anderem zwei Jahre lang Leiter Finanzen/Controlling bei Ringier Europa in Zürich sowie Leiter Controlling bei der Basler Mediengruppe. Seit September 2000 steht er Ringier Rumänien und Ringier Ungarn vor.
Anfang Woche hat Patrick Jola bei der Konsumentenzeitschrift Der Beobachter eine Stelle als Projektleiter angetreten. Zudem wirkt er als Assistent des Verlagsleiters Peter Kümmerli. Jola war zuvor Webmarketingleiter bei Ringier, bis diese Abteilung vor einem Jahr aufgelöst wurde.
Die bisherige Verkaufsdirektorin von CNN International für die Schweiz, Liza Fiorentinos, wechselt zu CNBC Europe. Sie wird bei dem Wirtschaftssender als Regional Sales Director für Frankreich, Benelux und die Schweiz verantwortlich sein. Ihr Büro befindet sich in Paris.
Der ehemalige Director Broadcast beim Medienvermarkter IP Multimedia, Paolo Lococo, verlässt die Schweiz Ende Jahr. Er zieht nach Barcelona, wo er CEO des Radiosenders 105.fm wird. Laut Lococo ist 105.fm
einer der grössten Szenesender Spaniens und bis Ibiza empfangbar.
Seit Anfang September verstärkt Sandra Bär das Beratungsteam der Zürcher Kommunikationsagentur Viva. Die diplomierte Werbeleiterin verfügt über 12-jährige Agenturerfahrung mit Schwergewicht auf Tourismus- und Dienstleistungsprojekten.

Der Tod bleibt weiterhin umsonst

Mit Geld pfiffigen Marketingideen generiert das Solothurner Tagblatt Auflage und Abos

Mit Geld pfiffigen Marketingideen generiert das Solothurner Tagblatt Auflage und AbosMit Geld und pfiffigen Marketingideen generiert das Solothurner Tagblatt Auflage und Abos Von Markus Knöpfli
Gut neun Monate nach seinem Start bietet der Solothurner Split der Berner Zeitung ein zwiespältiges Bild. Die intensiven Marketinganstrengungen haben zwar 1500 Abonnenten generiert, die Verankerung im lokalen Inseratemarkt scheint aber noch gering. Das Solothurner Tagblatt verlängert darum die Aktion «Gratis-Todesanzeigen».
Ende Juni wären eigentlich die Einführungsaktionen «Vier für zwei» und «Gratis-Todesanzeigen» des Solothurner Tagblatts (ST) nach gut acht Monaten ausgelaufen. Doch schon in den ersten Juliwochen gab es offenbar ein Umdenken: In mehreren Eigeninseraten wurde deshalb angekündigt, dass die Aktion «Gratis-Todesanzeigen» bis 31. Dezember 2002 verlängert werde. Und eine weitere Verlängerung ist durchaus möglich, wie Franziska von Weissenfluh, Verlagsdirektorin der Berner Zeitung (BZ), durchblicken lässt. Der Grund ist klar: Die Zahl der Todesanzeigen weist wie kaum ein anderes Element auf die lokale Verankerung eines Titels hin. Von Weissenfluh sagt es so: «Für uns sind die Todesanzeigen ein wichtiger Lesestoff, aber nicht die wichtigste Einnahmequelle.»
Doch der Erfolg des Gratisangebotes ist – wie schon bisher – relativ gering: Im Juli zählte die WerbeWoche neun Solothurner Todesanzeigen, die ausschliesslich im ST erschienen, im August waren es nur vier. Bei den kommerziellen Inseraten kam das ST auf Grund einer Ausmessung der WerbeWoche im Juli auf acht und im August auf neun ganze Seiten – eine Grössenordnung, die die Verlagsdirektorin bestätigt. Was auffällt: Viele kleinere Inserate werden mehrfach wiederholt. Doch gemäss von Weissenfluh werden hier keine Vergünstigungen mehr gewährt. Ihre Bilanz: «Wir sind im Budget, und verglichen etwa mit dem längst verankerten BZ-Split Oberaargau, kommt das ST im lokalen Markt auf etwa denselben Inserateumfang.» Zudem sei ja das ST primär lanciert worden, damit die BZ dank grösserer Auflage im nationalen Werbemarkt besser bestehen könne.
Während das ST also im Inseratebereich nur wenig Geld einnimmt oder sogar darauf verzichtet, nimmt es andernorts viel in die Hand. Neben der Redaktion bildet zweifellos die Frühzustellung die gewichtigste Ausgabe. Beschränkte sie sich anfänglich noch auf Solothurn, Zuchwil und Biberist, so wurde sie mittlerweile auf sechs weitere Gemeinden ausgedehnt. Andere werden folgen. In jedem neu erschlossenen Gebiet wird das ST allen Haushalten sechs Monate lang gratis zugestellt. Der Erfolg bisher: Rund 1500 Abonnenten – und in wenigen Wochen, nach einer weiteren Umwandlungsphase von Test-in Festabos, dürften es etwas
mehr sein.
Bis 16. September lief zudem eine Umfrage bei den Abonnenten. Das Resultat: Die Mehrheit ist zufrieden mit dem Inhalt, immerhin 30% wünschen aber mehr lokale Informationen. Der Rücklauf betrug 41%. Kein Wunder: Wer die Fragen beantwortete, erhielt einen beim Stadt-Solothurner Gewerbe einlösbaren Gutschein. Womit indirekt auch wieder Inserenten geworben werden.

