News: Radio 105 geht Der SRG an die Wäsche

News Radio 105 geht der SRG an die Wäsche Giuseppe Scaglione, Chef des Privatradios 105, lässt nicht locker in seinem Kampf um bessere Bedingungen für private Radiobetreiber. In einem offenen Br

News Radio 105 geht der SRG an die Wäsche Giuseppe Scaglione, Chef des Privatradios 105, lässt nicht locker in seinem Kampf um bessere Bedingungen für private Radiobetreiber. In einem offenen Brief an den Gesamtbundesrat deponierte er seine Forderungen an die RTVG-Revision. Die Wichtigsten: Der diffuse Leistungsauftrag sei durch rechtlich klare Zielvorgaben für die SRG abzulösen. Die SRG solle nur Leistungen erbringen, die der Markt nicht erbringen kann. Vor allem müsse es ihr künftig untersagt sein, Konkurrenzprogramme zu privaten Angeboten zu entwickeln und zu verbreiten. Happige Forderungen stellt Scaglione bezüglich der Zuteilung von Sendefrequenzen. Im RTVG sei zu verankern, dass 50 Prozent der UKW-Frequenzen Privaten zur Verfügung stehen. Ausserdem müsse den Kabelnetzbetreibern eine Verbreitungspflicht für konzessionierte Privatradios auferlegt werden.

Der letzte Tanz

Am 23. November geht im Zürcher Opernhaus der Vorhang auf zur Premiere von «La belle vie», einem der ganz grossen Werke von Heinz Spoerli zur Musik von Jacques Offenbach.

Am 23. November geht im Zürcher Opernhaus der Vorhang auf zur Premiere von «La belle vie», einem der ganz grossen Werke von Heinz Spoerli zur Musik von Jacques Offenbach.. Im «schönen Leben» geht es um wirtschaftlichen Fall, um Revolution und Liebe. Erzählt wird die Geschichte einer reichen Familie in der Zeit der Französischen Revolution. Durch den Börsencrash ruiniert verliert die Familie alles, selbst die Töchter, die sich an Freier verdingen und für diese Cancan tanzen. Die historische Parallele zur heutigen Zeit inspirierte Frank Bodin und die Kreativen von Euro RSCG zu einem Plakat, das mit einer einmaligen, ja sogar historischen Fotografie arbeitet: Gezeigt werden tanzende Broker in der alten Zürcher Börse, als diese 1995 geschlossen wurde. Löwe gegen Bär. In der Schlussphase der Meisterschafts-Vorrunde trifft der Fussball Club Zürich anfangs Dezember auf die Young Boys aus Bern. Um trotz unglücklich verlaufener Saison noch einmal möglichst viele Fans auf den Letzigrund zu locken, wirbt der FCZ jetzt mit einem Plakat für den Besuch dieses entscheidenden Matches. Zumindest dieses Plakat darf als ein schön versenkter Treffer gewertet werden. Die Hesskiss-Kreativen setzten den Fight kurzerhand mit den Tieren um, welche die Wappen der beiden Städte zieren – dem Zürcher Löwen und dem Berner Bär. Dass diese Bestien in der freien Wildbahn gar nie aneinander geraten können, macht dabei einen zusätzlichen Reiz des von André Willimann im Dürer’schen Stil umgesetzten Visuals aus. Das Plakat soll bei den FCZ-Fans bereits Kult sein – was nicht wundert: Der Bär scheint bereits besiegt zu sein.
Es gilt das gesprochene Wort. Schlagzeilen sind das tägliche Brot der Zeitung. Nur logisch also, dass Zeitungen auch bei der Werbung mit Vorzug auf das Wort setzen. Das ist schon bei verschiedenen Kampagnen für Printprodukte bewiesen worden. Auf ziemlich freche Art aktuell auch von der Weltwoche. «Nach der täglichen Pflichtlektüre haben Sie das Kürprogramm verdient», steht in grossen blauen Buchstaben auf einem Halbkarton, der als «Kuckuckswerbung» der Neuen Zürcher Zeitung beigelegt worden ist. Ein gleiches A4-Blatt mit dem Claim «Alle Fakten sprechen für die Weltwoche» ist auch den Schweizer Abonnenten des Nachrichtenmagazins Der Spiegel eingesteckt worden. Ursprünglich sollte das Mailing nur in Facts für umsteigewillige Leser werben. «Aber wir dachten, der Text funktioniert auch mit dem Spiegel», meint WeltwocheVerlagsleiterin Uli Rubner gegenüber der WerbeWoche. Ob sie wohl mit der Gleichschaltung ein verstecktes Kompliment an die Facts-Redaktion aussprechen wollte?
Tonhalle biedert sich an. Die Zürcher Kulturinstitution Tonhalle will bei einer diffus als «jung» verstandenen Zielgruppe attraktiver werden. Um entsprechende Massnahmen umzusetzen, wurde der Zürcher Plakatkünstler Ivar Breitenmoser engagiert. Entstanden sind Plakate, die vordergründige Wortspiele und veraltetes Technovokabular («Rave» war 1992 schon mega-in) zu provinzieller Flyer-Grafik kombinieren. Statt das durchaus mit urbanen Avantgardisten kompatible Kulturangebot «live gespielte Musik von spannenden Künstlern» zu kommunizieren, setzen die Plakate die Tonhalle auf die gleiche Stufe mit dem von Kommerz und Aufriss dominierten Nachtleben in lärmigen Grossclubs.
Cinecomback. RMB Switzerland und RMB Austria heissen ab dem 1. Januar 2003 wieder Cinecom. Schon vor dem Namenswechsel lanciert das Unternehmen verschiedene Initiativen in den Bereichen Strategie, Innovation und Marktauftritt. Nachdem die Bereiche Verkauf und Marketing in den letzten Monaten verstärkt und die Unternehmensstrukturen vereinfacht worden sind, verspricht CEO Matthias Luchsinger «neue Produkte und Dienstleistungen». Das neue Logo, das von der Zürcher Designagentur Trend World/TBS entwickelt wurde, wird je nach Anwendung mit dem Claim «Werbung auf dem ersten Platz» ergänzt.
IGMA tritt kollektiv in den BSW ein. Die ausserordentliche GV des BSW hat die zehn Mitglieder der Interessengemeinschaft Mediaagenturen (IGMA) nach intensiven Gesprächen über einen Zusammenschluss in corpore in den Verband aufgenommen (siehe WW 32/02). Wie BSW-Vorstandsmitglied Christof Kaufmann erklärte, werden die zehn Mediaagenturen unter dem Namen «IGMA – Interessengemeinschaft Mediaagenturen im BSW» gemeinsam ihre Interessen vertreten. In der IGMA sind die zehn führenden Mediaagenturen der Schweiz mit jährlichen Billings im Gesamtwert von rund 1,2 Milliarden Franken vereinigt.
Witziger Wink an das Christkind. Zwar macht die Wirtschaftspresse auf Zweckoptimismus. Wer die Zahlen genau studiert, muss sich fragen, ob der Refrain «Süsser die Glocken nie klingen» fürs diesjährige Weihnachtsgeschäft tatsächlich angestimmt werden kann. Erfahrungsgemäss generieren Warenhäuser rund 30 Prozent ihres Umsatzes in der Vorweihnachtszeit. Dieser Gedanke wurde von Wyler Werbung in einem Sujet für Shoppi & Tivoli umgesetzt. Dank seines ausgesparten Platzes für viele Geschenke macht das geschmückte Tännchen Hoffnung auf hell klimpernde Kassen. Ein Werbestil aus dem Hause Wyler, der übrigens immer mehr internationale Anerkennung findet. Selbst beim grössten Detailhandelskongress in den USA sollen seine Anzeigensujets dieses Jahr lobend erwähnt worden sein.
Editorial

