Bei Sonnenaufgang wird alles billiger

Telekommunikation Sunrise nimmt Abschied von aggressiver Preiskampfwerbung und lässt sich von Wirz Werbung als Fullserviceprovider positionieren.

Telekommunikation Sunrise nimmt Abschied von aggressiver Preiskampfwerbung und lässt sich von Wirz Werbung als Fullserviceprovider positionieren.Der Telekommunikationsanbieter Sunrise hat bei seiner Markteinführung in der Schweiz auf der Überholspur geworben. Die Folge davon: Sunrise hat es schnell einmal hinter Swisscom und vor Orange auf Platz 2 in der Hackordnung der Telecomgesellschaften in der Schweiz geschafft. Der Nachteil: Heute wird Sunrise in der Öffentlichkeit von vielen als «zu jung» wahrgenommen. Sunrise gilt lediglich als preisaggressiver Mobilfunkanbieter. Schlimmer noch: Beinahe vergessen geht die Tatsasche, dass Sunrise neben Swisscom der einzige echte Fullserviceprovider in der Schweiz ist. Sunrise will sich öffnen
Um dieses Image zu korrigieren, greift der zum Mobilfunkkonzern Tele Danmark gehörende Anbieter – er wurde im November 2000 mit Diax fusioniert – tief in die Tasche. «Man hat sich grundsätzliche Gedanken gemacht über eine leichte Umpositionierung», meint Norbert Egli, Head of Marketing Communications von Sunrise/TDC Switzerland. Für die Agentur Wirz Werbung wurde demnach der Auftrag formuliert, dass Sunrise «sich öffnen» soll.
Die neue Kampagne will zeigen, dass Sunrise nicht nur ein Billigprovider ist, sondern für seine Kunden ein umfassendes Angebot bereithält. Dazu gehören nebst dem Mobilfunkbereich auch die Festnetztelefonie sowie das Internet. «Die Marke ist erwachsener geworden», meint Egli. Das bisher jüngere Publikum soll deshalb altersmässig durchmischt werden. Zielgruppe sind für Sunrise jetzt junge Familien. «Breiter, netter und kundenfreundlicher», heisst somit die neue Devise. Natürlich soll der Preis, immer noch eine Stärke von Sunrise, eine wichtige Argumentationsstütze bleiben.
Wirz hat die Aufgabe mit einem Image-Film gelöst, der mit dem Claim «Always a smile» bewusst etwas konventioneller gestaltet worden ist als die übliche Telecomwerbung. «Die Herausforderung bestand darin, für die vielen Messages ein Gefäss zu finden», erklären Thomas Kurzmeyer und Thomas Bolliger.
Ein BilderkaleidoskopDie beiden Wirz-CDs haben sich für einen 58 Sekunden langen TV-Spot entschieden. Der reiht mit schnell verständlichen Symbolbildern sämtliche Dienstleistungen von Sunrise wie eine Perlenkette aneinander. Die Szenen zeigen etwa einen Windsurfer am Meer – mit der dazu passenden Texteinblendung «Schneller surfen dank günstigem ADSL».
In einer anderen Szene sitzt eine Frau entspannt vor ihrem Laptop: «Flexibel arbeiten, wo und wie Sie wollen.» An einer Party werden von Jugendlichen MMS via Handy verschickt, dazu der Text: «Alles teilen zum besten MMS-Tarif in der Schweiz.» Zum Thema Fixnet liegt eine Frau auf dem Sofa und telefoniert. Dazu die Erklärung: «Länger plaudern mit tiefen Preisen.»
