Edi macht es spannend

7 Auftragsfilme und 23 Werbespots sind in die Shortlist für den Edi aufgenommen worden

7 Auftragsfilme und 23 Werbespots sind in die Shortlist für den Edi aufgenommen wordenVon Andreas Panzeri Am 7. November wird im Tramdepot Oerlikon zum zweiten Mal der Edi vergeben, der Auftrags- und Werbefilmpreis des Verbandes Swiss Film and Video Producers (SFVP). Über 140 Filme wurden zur Jurierung eingereicht. 7 Auftragsfilme und 23 Werbespots sind für die Shortlist ausgewählt worden.
Der Wettbewerb des SFVP (der bald Swissfilm Association heissen wird) unter dem Patronat des Eidgenössischen Departement des Innern «hat breite Akzeptanz gefunden», sagt Peter Beck von der Arbeitsgruppe Edi. Mit 140 Arbeiten kämpfen dieses Jahr bereits rund ein Viertel mehr Filme als bei der ersten Ausgabe von Edi um die begehrte Trophäe. Zwei Jurys haben nach «überdurchschnittlichen Leistungen» im Schweizer Auftragsfilm gesucht.
Erstmals kam ein neu ausgetüfteltes Juryprozedere zur Anwendung. Mit Hilfe von Apple (Schweiz), die ein Prozentrechnungs-Tool entwickelte, und der Direktmarketingagentur Adim in Hünenberg ZG wurde ein Jurierungsmodus ausgeheckt, der es erlaubt, allen Teilnehmern nach dem Wettbewerb die generelle Bewertung der Jury zukommen zu lassen. Dies wirke sich somit auch positiv auf zukünftige Produktionen aus, meinen die Jurymitglieder. Zu diesen zählten im Bereich Werbespots Peter Bräker, Michael Fueter, Markus Gut, Ueli Steiger und Monika Walser.
Shortlist-TV-SpotsSerie Allianz Suisse «Flying Fish»: Auftraggeber (A): Allianz Suisse, Werbeagentur (W): Wirz Werbung, Produktionsfirma (P): Condor Communications, Regie (R): Michael Fueter. Serie Allianz Suisse «Pogostick»: (Credits wie oben). Biosuisse «Schneewittchen»: A: Biosuisse, W: Lowe, P: Chocolate Films, R: Rainer Binz. Gemeinsam gegen Gewalt: A: Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, W: Wirz Werbung, P: Blood, Sweat & Tears, R: Sebastian Strasser. La Lanterne Magique: A: La Lanterne Magique, P: La Lanterne Magique, R: Frédéric & Samuel Guillaume. Serie LTV Media AG «Die Gelben Seiten» – Clinton/Yeltsin: A: LTV Media, P: Condor Communications, W: Publicis, R: Patrick Senn. Serie LTV Media AG «Die Gelben Seiten» – Ogi: (Credits wie oben). Serie Migros «M an der Expo 02» – Esser: A: Migros, W: Publicis, P: PPM – PI Schweiz, R: Lars Büchel. Serie Migros «M an der Expo 02» – Uschle: (Credits wie oben). Médecins Sans Frontières «Eye»: A: Médecins Sans Frontières, W: Advico Young + Rubicam, P: Chocolate Films, R: Marcel Langenegger. Partnerschaft – Männerfilm: A: Pink Cross Schwulenorganisation Schweiz, W: Euro RSCG Switzerland, P: Blood, Sweat & Tears, R: Patrick Senn. Serie Sat 1 Schweiz «Fussballfieber» – Outeinwurf: A: Sat.1 (Schweiz), W: DDB Zürich, P: Addictive Productions, R: Markus Welter. Serie Sat 1 Schweiz «Fussballfieber» – Simulant: (Credits wie oben). Schauspielhaus Zürich «Schauspiel Aus»: A: Schauspielhaus Zürich, W: Publicis, P: Wirz & Fraefel, R: Stefan Fraefel. Sunrise «The Number»: A: TDC Switzerland, Sunrise, W: Wirz Werbung, P: Blood, Sweat & Tears, R: Christian Aeby. Serie Swisscom «Expo.02/Break the Silence» – Gefängnis: A: Swisscom, Biel, P: Absolutturnus Film, R: Paul Riniker. Serie Swisscom «Expo.02/Break the Silence» – Liebeserklärung, Serie Swisscom «Expo.02/ Break the Silence» – Maler: (Credits wie oben). Swisscom Fixnet «Simply»: A: Swisscom Fixnet, W: Advico Young & Rubicam, P: Pumpkin Film, R: Sebastien Grousset. Serie Toni Jogurt «Toni im Glas Version 1+2»: A: Swiss Dairy Food, W: Spillmann Felser Leo Burnett, P: Pumpkin Film, R: Julia Jason. Toyota «Spiegelfassade»: A: Toyota (Schweiz), W: Wirz Werbung, P: Pumpkin Film, R: Sebastian Grousset. VBZ «Dichter Fahrplan»: A: Verkehrsbetriebe Zürich, W: Ruf Lanz Werbeagentur, P: Das Werk, R: Danielle Lanz, Markus Ruf. Waschmittel Total «Anti Grau»: A: Migros-Genossenschafts-Bund, W: Exxtra Kommunikation/AY & R, P: Ultra Images, R: Giorgio Zehnder.
Shortlist Auftragsfilm «Brainworker» ADA der intelligente Raum: A: ETH Zürich, Matthias Erzinger, P: Central Pictures, R: Jacqueline Zünd. Der Film dient als Begleitmaterial für Schulen zum Thema «ADA der intelligente Raum» an der Expo.02 und macht neugierig darauf, mehr zu sehen.
Cash-TV: A: Ringier/Cash-TV, P: Frame Eleven, R: Adrian Wisard. Mit einem neuen On-Air-Auftritt erhält die Sendung Cash-TV ein frisches Gestaltungskonzept mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit zu erhöhen und mehr Zuschauer zu erreichen.
Gasverbund Mittelland AG: A: Gasverbund Mittelland, P: Martin Cleis Kunst & Grafik, W: Martin Cleis, R: Martin Cleis. Der Film zum 40-Jahre-Jubiläum des Gasverbunds Mittelland zeigt auf sympathische und informative Art
Besuchern, Partnern und Kunden, welches die Aufgaben, Kompetenzen und Visionen des Gasverbunds Mittelland sind.
IWC Fliegeruhr 5011: A: IWC International Watch, P: Frame Eleven, W: Futurecom Interactive, R: Futurecom Interactive/Frame Eleven. Der Produktfilm demonstriert die technische Genialität der Uhren anhand einer 3-D-Animation und ist zur Lancierung an Verkaufsstellen für Messebesucher und Kunden gedacht.
Les papillons de nuit: A: La Lanterne Magique, P: Swamp Trickfilmstudio, R: Jonas Räber. Ein Zeichentrickfilm, der die Figuren des bekannten Illustrators Noyau zum Leben erweckt und eine Geschichte über das Kino erzählt und Elemente von Traum und Projektion und von Licht und Illusion verwebt.
Suva/Stress: A: Suva, P: Turnus Film, R: Ruedi Burkhalter. Das Video soll in von Stress geplagten Betrieben aller Branchen von der Basis bis zum Kader alle Mitarbeitenden für das Problem Stress sensibilisieren und gemeinsam mit der Belegschaft konkrete Verbesserungsmöglichkeiten erarbeiten.
Wuschel – Wuschel Intro + Extro: A: SF DRS, P: Swiss Effects, R: SF DRS. Für die Kindersendung «Gutenachtgeschichte» auf SF 1 wurde ein Intro- und Extrotrailer als Erkennungszeichen für Kinder geschaffen.

