Galoppierende Schwindsucht

Die Hauptrolle beim Inserateschwund der Zeitungen im auslaufenden Jahr spielten die Stellenanzeigen.

Die Hauptrolle beim Inserateschwund der Zeitungen im auslaufenden Jahr spielten die Stellenanzeigen.Laut der Inseratestatistik der Schweizer Presse gingen sie bis im November um 33,1 Prozent zurück, während die Gesamtzahl der Anzeigenseiten um 11,8 Prozent schrumpfte. Die Gratiszeitungen büssten sogar 43,9 Prozent der Stelleninserateseiten ein. Der Stellenindex der Publicitas stürzte bis Oktober um 54,9 Zähler auf 121,6 Punkte ab. Dennoch gibt es auch Positives zu melden: Anders als der globale Index sank der Stellenindex bisher nicht unter den Ausgangspunkt (100) von 1994. Und der Sturz hat sich in den letzten Monaten deutlich verlangsamt. Als der Index das letzte Mal so tief lag – im Juni 1997 –, war das Wellental erreicht. In den folgenden Monaten schwang sich die Kurve in die Schwindel erregende Höhe von 338,2 Punkten. (sm)

Stocks legt dank Kooperationen zu

Wirtschaftspresse Ab 30. Januar 2004 kooperiert das Anlegermagazin Stocks für sechs Monate mit der Online-Bank Swissquote.

Wirtschaftspresse Ab 30. Januar 2004 kooperiert das Anlegermagazin Stocks für sechs Monate mit der Online-Bank Swissquote.20000 Swissquote-Kunden erhalten die Zeitschrift zugesandt. Neue Abonnenten erhofft man sich auch aus dem «Invest Game 2003». Den 16700 Teilnehmern wurde die Zeitschrift zugestellt. Stocks erscheint seit August 14-täglich statt wöchentlich. Seit dem Relaunch hätten die Kioskverkäufe um durchschnittlich 67 Prozent zugenommen.

Felix Walders Patchwork

Zeitungspool Ein gelungener Handstreich: Das NordOstCombi bringt 25 von der Publicitas unabhängige Gratistitel zusammen.

Zeitungspool Ein gelungener Handstreich: Das NordOstCombi bringt 25 von der Publicitas unabhängige Gratistitel zusammen.Man nehme die 22 Gratis-Wochenblätter des Ostschweizer Verlagshauses Zehnder, kombiniere diese im Norden mit dem Schaffhauser Bock und dem Singener Wochenblatt (rund um den Bodensee) und im Zürcher Unterland mit dem Wochenspiegel – und fertig ist NordOstCombi (NOC), der grösste Schweizer Zeitungspool. Die Idee zu diesem Verbund stammt von Felix Walder, dem ehemaligen Verlagsleiter der Schaffhauser Nachrichten. Doch offenbar war es ein Kunststück ganz eigener Prägung, die 25 Flöhe in einen Sack zu stecken. «Dieses Produkt gab es bisher nur deshalb nicht, weil jedermann den Aufwand der Aufbauarbeit scheute», schrieb etwa das von Zehnder unabhängige NOC-Mitglied Wochenspiegel. Der wirtschaftliche Leidensdruck wog stärker als die Tatsache, dass der Kombi-Rabatt einzelne Titel bis zu 50 Prozent bluten lässt.Über die Grenze hinaus
Seit September ist das Kombi nun mit einer Gesamtauflage von 782700 Exemplaren im Angebot – bis zum Jahresende mit der Einführungsaktion «Drei für zwei». Es besteht aus vier Erweiterungsmodulen, wobei das vierte Modul mit der Einbindung des Singener Wochenblatts eine Brücke nach Deutschland schlägt und bei Bedarf den Anschluss zum ABC Südwest Verbund, dem führenden Wochenzeitungspool im Bundesland Baden Württemberg (eine Million Exemplare), herstellt.
Gebucht wird exklusiv über Felix
Walders Firma Wypag in Bülach (www.wypag.ch). Diese weist schon erste Erfolge auf: «In der Startphase haben Vertreter der Branchen Wohnen/Einrichtung, Dentalbereich, Gesundheit, Ausbildung/Schulen, Ausstellungen, Stellen und Liegenschaften Anzeigen geschaltet», sagt Walder – alles Neukunden für die NOC-Titel.
Offerten für 2,8 Millionen
Umsatzzahlen für die ersten drei Monate will der initiative Anzeigenverkäufer Walder zwar keine nennen, er gibt aber bekannt, dass einige Grosskunden für das Jahr 2004 fest gebucht haben und dass Offerten für rund 2,8 Millionen Franken geschrieben wurden. «Das heisst aber noch lange nicht, dass alle Kunden tatsächlich das NOC buchen werden», fügt der umtriebige Medienprofi hinzu. Für die Aufbauarbeit rechnet er etwa drei Jahre, bis dahin glaubt er einen Umsatz von fünf bis sieben Millionen Franken erreichen zu können. Dabei schliesst Walder nicht aus, dass weitere Mitglieder dem NOC beitreten würden. Erste Anfragen lägen ihm bereits vor, sagt er.
Bis zu sieben Millionen Franken Umsatz will Felix Walder erzielen.
NordOstCombi: Die ganze Ostschweiz auf einen Streich.
25 Titel unter einem HutDas Basis-Modul NOC I besteht aus Kreuzlinger Nachrichten, Schaffhauser Bock, Thurgauer Nachrichten und Winterthurer Zeitung (141465 Exemplare, 1/1-Seite vf: 10255 Franken). Beim NOC II kommen Wiler Nachrichten und Wochenspiegel hinzu (214142 Exemplare, 1/1-Seite vf: 14291 Franken). NOC III, die gefragteste Kombination, erweitert NOC II mit Aarauer Nachrichten, Aargauer Rundschau, Appenzeller Rundschau, Bodensee Nachrichten, Bündner Nachrichten, Rheinfelder Nachrichten, Luzerner Rundschau, Nachrichten für das Limmattal, Neue Oberaargauer Zeitung, Neue Oltener Zeitung, Oberthurgauer Nachrichten, Rheintaler Bote, Schwyzer Woche, St.Galler Nachrichten, St.Galler Oberland Nachrichten, Zuger Woche, Züri Nachrichten und Züri Rundschau (700014 Exemplare, 1/1-Seite vf: 39958 Franken). NOC IV schliesslich ergänzt NOC III mit dem Singener Wochenblatt (1/1-Seite vf: 47663 Franken). (mk)
Markus Knöpfli

