Shortlist: Die Davoser Falle

Service: Werbefibel 2003 als PDF-fileDie neue Ringier-Werbefibel 2003 steht ab sofort als PDF-Download auf www.go4media .ch zur Verfügung. Sie enthält wie gewohnt die wichtigsten Daten zur Schweiz und insbesondere zum Medienmarkt Schweiz. Ein

Zwischen den Jahren wird Davos zum Hexenkessel:Shortlist: Die Davoser Falle
Von Beat Fritsch
Im Strassenverkehr herrschen Zürcher Verhältnisse (Stau ohne Ende), nachts platzen Discos und Bars aus allen Nähten, und im Eishockeystadion findet jeweils der Spengler-Cup statt – sozusagen der Hexenkessel im Hexenkessel, insbesondere wenn der HaCeDe, sprich Hockey Club Davos, auftritt.
Das lässt auch die Kommunikationsbranche nicht kalt. Sehr begehrt sind deshalb die Einladungen der SonntagsZeitung zum Spengler-Cup samt Logisangebot im edlen Hotel Seehof sowie diversen Apéros und feinen Nachtessen. So waren von der Tamedia- und SoZ-Spitze Martin Kall, Sandra Geiger und Daniel Pauletto traditionell am Tag vor dem Final mit Gästen zu Trank und Happen im «Pöstli» zu finden.
Werber und Medialeute sind ja bekanntlich auch Spieler – das liegt in der Natur des Berufs. So liessen sich die SoZ-Geladenen denn auch nicht zufrieden stellen mit den einfachen Eishockeywetten, die jeweils Pauletto organisiert. Allesamt sah man die Hockeyfans aus Zürich des Abends im neuen Davoser Spielcasino (im Gegensatz zur SoZ-Gambling-Night mit echtem, eigenem Geld!), wobei sich Fredy Weissert am Black-Jack-Tisch und Andy Lehmann samt Tochter an den Slotmachines besonders wohl fühlten. Immer scharf beobachtet von SoZ-Chefredaktor Andreas Durisch, der sich beim Spiel ums Glück allerdings vornehm zurückhielt und selbst nicht in die Zockerfalle ging. Gewonnen hat übrigens nur die Tochter.
Davos ist aber auch ausserhalb des Spengler-Cups ein Anziehungspunkt für Branchenpeople. Gesehen wurden in Davos unter anderen Sandra Ulrich, Beat Stähli oder Matthias Luchsinger. Und künftig dürften noch mehr den Weg durchs Prättigau ins Landwassertal finden. Dafür sorgt die neue Davos-Tourismus-Marketingleiterin Barbara Studer, die früher unter anderem auch bei Wunderman tätig war und Gäste aus Zürich gerne auch mal persönlich betreut.

Verführerisch verkaufte Wärme

WellCom Advertising will für die Ferienmesse «neue Welten entdecken»

WellCom Advertising will für die Ferienmesse «neue Welten entdecken»Von Andreas PanzeriUnter dem Motto «Neue Welten entdecken» bewirbt WellCom Advertising die vier Ferienmessen in der Schweiz. Die zwar schöne, aber nicht ganz einfache Aufgabe für die Standorte Bern, Zürich, Genf und Basel lebt nach den exotischen Plakatausflügen von Ruf Lanz wieder von der Sehnsucht nach viel Wärme und Erholung.
Alle reden von Ferien, doch keiner geht hin! – na, na, so dramatisch präsentiert sich die Situation in der Tourismusbranche zwar noch nicht. Nach dem weltweiten Rückgang der Reiselust seit dem historischen 11. September 2001 sowie der sich allgemein verschlechterten Wirtschaftslage befindet sich aber auch die
Ferienindustrie inmitten eines tief greifenden Strukturwandels. «Vermehrte Last-Minute-Buchungen» sind nur einer von verschiedenen Trends, mit denen sich die Touroperators «in einem schwierigen, sehr fragilen Marktumfeld und in einem rauen wirtschaftlichen Klima mit stark veränderten Rahmenbedingungen herumschlagen müssen», erklärt Gide Kuhn, Agenturleiter bei WellCom Advertising in Zürich.
Emotional, zielgerichtet und klar ferienorientiert
«Keine einfache Aufgabe» sei deshalb die Kreation der diesjährigen Kampagne für die vier Ferienmessen der Wigra Expo gewesen. Die «Gesundheit», Messe für Gesundheit & Ferien, findet vom 9. bis 12. Januar in Bern statt. «Fespo», die Messe für Ferien & Sport, heisst die Veranstaltung vom 23. bis 26. Januar in Zürich. «Vacances» nennt sich der Salon vom 31. Januar bis
2. Februar in Genf. Unter dem Logo «Basler Ferienmesse» findet die Tour dann ihren Abschluss vom 21. bis 23. Februar in Basel. Alle vier Messen haben unter ihrem Markenzeichen den gemeinsamen Claim «Neue Welten entdecken».
Die Ausstellungen mit dem breit gefächerten Ferien- und Reiseangebot bilden mit ihrem Eventcharakter eine Informationsplattform sowie ein Forum für die Meinungsbildung für «alle Ferieninteressierten jeglicher Art». Die Werbeagentur hatte dabei die Vorgabe zu bedienen, einen «zielgruppengerechten, emotionellen und klar ferienorientierten Gesamtauftritt für alle vier Messen» zu entwickeln und umzusetzen.
Die WellCom Advertising hat diesen Auftrag ihres langjährigen Kunden Wigra AG nach einer Agenturevaluation zurückgewonnen, nachdem die letztjährige Kampagne für die Ferienmessen von Ruf Lanz gestaltet worden war. Diese Agentur hatte damals mit so genannten Fremdwelten gearbeitet und vor allem exotische Sujets mit entsprechend fremdländischen Sprachen beschrieben.
Auftraggeber organisierte Workshop zur Konsensfindung
In der aktuellen Kampagne wurde nun die Botschaft, basierend auf der Konzeptidee «Kontraste», in eine Ferienstimmung als Gegenwelt zum Arbeitsalltag verpackt. Die Sujets sollen informieren und gleichzeitig zum Besuch der Ferienmesse motivieren. Der in diesem Jahr erstmals verwendete Claim «Neue Welten entdecken» soll Wünsche und Sehnsüchte wecken «oder ganz einfach Lust auf Ferien vermitteln», fasst Gide Kuhn die verschiedenen Sujets zusammen.
Mit Wortspielereien wie «Bankgeheimnis», «Renovation» und «Nachtschicht» sind entsprechend feriengerechte Bilder wie eine Bank mit Blick auf das offene Meer hinaus, eine Gesichtsmaske im Wellness-Zentrum oder eine Hängematte zum Erleben einer völlig anderen «Nachtschicht» an einem Strand kombiniert worden.
Die Grundideen der Kampagne wurden im Rahmen eines gemeinsamen Workshops der Werbeagentur zusammen mit dem Auftraggeber Wigra entwickelt. Die ausgearbeiteten Inserate und Plakate der WellCom haben die uneingeschränkte Zustimmung aller Projektleiter der vier Ferienmessen gefunden. «Das ist unsere bisher schönste Kampagne», freut sich Daniel Wyss, Geschäftsführer bei der Wigra Expo AG in Zürich.
Anhaltende Nachfrage bei den Ausstellern
Die primären Zielsetzungen der Kampagne sind ein auffälliger und attraktiver Auftritt für die Bekanntmachung der Ausstellung. Das Interesse soll dabei auch bei potenziellen Besuchern mit anders gelagerten Interessen geweckt werden, die bisher nicht gerade in Scharen an die Ferienmessen gepilgert sind.
Als sekundäre Ziele wollen die Messeveranstalter mit dieser Kampagne ihr Branding stärken. Die Messen sollen sich als dynamischer Event profilieren und neben dem quantitativen auch ein qualitatives Wachstum bei den Besuchern erreichen. Mit anderen Worten: mehr Buchungen für Touroperators generieren.
Die «Fespo» feiert heuer in Zürich ihre 13. Ausgabe. Im letzten Jahr konnte diese grösste Publikumsferienmesse der Schweiz 70000 Besucher zählen.
Das Interesse hat sich somit «auf höherem Niveau konsolidiert», wie Daniel Wyss als Veranstalter meint. Vor allem auf der Ausstellerseite präsentiert sich die Nachfrage erfreulich und «sehr stabil». Publikumsmässig hoffen die Ferienprofis, dass die verführerisch in warmen Zonen angelegten Sujets der Werbekampagne in diesen kalten Tagen möglichst viel Lust auf kommende Ferien machen werden, denn die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

News: Hersant druckt mehr in NeuenburgDer französische Medienkonzern Hersant verlagert einen Teil seiner Druckaktivitäten nach Neuenburg.

