Direktor von Ringier Romandie gestorben

Ringier Der Leiter Zeitschriften von Ringier und Direktor von Ringier Romandie, Gérard Geiger, ist tot. Der 43-Jährige hat sich gemäss Presseberichten das Leben genommen.

Ringier Der Leiter Zeitschriften von Ringier und Direktor von Ringier Romandie, Gérard Geiger, ist tot. Der 43-Jährige hat sich gemäss Presseberichten das Leben genommen.Sein Freitod stehe wahrscheinlich in Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit, zitiert die NZZ am Sonntag ein anonymes Ringier-Kadermitglied. Die Konzernspitze habe Geiger am Mittwoch letzter Woche die fristlose Kündigung ausgesprochen. Eine Prüfung der Buchhaltung habe ergeben, dass Geiger eine «sehr grosse Summe» veruntreut habe. Geiger war seit April 2001 als Geschäftsführer von Ringier Romandie tätig.

Crossmedia-Tipps

Crossmedia und Workflow-Integration werden die Medienwelt in den nächsten Jahren prägen.

Crossmedia und Workflow-Integration werden die Medienwelt in den nächsten Jahren prägen.Immer mehr Auftraggeber suchen nach Partnern, die nachhaltige Lösungen für einen optimalen Kommunikationsprozess anbieten. Dazu haben Christian Kleiner (Marketinghub, Therwil) und Hannes Zaugg (HZW für effiziente Medienproduktion, Zürich) Informationen zusammengetragen und präsentieren Lösungsinstrumente. Ihr CrossmediaKonzept basiert auf eigener Marktforschung. Die Broschüre «Crossmedia-Assessment» kann gratis bei Hans Zaugg über Tel. 01 451 35 11 bestellt werden.

Wurmfortsatz der Wirtschaft

Aufgefallen Ein Grand Old Man der Schweizer Werbung wundert sich, dass er je an deren Wunderwelt glaubte. Und verabschiedet sich zugleich als Werbewoche-Kolumnist. Adieu notre semblable, notre frère!

Kolumne Ein Grand Old Man der Schweizer Werbung wundert sich, dass er je an deren Wunderwelt glaubte. Und verabschiedet sich zugleich als Werbewoche-Kolumnist. Adieu notre semblable, notre frère!Früher, es ist nur einige Jahre her, war ich überzeugt, dassJules Verne bei seiner «Reise zum Mittelpunkt der Erde» dort Werbung vorfinden würde. Noch ein paar Jährchen vorher war es natürlich der Journalismus. Heute weiss ich, dass weder das eine noch das andere Dreh- und Angelpunkt der Welt ist. Ich bin nicht einmal mehr so naiv, einen neuen Mittelpunkt vermuten zu wollen.
Es ist aber schon interessant, wie man Werbung erlebt, wenn man sie hinter sich zurückgelassen hat. Was einmal die grosse Schauspielhaus-Bühne war, für Dramen von shakespeareschem Ausmass, wo Werbelatifundien geschaffen wurden und untergingen, wo Könige sich blutige Schlachten lieferten und jeder Schluckauf eines Hofnarren Branchengerücht wurde, nimmt sich aus der Distanz doch eher wie das Theater an der Winkelwiese aus.
Die unspektakuläre Wahrheit ist: In der grossen weiten Welt der Wirtschaft interessiert sich eigentlich niemand für den bunten Wurmfortsatz namens Werbung. Es ist schon progressiv, wenn man das Wort Marketing überhaupt buchstabieren kann. Die Herren in
den Teppichetagen sind mit anderem beschäftigt. Was mich früher masslos geärgert hat, scheint mir heute völlig verständlich. Es gibt einfach wichtigere Themen als die nächste Kampagne, geschweige denn die Grösse des Logos auf dem Plakat.
Mein Gott, wenn ich heute daran denke, wie wir an den ADC-Jurierungen gestritten haben über die Originalität eines Flyers in irgend- einem Mailing, welche sokratischen Diskussionen der Jurierungs-Modus auslöste und wie um jede Bronze-Nominierung gekämpft wurde, überkommt mich nicht nur Nostalgie, sondern beinahe auch ein bisschen Rührung. Ich erinnere mich daran, wie wir um ein Haar das Kardiomobil für Ernst Meier kommen lassen mussten wegen eines Arosa-Plakats, wie der Jean Etienne Aebi so bedrohlich in den Ausstand trat, dass die Raumtemperatur spürbar sank, und wie der Reini Weber mit der genialen Strategie eines Schachspielers Konkurrenten gezielt lobte oder bestrafte, bevor seine Arbeiten beurteilt wurden.
Wenn ich heute noch eine Werbeagentur hätte, wäre ich bestimmt um einiges klüger. Ich würde vor allem drei Maximen folgen. Erstens: die Werbung nicht als Selbstzweck, sondern als untergeordnetes Werkzeug des Marketings verstehen. Zweitens: mich ausschliesslich um die Probleme meines Kunden kümmern und nicht um meine eigenen oder die meiner Mitarbeiter. Drittens: Marmorwürfel ausschliesslich als Briefbeschwerer verwenden. Oder als Buchzeichen in einem Roman von Jules Verne.
> Walter Bosch war Chefredaktor des Blicks, Ringier-Manager und Mitgründer der Werbeagentur Bosch & Butz. Seit er diese 1998 verkauft hat, ist er Unternehmer und seit kurzem zudem Verwaltungsrat der Swiss.