Worldmediafestival 2004 ausgeschrieben

Media Award Bis 31. Januar 2004 läuft die Eingabefrist für das 5. Worldmediafestival.

Media Award Bis 31. Januar 2004 läuft die Eingabefrist für das 5. Worldmediafestival.Der Wettbewerb für audiovisuelle Kommunikation wird von der Hamburger Kommunikationsagentur Intermedia veranstaltet. Die Preisverleihung findet am 11. und 12. Mai statt. Weitere Infos sind auf www.worldmediafestival.org abrufbar.

AdRating

APG

APGHürlimann auf Plakat lesen: Schön, dass Literatur in den öffentlichen Raum gelangt – aber mitten im Winter? Wärmende Worte zur Publicis-Aktion auf www.werbewoche.ch/adratingPostShop
Ja, die AdRater haben entschieden und für die Kampagne eine treffliche Bezeichnung gefunden: «sackschwach.»
Top 29,07%
Flop 70,93%

Businessmodell des Jahres

Bescheidenheit ist eine Zier – und die neuen Schweizer TV-Sender hoffen, mit ihr weiter zu kommen als ihre Vorgänger.

Bescheidenheit ist eine Zier – und die neuen Schweizer TV-Sender hoffen, mit ihr weiter zu kommen als ihre Vorgänger.Anders als Tele 24 und TV 3 legen sie sich nicht mit dem Werbemarktherrscher SRG an, sondern suchen alternative Nischen. U1 TV Station, Deutschschweizer Sender mit österreichischen Geldgebern, will nur einen Drittel des Umsatzes mit klassischer Werbung erzielen. Der Grossteil des Budgets soll laut Projektleiter Peter Kölbel mit «Sonderformen und Content-Verwertung» bestritten werden. So plante die Marketingagentur Unimark zwei Infomercial-Sendungen auf U1, die Showelemente mit Product Placement und Teleshopping verknüpft hätten. Im Dezember wurde die Übung allerdings abgeblasen, weil U1 Unimarks «Ansprüche an TV-Programme» nicht erfüllt. Als weiteres Standbein bleibt U1 die Telefonie: Die Zuschauer sollen sich über kostenpflichtige Nummern aktiv an Spielshows beteiligen. Darauf setzt auch der Zürcher Lokalsender ZüriPlus. Geschäftsführer Peter Steinmann hat aber noch eine weitere innovative Einnahmequelle erdacht: ZüriPlus lässt sich von TV-Produktionsfirmen bezahlen, damit es deren Formate ausstrahlt. Einerseits fungiert der Sender so als Schaufenster für die Produzenten, anderseits kassieren diese direkt die Sponsorbeiträge ihrer Sendungen. Auf diese Weise will ZüriPlus von Anfang an kostendeckend arbeiten. Peter Kölbel, Projektleiter von U1 TV Station.
(sm)

Exportschlager Steinmann

2003 war ein gutes Jahr für den SRG-Forscher Matthias Steinmann.

