Bei der zehnten Ausgabe des internationalen Kreativwettbewerbs Cresta Awards sind drei Schweizer Arbeiten prämiert worden. Unter den 23 Gewinnern im Bereich Print sind eine Plakatserie von Publicis, Zürich, für Die Mobiliar und eine Anzeige von Euro RSCG, Zürich, für Schweiz – Tibet anlässlich der «Spiele von China». Als einziger Schweizer Beitrag schaffte es wiederum Publicis mit Fernsehspots für die Gelben Seiten unter die 26 Preisträger im Bereich TV/Kino. Damit wurden alle Finalisten der beiden Agenturen von den Jurys mit Auszeichnungen bedacht. Pech hatte dagegen Advico Young & Rubicam: Die Gockhausener waren mit sieben Beiträgen auf der Shortlist, durften aber keinen einzigen Preis entgegennehmen. Klischee Schweiz. Bilder der Schweiz aus einer fremden Perspektive. Impressionen und Reflektionen zum Thema Schweiz – von Menschen, die im Ausland leben. Das ist das Thema einer Ausstellung in der Plattform 22, der Kulturgalerie von TBWA an der Freihofstrasse 22 in Zürich. Im Ausstellungs- und Buchprojekt von Urs Stampfli und Alexander Gächter wurden 100 Personen in 36 Ländern die Frage gestellt: «Stichwort Schweiz: Was fällt dir spontan dazu ein?». Die Antworten kamen per Einwegkamera und Fragebogen zurück. Die Ausstellungseröffnung findet am 16. Oktober um 18 Uhr statt.
Aida vom Netz. Während im Zürcher Schauspielhaus einige Ratten das sinkende Schiff zu verlassen scheinen, finden Mäuse beim Opernhaus neuerdings ihre Bühne für den ganz grossen Auftritt. www.opernhaus.ch heisst die Plattform, von der eines der ältesten Kulturinstitute der Schweiz fortissimo in die Zukunft starten will. Die neu gestaltete Website bietet dem Opernfan ab sofort weltweit die Möglichkeit, «all das zu erfahren, was er schon immer über die Zürcher Oper wissen wollte», wie Lowe mitteilt. Die Zürcher Agentur hat die entsprechende Anzeige gestaltet. Die neugierige Maus vor dem Bühnenvorhang wird in Eigenpublikationen des Opernhauses geschaltet sowie in verschiedenen Tageszeitungen und nationalen Magazinen.
EWIGer roger. Eine Visitenkarte hat er keine mehr. Dafür ein weiteres Buch geschrieben. Am Stand A 132 in der Halle 3.0 wird es an der Frankfurter Buchmesse in die hell ausgeleuchteten Regale gestellt. Roger Schawinskis «TV-Monopoly. Die Insider-Story» will «im Klartext» und mit vielen bisher unbekannten Details die intimen Abenteuer des Medienpioniers rund um den Auf- und Abbau des ersten privaten Fernsehens erzählen. Verlegt wird das Buch bei Orell Füssli. Dort werde «für die Ewigkeit publiziert», hat man Schawinski mitgeteilt, als er bei einem Besuch im Verlag die ebenfalls dort publizierten Folianten von Erasmus von Rotterdam bestaunt hat. Schawis Ewigkeit findet eine Fortsetzung mit dem Erstverkaufstag von «TV-Monopoly» am 4. November.
Swiss Music Radio fordert UKW für alle. Der Spartensender Swiss Music Radio (SMR), der ausschliesslich Schweizer Rock- und Popmusik ausstrahlt, ist nach sechs Monaten Betrieb in rund 80 Prozent der Deutschschweizer Kabelhaushalte zu empfangen. SMR möchte aber auch terrestrisch senden. Es bewirbt sich um die neue Frequenz für ein Zürcher Jugendradio, die das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Aussicht gestellt hat (siehe dazu auch Seite 24). SMR ist jedoch der Meinung, dass eine neue Frequenz nicht genüge, «um die offenen radiofonen Bedürfnisse zu erfüllen». Das neue Radio- und Fernsehgesetz müsse dafür sorgen, dass Radio 105, Radio Eviva und SMR ihre Programme künftig auch drahtlos über UKW verbreiten können, fordert der Sender in einer Mitteilung.
