Prognostischer Hochseilakt

Prognos AG und SevenOne Media sehen die Werbeausgaben 2003 bereits wieder im Steigflug

Prognos AG und SevenOne Media sehen die Werbeausgaben 2003 bereits wieder im SteigflugVon Daniel Schifferle Unverhofft gute Aussichten: 2003 sollen die Werbeausgaben um sechs Prozent zulegen, bekommen die Auguren der Prognos AG Recht. Doch die rosigen Perspektiven sind nicht nur mit konjunkturellen Risiken behaftet, sie widersprechen auch den Einschätzungen der Medien diametral.
Mancher Teilnehmende rieb sich bei der Präsentation der neuesten Mittel- und Langfriststudie zur Entwicklung der Werbeausgaben in der Schweiz die Augen. Was Josef Trappel von der Prognos AG vergangene Woche an Aussichten präsentierte, übertraf sogar die kühnsten Optimisten. Trappel ist Projektleiter der im Auftrag von SevenOne Media nun bereits zum zweiten Mal erstellten Studie. Gemäss seinen Ausführungen soll die nun schon seit zwei Jahren anhaltende Baisse im kommenden Jahr abrupt Vergangenheit sein.
Und dies nicht zu knapp. Nachdem das Basler Institut für das laufende Jahr noch mit einem Minus von 1,4% rechnet, sollen die Werbeausgaben im 2003 bereits wieder um satte 6% oder 272 Millionen Franken zulegen (siehe Tabellen).
Solche Prognosen sind zwar Balsam für die gebeutelten Medien, doch woher die Prognos AG ihre Zuversicht nimmt, wurde nicht ganz klar. Ihre Werbemarktprognosen überraschten nicht nur an der Präsentation, sie sind auch viel optimistischer als die eher düsteren Aussichten, welche die Verlagsfachleute der WerbeWoche im August zu Protokoll gaben (WW 28/02). Niemand wagte daran zu glauben, dass es rasch wieder aufwärts gehen könnte. Mehrheitlich wurde die Meinung vertreten, ein Wachstum der Werbeausgaben würde frühestens in der zweiten Hälfte 2003 oder sogar erst 2004 zurückkehren.
Die Gründe für die Diskrepanz liegen auf der Hand: Die Prognos AG legte ihren Berechnungen allzu optimistische Konjunkturprognosen zu Grunde. So gingen die Basler Auguren für 2003 weiterhin von einem Wirtschaftswachstum von 2,3% aus. Doch diese Zahl entspricht längst nicht mehr der Wirklichkeit und wurde inzwischen längst nach unten revidiert. Aktuell rechnet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) für das kommende Jahr nur noch mit 1,7% Wirtschaftswachstum, andere Konjunkturforschungsstellen gehen sogar von nur 1,5% aus.
«Wir haben in schwierigen Zeiten einen prognostischen Hochseilakt gewagt», relativierte Trappel denn auch die Aussagen seiner überaus optimistischen Werbemarktprognose. «Die mikroökonomischen Rahmendaten und Trends sind ebenso widersprüchlich wie die Aussagen der Branchenfachleute.» Vorbehalte seien daher angebracht. «Auch angesichts des drohenden Irak-Krieges bleibt die konjunkturelle Entwicklung ein zentraler Unsicherheitsfaktor», sagte Trappel.
Künftige Überflieger sind TV-, Aussen- und Onlinewerbung
Sollten die optimistischen Prognosen der Prognos AG trotz aller offenen Fragen eintreffen, dürfte der vorhergesagte Werbesegen allen Mediengattungen Zuwachsraten von 5% oder mehr bescheren. Die Überflieger der kommenden Jahre werden laut Prognos AG die Fernseh-, die Aussen- und die Onlinewerbung sein. Diesen Mediengattungen werde es gelingen, ihre Anteile an den gesamten Werbeausgaben weiter auszubauen.
Geradezu euphorisch fühlen darf sich die Plakatwerbung, die einzige Mediengattung, die sogar im Krisenjahr 2002 um über 3% zulegte. Für sie errechnet Trappel einen Anstieg ihres Anteils an den Werbeausgaben von heute 13,8% auf 14,8% im Jahr 2006. Für das Fernsehen prognostizierte er einen Ausbau von 10,9% auf 11,4% im selben Zeitraum.
Mit einem starken Comeback kann auch die Onlinewerbung rechnen, die in den vergangenen beiden Jahren dramatisch an Bedeutung verloren hat. Im nächsten Jahr werde sie sich von heute 14 Millionen Franken auf neu 29 Millionen Franken mehr als verdoppeln. Und auch in den Jahren danach soll die Kletterpartie mit zweistelligen Zuwachsraten weitergehen. Allerdings mahnte Trappel auch hier zur Vorsicht, denn bereits im vergangenen Jahr hatte die Prognos AG die Entwicklung des Online-Marktes viel zu optimistisch eingeschätzt. «Online ist immer noch sehr volatil und bleibt deshalb für die Prognostik eine ganz besondere Knacknuss», gestand Trappel.
Keine Lichtblicke konnten die Basler Zukunftsforscher für die Zeitungen ausmachen. Verläuft die Entwicklung in ihrem Sinne, wird deren Anteil an den Werbeausgaben von aktuell 46,5% auf 45,1% im Jahr 2006 sinken. Zur Erinnerung: 1991 holten die Zeitungen noch 54% ab. «Die schleichende Erosion wird sich fortsetzen. Denn nur wenige Zeitungen sind gut für die Zukunft gerüstet», diagnostizierte Trappel. Einzig Gratiszeitungen und Sonntagspresse sagte er eine vergleichsweise sorgenfreie Zukunft vorher.
Bereits vor einem Jahr, als die Prognos AG ihre erste Langzeit-Werbemarktstudie im Auftrag von SevenOne Media präsentierte, waren die Vorhersagen zu optimistisch ausgefallen, wie die Wirklichkeit jetzt zeigt. Dies wurde in der aktuellen Ausgabe denn auch korrigiert: Sämtliche im letzten Jahr gemachten Prognosen zu den Werbeausgaben wurden in der aktuellen Ausgabe der Studie um 150 bis 250 Millionen Franken pro Jahr nach unten gewichtet. Es ist zu erwarten, dass die Prognos AG auch bei der Präsentation der Studie im nächsten Jahr Korrekturen nach unten wird bekannt geben müssen.
Itext verknüpft Teletext und TV-Spot