Fünf-Sterne-Top-Kongress

Von Beat Fritsch

Von Beat FritschWer zu einem Kongress nach St.Moritz reist, wie es die Schweizer Verleger und ihnen zugewandte Orte letzte Woche taten, konnte zu wichtigen Einsichten gelangen. Die Rede ist hier allerdings nicht vom Primat der Vermeidung des Kampagnenjournalismus, das der Leipziger Uni-Professor Michael Haller anhand der Affäre Borer predigte. Gemeint sind auch nicht die unternehmerischen Ratschläge eines Dieter Stolte, Kostenreduktionen und Redaktionszusammenlegungen betreffend. Und auch nicht um die Verbesserungswürdigkeit des Fifa-Kommunikationskonzepts anlässlich der «Tschau-Sepp-Schlammschlacht» geht es, die Joseph S. Blatter etwas spät, aber immerhin Asche auf sein Haupt streuend, vor versammelter Verlegerschaft zugab. Vielmehr waren es Erkenntnisse, von denen in den Referaten nicht direkt die Rede war.Erstens: Höhenluft macht, entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben, keineswegs müde – man braucht im Gegenteil viel weniger Schlaf als zu Hause! Die in der bis frühmorgens geöffneten Hotelbar gemachten Beobachtungen bekräftigten diese These vollumfänglich.
Zweitens: Höhenluft härtet ab – man verträgt einiges mehr an Hochprozentigem als üblich. Allerdings benötigt man auch eine in Relation zu den Höhenmetern proportional erhöhte Dosis Alka-Seltzer! Dank diverser freiwilliger Selbstversuche von Kongressteilnehmern liess sich auch diese Vermutung erhärten.
Drittens: Nur weil einer in der Höhenluft das Alphorn bläst, ist er deswegen noch lange kein echter Bergler aus den Bergen. Hanspeter Danusers Alphorntrio bewies dies am Donnerstagabend auf der Corviglia. Besetzung des Trios: ein Kurdirektor, zwei Unterländer.
Viertens: Höhenluft ist dünner als Stadtluft – es empfiehlt sich daher, sämtliche mitgebrachten Tuben und Fläschchen mit Schönheitswässerchen, Zahnpasta und anderem, sobald in den Bergen angekommen, umgehend und vorsichtig zu entlüften. Sonst spritzt beim Öffnen der Tube in der abendlichen Hektik die Schuhcreme quer durchs Zimmer direkt aufs frisch gebügelte Smokinghemd (diese Weisheit ist einer Versuchsanordnung des Shortlistautors zu verdanken). Wobei die dadurch beinahe entstandene Unpässlichkeit dank des Topservice im «Suvretta House» umgehend behoben wurde.
Auch in weiteren Belangen erwies sich die Fünfsterneresidenz als exzellent gewählter Tagungsort. Einer der schönsten Kongresse sei es gewesen, lautete das Verdikt der Teilnehmer. Für Schweizer-Presse-Präsident Hans Heinrich Coninx kamen mit dem Aufenthalt im «Suvretta» auch persönliche Erinnerungen auf. Er wurde vor genau zehn Jahren an eben diesem Ort zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Neben den Kongressreferaten habe es damals noch ein Damenprogramm gegeben, erinnerte sich schmunzelnd der Tamedia-VR-Präsident. Glücklicherweise gehörten aber heute Kurse in Klöppeln, Stricken und Kräuterkunde der Vergangenheit an, führte er in seiner Tischrede anlässlich der Publisher’s Night vom Freitagabend aus – was nicht nur von den anwesenden Damen mit Lachern und viel Applaus quittiert wurde.
Auch sonst pflegte man den fröhlichen Umgang. Ernste Gesichter gabs lediglich ob der allgemeinen Standortbestimmungen der Branche während der Vorträge. Möglich auch, dass dabei der eine oder andere den Kurszerfall seines persönlichen Aktienportefeuilles seit dem letzten Kongress vor Augen hatte. Schnell wurden aber solcherlei Gedanken angesichts des St.Moritzer Panoramas und des «Suvretta»-Ambiente aus den Köpfen verdrängt. Denn wer so gediegen tagen und tafeln kann, dem kann es so schlecht auch nicht gehen!
Beat Fritsch

bewegte sich letzte Woche in Richtung «Top of the Media World», wie das Motto des Jahreskongresses des Verbands Schweizer Presse in Anlehnung an den Slogan des Veranstaltungsortes St.Moritz lautete. Wie gewohnt, gab sich an der Tagung alles, was in der Verlagsszene Rang und Namen hat, ein Stelldichein.
Wer sich sonst in der Kommunikationsbranche trifft, orten wir, wenn eine Werberparty steigt. Haben Sie jetzt schon etwas Spannenderes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewoche .ch). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder: www.werbewoche.ch