Frauenpower. Eine Umsatzsteigerung von «satten 90 Prozent» hat ein Mailing von Ana Marketing & Kommunikation bewirkt. Unter der Headline «Manche mögens heiss» verschickte die Luzerner Agentur ein cooles Mailing, das die Vorteile eines hormonfreien Produkts gegen die Beschwerden der Wechseljahre bekannt machen sollte. Der Bestellkarte für das homöopathische Mittel Klimaktoplant gegen Wallungen ist ein Plastikbeutel zum Herstellen von Eiswürfeln angeheftet. Die 6000 Mailings brachten dem Hersteller Omida über
einen Monat täglich fast 20 Bestellkarten ins Haus. Ana ist eine reine Frauenagentur und seit mehr als drei Jahren erfolgreich im Markt. Neben Tabletten für die Wechseljahre würde frau in der «nicht-feministischen Agentur» aber auch Budgets aus der Baubranche sowie zum Beispiel aus dem Bereich Gastro, Umweltschutz oder Treuhand betreuen, erklärt Geschäftsführerin Andrea Bussmann.
Cannes-Festival will keine deutschen Juroren. Das Internationale Werbefestival in Cannes verweigert deutschen Juroren die Teilnahme an seinem nächsten Wettbewerb im Juni 2003. Die Festivalleitung begründet den Ausschluss damit, dass sie das undemokratische Vorgehen des so genannten Kreativ-Index bestrafen wolle. Mit diesem Index beschränkten elf führende deutsche Werbeagenturen ihre Teilnahme an Wettbewerben, um Gebühren zu sparen.
Deutscher Vermarktungspartner für NZZ ONline. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) lässt ihre Website in Deutschland neu von Quality Channel vermarkten. Quality Channel ist die Vermarktungsgemeinschaft des Spiegel Verlags. Neben dem Onlineauftritt des Nachrichtenmagazins betreut das Unternehmen auch jene von Financial Times Deutschland, Manager-Magazin, der Süddeutschen Zeitung und des Männermagazins GQ sowie die Computerplattform Heise Online. «NZZ Online steht für qualitativ hochwertigen Content für gehobene Zielgruppen», wird Kurt Busslinger, Marketingleiter Marketing Neue Medien der NZZ, in einer Mitteilung zitiert.
Lebendes Beispiel. Vegetarisch statt kannibalisch: Um das Erfolgsrezept des Zürcher Hiltls den Gästen appetitlich vor Augen zu führen, hat Wirz Werbung fürs Servicepersonal jetzt ein aufklärendes T-Shirt kreiert. Wem drastisch vor Augen geführt wird, wo sich beim Lebewesen Rippli, Keule oder Huft befinden, beisst danach noch reineren Gewissens in knackiges Gemüse. Thomas Kurzmeyer hat als Texter die Stücke beschriftet. Barbara Hartmann steuerte als AD das anatomische Detailwissen bei.
20 Minuten und Blick denken nach. Nachdem die Pendlerzeitung 20 Minuten den Avancen von Tamedia die kalte Schulter gezeigt hat, drehen sich die Gerüchte um andere potenzielle Partner. Die glaubwürdigste Nennung bisher: ein Werbekombi mit dem Blick. Bruno Blaser, Blick-Verlagsleiter, gab sich der WerbeWoche gegenüber diplomatisch: «In der heutigen Zeit muss man immer alles prüfen.» Es befinde sich aber nichts dergleichen in der Schublade. 20-Minuten-Verlagsleiter Rolf Bollmann doppelte nach: «Wir wälzen jeden Tag Gedanken darüber, welche Kombis gut für uns wären.» Mit dem Blick habe man aber bisher noch nicht darüber gesprochen. «Es würde natürlich Sinn machen», fügte Bollmann hinzu, denn die jüngste Mach Basic zeige, dass sich die beiden Leserkreise wenig überschneiden würden.