Unter dem Namen iText bietet SevenOne Media (Schweiz) eine weltweite werberische Neuheit ab sofort auch in der Schweiz an: Die Verknüpfung von TV-Spot und Teletext. Das funktioniert so: Während des iText-Spots werden Zuschauer aufgefordert, in den Teletext zu wechseln. Dort wird parallel zum Spot automatisch eine Sonderwerbeform ausgestrahlt, die den Zuschauern Zusatzinformationen und Kontaktmöglichkeiten liefert. iText wurde von SevenOne Media (Deutschland) im vergangenen August im Rahmen der Telemesse als Weltpremiere lanciert. «Die Resonanz der Branche war beeindruckend. Fachleute sprachen vom ersten Schritt in Richtung echter, interaktiver Fernsehdienste», sagte Christian Gartmann, Geschäftsführer von SevenOne Media (Schweiz) AG. Die Kosten für das neue Werbetool betragen 15 Prozent vom Nettopreis des betreffenden Werbespots. (dse)
Prognose Netto-Werbeumsätze

nach Mediengattung
Netto in Mio. CHF 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Zeitungen 2 150 2 098 2 207 2 279 2 348 2 399
Publikumszeitschriften 346 344 361 372 384 393
Fachpresse 390 377 396 409 423 432
Fernsehen (inkl. Sponsoring) 494 489 522 543 577 605
Radio (inkl. Sponsoring) 129 129 137 142 150 156
Aussenwerbung 603 623 678 716 757 785
Kinowerbung 40 36 39 40 43 45
Sonstige Werbeträger 404 396 410 420 429 435
Gesamt exkl.Online-Werbung 4 555 4 493 4 750 4 922 5 112 5 250
Online-Werbung 15 14 29 45 59 67
Gesamt inkl.Online-Werbung 4 570 4 507 4 779 4 967 5 171 5 317
Quelle: 2001 Wemf, Prognos AG
Prognose bis 2012

2006 2012 Veränderung 2006/2012
BIP nominal in Mrd. CHF 487 590 Ø Wachstum 3,2% p.a.
Inflationsrate Ø 1,5% p.a.
Netto-Werbeumsätze in Mrd. CHF 5,3 6,5 Ø Wachstum 3,5% p.a.
Werbeintensität in % des BIP nominal 1,09 1,11 + 0,02%-Punkte
Zeitungen in Mio. CHF 2399 2864 Ø Wachstum 3,0% p.a.
Marktanteil in % 45,1 43,8 – 1,3%-Punkte
Fernsehwerbung (inkl. Sponsoring) in Mio. CHF 605 757 Ø Wachstum 3,8% p.a.
Marktanteil in % 11,4 11,6 + 0,2%-Punkte
Online-Werbung in Mio. CHF 67 147 Ø Wachstum 14,0% p.a.
Marktanteil in % 1,3 2,2 + 0,9%-Punkte
Quelle: Prognos AG

Ohne Messer, Gabel und Glas

Die internationale Gastromesse Igeho in Basel profiliert sich mit frischem Look von Lang Gysi Knoll

Die internationale Gastromesse Igeho in Basel profiliert sich mit frischem Look von Lang Gysi KnollRückläufige Umsätze bereiten der Schweizer Gastronomie und Hotellerie Bauchschmerzen. Als eine der führenden Fachmessen für Gastgewerbe in Europa erweist die Igeho der Branche und ihrem allmählich verblassenden Ruf immer noch einen willkommenen Dienst. Mit einem erfolgreichen Messeverlauf – rund 80000 Fachbesucher und einem neuen Rekord bei der Ausstellerzahl – konnte die Igeho 01 eine positive Bilanz ziehen. Um die Positionierung der hoch stehenden Fachveranstaltung überzeugend und klar zu kommunizieren, betrauten die Organisatoren Pitch-Gewinnerin Lang Gysi Knoll (LGK) mit der Aufgabe, das Erscheinungsbild des Topevents in zeitgemässem Look zu gestalten. Schliesslich will sich die internationale Fachmesse für Gemeinschaftsgastronomie, Hotellerie und Restauration in Basel zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum 2003 im neuen Designerkleid präsentieren.
«Gefragt war nicht ein Auftritt mit reinem Bekanntmachungscharakter, vielmehr sollte das Selbstverständnis eines Leaderprodukts kommuniziert werden, das auf die eigenen Werte vertraut», erläutert Agentur-Mitinhaberin Nicole Huber die Ausgangslage. Entstanden ist ein Profil, das ins Leitthema «Home to European Hospitality» integriert wurde und den Bekanntheitsgrad der Igeho vor allem im Ausland erhöhen soll.
Passend zur strategischen Neuausrichtung – verstärkte Internationalisierung und verkürzte Messedauer – entwickelte LGK, eine CI, die sich auf den modernen Schriftzug beschränkt und auf das Messer-Gabel-Glas-Symbol verzichtet. Die Marke wurde in den schnörkellosen Motiven in den Mittelpunkt gerückt, indem sie auf verschiedene Gegenstände der Branche graviert, geprägt oder aufgedruckt wurde, wie zum Beispiel auf einem schlichten Rüstbrett, einer handgemachten Seife oder einer edlen Cloche. Die harmonischen Arrangements verraten auf den ersten Blick die Affinität der Fotografin Martina Meier zum Thema und zum Stillleben. CD Simone Quast über den Approach: «Die Bildsprache ist sinnlich und leichtfüssig zugleich.» Schliesslich seien es die kleinen Dinge, die den Aufenthalt in einem Restaurant oder Hotel zum Erlebnis machen. Zum Einsatz kommen die Plakate, Fachanzeigen und Prospekte im In- sowie dem benachbarten Ausland. Luca Aloisi
Die Krankenkassen werden durch das BSV gegängelt

33/02: Marketing-Kommunikation – Ein Lächeln zur falschen Zeit
Seit dem Inkrafttreten des neuen KVG (1996) sind die Krankenkassen ein wichtiger Werbeauftraggeber geworden. Doch Werben im Gesundheitswesen ist heikel, weil der Krankenkassenmarkt ein Politikum ist. Ihr Artikel trifft den Nagel voll auf den Kopf.
Einzig eine weitere Begründung für die Beliebigkeit, Fantasie- und Mutlosigkeit in der Krankenkassenwerbung möchte ich noch nachliefern: Die Krankenkassen leben in einem so genannt halbregulierten Markt, das heisst, gegängelt durch einen «Zweit-Verwaltungsrat» (Bundesamt für Sozialversicherung BSV), haben sie nur beschränkte Möglichkeiten, sich marktgerecht zu verhalten. Diese Positionierung im Sinne einer halben Marktwirtschaft ist verhängnisvoll. Dass durch diese zusätzliche Bürokratiestufe Tempo, Dynamik und Eigenverantwortung gelähmt werden, liegt auf der Hand.
Bleiben Sie bei diesem wichtigen Thema bitte am Ball, denn die Entwicklung von Marketing und Kommunikation ist bei den Krankenkassen in vollem Gang.
Lahor Jakrlin, Mitinhaber Fruitcake Werbeagenturen

Etat-News: Schweiz Tourismus mag die kleinen Den Pitch hat die Kommunikationsagentur Effact aus Zürich gewonnen.

Etat-News Schweiz Tourismus mag die kleinen Den Pitch hat die Kommunikationsagentur Effact aus Zürich gewonnen. Sie setzte sich gegen Publicis durch und tritt die Nachfolge von Weber Hodel Schm

Etat-News Schweiz Tourismus mag die kleinen Den Pitch hat die Kommunikationsagentur Effact aus Zürich gewonnen. Sie setzte sich gegen Publicis durch und tritt die Nachfolge von Weber Hodel Schmid an. Die Agentur unterhält laut Mitteilung von Schweiz Tourismus ein enges Netzwerk zur deutschen Schölzel Möhring GmbH und wird zusammen mit der Marketingorganisation die neue Gestaltungsplattform umsetzen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Markenführung gelegt. Der neue Auftritt wird Anfang Dezember präsentiert. «Wir streben einen offenen, modernen und schweizerischen Auftritt an», wird Tourismus-Sprecherin Daniela Bär in der Mitteilung zitiert.
Zermatt geht zu DDB Zürich DDB Zürich gibt der Tourismusdestination Zermatt einen neuen Auftritt. Die Agentur gewann das Mandat in einem Pitch. Unter der Dachmarke Zermatt sollen künftig alle lokalen Leistungsträger stärker gebündelt und damit die Marke Zermatt klarer positioniert werden. Mit dem Budget von Zermatt Tourismus hat DDB Zürich die achte Präsentation in Folge gewonnen.
MitLinks auf die Forchbahn Der Zürcher Webdienstleister MitLinks wurde von der Zürcher Forchbahn beauftragt, ihre erste Website zu realisieren. Gemäss einem Bericht des Netztickers setzte sich MitLinks in einem Pitch durch. Die Forchbahn verbindet als Teil des S-Bahn-Netzes die Gemeinden auf dem Pfannenstil am rechten Zürichseeufer. Die Site soll den Fahrplan, regionale Ausflugsideen und einen Webshop mit internationalen Reiseangeboten enthalten. MitLinks hat bereits für die Verkehrsbetriebe Zürich die Online-Ticketeria gestaltet.

Alles ist wieder in Butter

Den Weg zurück zur Natur führt By Heart über die Butter

Den Weg zurück zur Natur führt By Heart über die ButterVon Jean-Jacques Rousseau stammt die Idee, von By Heart die Umsetzung. Für die Schweizer Milchproduzenten positioniert die neue Hauptagentur die Butter als harmonische Einheit von Mensch und Natur, ganz im Sinne des Genfer Philosophen: Ade, du grässliche Fastfood- und Convenience-Food-Welt. By Heart lässt Helvetiens schönste Alpenbraut, Top-Model Sarina Arnold, in die Rolle der Butterfrau steigen. Mit modischem Folklorekleid, Urner Dialekt und einer Portion verträumter Romantik positioniert sie die Butter als unnachahmliches, pures Naturprodukt. Die Verantwortlichen setzen damit voll auf Emotionen. Mit Rousseaus postuliertem «Retour à la nature» weckt die Werbe-Idylle die Sehnsucht nach Natürlichkeit, dem USP der Butter. Seite 6

Kopf der Woche: «Ich bin ein Mensch, mit dem man kutschieren kann»

Daniel Strobel ist seit dem 2. September der neue CEO von Publimedia

Daniel Strobel ist seit dem 2. September der neue CEO von PublimediaKopf der Woche «Ich bin ein Mensch, mit dem man kutschieren kann»
Mit Daniel Strobel übernimmt ein Mann mit umfassender Kenntnis der Branche und des Unternehmens die Führung der PubliGroupe-Tochter Publimedia. Seine gesamte Laufbahn verlief nämlich innerhalb der PubliGroupe.
Nach seiner kaufmännischen Ausbildung, die der gebürtige Oltener in der Publicitas-Filiale seiner Heimatstadt absolvierte, liess er sich zur «P» Freiburg versetzen, um sein Französisch zu verbessern. Er blieb zwei Jahre und kehrte dann in die ehemalige Lehrfiliale zurück. Die nächste Station war eine Anstellung bei der damaligen Publimedia an der Signaustrasse in Zürich. Danach leitete er während vier Jahren die «P»-Filiale in Biel. Berufsbegleitend bildete sich der heute 42-Jährige zum Werbeleiter und zum Verlagsfachmann aus.
Zur heutigen Publimedia stiess Daniel Strobel kurz vor der Gründung der Berner und Basler Filiale im Januar 1999. Bis zu seiner Beförderung zum CEO war er als Account Director für die neu eröffneten Filialen sowie für eine Beratungsgruppe in der Zürcher Firma verantwortlich. «Mich fasziniert die Branche, und Karrieremöglichkeiten gibt es bei der PubliGroupe auch», erklärt er, weshalb für ihn der Wechsel zu einer anderen Unternehmung bislang nie ein Thema gewesen war.
Strobel übernimmt die Leitung der Publimedia zu einem schwierigen Zeitpunkt. Die Vermittlerin kommerzieller Inserate, die «dem stark abfallenden Stellenmarkt nicht ausgeliefert ist, auf dem es zu grossen Einbrüchen kam», weist derzeit einen Umsatzrückgang in der Höhe «einer knapp zweistelligen Prozentzahl» auf. Weil viele Unternehmen und Werbeagenturen mit der Zürcher Publimedia zusammenarbeiten, ist sie in der Limmatstadt markanter von Einbussen betroffen als etwa in Bern und Basel. «Vor allem Banken und Versicherungen werben zurückhaltend, während sich die Autobranche etwas erholt hat und die Entwicklung der Umsätze im Detailhandelsbereich nach wie vor positiv verläuft», so Strobel.
Unter diesen Marktbedingungen betrachtet er es als «wichtigste Aufgabe», Kontakte zu den Werbetreibenden und Agenturen zu intensivieren und auszubauen und die Vorzüge der Printwerbung aufzuzeigen. Ein Engagement, das er von sich ebenso verlangt wie von seinen rund 150 Mitarbeitenden. «Die Leute sollen spüren, dass ich ein Mensch bin, mit dem man kutschieren kann», sagt er.
Strobel ist verheiratet und Vater zweier Söhne, mit denen er gern Tischfussball spielt. Zur Entspannung geniesst er «Musik in jeder Ausprägung» oder spielt Querflöte. Leider reicht die Freizeit nicht aus, um seinen Lieblingssport, das Schiessen, richtig zu betreiben. «Man sollte trainieren und ab und zu an einem Schützenfest teilnehmen können», sagt er. Ernst Weber