Wehe dem, der in Vergessenheit gerätMassive Druckversuche aus Politik und Wirtschaft auf Redaktionen und Verlage sind nach Einschätzung des Schweizer Presserats seltener geworden. Trotzdem gebe
es subtile Formen der Einflussnahme nach wie vor. Die grösste Gefahr der redaktionellen Unabhängigkeit liege in der zunehmenden Verflechtung von Medienunternehmen und werbetreibender Wirtschaft, unter dem sonst positiv konnotierten Stichwort Crossmedia. Zu diesem Ergebnis kamen drei vom Presserat in Auftrag gegebene Recherchen, die zu dessen 25-jährigen Bestehen vorgestellt wurden.
In seiner Untersuchung kommt Christian Mensch zum Schluss (siehe Seite 12), dass die Gefahr, Anzeigen zu verlieren, heute geringer sei als die meisten Redaktorinnen und Redaktoren glaubten. Die wenigsten «Möchtegern-Boykotteure» könnten sich einen Boykott leisten, denn ein solcher koste doppelt. Wer Medien mittels illegitimer Druckversuche züchtigen wolle, riskiere einen Imageschaden, wenn das Ganze publik werde. Zudem sei auch ein wirtschaftlicher Preis zu bezahlen, wenn das Zielpublikum weniger optimal erreicht werde. Denn Werbung ist ja nie Selbstzweck, sie muss verkaufen. Und kein erfolgreiches Unternehmen reduziert freiwillig und ungestraft Werbedruck beziehungsweise seine Medienpräsenz.
Heute sind ideologisch motivierte Inseratesanktionen seltener geworden. Boykotte haben in aller Regel Kampagnencharakter und sind häufig durch Charakterköpfe – wie Karl Schweri oder Walter Frey – persönlich oder politisch gefärbt. Pragmatisch ausgerichtete Unternehmen hingegen knüpfen ihre Werbung nicht an redaktionelles Wohlverhalten. Sie schalten ihre Anzeigen in den Medien, bei denen Auflage, Reichweite, Preis und Zielpublikum einen optimalen Ertrag der investierten Mittel versprechen. In einer auf permanente Kommunikation fixierten Mediengesellschaft kommt es nämlich darauf an, fortlaufend Präsenz zu markieren, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und sei es, wie kürzlich Fiat, gar durch ein vierfarbiges Autoinserat in einem Werbeträger, der
bislang kaum ein gutes Wort für unsere automobile Gesellschaft übrig hatte wie die Wochenzeitung WoZ.
Samuel Helbling, Chefredaktor

Viele viele bunte Partys!

Beat Fritsch

Beat FritschVON BEAT FRITSCHLangsam und unaufhaltbar rücken die Festtage im Kalender näher. Kein Wunder, werden vor den besinnlichen Tagen noch jede Menge Partys inszeniert, bevor der anstehende Weihnachtsrummel kaum noch Zeit lässt, Events zu besuchen.
Zur alljährlich im Herbst stattfindenden Publimag-Verlagstagung trafen sich Media- und Verlagsspezialisten heuer zum ersten Mal im «Lake Side Casino Zürichhorn». Dem früheren
Tagungsort Kongresshaus hat man jetzt also am See auch bei dieser Veranstaltung den Rang abgelaufen. Die Gästeliste strotzte vor Kommunikationsprominenz, ebenso diejenige der Referenten. Über 150 Teilnehmer, von den Vertretern der Grossverlage
bis zum Chefredaktor des Lokalblättchens, folgten der Einladung.
Hansruedi Bichsel, Managing Director der Publimag, bedankte sich in seiner Begrüssung für den Rücklauf der letztjährig verteilten Fragebogen, die dem Konzept des Events Recht geben. Schon beim Lunchbuffet, an dem man sich vor den Referaten stärken kann, lassen sich Handshakes und die letzten Infos austauschen. Zu erfahren war etwa, dass Sabina Cadalbert quasi aus der Versenkung aufgetaucht ist. Sie organisiert neu als Marketingleiterin bei Erdgas Zürich die Kommunikationsmassnahmen des Energieanbieters. Allgegenwärtig am Anlass waren auch Christian Rufener und Thomas Stuckert von Publimag, gemeinsam auch im Vorstand des Kommunikationsverbandes Idée-VfW. Stuckert wird allerdings die Publimag demnächst verlassen.
Weiter gings seeaufwärts. In der Badi Küsnacht lud Christian Bonnot zu seinem Kundenanlass. Bonnot’s Event House war auch schon für das WerbeWoche-Heimspiel «Werber des Jahres» mitverantwortlich. In den Zelten an den Zürichseegestaden wurde «Vin rouge et blanc» serviert. Für die musikalische Untermalung griff Matthieu Pallas in die Tasten seiner Handharmonika, für viele frei- und unfreiwillige Lacher sorgte Karikaturist Samy. Damit alles – Bonnot will ja ein Eventprofi sein – aus einem Guss kam, servierte man Kronenbourg und Pernod, auf dem Buffet gabs Baguettes und andere Feinheiten …tout à la Française, eben.
Das Ganze habe übrigens ziemliche Anforderungen an die Infrastruktur und Organisation von Catering und WC-Bestuhlung gestellt. In den im Winter stillgelegten Badis am Zürichsee wird jeweils im Winter das Wasser abgestellt. Auch solches gilt es für eine gute Eventorganisation zu berücksichtigen.
Am Freitag dann tanzte ein Teil der Werbe- und Filmproduktionspromis im Leutschenbach an, um der Verleihung des
1.TPC-Creativity-Award beizuwohnen. «Nicht noch ein weiterer Filmpreis, damit die SRG auch einen hat», dachten sich insgeheim wohl viele Gäste anlässlich der Einladung. Schliesslich ging nur eine Woche zuvor die Edi.02-Verleihung über die Bühne, wo das TPC (TV-Productioncenter) der SRG leer ausging. So schlimm kams glücklicherweise nicht. Die TPC-Crew um Roger Sidler hatte da eine recht nützliche Idee. Der TPC-Award ist als Preis für Nachwuchsfilmerinnen, Videokünstlerinnen und Videoproduzentinnen sowie deren männliche Klassenkameraden gedacht. Er wird in Zusammenarbeit mit den Hochschulen für Kunst und Gestaltung in Zürich, Luzern und Basel für die Abschlussklassen durchgeführt.
Die Präsentationen hatte denn auch einen recht abgehobenen Touch. Es ist eben so eine Sache mit der Kunst, vor allem der hypermodernen mit Videoinstallationen und Ähnlichem. Die einen können das nicht verstehen, die einen wollen das nicht verstehen und wieder andere sollen das nicht verstehen. Weil solche Kunst, da sie ja elitär sein will, zum Teil auch auf dem Ausschliessungsprinzip basiert. Wer es nicht versteht, gehört nicht dazu. Fast ein bisschen wie bei den Werbern, die zur Abgrenzung sich auch gerne mal mit kreativen Fachausdrücken schmücken…
Die Jury sorgte für eine ausgewogene Verteilung der Preise. Ausgezeichnet wurde ein von allen verstandener Dokumentarfilm über die Zürcher Hochhaussiedlung Lochergut, der bereits in Locarno ausgezeichnete Experimentalkurzfilm «Joshua» und eine Videoinstallation. Alles in allem machte der Creativity-Award aber doch ein bisschen den Anschein einer Extrem-sportveranstaltung in Sachen moderner Kunst.
Um echten Extremsport gings am Samstag bei Eqal an der Forchstrasse. Lea Rindlisbacher und Christian Breitschmid luden zum Premierenapéro. Die von Eqal produzierte Sendung «Sonic Sports» ging um 17 Uhr erstmals auf Sendung. Gezeigt wird das Magazin, das sich die Berichterstattung über Crazy-Sports wie Base Jumping, Freeriding und -diving, Skating oder Extremskiing zum Programm macht, im Schweizer Sat-1-Fenster. Mit der neuen Produktion soll die Lücke gefüllt werden, die das beliebte Magazin «Powderhausen-TV» hinterliess. Mit von der Partie an der Livevisionierung bei Eqal waren auch Sat-1-Schweiz-Geschäftsführer Marc Görtz mit Freundin Annouk Haimoff. Sie wird ab
9. Dezember nach Star-TV und Tele Züri neu in Ringier-TV-Produktionen zu sehen sein.
Weniger Freude am Zeitfenster von «Sonic Sports» haben am Samstagnachmittag die Schweizer Trekkies – das sind die (meist männlichen) Fans von Captain Kirk, Commander Spock und Konsorten. Die Sendung überlagert nämlich «Star Trek – Raumschiff Voyager», das zur gleichen Zeit jetzt nur noch über die deutschen Bildschirme in den Galaxien herumflitzen wird.