Immer weniger Zeitungen verkauft

Der Anteil der Presse am Umsatz der K-Group nimmt kontinuierlich ab

Der Anteil der Presse am Umsatz der K-Group nimmt kontinuierlich abVon Markus Knöpfli Der Absatz der Tageszeitungen am Kiosk sinkt wieder stärker. Die K-Group sieht den Hauptgrund in der relativ starken Rabattierung des Abopreises gegenüber dem Einzelverkaufspreis. Die Verlage dagegen geben andere Gründe an oder spielen der Kiosk AG den Ball zurück.
In der Valora-Halbjahresbilanz für das erste Semester 2001 war immerhin zu lesen, dass die Zeitungen am Kiosk weiter an Umsatz eingebüsst hätten, dass sich aber der Rückgang verflache. Demgegenüber hatte sich der Zeitschriftenabsatz beinahe stabilisiert. Anders im aktuellen Halbjahresbericht: Darin ist über Entwicklungen der Presse an den K-Group-Kiosken gar nichts zu vernehmen (siehe Kasten).
Auf Anfrage ist von Valora-Sprecherin Stefania Misteli bloss zu erfahren, dass der Bereich Presse rund 30% des K-Group-Umsatzes in der Schweiz ausmache und nur gerade wieder das Vorjahresergebnis erreicht habe. Somit ist also auch der Anteil der Presse am Gesamtumsatz der K-Group Schweiz weiter gesunken, im gesamten letzten Jahr machte er noch rund 33% aus.
Der Grund: ein laut Misteli «starker» Absatzrückgang bei Tageszeitungen und Special-Interest-Titeln. Bei sieben nicht näher bezeichneten Tageszeitungen, die die K-Group regelmässig beobachtet, habe das durchschnittliche Absatzminus 6% betragen. Von einer sich verflachenden Abnahme ist keine Rede mehr. Illustrierte, Jugendmagazine und Comics hätten dagegen zugelegt.
Nachfragen bei den grossen Tageszeitungen bestätigen diese Angaben. Blick-Verlagsleiter Bruno Blaser nannte zwar keine Zahlen zum Kioskabsatz seines Titels im ersten Semester 2002, und auch Dietrich Berg, Tages-Anzeiger-Verlagsleiter, sprach nur von «fast identisch viel verkauften Stückzahlen wie vor einem Jahr». Bei der Neuen Luzerner Zeitung (NLZ) dagegen betrug der Rückgang gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode 0,59%, bei der Basler Zeitung 7,1% und bei der NZZ 10%. Einzig vom St.Galler Tagblatt (SGT) kam eine positive Meldung: Am Kiosk wurden 8% mehr Zeitungen verkauft.
Warum aber werden am Kiosk insgesamt wieder weniger Tageszeitungen gekauft? Misteli nennt einen Strauss von Gründen. Die zwei wichtigsten: Weil die Verlage in der Vergangenheit den Abopreis nicht gleich stark angehoben haben wie den Einzelverkaufspreis (EV), sei das Zeitungsabo für die Käufer noch interessanter geworden. Zudem würden Zeitungsfusionen das Angebot und damit auch den Einzelverkauf (EV) reduzieren. Und wegen der negativen Wirtschaftsentwicklung würden weniger Zeitungen gekauft und die einzelnen Blätter mehrfach genutzt. Schliesslich führt Misteli noch die elektronischen Medien an.
Eine bessere Betreuung am Kiosk wäre wünschenswert
Die WerbeWoche hat diese Thesen den Verlagsleitern der grossen Tageszeitungen vorgelegt – Blick, SonntagsBlick (SoBli), BaZ, SGT, NZZ, Tages-Anzeiger und NLZ haben geantwortet. Mistelis Thesen mochten sie allerdings nicht so stehen lassen. Eines aber soll hier vorweggenommen werden: Vergleicht man die Abo- und EV-Preisentwicklung der genannten Titel über fünf Jahre (ab 1998), so zeigt sich, dass der EV-Preis tatsächlich stärker erhöht wurde – nämlich um durchschnittlich 15,5% – als der Abopreis (+ 11%).
Aber es gibt auch Ausnahmen: Bei Blick und SGT sind die EV-Preise seit 1998 konstant (1.50 beziehungsweise 2 Franken), während ihre Abos um 5,38% und 12,1% teurer wurden. Das und die Tatsache, dass ausgerechnet das SGT mit seinem seit 1998 konstanten Preis dieses Jahr als einziger Titel 8% zulegen konnte, sprechen immerhin für Mistelis Hauptthese.
Während dies SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat aber nicht kommentieren mochte, erkennt Berg kaum Zusammenhänge zwischen Abopreis/EV-Preis und Kioskabsatz und verweist auf Deutschland: «Obwohl dort die Abos traditionell um 20 bis 30 Prozent teurer sind als bei uns, sind ebenfalls rückläufige Tendenzen im EV zu beobachten.» Anders sieht das NZZ-Verlagsleiter Tobias Trevisan: Er hält zwar einen Zusammenhang für möglich, gewichtet ihn aber nicht stark. Denn der EV-Preis der NZZ sei drei Jahre lang konstant geblieben, trotzdem habe sie am Kiosk verloren. Gleichzeitig habe die NZZ aber Abonnenten gewonnen, obwohl der Abopreis jährlich erhöht wurde. Ähnlich argumentiert man auch bei der BaZ.
«Wir sehen den Hauptgrund für die Auflageverlagerung vom EV zum Abo in der intensiveren Marktbearbeitung im Abokanal, die auf die bessere Kosteneffizienz zurückzuführen ist», schreibt Trevisan. Was wohl – etwas spitz interpretiert – heissen soll: Die K-Group tut (zu) wenig für die Tageszeitungen. Neutraler drückt sich Bettina Schibli, Pressesprecherin der LZ Medien, aus: «Die NLZ ist eine Abozeitung … der EV wird nicht speziell beworben, da wir uns auf den Abomarkt konzentrieren.» In den übrigen Punkten folgt Schibli in etwa den Argumenten Mistelis. Daniel Fasnacht von der BaZ führt primär die Konkurrenz durch die Gratiszeitungen sowie die negative Wirtschaftsentwicklung an. Und die übrigen von der K-Group angeführten Gründe bezeichnet er als «nicht zutreffend».
Kaum Zahlen

Spärlich sind die Zahlen der K-Group über das erste Semester 2002 im Valora Halbjahresbericht. Der Umsatz der K-Group in der Schweiz und Deutschland stieg um 9,9% auf 965,27 Mio. Franken, was 64% des gesamten Valora-Umsatzes ausmacht. Zudem beziehen seit Jahresbeginn 900 neue Kunden Waren bei der K-Group. Das wars. Umsatzzahlen für die Schweiz sind auch auf Anfrage hin nicht erhältlich, Valora-Sprecherin Stefania Misteli schiebt einzig nach, dass die Umsatzsteigerung trotz angespannter Marktsituation und gedämpfter Konsumlust in Deutschland erreicht worden sei. Ergo: Das Umsatzplus von 9,9% wurde ausschliesslich in der Schweiz erwirtschaftet.