Wichtig ist natürlich auch der Hinweis auf die Nummernportabilität. Symbolisiert wird die «Mitnahme» der alten Handynummer mit einem Leibchentausch zwischen zwei Fussballspielern. Weitere Szenen illustrieren das mögliche Roaming mit Sunrise in über 130 Ländern, die Prepaid Card oder das Sunrise Call Center. Mit diesem findet der Spot seine Schlusseinstellung zum Text «Herzlich willkommen bei ihrer kundenfreundlichen Sunrise». Darauf folgen das Logo und der neue Claim «Always a smile».
In der Breite liegt die Würze«Es kann nicht alles im Detail erklärt werden. Es soll aber der Gesamteindruck entstehen, dass das Angebot von Sunrise sehr breit ist», fasst CD Kurzmeyer den Spot zusammen. Stilistisch würde er den Film unter der Rubrik «saubere konservative Werbung» ablegen. «Was man kennt, soll mit einem leichten Twist gezeigt werden.» Durchschimmern soll ebenfalls «eine nette, freundliche Welt». Gesucht war zudem ein farbiger, freundlicher Stil, der auch ein bisschen mit der Idee von Sonnenlicht kokettiert. «Die Sonne soll den Betrachter anstrahlen, ohne dass ein penetranter Sonnenaufgang gezeigt wird», meint Wirz-Beraterin Susan Baumgartner.
Aus diesem Grund wurde der Spot in Südafrika gedreht. Viele kleine Lichtspiele finden sich immer wieder in den auffallend schön gestylten Szenen. Am Kap der Guten Hoffnung sind auch die Bilder für neun weitere Spots aufgenommen worden sowie über 30 Bildmotive zu verschiedenen
Details der Sunrise-Produkte und -Dienstleistungen. Diese Kurzspots und Anzeigen sollen in einer späteren Phase die Imagewerbung in verschiedenen Formen weiterführen – mit einzelnen Geschichten, die zusammengehängt die ganze Sunrise-Welt aufzeigen. Die in Südafrika realisierten Bilder sollen auch in Broschüren und Plakaten Verwendung finden. «Wir produzierten diese Kampagne in einer Art Baukastensystem», meint Susan Baumgartner.
Das Shooting wurde damit zu einer «der aufwändigsten Produktionen der Schweiz in diesem Jahr», sind die Wirz-Werber stolz. Regie beim Projekt führte das aus England stammende Talent Jörn Threlfall. «Ein Mann», so die Wirz-Werber, «den sich in ein paar Jahren nur noch wenige leisten können.» Hinter der Kamera stand Frazer Taggert, der sonst auch Spielfilme oder Nike-Commercials dreht.
Der neue Sunrise-Spot wird im TV gezeigt und kommt zudem in einer eigenen Version in die Kinos sowie bei den Sunrise-Kino-Openairs zur Aufführung.
Aufwändig gedrehte Kino- und TV-Spots reihen die Angebote von Sunrise mit einem Bilderkaleidoskop aneinander.
Telekommunikation Mit einem Lächeln auf den Lippen konzipierte Wirz für Sunrise eine neue Imagekampagne. >> Seite 7
Andreas Panzeri