beweist, dass man nicht zwingend Sommer und Sonne braucht, um sich im Liegestuhl zu räkeln. Im Winter eignet sich die Badeanstalt dafür genauso gut – vor allem hats dann viel weniger Gedränge. Das sagte sich auch Christian Bonnot, der seinen Kundenevent in der Badi Küsnacht abhielt. Ebenfalls im Programm letzte Woche: Die Publimag-Verlagstagung, der TPC-Creativity-Award und der Premierenapéro von Eqal anlässlich des Starts des neuen Extremsportmagazins «Sonic Sports» auf dem Schweizer Sat-1-Fenster.
Wer sich in der Kommunikationsszene an Partys und Apéros trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen der Branche. Haben Sie jetzt schon etwas Spannendes zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tastatur (info@werbewo che.ch). Für Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder: www. werbewoche.ch

Ausweitung der Kampfzone

Nach ersten traumhaften Leserzahlen steht die NZZ am Sonntag vor der Nagelprobe Aboumwandlung

Nach ersten traumhaften Leserzahlen steht die NZZ am Sonntag vor der Nagelprobe AboumwandlungDie ersten Leserzahlen der NZZ am Sonntag (NZZaS) lassen keinen Zweifel offen: Sonntagszeitungen sind und bleiben im Trend. Laut der ersten Zwischenauswertung der Mach Basic kommt das feiertägliche Blatt von der Zürcher Falkenstrasse auf 427000 Lesende – das ist etwas mehr als die Hälfte des Publikums, das in der SonntagsZeitung (SoZ) (783000) blättert. Im Hause NZZ ist man mit dem erzielten Resultat zufrieden. «Wir liegen ziemlich genau im Bereich unserer Erwartungen», erklärt Verlagsleiter Tobias Trevisan.Die Nagelprobe für die NZZaS steht noch bevor. Erst Ende Jahr erfolgt der Wechsel von der Gratiszustellung in die kostenpflichtige Abophase. Vorläufig dürfte sich aber bei den ausgewiesenen Zahlen nicht viel ändern, weil der Übergang nicht abrupt erfolgt und sich aufs gesamte nächste Jahr verteilt.
Die letzten Abo-Rechnungen, mit denen erstmals der Zusatzbetrag von 67 Franken fürs Kombi-abo (NZZ und NZZaS) eingefordert werden, gelangen im Oktober 2003 in den Versand. «Es werden sich längst nicht alle bisherigen Gratisempfänger für das Kombiabo entscheiden», rechnet Trevisan nicht ganz unrealistisch vor. Während der langen Umwandlungsphase werde der Verlag deshalb versuchen, auch ausserhalb der bisherigen NZZ-Stammkundschaft Abonnenten zu gewinnen.
Einführungsphase Schritt um Schritt herunterfahren
Zusätzliche Potenziale verspricht sich der Verlagsleiter im Einzelverkauf. Mit der nun auslaufenden Einführungsphase würden auch die Probeabos, von denen immer noch zwischen 25000 und 40000 im Markt sind, Schritt für Schritt heruntergefahren: «Das wird positive Auswirkungen auf den Kioskverkauf haben», vermutet Trevisan.
Von den 170000 bis 180000 Exemplaren, die derzeit pro Ausgabe vertrieben werden, ist erst ein kleiner Teil bezahlt. Laut Verlagsleiter können am Kiosk im Durchschnitt zwischen 22000 und 25000 Exemplare abgesetzt werden. Bei den bezahlten Abos habe man die Schwelle von 50000 erreicht.
Unabhängig davon, wie rasch und in welchem Umfang die Umwandlung von Gratis- in zahlende Leser erfolgt, kann man schon heute von einer auf dem Deutschschweizer Sonntagszeitungsmarkt reden. Bereits die Mach Basic 2002 vom vergangenen September zeigte, dass die feiertägliche Lektüre an Beliebtheit gewinnt: Während der SonntagsBlick sein Publikum zu halten wusste, konnte die SoZ gar 29000 Lesende dazugewinnen – allerdings: Die NZZaS wurde in dieser Erhebung noch nicht mitgezählt.
Offen bleibt aber noch, ob und wie viele Personen ihre Lektüre nun statt an der Werdstrasse an der Falkenstrasse abonnieren werden. Gemäss Branchenschätzungen gilt die SoZ als stark und resistent im Markt. Die Chancen stehen deshalb gut, dass sich ihre Abgänge in Grenzen halten werden. Falls dies tatsächlich eintrifft, darf man sich jetzt schon auf die Mach Basic 2003 freuen: Diese könnte dann leicht eine halbe Million zusätzlicher Deutschschweizer Sonntagsleser ausweisen. Und das innerhalb eines einzigen Jahres – ein gewaltiger Schritt.
Daniel Schifferle

Wortreiche Antikörper gegen Aids

Saatchi & Saatchi und Brot und Spiele setzen in Kampagnen zum Aids-Welttag auf die visuelle Kraft des Wortes

Saatchi & Saatchi und Brot und Spiele setzen in Kampagnen zum Aids-Welttag auf die visuelle Kraft des WortesDie Umkehr ist raffiniert und kommt als geistiger Antikörper daher: «Um Aids zu stoppen, sag bitte drei Menschen, dass Aids uns alle angeht», steht als Text in einer Sprechblase. Ins Bild umgesetzt, zeigt das Inserat die wundersame Vermehrung dieser Botschaft, indem sich die Text-Bubbles ins Unendliche vermehren. Genauso wie der Aids-Virus – nur ist deren Wirkung nicht letal.Im Vorfeld des Welt-Aidsta-ges am 1. Dezember 2002 startet die Agentur Saatchi & Saatchi Schweiz aus Nyon eine Multimediakampagne, «die nicht minder ansteckend sein möchte als Aids selbst», erlärt CD Ed Jones. Die Aids-Antistigma-Kampagne vereint alle wichtigen Schweizer Anstrengungen zum Welt-Aidstag 2002. Die als Goodwill-Aktion entwickelte Kampagne wird unterstützt von der Schweizer Aids-Hilfe (Stop Aids), dem Schweizer Roten Kreuz, der Groupe Sida Genève sowie der Internationalen Vereinigung der Gesellschaften Rotes Kreuz und Roter Halbmond (IFRCRC). Die genannten Organisationen arbeiten damit erstmals gemeinsam an ein und derselben Kampagne.
Bei der Umsetzung wollte Saatchi & Saatchi nicht die geläufigen Klischees zum Thema Aidsprävention und Schutz vor Aids in den Mittelpunkt stellen, sondern die mit Aids einhergehende Stigmatisierung thematisieren. Diese stellt nach Aussagen von Forschern das grösste Hindernis im Kampf gegen die weltweite Pandemie dar.
Zellteilung einer Grundaussage mit rasanter Wirkung
«Bei Aids geht es um Blut, Sex, Drogen und Tod», hat Jones erkannt. «Deshalb wollen viele nicht darüber reden. Doch solange Menschen nicht genauso offen über Aids reden wie über jede andere Krankheit, kriegen wir das Thema nie richtig in den Griff.»
Ziel der Kampagne unter dem Motto «Die Wahrheit über Aids. Bitte weitersagen…» ist es somit, der Mär rund um das Thema Aids, die unter anderem zur Stigmatisierung von an Aids erkrankten Menschen führt, eine Reihe von Wahrheiten entgegenzuhalten. Und um derartige Mythen zu zerstreuen: «Die Kampagne fordert ihre Leser auf, diese Wahrheiten drei Personen weiterzusagen, die sie ihrerseits wiederum jeweils drei Personen weitersagen», fasst Ed Jones die als Bildidee umgesetzte Grundidee in Worten zusammen.
Ein möglichst breiter Einsatz an Werbeträgern wird dafür sorgen, dass die Kampagne den überwiegenden Teil der Schweizer Bevölkerung erreicht. Hierzu gehören Anzeigen in den Printmedien, E-Cards, Poster in 30 Prozent der Fahrzeuge des innerstädtischen Busverkehrs in der ganzen Schweiz, Zehntausende Kondombriefchen, Tischsets in Restaurants sowie Cards for free. Bei den Kino- und Radiospots hat unter anderen auch TV-Moderator Dani Forler mitgewirkt.
Zu den spektakulärsten Massnahmen der in der Westschweiz entwickelten Ideen gehört die Einbeziehung von drei Genfer Trams, die aussen wie innen mit Bildern und Texten der Kampagne bedeckt sein werden.
Die Schweizer Antistigma-Kampagne ist Teil eines Anti-Aids-Programms, das ursprünglich für den Roten Halbmond entwickelt wurde und das nun in unterschiedlicher Form in weltweit über 90 Ländern umgesetzt wird.
Auch nach 15 Jahren ist Informationsbedarf vorhanden
Auf lokaler Ebene ist ebenfalls zum Welt-Aidstag 2002 in Zug eine spezielle Aktion geplant. Hier hat die Aids-Hilfe mit einer grossen Zahl gleichgesinnter Helfer aus verschiedenen Sparten ein dreiteiliges Aktionspaket geschnürt: Eine Ausstellung mit Bildern von Jugendlichen zum Thema Sex, ein besonderer Coming-out-Anlass im Freien und ein Gottesdienst für gelebte Solidarität sind so zu Stande gekommen.
Alle diese Ideen sind angelegt rund um das offizielle Motto des diesjährigen Welt-Aidstages «Leben und leben lassen». Die Werbemassnahmen für die Aktionen in Zug sind von der Zürcher Agentur Brot und Spiele ebenfalls in Fronarbeit gestaltet worden. «Professionelle Kommunikation für einen guten Zweck zu spenden, das kann dem Agenturgeist und dem eigenen Herzen einfach gut tun», sagt Markus Läubli von Brot und Spiele zu seinem Engagement.
Mit einem Minimum an Kosten ein Maximum an Wirkung zu erzielen, sei zudem eine Aufgabe, «die man gut aus dem Werbealltag kennt». Die kleine Kampagne umfasst Plakate und Cards for free zu den drei Zuger Events und arbeitet für einmal nur mit Texten – was besonders auffällt, nachdem die früheren Aids-Kampagnen bis jetzt vorwiegend von Bildsymbolen beherrscht wurden.
Dass man bei der Aids-Hilfe Zug im 15. Jahr des eigenen Bestehens einen grösseren Effort an den Tag legen wollte, entsprang nicht einem Jubiläumsgedanken. Die Anstrengung wird aus der Einsicht heraus geleistet, dass man zum Thema Aids auch nach 15 Jahren nie genug informieren kann. Gemäss Statistik wähnt sich die heutige Jugend in Sachen Aids nämlich bereits wieder in einer gefährlich falschen Sicherheit.
Dem lüsternen Gemüse wird 2003 eine neue Idee folgen
Bei der Agentur cR DDB in Basel, welche die offizielle Ganzjahreskampagne der Schweizer Aids-Hilfe betreut, hat man rund um den Welt-Aidstag am 1. Dezember auf eine spezielle Aktion verzichtet. Statt Solidaritätsanzeigen soll hier mehr die Prävention im Vordergrund stehen. «Wir möchten nicht falsch verstanden werden. Aber uns scheint, dass die HIV-Positiven in der heutigen Zeit von der Gesellschaft nicht mehr ausgegrenzt werden», meint Urs Mangold, Berater bei cR DDB.
Zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz will die Basler Agentur deshalb bereits einen Schritt weiter gehen und ihre neuen Ideen künftig auf die Prävention fokussieren. Zurzeit ist die Kampagne mit dem Gemüse, das die Allgegenwart erotischer Gedanken zum Thema hat, am Auslaufen. Eine neue Kampagne wird bei cR DDB entwickelt. Man will aber dazu noch nichts sagen, «weil die Kampagne vor allem von der Überraschung leben wird».
Andreas Panzeri

Espresso mit Alfonso Capone

Mastro Lorenzo von Kraft Foods Schweiz gehört zwar zu den führenden Marken im Segment italienischer Kaffeespezialitäten. Dennoch wird sie vor allem mit Portionenkaffee assoziiert.