News Hersant druckt mehr in NeuenburgDer französische Medienkonzern Hersant verlagert einen Teil seiner Druckaktivitäten nach Neuenburg. Der Schritt folgt aus der Übernahme des Verlagshauses Société neuchâteloise de presse (SNP) durch die Her

News Hersant druckt mehr in Neuenburg
Der französische Medienkonzern Hersant verlagert einen Teil seiner Druckaktivitäten nach Neuenburg. Der Schritt folgt aus der Übernahme des Verlagshauses Société neuchâteloise de presse (SNP) durch die Hersant-Tochter France Antilles. Sie investiert insgesamt 8 Millionen Franken in den Ausbau des Druckzentrums der SNP. Hersant druckt in Neuenburg ab sofort rund 20 Publikationen.
Scout24 erreicht Break-EvenDie Scout24-Gruppe, die europaweit Onlinemarktplätze für Autos, Immobilien, Stellen und weitere Bereiche betreibt, hat im 4. Quartal 2002 erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Die 1999 gegründete Firma mit Sitz in Baar erzielt im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 65 Millionen Euro. Für die Zukunft erwartet sie einen Ertragszuwachs und zweistellige Ebitda-Margen.

«Keine Win-Win-Situation»

Matthias Luchsinger zum Verlust von MTV an Goldbach Media

Matthias Luchsinger zum Verlust von MTV an Goldbach MediaCinecom-Chef Matthias Luchsinger, der die MTV-Vermarktung per 1. Januar an Goldbach Media verloren hat, weint dem Musiksender keine Tränen nach.Cinecom hat kein Glück mit jugendaffinen Medien: MTV verlässt die Cinecom bereits wieder.
Matthias Luchsinger: Zuerst einmal bedarf diese Aussage der Relativierung. Mit Kino und dem Magazin Close-up haben wir nach wie vor sehr viel Kompetenz bezüglich junger Medien. Deshalb kann man nicht sagen, wir hätten kein Glück mit jungen Medien.
Was, denken Sie, veranlasste MTV zum Wechsel zu Goldbach Media?
Luchsinger: Wir waren gegenüber MTV zu keinen finanziellen Garantien bereit. Gerade in der heutigen Zeit macht es keinen Sinn, sich auf solche Risiken einzulassen. Es zeugt auch nicht unbedingt von einem partnerschaftlichen Denken, wenn in so schwierigen Zeiten allzu weit gehende Garantieleistungen verlangt werden. MTV hat aus meiner Sicht für das Sendermarketing in der Schweiz viel zu wenig getan. Verloren geht dabei ja auch die Win-Win-Konstellation, die es aber braucht, damit eine Zusammenarbeit überhaupt attraktiv ist.
Cinecom scheint Mühe zu haben, sich neben Kino auch noch mit anderen Medien zu positionieren: Im Oktober 2001 war Kult weggegangen, vor einem Jahr dann Radio 105 und im Februar 2002 der Toaster, der damals eingestellt wurde.
Luchsinger: Wir haben 2001 den strategischen Entscheid gefällt, uns auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, auf die Vermarktung von Kino und TV sowie aufs Kinomagazin Close-up. In diesem Zusammenhang lösten wir uns auch von Radio 105. Der damalige Entscheid zu Gunsten des Kerngeschäfts hat sich bereits positiv ausgewirkt. Mit einer schlanken Organisation ist es uns gelungen, 2002 im Bereich Kino ein sehr gutes Resultat zu realisieren. Stolz sind wir auch darauf, dass wir sämtliche grossen Kinobesitzer unter Vertrag halten konnten – trotz Mediavision, die uns aus der Westschweiz Konkurrenz macht. Zudem haben wir es geschafft, sämtliche neuen Multiplex-Kinos der Schweiz unter Vertrag zu nehmen.
Andererseits will Cinecom ja aber ihr zweites Kerngeschäft, die TV-Vermarktung, voranbringen. Mit dem Weggang von MTV schrumpfen die TV-Umsätze nun wieder.
Luchsinger: Wir verlieren mit MTV lediglich 0,5 Prozent unseres Gesamtumsatzes. Und das können wir mit Sat 1 mehr als kompensieren. Denn bei Sat 1 verzeichnen wir ein sehr starkes Wachstum – dank Fussball und einem Ausbau des Programmfensters. Natürlich schauen wir uns auch nach neuen möglichen TV-Partnern um.
Ist Cinecom nun gezwungen, beim TV-Verkauf Personal abzubauen?
Luchsinger: Nein, denn wir haben bereits in den vergangenen drei oder vier Monaten für MTV nicht mehr auf grosser Flamme gekocht.
Interview: Daniel Schifferle

Muse & Musse: Alexander Jaggy

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?