Zügig vor die Augen des Kunden

Wigra Media vermarktet neu die Innenwerbung der SBB-Intercity-Züge

Wigra Media vermarktet neu die Innenwerbung der SBB-Intercity-ZügeVon Andreas Panzeri Mit so genannten SBB-RailPostern kann der Werbekunde in Zukunft gezielt das City-to-City-Streckennetz auswählen und damit in sieben Tagen mehr als drei Millionen Kontakte erzielen. Neu wird die Vermarktung der SBB-Rail-Poster von der Wigra Media AG übernommen.
Die Wigra Media AG in Zürich ist seit 27 Jahren exklusiver Anbieter von Werbeflächen in den Bereichen Freizeit und Mobilität. Durch das steigende Mobilitätsverhalten der Schweizer Bevölkerung hat sich Wigra Media auf Werbemöglichkeiten an Orten mit hoher Frequenz (POT – Point of Traffic) spezialisiert, beispielsweise an Bergbahnen und anderen Ausflugszielen. Nun hat das Unternehmen seine Produktepalette um ein weiteres POT-Angebot erweitert. Wigra Media hat das alleinige Vermarktungsrecht für die Innenwerbung der SBB-Intercity-Züge (IC) erhalten.
Die Poster im Format 56 Zentimeter x 42 Zentimeter werden seit August in allen IC-Wagen der SBB in exklusiven und gegen Vandalismus gesicherten Alurahmen montiert. Total werden mehr als 2000 Rail-Poster-Werbemöglichkeiten in der 1. und 2. Klasse der IC-Kompositionen angeboten.
Die Jahresfrequenz dieser IC-Züge ist «enorm», wie Wigra verheissungsvoll meint. «Mit einem Wochenaushang und maximaler Belegung von 750 Rail-Postern erreicht der Werbetreibende mehr als eine Million Fahr- gäste», rechnet Managing Director Hansruedi Häusermann vor. Ein weiterer Vorteil ist der Langzeitkontakt, da Fahrten im IC in den meisten Fällen mehr als eine Stunde dauern. Weil jeder Fahrgast beim Einsteigen, während der Reise und beim Aussteigen das Plakat nach vorsichtiger Schätzung mindestens dreimal sehen muss, kann die Wigra damit von insgesamt mehr als drei Millionen Kontakten pro Woche ausgehen.
Diese Schätzungen basieren auf den Personenzählungen der SBB. Sie haben bei total 300 Millionen Fahrgästen pro Jahr mindestens 55 Millionen in IC-Wagen gezählt. Bei 800 Wagen ergibt dies im Verlauf einer Woche
erwiesene 1375 Gäste pro IC-Wagen.
Als Schaltkosten werden bei 250 Exemplaren pro Woche 13300 Franken berechnet oder 39900 Franken für die 750 Plakate des erwähnten Beispiels, was einem 1000-KW von 13 Franken entspricht. Bei längerer Platzierung sind verschiedene Rabatte vorgesehen. Da die Züge über die Sprachgrenzen hinaus verkehren, werden in den Zügen von St.Gallen nach Genf zum Beispiel 80 Prozent deutsche und 20 Prozent französische Plakate empfohlen.
Hansruedi Häusermann wertet auch die Tatsache als Plus, dass der Werbekunde mit diesem Städteverbindungsnetz «erstmals die Möglichkeit hat, seine Kampagne gezielt im Umfeld von Freizeit und Mobilität», nämlich getrennt vom Regionalverkehr, zu platzieren.
Die angesprochenen Zielgruppen werden als mobil, aktiv und konsumfreundlich definiert. Da der Aushang wöchentlich von Montag bis Sonntagabend erfolgt, erhält auch Werbung für Wochenend-Events oder Wochenaktionen eine ideale Plattform.
Als Anbieter von Werbeflächen in den Bereichen Freizeit und Mobilität hält Wigra Media AG ebenfalls das alleinige Vermarktungsrecht für Werbung in den Schweizer Bergbahnen. In den 130 exklusiv von Wigra betreuten Bergbahnen werden pro Jahr 61 Millionen Fahrgäste befördert. Gemäss einer von der Wigra Media in Auftrag gegebenen Konso-Studie werden mit diesen Plakaten in den Bergbahnkabinen vor allem die sonst schwer erreichbaren jugendlichen Zielgruppen angesprochen.
Gemäss Studie beträgt die durchschnittliche Beachtung der Werbung im steilen Berghang 58 Prozent. 67 Prozent der Personen, die sich durch Kabinenwerbung angesprochen fühlen, sind jünger als 25 Jahre. «Wenn im Winter die Schweizer Städte leer sind, findet der Werbetreibende seine Zielgruppe in den Bergen», meint dazu Hansruedi Häusermann.
«Noch nie haben sich Herr und Frau Schweizer so mobil verhalten wie heute», ist die Wigra überzeugt. Der steigende Trend in Sachen Mobilität ist für die Mediaagentur Grund genug, POT-Werbemöglichkeiten an möglichst vielen frequenzstarken Orten anzubieten. Das sind zum Beispiel SBB-Bahnhöfe, die mittlerweile und dank Pendelverkehr zu bedeutenden Wirtschaftszentren der Schweiz herangewachsen sind. Allein in den sechs grössten Bahnhöfen der Schweiz werden jährlich über eine Milliarde Franken umgesetzt, und der Zürcher Hauptbahnhof steht mit einem Jahresumsatz von 349 Millionen Franken bereits auf Rang vier unter den umsatzstärksten Shoppingcentern der Schweiz.
Die Wigra Media bietet vor diesem Hintergrund deshalb auch Werbung auf SBB-Drucksachen wie Abohüllen oder zum Beispiel Fahrplänen mit einer Auflage von über 30 Millionen an.

Vorsicht vor mysteriösen Käufern

In der Schweiz sind 1500 Testkäufer für die Marktforschung von Shopcontrol unterwegs

In der Schweiz sind 1500 Testkäufer für die Marktforschung von Shopcontrol unterwegsVon Andreas Panzeri Seit Juli unterhält das deutsche Marktforschungsunternehmen Shopcontrol neu auch ein Büro in Zug. Bereits sind über 1500 Testkäufer in der ganzen Schweiz unterwegs. Als anonyme Durchschnittskunden analysieren sie Qualität und Service in Dienstleistungsunternehmen von Warenhäusern über Tankstellen bis zum Hotel oder Call Center.
Der Einsatz von Mystery Shoppern gehört in den USA seit Jahren zum Alltag von Dienst-leistungsunternehmen. Seit 1998 bietet Shopcontrol ein entsprechendes Angebot auch in Deutschland an und hat sich rasch zu einem in diesem Bereich führenden Unternehmen mit über 18000 Testkäufern entwickelt. Nun hat das Unternehmen auch in die Schweiz expandiert. Von Zug aus koordiniert Shopcontrol bereits 1500 Testkäufer. Es ist geplant, diesen Stamm in den nächsten zwölf Monaten auf rund 5000 Mystery Shopper auszubauen.
Ihre subjektiven Eindrücke aus Einkaufstouren durch Warenhäuser, Tankstellen, Restaurants und Hotels oder ihre Tests mit Onlineshops und Call Centern halten sie detailliert in einem Internetfragebogen fest. Die Auswertungsergebnisse von Shopcontrol liefern auftraggebenden Unternehmen und ihren getesteten Mitarbeitern wertvolle Informationen aus Kundensicht.
Shopcontrol ist aus der Erkenntnis entstanden, dass sich der Wettbewerb um den Kunden immer härter gestaltet. «Die Profilierung gegenüber der Konkurrenz kann kaum mehr ausschliesslich übers Produkt oder den Preis erfolgen», begründet Shopcontrol das Konzept. Der Kaufentscheid werde demnach hauptsächlich durch Qualitäts- und Serviceaspekte positiv oder im schlechteren Fall negativ beeinflusst. Hier setzt Mystery Shopping an mit dem Einsatz von 18- bis 80-jährigen Amateurtestkäufern.
Erste Grosskunden lassen bereits anonym einkaufen
Diese Einkaufsspione beurteilen inkognito die Warenpräsentationen, die Beratung, den Internetauftritt sowie Serviceleistungen. Als «echte Kunden» können sie für das analysierte Unternehmen zuvorderst an der Front die problematischen Bereiche entdecken. Interne Abläufe sollen dank der erhobenen Daten von Shopcontrol optimiert werden. Das getestete Personal kann auf Grund der Beobachtungen in schwachen Punkten besser geschult werden. «Der Kontrollgedanke oder gar die Klassifizierung des Personals in gute und schlechte Mitarbeiter darf und soll dabei nicht im Vordergrund stehen», präzisiert René A. Feldbauer, Geschäftsführer bei Shopcontrol.
Die vom Marktforschungsunternehmen entwickelte Methode basiert auf modernster Logistik. Sämtliche Testshopper verfügen über einen privaten Internetzugang. Die gesamte Abwicklung von der Zustellung des Fragebogens und dessen Beantwortung bis hin zur abschliessenden Auswertung erfolgt ausschliesslich über dieses Medium. «Einsätze können so bei Bedarf sehr kurzfristig und problemlos durchgeführt werden», verspricht Feldbauer.
Die Auswahl von Mystery Shoppern, die gezielt auf Tour entsandt werden, erfolgt jeweils nach Postleitzahl und Beruf. Von Studenten über Hausfrauen bis zu Ärzten sind alle Berufsgattungen in der Datenbank vertreten. Zu seinen Kunden will der «Agentenchef» der Mystery Shopper natürlich nicht viel sagen. Es seien aber bereits Grossunternehmen im Bereich Detailhandel und Telekommunikation dabei.

