Aufgefallen: Schön ist er doch – Rupert, der Frauen und Männer zum Träumen bringt und am liebsten Oscar Wilde zitiert.
AufgefallenSchön ist er doch – Rupert, der Frauen und Männer zum Träumen bringt und am liebsten Oscar Wilde zitiert. Macht sich sogar auf einem Inserat prächtig, im Gegensatz zu Fergie, die ihr Konto aufbessert, indem sie paradoxerweise für
Kolumne
Statt Blumen Von Michael Barney
Wenn diese Ausgabe erscheint, hat mein Art Director Geburtstag. Er heisst Reto Leierer und verdient neben allen Glückwünschen meine volle Hochachtung. Denn er ist nicht nur ein grosses Talent, er ist auch menschlich von besonderer Güte. Und so was hat man selten in dieser Welt der Eitelkeiten und Selbstdarsteller. Da er eine Mutter hat, die aus Deutschland stammt, kapiert er die eine oder andere Redensart, die nur im Land von Goethe, Schiller und Benjamin von Stuckrad-Barre oder Harald Schmidt bekannt sind. Und da sein Vater ehedem im Hotelfach tätig war, können wir uns prima über Grandhotels unterhalten. Und weil seine Freundin das Sternzeichen Skorpion hat, was auch meins ist, kommen wir toll miteinander aus. Der September ist für mich ein geballter Geburtstagsmonat. Meine Schwester, die Sylvia, feierte am 7. Sie ist eine Seele von Mensch, liebt Hunde über alles. Und ärgert sich nur, dass der Hund von US-Präsident Bush zufälligerweise Barney heisst. Meine Ex-Frau, die Petra, hat am 21. Geburtstag. Und hätte sie sich 1980 nicht für einen anderen Mann entschieden, wäre ich heute noch im Reihenhaus mit Garten in Herford/Westfalen. Und ich wäre nie zu einer Kolumne hier gekommen. War also gar nicht so schlimm. Und noch jemand, der mir sehr am Herzen liegt, hat im September Geburtstag: Ilonka, Art Buyer bei JvM/Limmat. Sie ist nicht nur ausserordentlich schön, sondern auch klug. Und sie hat einen formidablen Geschmack. Eine Mischung, die selten vorkommt. Und sollte mich je ein Magazin oder eine TV-Station fragen, wen oder was ich mit auf eine einsame Insel nähme, dann würde ich Ilonka nennen. Sorry, Reto, Sylvia und Petra.
Michael Barney ist Senior-Copywriter bei Lowe in Zürich.
Business Lunch
Ein ganz und gar unsozialistisches VergnügenEin bisschen Koketterie steckt schon im Namen drin. LaSalle – das spielt nicht mit dem Andenken an den Sozialisten Ferdinand, denn der führte zwei S im Namen. Also ist es la salle, der Speisesaal. Vermutlich, sonst müsste diese Kolumne sofort auf einer anderen Seite stehen.
Seit der Eröffnung im September 2000 ist der «Saal» fast jeden Abend brechend voll. Kein Wunder, der Schiffbau ist zum Mekka der Zürcher Kultur geworden, ergo setzt man sich vor dem Theater zum Essen in diesen Glasbau im Bau, in dessen Mitte ein prächtiger Muranoleuchter die Augen magisch anzieht. Und freut sich, dass die Besitzer – Claudine Brunner und Walter Schmid – kein Theater ums Essen machen.
Weil der Schiffbau im Westend der Stadt liegt und sich dort schon eine Menge Kommunikationsprofis und solche, die es werden wollen, niedergelassen haben, gilt das «LaSalle» mittags
als inoffizielle Kantine der Kultur- und Kommunikationsschaffenden dieses vom Prolo-Groove der Fünfzigerjahre befreiten Stadtteils. Was für den Mittagstisch in dieser Location auch noch spricht, ist der nicht unwesentliche Umstand, wonach man ziemlich ungestört tafeln kann und sich nicht mit dem Kulturgeplapper am Nebentisch beschäftigen muss.
Dafür darf man sich auf die schnörkellose Küche von Walter Schmid freuen – auch wenn er nicht selbst am Herd steht, so sagt er an, was wie zubereitet auf den Teller kommt. Was das für eine Küche ist, die im «LaSalle» gestemmt wird, dafür müsste man noch eine eigene Bezeichnung finden. Ethno-Food? Quatsch. Worldwidemampf? Ginge noch durch. Ein Papayasalat mit Schafkäse und Crevetten jedenfalls wird nur schwerlich geografisch zuzuordnen sein. Schmid sagt dazu stichwortartig: «mediterran, ganze Welt, cuisine du marché».
Seis drum. Es schmeckten die Crespelle alla Fiorentina, auch wenn die Béchamelsauce dick aufgetragen war. Es mundete das Kalbslebergeschnetzelte mit Kräutern und Schalotten, Reis und Gemüse, auch weil die Leber zart (und nicht die eigene) war. Und es duftete herrlich das weisse Schokoladenparfait mit Caramel-Limonen-Sauce, weil die Sauce doch der Schokolade die überschwängliche Süsse nahm. Kurz. Ein Lunch in der Glashütte mit den weissen Stofftischtüchern und der flinken Bedienung ist empfehlenswert. Denn schliesslich stimmen hier Preis und Leistung optimal.
Ein Wort zum Wein: Die Auswahl an offenen Crûs ist erheblich. Vier bis fünf Weiss- und fünf bis sechs Rotweine. Im Keller lagern Sizilianer und Flaschen aus der ganzen Welt. «Keine Schreiermarken, die versuchen wir zu umgehen», sagt Schmid.
Carlo Bernasconi
[email protected]
LaSalle – Restaurant BarSchiffbaustrasse 4
8005 Zürich
Tel. 01 258 70 71
Fax 01 259 70 71
Bewertung
Essen …………………..4
Getränke ………………4
Bedienung …………….4
Businessfaktor ……..4
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop
