Kopf der Woche: «Wir wollen schnellen und spannenden Journalismus betreiben»

Marco Boselli wird per 1. Januar Chefredaktordes neuen «Express»

Marco Boselli wird per 1. Januar Chefredaktordes neuen «Express»Kopf der Woche Marco Boselli wird per 1. Januar Chefredaktor des neuen «Express»
«Wir wollen schnellen und spannenden Journalismus betreiben»
Marco Boselli ist eine Kämpfernatur. Sich in gemachte Nester zu legen, fand der 37-Jährige schon immer langweilig. Was ihn reizt, ist risikoreiche Aufbauarbeit unter harten Wettbewerbsbedingungen. Kein Wunder also, dass er den angebotenen Chefredaktoren-Posten des neuen «Express» mit Handkuss angenommen hat. «Als Ex-Zeitungsjournalist konnte ich dem Lockruf nicht widerstehen», sagt Boselli, der noch bis im Dezember als stellvertretender Leiter von Tamedia Online tätig ist.
Den «Express» im kommenden Pendlerzeitungskrieg an vorderster Front zu vertreten, bezeichnet er als riesige Herausforderung. Allfälligen Scharmützeln blickt der in Mailand geborene und in Zürich aufgewachsene Boselli siegessicher entgegen: «Wir werden eine Zeitung machen, auf die das Haus inhaltlich und kommerziell stolz sein kann». Dass er sich bis Weihnachten gleichzeitig um die Online-Plattformen und das neue Produkt kümmern muss, mindert seine Euphorie in keiner Weise. «Momentan kämpfen wir uns durch einen Berg von 1000 Bewerbungen, um ein Team von Cracks und jungen Journalisten zusammenzustellen», erzählt Boselli. In den Weihnachtsferien wolle er sich dann doch eine Verschnaufpause gönnen und vor allem viel Zeit mit seinem vierjährigen Sohn Max verbringen, Freunde treffen, lesen und joggen. «Ab 5. Januar ist dann nur noch Express angesagt».
Nicht immer hat sich Boselli mit Leib und Seele den Medien verschrieben – ursprünglich wollte er seinen Lebensunterhalt als Tierarzt bestreiten. Als «desillusionierter Veterinärmedizinstudent» wechselte er an der Uni zu den Germanisten und Publizisten. Gleichzeitig sollte ein Rewriter-Job beim Blick helfen, das Taschengeld aufzubessern. Aus Zweck wurde Passion, aus Passion Erfolg: Mehrere Jahre war Boselli Nachrichtenredaktor beim Blick, nach einjährigem USA-Aufenthalt arbeitete er sich zum Leiter des Magazinbunds und Mitglied der Chefredaktion des SonntagsBlick empor. «Von Anfang an faszinierte mich der Prozess des Filterns und Aussendens», begründet er den Spass am Newsjournalismus. 1999 erfolgte der Wechsel zu Tamedia, wo er als Leiter von Partnerwinner.ch Kuppler spielte. «Als Budgetverantwortlicher ein Start-up zu begleiten und alle Geschäftsfelder kennen zu lernen, war eine grosse Herausforderung», kommentiert er den Schritt zum elektronischen Medium.
Seine Vergangenheit auf dem Zeitungs-Boulevard sieht Boselli heute als Vorteil: «Ich habe gelernt, Geschichten schnell auf den Punkt zu bringen und unter hohem Druck zu arbeiten». Dieses Know-how werde nun auch dem «Express» zu Gute kommen. Dazu verrät aber Boselli nur so viel: «Wir werden einen schnellen und spannenden Journalismus betreiben.» Carole Koch

Online-Kampagnen: UBS

Ziel: Aufbau des Bekanntheitsgrads von UBS Finanzberatung sowie deren umfassenden Dienstleistungen.

Ziel: Aufbau des Bekanntheitsgrads von UBS Finanzberatung sowie deren umfassenden Dienstleistungen.UBS Werbemittel: Expandible Streambanner (Videostream). Einsatz: November.
Auftraggeber: UBS AG, Zürich. Mediaagentur: BG Media Zürich; Gianni Abner; Planung/Beratung: Adlink Internet Media AG, Zürich; Pierino Simonelli.

Online-Kampagnen: GE-Capital Bank

Ziel: Steigerung der Online-Kreditanfragen.

Ziel: Steigerung der Online-Kreditanfragen.GE-Capital Bank Werbemittel: Zwei Banner. Einsatz: Erste Welle im November, zweite Welle im Dezember.
Auftraggeber: GE Capital Bank, Brugg. Mediaagentur: BG Media Zürich; Gianni Abner. Planung/Beratung: Adlink Internet Media AG, Zürich; Pierino Simonelli.

MBO bei Hitradio Z?

Kadermitarbeiter von Hitradio Z versuchen offenbar

Kadermitarbeiter von Hitradio Z versuchen offenbar, den zum Verkauf stehenden Sender via Management Buy-out (MBO) mit Hilfe von Investoren aus der Goldbach Media herauszulösen. Zu den Drahtziehern dieses Kraftakts gehört Geschäftsführer Daniel Deicher, der allerdings auf Anfrage keine Stellung nehmen wollte. Das Kaderangebot scheint noch nicht zu stehen. Doch liegen auch keine sonstigen Top-Offerten vor. Jedenfalls verschickte Goldbach-CEO Klaus Kappeler noch am Wochenende Unterlagen. Goldbach-Sprecher Paul Riesen stellte in Aussicht, dass «noch vor Ende Jahr» eine Lösung präsentiert werde. (mk)

Kopf der Woche: «Mein Anspruch ist es, im Stress den Fokus nicht zu verlieren»

Peter Zeller ist seit Anfang November Managing Director von Euro RSCG Partner, Zürich

Peter Zeller ist seit Anfang November Managing Director von Euro RSCG Partner, ZürichKopf der Woche «Mein Anspruch ist es, im Stress den Fokus nicht zu verlieren» Peter Zeller verfügt über ein hohes «Grundselbstvertrauen». Nach seiner Definition ein Sicherheitsnetz, das ihn Rückschläge als Lernschritte annehmen lässt. «Deshalb falle ich nicht so schnell um», folgert der 33-Jährige. Zu verdanken habe er diese Charaktereigenschaft seinem familiären Background, ebenso die Fähigkeit, vernetzt zu denken, ohne dabei die Hauptsache aus den Augen zu verlieren.
Auf diesen «Initialprägungen» hat Zeller seine Karriere aufgebaut. «Mein Erfahrungsschatz ist wie ein Schneeball, der immer schneller wächst», verdeutlicht er. Mittlerweile scheint dieser in etwa den Umfang einer Lawine angenommen zu haben, beförderte er doch Zeller aus der Kommunikationsleitung von Swiss in
die Geschäftsführung von Euro RSCG Partner, Zürich. «Hier bietet sich mir die Chance, in einem positiven und professionellen Umfeld etwas zu bewegen», kommentiert er den Wechsel.
Dass Zeller in der Werbung gelandet ist, nennt er einen «strukturierten Zufall»: Nachdem ein Verwandter den angehenden KV-Lehrling auf die Branche aufmerksam gemacht hatte, trat er eine Lehrstelle bei Aebi & Partner an. Ein «ideales Biotop», in dem sich der junge Zeller verwirklichen wollte. «Zudem sind damals viele Kollegen – heute grosse Namen der Branche – zu Inspirationsquellen und Messlatten geworden.»
Unter diesen Voraussetzungen gestalteten sich Zellers Laufbahn und seine parallele Ausbildung zum Marketingleiter «ganz natürlich»: Nach dem Lehrabschluss und einem Aufenthalt im Hause BBDO London wechselte Zeller zu MLS/Leo Burnett. Als Account Director betreute er später Kunden von GGK Basel und Advico Young & Rubicam, wo er zuletzt als Group Account Director fürs Mandat der Swissair verantwortlich war.
Einmal Höhenluft geschnuppert, entwickelte er den Wunsch, «vom übersichtlichen Umfeld einer Agentur in einen internationalen Grosskonzern zu wechseln». So erfolgte 1998 Zellers Wechsel zu Swissair/Sabena,
deren Berg-und-Tal-Fahrt er als Kommunikationsleiter ebenso begleitete wie auch den Start von Swiss. Im Sinne von «control what you can control» habe er sein direktes Umfeld positiv zu beeinflussen versucht. «Mein Ziel ist in solchen Stresssituationen, den Fokus nicht zu verlieren», sagt Zeller heute.
Am meisten zu schaffen machte dem zweifachen Vater der Spagat zwischen Karriere und Familie, als er die Firma zwei Jahre in Brüssel vertreten musste. Den im September erfolgten Absprung habe er geistig schon früher vollzogen – allen Gerüchten eines Eclats zum Trotz. Zeller lässt sich auf jeden Fall nicht
aus der Fassung bringen: «Nur wer persönlich mit mir zu tun hat, kann sich ein richtiges Bild machen.» Carole Koch

Gut gerülpst, Bock!

Für das neue Szenebier Calanda Viva braut Ruf Lanz eine tierische Launchkampagne

Für das neue Szenebier Calanda Viva braut Ruf Lanz eine tierische LaunchkampagneIn den Bündner Bergen gehts rund zu und her. Den Grund dazu liefert Heinekens Churer Sudhaus. Dort entsteht das neue Draft-Bier Calanda Viva. Aber Obacht: Nicht unbeaufsichtigt herumstehen lassen, denn es hat unübersehbare Folgen für diebische Mittrinker, auch in der Fauna. Kein Wunder, rülpsen schon die Steinböcke, tänzeln leichthufig die Gämsen. Mit der für Ruf Lanz üblichen humorvollen Geschichte soll das Bier junges Szenevolk, Marktanteile und -volumen gewinnen. Seite 12

Online-Marketing: Clariant

Ziel: Demonstration der vielfältigen Technologien und Prozesse von Clariant Pharmaceuticals anlässlich der Analystenkonferenz «Clariant meets Investors 2002» in Frankfurt am Main.

Ziel: Demonstration der vielfältigen Technologien und Prozesse von Clariant Pharmaceuticals anlässlich der Analystenkonferenz «Clariant meets Investors 2002» in Frankfurt am Main.Clariant Werbemittel: POI-Installation, basierend auf Flash MX. Einsatz: 25. und 26.November, anschliessend Überführung in www .clariant.com.
Auftraggeber: Clariant LSE (UK) Ltd, Sandycroft, UK. Onlineagentur: Assai Interactive AG, Zürich; Account Management: Ursula Stalder; Beratung: Damian Drozd; CD: Stefan Dätwyler; Flash-Programmierung: Peter Landolt.

Drinks am See & im Schnee

Aids-Hilfe beider Basel Ziel: Abbau der Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-Betroffenen in der Region Basel. Aufmerksamkeit und Akzeptanz durch Einsatz von solidarischen Basler Prominenten als Sympathieträger. Werbemittel: B4-Plakate. Ein