Kopf der Woche: «Die neue AY&R hat mehr Drive als die alte»

MARKUS TRÄNKLE ist seit Anfang September CD Text bei Advico Young & Rubicam

MARKUS TRÄNKLE ist seit Anfang September CD Text bei Advico Young & RubicamKopf der Woche Markus Tränkle ist seit Anfang September CD Text bei Advico Young & Rubicam «Die neue AY&R hat mehr Drive als die alte»
Markus Tränkle setzt sich nicht gern in gemachte Nester – zu langweilig, zu banal. Umso spannender ist für ihn die Herausforderung, als CD Text von Advico Young & Rubicam (AY&R) das Erbe einer herausragenden kreativen Gilde anzutreten. Kein leichtes Unterfangen: «Das Ziel, an die Leistungen der Agentur anzuknüpfen und diese zu steigern, ist hoch gesteckt», gibt Tränkle zu, meint aber: «Die neue AY&R hat mehr Drive als die alte – personell und organisatorisch ist sie nach wie vor in Top-Form, jetzt kommt aber noch ein frischer Wind dazu.» Der neue Groove sei in Gockhausen bereits deutlich spürbar. Tränkle selbst agiert dabei als «Macher-CD», will Ideen einbringen und unterstützen, statt nur zu delegieren.
Die Zusammenarbeit mit CD Art Daniel Comte sieht der 41-Jährige als Riesenvorteil. Die beiden waren schon früher im Hause Matter Leo Burnett ein Team. «Wir kennen unsere Qualitäten und ergänzen uns ideal», sagt Tränkle.
Dass der Deutsche in der Werbung landen würde, hätte niemand gedacht, am wenigsten er selbst. Ein typischer Aussteiger sei er gewesen, ohne abgeschlossene Ausbildung. «Dafür träumte ich von einer Karriere als Schlagzeuger der Punk-Band Mother’s Ruin», erzählt er rückblickend. Doch Tränkle musste sich mit Brotjobs durchschlagen. Als er mit 27 zufällig von einem Volontariat als Texter bei ASGS/BBDO hörte, wurde ihm klar: «Das ist es.» Und so blieb es auch.
Nach seinem späten Einstieg hat Tränkle diesen Weg konsequent weiter verfolgt und sich in Agenturen wie Wirz, GGK Basel, WHS, Smart Factory und zuletzt Publicis als Texter/Konzepter einen Namen gemacht. «Bis jetzt ist es mir nie langweilig geworden, und ich habe viele interessante Menschen und Firmen kennen gelernt», begründet er seine Faszination für den Job. Profitieren konnte Tränkle von allen Agenturen «im Guten wie im Negativen». Enorm viel gelernt habe er aber bei ASGS/BBDO vom damaligen CD und heutigen Autor Martin Suter: «Weil er Witz nicht nur auf dem Papier hat.»
Auch privat schreibt Markus Tränkle gern. Er könnte sich gar vorstellen, selbst einmal ein Buch zu publizieren. «Aber nur, wenn ich es wie in der Werbung fertig bringe, einen relevanten Inhalt spannend zu transportieren», führt er aus. Erste Priorität in der Freizeit haben seine vier Kinder, von denen er heute getrennt lebt.
Die rebellischen Zeiten gehören der Vergangenheit an. Geblieben ist ihm die Liebe zur Rockmusik und zum Schlagzeug: «Beim Drummen kann ich total abschalten.» Dass seine aktuelle Blues-Rock-Band Toolboxx kommerziellen Erfolg haben könnte, ist für ihn aber kein Thema. «Heute zählt für mich nur noch der Fun.» Carole Koch

Optimistisch mit tiefroten Zahlen

Erst das Gebührensplitting verspricht eine Gesundung der Lokal-TV-Landschaft

Erst das Gebührensplitting verspricht eine Gesundung der Lokal-TV-LandschaftVon Daniel Schifferle Dank der eben besiegelten Zusammenarbeit mit der Publisuisse blickt das TeleNewsCombi zwar optimistisch in die Zukunft. Eine wirklich gesunde Lokal-TV-Landschaft wird aber gleichwohl erst mit dem Gebührensplitting erwartet.
Der Werbeverbund von acht Schweizer Lokal-TV-Sendern hat stürmische Zeiten hinter sich. Vergangene Woche erst hat das TeleNewsCombi (TNC) einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Publisuisse unterschrieben und ein Werbekombi mit SF1 beschlossen (WW 35/02).
Dabei wurden zentrale Aufgaben, die bis anhin von der bisherigen TNC-Alleinvermarkterin Radiotele wahrgenommen wurden, neu an die Publisuisse übertragen. «Die Rahmenbedingungen waren für uns noch nie so gut wie heute», sagte TNC-Geschäftsführer Marcel Geissbühler anlässlich einer Präsentation, die der Privat-TV-Verbund auf einer ganztägigen Kreuzfahrt auf dem Zürichsee vom Stapel gelassen hatte (siehe Kasten). Der Zusammenarbeitsvertrag mit Publisuisse und das Werbekombi mit SF 1 seien ein Meilenstein in der Geschichte des TNC.
Letzteres verspricht sich viel von der neuen Zusammenarbeit – muss sich viel davon versprechen. Derzeit sind finanziell gesunde Lokal-TVs nur mehr blosser Wunschtraum. Viele Sender spielen knapp die Hälfte ihrer Budgets via Werbung und Sponsoring wieder ein. Die schwierige Situation demonstrierte Filippo Lombardi, Geschäftsführer des Privat-TV-Verbandes Telesuisse, Ständerat und Inhaber von Tele Ticino gleich selber. Zusammen hätten die 18 Mitglieder von Telesuisse jährliche Kosten in der Höhe von insgesamt 70 Millionen Franken. Diesem Kostensockel stünden aber nur Werbe- und Sponsoringeinnahmen in der Höhe von 40 Millionen Franken gegenüber. Rechnet man dazu noch die 5 Millionen Franken aus dem «kleinen Gebührensplitting», das bereits heute an die Lokalsender ausgeschüttet wird, bleibt unter dem Strich immer noch ein satter Verlust von 25 Millionen Franken. «Das ist
keine gesunde Situation», sagte Lombardi. Der Tessiner Ständerat weiss genau, wovon er spricht, war doch gerade erst sein eigener Sender TeleTicino im Zusammenhang mit Sparübungen – Lohnverzicht der Mitarbeitenden – in die Schlagzeilen geraten.
Gesunde Lokal-TV-Landschaft erst ab 2005
Mit einer gesunden Lokal-TV-Landschaft rechnet Lombardi erst, wenn die angekündigten Millionen aus dem Gebührensplitting fliessen. Falls die Debatte um die RTVG-Revision ohne weitere Verzögerungen verläuft, werde dies im Jahre 2005 so weit sein. Jedes konzessionierte Regional-TV könne dann mit einem Sockelbeitrag von 2 bis 3 Millionen Franken rechnen.
Für die Empfänger der Gebührenmillionen zeichnete Lombardi eine rosige Zukunft. «Mit einem Sockelbeitrag von 2 bis 3 Millionen Franken pro Sender werden alle TV-Stationen in die Lage versetzt, regionale Information sehr professionell und in hoher Qualität anzubieten.» Es werde mit dieser Gebührenstärkung dann auch einfacher sein, in Zusammenarbeit mit den Werbe- und Sponsoringpartnern neue Programme und Ideen zu entwickeln.
Nicht ohne Sorgen ist der Telesuisse-Geschäftsführer mit Blick auf seinen Verband, in dem 18 Privatsender organisiert sind. Alle werden kaum von den in Aussicht gestellten Splittingmillionen profitieren können. Der Bundesrat gedenkt nur 10 bis 12 Sender zu berücksichtigen.
TeleNewsCombi auf Kreuzfahrt

Einen ganzen Tag lang durften die Gäste des TeleNewsCombi mit einem der grossen Passagierschiffe auf dem Zürichsee kreuzen. Eine rundum gelungene und auch inhaltlich durchwegs als spannend gelobte Veranstaltung. Doch der grosse Aufwand hätte etwas mehr Publikum verdient. Konzipiert war der Anlass ursprünglich auch für rund 120 Personen gewesen. Doch gekommen sind laut Angaben der Veranstalter schliesslich nur rund 80. Zieht man davon noch die 30 Personen ab, die aus den Reihen des TNC anwesend waren, blieben gerade noch 50 Gäste. «Es war wohl etwas frech, die Leute für einen ganzen Tag von der Arbeit wegholen zu wollen», übte Geissbühler Selbstkritik. (dse)

Bald auf Du mit der Popkultur

Die geplante Entstaubung des Tamedia-Sorgenkinds stösst auf Media-Skepsis

Die geplante Entstaubung des Tamedia-Sorgenkinds stösst auf Media-SkepsisVon Oliver Classen Attraktivität und Relevanz steigern, um neue Leser und Inserenten zu gewinnen: So lautet das reformatorische Credo des neuen Du-Chefredaktors Christian Seiler. Media-Kulturexperte Christoph Meier hält eine solche Zeitgeistkur für «spannend, aber ziemlich riskant».
Seinen Einstand als Autor der «Kultur-Enzyklopädie» (aktuelle Selbstdefinition) gab der Nachfolger des Mitte Juli nach zwölf Du-Jahren aus dem Chefamt geschiedenen – Insider sagen: gedrängten – Marco Meier schon 1990 im Heft zum Thema Schlaf. Titel des Erstlings: «Protokoll eines Schlaflosen». Sein neuer «Traumjob» bereite ihm allerdings keine durchwachten Nächte, meint Christian Seiler auf Nachfrage. Dazu weiss der Anfang Dezember offiziell antretende Noch-Magazin-Redaktor schon zu genau, wie er die etwas angegraute Eminenz unter Europas Kulturmagazinen «wieder zurück ins öffentliche Gespräch und auf die Mediapläne» bringen möchte.
Das Rezept des gerade mal 41 Jahre alten Seilers gemahnt rhetorisch an die jüngsten Relaunchs von Magazin und Weltwoche. Kein Wunder, ist es doch ebenso angelsächsisch inspiriert. Zur «inhaltlichen Aktualisierung und Aufbrechung überkommener Seh- und Lesegewohnheiten» tritt allerdings noch eine mit dem Generationenwechsel einhergehende Erweiterung des Kulturbegriffs. Konkret: Auch popkulturelle Bereiche wie Design, Mode, Medien und selbst Werbung sollen künftig vermehrt im Du Platz finden.
Zugleich wird der aus Kolumnen und Kommentaren bestehende Mantelteil «prominenter und meinungsbildender» gestaltet. Sakrosankt scheint momentan also einzig die monothematische Grundstruktur.
Leser bei der Special-Interest-Konkurrenz abschöpfen?
Aber auch hier will der Ex-Chef des Wiener Nachrichtenmagazins Profil neue Wege beschreiten und sich stark an übergeordneter Aktualität orientieren. Angesichts der schwelenden Irak-Krise etwa hätte Seiler «vermutlich längst ein Öl-Heft gemacht». Wer weiss, vielleicht kommt es ja noch dazu.
Christoph Meier, Kulturkenner und Medialeiter bei FCBLK, würde es jedenfalls freuen, hält er eine solche «Ausrichtung am gegenwärtigen Leserinteresse doch für «überaus interessant und begrüssenswert».
Als leichtsinnig bis gefährlich taxiert er hingegen die als Öffnung kaschierte Verpoppung des Tamedia-Edeltitels. «Wenn das Stammpublikum vergrätzt wird, müssen bei Special-Interest-Titeln wie Literaturen, Art oder Theater neue Leserschichten abgeworben werden», so Meier, «und das dürfte kaum gelingen.»
Keine Meinung zur Verjüngung der mittlerweile schon 61-jährigen Du-Dame hat man bislang bei deren Leadagentur Wirz. Aus deren Glashaus verlautet bloss, dass der Vertrag von Tamedia per Ende Jahr gekündigt wurde, die Schimpansen-Kampagne («Verkleinern Sie den Unterschied!») aber weiterlaufe, eventuell sogar bis nächstes Frühjahr. Dann spätestens wird Seiler also auch in Sachen Eigenwerbung versuchen, einen entscheidenden Unterschied zu machen.