Publicis mag Surimi

Die Zürcher Werbeagentur Publicis betreut nach einem Pitch neu das Budget von Coraya. Unter dieser Marke produziert die französische Firma Cuisimer eine Palette von Fischprodukten, unter anderem Surimi. Coraya-Surimi werden in der Schweiz seit über z

Die Zürcher Werbeagentur Publicis betreut nach einem Pitch neu das Budget von Coraya. Unter dieser Marke produziert die französische Firma Cuisimer eine Palette von Fischprodukten, unter anderem Surimi. Coraya-Surimi werden in der Schweiz seit über zehn Jahren von Migros verkauft. Seit März ist die Marke auch bei Coop erhältlich. Publicis lanciert noch im Frühling eine Kampagne mit klassischer Werbung sowie POS-Massnahmen.

Script bittet zur Qualitätsprüfung

Der schweizerische Texterverband Script hat zwei neue Mitglieder in sein Berufsregister (BR) aufgenommen. Sie dürfen sich nun zwei Jahre lang «Mitglied Script BR» nennen.

Der schweizerische Texterverband Script hat zwei neue Mitglieder in sein Berufsregister (BR) aufgenommen. Sie dürfen sich nun zwei Jahre lang «Mitglied Script BR» nennen.Fünf Kandidaten hatten ihre Dossiers zur Frühjahrs-
Zertifizierungsrunde eingereicht. Unter den zurzeit 19 BR-Mitgliedern befinden sich laut dem Verband nur vereinzelt Agenturmitarbeiter. Der Vorstand hofft, dass auch Werbeagenturen die Wichtigkeit einer Qualitätsprüfung der
Texter bewusster wird. Die nächste BR-Zertifizierung findet im
November 2003 statt. Unterlagen und Informationen stehen auf www.scriptweb.ch bereit.