Mastro Lorenzo von Kraft Foods Schweiz gehört zwar zu den führenden Marken im Segment italienischer Kaffeespezialitäten. Dennoch wird sie vor allem mit Portionenkaffee assoziiert.Von Luca Aloisi Hausagentur JWT+H+F soll sie nun als Kompetenzmarke für Italo-Kaffee mit breiter Palette positionieren.
Kaffeekultur und Schweiz – das scheint auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Irrtum! Laut dem Schweizer Cafetier Verband schlürfen die Schweizer pro Jahr rund 137 Liter Kaffee. Damit liegen sie im europäischen Mittelfeld. Und im Vergleich zum Nachbarn im Süden, woher die meisten Kaffeespezialitäten stammen, konsumieren die Eidgenossen sogar rund 60 Prozent mehr Kaffee.
Auch bei Herstellung und Absatz von Haushalts-Kaffeemaschinen liegt die Schweiz mit einem Umsatz von rund 125 Millionen Franken im Jahr 2001 den Italienern weit voraus. Der Expansionsdrang der Kaffeehaus-Ketten ist ein weiteres Indiz für die wachsende Liebe der Eidgenossen zum Türkentrank.
Convenience-Positionierung versus Italo-Markenwelt
Von diesem Boom will auch Kraft Foods Schweiz profitieren. Die Grundidee dazu hat sie bereits gelegt: Vor zwanzig Jahren erweiterte der Nahrungs- und Genussmittelkonzern, zu dem auch Jacobs, Café Hag, Onko und Carte Noire gehören, die Schweizer Bohnenwelt um den Kaffee im praktischen Portionenbeutel für Kolbenmaschinen: die Convenience-Marke Mastro Lorenzo.
Stand bei der Markteinführung vor allem die einfache, saubere Anwendung im Zentrum der Werbebotschaft, kam in den Kampagnen der Neunzigerjahre das cremige Schäumchen als Mehrwert zum Tragen. Und prägte noch bis ins erste Quartal dieses Jahres die Anzeigen für Mastro Lorenzo.
Allerdings wurde die Kurskorrektur – weg von Anwendung und Portionensystem, hin zum Genuss – von der Zielgruppe nicht im erwarteten Ausmass nachvollzogen. Obwohl in der schlichten Split-Screen-Umsetzung ein gaumenkitzelndes Kaffeeschäumchen die emotionale Brücke zu den Personenporträts in Schwarz-Weiss schlug, wurde die Marke weiterhin mit Portionenkaffee assoziiert. Mit anderen Worten: Sie war weit entfernt davon, ein Gefühl von genuiner italienischer Lebenskunst zu verheissen.
Auch wenn sich Marketing Manager Peter Gmünder über «ein stetiges Wachstum» freuen darf, will sich die Kraft-Marke nicht auf den Lorbeeren ausruhen. «Vor zwei Jahren haben wir zusätzlich angefangen, Mastro Lorenzo im Gastrobereich intensiv zu unterstützen», sagt Gmünder über die Distributionsstrategie.
Normalbürger mit Namen italienischer Stars
Above the line hat Kraft Foods die Lancierung der Bohnenvarietät «Crema» zum Anlass genommen, mit Unterstützung von JWT+H+F eine Positionierungskampagne zu starten. In drei TV-Spots soll Mastro Lorenzo noch stärker als die Marke fürs italienische Kaffee-Erlebnis überhaupt stehen.
Begleitet wird die massive TV-Präsenz mit Degustationen und anderen Aktionen im Retail-Bereich. Ziel des neuen Auftritts sei es, so Gmünder, Mastro Lorenzos Marktanteil von rund 5 Prozent am gesamten Röstkaffeemarkt innert drei Jahren mehr als zu verdoppeln. «Der Schritt über den Portionenkaffee hinaus zu einer Marke für italienischen Kaffee ist für uns entscheidend», sagt er mit Blick auf seine grössten Konkurrentinnen, die Eigenmarken von Migros.
Wie bei den bisherigen Kampagnen setzen Auftraggeber und Agentur den Schwerpunkt aufs Portionensortiment. Die an Volumen wichtigeren Bereiche ‹Bohnen und gemahlen› sollen vom starken Image des Beutel-Teilmarkts her ausgebaut werden, lässt sich die Taktik erklären. Dort verfügt der Kaffeeröster bereits über einen Marktanteil von rund 40 Prozent.
Den hoch gesteckten quantitativen und qualitativen Zielen entsprechend, brühte CD Remy Fabrikant drei TV-Spots auf, die «nicht dem heutigen Zeitgeist entsprechen», sondern den Charme des italienischen Dialogfilms im Stile von «Don Camillo und Peppone» aufleben lassen.
Dazu verpflichtete er Regisseur Alessandro Cappelletti und Kameramann Ekkehard Pollack, die ihre Laienschauspieler vor toskanischer Kulisse zu dirigieren verstanden. Die in Kinofilmqualität gedrehten Spots mit deutschen Untertiteln basieren auf Verwechslungsgeschichten mit Normalbürgern, die zufälligerweise Namen italienischer Stars tragen. Wie Alberto Tomba, Anwalt aus dem Friaul, werden auch Roberto Baggio, Journalist aus Venezien, und Al Capone, Bar-Besitzer in Neapel, mit ihren Namensvettern verwechselt.
«Wenn am Ende der Geschichte jeweils klar wird, dass die Protagonisten gar nicht die richtigen Stars sind, trinkt man gemeinsam wenigstens den richtigen Espresso: eben einen Mastro Lorenzo», fasst Berater Pascal Winkler die Handlung zusammen.
Natürlich habe man auch nach weiblichen Stars Ausschau gehalten, erfährt man von Beraterin Manuela Zwald. «Wir fanden weder eine zweite Sofia Loren noch eine Gina Lollobrigida. Und die 83-jährige Ornella Muti, die wir entdeckt haben, hätte zwar mitgemacht, doch zeigte ihre berühmte Namensvetterin wenig Verständnis für unser Begehren», schmunzelt Zwald.

Aufgefallen: Dieses Jahr scheint Weihnachten eine besonders lange Anlaufzeit zu benötigen.

AufgefallenDieses Jahr scheint Weihnachten eine besonders lange Anlaufzeit zu benötigen. Oder waren die Läden auch schon in anderen Jahren bereits Anfang November mit glitzerndem Weihnachtsschmuck dekoriert? Kann sein. Aber darum gehts gar n

Aufgefallen Dieses Jahr scheint Weihnachten eine besonders lange Anlaufzeit zu benötigen. Oder waren die Läden auch schon in anderen Jahren bereits Anfang November mit glitzerndem Weihnachtsschmuck dekoriert? Kann sein. Aber darum gehts gar nicht: Die Einzelhändler aller Länder vereinigen sich und setzen mit letzter Kraft auf ein prosperierendes Weihnachtsgeschäft, um die Umsatzausfälle des Jahres vielleicht noch ein bisschen zu kompensieren. Und da ist ihnen jede noch so verquere Anzeige recht, um die Kunden in die Läden zu locken. Das kann auch ins Auge gehen, wie ein Beispiel aus der amerikanischen Presse zeigt. Diese Frage bleibt nämlich offen: Wer wird hier diskriminiert, Hund oder Frauchen? Aber Hauptsache bleibt: Am
25. Dezember ist der Spuk vorbei.
Chandra Kurt
[email protected]
Kolumne

Cave Canem von Thomas LüberAls ich gestern mal wieder meine blutenden Unterschenkel mit Merfen beträufelte, wollte mir eine Frage nicht mehr aus dem Kopf gehen: Warum müssen so viele Werberinnen und Werber ständig ihren Hund um sich haben?
Okay, sie lieben ihn innig, was an sich ganz allein ihr Problem ist. Im Gegensatz zur Tatsache, dass sie ihn in die Agentur mitnehmen, obschon diese in der Regel keineswegs einen Lebensraum darstellt, der auf die Gattung Canis familiaris zugeschnitten wäre. Der Auslauf wird durch herumstreunendes Agenturmanagement verstellt, das Stöckchenspiel macht ohne Stöckchen nur bedingt Freude, und Herrchen oder Frauchen hat sowieso keine Zeit für ihren Sabberfratz. Weshalb dieser seine zehn Stunden im Stollen irgendwie selber gestalten muss und dabei auf allerhand abstruse Ideen kommt. Er markiert mangels Baum am Bein der Media-Assistentin, erbeutet statt dem Briefträger das Sandwich des Texters und erschreckt in Abwesenheit von Joggern die rar gewordene Kundschaft zu Tode, weil er beschlossen hat, dass es sich beim Kunden-WC um ein bewachenswürdiges Objekt handelt. Und wenn es ihm dann trotzdem langweilig wird, wendet er sich meinen Hosenbeinen zu. Die verarbeitet er knurrend zu Brei, sorgfältig darauf bedacht, gleichzeitig mit den Fangzähnen ein Muster in meine Unterschenkel zu ritzen, das jeden Tätowierer mit Neid erfüllt. Schlimm ist, dass ich mir dabei vor Angst in die Hosen mache, obwohl das gar nicht nötig wäre. Denn das Vieh ist ein gaaaanz braaaaver Hundibutz, der nur spielen will. Und vor dem ich überhaaaaupt keine Angst haben muss, da er keiner Fliege etwas zu Leide tut.
Was ich daraus lerne? Vielleicht, dass wieder mal der Besuch einer Hundsverlochete angesagt wäre.
[email protected]
Thomas Lüber ist Geschäftsführer Kreation von Lesch+Frei Zürich.
Business Lunch

