Tessiner mögen Berlusconis Bikini-TV

Publikumsforschung Nicht bloss die SRG-Sender haben ein gunstreiches erstes TV-Halbjahr 2003 hinter sich, auch diverse Regionalprogramme wurden eifrig konsumiert.

Publikumsforschung Nicht bloss die SRG-Sender haben ein gunstreiches erstes TV-Halbjahr 2003 hinter sich, auch diverse Regionalprogramme wurden eifrig konsumiert.Das gabs noch nie in der Geschichte der TV-Marktforschung: Alle drei SRG-Sender zeigten sich in allen Landessprachen in guter Verfassung – wobei vor allem die italienisch- und die französischsprachigen Sender noch beliebter geworden sind. Mit einer Einschränkung im Tessin: Dort haben die Berlusconi-eigenen Sender an Publikumsgunst gewonnen. Mal hübsch der Reihe nach: Schweizerinnen und Schweizer blieben ihren TV-Sendern im ersten Halbjahr 2003 im Grossen und Ganzen treu. Das ist keine Selbstverständlichkeit angesichts des bereits grossen Überschusses an Schönwettertagen im Mai und Juni, an denen die Mattscheibe für gewöhnlich schwarz bleibt.
In der Romandie errechneten die Zuschauerforscher nur gerade für TSR 2 einen hauchdünnen Rückgang ihres Marktanteils (MA) um 0,2 Punkte. Umgekehrt steigerte sich TSR 1 um 0,8 Prozent, was den Verlust mehr als wettmachte.
Erklecklichen Zuschauergewinn gabs für die SRG-Sender im Tessin. Dort legte TSI 1 mit einem Plus von 2,5 Punkten eine eigentliche Kletterpartie hin. Und auch das Zweitprogramm TSI 2 war mit einem Gewinn von 1,1 MA-Prozenten im Aufwind.
Selbst in der deutschen Schweiz, wo der Zuwachs für die öffentlich-rechtlichen Sender am geringsten ausfiel, gabs noch eine minimale Steigerung: SF 1 legte um 0,2 Punkte zu, während sich SF 2 immerhin auf dem Vorjahreswert halten konnte.
RTL weiter auf dem Vormarsch
Deutlich mehr Bewegung registrierten indessen die deutschen Sender. Die stärkste Aufwärtsdynamik erfasste in der ersten Hälfte dieses Jahres die RTL-Gruppe. Deren erstes Programm vermochte sich um 0,4 Marktanteilspunkte zu steigern, bei RTL 2 lag ein Plus von 0,3 drin. Ambivalent waren hingegen die Entwicklungen bei der anderen deutschen Senderfamilie ProSiebenSat 1: Während der Spielfilmkanal Pro 7 seinen MA um 0,2 Punkte steigern konnte, musste Sat 1 einen Zuschauerschwund von zwei Prozent hinnehmen. Der zweite nennenswerte Verlust betrifft Kabel 1, dessen Marktanteil um 0,5 Prozent zurückging.
Aus der Westschweiz sind neben dem bereits erwähnten Höhenflug von TSR 1 keine weiteren Erfolgsmeldungen zu verzeichnen. Im Gegenteil: Sämtliche französischen Sender stagnierten oder gerieten in die Defensive. Am besten kam noch TF 1 weg – der von den Romands
am zweithäufigsten eingeschaltete Kanal verharrte immerhin auf dem Vorjahreswert. Den grössten Verlust musste M6 einstecken, das um 1,2 MA-Prozente schwächer abschloss. Trotzdem bleibt der private TV-Anbieter, überdies der einzige französische Sender mit einem Schweizer Werbefenster, in der Publikumsgunst die Nummer drei – mit grossem Abstand zum nächstplatzierten F 2.
Eine kleine Überraschung setzte es im Tessin ab. Nicht nur die SRG-Programme waren dort im Vormarsch, auch Berlusconis Mediaset-Sender zeigten sich in bester Verfassung. So ging es bei Canale 5 um respektable 1,5 Marktanteilspunkte vorwärts, und auch Italia 1 holte mit zusätzlichen 1,3 Prozent ganz schön auf. Die Publikumsausweitung der genannten Sender vollzog sich indessen durchwegs
auf Kosten der staatlichen italienischen Programme. Am stärksten betroffen war RAI 1, das um ganze 3,6 Prozentpunkte zurückfiel. Aber auch RAI 2 und RAI 3 bewegten sich mit Rückgängen um 0,6 respektive 0,4 Marktanteilsprozenten deutlich in der Verlustzone. Keine Frage, auch die Tessiner mögen das Bikini-TV des italienischen Ministerpräsidenten.
Erfolgsstory des Lokal-TVs wird fortgeschriebenDer Publikumsaufbau der lokalen TV-Sender hat das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die Zuschauerzahlen stiegen auch im ersten Semester 2003 munter weiter. Allerdings beschränkt sich die gute Nachricht auf die Deutschschweizer Programme, wobei auch hier nicht alle gleichermassen profitierten. Geradezu sprunghafte Entwicklungen im Publikumsmarkt registrierten zwei der jüngeren Sender: Tele Top steigerte seine Nettoreichweite um 29,3 Prozent oder um 24000 auf neu 106000 Zuschauer. Ebenfalls herausragend sind die Gewinne von TeleTell, das um 23,5 Prozent oder um 27000 auf 142000 Zuschauer ausbauen konnte. Bemerkenswert ist auch das Resultat von TeleBasel; es gewann vier Prozent mehr Zuschauer und weist nun 105000 Menschen aus, die täglich dieses Programm einschalten.
TeleZüri behält Dynamik
Auch TeleZüri setzte seine Marktausweitung fort. So konnte der erfolgreichste Schweizer Lokalsender erneut einen Zuwachs um 4,1 Prozent oder um 19000 Personen verzeichnen. Damit landet der Tamedia-Sender bei einer Nettoreichweite von 478000 – das sind fast doppelt so viele wie beim zweitplatzierten TeleBärn. Das Espace-Media-TV kommt nach einem Verlust um 9,6 Prozent oder 26000 Zuschauer auf eine neue Reichweite von 246000 Personen.
Konträr zum positiven Trend der Deutschschweiz entwickelten sich
indes die Lokalsender in der Westschweiz und im Tessin. Am geringsten fielen die Verluste für Filippo Lombardis TeleTicino aus, das um 3,5 Prozent oder 2000 Zuschauer schlechter abschnitt. Einen happigen Einbruch erlebte dagegen LemanBleu, dessen Reichweite um 25,9 Prozent auf den neuen Wert von 23000 Personen eingebrochen ist. Und auch dessen Nachbar TV Région Lausanne spürte den negativen Trend. Mit einem Verlust von 9 Prozent auf neu ebenfalls 23000 Zuschauer sind die beiden Sender jetzt gleichauf. (dse)
Alle Marktanteile der wichtigsten TV-Sender auf einen Blick. Für die privaten Anbieter liegt noch viel Zuschauerpotenzial brach.
Daniel Schifferle

