Was Ogi von Vescoli unterscheidet
Die Publica Data bringt bald ein Hilfsmittel für Radioformatierer
Die Publica Data bringt bald ein Hilfsmittel für RadioformatiererVon Markus Knöpfli Im Rahmen des Radioday 2002 stellte die Publica Data ein Projekt vor, das sie ab nächstem Jahr der Privatradiobranche zur Verfügung stellen wird: Daten, die die Interessen und Vorlieben der Radiohörer zeigen. Ein Schritt hin zu qualitativen Radiodaten.
Dass Adolf Ogi und Toni Vescoli das gleiche Radio hören, ist kaum anzunehmen. Obwohl sie soziodemografische Zwillinge sind: Sie haben denselben Geburtstag, sie sind auch gleich alt, verheiratet, haben Kinder und sind beruflich erfolgreich. Beide sind prominent und wirken als Motivatoren.
Das Beispiel verdeutlicht, wie unpräzis die soziodemografisch ausgerichteten Radiocontrol-Daten sind. Darum ist die Publica Data nun daran, zusätzliche
Daten über die Interessen der Teilnehmer am Radiocontrol-Panel aufzubereiten. Diesen werden schon bei der Rekrutierung 36 Fragen zu ihren Vorlieben gestellt, immer aufs Medium Radio ausgerichtet. Die Frage lautet etwa: Wie stark interessieren Sie sich für Nachrichten? Für Hörspiele? Für klassische Musik…?
Die Antworten werden nach den elf Faktoren Klassik & Jazz, Pop, Folklore, Chansons & Canzoni, Kultur, News, Vertiefung, Sport, Interaktiv, Fiction und Service klassiert. Gemäss den Affinitäten der Panelteilnehmer werden diese dann sieben «Interessentypen» zugeteilt.
Somit gibt es nun gemäss Publica Data den V-&-T- (volkstümlich, traditionell) ebenso wie den P-&-P-Typen (Pop und Phone), dann jener, der sich für Kultur und Klassik (K & K) interessiert, und ein vierter, der eher News und Business (N & B) vorzieht. Ein weiterer will primär Musik, egal welchen Stils (M & M), ein anderer ist breit interessiert und geradezu radiophil (B & R), während sich sein Gegenpart distanziert und uninteressiert zeigt (D & U).
Klassik-Typen finden nichts Passendes bei den Privatradios
Verbunden mit den Radiocontroldaten lässt sich nun sagen, welche Interessentypen welchen Radiosender vorziehen – oder welche Interessentypen hauptsächlich zur Fangemeinde eines Radiosenders gehören. Damit lassen sich für die Radiomacher die Unterschiede zu konkurrierenden Radios erkennen, aber auch die eigenen Stärken und Schwächen im Blick auf die Zielgruppe – und den Grad der Abweichung vom Durchschnitt der Bevölkerung im Sendegebiet.
Somit war Hitradio Z im ersten Halbjahr 2002 am nächsten beim Durchschnitt der Zürcher Bevölkerung. Radio 24 dagegen wird offenbar wegen seiner News geschätzt. Kultur- und Klassik-Liebhaber wiederum scheinen bei keinem Zürcher Privatradio eine Heimat zu finden, während die P-&-P-Typen sich besonders zu Radio Top hingezogen fühlen.
Auch im Kanton Bern zeigt sich ein interessantes Bild: ExtraBern und Be1, die sich bezüglich Reichweite ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, sprechen unterschiedliche Typen an. ExtraBern ist etwas stärker bei den News-Interessierten, hat sich aber bei den M-&-M-Typen gefährlich weit weg vom Bevölkerungsdurchschnitt bewegt. Be1 dagegen ist offenbar vor allem wegen des gewählten Musikstils (Pop) beliebt.
Kein Wunder, kündigten am Radioday sowohl Radio-24-Programmleiter Peter Brun als auch ExtraBern-Direktor Marc Friedli an, vom eben erst durchformatierten Weg abzuweichen und sich auf ihre Stärken zu besinnen: News.
Die Publica Data bietet noch dieses Jahr Schulungsseminare zu den neuen Daten an. Ab Januar 2003 sind sie erhältlich – rückwirkend bis zur ersten Radiocontrolstudie übers erste Halbjahr 2001.
rsr – la première ist Radio of the yearDer SRG-Sender Radio Suisse Romande – La Première ist am Radioday mit dem Titel «Radio of the Year» ausgezeichnet worden. La Première erhielt den mit 10000 Franken dotierten Preis fürs Expo.02-Projekt «L’Ile», das innovativ ins Tagesprogramm eingewoben worden sei, sagte Jurypräsident Erich Gysling. Einen Anerkennungspreis erhielt Canal 3: Er zog einen
Expo.02-Reporter-Pool auf für alle Privatradios. Der Preis
«Radio of the Year» soll künftig jährlich verliehen werden.