«Durch den Magen»

Michael Schai, Marketingleiter Hiestand, über Gebäck-Branding

Michael Schai, Marketingleiter Hiestand, über Gebäck-BrandingMichael Schai leitet bei Hiestand in Schlieren eine Marketingabteilung mit 15 Mitarbeitenden. Mit dieser Crew wird auch die Werbung für die berühmten Gipfeli gemacht. Trotzdem wirken die Hiestand-Ideen alles andere als hausbacken.Man kann ein Gipfeli so legen, dass es entweder links herum oder rechts herum gebogen ist. Was aber unterscheidet beim Branding ein Gipfeli von einem Gipfeli?
Michael Schai: Der Genuss. Die Marke geht durch den Magen. An Messen oder anderen Werbeveranstaltungen versuchen wir unsere Produkte gar nicht erst rational zu erklären, sondern wir fordern die Besucher auf: «Beissen Sie rein!» Das ist das Emotionale. Dann werden auf Produktionsseite gewisse Ansprüche kommuniziert, wie zum Beispiel unsere Rohstoff-Philosophie. Wir wollen unsere Produkte möglichst natürlich herstellen. Das bedeutet integrierte Produktion IP-Swiss, Eier aus Boden- und Freilandhaltung, keine E-Nummern. Dazu muss die Verarbeitung nach möglichst traditionell handwerklichen Kriterien erfolgen. Wir lassen beim Zwirbelbrot den Teig wirklich 18 Stunden lang liegen, bis der Teig schön aufgegangen ist. So kann er Volumen und Geschmack entwickeln. Erst dann wird er gebacken. Es sind die rationalen Sachen, die auch ein gutes Gipfeli ausmachen.
Wie können Sie das aber kommunizieren, wenn ein Gipfel bekanntlich kein Logo hat?
Schai: In den meisten Kanälen werden unsere Produkte quasi no name verkauft. Der Hotelier backt unsere Gipfeli, und die Gäste meinen, er hätte sie selber gebacken. Im Bereich Convenience haben wir die Möglichkeit, als Marke aufzutreten, indem wir den Ofen branden. Gewisse Produkte können auch mit der Verpackung wie etwa dem Brotbeutel gebrandet werden. Das wollen wir jetzt langsam forcieren, zum Beispiel an Tankstellen, mit unseren Backshops sowie im Einzelhandel.
In der Schweiz sei ein Eintritt in den Detailhandel unter dem Firmennamen Hiestand kein Thema, hat Wolfgang Werlé gesagt – der neue CEO von Hiestand, der dieses Jahr von der SAir-Group gekommen ist. Was heisst das für das Marketing?
Schai: Unsere Kunden sind Gastronomen, Hoteliers, sind überall, wo frisch gebacken wird: am Verkaufspunkt in Convenience Stores, Tankstellen, Bäckereien. An solchen Punkten werden wir uns bemühen, dem Konsumenten klar zu machen, dass er ein Produkt von Hiestand kauft. Dem Bäcker spricht niemand die Kompetenz ab, gute Gipfel machen zu können. Bei einer Tankstelle hat der Kunde hingegen immer noch im Hinterkopf, dass die Gipfel nach Benzin riechen. Dort ist es ein Bedürfnis unserer Wiederverkäufer, vermehrt mit einer Vertrauen erweckenden Bäckermarke auftreten und werben zu können: «Unsere Gipfeli sind so gut, weil wir das ganze Bäcker-Know-how von Hiestand haben.» Im B2B-Bereich haben wir viele Kunden, die diesen Wunsch selber hegen, weil ihnen die Back-Kompetenz fehlt.
Das heisst: Ihre Werbung richtet sich vor allem an B2B-Kunden?
Schai: Im B2B-Kanal gibt es viele Businesspartner, die kommunizieren wollen, dass sie ihre Produkte nicht selber gebacken haben, sondern mit dem Marktführer zusammenarbeiten. An dieser neuen Philosophie arbeiten wir seit ungefähr zwei Jahren.
Sie haben 700 Produkte, die auf 500 gestrafft werden sollen. Wie bringt man das werbetechnisch unter einen Hut?
Schai: Wir sind eine Herstellermarke. Es gibt aber in unserem Sortiment ganz spezielle Produkte wie zum Beispiel den «Cailler-Gipfel». Fredy Hiestand hat vor über 20 Jahren den Schoggi-Gipfel erfunden…
Kommt der nicht als «pain au chocolat» aus Paris?
Schai: Ich bin der Meinung, Hiestand hat den Schoggi-Gipfel erfunden. Vor etwas mehr als zwei Jahren haben wir nun überlegt, wie wir dieses Produkt wieder unique machen könnten. Wir sagten uns: Wieso nehmen wir nicht den besten Gipfel und das beste Branchli? Das sind in der Schweiz Cailler und Hiestand. Also vermarkten wir die Kombination unter dem Namen «Cailler-Gipfel». In weniger als drei Jahren ist das nun zu unserem viertmeist verkauften Produkt geworden. Man kann aber das Produkt nicht anschreiben. Deshalb haben wir einen Beutel entwickelt, der mit dem Logo von Cailler und Hiestand bedruckt ist. Dazu kommen Rotairs im Laden und anderes Verkaufsmaterial. Dieser sowie neu ein Brötchen mit Gerber-Fondue sind die wenigen Produkte, die wir bis jetzt einzeln bewerben. Alles andere verkaufen wir unter einem Umbrella-Brand.
Unter dem Namen Hicopain ist Hiestand ein neues Joint Venture mit Coop eingegangen. Führt das nicht zu einer Verzettelung der Marke?
Schai: Die Endverbraucher werden das Logo nie sehen. Coop fehlte zusätzliches Know-how zum Backen, und statt selber eine neue Firma zu gründen, hat Coop seine Ausbaupläne in Form eines Joint Venture mit uns realisiert. Hicopain ist ein reiner Fantasiename, in dem auch das Wortspiel Copain als Partner mitschwingt.
Ihre Gipfeli sind auch in Deutschland, Polen, Österreich und vor allem in Asien sehr gefragt. Wie bewerben Sie den Auslandmarkt?
Schai: In Asien ist für uns das Konzept «Made in Switzerland» sehr wichtig. Das Gütesiegel «Swiss made» ist auch ein Grund, wieso wir nach Asien gegangen sind. Wir haben in Singapur neun Läden und sind in Japan sehr stark am Aufbauen. Dort geniessen die Japaner ein Gipfeli so wie wir Schweizer hier Sushi essen. Sie leisten sich unsere Gipfeli sehr bewusst und bezahlen dafür sechs Franken pro Stück. Wir arbeiten deshalb in unserer Werbung sehr stark mit den Sujets Schweizer Berge und Schweizer Landschaften. Dieses visuelle Image mit schönen Landschaften transportiert Natürlichkeit.
Als Folge des 11. September ist Hiestand aus dem Amerika-Geschäft ausgestiegen. Darunter haben auch die Aktien von Hiestand gelitten. Was machen Sie seither im Bereich Investor Relations?
Schai: Wir schalten keine speziellen Image-Kampagnen. Aber wir laden die Anleger immer wieder gerne ein. Und dann läuft die Kommunikation bei uns wie immer durch den Magen. Auch an unserer Bilanz-Pressekonferenz treten wir mit einem Backofen auf und inszenieren eine schöne Bäckerwelt. Unser Image geht durch die Nase und dann durch den Mund. Duftmarketing und Ladenbacken funktioniert bei allen als positiv geladene Welt.
Arbeiten Sie mit einem externen Profi für Ihre Werbung, oder sind Ihre Kampagnen hausbacken?
Schai: Wir machen unsere Werbung zum grossen Teil selber. Wir haben eine professionelle Inhouse-Werbeagentur mit drei Grafikern. Das geht von Imagebroschüren bis Geschäftsberichte und Verpackungsideen. Wir holen uns aber selektiv externes Know-how, zum Beispiel für DM im B2B-Bereich. Wir haben ungefähr 6000 verschiedene Kunden, vom kleinen Beck bis zum grossen Lebensmittelkonzern. Diese haben unterschiedliche Bedürfnisse, alles geht sehr schnell, da müssen wir inhouse reagieren können. In Zukunft werden wir uns aber auch im Bereich B2C mehr externes Know-how holen.
Interview: Andreas Panzeri

Eine feminine Zürcherin erobert die Romandie

Früh schon erkannte Femina die Bedeutung der Frauenbewegung

Früh schon erkannte Femina die Bedeutung der Frauenbewegungvon Anita Vaucher Vor genau vierzig Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Frauenzeitschrift Femina. Heute ist das in Zürich gegründete Blatt der meistgelesene Frauentitel der Westschweiz.
Was heute als Gratisbeilage der Sonntagszeitung Le Matin Dimanche beigelegt wird, hat seine Wurzeln in den Dreissigerjahren. 1934 lancierte die Zürcher Verlegersfrau Verena Conzett die Zeitschrift La semaine de la femme, die eigentliche Vorläuferin des heutigen Gratisblattes. Die Geschichte der heutigen Leaderzeitschrift im Westschweizer Frauenmarkt begann allerdings erst 1962. Damals wurde La semaine de la femme in Femina umgetauft. Seither hat das Frauenmagazin eine bewegte Geschichte hinter sich. Als deren Herausgeberin Conzett & Huber AG 1981 von der damaligen Tages-Anzeiger-Gruppe übernommen wurde, entstand daraus zunächst die Frauenzeitschrift Annabelle Femina.
Doch dies war nur eine kurze Episode, denn bereits 1985 verkaufte Tamedia das Frauenblatt an die 24 Heures Société S.A. – die heutige Edipresse. Femina war damals auf dem Westschweizer Markt konkurrenzlos, wenn man von den Frauenmagazinen aus Frankreich absieht. Das Frauenheft hatte aber noch eine andere Besonderheit, die bis heute beibehalten wurde: Femina ist nicht am Kiosk erhältlich und gelangt ausschliesslich als Beilage von Le Matin Dimanche an die Leserinnen. Ziel war es, das Gesamtangebot von Le Matin Dimanche aufzuwerten. Dies sei gelungen, sagt Anne Jan, Product Managerin von Femina. «Viele Leserinnen kaufen Le Matin Dimanche, weil sie damit auch Femina erhalten.» Auch die hohen Leserzahlen – 544000 sind es laut Mach Basic 2002 – würden für den Erfolg sprechen.
Unerreichte Leaderin unter den Westschweizer Frauentiteln
Ein Blick in die Geschichte zeigt die Pionierrolle von Femina. Als eine der ersten Frauenzeitschriften in der Schweiz nahm das Heft im Jahre 1978 auch politische Themen auf. Überhaupt fühlte das Frauenmagazin stets den Puls der Zeit. So dachte Femina bereits in den Gründungsjahren, noch mit Kochrezepten, Anleitungen zum Stricken, Sticken und Nähen im Blatt, über das Frauenbild der damaligen Zeit nach. In den Sechzigerjahren erweiterte die Zeitschrift den Themenkreis und wurde zum Spiegel einer sich rasch wandelnden Gesellschaft. So erschien bereits 1968 ein Dossier unter dem Titel «L’amour physique, son rôle et son importance».
Vor vier Jahren hat Femina gleich von zwei neuen Frauenzeitschriften Konkurrenz erhalten: Edelweiss aus dem Hause Ringier Romandie und Profil Femme aus dem Kleinverlag Audace Publishing pflügen seither ebenfalls im Frauenmarkt. Allerdings vermochten diese beiden der höchst aktiven Oma unter den Westschweizer Frauentiteln kaum Leserinnen wegzunehmen.

Aufgefallen: Modewerbung folgt dem Grundsatz, möglichst viel emotionale Lebenswelt in einer Anzeige unterzubringen.

AufgefallenModewerbung folgt dem Grundsatz, möglichst viel emotionale Lebenswelt in einer Anzeige unterzubringen. Richtig, denn gekauft werden keine Produkte, sondern die Illusion, mit dem Kleidungsstück ein Stück von dieser Welt miterworben

Aufgefallen Modewerbung folgt dem Grundsatz, möglichst viel emotionale Lebenswelt in einer Anzeige unterzubringen. Richtig, denn gekauft werden keine Produkte, sondern die Illusion, mit dem Kleidungsstück ein Stück von dieser Welt miterworben zu haben. Meist aber werden Emotionen mit dem Paarungstrieb verwechselt. Eine wahre Fundgrube an solchen Verwirrungen der (Werbe)Geister bietet die Septemberausgabe des Lifestyle-Magazins i-D.
Das Titelblatt ist für einmal nicht nur Teaser für heimliche Gelüste – es ist schlicht blöd: Wer soll schon auf die Idee kommen, eine abgebildete Frau zu verführen? Indem man das Hochglanzpapier streichelt? Beim Blättern im Heftinnern sieht man so viel Haut und Schamhaare, dass jede Neigung befriedigt wird – sei sie noch so schlüpfrig. Ganz besonders gefiel mir die Anzeige für die neuen Versace-Turnschuhe. Wie uns Modell Ricky vormacht, lassen sich diese übrigens auch binden, ohne einen Blick auf die Schnürsenkel zu werfen. Verführung in Reinkultur? Der Wuschelkopf scheint jedenfalls vom Fotografen überrascht worden zu sein. Sind wir auch, aber nicht so verärgert wie Ricky-Boy: was der Lockenkopf zeigt, ist ja eher selten – abgebildet zumindest.
Chandra Kurt [email protected]
Kolumne