Strategische Tour d’Horizon

Medienökonomie Was im Sport gilt, trifft auch aufs Medien-Business zu: Je enger der Spielraum, desto wichtiger die Taktik. Eine Studie vergleicht gängige Geschäftsmodelle und leistet damit Pionierarbeit.

Medienökonomie Was im Sport gilt, trifft auch aufs Medien-Business zu: Je enger der Spielraum, desto wichtiger die Taktik. Eine Studie vergleicht gängige Geschäftsmodelle und leistet damit Pionierarbeit.Orientierungshilfen für Firmenkapitäne kann es nie genug geben, zumal dann, wenn die Konjunkturwinde abflauen und die stets in Sichtweite mitsegelnde Konkurrenz den kleinsten Manövrierfehler sofort ausschlachtet. Für die Kursstrategen der dümpelnden Medienschiffe gabs bislang nur grelle, aber unverlässliche Bojen, die sich in marktschreierischen Nachahmappellen (à la «Die Bertelsmann-Methode») erschöpften.Im Vergleich dazu wirkt die auf dem Hintergrund der düsteren Branchenstimmung aktualisierte Studie von Insa Sjurts wie ein auf einem soliden wissenschaftlichen Grund errichteter Leuchtturm. Einerseits, weil die Flensburger Professorin für Medienmanagement mit ihrem Fernlicht alle massgeblichen deutschen und globalen Verlags-, Radio-, TV- und Internetunternehmen erfasst. Andererseits auch, weil sie vorab eine tragfähige konzeptionelle Basis für ihre Seeleuchte legt.
«Coopetition» im KommenKeine Sorge: Diese vergleichende Darstellung der – momentan bekanntlich auf dem Prüfstand der Rezession befindlichen – «Strategien in der Medienbranche» ist auch für all jene lesbar und lesenswert, die sich unter einem «Structure-Conduct-Performance-Ansatz» (noch) nichts vorstellen können. Denn Sjurts plündert den Fundus ihrer begriffslastigen Universitätsprosa, illustriert diese aber durchgängig mit erhellenden Tabellen und Schaubildern.
Herzstück der Untersuchung sind die jeweils rund zehnseitigen Porträts marktmächtiger deutscher Print- und Rundfunkunternehmen. Zwar scheint speziell die Auswahl der nach Zeitungen (u. a. FAZ, SZ, taz) und Zeitschriften (Bauer, Burda, Gruner+Jahr, Milchstrasse et al.) sortierten Verlagshäuser zuweilen etwas willkürlich. So ist Springer gleich in beiden Kategorien präsent, während die experimentierfreudigere Holtzbrinck-Gruppe überhaupt keine Erwähnung findet.
Gesamthaft jedoch überzeugt das 1996 erstmals erschienene Übersichtswerk durch die Schaffung valabler Vergleichsgrössen in den zentralen Bereichen Strategie (Kostenführerschaft oder Differenzierung, Kern- oder Nischenmarkt), Verhalten (reaktiv oder innovativ, Mischform «Coopetition») und Internationalisierung (von regional bis global). Unter diesen Aspekten wird auch die Unternehmenspolitik der privaten wie öffentlichrechtlichen Radio- und TV-Veranstalter erfasst und kritisch gewürdigt.
Dabei fällt auf, wie grundsätzlich sich Medienunternehmen von der alten Ökonomie unterscheiden: Während diese heute überwiegend auf Entflechtung setzt, setzen jene verstärkt auf Diversifikation. Und reagieren damit auf die mit der Digitalisierung einhergehende Grenzverwischung zwischen Medien, Telecom und Infotechnologie. Besonders deutlich wird dieser Crossmedia-trend im zweiten Teil der Studie, das den Global Playern (von AOL Time Warner über Bertelsmann und Disney bis zu Murdochs News Corp.) im Medienmarkt gewidmet ist.
Die in Deutschland viel zitierte, hier zu Lande indes kaum bekannte Sjurts ist aber nicht nur eine seriöse Forscherin, sondern auch eine instinktsichere Pädagogin. Anders sind die zahlreichen Bonmots über Kultur und Gründer einzelner Medienhäuser, mit denen sie ihr straff geschnürtes Informationspaket auflockert, nämlich nicht zu erklären. So wird etwa die Bauer-Verlagsgruppe als «Ikone der Kostenquetscher» tituliert und Hubert Burda als ein Patron, «den jeder, der nicht in Ungnade fallen will, Dr. Burda nennt». Von Deutschlands Vorzeigeunternehmen Bertelsmann heisst es hingegen lediglich, dass dessen Rückbesinnung auf das Stammgeschäft von Content-Packaging und -Distribution «nicht ganz ohne interne Widerstände» vonstatten gehe. Ein Schelm, wer diese moderaten Töne mit dem Umstand in Zusammenhang bringt, dass der Gabler Verlag selbst bei Drucklegung noch zur Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer gehörte.
Welches Medienhaus morgen am Zug oder matt sein wird: Insa Sjurts liefert erste Hinweise.
Oliver Classen

Department lanciert Bergbahnfusion

Die Bergbahnen Parsenn, Jakobshorn, Gotschna, Madrisa, Pischa und Rinerhorn sowie der Feriendienstleister Fun Mountain Holidays wachsen zur Davos-Klosters Bergbahnen AG zusammen.

Die Bergbahnen Parsenn, Jakobshorn, Gotschna, Madrisa, Pischa und Rinerhorn sowie der Feriendienstleister Fun Mountain Holidays wachsen zur Davos-Klosters Bergbahnen AG zusammen.Aus der bevorstehenden Fusion entsteht eine der grössten Bergbahngesellschaften der Schweiz. Für die Kommunikation der Gesellschaft ist Department zuständig. Die Zürcher Werbeagentur setzte sich in einer zweistufigen Konkurrenzpräsentation gegen zwei Mitbewerber durch. Der Auftrag umfasst auch Namensgebung, Positionierung und Corporate Design. Erste Arbeiten sollen bereits diesen Herbst zu sehen sein.

Lokalsender im Aufwind

Werbezeitvermarkter Gute Nachrichten vom TeleNewsCombi: Hier gehts in jeder Hinsicht voran – umsatzmässig aber weniger stark als erhofft.

Werbezeitvermarkter Gute Nachrichten vom TeleNewsCombi: Hier gehts in jeder Hinsicht voran – umsatzmässig aber weniger stark als erhofft.Der Abschied von TeleSüdostschweiz aus dem TeleNewsCombi (TNC) Ende 2002 hat dem Werbepool der Regional-TVs nicht geschadet. Im Gegenteil: Das TNC konnte zahlenmässig weiter zulegen. Über das vergangene Jahr hinweg und mit acht Mitgliedern hatte das TNC bei der Zielgruppe 3+ eine Nettoreichweite von 1,2 Millionen Personen (23,9 Prozent) erreicht. Im ersten Halbjahr 2003 und mit nur sieben Mitgliedern (TeleZüri, TeleBärn, TeleBasel, TeleOstschweiz, TeleTop, TeleM1 und TeleTell) steigerte sich die Kombination dagegen auf 1,3 Millionen Zuschauer (25,3 Prozent). Der Marktanteil liegt heute bei 2,9 Prozent, die Nutzung bei 16 Minuten pro Person.Auch bei den werberelevanten Zielgruppen der 15- bis 49-Jährigen gewann das TNC Zuschauer hinzu. Während es in diesen Zielgruppen im letzten Jahr nur gerade in den Monaten November und Dezember die Grenze von 600000 Zuschauern knapp überschreiten konnte, liegt nun der Durchschnitt im ersten Halbjahr 2003 bei 610000 (24 Prozent). Der Marktanteil beträgt 2,7 Prozent.
Ein Seitenblick auf die übrigen TV-Sender sei erlaubt: Nicht zuletzt wegen seiner Stundenschlaufen kommt das TNC gerade mal auf Marktanteile wie Vox und Kabel 1, immerhin liegt es aber deutlich vor VivaSwizz.
Stundenschlaufen besitzen aber auch gewisse Vorteile, wie TNC-Geschäftsleiter Marcel Geissbühler betont: Anhaltend heisses Wetter wie im Juni, Juli und August führt kaum zu einem Absacken der Reichweiten. «Die Leute schauen die regionalen News einfach später», sagt er. Nicht zuletzt darum sei das TNC gut planbar. So wurden selbst die GRPs und Kontaktsummen, die Radiotele für die Highlights «Mister Schweiz» und «Prix Walo» (siehe Kasten) prognostizierte, genau erreicht.
Um das TNC für seine Werbekunden noch attraktiver zu machen, wird ab 2004 das Handling verbessert. TNC-Net heisst das Projekt, das die Sender digital vernetzt. Spots, aber auch Bildmaterial (etwa für News) können so einfacher und schneller ausgetauscht werden. Heute verschickt man noch Videokopien per Kurier. «Künftig sind wir flexibler, was uns auch neue Kunden bringen dürfte», sagt Geissbühler. Verstärken will er zudem die Kombination mit den Regiotexten. «Sprachregionale Kunden können so ihre Angebote noch stärker auf die einzelnen Regionen abstimmen», sagt er.