Highlight hält 41,4 Prozent bei Constantin

Rechtehandel Der Rechtevermarkter Highlight Communications in Pfäffikon SZ übernimmt von EM TV 16,4 Prozent an der deutschen Produktionsgesellschaft Constantin Film.

Rechtehandel Der Rechtevermarkter Highlight Communications in Pfäffikon SZ übernimmt von EM TV 16,4 Prozent an der deutschen Produktionsgesellschaft Constantin Film.Damit kann Highlight seinen Anteil auf 41,4 Prozent aufstocken. Der Verkaufspreis beträgt 7,5 Millionen Euro. Nach Übertragung des Anteils muss Highlight den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot unterbreiten. Aufsichtsrat und Vorstand der Produktionsgesellschaft hätten am Donnerstag das erwartete Angebot kontrovers diskutiert, teilte Constantin mit. Mit 25 Prozent ist der deutsche Produzent Bernd Eichinger an Constantin beteiligt. Der Rest der Aktien befindet sich in Streubesitz.

Guye Benker mag Luzerner Rahmkäse

Die Zürcher Werbeagentur Guye Benker hat die Werbebudgets der Sorten Luzerner Rahmkäse und Winzerkäse des Molkereikonzerns Emmi Schweiz AG gewonnen.

Die Zürcher Werbeagentur Guye Benker hat die Werbebudgets der Sorten Luzerner Rahmkäse und Winzerkäse des Molkereikonzerns Emmi Schweiz AG gewonnen.Guye Benker setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation durch. Als Erstes startet im Juni eine Printkampagne für den Luzerner Rahmkäse.

Genussreich ist die Schweizer Presse

Presse Eine gute Idee setzt sich durch: Mehr als 75000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz haben bei der letzten «Schweizer Presseshow» ein Probeabonnement zu 20 Franken bestellt.

Presse Eine gute Idee setzt sich durch: Mehr als 75000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz haben bei der letzten «Schweizer Presseshow» ein Probeabonnement zu 20 Franken bestellt.Presse Eine gute Idee setzt sich durch: Mehr als 75000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz haben bei der letzten «Schweizer Presseshow» ein Probeabonnement zu 20 Franken bestellt. Für diesen werbewirksamen Aktionspreis durfte man sechs Wochen lang in einer Tageszeitung schnuppern, zehn Wochen lang eine Sonntagszeitung lesen, oder man bekam je nach Titel drei bis 13 Ausgaben diverser Magazine ins Haus geliefert. Jetzt will der Verband Schweizer Presse die erfolgreiche Presseshow wiederholen. «Wohlfühlen & geniessen» heisst das Motto der neuen Aktion. Lesen mit Genuss, Sonntage zum Wohlfühlen, Neues in den Bereichen Kultur, Mode, Design, Essen, Trinken und Wellness entdecken sind die konkreten Stichworte. «Wir rechnen bei diesem Freizeitspiel mit einer Beteiligung von 24 bis 32 Zeitungen und Zeitschriften», meinte Projektleiter Pepi Burch noch bei einem Rundschreiben Ende Februar. Inzwischen sind daraus zu seiner «grossen Freude» 33 Titel geworden mit einer Gesamtauflage von rund 4,5 Millionen Exemplaren. Diesen wird im Verlauf des Sommers ein gemeinsamer Folder beigelegt, in dem sich alle beteiligten Publikationen kurz vorstellen, ihre Probeabos anbieten und die Leser zur Teilnahme an einem Wettbewerb ermuntern, bei dem es auch ein Auto zu gewinnen gibt.
Aktionsmotto der Schweizer Presse.

Eine haarige Geschichte

Sportartikel Vom 1. bis 3. Mai geht im Tower Sports im Rapperswiler AlbuVille die grosse Sommersaisoneröffnung über die Bühne.