S Wyss isch es!! Von Liz Sutter
Auffallende Haarfarben sind keine Erfindung von Polycolor. Bereits die alten Ägypterinnen wussten einen Brei zu mixen, der die Haare blau tönte. Und sicher sind auch sie schon auf die Idee gekommen, dass man sich beim Färben nicht auf die Kopfhaare beschränken muss. 1989 sah ich in einem Magazin eine Frau mit Schamhaar in Bleu-Blanc-Rouge. Auch eine Art, den 200. Geburtstag der französischen Revolution zu feiern, dachte ich und bemerkte einmal mehr, wie unbeschwert die Franzosen mit ihren Landesfarben umgehen. Ganz im Gegensatz zu uns.
Mittlerweile hat das Schweizerwappen Taschen, T-Shirts und Fussballfangesichter schon fast kreuzzugartig erobert. Diesen neuen Umgang kann man locker oder spielerisch nennen, mir kommts eher patriotisch vor, und statt Begeisterung spüre ich Beklemmung. Keinerlei Parallelen zu Frankreich. Liegts am Kobaltblau und am Signalrot, dass die Trikolore so viel attraktiver und dekorativer wirkt? Liegts an der Grosszügigkeit der Streifen, die schlicht mehr Möglichkeiten bieten als dies enge Kreuz?
Von der eingeschränkten Bewegungsfreiheit des Kreuzes können neben Physiotherapeutinnen ja auch Gestalter ein Lied singen. Manche behaupten zwar, das Schweizerdings sei kein Kreuz, sondern ein Pluszeichen. Hätte man mit dieser Idee nicht eine originellere Aufschwung-Kampagne zu Stande gebracht als mit diesem abgenudelten «Liebe ist…»-Pärchen? Aber zurück zum Rot.
«Jetzt sind die Berge ganz rot», schwärmte Joachim am Telefon. «Wenn der Alpenfirn sich rötet, bötet freie Schweizer, bötet», blödelte ich und sagte: «Bei diesem Lied musste ich früher immer an Kommunistenangst denken und hatte mich gefragt, ob den Verängstigten das viele Rot im eigenen Wappen denn nicht unheimlich sei.» – «Ja, aber das Rot ist doch gar nicht das Wichtige», wandte Joachim ein, «wichtig isch doch s Wyss! S Wyss isch es!!» – «S Wyss? Ach, daher der Name Swiss!»
[email protected]
Liz Sutter ist Journalistin.
Business Lunch

Kulinarische Erinnerungen an ein No Man’s Land Das Restaurant Erlkönig in Basel ist bald zwei Jahre offen und nach wie vor eine gute Adresse für bodenständige Küche, Design der Fünfzigerjahre und eine unvergesslich geisterhafte Lage. Zu Beginn gleich ein Wort der Warnung: Wenn Sie erreichen, dass Ihr Taxi direkt vor die Eingangstüre dieses Lokals fährt, können Sie sich glücklich schätzen – die meisten Taxifahrer verweigern die Fahrt an die Erlenstrasse 21. Zugegeben, diese Adresse ist etwas speziell, aber zu Fuss sollte man auf keinen Fall hingehen. Denn das Elternhaus von Norman Bates im Hitchcock-Schocker «Psycho» wirkt weniger unheimlich als das Restaurant Erlkönig. Es liegt mitten im verwaisten Areal der Deutschen Bundesbahn – auch DB Areal genannt.
Kaum betritt man jedoch das Lokal, weiss man, dass sich die Aufregung gelohnt hat. Was sich hier in der ehemaligen Arbeiterkantine des Deutschen Güterbahnhofs abspielt, erinnert an Restaurants, die man aus Hafenstädten kennt – beispielsweise das «Bica do sapato» in Lissabon.
Als ob die Zeit stehen geblieben wäre: Gekocht wird hier nach Grossmutter-Art, getafelt wird an alten Holztischen, und serviert wird nur «natürliche» Küche. Dazu gehört auch das Töpfchen Schweineschmalz, das an Stelle der Butter zum frisch gebackenen Brot serviert wird.
Die Gäste des «Erlkönigs» sind bunt gemischt. Krawatte ist genau so in wie zerrissene Jeans. Die einen schätzen die Qualität des Essens, die anderen fühlen sich in dieser «No man’s land»-Umgebung zu Hause. Kreativität ist ihre Gemeinsamkeit, denn Künstler, Journalisten, Galeristen und Werber gehören zu den Stammgästen. Die schätzen den lockeren und unkomplizierten Service und werfen gerne einen Blick in die Weinkarte. Die ist nicht zu umfangreich, dafür stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Summa summarum kommt man mit 100 Franken für zwei Personen locker davon. Aber wie?, fragt man sich nach der abenteuerlichen Hinfahrt. Da passt der letzte Tipp ausgezeichnet: Bei der Ankunft bestellt man gleich das Taxi für die Rückfahrt, ganz einfach.
Chandra Kurt [email protected]
ErlkönigErlenstrasse 21
4058 Basel
Tel. 061 683 33 22
Mi-So 19-23 Uhr
Bewertung

Essen …………………..4
Getränke ………………3
Bedienung …………….3
Businessfaktor ……..3
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

News: Springer-VR für Ringier

Im Ringen um das 40%-Aktienpaket der insolventen KirchMedia am Axel Springer Verlag (ASV) sind die Chancen für einen Einstieg von Ringier offenbar gestiegen.