Angie Becker zieht ins Web

Ernsthafte Anstrengungen der Onlinevermarkter für ein Gattungsmarketing

Ernsthafte Anstrengungen der Onlinevermarkter für ein GattungsmarketingVon Stefano Monachesi Nur 0,35 Prozent am Schweizer Werbekuchen schreibt Media Focus der Bannerwerbung zu. Eine bedenklich tiefe Zahl für ein Medium, das von der halben Bevölkerung genutzt wird. Die Onlinevermarkter haben die Zeichen der Zeit erkannt: Mit einer Kampagne nach deutschem Vorbild wollen sie den Werbetreibenden die massive Reichweite des Internets in Erinnerung rufen. Und das soll erst der Anfang des gemeinsamen Gattungsmarketings sein.
In Deutschland haben elf Anbieter und Vermarkter von Online-Werbeflächen die Initiative ergriffen. Sie lancierten Ende August eine Bannerkampagne, die mit Testimonials auf die star-ke Reichweite des Internets hinweist. Wer eines der Banner anklickt, wird auf die Website der Fachmesse Online-Marketing-Düsseldorf geleitet. Die Messe vom 1. und 2. Oktober bildet den Abschluss der Kampagne, die auch durch Anzeigen in der Branchenpresse gestützt wird.
Die beteiligten Vermarkter AOL, Bauer Media, Gruner+Jahr EMS, GWP Online Marketing, Interactive Media, IP Newmedia, Quality Channel, SevenOne Interactive, Tomorrow Focus, Web .de, und Yahoo! stellen rund 300 Ad-Impressions im Wert von 6 Millionen Euro zur Verfügung.
Hier zu Lande wurde Gattungsmarketing bisher nur punktuell von einzelnen Vermarktern in Eigenregie betrieben. Dabei wäre eine Organisation für Onlinewerbung schon lange vorhanden: Das Internet Advertising Bureau (IAB), das seit Juni 2001 als Arbeitsgruppe der Swiss Interactive Media and Software Association (Simsa) funktioniert.
Die deutsche Kampagne hat das IAB jetzt wachgerüttelt. Ende August besprach Martin Radelfinger, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Simsa/IAB und CEO des Vermarkters Adlink, mit René Schmutz, Direktor der AG für Werbemedienforschung (Wemf), ob auf der Datenbasis der neuen MA Net eine ähnliche Kampagne durchführbar wäre. Mit Erfolg: «Innerhalb weniger Wochen» werde eine Schweizer Version der deutschen Gattungsmarketingaktion starten, verriet Radelfinger der WerbeWoche.
Sie wird sich eng an das deutsche Vorbild anlehnen. Das IAB hat mit der Münchner Werbeagentur Q AG eine Vereinbarung getroffen, dass Konzept und Kreation aus dem Norden übernommen werden dürfen. Dazu gehört die Konzentration auf das Thema Reichweite unter dem Claim «Jeder Zweite ist online. Ihre Werbung etwa nicht?». Die Testimonials werden allerdings in der Schweiz neu fotografiert. Die Kampagne läuft unter dem Dach von Simsa und IAB in Kooperation mit der Wemf. Dahinter stehen die Onlinevermarkter und -vermittler Active Agent und Media Agent, Adlink, Publicitas Web Services und Publimedia Webadvertising.
Simsa/IAB plant noch weitere Marketingmassnahmen
Die Werbung im Internet steckt schon seit Sommer 2001 in der Krise. Warum dauerte es ein Jahr, bis die Branche sich zu einem koordinierten Gattungsmarketing durchringen konnte? Für Reto Hartinger, Marketingleiter Search .ch, ist klar: «In der Schweiz gab es bisher kein Gattungsmarketing, weil die Onlinevermarkter immer sehr zerstritten waren.» Man habe zwar miteinander diskutiert, aber nichts zu Stande gebracht. Vor dessen Integration in die Simsa war Search.ch Mitglied beim IAB. Hartinger: «Wir haben viel Beiträge dafür bezahlt, aber passiert ist absolut nichts!»
Tatsächlich hatte das IAB im August 2001 nach der Integration einen Plan mit Informationsveranstaltungen für Werbetreibende, Agenturen und Journalisten vorgestellt. Als Höhepunkt war ein Online Advertising Award geplant. Gemäss Radelfinger wurde auch über eine Kampagne diskutiert, die mit Begleitforschung die hohe Beachtung des Internets nachweisen sollte. Dieser Plan ging aber sang- und klanglos unter. «Die Konsolidierung der Branche kam dazwischen», erläutert Radelfinger die Gründe.
Mit Schliessungen, Umstrukturierungen und Fusionen war die Branche stark mit sich selbst beschäftigt. «Deshalb fiel der Entscheid im IAB, dass der Zeitpunkt ungünstig sei, und wir schoben die Massnahmen auf.»
Nun scheint die Zeit wieder reif für ein starkes Engagement. Die Reichweitenkampagne von Simsa/ IAB nach deutschem Vorbild soll dabei nur der erste Schritt sein. Unter der Schirmherrschaft der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) wird laut Radelfinger auch die Idee einer «Onlineversion von Angie Becker» wieder aufgenommen, um die Werbewirksamkeit des Web zu demonstrieren. Selbst der Online Advertising Award ist wieder in der Pipeline.
Damit dürften die eidgenössischen Webvermarkter das deutsche Vorbild schon bald überrundet haben. Laut Pressesprecherin Nadia Elias ist es das erste Mal, dass sich «die erste Liga der deutschen Onlinevermarkter zu einer gross angelegten Kampagne zusammengefunden hat». Eine Branchenorganisation gab es bisher nicht. Das soll sich ändern: «Wir sind gerade dabei, uns zu formieren», so Elias mit einem Lächeln, «geben Sie uns noch etwas Zeit!»