Sportartikel Vom 1. bis 3. Mai geht im Tower Sports im Rapperswiler AlbuVille die grosse Sommersaisoneröffnung über die Bühne.Auf 1312 Quadratmetern warten zahlreiche Attraktionen und vor allem auch 15 Prozent Rabatt auf das ganze Sortiment von Badekleidern, Freizeitmode, Sportschuhen oder auch Bikes. Der «Pflichttermin für alle Kunden» ist natürlich auch «eine Steilvorlage für Werber, die den Sommer ebenfalls kaum erwarten können», meint Daniel Krieg bei Publicis. In einer doppelseitigen Anzeige in den Oberseenachrichten konnten sich die Werber wieder einmal vorsommerlich austoben. Ein Kleinplakat mit dem haarigen Sujet dürfte nicht nur bei Mister-Schweiz-Kandidaten eine Grundsatzdiskussion über die Ästhetik beim Wegrasieren von Brusthaaren auslösen. So ein Toupet braucht der Mann nach der Brusthaarrasur.

Imageoffensive der Schweizer Presse

Gattungsmarketing Am 8. Juni startet der Verband Schweizer Presse seine neue Imageoffensive für die Verlagswirtschaft unter dem Motto «Das kann nur das Inserat».

Gattungsmarketing Am 8. Juni startet der Verband Schweizer Presse seine neue Imageoffensive für die Verlagswirtschaft unter dem Motto «Das kann nur das Inserat».Sie dauert bis Ende Oktober und richtet sich an die Schweizer Werbeagenturen. Zwölf davon, die notabene alle Printmedien als Kunden betreuen, gestalten dazu je ein Sujet innerhalb des von der Leadagentur Matter & Partner entworfenen Grunddesigns.

Von Bertolt Brecht gelernt

Daniel Bieri ist seit dem 2. April Senior Art Director bei DDB Zürich.

Daniel Bieri ist seit dem 2. April Senior Art Director bei DDB Zürich.«Um Grosses zu bewegen, fängt man am Besten im Kleinen an.» Diesen Sinnspruch möchte der neue Senior AD von DDB in Zollikerberg rückblickend wie eine von seinen Lebensmaximen betrachten. «Auf dem Dorf geboren und aufgewachsen, habe ich meine Erfolge in kleinen, aber sicheren Schritten erarbeitet», meint der Entlebucher. In Luzern hat er das Grafikhandwerk als Lehrling von der Pike auf erlernt. Die Lehr- und Wanderjahre durchlief Bieri als Junior Art Director und Freelancer für verschiedene Agenturen wie Wirz, Aebi/BBDO und Wyler Werbung. «Wer sich nicht verändert, bleibt nicht der Gleiche», war danach das bei Bertolt Brecht ausgeliehene Lebensmotto, als Daniel Bieri vor fünf Jahren «einen neuen Kick brauchte». Als Senior AD heuerte er bei Jung von Matt in Hamburg an und arbeitete auf Etats wie Minolta, Audi und BMW. Nach 18 Monaten entdeckte Bieri schliesslich «die Alternative für ein neues Lebensgefühl»: Er stürzte sich ins pulsierende Hauptstadtleben von Berlin.
Als freier AD wirkte er dort wiederholt für die Neugründung DDB Berlin, bis dann «ein interessantes Angebot» vom damaligen Kreativchef für eine Festanstellung lockte. «Aus rein privaten Gründen» ist Bieri Anfang dieses Jahres wieder zurück in die Schweiz gekommen, wo er in Zürich erneut «dem Reiz von DDB erlegen» ist. «Natürlich nicht nur, weil im Logo DDB meine Initialen enthalten sind», scherzt er. «Inhabergeführte Agenturen leben die Idee ihrer Inhaber. Bei Networkagenturen hingegen kann eine Idee zur Philosophie werden», ist der neue Senior AD überzeugt.
An DDB Zürich war für Bieri verlockend, dass ihn dort interessante Aufgaben und ein kleines, aber begabtes Team erwarten. Mit Patrick Lienert als CD und Kaspar Loeb als CEO hat DDB Zürich «zudem zwei Köpfe, die für ein inspirierendes und menschliches Klima sorgen». Für ihn ist DDB ein Netzwerk, «das nicht nur durch wegweisende
Kreationen auffällt, sondern auch durch einen aussergewöhnlichen Zusammenhalt.» Ausserdem kann jede DDB-Filiale mit der Unterstützung von anderen aus dem Netzwerk rechnen, wenn es um das Stemmen eines grossen Etats geht.
Das kann Daniel Bieri zurzeit vor allem bei seiner Kampagne für McDonald’s spüren. DDB Chicago ist mit diesem Kunden über Jahre hinweg gross geworden. Dieses Know-how rund um die Marke gilt es nun zu nutzen, wenn DDB Zürich McDonald’s «so nah wie möglich mit Fun und Lebensfreude koppeln und dies noch homogener in die Schweizer Gefühlswelt integrieren will». Bieri, der Kreativverantwortliche für McDonald’s, erhofft sich, für diese Marke «auffallende, unterhaltende und meinungsbildende Werbung zu machen».
Im Herbst 2002 wurde Bieri Neumitglied des ADC Schweiz. «Natürlich ist es ein Kompliment, in den ADC geholt zu werden», freut er sich. Primär stünden bei diesem Club für ihn aber nicht persönliche Interessen im Vordergrund. «Die Vergänglichkeit ist der grösste Makel unserer Arbeit», meint er. Dieser Vergänglichkeit setzt der ADC aber mit seinem Jahrbuch etwas entgegen, das die Werbung als ein Stück Zeitgeschichte in der Erinnerung bleiben lässt. «Denn herausragende Arbeiten gewinnen an zusätzlicher Bedeutung, wenn alle darauf aufbauen können. Und durch das alljährliche Auszeichnen der besten kreativen Arbeiten schaffe es der ADC auch, «für einige kurze Momente die Werbewelt vergessen zu lassen, eigentlich nur eine Mätresse der Wirtschaft zu sein».
Daniel Bieri, der sich als «Humanist» deklariert, liebt es in seiner Freizeit vor allem mit anderen Menschen zusammen zu sein. Für Freunde kochen oder Nächte lang durchdiskutieren sind seine Hobbys. Andere braucht er nicht, weil sein Job zu vielseitig sei, als dass er noch eine eigene Beschäftigung für die Freizeit brauche.
Andreas Panzeri