Eine schöne Herberge für «allerley Lüthe» Gastrojournalisten, lernt man aus dem lesenswerten Beitrag von Christian Mensch auf Seite 12, sind für Pressionen aller Couleur besonders empfänglich. Klar, hier gehts um Menschliches. Was tut man also, um nicht in den Geruch des Käuflichen zu geraten: Man haut mal wieder kräftig auf den Putz, schlägt aber dabei nur den Sack, obwohl man den Esel gemeint hat.
Gehts ums neue «Kindli» unter Gisela Lachers Direktion, muss ich den Beweis der Unabhängigkeit nicht mit einer negativen Kritik um der Kritik Willen erbringen. Mir hats gepasst dort. Gut sogar. Freilich, mit dem schönen Begriff Vintage Cooking weiss ich so viel wie gar nichts anzufangen. Weil mir nie klar werden wird, welche Funktion solche Etiketten übernehmen sollen, und der Verdacht aufsteigt, hier camoufliere die Küche ihre Einfallslosigkeit. Falsch: Der marinierte Thunfisch mit Gurkenscheiben war durchaus lecker, obschon das in vielen Küchen erprobte Gegenüber zunächst meinte, die Frische des Fisches müsse mit dem Alter des Interieurs in Wettstreit treten. Glücklicherweise erwies sich diese Furcht als unbegründet. Der Fisch war hübsch angerichtet und höchstens eine Sekunde lang angebraten worden. Das Siedfleisch auf Wirz mit separat gereichtem Meerrettich war solide, in der Konsistenz zart und schmackhaft. Ein wenig Markbein hätte dem Ganzen noch eine schöne Rundung verpasst. Dafür war die Portion gerade recht in Grösse und Gewicht.
Bei der Nachspeise überzeugte ein Schokokuchen, der in seinem Herzen flüssige Schokolade enthielt – selten so was Leckeres zu Gemüte geführt.
Nun, das «Kindli» heisst jetzt nicht mehr «Opus» und zählt zu Zürichs schönsten Gastwirtschaften, weil das viele Holz und die Bilder von Hanny Fries viel Charme versprühen. Zudem sind die Tische gut platziert, so dass man in Ruhe parlieren kann, ohne den Nachbarn zu stören oder von ihm gestört zu werden.
Bleibt noch ein Wort zur Weinkarte: Das «Kindli» empfiehlt zu jedem Gericht einen besonderen Cru. Dem Vorschlag kann man sich getrost anvertrauen. Das hat Stil und wird noch Tradition. Die besagt übrigens, dass das erstmals 1774 erwähnte Lokal damals von einem Wirt geführt worden sei, der «herberget allerley Lüthe». Angenehm zu wissen, dass der «ausbündig fromme» Mann nun einer Wirtin Platz gemacht hat.
Carlo Bernasconi
[email protected]
Hotel und Restaurant zum KindliPfalzgasse 1
8001 Zürich
Tel. 01 211 59 17
Bewertung

Essen …………………..4
Getränke ………………4
Bedienung …………….3
Businessfaktor ……..3
5=top, 4=sehr gut, 3=o.k., 2=naja, 1=Flop

Wohin die «P» ihre Schatten wirft

Pachtverleger fühlen sich wegen den von der Weko kritisierten VSW-Richtlinien in einer ungemütlichen Lage