Leicht unter Budget
Wie aber entwickelten sich die Werbeeinnahmen im ersten Halbjahr 2003? Geissbühler gibt keine Umsatzzahlen bekannt. Nur so viel: «Wir sind zwar zahlenmässig über dem Vorjahr, aber etwas unter Budget.» Zur Steigerung beigetragen – trotz widrigen Umfelds – habe die Integration des TNC bei Publiplan und Mediaoptimizer. Zum Info-Pool, jener Kombination zwischen den TNC-Werbeblocks vor den News und dem SF-1-Block vor der «Tagesschau», macht Geissbühler ebenfalls nur vage Angaben: 66 Prozent der bisherigen TNC-Gesamteinnahmen würden über den Info-Pool generiert, sagt er.
Beim Werbezeitvermarkter der SRG ist ebenfalls kaum mehr zu erfahren. Verkaufsleiter und designierter Publisuisse-Direktor Martin Schneider weist lediglich darauf hin, dass beide Seiten damit beschäftigt seien, «verschiedene Möglichkeiten der Vertiefung der Zusammenarbeit zu prüfen». Für konkretere Aussagen sei es aber zu früh.
In heissen Nächten später konsumiert: News in der Stundenschlaufe.
News-Sendungen sind die unbestrittenen Quotenrenner der privaten Lokalfernsehanbieter.

Zwei Highlights für 2004 unter DachZur TNC-Reichweitensteigerung beigetragen haben auch zwei Liveübertragungen auf allen sieben TNC-Sendern: Die «Mister-Schweiz-Wahl» vom 17. Mai generierte ein Rating von 275000 Personen, der «Prix Walo» vom 25. Mai ein solches von 110000 Personen. Auch wenn sie nur punktuelle Höhepunkte darstellen, als «Türöffner» zu den Werbekunden sind sie sehr gut, sagt Marcel Geissbühler. Darum hat sich Marc Friedli, Leiter der TNC-Programmkommission, bemüht, die beiden Highlights auch 2004 übertragen zu können. Mit Erfolg: Beide Verträge stehen bereits.
Weil die 14-tägliche Reihe «Joya rennt» an Sat 1 abgetreten werden musste, hat Friedli neue Sendungen «mit interessanten Affinitäten» ins Auge gefasst. So werden ab 1. September die Sendungen «Lifestyle» und «Tierisch» auf fast allen TNC-Sendern (ausser TeleBasel) ausgestrahlt – und ab 2004 wird die Sendung «SwissDate» auf allen sieben TNC-Sendern laufen. (mk)
Markus Knöpfli

Königliches Schweizer Kreuz

Aufgefallen Wo blecherne und andere Vögel herumfliegen, sind auch Geier nicht weit – vor allem in den Betonwüsten um den Balsberg. Gefrässig warten sie auf Bad News aus der Chefetage.

Luftverkehr Wo blecherne und andere Vögel herumfliegen, sind auch Geier nicht weit – vor allem in den Betonwüsten um den Balsberg. Gefrässig warten sie auf Bad News aus der Chefetage.So auch die KLM. Keck setzt sich die Royal Dutch Airlines in einer neuen Anzeige der Zürcher Agentur By Heart das weisse Kreuz der Swiss ganz zuoberst auf die königlich-holländische Krone. Dazu schmeichelt die Werbung mit dem Text: «Die Schweiz stand bei KLM schon immer ganz oben.» Tatsächlich ist die KLM vor über 75 Jahren erstmals in der Schweiz gelandet, als noch kein Schweizer das Wort Swissair buchstabieren konnte. (pan)

Spieler folgt auf Speck

Wirtschaftspresse Ab 2004 löst Martin Spieler bei der HandelsZeitung den bisherigen Chefredaktor Kurt Speck ab.