Im Ringen um das 40%-Aktienpaket der insolventen KirchMedia am Axel Springer Verlag (ASV) sind die Chancen für einen Einstieg von Ringier offenbar gestiegen.News Springer-VR für Ringier Die Süddeutsche Zeitung meldete, gestützt auf «Branchenkreise», im Verwaltungsrat des ASV habe sich eine «deutlich positive Richtung» abgezeichnet. Das Kontrollgremium habe sehr konstruktiv über einen möglichen Ringier-Einstieg diskutiert, den Antrag Kirchs für einen Verkauf der Aktien an die WAZ-Gruppe aber abgelehnt. Ein zweiter Antrag Kirchs zum Verkauf seiner Anteile an Ringier sei vertagt worden, hiess es weiter.
Inseratevolumen weiter rückläufig Das Inserategeschäft der Schweizer Presse war auch im August rückläufig. Die Zeitungen verbuchten gegenüber dem Vorjahresmonat 13,2% weniger Inserate. Dies geht vor allem auf die Stelleninserate zurück, die um 30,5% zurückbuchstabierten. Zulegen konnten die kleinen Zeitungen der Deutschschweiz (+20,6%), die auch bei den Stellen ein Plus von 13,5% verzeichneten. Alle andern Kategorien mussten Einbussen hinnehmen, die Westschweizer Tageszeitungen allerdings nur minim (–0,3%). Zeitschriften verzeichneten ein um 14% tieferes Inseratevolumen. Einzig die Special-Interest-Titel der Deutschschweiz konnten zulegen (+8,3%). Der Publicitas-Index Werbeausgaben in der Schweizer Tagespresse sank im August um 1,1 auf 111,6 Punkte.
Werbestatistik der Wemf wird konkret Die im Juli angekündigte Online-Werbeumsatzstatistik der AG für Werbemedienforschung (Wemf) wird Advertising Index Switzerland heissen. Die Einzeldaten – fakturierte Brutto-Werbeausgaben – sollen per Internet direkt bei den Medien bezogen werden. Im Herbst will die Wemf technische und inhaltliche Probeläufe veranstalten.

Neue Zerreissprobe überstanden

Jahreskongress des Verbandes Schweizer Presse einigte sich in St.Moritz zum Thema Presseförderung

Jahreskongress des Verbandes Schweizer Presse einigte sich in St.Moritz zum Thema PresseförderungVon Daniel Schifferle Beinahe hätte der Streit um die Grundsatzposition zur Neuordnung der staatlichen Presseförderung die Mitglieder des Verbandes Schweizer Presse (VSP) entzweit. Einig war man sich am diesjährigen Verlegergipfel in St.Moritz hingegen über die Tiefe und Nachhaltigkeit des aktuellen Konjunkturtiefs. Zu dessen Überwindung müsse intensiv an der aktuellen Vertrauenskrise gearbeitet werden, führte Bundespräsident Kaspar Villiger aus.
Die Auseinandersetzungen um aktuelle Brennpunkte bringen den VSP immer mal wieder an den Rand der Spaltung. Vor zwei Jahren war es der neue GAV, bei dem sich die Interessen der grossen und der kleinen Verlagshäuser nicht unter einen Hut bringen liessen – der Zwist führte schliesslich zum Verbandsaustritt von mehr als einem Dutzend Mitglieder. Dieses Jahr stand eine neuerliche Sezession im Raum: Die Presseförderung war Gegenstand des drohenden Zerwürfnisses.
Und wieder waren es die kleinen Verlage, deren Interessen sich diametral von denen der grossen unterschieden. Bekanntlich geht es bei der Presseförderung um die Frage, wie die heutigen 100 Millionen Franken vom Staat – neu werden es weniger sein – künftig einzusetzen sind. Sollen diese Beiträge weiterhin in indirekter Form erfolgen, wie dies bis anhin mit der Verbilligung der Posttaxen geschieht, oder soll auch eine direkte Förderung in Form von Direktzahlungen an Verlage möglich sein, deren Zeitungen Service-public-Aufgaben wahrnehmen?
Wie die heftig geführte Debatte offen legte, lehnt eine Mehrheit der Verbandsmitglieder die direkte Presseförderung ab: Einerseits ist man sich der Gefahren und der grundsätzlichen Schädlichkeit strukturerhaltender Massnahmen bewusst. Andererseits wurde die Befürchtung geäussert, staatlich unterstützte Medien könnten in ihrer Unabhängigkeit beschnitten werden.
Obschon auch kleine Verlage diese Gefahren sehen, wollten sie direkte Förderungsmassnahmen trotzdem nicht grundsätzlich ausschliessen. Sie drängten deshalb darauf, den Text mit der Grundsatzposition zur Presseförderung entsprechend zu relativieren (siehe Kasten). Nach intensiven Diskussionen und Gegenvorschlägen wurden die entsprechenden Relativierungen schliesslich in den Text aufgenommen. Wären sie draussen geblieben, wie etwa von Peter Wanner, Verleger der Aargauer Zeitung, gefordert, hätte dem Verband eine Spaltung in grosse und kleine Verlage gedroht. Dies machten vor allem gewisse Exponenten von Kleinverlagen deutlich.
Doch auch unter den Kleinen bliesen nicht alle ins gleiche Horn. Ausgerechnet einer der Kleinsten unter den Kleinverlegern, Urs Gossweiler, machte sich für eine Streichung staatlicher Förderungsbeiträge stark. «Der Staat soll sich darauf beschränken, die Rahmenbedingungen für die gesamte Wirtschaft zu verbessern», forderte der Verleger aus Brienz. Für die Medien brauche es keine Sonderzüglein. Der Hauptgrund für Gossweilers Haltung: Er mache sich Sorgen um das Image subventionierter Titel. «Was soll die Werbung bloss von solchen Zeitungen denken», sagte er. Allerdings zog Gossweiler seinen Vorschlag schliesslich zu Gunsten von Wanners Antrag zurück, der bei der Abstimmung aber trotzdem keine Mehrheit fand. So war am Schluss der langen Debatte die Welt zwischen den grossen und den kleinen Verlegern wieder einigermassen in Ordnung, wenn auch da und dort nur mit Zähneknirschen akzeptiert.
Was am Kongress alle gleichermassen einte, ist die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf die Werbemärkte. Die Gründe dafür und mögliche Gegenmittel waren das zentrale Thema. Auch Bundespräsident Kaspar Villiger widmete sich ganz der Ursachensuche. Er ortete in der tief greifenden aktuellen Vertrauenskrise einen Hauptgrund und eine Hauptgefahr für die daniederliegende Konjunktur. «Ohne Vertrauen funktioniert keine Gesellschaft und keine Wirtschaft», sagte er.
Die Gründe, die Villiger für den allgemeinen Vertrauensverlust ins Feld führte, sind bekannt: Viele Topmanager schienen den Sinn für Mass und Verantwortung verloren zu haben. Zweifel an der Kompetenz, am guten Willen und an der Redlichkeit grosser Teile der so genannten Elite habe sich breit gemacht. «Die Fehlleistungen von relativ wenigen schaden dem gesamten Vertrauensklima massiv», sagte Villiger.
Diese fehlbaren Eliten hätten auch dem Gemeinschafts- und Solidaritätsgedanken einen Bärendienst erwiesen. Ihre fehlende Solidarität mit dem Gemeinwohl führe auch zu einer Entsolidarisierung im Publikum. «Die Unternehmer und Manager stehen jetzt vor der schwierigen Aufgabe, das angeschlagene Vertrauen wieder aufzubauen», sagte der Magistrat. «Denn das Vertrauen der Wähler, Kunden und Leser entscheidet langfristig über die Akzeptanz unserer Produkte. Aber auch über die langfristige Stabilität von Gesellschaft und Wirtschaft.»
Coninx bleibt – Werfeli kommt neu