Welche kulturelle Veranstaltung haben Sie zuletzt besucht?Musse & Musse:Alexander Jaggy
Alexander Jaggy: Die Kinder-Weihnachtsgeschichte in Illnau. Davor die Ausstellung «Wunderbare Werbe Welten» in Hamburg.
Was lesen Sie gerade?
Jaggy: Die Tagebücher von Kurt Cobain, weil er die Neunzigerjahre geprägt hat wie kaum ein anderer Künstler.
Welche CD hören Sie zurzeit mit Vorliebe?
Jaggy: Bob the Builder. Aber nicht wirklich freiwillig.
Welchen Kinofilm würden Sie am liebsten nochmals sehen?
Jaggy: «Cube», den ich am Kurzfilmfestival in Edinburgh gesehen habe. Eine Gruppe von Menschen ist in einem Kubus gefangen und versucht auszubrechen.
Bei welcher TV-Sendung sind Sie neulich eingeschlafen?
Jaggy: Ich schalte immer aus, bevor ich einschlafe. Aber bei «Benissimo» schalte ich aus.
Welches ist Ihre neueste Entdeckung im Internet?
Jaggy: Eine gepflegte Herrenhose auf www.bluewin.ch.
Worauf könnten Sie nie verzichten?
Jaggy: Aufs Internet.
Was machen Sie in einer freien Minute?
Jaggy: Arbeit, Sport und Spiel.
Liebe ist…?
Jaggy: …auch unverzichtbar.

Kopf der Woche: «In der Schweiz gibt es einesehr kultivierte Form von Grafik»

Herbert Winkler, Ex-Art-Director von Wallpaper,hat sich in Lausanne niedergelassen

Herbert Winkler, Ex-Art-Director von Wallpaper,hat sich in Lausanne niedergelassenKopf der Woche «In der Schweiz gibt es einesehr kultivierte Form von Grafik»
Überhaupt nicht gut stehe es um seine Französischkenntnisse, gibt Herbert Winkler unumwunden zu. Der ehemalige Mitstreiter von Tyler Brûlé hat es vor einem halben Jahr aber dennoch gewagt, sich in Lausanne niederzulassen. Der 35-jährige gebürtige Linzer leitet zusammen mit Caroline Brabeck-Letmathe, Tochter von Nestlé-CEO Peter Brabeck-Letmathe, die Schweizer Niederlassung von Section.d, die sich vorläufig in der Lausanner Privatwohnung seiner Geschäftspartnerin befindet.
Aus London zurückgekehrt, hielt es den auf die Gestaltung von Zeitschriften spezialisierten AD nicht lange in Wien. In der austriakischen Metropole gebe es zu wenig internationale Kunden, begründet er seinen Umzug an den Genfersee. Als Alternative hätte allenfalls Vorarlberg zur Diskussion gestanden. Und das meint der Designer durchaus ernst, hat doch Winkler dort eine eindrückliche Ansammlung international tätiger Firmen ausgemacht.
Für ihn sei die Schweiz wie eine grosse Stadt und Lausanne ein Stadtteil davon, liess sich der Designer kürzlich vernehmen. Winkler sieht hier im «Bassin lémanique» und im Raum Genf mit seinen internationalen Organisationen und Unternehmen grosses Potenzial. Dabei möchte er den direkten Kontakt zu den möglichen Kunden pflegen und nicht Zulieferer der ansässigen Werbeagenturen sein. Trotzdem hat er grossen Respekt vor dem helvetischen Schaffen: «In der Schweiz gibt es eine sehr kultivierte Form von Grafik», anerkennt er.
Er wäre auch nicht abgeneigt, sich in der Aus- und Weiterbildung zu engagieren, gesteht er. Im Moment müsse er aber aus Zeitmangel wohl darauf verzichten. Denn zwischendurch habe er in den Agenturen von Section.d in Deutschland, Österreich und Australien zum Rechten zu sehen. Die Gruppe umfasst insgesamt vier Bereiche: Section.d steht für design.communication, Section.e steht für newmedia.solutions, Section.p für corporate content & publishing und Section.a für art consulting.
Winkler und seine Geschäftspartner haben sich einem ehrgeizigen Leitbild verpflichtet: Sie wollen aus dem Anspruch heraus, das Leben reicher zu gestalten, kompromisslose Premium-Kommunikation und entsprechend kompromissloses Kommunikationsdesign schaffen. Was Winkler darunter versteht, lässt sich beim Blättern in der neuen Broschüre fürs Lausanner Luxushotel Beaurivage-Palace erahnen. Beau, so heisst das Magazin, will mehr sein als eine herkömmliche Hotel-Postille. Diesen prestigeträchtigen Einstieg ins Business made in Switzerland mag ihn ebenso gefreut haben wie 1998 die Auszeichnung der Society of Publication Designers in New York als Best Art Director.
Anita Vaucher

Ein Comic wirbt für die Schweiz.