Dass Adolf Ogi und Toni Vescoli das gleiche Radio hören, ist kaum anzunehmen. Obwohl sie soziodemografische Zwillinge sind: Sie haben denselben Geburtstag, sie sind auch gleich alt, verheiratet, haben Kinder und sind beruflich erfolgreich. Beide sind prominent und wirken als Motivatoren.
Das Beispiel verdeutlicht, wie unpräzis die soziodemografisch ausgerichteten Radiocontrol-Daten sind. Darum ist die Publica Data nun daran, zusätzliche
Daten über die Interessen der Teilnehmer am Radiocontrol-Panel aufzubereiten. Diesen werden schon bei der Rekrutierung 36 Fragen zu ihren Vorlieben gestellt, immer aufs Medium Radio ausgerichtet. Die Frage lautet etwa: Wie stark interessieren Sie sich für Nachrichten? Für Hörspiele? Für klassische Musik…?
Die Antworten werden nach den elf Faktoren Klassik & Jazz, Pop, Folklore, Chansons & Canzoni, Kultur, News, Vertiefung, Sport, Interaktiv, Fiction und Service klassiert. Gemäss den Affinitäten der Panelteilnehmer werden diese dann sieben «Interessentypen» zugeteilt.
Somit gibt es nun gemäss Publica Data den V-&-T- (volkstümlich, traditionell) ebenso wie den P-&-P-Typen (Pop und Phone), dann jener, der sich für Kultur und Klassik (K & K) interessiert, und ein vierter, der eher News und Business (N & B) vorzieht. Ein weiterer will primär Musik, egal welchen Stils (M & M), ein anderer ist breit interessiert und geradezu radiophil (B & R), während sich sein Gegenpart distanziert und uninteressiert zeigt (D & U).
Klassik-Typen finden nichts Passendes bei den Privatradios
Verbunden mit den Radiocontroldaten lässt sich nun sagen, welche Interessentypen welchen Radiosender vorziehen – oder welche Interessentypen hauptsächlich zur Fangemeinde eines Radiosenders gehören. Damit lassen sich für die Radiomacher die Unterschiede zu konkurrierenden Radios erkennen, aber auch die eigenen Stärken und Schwächen im Blick auf die Zielgruppe – und den Grad der Abweichung vom Durchschnitt der Bevölkerung im Sendegebiet.
Somit war Hitradio Z im ersten Halbjahr 2002 am nächsten beim Durchschnitt der Zürcher Bevölkerung. Radio 24 dagegen wird offenbar wegen seiner News geschätzt. Kultur- und Klassik-Liebhaber wiederum scheinen bei keinem Zürcher Privatradio eine Heimat zu finden, während die P-&-P-Typen sich besonders zu Radio Top hingezogen fühlen.
Auch im Kanton Bern zeigt sich ein interessantes Bild: ExtraBern und Be1, die sich bezüglich Reichweite ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, sprechen unterschiedliche Typen an. ExtraBern ist etwas stärker bei den News-Interessierten, hat sich aber bei den M-&-M-Typen gefährlich weit weg vom Bevölkerungsdurchschnitt bewegt. Be1 dagegen ist offenbar vor allem wegen des gewählten Musikstils (Pop) beliebt.
Kein Wunder, kündigten am Radioday sowohl Radio-24-Programmleiter Peter Brun als auch ExtraBern-Direktor Marc Friedli an, vom eben erst durchformatierten Weg abzuweichen und sich auf ihre Stärken zu besinnen: News.
Die Publica Data bietet noch dieses Jahr Schulungsseminare zu den neuen Daten an. Ab Januar 2003 sind sie erhältlich – rückwirkend bis zur ersten Radiocontrolstudie übers erste Halbjahr 2001.
rsr – la première ist Radio of the yearDer SRG-Sender Radio Suisse Romande – La Première ist am Radioday mit dem Titel «Radio of the Year» ausgezeichnet worden. La Première erhielt den mit 10000 Franken dotierten Preis fürs Expo.02-Projekt «L’Ile», das innovativ ins Tagesprogramm eingewoben worden sei, sagte Jurypräsident Erich Gysling. Einen Anerkennungspreis erhielt Canal 3: Er zog einen
Expo.02-Reporter-Pool auf für alle Privatradios. Der Preis
«Radio of the Year» soll künftig jährlich verliehen werden.