2003 war ein gutes Jahr für den SRG-Forscher Matthias Steinmann.Innerhalb der SRG bliess ihm zwar aus Armin Walpens Chefetage ein immer kühlerer Wind entgegen, der ihn im ersten Halbjahr etwas verschnupft erscheinen liess. Doch dort, wo Walpens kalte Bise nicht hinreicht, zum Beispiel in die Telecontrol-Gruppe, lief der vor der Pensionierung stehende Professor zu neuer Höchstform auf. Als Telecontrol-CEO stellte er dieses Jahr nicht nur seine neuste Erfindung vor, die Mediawatch, die Radio, TV, Kino, Plakat und Print misst, sondern bewies, dass er auch von Marketing etwas versteht. Obschon das Gerät noch gar nicht auf dem Markt ist, hat er die ersten Grossbestellungen bereits in der Tasche (WW 43/03). Aber auch das Telecontrol-Kästchen, das sich in den Neunzigerjahren kaum mehr in grösseren Mengen verkaufen liess, setzt er im Ausland wieder vermehrt ab. Den grössten Coup landete er aber in Sachen Eigenvermarktung: Den Job als Leiter der Radio- und TV-Forschung, den er hier zu Lande demnächst an den Nagel hängen wird, nimmt er in ähnlicher Form in Saudiarabien wieder auf – in einem Institut, das er dort gründet. Ihn freuts. Auch weil Walpens Frost ihm dort garantiert nichts anhaben kann. Forscht bald in Saudi-Arabien weiter: Matthias Steinmann.
(mk)

T-Online kauft Scout24

E-Commerce Der Internetprovider T-Online übernimmt die Scout24-Gruppe von der Zuger Beisheim Holding.

E-Commerce Der Internetprovider T-Online übernimmt die Scout24-Gruppe von der Zuger Beisheim Holding.Dafür zahlt die Tochter der Deutschen Telekom rund 180 Millionen Euro in bar. Der Kaufvertrag steht unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe sowie der Herauslösung der für T-Online strategisch nicht relevanten Firmen Morgen & Morgen und GesundheitScout24 aus der Scout24 AG. Diese erwartet 2004 einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro und ein positives Ebitda in einstelliger Millionenhöhe.

Zahl der Woche

Gehälter Massive Lohnabstriche musste das Kader der Branche Marketing/Werbung/PR 2003 hinnehmen. Laut einer Umfrage von Jobpilot und 20 Minuten sackte das Jahreseinkommen der Top-Führungskräfte im Durchschnitt um happige 15,04 Prozent ab. Was die Bra

Gehälter Massive Lohnabstriche musste das Kader der Branche Marketing/Werbung/PR 2003 hinnehmen. Laut einer Umfrage von Jobpilot und 20 Minuten sackte das Jahreseinkommen der Top-Führungskräfte im Durchschnitt um happige 15,04 Prozent ab. Was die Branche in diesem Jahr sonst noch bewegte, lesen Sie auf den Seiten 8 und 9.

Helmut Thoma: Trost für Roger Schawinski

Privat-TV Harald Schmidts Abgang bei Sat 1 sei für Roger Schawinski ein Imageproblem, aber keine Katastrophe, glaubt Helmut Thoma, ehemals Boss und heute Berater des Konkurrenten RTL.

Privat-TV Harald Schmidts Abgang bei Sat 1 sei für Roger Schawinski ein Imageproblem, aber keine Katastrophe, glaubt Helmut Thoma, ehemals Boss und heute Berater des Konkurrenten RTL.Schmidt sei nicht mehrheitsfähig, keiner, der Massen von Zuschauern hole, sagte er im Interview mit dem SonntagsBlick. Was Sat 1 dringend brauche, sei ein gutes serielles Programm, besonders eine Soap-Serie. Dass mit einer Nachrichten-Offensive etwas zu gewinnen sei, glaubt Thoma nicht. «Mit News kann man einen Privatsender höchstens schmücken».

Festland geht ins GDI

Die neue Kommunikationsagentur des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) heisst Festland.

Die neue Kommunikationsagentur des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) heisst Festland.Die St. Galler Werbeagentur verantwortet künftig die gesamte Unternehmens- und Produktkommunikation des GDI.

Walliser Kantonalbank wechselt das Ufer

Die Werbeagentur Rive Gauche hat den Gesamtetat der Walliser Kantonalbank gewonnen.

Die Werbeagentur Rive Gauche hat den Gesamtetat der Walliser Kantonalbank gewonnen.Die Genfer Agentur im Netzwerk von TBWA Switzerland setzte sich in einem Pitch durch. Die neue Kampagne kommt im Frühling und soll den Gesamtauftritt der Bank während der nächsten vier Jahre prägen.
get_footer();