Der Titel ist mässig originell, die Figuren kindlich und die Geschichte ein Mix aus der kleinen Meerjungfrau, Superman und Star Trek.

Der Titel ist mässig originell, die Figuren kindlich und die Geschichte ein Mix aus der kleinen Meerjungfrau, Superman und Star Trek. Trotzdem ist der Comic «Im Land das die Zukunft erfand» ein respektables Sammelsurium. Wo sonst findet man neben klimatischen Erklärungen, eine Anleitung für ein Fondue und Hintergrundinfos zur Schweiz? Entwickelt wurde das Magazin von Trio Communication Marketing SA im Auftrag von Präsenz Schweiz, einem Organ des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten. Zweck des Comics ist es, im Ausland Kenntnisse über die Schweiz zu vermitteln. Verteilt werden die 350000 Exemplare der ersten Auflage über die diplomatischen Vertretungen im Ausland. Alte Garde. Die neue Kampagne von Lowe für Orange, vorgestellt in der WerbeWoche Nr. 41 vom 14. November, ist auch bei Daniel Matter von Matter & Partner auf besonderes Interesse gestossen. «Ich freue mich unsäglich darüber, dass die Ideen der alten Garde offenbar noch heute nicht von gestern sind», schreibt er uns – und legt dem Brief eine Werbung aus dem Jahre 1988 bei. Damals sind genau gleiche Sujets vom ADC mit Bronze ausgezeichnet worden. Die Idee wurde bei Wirz kreiert, wo Matter damals Texter war. In der Tat, die Anzeige warb mit der genau gleichen Idee und einem fast identischen Text vor über zehn Jahren für Eurocard. Logisch, Orange gab es damals noch gar nicht.
Schweizer Tabakwerbeverbot soll 2004 in Vernehmlassung. Werbung für Tabakwaren soll auch in der Schweiz teilweise verboten werden. Nach dem Beschluss der EU-Gesundheitsminister will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun die entsprechende Reform des Lebensmittelgesetzes lancieren. Das BAG verfolge die Entwicklung in der EU seit Jahren, habe aber abgewartet, wie das Verbot schliesslich konkret umgesetzt werde, erklärte BAG-Chef Thomas Zeltner. Die Verabschiedung der EU-Richtlinie sei der Startschuss, die Gesetzesänderung anzupacken. Sie soll bis 2004 in die Vernehmlassung gehen. «Werbung am Verkaufspunkt soll zulässig bleiben, damit sich die Kunden auch über neue Marken und Produkte informieren können», sagte Zeltner und widersprach damit dem Argument, dass nach dem Tabak auch harmlosere Produkte der Bannstrahl treffen könnte. Tabak sei ein Sonderfall, weil er das schädlichste frei erhältliche Produkt sei.
Destination Extravagance. Redimensionierung bedeutet nicht per se Verkleinerung, sondern wird gelegentlich auch gegenteilig interpretiert. Zumal von Werbern. Dies begriff, wer vergangenen Dienstag NZZ, Bund, Basler Zeitung, Corriere del Ticino oder Le Temps zur Hand nahm. Diesen fünf Tageszeitungen lag ein zwölfseitiger Sonderbund der an allen Ecken und Enden Steuergelder sparenden Swiss bei. Mit diesem – von den Verlagen notabene voll verrechneten – Unterschriftenprospekt wollten sich 6000 Swiss-Mitarbeiter unter der Regie von Budgethalter Jung von Matt/Limmat bei der Schweizer Bevölkerung für deren Unterstützung bedanken. Herausgekommen ist dabei das genaue Gegenteil: Für manche Steuerzahler dürfte diese extravagante Aktion den Tatbestand der Veruntreuung von Staatsgeldern erfüllen. Aber das ist nun reine Interpretationssache.