Das Internet am 11. September 2001

«Das Internet hat kein Gedächtnis

«Das Internet hat kein GedächtnisService – ausser man schafft eines.» Unter diesem Motto sammelten die Veranstalter des Zürcher Kongresses Interactive Publishing am 11. und 12. September Screenshots von den Einstiegsseiten von Onlinemedien. 230 Schnappschüsse der Krisenberichterstattung wurden archiviert und seither von 400000 Webusern besucht. Die Sammlung «September 11» ist ein Non-profit-Projekt. www.interac tivepublishing.net/september
Detailhandel Schweiz 2002/03 Auf 400 Seiten hat die frisch gedruckte Dokumentation «Detailhandel Schweiz 2002/ 03» die neusten Daten über alle wichtigen Organisationen des Schweizer Detail- und Fachhandels gesammelt. «Topaktuelle Informationen» verspricht das Schweizerische Marketing-Forum mit Organigrammen, Adressen und Telefonnummern inklusive Kontaktpersonen. In einem Chartsatz mit über 40 Grafiken sind Angaben aufbereitet zu den Bereichen Bevölkerung und Volkswirtschaft, Markt für Convenience, Ladenkonzepte, Grossverteiler, Warenhäuser, Fachmärkte und vieles mehr. Die komplette Dokumentation kostet Fr. 380.–, der Chartsatz mit verschiedenen Grafiken auf CD oder Folie Fr. 250.–. Das Werk kann bei maria.flueler@ ihagfk.ch bezogen werden.
Ganz beiläufig schön gestaltet Was passiert, fragten sich Herausgeber Christoph Doswald, Cornel Windlin und Migros Kulturprozent, wenn man auf der Strasse wildfremde Menschen nach ihrem Lieblingsrezept befragt? Klar, ein Kochbuch: «Choucroute au curry par hasard» heisst es. Das Besondere daran ist die Gestaltung von Cornel Windlin, einem Topshot der Branche: Aufgemacht wie ein Schulheft mit roten Linien und Kugelschreiberzeichnungen von Claudia und Julia Müller, gibt die Gestaltung dem Buch jene Emotionen, die man in gestylten Kochbüchern nie findet. Wohl weil des Volkes Seele, zufällig aufgestöbert, ihr Inneres zeigt: Liebe, die durch den Magen geht… Erschienen ist das Buch im Christoph Merian Verlag (ISBN 3-85616-166-X).

Ein Lächeln zur falschen Zeit

Die Krankenkassenprämien liegen allen auf dem Magen, nur der Werbung der Krankenkassen nicht

Die Krankenkassenprämien liegen allen auf dem Magen, nur der Werbung der Krankenkassen nichtVon Ernst Weber Weil die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Versicherten seit Jahren zusehends belasten, bröckelt das Image der Krankenkassen immer mehr ab. Doch anstatt auf dem Weg der Kommunikation dieses Bild zu korrigieren, gaukeln auch die diesjährigen Herbstauftritte der Kassen heile Welten vor.
Dem Gesundheitswesen geht es schlecht. Sechs Jahre nach dem In-Kraft-Treten und zwei Jahre nach einer ersten Teilrevision des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) haben alle Therapieansätze zur Dämpfung der seit Jahren wuchernden Kosten nicht die gewünschten Resultate erzielt. Die Prämien der Grundversicherung steigen pro Jahr weiterhin um rund 10 Prozent.
Serge Ganz, Mitglied der Seniorenarbeitsgruppe für Gerechtigkeit und Solidarität im Gesundheitswesen, erklärt dazu: «Die Prämien erreichen eine Höhe, die von vielen nicht mehr verkraftet werden kann.»
Die Kostensteigerung nicht vollumfänglich überwälzt
Gemäss der Statistik des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV) über die Krankenversicherung 2000 nahmen die Leistungen der Krankenversicherer zwischen 1999 und 2000 um 5,9% zu. Je nach dem von Kasse zu Kasse variierenden Verwaltungsaufwand wurden laut eigenen Angaben 93 bis 95% dieses Betrags für Zahlungen an die Versicherten aufgewendet. 24,9% aller Leistungen entfielen auf Ärzte, 34,6% auf Spitäler, 20,9% auf Medikamente, 9,5% auf Pflegekosten und 10,1% auf übrige Leistungen wie etwa Physiotherapeuten, Chiropraktiker und Labor.
Die Krankenversicherungen bekräftigen unisono, dass die Grundversicherungsprämien «das Spiegelbild der Gesundheitskosten sind». Da man die Teuerung nicht vollumfänglich auf die Versicherten überwälze, sei die Grundversicherung bereits seit Jahren defizitär, und der Ausgleich des Defizits, der aus den Reservebeständen finanziert werden müsse, gehe ans Eingemachte.
«Unsere Zitrone ist ausgepresst», sagt etwa Christian Beusch, Leiter Unternehmenskommunikation bei Helsana, bei welcher der Anteil der Grundversicherungsprämien rund 70% des gesamten Prämienvolumens ausmacht.
Die Werbung der Kassen verschliesst sich dem Problem
Was nun kurz vor dem diesjährigen Ablauf der Frist für den Wechsel der Krankenkasse auffällt: Obwohl die Versicherer nicht die alleinigen Verursacher der stetig steigenden Grundversicherungsprämien sind und die Entwicklung offenkundig an ihrem Image kratzt, findet die Problematik in deren Werbung bisher kaum Eingang.
Um neue oder Versicherte anzusprechen, die im Begriff sind, die Kasse zu wechseln, zeigen die aktuellen Herbstauftritte dieselben heilen Bilderwelten wie eh und je. Mit keiner Silbe geben die Kampagnen dem Betrachter etwa das Gefühl, die Versicherer wollten konstruktiv zur Dämpfung der Kosten beitragen. Und es ist auch kein Sujet auszumachen, das die Versicherten zu motivieren versucht, vor übereilten Arztkonsultationen abzusehen.
Die Luzerner Krankenkasse Concordia etwa bewirbt in einem Plakatauftritt ihre Konzilianz. Die Motive der von Ottiger & Partner, Reussbühl LU, konzipierten Referenzkampagne zeigen lächelnde Versicherte, die mit den erbrachten Leistungen ihrer Kasse offenbar vollumfänglich zufrieden sind. Der Slogan «Das Leben passiert» untermauert die Zahlfreudigkeit der Versicherung.
Noch unbeschwerter kommt ein TV-Spot der Zolliker Agentur Pinx daher, der die Familienpositionierung der CSS-Krankenkasse festigen soll. Der von einer betont lieblichen Musik untermalte Film, der im Anhang eine Schüler-Unfallversicherung anpreist, versucht, dem Betrachter durch entsprechende Zeitsprünge den Eindruck zu vermitteln, dass CSS die Versicherung für alle Phasen des Lebens sei. Verbal wurde die Positionierung durch die Formulierung «Sicherheit für jede Generation» umgesetzt.
Einzig der Krankenkasse Atupri könnte man attestieren, dass sie das Problem auf ironische Weise indirekt zur Sprache bringt. Im Zentrum ihres Herbstauftritts steht mit dem Clown Linaz dieselbe Identifikationsfigur, die Anfang Jahr im Brandingauftritt die Umbenennung der Krankenkasse SBB in Atupri kommunizierte. Trug Linaz damals Boxhandschuhe, drückt ihm im aktuellen Auftritt nun eine holde Schöne ein Siegerküsschen auf die Wange. Die Headline «Atupri hat viele Freunde» erklärt, wie es zur Belohnung kommt.
Der Bundesrat greift in den Genesungsprozess ein
Zwischen der «Realität» der Kassenwarte bei den Krankenversicherern und den Werbeauftritten steht die Politik. Dass die Misere im Gesundheitswesen bald ein Ende nehmen muss, weiss auch der Bundesrat. Er hat am 22. Mai in einer Klausursitzung in Ittingen TG beschlossen, die Krankenversicherung im Rahmen der laufenden 2. Teilrevision des KVG in drei Schritten zu reformieren.
Laut dem BSV sind in ersten kurzfristigen Reformschritten
etwa das Hinwirken auf «eine bessere Steuerung der Leistungsmengen und die Beurteilung umstrittener Leistungen wichtige Ziele». So sollen zum Beispiel die Ärzte in Zukunft die Relevanz einer beabsichtigten Therapie durch Einholen einer zweiten Meinung nachweisen.
Mittelfristig will der Bundesrat etwa «das Prinzip eines gesetzlich verankerten Sozialziels für die individuelle Prämienverbilligung» unterstützen. Da er die vom Ständerat verabschiedete Prämienbelastungsquote von 8% des Einkommens aber nicht als tauglich erachtete, schlug er ein abgestuftes Modell vor, das kompatibler ist mit den Vorschlägen, die im Rahmen der Neuordnung des Finanzausgleichs geäussert worden sind.
Vorgeschlagene längerfristige Reformschritte, die eine grössere Umstellung des Systems zur Folge haben, werden laut Marie-Therese Furrer, Ökonomin beim Ressort Tarife und Leistungserbringer im BSV, «wahrscheinlich erst in einer dritten Teilrevision einer Lösung zugeführt werden».
Ad–Rating