Shortlist

Swiss Lions? Swiss Lion! Von Beat Fritsch Beinahe tausend Werberinnen und Werber, die heuer nicht nach Cannes gefahren sind, wollten sich die Cannesrolle nicht entgehen lassen. Zu sehen war sie in der zum Kino umfunktionierten Musicalhall auf

Swiss Lions? Swiss Lion! Von Beat Fritsch
Beinahe tausend Werberinnen und Werber, die heuer nicht nach Cannes gefahren sind, wollten sich die Cannesrolle nicht entgehen lassen. Zu sehen war sie in der zum Kino umfunktionierten Musicalhall auf dem Maag-Areal, wo zurzeit das Spektakel «Deep» über die Bühne geht. Untertauchen in der Welt der Werbung war das Motto. Die guten Plätze waren begehrt. Schon eine halbe Stunde vor Türöffnung standen die ersten Gäste auf dem Teppich, eine Stunde später war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt.
Bevor das Vergnügen losgehen konnte, standen Ehrungen und Reden auf dem Programm. Als Erstes kündigte RMB-CEO Matthias Luchsinger einen Namenswechsel an. Ab 2003 soll RMB Switzerland wieder Cinecom heissen, das neue Logo werde in Kürze vorgestellt. Danach wurden die Gewinner der diplome – im Fachjargon Papierlöwen genannt – und des einzigen Lion auf die Bühne gebeten, um von den Schweizer Jurymitgliedern beziehungsweise den Kategorie-Sponsoren geehrt zu werden.
Pech hatte dabei Roger Baur, Marketing- und Verkaufsleiter beim Cyber-Lions-Sponsor Adlink. Für teures Geld liess er sich eine längere Rede schreiben. Weil aber in der Cyber-Kategorie keine Ehrungen anstanden, wurde Baurs Redezeit gnadenlos gekürzt, so dass gerade noch Zeit für fünf Sätze blieb.
Besser hatten es Christoph Morach von DM-Sponsor Mailprofiler und Lions-Direct-Jurymitglied Gilbert Fisch. Während Morach die Zeit nutzte, um Argumente fürs Cannes-Sponsoring vorzubringen, geruhte DM-Juror Fisch der Fachpresse ans Bein zu pinkeln. Er wartete mit einem als Foulplay zu taxierenden Seitenhieb gegen die WerbeWoche auf.
So kams dazu: Vor Cannes erlaubte man sich in unserem Fachblatt die Frage an Branchenexponenten, ob die Aufnahme der Lions Direct ins Festival sinnvoll sei. «Solche dummen Fragen möge er schon gar nicht mehr kommentieren», lamentierte der CEO der Direktwerbeagentur Fisch Meier. Indes – dumme Fragen gibts bekanntlich nicht. Von «grosser Schritt nach vorne» (Luchsinger) bis «reine Geschäftemacherei» (Aebi und Fueter) reichte denn damals auch die Spannweite der Antworten.
Thema Geschäftemacherei. Nicht verboten ist es, beispielsweise folgende Rechnung anzustellen: Die neue Kategorie Lions Direct hat mit 1063 Einreichungen à 400 Euro dem Festival mal schnell runde 425000 Euro Mehrumsatz in die Kassen gespült. Abzüglich Verpflegung und Unterkunft für eine weitere Jury. Also, wenn das kein Geschäft ist …
Viele Lacher provozierte Remy Fabrikant, der dem Publikum einen Einblick ins Jurierungsprozedere erlaubte. Vor allem seine Darbietung des chinesischen Jurors («No, no – this no good – absolutely no good work!») sorgte für viel Heiterkeit.
Ebenfalls um bewegte Bilder gings letzte Woche an der Verleihung des Tele-Preises, die zugleich Redesign- und Relaunch-Party war. Das TV-Magazin wurde im Erscheinungsbild stark überarbeitet. Die Sause fand in sehr gepflegter Atmosphäre im X-Tra statt, und neben Werbern und Medialeuten fand sich auch viel Cervelat-Prominenz ein. So sass beispielsweise Frank Bodin an einem ganz illustren Tischchen mit Emil Steinberger, Michael Ringier, Jürg Marquard und Urs Rohner.
Den Tele-Preis heimste Sitcomautor Charles Lewinsky (O-Ton: «Ich bin ganz begeistert von mir.») ein. In Anspielung auf den anwesenden Kurt Felix übergaben ihm die moderierenden Komiker von «Flüügzüüg» nicht nur die Tele-Statue, sondern auch noch den Telebock, den Fernsehdirektor Schellenberg mit der Absetzung Lewinskys geschossen hatte.
Beat Fritsch

verlustierte sich vergangene Woche mit bewegten Bildern. Auf dem Maag-Areal lud RMB zur Visionierung der Cannesrolle 2002, beim Tele-Preis wird alljährlich ein Fernsehmacher ausgezeichnet, der für die Füller zwischen den Werbeblöcken verantwortlich zeichnet.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Partys und Apéros trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps wie auch weitere bilder: ww.werbewoche.ch

Aus SFVP wird Swissfilm

Die im Fachverband Swiss Film and Video Producers (SFVP) zusammengeschlossenen Auftrags- und Werbefilmer wollen künftig unter dem Logo Swissfilm Association auftreten.

Die im Fachverband Swiss Film and Video Producers (SFVP) zusammengeschlossenen Auftrags- und Werbefilmer wollen künftig unter dem Logo Swissfilm Association auftreten.«Der alte Name hatte zu wenig Sexappeal», meint Peter Beck von der Edi-Arbeitsgruppe des Verbandes. SFVP-Präsident Andres Brütsch ergänzt: Mit dem Begriff «Swissfilm» soll hervorgehoben wer- den, dass die Auftragsfilmer sich heute viel mehr als filmische Geschichtenerzähler denn als Videotechniker definierten. (pan)

Schlank macht Kunden mehr Spass

Mit der Zap-in 03 lancierte IP Multimedia ihre Alternative zur Screen-up

Mit der Zap-in 03 lancierte IP Multimedia ihre Alternative zur Screen-upVon Daniel Schifferle Nach dem Aus für die Screen-up probte IP Multimedia erstmals den Alleingang bei der Präsentation neuer TV-Angebote. Am Staraufgebot hats der Zap-in 03 nicht gefehlt: Sämtliche Senderchefs waren persönlich aus Deutschland und Frankreich angereist, um ihre Programmnovitäten vorzustellen.
Über 1500 Besucher waren zur vierten und letzten Ausgabe der Screen-up im September 2001 geströmt. Mit diesem Besucherandrang konnnte die neue Telemesse der IP Multimedia (Schweiz) bei weitem nicht mithalten. Doch die Organisatoren sind mit den gezählten 250 bis 300 Besuchern der Zap-in 03 zufrieden. «Der kleinere Rahmen hat uns erlaubt, wieder besser auf die Kunden einzugehen», sagte IP-Multimedia-CEO Michi Frank.
Mit der Zap-in 03 vollzog die Vermarkterin der Werbefenster von RTL, RTL2, Pro7, Kabel1 und Vox erstmals nach fünf Jahren wieder den Alleingang bei der Präsentation von Programmneuheiten. Die Publisuisse, die Lokalsender und das von RMB vermarktete Sat1 mussten dieses Jahr draussen bleiben.
Allerdings war der Erfolg der Ende der Neunzigerjahre mit viel Enthusiasmus vorangetriebenen Screen-up rasch auch zu ihrem grössten Problem geworden. Denn mit der Integration der Publisuisse und der lokalen TV-Sender war die Zahl der präsentierenden Sender und Vermarkter auf 29 explodiert.
Zu viele, um jedem Angebot noch genügend Zeit und Aufmerksamkeit zu verschaffen, stellten die Veranstalter unisono fest. Die als zu hoch eingestuften Kosten erwiesen sich nur noch als Zünglein an der Waage, als im vergangenen Frühjahr das gleichwohl überraschende Ende für die
Screen-up kam.
Trotz Ebbe steht Schmalhans nicht in der Programmküche
Konzentration der Ressourcen auf das Notwendige, heisst heute die Devise. Um «Streuverluste» zu minimieren, habe man bei der Zap-in 03 die Liste der Eingeladenen bewusst auf den Kreis der im engeren Sinne sich mit Media befassenden Branchenvertreter beschränkt. Nicht gespart wurde allerdings bei der eingeladenen Prominenz: Sämtliche Senderchefs der von IPM vermarkteten Werbefenster waren persönlich angereist, um den Anwesenden Programmhighlights des kommenden Jahres schmackhaft zu machen. Vor dem offiziellen Startschuss der Zap-in 03 standen sie Journalisten Rede und Antwort.
Die Krise gab besonders viel zu reden, zumal die deutschen TV-Sender unvergleichlich stärker davon gebeutelt sind als die Schweizer. Doch erstaunlicherweise teilen die Schweizer Werbefenster die allgemeine
Abwärtsentwicklung nicht. «Wir hatten keinerlei Rückgänge bei den Umsätzen unserer Werbefenster», sagt Michi Frank. Das Aus von Tele 24 und TV 3 habe mitgeholfen, die Nachfrage nach Werberaum hoch zu halten. Auch für die Zukunft der Werbefenster ist Frank optimistisch. «Zusätzliches Potenzial für die Fernsehwerbung ist in der Schweiz zweifellos da.»
Diese Aussichten erscheinen geradezu luxuriös im Vergleich zum Werbeeinbruch, mit dem die deutschen TV-Sender zu kämpfen haben. Wann die Krise ausgestanden sein könnte, wagte keiner der anwesenden Senderchefs vorherzusagen. RTL-Chef Gerhard Zeiler liess sich lediglich zur Aussage hinreissen: «Es wird kaum noch viel weiter runtergehen.» Trotz eingebrochener Werbeumsätze werde man jetzt aber nicht beim Programm zu sparen beginnen. «Wir schauen zwar die Umfelder genau an, hüten uns aber davor, an relevanten Sendeplätzen zu sparen. Denn dann würden die Zuschauerzahlen sinken, und wir schnitten uns nur ins eigene Fleisch», sagte ergänzend dazu Kabel-1-Chef Andreas Bartl.
Noch offen bleiben die TV-Tarife für das nächste Jahr, die IPM erst Mitte Oktober bekannt geben will. Ebenfalls noch nicht beantworten möchte Frank die Frage, ob diese Form der Telemesse im kleineren Rahmen nun bereits das definitive Rezept für die Zukunft sei. Sicher sei einzig, dass man die TV-Präsentation auch im nächsten Jahr wieder alleine veranstalten werde. Nicht zuletzt auch wegen der Kosten. «Wir haben für die Zap-in 03 markant weniger Geld ausgegeben als im letzten Jahr für die Screen-up», sagt er.

«Wir suchen überhaupt keinen Partner»