Ringier geht mit Glückspost zum Friseur. Der Medienkonzern Ringier hat mit der Top Guide AG in Sempach eine Partnerschaft geschlossen. Top Guide lanciert im kommenden März die Lifestylezeitschrift Hair & Trends (H&T) mit den Schwerpunkten Frisurentrends, Informationen über Haut und Haar sowie Wellness und Prominenz. Das Ringier-Magazin GlücksPost wird für H&T im Auftrag von Top Guide einen Teil der redaktionellen Arbeit sowie Anzeigenverkauf, Produktion und Vertrieb erbringen. H&T soll zweimal im Jahr im Umfang von mindestens 76 Seiten erscheinen und der Glückspost beigelegt werden. Zusätzlich wird das Magazin im Einzelverkauf am Kiosk und im Direktversand vertrieben. Von der Gesamtauflage, die laut Projektleiterin Sari Simola 168000 Exemplare betragen werde, sind 138000 für den Huckepackvertrieb bestimmt, 10000 werden direkt an Zielgruppenadressen versandt. Die restlichen 20000 Exemplare gehen in den Kioskverkauf, wo H&T zum Preis von 8.50 Franken zu haben sein wird. Gedruckt wird das vierfarbige Magazin nicht auf Ringiers Rotationsmaschienen, sondern bei der Oberdorfer Druckerei in Österreich.
Aus dem Osten kommt das Licht. Orientalische Motive faszinieren nicht nur Kinder und Künstler. Aladins Wunderlampe oder Rimski-Korsakows schwelgerische Vertonung des Scheherezade-Stoffs aus «1001 Nacht» sind nur einige der vielen Aneignungen. Aber auch die Werbung liess sich von den Farben des Orients inspirieren. Das beweist ein Blick in die Vergangenheit: Von der Belle Epoque bis in die Dreissigerjahre bevölkerten Karawanen, Konkubinen, Kalifen und Kamele zahllose Plakate. Das Museum für Gestaltung in Zürich widmet seine Ausstellung Orientalistische Plakate diesem Thema. Zu besichtigen sind sie bei der Schweizerischen Nationalbank, Fraumünsterstrasse/Stadthausquai in Zürich – noch bis Februar 2003.
Stromgerecht. Es muss nicht alles anders, aber vieles besser werden. Unter diesem Motto hat die Zürcher Kommunikationsagentur Infel AG das Konzept für das von ihr herausgegebene Kundenmagazin Strom überarbeitet. Die Zeitschrift ist ein Gemeinschaftsprodukt diverser Energieversorger aus der Deutschschweiz, das in mehr als 24 verschiedenen Versionen mit regionalen Seiten erscheint. Ziel des Relaunches ist es, «mehr Unterhaltung, mehr Service und mehr Energiethemen ins Blatt zu rücken», wie Chefredaktor Peter Christoph von Infel erklärt. Das überarbeitete Magazin weist einen neuen Kopf sowie ein leicht grösseres Format auf. Strom erscheint viermal jährlich in einer Gesamtauflage von 1136450 Exemplaren.
Schweiz erhält Allianz gegen Werbeverbote. Der Verband Schweizer Werbung (SW) nimmt das EU-Werbeverbot für Tabakwaren «ohne allzu grosse Überraschung» zur Kenntnis. Es sei voraussehbar gewesen, dass dieses Verbot früher oder später durchgesetzt würde, heisst es in einem Communiqué. Um eine ähnliche Entwicklung in der Schweiz zu verhindern, wird zurzeit eine «Allianz gegen Werbeverbote» gegründet. Die Initiative geht von der SW und dem Gewerbeverband aus. Offiziell werde über die Allianz erst nach der Vorstandssitzung vom 11. Dezember informiert, erklärte SW-Sprecher Piero Schäfer gegenüber der WerbeWoche. Sie werde rund 20 Mitgliedsverbände umfassen. Dazu gehören der Schweizerische Verband für Aussenwerbung (SVA), die Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem), die beiden Werbeagenturverbände ASW und BSW, die International Advertising Association (IAA), der Verband Schweizer Presse, der Verband für Hotellerie und Restauration Gastrosuisse und der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

BaZ schnürt 5. Bund enger

Die Basler Zeitung (BaZ) erneuert auf 6. Februar ihren fünften Bund.