Pachtverleger fühlen sich wegen den von der Weko kritisierten VSW-Richtlinien in einer ungemütlichen LageVon Markus Knöpfli Dank der bevorstehenden Untersuchung durch die Wettbewerbskommission (Weko) gibts nun eine Debatte über die Massstäbe, nach denen die PubliGroupe («P») ihre Konkurrenten entlöhnt (oder auch nicht). Tatsache ist: Eigenregieverlage handhaben die Sache liberaler. Und einige Pachttitel befinden sich nicht gerade in einer gemütlichen Lage – auch weil ihnen die «P»-Richtlinien Einnahmen verweigern.
Der Verband Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW), ein Verein der 100-prozentigen PubliGroupe-Töchter Publimedia, Publicitas, Publimag und Mosse, kennt eine ganze Reihe Kriterien. Nach denen beurteilt er, ob ein Vermittler-Konkurrent für seine Leistungen die Vermittlungskommission (VK) erhält oder nicht. Für den einzelnen Vermittler spielt die VK-Berechtigung durch den VSW eine wichtige, bisweilen sogar existenzielle Rolle: Die PubliGroupe bestimmt bei immerhin rund 500 von etwa 2000 Schweizer Pressetiteln – darunter auch mehrere grosse Tageszeitungen –, wer für seine Vermittlungsdienste entlöhnt wird. Nicht einmal der Verband Schweizer Presse hat ähnlich grossen Einfluss (siehe Kasten). Die Konsequenz: Wer vom VSW nicht VK-berechtigt wird, erhält bei keinem PubliGroupe-Pachttitel eine Entschädigung (siehe auch WW 41/02).
Die Kritik der Weko richtet sich aber nicht grundsätzlich gegen die VSW-Triage, sondern gegen einzelne Kriterien. Diese könnten «sachlich nicht gerechtfertigte Wettbewerbsbehinderungen» darstellen. Zu den kritisierten Vorschriften gehört etwa, dass ein Vermittler alle Inseratekategorien vermitteln muss und sich nicht auf einzelne Sparten beschränken kann. Auch dass er rechtlich von seinen Auftraggebern unabhängig sei, ein Geschäftsvolumen von mindestens einer Million Franken oder eines von 100000 Franken bei VSW-Titeln ausweisen muss, sieht die Weko nicht ein. Ebenso wenig passt ihr die Richtlinie, wonach ein Inseratevolumen aus mindestens 50 Prozent kommerziellen Anzeigen bestehen soll und zudem noch Tariftreue verlangt wird.
Unabhängig vom Entscheid, den die Weko noch zu treffen hat: Fest steht, dass in der Schweiz sonst niemand bei der Triage der Vermittler so restriktiv vorgeht. Der Verband Schweizer Presse empfiehlt seinen Mitgliedern zwar ebenfalls Selektionskriterien. Doch sie enthält nur eine Vorschrift. Die schreibt dem Vermittler rechtliche Unabhängigkeit von den Auftraggebern vor, und auch diese könnte durch die Weko-Kritik tangiert sein. Kommt hinzu, dass die Eigenregieverlage die Triage ohnehin liberaler handhaben als empfohlen.
So achtet etwa Hansjürg Klöti, Leiter Anzeigen Zeitungen bei der Tamedia, vor allem darauf, dass das Inseratevermitteln die Haupttätigkeit der VK-berechtigten Firmen ist. Tariftreue und die Unabhängigkeit von Auftraggebern sind weitere Kriterien. «Im Prinzip wollen wir aber niemanden daran hindern, mit uns ein Geschäft abzuwickeln», fügt er hinzu. NZZ-Verlagsleiter Tobias Trevisan ist hingegen der Meinung, dass man die Besitzverhältnisse bei den Vermittlern nicht vorschreiben kann. Wesentlich sei doch, dass der Vermittler seine Sache professionell mache, sagt er. Das sieht auch Ueli Eckstein, Leiter Printmedien der AZ Medien Gruppe, so: «Solange ein Vermittler professionell arbeitet und dabei versucht, sich bezüglich Kundenzahl breit zu positionieren, bezahlen wir ihm die VK», sagt er.
Das Monopol bewahrt vor möglichen Anzeigenverlusten
Damit wird klar: Vermittler, die vom VSW nicht VK-berechtigt sind, werden tendenziell versuchen, VSW-Pachttitel bei der Mediaplanung zu umgehen und nach Möglichkeit Eigenregietitel zu buchen. Den VSW-Pachttiteln dürften dadurch Einnahmen entgehen. Das weiss man auch in der Branche. «Es besteht sicher kein Anreiz, in Titel zu inserieren, die keine VK bezahlen», sagt Trevisan – mit Blick auf die zur NZZ-Gruppe gehörenden VSW-Pachttitel Der Bund, Neue Luzerner Zeitung (NLZ) und St.Galler Tagblatt (SGT).
«Ganz auszuschliessen sind Umgehungen nicht», sagt auch Jürg Weber, Verlagsleiter der NLZ. Doch beschwichtigend fügt er an: «Die Sache ist für uns nicht so dramatisch, denn in unserem Raum gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. Trotz der VSW-Richtlinien entgeht uns deshalb relativ wenig.» Mit andern Worten: Das eigene Quasi-Monopol bewahrt vor grösseren Problemen.
Das scheint auch in Basel nicht anders zu sein. Jedenfalls sagt Daniel Sommer, Verlagsleiter der Basler Zeitung: «Ich hatte bisher nie den Eindruck, dass wir wegen der VSW-Richtlinien umgangen wurden.»
Kein Monopol besteht auf dem Platz Bern, weshalb die VSW-Richtlinien besonders für den Pachttitel Der Bund ein Handicap darstellen könnten. Doch Bund-Verlagsdirektor J. Pepe Wiss gibt sich zunächst als VSW-Hardliner zu erkennen: «Die VSW-Richtlinien behindern höchstens die Vermittler, nie die Kunden. Letztere können immer zu uns kommen.» Es sei zudem nicht sein Business, die VSW-Kriterien, die Ordnung in die Branche bringen sollten, zu überprüfen. «Wir haben den grösseren Verlust, wenn jeder Zweite, der mit Inseraten daherkommt, die VK erhält», fügt Wiss hinzu – und bestätigt damit, dass ihm die VSW-Richtlinien zumindest einen kleinen Verlust bescheren.
Gleiche Töne hört man bei der Solothurner Zeitung (SZ). Dort wird die Sache nicht bestritten, sondern bloss relativiert. «Das grössere Problem sind für uns die Dumpingpreise, mit denen die Espace Media Group ihr Solothurner Tagblatt anbietet», sagt Rudolf Rentsch, Direktor von Vogt-Schild/Habegger. Um gleich zu ergänzen: «Wir haben ja auch noch offene Kanäle über die MittellandZeitung.» Womit Rentsch den nicht-kommissionierten Vermittlern gleich den Weg weist, wie sie die SZ unter Umgehung der «P» dennoch belegen können. Von solchen Schlupflöchern weiss offenbar auch Sommer, wenn er augenzwinkernd sagt: «Ein Vermittler sucht eher nach Umwegen, um die VK dennoch zu erhalten.»
Einer, der dazu bisweilen konkret Hand bietet, ist Marcel Suter, Geschäftsführer der AZ Wochenzeitungen AG. Die Aargauer Woche und andere Titel aus seinem Haus sind zwar in VSW-Pacht, auf den Eigenverkauf hat man aber nie verzichtet. Deshalb klopfen Spartenvermittler direkt bei ihm an. Suter spricht von zwei bis drei lokalen Kunden – nicht einmal Berufsvermittler! «Das sind Ausnahmen, aber wir machen sie», sagt Suter, der die «knallharte» Linie der «P» durchaus nachvollziehen kann. Die Folge seines Vorgehens: «Die ‹P› und ich liegen uns immer wieder in den Haaren, auch weil die Rechnungsstellung immer über die ‹P› läuft.» Klar, dass sie keine VK ausbezahlt, das ist dann halt Sache der AZ Wochenzeitungen AG. Hauptsache, die Inserate kommen.
Zurück zu den Verlagsleitern grosser Pachttitel: Je länger man mit ihnen spricht, desto klarer äussern einige auch ihre Skrupel gegenüber den VSW-Richtlinien. Selbst Hardliner Wiss räumt ein: «Es gibt Einzelfälle, die die ‹P› anders sieht als wir, und darüber muss man sprechen.» Auch Sommer findet es falsch, diejenigen zu bestrafen, die professionell Inserate akquirieren. Ähnlich sieht es Weber von der NLZ. Er erachtet es zumindest aus Verlagssicht «sinnvoll», dass ein Vermittler für «professionelle Vorarbeiten» entschädigt wird. Am deutlichsten aber nimmt SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat Stellung. «Aus meiner Sicht müssen Lösungen gesucht werden. Eine Diskriminierung einzelner professioneller Vermittler ist zumindest kritisch. Denn die Qualität einer Vermittlung ist nicht abhängig davon, ob einer nur eine Sparte bearbeitet oder ob er alle Sparten abdeckt.» Dass die «P» dazu eine andere Meinung vertritt, liegt auf der Hand, wie im Interview auf Seite 33 nachzulesen ist.
Mit grossem Interesse wird deshalb auch bei den Pachttiteln das Weko-Verdikt erwartet. Weber: «Ich bin gespannt, was bei dieser Untersuchung rauskommen wird.»
Pikante VerbandsEmpfehlungen

Auch der Verband Schweizer Presse mischt mit, wenn es um die VK-Berechtigung von Inseratevermittlern geht, allerdings nur in Form von unverbindlichen Empfehlungen an die Verleger. Diese sind zu finden in den «Basics im Print-Werbemarkt Schweiz». Demnach ist der Entscheid über die Kommissionierung eines Vermittlers Sache des einzelnen Verlages. «Ein zentrales Anerkennungsverfahren entfällt», steht da klipp und klar.
Pikant aber ist, dass die PubliGroupe gemäss den Verbandsempfehlungen eigentlich nicht als Vermittler anerkannt werden sollte. Denn wörtlich heisst es: «Das Vermittlungsunternehmen ist ein rechtlich selbstständiges Unternehmen und damit unabhängig von Auftraggebern und Auftragnehmern.» Letzteres erfüllt die PubliGroupe klar nicht: Sie ist bei zahlreichen Auftragnehmern (Verlagen) bis zu 37 Prozent beteiligt.
Weitere Kriterien sind hingegen ähnlich wie beim VSW: Ein Vermittler soll für mehrere Kunden tätig sein, beim Buchen verschiedene Anzeigentitel berücksichtigen, die Abwicklung auf eigene Rechnung machen und auch das Delkredere übernehmen. Und – last but not least – sich an die Tarife der Verleger halten. Anders als beim VSW bilden aber der Volumenmix oder die Grösse des Geschäftsvolumens keine Kriterien. (mk)

Der neue AZ-Chefredaktor

Markus Gisler will Jean-Frey-VR bleiben Zwei neue Chefs ersetzen in Baden Hans Fahrländer