Von Beat FritschEinen festen Platz in des Werbers Veranstaltungsagenda nimmt jeweils der Wirz-Cocktail ein. Die Veranstaltung der Wirz-Gruppe generiert jeweils mit sorgfältiger Themenwahl und hochkarätigen Diskussionsteilnehmern ein breites Publikum aus allen Bereichen der Kommunkationsbranche.Über 300 Gäste verfolgten die spannenden Diskussionen auf der Bühne des «Lake Side Casino Zürichhorn» und sorgten selbst für ebensolche Begegnungen beim anschliessenden Apéro. Wirz-Werbung-CEO Geri Aebi traf beispielsweise Schwager Hans Rudolf Schuppisser, Vizedirektor beim Arbeitgeberverband. Werner Schaffhauser, früher CEO bei Triumph, sinnierte mit Wirz-Werbung-VR-Präsident Hans Ulrich Schweizer über die Zeiten, in denen die Triumph-Werbung – weil bei Wirz erdacht – noch herausragend war.
Jost Wirz wiederum, VR-Präsident der Wirz Partner Holding, sah sich voll ausgelastet mit der Betreuung seiner VIPs, darunter Gäste wie Migros-Marketingleiterin Gisèle Girgis-Musy, die designierte Ringier-Konzernsprecherin Eva Keller, NZZ-Anzeigendirektor Marcel Kohler, VBS-Informationschef Oswald Sigg, Advokat Sigi Feigel oder APG-Generaldirektor Christian Kauter, um nur einige wenige zu nennen. Und weil die Bewirtung am Wirz-Event jeweils recht grosszügig ausfällt, dürften sich die meisten Gäste auch den nächsten Cocktail nicht entgehen lassen.
War da nicht noch was? Ach, ja… zur Eröffnung der Ski- und Snowboardsaison in Davos zeigte sich das Wetter von der besten Seite. Wie bestellt, gabs zuerst Neuschnee und danach prächtiges blauweisses Bergwetter. Den lange erwarteten Sonnenschein genoss auf der Terrasse des «Châlet Güggel» Matthias Schröder von Schröderpartners, der am Wochenende in Davos Zwischenhalt machte. Auf seinem Programm stand diese Woche ein Shooting mit Fotograf Patrick Stumm in St.Moritz.
Im Après-Ski auf der Bolgen sah man aber auch Werberin Tanja Barlogis. Und die Vorstandsmitglieder des Verbands Idée – VfW (Verein für Werbekommunikation), die allerdings zum Arbeiten nach Davos gekommen waren. Das Führungsgremium des Werbervereins hielt seine jährliche Vorstandsklausur im Landwassertal ab. Man habe für das nächste Jahr neben den bestens eingeführten Events wie Werbercurlingturnier und Jazzkonzert einige neue Veranstaltungen geplant, war von Natalie Schneider vom Idée-Vorstand zu hören. Da die Klausur aber nicht nur aus harter Arbeit bestand, waren die anwesenden Vorstandsmitglieder Sandra Haldi, Heinz Egli, Markus Marchel, Kilian Gasser sowie Ursi und Peter Grob von der Idée-Geschäftsstelle natürlich ab und zu auch in Ausgang und Après-Ski anzutreffen. Marchel und Gasser soll es dabei die berüchtigte Davoser «Ex-Bar» ganz besonders angetan haben.
Ebenfalls zum Arbeiten in die Berge gekommen war SonntagsBlick-Verlagsdirektor Bruno Blaser. Er begrüsste über tausend Langläufer zur traditionellen SonntagsBlick-Langlaufwoche. Diese stand heuer allerdings nicht unter Petrus’ Patronat. Bereits am Montag waren grüne und braune Flächen zu sehen, wo kurz zuvor noch ideale Schneeverhältnisse geherrscht hatten. Ein Föhneinbruch putzte die weisse Pracht so rasch weg, dass die meisten Langläufer zur Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit auf Jogging umstellen mussten.
Beat Fritsch

holte sich ein Stück geistige Nahrung am Wirz-Cocktail, wo sich auf der Bühne jeweils Politiker, Wirtschaftsleute und Intellektuelle mit Worten duellieren. Der Anlass fand im «Lake Side Casino Zürichhorn» statt, das sich diesen Herbst als Hauptaustragungsort für Werberanlässe aller Art herauskristallisierte und so einigen anderen Locations den Rang abgelaufen hat. Das, obwohl Food- und Getränkeangebot an den «Lake Side»-Anlässen noch nicht ganz über alle Zweifel erhaben sind. Allerdings ist von Event zu Event eine Steigerung festzustellen.
Wer sich sonst zu gescheiten Diskussionen, gepflegten Apéros oder wilden Werbefeten trifft, wird an den verschiedensten Branchenveranstaltungen geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und gelegentlich auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