Sechs im Pitch um Marke Graubünden

Im August soll eine Kampagne das neue Markenzeichen der Region Graubünden in der Deutschschweiz bekannt machen, das Interbrand Zintzmeyer & Lux 2002 kreiert hat.

Im August soll eine Kampagne das neue Markenzeichen der Region Graubünden in der Deutschschweiz bekannt machen, das Interbrand Zintzmeyer & Lux 2002 kreiert hat.Zur Präsentation wurden sechs Agenturen eingeladen: die einheimischen Trimarca und GGS sowie Weber Hodel Schmid, Advico Young & Rubicam, Lowe und Publicis. Der Entscheid soll im Mai fallen. Die Marke «graubünden», in der das «ü» die Form eines stilisierten Steinbocks annimmt, wird von einem Verein lanciert. Dessen Träger ist das kantonale Departement des Innern und der Volkswirtschaft.

Krise hier, Angst da

Vergangene Woche veranstaltete die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) in Zürich ein Seminar zum Thema «Der Preis der Angst – Wege aus der Vertrauenskrise» im Forum der Credit Suisse im Uetlihof.

Vergangene Woche veranstaltete die Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) in Zürich ein Seminar zum Thema «Der Preis der Angst – Wege aus der Vertrauenskrise» im Forum der Credit Suisse im Uetlihof.Das Forum einer Schweizer Grossbank? – eine Wahl, die einer gewissen Ironie nicht entbehrt, machen doch viele Betroffene die Geldinstitute verantwortlich für die aktuelle Misere. «Haben sich diejenigen, die unternehmerische Risiken übernahmen, übernommen?», fragte darum ASW-Präsident Diego Bally bei seiner Begrüssung bedeutungsschwanger. Blockieren die Erbschaften der gescheiterten Manager gar unsere Zukunft?
Problembewältigung am aktuellen Beispiel präsentierte Jörg P. Krebs, Geschäftsleitungsmitglied von Schweiz Tourismus. Vom erschwerten wirtschaftlichen Terrain ausgehend, zeigte er konkrete Massnahmen, die in seinem Unternehmen ergriffen werden, um der Krise Herr zu werden. Klar wurde dabei vor allem eines: Die absolute wirtschaftliche Sicherheit gibt es sowieso nicht. Immer wieder tauchen neue, aktuelle Probleme auf. Für Schweiz Tourismus sind dies dem Vernehmen nach im Moment die beiden Krankheiten Swiss und Sars.
Gewiefter Moderator: Filippo Leutenegger versuchte, mit provokativen Fragen aus der Reserve zu locken.
Beat Fritschwar letzte Woche Gast an einer Fachtagung der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW). Dort versuchten verschiedene Referenten, der heutigen Krise auf den Grund zu gehen und von dort gleich auch Lösungsansätze mitzubringen. Mit unterschiedlichem Erfolg allerdings.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Fredy Hiestand wiederum, als Erfinder des Hiestand-Gipfelis einst Bäcker der Nation, sang ein Loblied auf die KMU. Er sieht lediglich eine partielle Vertrauenskrise. Denn es seien die CEO von börsenkotierten Unternehmen, die jeweils, und meist noch im negativen Kontext, in den Schlagzeilen auftauchen würden. Die tragenden Säulen der Wirtschaft seien aber nicht unbedingt dort zu suchen.
Die erfrischenden und lebendig vorgetragenen Ausführungen aus der Sicht des Pioniers der Industriebäckerei und des Machers kamen bei den Zuhörern ausserordentlich gut an. Zur Frage aus dem Publikum, wie denn die Werber am besten auf Kundenfang gehen sollten, wartete Hiestand ebenfalls mit einem Praxisbeispiel auf. «Kommen Sie bereits mit einem Konzept zum potenziellen Kunden», lautete sein Tipp. Im Laufe seiner Geschäftstätigkeit sei er immer wieder von Agenturen – ganz grossen und auch etwas kleineren – ums Werbebudget angegangen worden. Gesprochen habe er allerdings nur mit denjenigen, die ihm für ein spezifisches Problem einen Lösungsansatz präsentierten. Ihn als Bäcker interessiere es nun mal herzlich wenig, ob eine Agentur erfolgreich und mit Preisen überhäuft worden sei oder für Pepsi oder Camel geworben habe.
Ein Manager sei noch lange keine Führungskraft, so lautet das Credo von Trendforscher Lars Thomsen. Die Führung hätten heute
sowieso die Analysten an sich gerissen, die mit ihrer Ausrichtung auf Quartalszahlen jedwelches langfristige Engagement in einem Unternehmen schon im Keim erstickten. Mut zu Fehlern, postulierte Thomsen letztlich, sei langfristig ein Erfolgsfaktor – die meisten Entscheidungen würden schliesslich unter Unsicherheitsprämissen gefällt. Was auch richtig sei – ist doch das Prinzip von Versuch und Irrtum ein Handlungsschema der Evolutionsgeschichte.
Die bezeichnendste Aussage der Veranstaltung tarnte Diego Bally an dem von Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger geführten Panelgespräch als Frage: «Ist die heutige Vertrauenskrise bei den Kunden und in der Wirtschaft nicht eher eine Selbstvertrauenskrise…?»

Zahl der Woche

Print Auch wenn immer mehr Marketing- und Werbebudgets gestrichen werden, in der Schweiz laufen die Druckwalzen auf Hochtouren. Lag der jährliche Papierkonsum pro Kopf 1995 bei 216 Kilogramm, stieg er in den folgenden sechs Jahren auf 232 Kilogramm.

Print Auch wenn immer mehr Marketing- und Werbebudgets gestrichen werden, in der Schweiz laufen die Druckwalzen auf Hochtouren. Lag der jährliche Papierkonsum pro Kopf 1995 bei 216 Kilogramm, stieg er in den folgenden sechs Jahren auf 232 Kilogramm. Werbedrucksachen mit 26 und Zeitungen mit 19 Prozent sind die wichtigste Produktgruppen. Gefolgt von Geschäftsdrucksachen (16 %) und Zeitschriften (15 %). Quelle: Viscom
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