Wirtschaftspresse Ab 2004 löst Martin Spieler bei der HandelsZeitung den bisherigen Chefredaktor Kurt Speck ab. Nach 16 Jahren als Chefredaktor der HandelsZeitung (SHZ) übergibt Kurt Speck (58) das Zepter per 1. Januar 2004 dem Wirtschaftsjournalisten Martin Spieler (39, Bild). Spieler war in den letzten zwei Jahren als Finanzjournalist und Kolumnist unter anderem bei der SonntagsZeitung und Radio 24 sowie als Dozent an Fachhochschulen tätig. Von 1995 bis 1997 war er als Mitglied der Redaktionsleitung bereits einmal bei der HandelsZeitung.Speck wird sich neuen Aufgaben innerhalb der Verlagsgruppe SHZ widmen, so wird er Herausgeber und publizistischer Leiter der sechs Fachzeitschriften aus dem SHZ Fachverlag. Seine Position
als Koverleger der HandelsZeitung gibt er auf, neu fungiert einzig Büchi als Verleger. Speck bleibt aber im VR der HandelsZeitung und Finanzrundschau AG. Diese ist seit Mitte 2002 eine 100-prozentige Tochter des Axel Springer Verlags, nachdem Speck und Büchi 1999 zunächst eine Mehrheit der Gruppe und danach weitere Tranchen an die Hamburger verkauft hatten.
Kurz vor dem Chefredaktorenwechsel wird die SHZ noch dem ursprünglich im Mai geplanten Facelifting unterzogen. Ab 17. September erscheint sie in neuem Layout. Als Zeitungsdesigner kam mit Wolf Dammann (Stocks, SonntagsZeitung, Schweizer Illustrierte) wiederum ein Hamburger zum Zug. Format, Bundstruktur und Aufbau der SHZ bleiben aber gleich, sagte Büchi. Für die geplante Leserkampagne erhielt die Zürcher Agentur Jung von Matt den Zuschlag.
(mk)

«People» und «Joya rennt» werden halbiert

TV Sat 1 Schweiz macht aus seinen beiden neuen Formaten «People» und «Joya rennt» vier Sendungen.

TV Sat 1 Schweiz macht aus seinen beiden neuen Formaten «People» und «Joya rennt» vier Sendungen.Nach einer Viertelstunde «People» folgt «People Style», zu «Joya rennt» tritt «Joya sucht» hinzu, wie Programmberater Marc Görtz erklärte. «Warum wir das tun, kann sich jeder selbst ausrechnen», so Görtz: «Die Unterbrechung schafft Platz für Werbung.»

Publicom überprüft Wirtschaftsräume

Marktforschung Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat die Medienberatungsagentur Publicom mit der Überprüfung ihrer Wirtschaftsgebiete (WG) beauftragt.

Marktforschung Die AG für Werbemedienforschung (Wemf) hat die Medienberatungsagentur Publicom mit der Überprüfung ihrer Wirtschaftsgebiete (WG) beauftragt.Die WG der Wemf gehören seit den Sechzigerjahren zu den Standards der Schweizer Kommunikationswirtschaft, doch ist fraglich, ob die Gebietsgrenzen noch den Realitäten entsprechen. Schon 1993 hat Publicom im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) ein Raummodell für die Schweiz entwickelt. Die daraus entstandenen «Kommunikations- und Wirtschaftsräume» galten fortan als wichtige Bezugsgrösse bei Gebietsentscheiden im Rahmen der Konzessionierung von Radio- und TV-Stationen. Auch dieses Raumkonzept wird von Publicom überprüft und angepasst.

U1 TV: Entscheid über Konzession im November

Privat-TV Das sprachregionale Fernsehprojekt «U1 TV Station» wird voraussichtlich nicht im Oktober starten können.

Privat-TV Das sprachregionale Fernsehprojekt «U1 TV Station» wird voraussichtlich nicht im Oktober starten können.Zwar schreitet die Planung voran mit der Ernennung von Beni Leoni als Chefredaktor oder der Kooperation mit der Marketingagentur Unimark für die Verkaufssendung «Industrie-TV». Doch die Konzession des Bundes steht immer noch aus. Wie Bakom-Mitarbeiter Alfons Birrer gegenüber der Werbewoche erklärte, würden die Dossiers nun aufbereitet und zu gegebener Zeit dem Bundesrat unterbreitet. Wann dieser darüber beraten werde, lege die Bundeskanzlei fest. Als realistischen Termin nannte Birrer Ende November. Die Chancen für einen positiven Entscheid des Bundesrats schätzte er als «intakt» ein.

Gar gut spek(tak)uliert

Das Theater Spektakel wird auch dieses Jahr spektakulös, und entsprechend begehrt war die traditionelle Vorpremiere des Tages-Anzeigers.