Hans Heinrich Coninx verbleibt – wider Willen – ein weiteres Jahr im Amt als Präsident des VSP. Der Tamedia-Verleger hatte bei seiner letztjährigen Wiederwahl angekündigt, er werde vor Ablauf der vierjährigen Amtsperiode zurücktreten. Diese Suche gestaltet sich offenbar schwierig: In St.Moritz, wo er vor genau zehn Jahren zum VSP-Präsidenten gekürt wurde, konnte Coninx noch keine Vorschläge für einen Nachfolger präsentieren. Er machte aber deutlich, dass 2003 sein letztes Präsidiumsjahr sein werde. Am nächsten Kongress, der vom 18. bis 20. September in Interlaken stattfindet, werde er seine Abschiedsrede halten, sagte Coninx. Abschied aus dem VSP-Präsidium hat bereits Beat Lauber genommen. Durch seinen Wechsel von Ringier zur NZZ wäre Letztere (mit Marco de Stoppani) doppelt vertreten gewesen. Als Ersatz für Lauber wurde Ringier-COO Martin Werfeli ins Präsidium gewählt.
Presseförderungs-Kompromiss

Hauptstreitpunkt bei der Positionsbestimmung des VSP zur künftigen Form der staatlichen Presseförderung war die Frage, ob auch der direkten Presseförderung eine Tür offen gelassen werden sollte oder nicht. Auf Drängen kleiner Verlage wurde die von der grossen Mehrheit der Verbandsmitglieder getragene Forderung nach indirekten Förderungsmassnahmen mit dem Wort «vorzugsweise» relativiert. Der Wortlaut der schliesslich mit grossem Mehr verabschiedeten Grundsatzposition: «Der Verband Schweizer Presse erachtet eine umfassende Presseförderung als integrierenden Bestandteil der vom Staat zu schaffenden Rahmenbedingungen. Die Förderung ist vorzugsweise mit so genannten indirekten Förderungsmassnahmen zu erwirken. Der Verband engagiert sich aktiv am Zu-Stande-Kommen einer praktikablen Lösung, die, wie bis anhin, die Anliegen lokal und regional wirkender, vorwiegend kleinerer Verlage überproportional berücksichtigen soll. Er erarbeitet konkrete Modelle und sucht die Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik und Post.»

Dieser Werbeschnitt sitzt

Publicis zeigt, welche Kleider AlFerano auch für junge Leute macht

Publicis zeigt, welche Kleider AlFerano auch für junge Leute machtvon Andreas Panzeri «Ein feiner Stoff kann Ihre Ellbogen schonen», heisst es irritierend in einem Werbetext von Publicis für den Massschneider AlFerano. Kleider machen eben Leute. Passende Kleider können somit tatsächlich die Ellbogen schonen, wenn es um das berufliche Weiterkommen in einem etwas feiner betuchten Stil geht.
Die AlFerano Mode AG wurde 1992 von Stephan Hägeli gegründet, kurz nachdem er sein Ökonomiestudium an der Uni Zürich abgeschlossen hatte. Seine zündende Geschäftsidee: exklusive Mode nach Mass, kombiniert mit einem Top Service für den anspruchsvollen Businessman. Heute beschäftigt er 20 Mitarbeitende in der Schweiz und in Deutschland und erwirtschaftet einen Umsatz von gegen 10 Millionen Franken.
Der AlFerano-Personal-Shopper garantiert dafür, dass seine Kunden immer und überall passend angezogen sind, indem er sie im Büro oder zu Hause auf Termin besucht, in Stilfragen berät, die neuesten Stoffe präsentiert, Mass nimmt, einige Tage später wieder zur Anprobe erscheint und Fertigung und Auslieferung des feinen Kleidungsstücks überwacht.
Zur Wahl stehen eine Vielzahl von Grundschnitten, dazu über 500 Stoffe, von Dormeuil bis Nino Cerruti. Krawatten von Armani, Trussardi und Montana sowie Hemden nach Mass mit eingesticktem Monogramm komplettieren das Angebot. «Selbstverständlich legt AlFerano grösste Aufmerksamkeit auf maximalen Tragekomfort und Qualität bis ins letzte Detail», meint Hägeli. Zu diesen Details zählt auch die unfixiert liegende Rosshaareinlage. «Letztere ist zwar auf den ersten Blick nicht zu erkennen – aber schon bei der ersten Anprobe zu spüren», weiss Dani Krieg, der als CD der AlFerano-Kampagne natürlich eine entsprechende Jacke anziehen wollte.
Höchste Zeit also, über Mundwerbung hinaus eine breitere Öffentlichkeit anzusprechen und mit der Dienstleistungsmarke bekannt zu machen. Wichtige Nebenpunkte für die tapferen Schneiderlein bei Publicis: «Jüngere Kundensegmente erschliessen, Preisvorurteile gegenüber Mode nach Mass abbauen und über den rationalen Kaufwunsch hinaus auch die emotionale Begehrlichkeit wecken.»
Fürs Erste machen vier Sujets auf AlFerano im Allgemeinen und die neue Herbstkollektion im Speziellen aufmerksam. Drei der vier Sujets erscheinen ab Ende September ganzseitig in der NZZ und in Cash. Dazu werden punktuell Plakate aller vier Sujets ausgehängt sowie ein Kundenmailing und ein Neukunden-mailing verschickt.

Muse & Musse: Mark Glutz

Muse & Musse Mark Glutz Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht? Mark Glutz: «Lo Sfizio» – Esskultur vom Feinsten, natürlich im Land unseres südlichen Nachbarn. Was lesen Sie gerade?Glutz: Ein Buch über Ägypten –

Muse & Musse Mark Glutz
Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Mark Glutz: «Lo Sfizio» – Esskultur vom Feinsten, natürlich im Land unseres südlichen Nachbarn.
Was lesen Sie gerade?
Glutz: Ein Buch über Ägypten – diese Kultur hat mich schon immer fasziniert.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Glutz: Thalia – zum Glück singt sie immer noch auf Spanisch.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Glutz: «Il Ciclone» – italienische Leichtigkeit, die gefällt.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Glutz: Da schalte ich lieber vorher ab, was öfter passiert.
Welches ist Ihre neuste Entdeckung im Internet?
Glutz: Natürlich www.concor dia.ch
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Glutz: Sonne, Wasser & Luft.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Glutz: Denken, fühlen, entdecken, lachen, atmen.
Liebe ist…?
Glutz: …die Quelle des Lebens.
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