Die Basler Zeitung (BaZ) erneuert auf 6. Februar ihren fünften Bund.Das bisherige «Journal» mit breit gefächerter Themenpalette wird durch ein Konzept abgelöst, das auf die Themen AutoMobil, Digital, LebensArt und Wissen ausgerichtet ist. «Wir bieten den Kunden so ein thematisches Umfeld», sagt BaZ-Verlagsleiter Daniel Sommer. Mit welchen andern Projekten die Basler Mediengruppe durch die flaue Konjunktur steuert, lesen Sie ab Seite 16. (mk)

Ins beste Licht gerückt

Mit Boxx hebt Glas Trösch ihre Marktleaderstellung hervor

Mit Boxx hebt Glas Trösch ihre Marktleaderstellung hervorDramatische Abendstimmung in der Toskana. Ein Fenster blitzt. Die Überraschung ist perfekt, wenn der Betrachter der Anzeige erfährt, dass das sinnliche Glas aus der Schweiz stammt. Genauer: von Glas Trösch. Entsprechend den grandiosen Motiven der Imagekampagne strahlt der Claim «Mehr Licht. Mehr Leben» die Kompetenz des heimischen Marktführers aus. Anders als die übliche, technisch-kühle Leistungsschau in Form von Wolkenkratzern aus Stahl und Glas und nochmals Glas, wählte die Agentur Boxx eine emotionale Werbesprache, die eine behagliche Stimmung verbreitet. Stärkende Seelennahrung für die kränkelnde Baubranche. Seite 6

Zürcher Ausgehmagazine bauen um

NZZ Ticket und Züritipp, die Ausgeh-Beilagen von NZZ und Tages-Anzeiger, werden derzeit überarbeitet.

NZZ Ticket und Züritipp, die Ausgeh-Beilagen von NZZ und Tages-Anzeiger, werden derzeit überarbeitet.Das NZZ Ticket, das bisher in einem hippen Magazinformat daherkam, stellt per Februar auf Tabloid um. NZZ-Verlagsleiter Tobias Trevisan begründete dies mit «Nachteilen im Umbruch». Als Reaktion auf das von 20 Minuten geplante Wochenmagazin What’s up will er die Formatänderung nicht verstanden wissen. Es könne auch nicht von einem Relaunch die Rede sein, sagt er. Nur kleinere Optimierungen würden vorgenommen. «Gemäss unserer Leserstudie stösst Ticket auf ein sehr gutes Echo», sagt Trevisan.Grössere Veränderungen stehen indes beim Züritipp an. Der neue Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier verrät nur, dass der Name Züritipp beibehalten wird, ansonsten spricht er von einer «Weiterentwicklung, die dem Groove der Grossstadtzeitung besser entspricht», und davon, dass der neue Züritipp zu «einer der spannendsten Publikationen seiner Art» werde. Als Relaunchgrund gibt er die «bei Tamedia vorhandenen guten Ideen» an, eine Reaktion auf What’s up stellt auch er in Abrede. (mk)