20-Min-Holding-CEO Sverre Munck dementiert Verkaufsverhandlungen mit Tamedia

20-Min-Holding-CEO Sverre Munck dementiert Verkaufsverhandlungen mit TamediaVon Stefano Monachesi 20 Minuten ist in der Schweiz erst auf der Zielgeraden zum Break-even, sagt Sverre Munck. Der CEO der 20 Min Holding AG wehrt sich gegen Gerüchte, wonach die Pendlerzeitung zum Verkauf stehe.
Herr Munck, an der Interactive Publishing Conference in Zürich 1999 betonten Sie in einem Referat: «Sichere Gewinne nach zwei oder drei Jahren sind eine Sache für Waschlappen, die Angst vor aggressiven Businessplänen haben.» Gilt das auch für Gratiszeitungen?
Sverre Munck: Jedes Projekt von 20 Minuten erhält einen Dreijahreshorizont bis zum Break-even. Man muss bereit sein, Geld auszugeben. Die Kostenseite lässt sich dabei ziemlich gut vorhersagen. Ungewiss ist, wie schnell man die Einkünfte steigern kann. Die Unsicherheiten sind geringer, als sie für Websites in der Internetära waren, aber man muss immer etwas investieren können.
Wird 20 Minuten den Dreijahresplan erfüllen?
Munck: Noch vor drei, vier Monaten war ich überzeugt, dass wir diesen Herbst viele profitable Monate sehen würden. Das sehe ich im jetzigen Marktumfeld natürlich anders, aber trotzdem werden wir dem Ziel sehr nahe kommen. Wir sind im vergangenen Jahr sehr schnell gewachsen. Unsere Einnahmen stiegen netto um rund 20 Prozent. Konjunkturzyklen gibt es immer wieder. Irgendwann dreht sich der Wind wieder, dann sind wir zur Stelle.
Laut Wemf-Zahlen haben die Gratiszeitungen im laufenden Jahr 8,6 Prozent weniger Anzeigenvolumen erzielt. Gilt das auch für 20 Minuten?
Munck: Das war Anfang Jahr der Fall, hauptsächlich wegen des Rückgangs der Stellenanzeigen. Aber in den vergangenen Monaten hat sich die Lage sehr gut entwickelt. Wir konnten den Schwund im Stellenmarkt mit Markenwerbung kompensieren und liegen jetzt über dem Niveau des Vorjahres.
20 Minuten steigerte seine Leserschaft dieses Jahr von 314000 auf 526000 Personen. Hat diese Zunahme auch den Wert des Unternehmens gesteigert?
Munck: Natürlich. Die neuen Wemf-Zahlen haben uns sehr gefreut. Es wäre besonders schön gewesen, wenn wir nur gerade
ein bisschen mehr Leser als der Tages-Anzeiger aufwiesen. Aber ein Prozent Unterschied liegt ja innerhalb der statistischen Fehlerquote. Wir sind die Nummer drei der Tageszeitungen in der Deutschschweiz und auf dem Weg nach oben. Das hilft auch unseren Anzeigenverkäufern sehr.
Diese Zahlen reflektieren nur gerade die Vergangenheit.
Munck: So funktioniert das Zeitungsgeschäft eben: Es braucht viel, um den Werbetreibenden zu beweisen, dass man über genug und interessante Leser verfügt. Wir wissen auf Grund der verteilten Auflage, dass wir heute bereits mehr Leser haben – aber das können wir erst mit der Mach 2003 nachweisen.
Also ist der Unterschied zwischen Ihrer Position im Lesermarkt und im Werbemarkt ganz normal?
Munck: Wir sind ein neues Medienphänomen. Die Werbebranche ist aber ziemlich konservativ. Sie brauchte eine gewisse Zeit, um mit unserem Konzept vertraut zu werden. Als Gratiszeitung muss man die Branche immer erst davon überzeugen, dass «gratis» ein Verteilkonzept ist, kein Qualitätsmerkmal.
Ringier publizierte im vergangenen Jahr eine Kalkulation, wonach 20 Minuten 20 Millionen Franken Verlust geschrieben hat. Stimmt diese Zahl?
Munck: Einer der Vorteile eines Privatunternehmens besteht darin, dass man solche Äusserungen nicht kommentieren muss. Dieses Jahr sind die Verluste viel geringer, und nächstes Jahr werden sie sehr, sehr klein sein – wenn es überhaupt noch welche gibt.
Mit Apax und der Erbengemeinschaft Müller-Möhl besitzt 20 Minuten neben Schibsted auch rein finanzielle Investoren, die irgendwann Profite aus ihrem Engagement sehen wollen. Werden sie weiter geduldig warten?
Munck: Unsere Investoren sind recht kluge Investoren. Sie wissen, dass wir uns in einer schwierigen Marktsituation befinden, also bleiben sie geduldig.
In der Branche munkelt man, dass Ende Jahr der eine oder andere Partner aussteigen könnte.
Munck: Das ist vollkommen unwahr. Unsere Firma hat sehr solide Investoren. Es gab einige Finanzierungsrunden, die bewilligt wurden, und wir haben genug Geld, um den Break-even gemäss unserem Plan zu erreichen. Es besteht kein Bedarf nach neuen Investoren und kein Grund für einen Investor, sich zurückzuziehen.
In der Branche hört man, ein Schweizer Partner könnte einsteigen. Als Kandidat gilt Tamedia.
Munck: Wir suchen überhaupt keinen Partner, und wir werden 20 Minuten an niemanden verkaufen. Wir führen mit 20 Minuten eine internationale Marke. Wir haben Investoren auf der obersten Ebene, und Diskussionen über die einzelnen Tochtergesellschaften sind meines Wissens nicht vorgesehen.
Also sind Presseberichte falsch, wonach Tamedias CEO Martin Kall mit Schibsted-Printdirektor Birger Magnus zu Verhandlungen zusammentraf?
Munck: Ja, die sind falsch. Ich habe die Berichte auch gelesen und Birger Magnus sogleich angerufen. Er versicherte mir, er habe Herrn Kall noch nie gesehen und auch nie mit ihm gesprochen. Es gibt keine Gespräche oder Verhandlungen mit Tamedia über 20 Minuten – das wird so bleiben.
Wie entwickeln sich die Ausgaben in Spanien und Frankreich?
Munck: In Spanien haben wir beinahe eine Million Leser, bei einer Auflage von 300000 Exemplaren in Madrid und 200000 in Barcelona. Im ersten Halbjahr 2002 erzielten wir ein Umsatzplus von 68 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Ich bin ziemlich sicher, dass wir den Break-even vor dem Ablauf der drei Jahre erreichen. In Frankreich haben wir im Juni unser Ziel von 450000 verteilten Exemplaren erreicht, und unsere Leserschaft beträgt 967000 Personen. Da wir erst dieses Jahr gestartet sind, gibt es keine Vergleiche zum Vorjahr, aber wir sind sehr zufrieden.
Wie sieht die weitere Expansion aus?
Munck: Wir konzentrieren uns derzeit auf die bestehenden drei Gebiete Schweiz, Spanien und Frankreich. Sowohl in der Schweiz als auch in Spanien und Frankreich gibt es bestimmte Städte, die wir im Auge haben.

Der Leser ist auch ein Surfer

Tele konzentriert sich nach einem Relaunch noch mehr auf die Kernzielgruppe der Jugendlichen