Concordia-Kampagne Schon mal die Kommentare der Ad-Raters zu den Leuenbildern gelesen? Da flirrt die Luft in der Savannenhitze aber gewaltig. Ob die Kollegen wohl mehr Freude haben werden an der Concordia-Kampagne – bei den steigenden Prämien? Sachdienliche Klicks bitte auf www. werbewoche.ch/adrating
Bank-Leu-kampagne
Top: 23,11%
Flop: 76,89%
Lob und Tadel der Ad-Raters zusammengefasst auf www.werbewoche .ch/adrating/comments

Etat-News: Ranz für Tiscali

Die Basler Ranz, eine Werbeagentur AG, wurde in den Agencypool von Tiscali Schweiz aufgenommen.

Die Basler Ranz, eine Werbeagentur AG, wurde in den Agencypool von Tiscali Schweiz aufgenommen.Etat-News Ranz für Tiscali Sie betreut neu den Gesamtbereich B2B sowie Teile des Bereichs B2C. Als erstes Projekt realisiert Ranz für den Internet Serviceprovider ein Megaposter, das während der Computermesse Orbit/ Comdex am neuen Messeturm hängen und die neuen Business-Angebote von Tiscali bekannt machen wird.
Amrein-Pieren mit Hightech-Kunden Die Berner Werbeagentur Amrein-Pieren hat den Hightech-Konzern Cicorel als Neukunden gewonnen. Cicorel entwickelt und produziert elektronische Schaltungen für die Anwendungen in den Bereichen Medizinalgeräte, Quarzuhren oder Automobiltechnologie.
Grünbaum Koblasa Livingmedia gewinnt Coop-Auftrag Die Zürcher Promotion- und Eventagentur Grünbaum Koblasa Livingmedia hat Coop Naturaplan als neuen Kunden gewonnen. Sie setzte sich in einem Pitch gegen Rufener Events durch. Die Agentur organisiert für das Umwelt-Label Coop Naturaplan einen Event zum 10-Jahre-Jubiläum mit 4000 bis 5000 Gästen. Das Budget dafür bewegt sich im siebenstelligen Bereich.

Wahre Werte.

Im Mittelalter soll es vorgekommen sein, dass einem Koch der Kopf abgeschnitten wurde, wenn sein Herrscher mit dem vorgesetzten Mahle nicht zufrieden war.