Das Theater Spektakel wird auch dieses Jahr spektakulös, und entsprechend begehrt war die traditionelle Vorpremiere des Tages-Anzeigers.Der Anlass hat das Format einer Wundertüte – was einen ausser Essen und Trinken sonst erwartet, weiss man nie im Voraus. Klar war auf Grund der Programmlektüre, dass es sich um Musik handelt. Man hatte damit meist gute Erfahrungen gesammelt und letztes Jahr sogar einen Hit gelandet. Das singende Rock-Altersheim des Young@Heart-Chorus war heuer noch ein Thema auf der Landiwiese.Selbst Gastgeber Hans Heinrich Coninx lasse sich jeweils vom Programm überraschen und nehme keinen Einfluss, gab er der Werbewoche freizügig zu Protokoll. Noch lange nach dem Eindunkeln war der Tamedia-VR-Präsident denn auch auf der Landiwiese anzutreffen. Zusammen mit Ehefrau Christine Gerber, Tochter Claudia und Schwiegersohn Daniel Kaczynski, Geschäftsführer des Verbands Schweizer Presse, genoss er sichtlich den Abend.
Nun, mit Musik kann man ja auch schwerlich jemanden beleidigen – höchstens dessen Ohren oder Musikverständnis. Und dieses ist durchaus relativ. Auch Free-jazz und atonale Musik finden Hörer. Oder eben Musik aus Anatolien mit der Sängerin Sema und ihrer Band Taksim. Die Meinungen waren letztlich geteilt; die einen genossen den Ausflug in ethnisch ungewohnte Gefilde, andere beklagten sich zum Schluss, dass sie nichts verstanden hätten. Allen Gästen recht getan, ist eine Kunst, die auch der Tagi (noch) nicht kann!
Oder etwa doch? Einhelliges Lob war für die gute Wahl des Aufführungsortes zu hören. Auf der Saffa-Insel,
wo eine leichte Brise für Kühlung sorgte, standen auch ganz korrekt gekleidete Gäste in Anzug und Krawatte das Konzert ohne Hitzschläge durch. Hätte man die Besucher dieses Jahr in die Werfthalle gezwängt – eine Publikumsrevolte wäre nicht ausgeschlossen gewesen. Und auch die Küche auf der Landiwiese überzeugte fürs Erste. Der Kalbsbraten mit lustigen Beilagen samt griechischem Salat fand ja bereits das (etwas zu) überschwängliche Lob anderer Kommunikations-Berichterstatter – wir gehen nicht weiter darauf ein! Wenn sich der kulinarische Level des Theater Spektakels auf dem Vorjahresniveau einpendelt, wird der Anlass einmal mehr auch zum Food Event. Zumal die Wetteraussichten weiterhin keine grösseren Störungen von Outdoor-Aktivitäten verheissen und weiterhin ins Freie locken.
Obwohl – Outdoor-Aktivitäten sind mittlerweile fast schon out! Wegen der Ozonwerte! Gesegnet, wer ein Abo eines klimatisierten Fitnessclubs mit eigenem Sauerstofftank besitzt. Oder wer es mit Churchills No-Sports-Maxime hält. Eine Aussentätigkeit erfreut sich aber nach wir vor grösster Beliebtheit – das Kino am See. Abendlicher Genuss im Fast-Ruhezustand schadet gemäss wissenschaftlicher Erkenntnis nicht. Und so erfreute sich das Lichtspieltheater am Zürichhorn auch in den letzten Tagen seines diesjährigen Betriebs ungebrochener Beliebtheit.
Am Freitag stand die Orange-Night mit dem Überraschungsfilm auf dem Programm, an dem sich neben dem gesamten Kader auch Gäste aus der Wirtschaft, Marktpartner und Key Clients einfanden. Irgendwie geniesst Orange nach wie vor
das Image des most
sexy Telefonanbieters der Schweiz. Werber allerdings waren sozusagen keine zugegen. Sie waren zu Hause geblieben, weil es fast unmöglich war, Tickets für echte Film- oder Premierenereignisse zu ergattern, wie beispielsweise den Europa-Release des Piratenfilms mit Johnny Depp oder eben die Orange-Night. Für diese wurden dem Vernehmen nach die gesponserten Tickets auch schon breiter gestreut – von weiteren Kino-am-See-Gratisevents für Gäste aus der Werbeszene ganz zu schweigen. Die Sponsoren waren zwar noch da, hatten sich in anderen Jahren aber schon grosszügiger gezeigt. Die früher geladenen Hundertschaften von Werbern und Mediaplanern blieben heuer jedenfalls aus.
Oder sie waren am letzten Freitag an der überaus wilden Hausfete der DM-Agentur Lowe Direct anzutreffen. Die Party war «more than tremendous»! Mehr gibts nicht zu sagen. Ausser dass die Polizei nicht gleicher Meinung war und erst mit sehr guten Argumenten, vorgetragen von Sandra Genge, wieder zum Abzug bewegt werden konnte (man durfte schliesslich mit geschlossenen Fenstern weiterfeiern!). Und dass die Orange-Kommunikationsabteilung auch gerne gekommen wäre, aber leider an der Orange-Night ausharren musste. Doch auch dort habe es noch eine fesche Lake-Side-Party gegeben, wie man weit in die Stadt hinein hören konnte.