Kid-Kult statt Kid-Schrott

Mit einer Line Extension will Rainer Kuhn den Kinderwerbemarkt aufrollen

Mit einer Line Extension will Rainer Kuhn den Kinderwerbemarkt aufrollenVon Stefano Monachesi Kult erhält ein Schwesterchen: Im Dezember lanciert Ex-Werber Rainer Kuhn das Gratismagazin KinderKult. «Wissenswertes in attraktiver Form» soll Kindern darin vermittelt werden. Werbung gehört auch dazu.
«Kinder bezahlen für Marketing. Sie bezahlen mit ihrer Sicherheit, ihrer Gesundheit, ihrem Wohlbefinden und ihren Familienbeziehungen.» Mit diesen Worten beschwor eine Vereinigung von Pädagogen, Gesundheitsexperten und Jugendpolitikern die damaligen Präsidentschaftskandidaten Al Gore und George W. Bush, Kindermarketing Grenzen zu setzen.
Gemäss dieser Vereinigung geben US-Firmen jährlich zwölf Milliarden Dollar für Werbemassnahmen aus, die sich nur an Kinder richten. Das Center for a New American Dream hat deshalb 115 Tipps von Eltern gesammelt, wie man Kinder vor übertriebenem Konsum schützen kann. Nummer eins: «Werden Sie den Fernseher los!»
Kindermarketing wird meist mit TV-Spots gleichgesetzt. Die Konzentration auf das Fernsehen hat ihre Gründe: «Jüngere Kinder lesen leider wenig», erklärt Petra Kreussler, Geschäftsführerin von The Generation Media. «Man erreicht sie über Bilder, vor allem bewegte.» Das Angebot an Printmedien für Kinder – jenseits von Comics – ist entsprechend dünn.
Dieser Mangel ist auch Kult-Herausgeber Rainer Kuhn aufgefallen. «Heute fehlen gute Magazine für Kinder», schreibt er in einer Pressemitteilung. «Was den Kindern im Bereich Zeitschriften so vorgesetzt wird, ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ziemlicher Schrott.» Zusammen mit dem Winterthurer Werber Fredy Heritsch lanciert er darum KinderKult, quasi als kleines Schwesterchen seines Lifestyle-Gratismagazins.
Vom grossen Bruder erbt KinderKult nicht nur die Marke, sondern auch die Gestaltung und das Konzept prominenter Autorinnen und Autoren.
Pädagogische Kompetenz muss Kuhn noch beweisen
Kult für Kinder? «Als wir erstmals davon hörten, haben wir intern gewitzelt, dass die Märchen sicher mit ‹Es war einmal eine kleine Schlampe› anfangen würden», erzählt Petra Kreussler. Immerhin ist Kult als Partymagazin mit deftiger Sprache, derben Zoten und Fokus auf Sex, Drugs and Rock’n’Roll bekannt geworden. Davon distanziert sich Rainer Kuhn aber mittlerweile.
Die Berichte aus der Partyszene wurden aus dem neu gestalteten Heft verbannt. Seit gut einem halben Jahr versteht sich Kult als «Lifestylemagazin aus der Sicht der Popliteratur und Fotografie». Auf diesem neuen Konzept baut KinderKult auf. Dieser Weg wird auch von Kreussler befürwortet: «Nachdem ich erste Layouts gesehen habe, muss ich sagen: Das sieht nicht schlecht aus und könnte funktionieren – wenn die Ausrichtung auf Kinder konsequent durchgezogen wird.»
Gute Chancen für KinderKult sieht Jugendmarketingexperte Filippo Muscara. Viele Unternehmen wollten zurzeit im Kindermarketing etwas bewegen, meint der Geschäftsführer der Werbeagentur Versus Youngzone. Dazu fehlten ihnen aber qualitativ befriedigende Medien: «Da gibt es Junior: Das ist sehr altbacken und wirkt abgestanden. Dann Maky: noch altbackener. Die Werbetreibenden inserieren dort nur, weil sie keine andere Möglichkeit haben.» Aber Muscara befürchtet ebenfalls eine «kleine Diskrepanz» zwischen der Idee eines Kindermagazins und dem Image von Rainer Kuhn und von Kult.
Ins selbe Horn stösst Mediaexperte Peter Döbeli, Partner bei Konnex AG. Für ihn ist eine gut gemachte Alternative zum gegenwärtigen, eher mageren Angebot an Kindermagazinen willkommen. Nötig sei aber ein pädagogischer Hintergrund. Döbeli: «Dass Rainer Kuhn hier die erforderliche Kompetenz mitbringt, muss er noch beweisen.»
Der pädagogische Hintergrund von KinderKult beschränkt sich im Wesentlichen auf die Erfahrung seiner Macher als Eltern. Er denke nicht, dass ein Kindermagazin unbedingt Ansprüche erfüllen müsse, die von Lehrer- und Verbandskreisen aufgestellt werden, sagt Kuhn. Mit der Stiftung Wunderlampe als Partner kann er immerhin auf eine Kooperation in diesem Bereich verweisen. Die Stiftung erfüllt kranken Kindern Herzenswünsche und wird künftig darüber in KinderKult berichten. «Wir wollen Kinder zeigen, denen es nicht so gut geht, aber nicht dramatisch, sondern in einem positiven Umfeld», erklärt Stiftungsratsmitglied Ronald Haug, dessen PR-Agentur Büro 10 zugleich die Pressearbeit für KinderKult koordiniert. Weiteren Einfluss auf den Inhalt des Magazins nimmt die «Wunderlampe» aber nicht.
Rainer Kuhn betont, dass KinderKult ein persönliches Anliegen sei und nicht in erster Linie ein Werbemedium. Selfmade-Pädagogik findet sich denn auch in seinem Anzeigenkonzept: KinderKult wird ausschliesslich doppelseitige Inserate enthalten, um sie für den kindlichen Verstand optimal vom redaktionellen Inhalt zu trennen. Damit stösst Kuhn aber wieder auf Unverständnis bei der Werbebranche: «Entweder man steht zur Werbung, oder man macht keine», meint Kreussler. Anzeigen, die verschämt zwischen Doppelseiten vor den Kindern «versteckt» werden, dürften Auftraggeber wenig begeistern.
Singen mit Legler