NZZ und 20 Minuten im Onlinepaket

NZZ Online und 20min.ch bieten ab sofort ein gemeinsames Werbekombi unter dem Namen «Powerpackage» an.

NZZ Online und 20min.ch bieten ab sofort ein gemeinsames Werbekombi unter dem Namen «Powerpackage» an.Dabei wird ein Halfbanner (234 auf 60 Pixel) auf der Front-seite für eine feste Laufzeit (mindestens eine Woche) gebucht. Eine Woche entspricht laut dem Communiqué der beiden Partner rund 1,5 Millionen Page Impressions. Durch das Kombi von NZZ Online und 20 Minuten erzielen Werbekunden eine Reichweitenoptimierung mit geringer Zielgruppenüberschneidung, heisst es weiter.

Plastikenten für das Beste vom ADC

ADC Unter dem Titel «Off Side Art» zeigt das Haus Konstruktiv noch bis Mitte September die vom ADC prämierten Arbeiten. Ein Amateur-auftritt von Wirz bittet möglichst viele Besucher in die Ausstellung.

ADC Unter dem Titel «Off Side Art» zeigt das Haus Konstruktiv noch bis Mitte September die vom ADC prämierten Arbeiten. Ein Amateur-auftritt von Wirz bittet möglichst viele Besucher in die Ausstellung. «Wir halten zwar Werbung nicht für Kunst», betont der Art Directors Club Schweiz (ADC) mit Nachdruck. Trotzdem sind zurzeit die besten Agenturarbeiten des vergangenen Jahres im Haus Konstruktiv zu Gast. «The Best of Art Directors Club of Switzerland 2003» ist der Auftakt zum Ausstellungszyklus «Off Side Art», mit dem das Haus Konstruktiv «eine Brücke zur aktuellen Gestaltungsszene schlagen» will. Der Startschuss für die multimediale Präsentation ist bereits Anfang Juni gefallen – mit der Vernissage des ADC-Jahrbuches. Allerdings machte der Jahrhundertsommer den Veranstaltern einen dicken Strich durch die Rechnung: Bis anhin blieben die Besucherströme aus. «Dabei wäre es im Haus Konstruktiv angenehm kühl», schmunzelt ADC-Mitglied und Wirz-CD Matthias Freuler. Er und sein Team wollen jetzt mit einer Kampagne für volle Hallen im EWZ-Unterwerk Selnau sorgen.
«Wie würde preisgekrönte Werbung aussehen, wenn sie von Amateuren umgesetzt wird?» Die Antwort auf diese Frage holte sich die gestandene Kreativgarde an der Uetlibergstrasse bei den Grafik-Lehrlingen Charis Arnold und Ada Tanner. Mit einem Budget von 200 Franken sollten die künftigen Profis den VBZ-Spot von Publicis produzieren.
Das Ergebnis sorgte vor allem bei den Kollegen an der Theaterstrasse für feuchte Augen: Zwei Plastikenten und ein Spielzeugtram gondeln zu angedeuteten Xylofon-Klängen – das Original von Schubert ist noch knapp zu erkennen – über eine Wasserpfütze. «Das ist die Amateurversion eines preisgekrönten Werbespots. Was Profis daraus machen, sehen Sie bis 14. September im Haus Konstruktiv», löst das Claim den ungewohnten Spot auf. Gefilmt wurde mit der agentureigenen Videokamera.
Die beiden angehenden Grafikerinnen beherrschen ihr Handwerk aber doch schon so gut, dass sie gelegentlich zu mehr Dilettantismus gemahnt werden mussten, wie Freuler leichten Herzens gesteht.
Professionelle Unterstützung erhielt der ADC bei den Schaltungen: IP Multimedia spendet dem 35-Sekunden-Film bis Ende August Werbezeit auf RTL, Kabel 1 und Pro 7. Für Präsenz im Print sponserte Ringier Anzeigenplätze in seinen Boulevardblättern Blick und SonntagsBlick. Schliesslich stand das Fussballsujet der Schweizer-Illustrierten-Kampagne Modell für das Amateurinserat.
Ob so viel Engagement zeigte letztlich auch Petrus Erbarmen und spendet nun aufmunterndes Museumswetter.
Spotumsetzung durch die Wirz-Lehrlinge: Spielzeugtram und Plastikente locken Museumsbesucher an.
Der preisgekrönte Publisuisse-Originalspot für den ZVV ist in der ADC-Ausstellung zu sehen.
Simone Keller