Tele konzentriert sich nach einem Relaunch noch mehr auf die Kernzielgruppe der JugendlichenVon Andreas Panzeri Wenn heute Donnerstag das Geheimnis um den Sieger des Telepreises auf dem Titelblatt gelüftet wird, dürfen Leserinnen und Leser des Tele auch noch über eine zweite Überraschung staunen. Die Programmzeitschrift – oder neu: das Medienmagazin aus dem Hause Ringier – hat sich nicht nur ein Facelifting, sondern einen radikalen Relaunch verpasst.
Nach einem umfassenden Redesign des Layouts, der Schaffung eines neuen Logos und einer teilweisen Neuausrichtung des redaktionellen Inhalts kommt das Schweizer Medienmagazin Tele in frischem Look daher. Die Zürcher Agentur Catapult zeichnet für die Werbung verantwortlich. Diese startet mit dem Tag des Telepreises ebenfalls am 3. Oktober mit Anzeigen, Plakaten sowie einem TV-, Kino- und Radiospot.
Das neue Tele wird wie ein Buffet aufgebaut
Mit Catapult arbeitet Tele schon zwei Jahre zusammen. Im Frühling betreute die Tochter von
Euro RSCG bereits eine Imagekampagne. Für die Relaunch-Kampagne sollen die Leser nun «an den Kiosk geholt werden, kombiniert mit Image und Positionierung», wie Verlagsleiterin Jacqueline Friederichs erklärt.
«Das neue Tele soll noch mehr Medienmagazin statt nur Programmzeitschrift sein», forderte Chefredaktor Klaus Kriesel (siehe dazu auch Interview unten). Gemäss dem neuen Konzept sollen die Storys drei Stützpfeiler haben: Informationswert, Unterhaltungswert und regionaler Bezug. Das bedeutet, dass ein Artikel im Tele mehr als bei gängigen Programmzeitschriften etwas mit den Lebensumständen der Menschen in der Deutschschweiz zu tun haben muss.
Für diesen Relaunch hat Ringier untersuchen lassen, wie Deutschschweizer Konsumenten die audiovisuellen Medien gebrauchen. Bei dieser Analyse ist man auf die Erkenntnis gestossen, dass heute Inhalte auch in Printmedien so genutzt werden wie das Internet. «Man surft und navigiert durch Inhalte und sucht sich aus dem Angebot das Passende heraus», erklärt Chefredaktor Kriesel. Das war denn auch die Idee, nach der die Agentur Media Group Berlin das neue Tele designen musste.
Der Einstieg in eine Geschichte erfolgt beim neuen Tele noch mehr als vorher über das Bild. «Man kann das mit einem Buffet vergleichen, auf das man zugeht mit seinem Teller und sich dann etwas aussucht. Man kann nicht alles essen, genau so, wie man bei einem Heft nicht alles lesen will, jedenfalls nicht auf einmal», visualisiert Kriesel seine Vorstellung vom «Internetsurfen» im Printprodukt.
Bewegte Bilder bewegen auch die Augen der Tele-Leser
Das moderne Tele enthält neben dem Programmteil neu die fünf Rubriken People, Television, Movie, Multimedia und Magazin. «Dieses Konzept ist auch für Werbekunden sehr interessant», verspricht Jacqueline Friederichs. Mit der neuen Dramaturgie des Heftes ergäben sich nämlich auch neue und flexiblere Platzierungen. Neben dem Editorial steht neu eine Drittelseite für Werbung zur Verfügung. Zudem bietet das neue Styling viel mehr Möglichkeiten für bund-überlaufende und grosszügigere Anzeigen, da inhaltlich mehr Schwerpunkte gesetzt werden mit Geschichten, die über sechs Seiten gehen können, wie zum Beispiel der Film der Woche.
Insgesamt werden die Kinofilme mit 12 von durchschnittlich 132 Seiten Umfang zu einem wichtigen Inhalt des neuen Medienmagazins. DVD-Neuheiten sind ebenfalls mit einer Doppelseite mehr als im «alten» Tele gewichtet. Neu wird zudem das Topsportereignis der Woche regelmässig im Redaktionsteil mit Hintergrundberichten zu finden sein.
«Wissen, was angesagt ist», war demnach für die Werbeagentur Catapult auch die Grundidee für die Printkampagne «Awards». Tele berichtet nicht nur über Neuigkeiten und Hintergründe in den Bereichen Fernsehen, Movie, Sounds und Multimedia, sondern «wird sogar von Award-Gewinnern geschätzt», wie der für
den Text verantwortliche Frank Bodin meint. Die TV-, Kino- und Radiospots führen augenzwinkernd und doch drastisch vor, wie begehrt das Magazin bei seiner Zielgruppe ist. Kaum begibt sich die Leserin kurz weg, entsteht schon ein wilder Kampf um das neue Tele.
Eine umfassende Marktforschung hat ergeben, dass das neue Tele bei den bestehenden Leserinnen und Lesern «sehr gut ankommt».

Abfallpolitik mit eigener Zeitung

Undurchsichtig bleibt weiterhin, wer hinter dem Gratis-Abendblatt Ticino oggi steht

Undurchsichtig bleibt weiterhin, wer hinter dem Gratis-Abendblatt Ticino oggi stehtSeit einem Monat ist das Gratis-Abendblatt Ticino oggi auf dem Markt. Zwar verlief der Start am 2. September alles andere als optimal, doch mittlerweile hat sich das Blatt stetig verbessert, sowohl punkto Druckqualität und Inhalt als auch punkto Distribution. Die Nachfrage wird jedoch unterschiedlich eingeschätzt. «Das Publikum lässt Ticino oggi grösstenteils in den Boxen und Restaurants liegen», sagt Renato Cassis, Mitinhaber des Verlags Mediatik und Mitherausgeber des diese Woche erstmals erscheinenden Ausgehmagazins Re.set. «Etwa die Hälfte jeder Ausgabe wird gelesen. Und hin und wieder wird ein Kommentar von Chefredaktor Flavio Maspoli sogar zum Gesprächsthema», sagt dagegen Verleger Matteo Cheda. Die Inserenten halten sich zurück: Pro Ausgabe finden sich höchstens drei Anzeigenseiten – trotz Einführungstarif im September.
«Ticino oggi hat bis jetzt keine Primeurs. Und für eine Tageszeitung ist die Inlandseite sehr unvollständig», kritisiert Cheda. Ein Teil der redaktionellen Mitarbeiter stamme zudem aus Italien und kenne sich kaum aus in der Schweizer Politik. Das zeige sich auch in der Verwendung bestimmter Vokabeln, die im Tessiner Journalismus nicht gebräuchlich seien.
Nach den schrillen Tönen folgen nun die leisen
Unklar ist weiterhin, wer das Startkapital von drei Millionen Franken eingesetzt hat. Auf Grund von Äusserungen Maspolis gehen sowohl Cheda als auch Cassis weiterhin davon aus, dass die Firma Thermoselect, die Verbrennungsanlagen baut, direkt oder indirekt zu den Geldgebern gehört. Allgemein war darum ein Kampfblatt gegen die Tessiner Regierung erwartet worden, weil Thermoselect mit ihr in einem Rechtsstreit liegt.
Schon einmal hatte die Firma ein Maspoli-Blatt – die 1996 eingestellte L’Altra Notizia – massiv unterstützt und sie als Propagandakanal gegen die Tessiner Abfallpolitik benutzt. Doch im Gegensatz zur schrillen L’Altra Notizia kommt Ticino oggi geradezu ruhig und brav daher. Von Propaganda ist noch wenig zu spüren. Immerhin hat sich Maspoli aber in einem seiner ersten Kommentare die Position von Thermoselect in der Tessiner Abfallpolitik zu Eigen gemacht. Doch bei Thermoselect wird eine Beteiligung hartnäckig dementiert.
Cassis bleibt jedoch skeptisch. «Thermoselect hat bloss eine andere Strategie gewählt: Sie kommen jetzt leise daher, um im geeigneten Moment – etwa auf die Kantonsratswahlen im kommenden Frühling hin – lautere Töne anzuschlagen», glaubt er. Cheda vermutet dagegen, dass Thermoselect keine so plumpe Propaganda mehr machen werde wie früher, «sondern eher jenen Politikern und Kandidaten eine Plattform geben wird, die auf der eigenen Linie sind». Markus Knöpfli