Was dann am Abschluss-Sonntag im Kino am See passierte, hätte man den Veranstaltern eigentlich nicht gewünscht. Just am letzten Abend des Zürcher Sommerereignisses kam der grosse Regen. Neben einer weiteren Vorführung im Juli war dies der einzige Abend, der wirklich ins Wasser fiel. Sonst wars während der ganzen Spielzeit tropisch-schwül. Bei der letzten Aufführung jedoch spielte Petrus nicht mehr mit. Schade, denn auch die Kommunikationsabteilung von Orange unter Giuseppe Bonina hatte an diesem Abend nochmals eingeladen. Alle Kontaktpersonen der Werbe-, Direktmarketing- und weiteren Kommunikationsagenturen, welche mit Orange zusammenarbeiten, hatten Carte blanche für den Kinogenuss. So sah man neben einer Delegation von Lowe, Bluespirit und weiteren Agenturen auch noch ein paar Überlebende der wilden Lowe-Direct-Fete von Freitagnacht. Aber eben – das Vergnügen war von kurzer Dauer, schon kurz nach Filmstart wurde die Leinwand wegen Sturmböen wieder nach unten gefahren.
Wie auch immer. Wir blicken trotzdem auf eine absolut unübertreffliche Saison zurück. Und jeder Sonnentag, der jetzt noch kommt, ist Bonus und Freespace zugleich. So ein Sömmerchen hatten wir ja hier zu Lande schon lange nicht mehr!
Beat Fritscham Zürcher Theater Spektakel mit Weitblick über die Saffa-Insel und den schönen Zürichsee hinaus bis zum gegenüberliegenden Zürichhorn, wo das Kino am See domiziliert ist. Wie des Shortlistautors Aussicht, verlief auch die Event-Route der letzten Woche. Von der Landiwiese bis ins Zürichhorn gabs Premieren, Partys oder Finissagen. Und der Veranstaltungssommer will noch kein Ende nehmen!
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsszene zu ihren Events trifft, orten wir an den verschiedensten Veranstaltungen. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder aus Cannes gibt es online unter www.werbewoche.ch
Tagi-Premiere am Zürcher Theater SpektakelEinmal mehr Gastgeber bei dem vom eigenen Haus mitgetragenen Kulturanlass: Verleger Hans Heinrich Coninx (r.) mit Familie.
Alle Jahre wieder auf der Landiwiese: Christof Kaufmann (l.), Inge Willmann und Tagi-Anzeigenleiter Fridolin Holdener.
Tamedia-CEO Martin Kall (l.) sah man beim Empfang der Gäste, hier mit David Honecker, danach rief ihn die Arbeit wieder.
Hatten beim super Wetter gut lachen: Jürg Brauchli (l.), Bereichsleiter Zeitungen, mit Christa Löpfe-Feldmann und Peter Hartmeier.
Swiss-Re-Sponsoring-Leiterin Anne Keller (l.), Werner Dubach und Tages-Anzeiger-Verlagsleiterin Maili Wolf.
Magazin-Chefredaktor Res Strehle (l.) mit Sylvia Reichmuth von SAP und Jano Berni vom Tages-Anzeiger.
Meinrad Fleischmann, nach einem MBO Mitinhaber des Modehauses Schild, mit seiner Chefdesignerin Ursula Hersperger.
Wirz-Beraterin Gerda Schroeck (l.) mit Metser und Axel Beckmann, seines Zeichens Chef der Zürcher Mediacom-Niederlassung.
Spontane Einladungen fürs eigene Gartenfest gabs von Christophe Guye für Sabine Pfyffer, Claudia Bally und Manuela Weber (v. l.).
Orange-Night und Finissage Kino am SeeGiuseppe Bonina, Therese Wenger, Philip Kramer und Andreas Wetter (v. l.) auf der Terrasse der Orange-VIP-Lounge.
Ausnahmsweise mal als Privatmann an einem Anlass: IP-Multimedia-CEO Michi Frank mit Ehefrau Carole.
Besuch aus Zürichs Medienkuchen: Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger mit Partnerin Michèle Sauvain (l.) und Suzanne Speich.
Zürcher Polizistenschreck: Sandra Genge (mit Felix Oesch) bot an der Lowe-Direct-Party den angerückten Ordnungshütern Paroli.
Orange-Werbeleiter Marcel Benz mit Susanna Goertz und Sabine Furrer (r.) von der Trade-Marketing-Agentur Bluespirit.
Leitet bei Orange die DM-Projekte: Isabella Büeler mit Kurt Schmid, CEO der Orange-Leadagentur Lowe.
Dani Höltschi von Cinerent mit Ehefrau Sabine Mouscardes und Marine Castel (r.), beide Solistinnen im Opernhaus-Ballett.
Finissagen-Besucher: Autor Domenico Blass (l.) mit Claudia Bally von Orange und Bluespirit-Mitinhaber Gerry Flückiger.
Kreierten Orange-MMS-Game: Jos Faber und Christian Harris von Satama Interactive, mit Dani Frischknecht (v. l.), Orange-Event-Team.
Mussten im Lauf des Abends dem Regen trotzen: Andreas Jorgella mit Martin Zehnder und Lowe-Berater Remo Christen (v. l.).
Der letzte Vorhang, der letzte Ausgang: Freiluftkinogänger müssen sich nun bis zum nächsten Jahr gedulden!