Im Mittelalter soll es vorgekommen sein, dass einem Koch der Kopf abgeschnitten wurde, wenn sein Herrscher mit dem vorgesetzten Mahle nicht zufrieden war. Auf solche Gebräuche rund um Bäuche hat jetzt auch die Zürcher Agentur Department noch einmal zurückgegriffen. Bei ihrer Werbung für das Restaurant «Sonnenberg» hat Johne Eisenhut jedenfalls kurzerhand Patron Jacky Donatz den Kopf abgeschnitten. Nicht weil dessen Kochkünste Stammgast Sepp Blatter nicht mehr gemundet hätten. Department wollte nur dem Claim «Zürichs schönste Aussicht» mit einer viel sagenden Illustration etwas mehr Gewicht verleihen. Da hat doch Jackys Bello prächtig ins Bild gepasst.Weltwoche hilft NZZ. Gesamtschweizerisch sind die Stelleninserate im August gegenüber dem Juli im Vorjahr um «dramatische» 30 Prozent eingebrochen. Da dürfte es die Anzeigenverkäufer bei der NZZ gefreut haben, dass ihnen der Verlag der Weltwoche ein bisschen unter die Arme greift. Die quirlige Konkurrenz von Roger Köppels Blatt schaltet nämlich ihre Imageanzeigen neuerdings im Stellenanzeiger der NZZ. «Stellen Sie einen Weltwoche-Leser ein», heisst der Claim, mit dem die Wirtschaft wieder auf Vordermann getrimmt werden soll.
Wichtige Schweizer. In ihrer letzten Juliausgabe hat die Schweizer Illustrierte eine Fotostrasse mit den 100 «wichtigsten Schweizern» publiziert. Eines der Bildchen zeigte über der Byline «Herrenrunde» neben Formel-1-Teamchef Peter Sauber auch Swiss-CEO André Dosé im Gespräch mit den Werber-Brüdern Dominique und Jean-Remy von Matt. «Dosé hört sich interessiert die persönlichen Erfahrungen jedes Einzelnen mit der Schweizer Airline an», hat die SI im Juli fast schon prophetisch geschrieben. Dominique von Matt, von Lesern der WerbeWoche zum «Werber des Jahres 2001» gewählt, wurde von Dosé und seiner Crew inzwischen auch noch zum «Werber der Swiss» gewählt.
Ärzte wollen Junkfood-Werbung für Kinder verbieten. Die International Obesity Task Force (IOTF), ein weltweiter Verband von Ärzten im Kampf gegen Übergewicht, ruft zu Restriktionen gegen Werbung für energiereiche Nahrungsmittel auf. Die EU solle nach dem Vorbild von Antitabakmassnahmen gegen Marketingstrategien vorgehen, die Jugendliche und vor allem Kinder im Vorschulalter anvisieren. Die Nahrungsmittelindustrie gehe oft in vergleichbarer Weise vor wie die Tabakkonzerne gegenüber älteren Jugendlichen, schreibt das IOTF in einem Dossier, das vergangene Woche veröffentlicht wurde. Kinder seien verletzlich gegenüber ausgefeilten Marketingtechniken und intensiver, wiederholter Werbung für kalorienreiche Esswaren und Getränke ausgesetzt. Laut IOTF sind mindestens 135 Millionen EU-Bürger übergewichtig. Die Folgekosten machten bis zu 8% der gesamten Gesundheitsaufwendungen aus.
Nachhilfe für Löwenbändiger. Alte Hasen wissen, dass man bei der Löwenshow am meisten in Sachen Werbung lernen kann. «Cannes ist für mich die beste Kreativschule», meint auch Markus Cavegn. Der freischaffende CD hat diese Erkenntnis deshalb fast eins zu eins in das Konzept für die Werbung von RMB für die diesjährige Cannes-Rolle einfliessen lassen. «Von der Cannes-Rolle etwas lernen», ist die Idee. Das wunderschöne Kino für das Inseratesujet wurde von Roger Schneider in St.Gallen fotografiert, die alten Schulbänke in einem Museum in Winterthur. «Die Werber sind also aufgefordert, die Schulbank zu drücken, damit wir vom nächsten Wettbewerb in Cannes nicht noch einmal ohne Löwen heimkommen», fordert Cavegn. Sonst heisst es Nachsitzen und elfmal auf die Tafel schreiben: «Ich hol mir nächstes Jahr einen Cannes-Löwen.» Zudem sei das Studium der Cannes-Rolle 2002 in der heutigen Wirtschaftslage «vielleicht auch eine Möglichkeit, die teils ungewollt gewonnene Freizeit durch Weiterbildung zu nutzen».
Kult wird auch in Deutschland verteilt. Das Lifestylemagazin Kult ist ab der Septemberausgabe auch in München, Hamburg und Berlin erhältlich. In Zusammenarbeit mit lokalen Verteilorganisationen werden 5000 zusätzliche Exemplare in rund 30 Locations pro Stadt aufgelegt. Kult-Chef Rainer Kuhn: «Wir haben schon seit langem etwa 100 deutsche Abonnenten. Nach der Abkehr vom Partypublikum und der Weiterentwicklung als Autoren- und Fotografenmagazin diesen Sommer erhielten wir E-Mails aus Deutschland, ob wir Kult nicht auch dort verteilen lassen wollten.» Durch deutsche Autoren wie Wiglaf Droste, Peter Lau und Sibylle Berg sei auch eine entsprechende Affinität vorhanden.
Die Unbeugsamen. Nein, kein neues Abenteuer von Asterix und Obelix soll hier an die Käufer gebracht werden. Und das Sujet stammt auch nicht aus der Feder von Albert Uderzo, sondern aus der Kreation von Publicis. Die Zürcher Agentur mit gallischen Wurzeln erhielt im Rahmen des Publisuisse-Budgets die Aufgabe, ein Inserat für deutsche Werbeauftraggeber zu konzipieren. Dafür hat sich das Team um CD Markus Gut Uderzos Idee ausgeliehen und mal eben die Spieler ausgewechselt. Et voilà: Die germanischen Imperatoren Sat 1, RTL und Pro 7 haben vor den Toren der Siedlung Helvetia Stellung bezogen, um dem Häuptling SRG SSR idesuix das Schweizer Konsumentenvölkchen abspenstig zu machen. Dieses widersteht nach Ansicht von Publicix, pardon, Publicis, aber unbeugsam den Angreifern.
Eclat im Verwaltungsrat von Salz & Pfeffer. Drei von vier Verwaltungsräten (VR) des Winterthurer Gastroverlags Salz&Pfeffer treten zurück. Wie der Tages-Anzeiger berichtete, reagieren Sikander von Bicknapahari, Helmut J. Koch und Richard Altorfer damit auf die Pläne der Erbinnen von Firmengründer Daniel Eggli, den VR zu erweitern. Neben Tochter Désirée Eggli sollte neu auch Schwester Marisa Einsitz nehmen sowie ihr Anwalt Jürgen Wagner und Guido Weber, Verleger der alternativen Winterthurer Zeitung Stadtblatt. Désirée und Marisa Eggli halten zusammen mit ihrer Mutter die Mehrheit an Salz & Pfeffer.
Autofreier Sonntag. Wenn Deutschland am Sonntag wählt, bleiben in Zürich die Kirchen leer. Schuld daran ist das Datum: Seit einigen Jahren begehen diverse Städte den 22. September als (beinahe) autofreien Tag. Kommuniziert wird diese Aktion in der Limmatstadt von Wyler Werbung. Neben dem jubelnden Ampelmännchen, das sämtliche Werbemittel ziert, hat CD Ruedi Wyler heuer zusätzlich ein Inserat konzipiert: Ein einsamer Pfarrer hält die Stellung auf der Kanzel der verwaisten Liebfrauenkirche, während sich seine Schäfchen auf den autofreien Strassen der Zürcher Innenstadt tummeln. Verantwortlich auf Kundenseite: Lorenz Steinmann, Amt für Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich; CD/Text: Ruedi Wyler; AD: Andreas Konrad; Foto: Beni
Riesens.
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