Markus Gisler will Jean-Frey-VR bleiben Zwei neue Chefs ersetzen in Baden Hans FahrländerMarkus Gisler will Jean-Frey-VR bleiben Zwei neue Chefs ersetzen in Baden Hans Fahrländer
Eine Standing Ovation für Hans Fahrländer, der vom Chefredaktor in das Autorenglied wechselt, und ein paar Fragen an die Zukunft gab es am Montagnachmittag in Baden, als Verleger Peter Wanner an einer Redaktionskonferenz die beiden neuen Chefredaktoren für seine Mittelland Zeitung/ Aargauer Zeitung (AZ) bekannt gab. Der Ex-Cash-Chefredaktor und Ex-Moneycab-CEO Markus Gisler (50) wird die drittgrösste Tageszeitung der Schweiz künftig im Team mit Peter Buri (44) leiten. Buri war bisher Leiter
der Onlineaktivitäten und auch als Kommunikationsverantwortlicher der AZ Medien Gruppe tätig.
Die Mediengruppe versieht sein Flaggschiff mit dieser Doppelbesetzung, «um die nationale Ausstrahlung zu verstärken und die Multimedia-Strategie konsequent umzusetzen». Zudem passe die AZ Medien Gruppe «sich abzeichnenden Entwicklungen in der Medienbranche an», begründet sie die Wahl.
Gisler wird sein Amt auf den 1. Februar antreten und die publizistische Gesamtverantwortung tragen sowie die überregionalen Mantelressorts der AZ führen. Buri wird neu für den Redaktionsbereich «Aargau/Regionen» und «Content/Multimedia» verantwortlich sein. Im Trubel der lange erwarteten, in ihrer Form dennoch überraschenden Neuerungen tauchte auch eine der Fragen auf, wie eine solche Chefredaktion quasi im Duo in Zukunft konkret aussehen wird.
Spekuliert wurde natürlich auch darüber, wie viel Markus Gisler für seinen Job bezahlt bekommt. Insider konnten sich leicht ausrechnen, dass er als CEO bei Goldbach und VR bei Jean Frey mehr als das Dreifache des bisherigen AZ-Chefs Hans Fahrländer verdient haben muss. Diese Rechnereien führten denn auch zur Frage, ob Gisler weiterhin als Verwaltungsrat bei Filippo Leuteneggers Jean Frey AG bleiben wird. Offizieller Kommentar: «Das ist noch offen», hat Markus Gisler der WerbeWoche verraten. Die Frage müsse vom Verwaltungsrat diskutiert werden, «das pressiert aber nicht». Publizistisch leuchtet es durchaus ein, wenn Gisler als Chef der MZ/AZ gleichzeitig VR bei den politisch ähnlich gepolten Publikationen der Jean Frey AG bleiben würde. (pan)

Wink wieder bei Brûlé

Financial Services, Food Retailing, Transport, Automobil und Hotellerie seien die Branchen, aus denen er sich Neukunden vorstellen könne:

Financial Services, Food Retailing, Transport, Automobil und Hotellerie seien die Branchen, aus denen er sich Neukunden vorstellen könne:Jetzt, da Tyler Brûlé alle Anteile an Wink Media von AOL Time Warner zurückgekauft hat, will er durchstarten. Vorerst aber betreffen die Neuerungen nicht das Kundenportfolio, sondern seine 1998 gegründete Agentur: Unter dem Holding-Dach der neuen Firma Winkorp AG mit Sitz in Zürich gruppieren sich die Units Winkreative, Winkoncept und Winkontent. Das Angebot ist umfassend und geht von Branding und Werbung über Corporate Design und Architekturberatung bis hin zu PR, Verlagsberatung, Entwicklung von Wink-Produkten und Medienformaten.Bei den Letzteren stehe nicht mehr ein Schweizer Hochglanz-magazin zur Diskussion, sondern Projekte für ein Magazin sowie ein Radioformat in englischer Sprache mit pan-europäischer Ausrichtung. «Noch bestehen keine Businesspläne», präzisierte Brûlé an seiner spärlich besuchten Pressekonferenz in Zürichs Renommierhotel «Baur au Lac».
Der Anglo-Kanadier wird CEO von Winkorp bleiben. Der «Darling of the Über-Stylish» (The Guardian) wird die Gruppe mit 28 Angestellten und den Ablegern in London – dem kreativen Herzstück der Holding – und New York zusammen mit Geschäftsführer Matthew Warren und Finanzdirektorin Anna Nunziata führen.
Nebst Vorzeige-Kunde Swiss arbeitet Winkorp unter anderen für Selfridges (GB), Pottery Barn (USA), Puma und Strenesse (D), Ferré (I) und Esas, einer neuen Männermodelinie. Als USP seiner unabhängigen Agentur bezeichnet Brûlé den Mehrwert des journalistischen Approachs. Seine Mission: «Winkreative widmet sich der Verfeinerung der Lebensart und der Entwicklung von Produkten, Erlebnissen und Inhalten, die diese Aufgabe erfüllen.» (la)

Branchenhits (3. Quartal 2002)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)

(Werte = Index «Supporters» der Anzeige gegenüber dem Durchschnitt aller Anzeigen der Branche; 1,00 = Durchschnitt = 100%)Best of Print Advertising Die Anzeigenhits 2002 aus dem Advertising-Index des Marktforschungsinstituts Demoscope
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der WerbeWoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der
Resultate aus dem Advertising-Index (AX Print). Dieser Index (siehe Kasten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigensujets. In den oberen beiden Reihen befinden sich diejenigen Sujets, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe (siehe Windrose) die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, im 3. Quartal 2002 am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt.
Auto Smart Crossblade 1,3

(Weber Hodel Schmid)
Krankenkassen/ ÖKK macht das Rennen 1,5
Versicherungen Schmid Riedmann & Partner
Advertising-Index

Für die Anzeigentests des Advertising-Index wird in 8 Befragungswellen ein repräsentatives Sample von zirka 800 Personen befragt. Die befragte Person absolviert zuerst einen psychologischen Test (50-Items-Test) und blättert anschliessend ein Zeigeheft mit 45 Anzeigen durch. Wie beim Lesen einer Zeitschrift steht es ihr auch im Test frei, bei jeder Anzeige so lange zu verweilen, wie sie will. Vor dem Weiterblättern bewertet sie die Anzeige anhand einer Notenskala von 5 («spricht mich sehr an») bis 1 («spricht mich überhaupt nicht an»). Als «Supporter» werden Personen bezeichnet, die durch eine Anzeige «sehr» oder «ziemlich» angesprochen werden. Die auf diese Weise ermittelte Akzeptanz der Werbung korreliert stark mit andern Funktionen der Werbewirkung und eignet sich deshalb fürs Benchmarking.
Für die Segmentierung des Samples nach Zielgruppen benutzt der Market Radar einen psychografischen Test, den so genannten 50-Items-Test. Mit Hilfe dieses Tests werden die Wertvorstellungen der befragten Person ermittelt und einem der Psychogrammfelder zugeordnet (siehe Windrose). Die Wertorientierungen reichen von Süd (konservativ) nach Nord (progressiv) und von West (aussengerichtet, materialistisch) nach Ost (innengerichtet, idealistisch).
Weitere Informationen zum Advertising-Index und zum Market Radar sind bei Demoscope erhältlich. Planungsunterstützung mit dem Advertising-Index, dem Radar und neu
mit dem Print-Advertising-Monitor (PAM) vermittelt die Publimedia.

Muse & Musse: Remo Christen

Muse & Musse Remo ChristenWelche Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Remo Christen: Die letzten drei Viertelstunden des Zürcher Konzerts der Fun Lovin’ Criminals. Um ein wenig New Yorker

Muse & Musse Remo ChristenWelche Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?
Remo Christen: Die letzten drei Viertelstunden des Zürcher Konzerts der Fun Lovin’ Criminals. Um ein wenig New Yorker Luft zu schnuppern.
Was lesen Sie gerade?
Christen: Lehrbücher; VWL, BWL, Rechtslehre. Die erste Prüfung ist Anfang Februar.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Christen: Schiller, «Weltreise».
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Christen: «O Brother, Where Art Thou?» Zum Totlachen und dann der Soundtrack!
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Christen: Bei «Swiss Watch» auf SF 2.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Christen: www.neu-neu.com
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Christen: Kaffee, Bücher und Brioches (und leider auch Rauchzeugs).
Liebe ist…?
Christen: …wie warmer Sommerregen.
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