Prozesse managen

Die meisten Agenturen treten mit dem Anspruch an, für ein Kommunikationsproblem voll und ganz einzustehen. So einfach präsentiert sich die Kommunikationssituation in den meisten Unternehmen aber nicht mehr.

Die meisten Agenturen treten mit dem Anspruch an, für ein Kommunikationsproblem voll und ganz einzustehen. So einfach präsentiert sich die Kommunikationssituation in den meisten Unternehmen aber nicht mehr.Auch wollen immer mehr Leute in Konzept, Planung und Umsetzung mitreden. Eine unabhängige Gruppe von Medienspezialisten hat sich nun an einen Tisch gesetzt, um die Grundlagen für ein Management der Kommunikationsprozesse aufzustellen. Das Resultat liegt in Form einer 40-seitigen Broschüre vor und heisst «In der Kommunikation besser zusammenarbeiten». Sie kostet Fr. 40.– und ist zu beziehen bei der Geschäftsstelle IG KPM, Tel. 01 451 35 11.

Die Malstube gestaltet Events für Soirée

Die Malstube, Zürcher Agentur für visuelle Kommunikation, wurde von Soirée Events mit der Neugestaltung der Corporate Website betraut.

Die Malstube, Zürcher Agentur für visuelle Kommunikation, wurde von Soirée Events mit der Neugestaltung der Corporate Website betraut.Erste Resultate sollen Anfang Oktober zu sehen sein. Soirée Events veranstaltet exklusive Party-Serien wie Soirée Blanche in Zürich, Skyline in Luzern oder Schneebar in St.Moritz. Die Malstube zeichnete vor einem Jahr bereits für das Logo von Soirée Events verantwortlich.

Tessiner Druckereibesitzer plant neue Gratiszeitung

Gratiszeitung Flavio Spiess, zusammen mit Lega-Präsident Giuliano Bignasca Besitzer der Druckerei Rotostampa Ticino SA,

Gratiszeitung Flavio Spiess, zusammen mit Lega-Präsident Giuliano Bignasca Besitzer der Druckerei Rotostampa Ticino SA,plant die Lancierung einer neuen Gratiszeitung für den Grossraum Lugano. «Das Projekt existiert derzeit bloss als Idee», bestätigte Spiess einen Bericht des Giornale del Popolo gegenüber der SDA. Klar seien momentan nur drei Punkte: Das neue Blatt werde einmal pro Woche erscheinen, politisch unabhängig sein und von einer Miniredaktion produziert. Politische Macht strebe er nicht an, ihm gehe es vielmehr darum, ein Gewinn bringendes Produkt zu lancieren, sagte Spiess.

Verleger feilen am Angebot

Privat-TV Schweizer Verleger bewegen sich vorsichtig im TV-Markt.

Privat-TV Schweizer Verleger bewegen sich vorsichtig im TV-Markt. Der VR von Presse-TV will den geplanten Programmausbau auf SF info um ein Jahr zurückstellen. Anders als die SRG dürfte Presse-TV den Kanal nicht nur für Wiederholungen, sondern auch für werbefinanzierte Neuproduktionen nutzen. Technisch könnten auf SF info heute sogar Liveübertragungen realisiert werden. Doch der Aufwand rechnet sich nicht: Im dritten Sendejahr erzielt der Kanal derzeit nur einen Marktanteil von 0,5 Prozent. Die Presse-TV-Verlage feilen darum lieber an ihrem Angebot herum. So kehrt Ringier mit der «MotorShow TCS» auf TSR zurück. Und Jean Frey sucht einen neuen Moderator für den «Bilanz Business-Talk». Denn CEO Filippo Leutenegger will nur im Notfall einspringen, wie er sagte.
(sm)

Sentimental Journey

Nach seinen Bildkompendien über die US-Werbung der Vierziger- und Fünfzigerjahre lädt der Taschen Verlag nun ein zur Zeitreise ins Dezennium der bedingungslosen Zukunfts- und Technikgläubigkeit.