KinderKult erscheint erstmals Anfang Dezember und richtet sich an 6- bis 10-Jährige und deren Eltern. Geplant sind sechs Ausgaben pro Jahr. Das kleinformatige Magazin umfasst 100 Seiten und wird mit 25000 Exemplaren an 600 kinderaffinen Verteilstellen gratis aufgelegt. Die meisten Beiträge stammen von Prominenten: Betty Legler stellt Musikinstrumente und Lieder zum Nachspielen vor, Ilona Hug bastelt mit Kindern, und Susi Utzinger schreibt über Tiere. Statt Fotostrecken wie in Kult sind Kinderzeichnungen vorgesehen. In Zusammenarbeit mit Universal Music druckt KinderKult zudem Märchen zum Vorlesen, die auch auf CD erhältlich sind.

Top Ten der Schweizer Kreativagenturen 2002

AY&R Publicis Wirz McCann- Euro RSCG Ruf Lanz Lowe Matter & Weber Jung von (inkl. (inkl. Fisch Erickson Switzerland (inkl. Lowe Partner Hodel Matt/ Exxtra) Meier Direkt) (ZH/GE) Direct) Schmid Limmat

AY&R Publicis Wirz McCann- Euro RSCG Ruf Lanz Lowe Matter & Weber Jung von (inkl. (inkl. Fisch Erickson Switzerland (inkl. Lowe Partner Hodel Matt/
Exxtra) Meier Direkt) (ZH/GE) Direct) Schmid Limmat
Rang 2002 (2001) 1 (1) 2 (2) 3 (6) 4 (3) 4 (–) 6 (–) 7 (8) 8 (–) 9 (5) 10 (7) Cannes (6) Gold (4)   
www.canneslions.com Silber (3)   1
Bronze (2)
Shortlist (1)   5   7   1   1      1   3   
Clio (USA) (6) Gold (4)   1 www.clioawards.com Silber (3)
Bronze (2)      
Shortlist (1)   1   1   1   1   1   2   1
ADC Schweiz (5) Gold (4)   3   2   2         1 www.adcschweiz.ch Silber (3)   9  10   3   1   1   1   1   1   1
Bronze (2)  29  32  14   7   6  14   8   7  13   4
ADC of Europe (5) Gold (3)   1 www.eurocreative.net Shortlist (1)   5   3   
London Festival (4) Gold (3)    www.liaawards.com Shortlist (1)   8   2      4   2
New York Festival (4) Grand Award (4)   1       www.nyfests.com Gold (4)   1   1   2    2
Silber (3)         2
Bronze (2)   2   1      1
Finalist (1)   3   2   1   3   5      2   1   3
ADC New York (4) Gold (4)   1 www.adcny.org Silber (3)
Distinctive Merit (2)   
Merit (1)
Die Klappe (D) (3) Gold (4) www.kommunikationsverband.de Silber (3)   
Bronze (2)      1
Finalist (1)   1   1
Eurobest (3) Winner (3)   1 www.eurobest.com Finalist (2)   3   7   1   2   4   1   3   3   1
Epica (F) (3) Winner (3)   1   1   1    www.epica-awards.com Finalist (2)      3   1   3   3   1
Edi (2) www.edinet.ch Edi (3)   2   1   1   1
Das Goldene Ohr (2) Gold (3)   1    www.radioday.ch Silber (2)   1      
Bronze (1)   1      1