Polykum zu Publimag

Publimag, der Zeitschriftenvermarkter der PubliGroupe, hat die Anzeigenverantwortung für die Studentenzeitung Polykum übernommen.

Publimag, der Zeitschriftenvermarkter der PubliGroupe, hat die Anzeigenverantwortung für die Studentenzeitung Polykum übernommen.Polykum wird vom Verband der Studierenden an der ETH (VSETH) herausgegeben und erscheint zusammen mit ETH Life Print, der offiziellen Monatszeitung der ETH Zürich. Neben Verbandsinformationen werden wissenschaftliche Themen, ökonomische Fragen und kulturelle Ereignisse redaktionell behandelt. Die Wemf-geprüfte Auflage beträgt 12404 Exemplare.

Dänisch trinkt sichs lockerer

Biermarketing Die neue Carlsberg-Kampagne «Wish I were elsewhere» der Genfer Agentur Simko setzt zum Sprung aufs internationale Werbeparkett an.

Biermarketing Die neue Carlsberg-Kampagne «Wish I were elsewhere» der Genfer Agentur Simko setzt zum Sprung aufs internationale Werbeparkett an. Selbst der Hitzesommer hat dem rückläufigen Bierkonsum in der Schweiz keine Wende zum Besseren beschert. Das über Jahre schon unveränderte Konsumentenverhalten scheint auch gegen Wetterkapriolen resistent zu sein. Wer Durst verspürte, wich auch bei Rekordhitze auf andere Durstlöscher aus.Das aber kümmert den Schweizerischen Bierbrauerverein wenig. Selbstsicher verkündet er weiter, dass Bier das «beliebteste Volksgetränk» sei. Ebenso selbstbewusst wirbt auch der dänische Konzern Carlsberg für seine gleichnamige Marke und nimmt für sich in Anspruch, «wohl das beste Bier der Welt» zu produzieren. Betrachtet man dessen Absatzentwicklung seit der Einführung im hiesigen Markt vor bald zwei Jahren, wirkt der englische Claim gar nicht so prahlerisch: Im laufenden Jahr wuchs die Nachfrage nach dem dänischen Gerstensaft um nahezu 40 Prozent. «Fairerweise muss ich betonen, dass wir die Marke neu aufbauen», räumt Senior Brand Manager Massimo Di Dia ein. Sprich: An die Vitalisierung ist eine aggressive Akquisitionspolitik in erster Linie im Gastrobereich und dann auch im Retail gekoppelt, die seit der Übernahme der Feldschlösschen Getränke AG wohl geplant war, aber bisher nicht durchgeführt worden ist. Das habe sich erst heuer geändert, erklärt Di Dia. Aus Carlsberg soll der strategische Premium-Brand unter den eigenen zehn Biermarken werden. Damit will man den anderen zwei volumenmässig vergleichbaren Konkurrenten – Heineken und 1664 – die Stirn bieten.
Auf internationaler Ebene hat Carlsberg an einer Neupositionierung gearbeitet, mit der die Marke näher zum Konsumenten rücken will, ohne aber ihren kosmopolitischen, urbanen Charakter preiszugeben. Ausserdem sollte das Bier zeitgemässer und humorvoller auftreten. Die neue Brand-Essenz lautet «Drink with a world of friends» und beruht auf dem sozialen Aspekt des Biertrinkens.
Während der Konzern in den Märkten, in denen Alkoholwerbung im TV zugelassen ist, an den Subway-Spots festhält, hat er sich für alle anderen Märkte von der bildstarken, aber emotionslosen Truck-Kampagne verabschiedet. Stattdessen wurden, nach einigen Monaten strategischer Reflexion, die neuen internationalen Kampagnen sowie länderspezifische Kreationen getestet.
Simkos Umsetzung «Wish I were elsewhere» zeigte dabei das höchste Potenzial. Pedro Simko erklärt stolz: «Wir visualisieren den ‹Carlsberg-Moment›, in dem der Konsument er selbst ist, ausgelassen und natürlich. Dazu haben wir eine steife Situation den gleichen Personen in lockerer Atmosphäre gegenübergestellt.» Keine Frage, in welch bierseliger Welt sich der Betrachter wohler fühlt.
Und so, wie dieser imaginäre Betrachter ein Bier im Kreis seiner Freunde jeder Oper oder anderen exklusiven Anlässen vorzieht, scheint sich auch auf globaler Basis die Präferenz für diese Kampagne herauszukristallisieren. «Diesen Herbst stellen wir die Kampagne den anderen Ländern vor, die von ihren Buy-out-Rechten bestimmt Gebrauch machen werden», glaubt Di Dia. Und das wären gut zwei Dutzend Märkte.
Hat gute Chancen, als Bierreklame um die Welt zu gehen: Simkos Kampagne zeigt den Carlsberg-Trinker als einen Freund bierseliger Runden.
Luca Aloisi
get_footer();