Nach seinen Bildkompendien über die US-Werbung der Vierziger- und Fünfzigerjahre lädt der Taschen Verlag nun ein zur Zeitreise ins Dezennium der bedingungslosen Zukunfts- und Technikgläubigkeit.Zelebriert werden die Roaring Sixties indes nicht nur als Ära der Tütensuppen (…einfach Wasser hinzufügen) und anderer konsumistischer Errungenschaften, sondern auch als Geburtsstunde der bis heute andauernden Suche nach der «Big Creative Idea».> All-American Ads of the 60s edited by Jim Heimann. Taschen Verlag, Köln 2003. 960 Seiten, Fr. 50.–.

Das Vorbild heisst Austria

TV-Werbung Den letztjährigen Rückgang bei den TV-Werbespendings betrachten die Vermarkter nur als vorübergehende Baisse. Bis in fünf Jahren erwarten sie österreichische Verhältnisse.

TV-Werbung Den letztjährigen Rückgang bei den TV-Werbespendings betrachten die Vermarkter nur als vorübergehende Baisse. Bis in fünf Jahren erwarten sie österreichische Verhältnisse.Bisher hatten die TV-Vermarkter allen Grund, mit den Buchungen ihrer Kunden zufrieden zu sein: Der Anteil der TV-Werbung an den gesamten Bruttowerbeausgaben in der Schweiz stieg bis zum Jahr 2001 stetig auf 17,7 Prozent. Doch letztes Jahr bekam die Kurve einen Knick, der Anteil fiel auf 17 Prozent zurück. Der Verlust am Werbemarkt geht allerdings aufs Konto der Deutschschweiz, wo die TV-Spendings letztes Jahr um 9,5 Prozent einbrachen. In der Romandie und im Tessin dagegen stiegen sie um 3 und sogar 12 Prozent. Giordano Giordani, Head of Media Research bei der Vermarkterin IP Multimedia, erklärt sich das so: «TV 3 und Tele 24 haben in ihrer kurzen Zeit kumuliert rund 10 Prozent des TV-Werbevolumens auf sich vereint, der Wegfall dieser Werbegelder konnte aber nicht gänzlich von anderen Sendern aufgefangen werden, weil sie eben nicht hundertprozentig TV 3 und Tele 24 entsprachen.»Bei den TV-Vermarktern Publisuisse, IP und Cinecom ist man darum einhellig der Meinung, dass sich der Marktanteil der TV-Werbung weiter erhöht. Cinecom-Medialeiterin Michaela Krouzel rechnet aber bis etwa 2006 mit Marktanteilsgewinnen von bloss 0,5 Prozent pro Jahr. Publisuisse-Verkaufsleiter Martin Schneider erwartet in drei Jahren immerhin eine Steigerung auf 20 Prozent, «und bis in fünf Jahren könnten 22 Prozent möglich sein», sagt er. Giordani verweist auf Österreich, das geringerer Verkabelungsdichte und massiver Werbeeinschränkungen beim ORF zum Trotz einen TV-Anteil von rund 23 Prozent erreiche. «Langfristig ist dies auch für die Schweiz eine Richtgrösse», sagt er. Kurzfristig bleibe das Wachstum aber schwach, da die Attraktivität des Mediums TV durch das RTVG eingeschränkt sei. Giordani: «Das volle Potenzial wird sich erst mit der RTVG-Liberalisierung ab 2006 entfalten.»
Kein BerieselungsmediumDeutsche Verhältnisse (TV-Marktanteil 43 Prozent) erwartet hingegen niemand, auch längerfristig nicht. «Ein sich Deutschland annähernder Wert kann nur durch eine liberalere TV-Politik (weniger Restriktionen, tiefere Einstiegsschwellen für neue Schweizer Privatsender) sowie durch eine höhere TV-Nutzung erreicht werden», sagt Krouzel. Doch Letztere steigt – zumindest in der Deutschschweiz – nur in kleinen Schritten. «Bei uns ist das TV halt kein Begleitmedium. Wenn man in der Schweiz fernsieht, tut man das gezielt und intensiv und nicht primär zur Berieselung», konstatiert Schneider.