Effie (1) Gold (4)   5 www.bsw.ch Silber (3)   3   1
Bronze (2)   3 1         1
DM-Preis (1) Gold (4)      1      2   2 www.dm-preis.ch Silber (3)   4   2   1
Bronze (2)   4   3   1
Gesamt Total 747 725 298 192 192 187 167 158  145  97

Dahinter steckt immer eine Behörde

McCann-Erickson exportiert mit ITU Schweizer Werbung in alle Welt

McCann-Erickson exportiert mit ITU Schweizer Werbung in alle WeltOb einer ein SMS schickt, eine E-Mail empfängt oder dem Kind beim Steuern des fernbedienten Autos hilft – die International Telecommunication Union (ITU) in Genf machts möglich: Von der Calvinstadt aus standardisiert, regelt und fördert die Organisation der Vereinten Nationen weltweit technologische Infrastrukturen. Trotz ihrer Bedeutung als Schnittstelle zwischen privaten Unternehmen und staatlichen Behörden und ihrer Tätigkeiten im komplexen Kommunikationsbusiness ist die Organisation kaum bekannt. Ein tristes Image, wenn man bedenkt, welche rasant wachsende Bedeutung Telekommunikation seit jenem 24. Mai 1844 erhalten hat, als Samuel Morse seine erste Botschaft über einen Telegrafen schickte.
Mit einer internen Umstrukturierung wollten die Verantwortlichen bei ITU einen Kommunikationsauftritt realisieren, der nach aussen und nach innen wirken sollte. McCann-Erickson, Genf, gewann den Etat in einem Pitch. Die Hauptaufgaben der Kommunikation löste das internationale Kreativteam um CD Timo Kirez mit dem Claim: «Helping the world communicate.» Insbesondere ging es darum, Bekanntheit über die Fachkreise hinaus zu erlangen und die ursprüngliche Mission in den Mittelpunkt zu stellen. Dass der von Blood Sweat & Tears realisierte TV-Spot und die Inserate in ihrer Kreativität per se keine neuen Massstäbe setzen, dessen ist sich Kirez bewusst. «Dafür sind wir umso stolzer, dass endlich wieder einmal eine bildstarke Schweizer Kampagne global zum Einsatz kommt», sagt er. Und damit hat Kirez nicht ganz Unrecht. Luca Aloisi

Online-Marketing: Rivella

Ziel: Winterpromotion, die insbesondere eine junge, trendbewusste Zielgruppe sowie Schneeliebhaber ansprechen soll.

Ziel: Winterpromotion, die insbesondere eine junge, trendbewusste Zielgruppe sowie Schneeliebhaber ansprechen soll.Rivella Werbemittel: Banner, WAP, Print, POS- Material. Einsatz: Seit November bis Ende Januar.
Auftraggeber: Rivella AG, Rothrist; Verantwortung: Catrin Wetzel, Product Manager. Beratung/Vermittlung: Publimedia Webadvertising AG.
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