Auf Individualität getrimmt

Media Focus offeriert ab Mitte 2003 eine flexiblere Statistik der Werbeausgaben

Media Focus offeriert ab Mitte 2003 eine flexiblere Statistik der WerbeausgabenNoch bevor die Wemf Details zu ihrer für 2003 angekündigten Werbeausgabenstatistik bekannt gegeben hat, antwortet die Konkurrenz bereits mit einer markanten Aufrüstung ihres Angebots: Die Bezüger von Media Focus sollen ab Mitte 2003 von stark verbesserten Services profitieren können.Gegenüber heutigen Diensten verspricht die von Media Focus in Zürich präsentierte Angebotserweiterung mehr Flexibilität und viel zusätzlichen Komfort. Massgeschneiderte Reports – mit beliebig vom Kunden definierten Parametern – können direkt online geordert werden. Und dies in Minutenschnelle. «Wir bieten die Fakten – die Kunden können damit frei nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen arbeiten», fasst Jens Windel, VR-Delegierter von Media Focus, die Neuerung zusammen.
Dem AIS der Wemf wird ein schwerer Stand vorhergesagt
Mit diesem hoch gerüsteten Angebot kommt Media Focus der AG für Werbemedienforschung (Wemf) zuvor. Diese hatte im Juli ihren Advertising Index Switzerland (AIS), eine eigene regelmässige Statistik der Werbeausgaben, angekündigt. Mit häufigerer und rascherer Datenpublikation versprach die Wemf einen Trumpf, der gegenüber dem monatlich erscheinenden Media Focus stechen sollte. An der Zürcher Präsentation wurden die angekündigten Angebotsverbesserungen von Media Focus mit umso mehr Wohlwollen aufgenommen. Die Wemf habe einen harten Brocken vor sich, wenn sie einem so nutzerfreundlichen System Paroli bieten wolle, lautete die überwiegende Meinung der anwesenden Branchenvertreter.
Media-Focus-Kunden werden zwischen drei Versionen des Datenbezugs wählen können: Einer Expertlösung (für tägliche Intensivnutzer), einer Standardvariante (entspricht dem heutigen Angebot) und einer Light-Version (günstigste Version). Wie tief die Kunden für die eine oder andere Variante in den Geldbeutel greifen müssen, konnte CEO Lukas Zihlmann noch nicht sagen.
Die Einführung der verschiedenen Versionen – neu neben Deutsch jetzt auch in Französisch und Englisch lieferbar – erfolgt gestaffelt. Die Expertversion soll spätestens Ende des ersten Semesters 2003 im Markt sein. Auf die Standard- und die Lightversion müsse man sich bis Ende 2003 gedulden. Bis dann bleibe die alte Version in der gewohnten Form im Angebot.
Auch Media Focus will ab nächstem Jahr auf kürzere Publikationszyklen setzen. Aber vorerst nur für TV und ein eingeschränktes Sortiment an Tageszeitungen (die 35 grössten Titel), deren Werte ab nächstem Jahr wöchentlich publiziert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt solle auch noch die Aussenwerbung für die wöchentliche Publikation erfasst werden.
Wemf und Media Focus reden über eine Zusammenarbeit
Zwischen Wemf und Media Focus herrscht trotz der neuen Konkurrenzsituation keine dicke Luft. Im Gegenteil: Media Focus begrüsst die von der Wemf anerbotene Zusammenarbeit im Rahmen der Werbeausgabenstatistik (WW 26/02). Es hätten bereits Gespräche auf Geschäftsleitungsebene stattgefunden. «Harmonisierung und Kompatibilität der Studien waren dabei wichtige Themen, aber wir schliessen auch eine Zusammenarbeit bei der Datenerhebung nicht aus», sagte Zihlmann. Wemf-Chef René Schmutz bestätigte diese Gespräche. Konkrete Beschlüsse seien aber noch keine gefasst worden.
Jens Windel zeigte sich gegenüber der angekündigten Wemf-Konkurrenz selbstbewusst. «Wir verfügen über zehn Jahre Datenbestand in der Schweiz. Die Wemf startet hingegen bei null.» Trotzdem nimmt Windel die Konkurrenzierung durch die Wemf sehr ernst. «Die Wemf ist in ausgezeichneter Ausgangslage, denn sie hat mit ihren Produkten bereits eine starke Position im Markt.»
Daniel Schifferle
Fahrplan der Wemf-Konkurrenz

Bis der Advertising Index Switzerland (AIS), die angekündigte neue Werbeausgabenstatistik der Wemf, breit genutzt werden kann, wird es 2004. So viel Zeit braucht das Hochfahren dieses komplexen Systems. Laut Wemf-Chef René Schmutz startet im Januar 2003 die Datenerfassung. Ab Mitte Jahr beginne man mit der Veröffentlichung. Bedient würden während der ersten sechs Monate allerdings nur die Medien sowie die Mediaagenturen. «Die Daten machen ja auch erst wirklich Sinn, wenn die Vergleichbarkeit über mindestens ein Jahr möglich ist. Das können wir frühestens ab Januar 2004 anbieten», so Schmutz. (dse)
Neues Prognose-Tool

Media Focus, das sich mit seiner Werbeumsatzstatistik bisher auf die Vergangenheit beschränkte, will jetzt auch in die Zukunft schauen. Zu diesem Zweck lanciert die Firma ab Anfang Jahr ein Prognose-Instrument, das die Vorhersage der Bruttowerbeausgaben zum Ziel hat. Wie schon das Neukonzept für die Werbeumsatzstatistik wurde auch dieses Tool von Nielsen Media Research in Deutschland entwickelt, wo es bereits im Markt angeboten wird. (dse)

Online-Kampagnen: SIZ

Ziel: Vermittlung von Transparenz trotz Informationsfülle und Aktualität trotz schnell wechselnder Inhalte.

Ziel: Vermittlung von Transparenz trotz Informationsfülle und Aktualität trotz schnell wechselnder Inhalte.SIZ Werbemittel: Internetseite. Einsatz: Bis auf weiteres.
Auftraggeber: Genossenschaft Schweizerisches Informatikzertifikat SIZ, Zürich; Verantwortung: Peter H. Albrecht, Bettina Weber. Werbeagentur: TBS Identity; CD: Christian Tobler; Beratung: Beat Aeschlimann; Design/Programmierung: Daniel Erdin, Davor Radisic.
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