«Ich bin auch ein Schlafzimmer»

Film ab! Publicis zündet die dritte Werbestufe für den Zürcher Verkehrsverbund

Film ab! Publicis zündet die dritte Werbestufe für den Zürcher VerkehrsverbundVon Luca Aloisi Täglich fahren 1,3 Millionen Menschen mit den Verkehrsmitteln des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV). Fast so viele wählten dessen «Richtig verkehrt»-Auftritt zur Kampagne des Jahres 2001. Mit zwei Hollywood-würdigen Kinospots toppt nun die Hausagentur Publicis die Siegerkampagne.
«Das Schwierigste an der Herstellung des Streifens war, das Tram seetüchtig zu machen», grinst sichtlich stolz Publicis-CD Dani Krieg. Die Rede ist von der anlaufenden Kinospotvariante der Strategie «Ein Ticket für alles». In rund zwei Jahren hat die nach der Einführung der neuen CI gestartete Imagekampagne mit ihren verblüffenden Umsetzungen sowohl den Verbundtarif und die Angebotsvernetzung des ZVV bekannt als auch den trivialen Slogan «Ich bin auch ein…» zum geflügelten Wort gemacht. CCO Jean Etienne Aebi räumte mit den auf Schienen verkehrenden Bussen und den Trams auf Seewegen nahezu alles ab, was es in der Branche zu gewinnen gibt.
Nicht nur die Awards von Fach- und Laienpublikum veranlassten die Verantwortlichen, auf der eingeschlagenen Kommunikationsschiene weiterzufahren. «Mit einem Marktanteil von 60 Prozent bei den Zupendlern nach Zürich haben wir europaweit eine Topposition», sieht sich ZVV-Werbeleiter Hans Wälty bestätigt. Wahrlich ein gutes Zeugnis für das rund zwei Millionen schwere Marketingbudget.
ZVV fährt nächstes Jahr auch im Büro ein
Dass die Benützer des ZVV sowieso auf das Angebot des regionalen Nahverkehrsunternehmens angewiesen sind und sich der ZVV daher seine Imageauftritte auch sparen könnte, lässt er nicht gelten. Die Konkurrenz bleibt im Kanton Zürich – wo die Autoverfügbarkeit 70 Prozent beträgt – weiterhin hart.
Dass sich der ZVV aber nicht allein als Alternative zu einem Verkehrskollaps profiliert, sondern seine starke Stellung mit einer Erweiterung des Nachtangebots sogar ausbauen will, zeigt, dass er seine Businesspläne auf Wachstum ausgelegt hat. Auch der integrale Nachtnetzservice erreicht demnächst das junge Zielpublikum im Kino. Vorerst aber erfüllt die Bildmagie der zwei neuen ZVV-Kinospots die hohen Erwartungen an die Folgekampagne von «Ein Ticket für alles».
Ein Tram bahnt sich im Morgennebel neben Fischerboot und Enten einen Weg durch den See, während, vice versa, ein Schiff in einer idyllischen Landschaft Mitfahrende auf der Landstrasse einsammelt. Begleitet von klassischer Musik, laden die technisch auf hohem Niveau realisierten Filme zum Schwelgen ein.
Mit Werbebotschaften wie «Ich bin auch ein Büro» oder profiliert der ZVV ab Mitte Oktober im bekannten Stil nebst Kernkompetenz auch den Zusatznutzen. «Somit lüften wir ein wenig den Schleier, wies 2003 weitergehen könnte», sagt Krieg. Und Wälty schiebt sibyllinisch nach: «Wir haben unser Pulver noch längst nicht verschossen.»

4523 Quadratmeter Werbung

Die Firmen der Wirz-Gruppe residieren neu in einem gläsernen Bürohaus

Die Firmen der Wirz-Gruppe residieren neu in einem gläsernen BürohausDie Raumnot der Wirz-Gruppe hat ein gläsernens Ende gefunden: Am 24. September eröffnete die Wirz Partner Holding an der Üetlibergstrasse 132 in Zürich den neuen Geschäftssitz – ein «Haus der Kommunikation». Das 4523 Quadratmeter umfassende Domizil wurde von den Firmen Frontpage, Wirz Identity, Wirz Interactive, Wirz Link, Wirz Management, Wirz Public Relations und Wirz Werbung seit April 2002 im Rahmen eines Stufenplans bezogen.
Mit dem Zusammenzug der Geschäftsgruppe unter ein Dach geht ein lang gehegter Wunsch für Jost Wirz in Erfüllung. «Für uns ist das ein Meilenstein, weil wir so lange davon geträumt haben. 20 Jahre mussten wir Firmen in die nähere und weitere Umgebung ausquartieren.» Nun erleichtere die räumliche Nähe bei firmenübergreifenden Aufträgen die interdisziplinäre Zusammenarbeit, erklärte der VR-Präsident der Wirz Partner Holding (siehe auch Seite 32).
Der vom Zürcher Architekturbüro Steiger Partner geplante moderne Neubau aus Stahl und Glas wurde in einer Bauzeit von nur einem Jahr auf den Fundamenten der ehemaligen Tiefdruckerei des Tages-Anzeigers errichtet. Situiert ist der Glaspalast unmittelbar neben Zürichs ältestem Hochhaus, dem Imagohaus, in dem das Stammhaus der Unternehmensgruppe, die Wirz Werbung AG, während der vergangenen 40 Jahre domiziliert war.
CEO der zurzeit aus 80 Mitarbeitenden bestehenden Agentur ist seit kurzem Geri Aebi. Der 44-Jährige, zuvor in gleicher Funktion bei GGK Wien tätig, wird Mitinhaber von Wirz Werbung und übernimmt die Anteile des bisherigen CEO Hans Ulrich Schweizer, der weiter Präsident des Verwaltungsrats bleibt. Gleichzeitig löst ein Group Management Board die bisherige Gruppenleitung ab. Das Gremium unter dem Vorsitz von Jost Wirz setzt sich aus den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der Wirz-Gruppe zusammen.
Die gesamte Wirz-Gruppe erzielte 2001 einen geschätzten Honorarumsatz von 75 Millionen Franken. Ernst Weber
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