Bei der Frage, ob die deutschen Programm- und Werbefenster ihren Anteil an den TV-Spendings von derzeit 32 Prozent vergrössern werden, teilen sich die Meinungen. Krouzel sieht klar die Fenster als Gewinner. «In den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten wir einen ungefähren Bruttoaufwendungssplit im TV von je 50 zu 50 zwischen den Werbefenstern und den SRG-Sendern», sagt sie. Ihre Begründung: Bei der Zielgruppe 15/49 komme die SRG in der Deutschschweiz auf einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent, vereine aber 51 Prozent der Werbeausgaben auf sich. Die Werbefenster hingegen erreichten einen Zuschaueranteil von rund 40 Prozent und 42 Prozent der Werbespendings. Das Missverhältnis zwischen Leistung und Einnahmen bei der SRG würde sich deshalb zu Gunsten der Werbefenster entwickeln, argumentiert Krouzel.
Nicht so weit geht Giordani. «Sicher wird es keine Quantensprünge geben, aber wir sehen noch eine kleinere Umverschiebung zu Gunsten der Werbefenster.» Ein Grund sei die unterschiedliche Kundenstruktur: Die Hauptkunden der Werbefenster seien Anbieter von konjunkturunabhängigen Niedrigpreisprodukten, die Kunden der SRG hingegen böten hochpreisige, konjunkturabhängigere Produkte an.
Anders die Sicht von Schneider. «Die Werbefenster haben ihren Plafond erreicht. Ihre Blöcke sind voll gepumpt», sagt er. Um mehr Umsatz zu generieren, könnten sie nur die Preise erhöhen.
Wird Print seine verlorenen Marktanteile bei einer wirtschaftlichen Erholung zurückholen? «Nein», sagt Krouzel, «hier handelt es sich um eine Flurbereinigung im Markt.» Auch Giordani spricht von einer «natürlichen Korrektur der bisher überhöhten Printanteile am Gesamtmarkt», glaubt aber, dass doch die Stellenanzeigen wieder zu Print zurückkehren werden. Auch für Schneider hat Print nicht alles verloren. Allzu rosig sieht er aber die Zukunft der gedruckten Medien dennoch nicht. «Überall sind die Leserzahlen eingebrochen. Das muss früher oder später zu Preiskorrekturen und damit auch zu weniger Umsatz führen», stellt er fest.
Entwicklung der TV-Anteile am GesamtwerbemarktIm ersten Halbjahr 2003 haben sich die TV-Werbeausgaben offenbar aufgefangen. Doch Vorsicht: Das Jahr ist nicht vor seinem Ende zu loben. Die erste Jahreshälfte fällt in der Regel besser aus als die zweite. Allerdings: Letztes Jahr war es genau umgekehrt.
Das sagt Prognos vorausGlaubt man der im letzten Herbst publizierten Prognos-Studie «Werbemarkt 2012 Schweiz», erhöhen sich die Netto-Werbeumsätze in der Schweiz bis zum Jahr 2006 auf 5,3 Milliarden Franken und bis zum Jahr 2012 auf 6,3 Milliarden Franken. Für den TV-Bereich (inklusive Sponsoring) sieht Prognos eine Steigerung auf 605 Millionen Franken im 2006 und auf 757 Millionen Franken im 2012 voraus (Marktanteile bei rund 11,5 Prozent). Die Zeitungen dagegen reduzieren ihren Marktanteil auf 45,1 Prozent im 2006 und auf 43,8 Prozent im 2012. (mk)
Markus Knöpfli

Zahl der Woche

Standortmarketing 95 Jahre nach ihrer gesetzlichen Vertreibung aus dem Val-de-Travers kehrt die «grüne Fee» wieder an ihren Geburtsort zurück. Laut zuständiger Ständeratskommission stellt der 1908 verbotene Absinth «keine besondere Gefahr mehr für di

Standortmarketing 95 Jahre nach ihrer gesetzlichen Vertreibung aus dem Val-de-Travers kehrt die «grüne Fee» wieder an ihren Geburtsort zurück. Laut zuständiger Ständeratskommission stellt der 1908 verbotene Absinth «keine besondere Gefahr mehr für die Volksgesundheit» dar. Die Neuenburger Talschaft profitiert doppelt von dieser überfälligen Rehabilitation: als Produktionsstandort, aber auch als zu entdeckende Tourismusdestination. Die neue Werbeträgerin (Bild) schwingt bereits eifrig ihren Zauberstab…
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