Autor: admin
Das Ende der Werbefilmrolle
Kino Das gute alte Celluloid muss abtreten: Schon bald kann Kinowerbung digital übermittelt werden. Die Vermarkter erwarten Umsatzsteigerungen.
Deutlich tiefere Kosten
Und so funktioniert das Cinecom-System: Das Buchungstool in der Cinecom-Zentrale überspielt die individuellen Playlists an die einzelnen Server, diese wiederum senden nach erfolgter Vorführung eine Vollzugsmeldung an die Zentrale zurück.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Ausstrahlungskontrolle wird enorm vereinfacht und verbessert, die Cinecom spart jährlich einen «tiefen sechsstelligen Betrag» für Versandkosten, dem Kunden entfallen die Kopierkosten. Zudem lassen sich einheitliche Standards bezüglich Licht- und Tonqualität festlegen, die Rollenwechsel entfallen, und den Kinobesitzern eröffnet sich durch die Beamer eine vielfältigere Nutzung ihrer Säle, etwa als Vorlesungs- oder Konferenzsaal an Vormittagen, für Events und TV-Übertragungen.
Für die Werbekunden verkürzt sich zudem dank Digitalisierung die Buchungsvorlaufzeit auf eine Woche. «Bei Bedarf können einzelne Spots – etwa ein Blick-Spot mit der Headline vom Folgetag – noch kurzfristiger ausgetauscht werden», sagt Bruhin.
Und das Angebot weitet sich: «Kinopremieren zum Beispiel werden wir standardmässig anbieten», sagt Bruhin. Ebenso die Selektionsmöglichkeit nach den Genres Action, Art, Drama, Comedy, Family und Kids.
Selbst für die lokalen Kunden dürfte das Medium Kino attraktiver werden: Da die Beamer die Diaprojektoren ersetzen, sind künftig auch einfache Animationen bis zu 15 Sekunden mit oder ohne Ton möglich. Aber auch Standbilder kombiniert mit einem Radiospot sind denkbar.
Alles in allem erhofft sich die Cinecom eine erhöhte Nachfrage nach Kinowerbung. In Zahlen ausgedrückt: Ab dem zweiten Semester erwartet Cinecom-Geschäftsführer und Mitinhaber Matthias Luchsinger 10 bis 15 Prozent mehr Umsatz: «Wenn Kino zudem wie TV buchbar wird, werden sich TV-Kunden überlegen, auch im Kino zu werben. So wird es uns vielleicht gelingen, Teile der TV-Budgets ins Kino zu holen».
Ein Spot für drei Medien
Die Cinecom vermarktet nicht nur Kino und TV, sondern seit kurzem auch Screens. Die Gesamtstrategie, die dahinter steckt, wird nun durch die Kino-Digitalisierung plötzlich erkennbar: Derselbe Spot lässt sich in allen drei Medien einsetzen. Die Verbindung von Home- (TV) und Out-of-home-Medien (Kino, Screens) wird möglich, es können ganze Packages angeboten werden.
Dank der Digitalisierung, vermutlich vor allem aber dank der
etwas früheren Planung (siehe Kasten) ist die Cinecom derzeit auch bei den Kinobesitzern in der Pole-Position. Diese scheinen die Vorteile des Beamer, der ihnen sowohl das Handling vereinfacht als auch Zusatzeinnahmen verspricht, zu schätzen wissen, auch wenn sie für Installation und Unterhalt selbst aufkommen müssen. Vermutlich war dies ein Grund dafür, weshalb Mediavision im 2003 keine weiteren Kinopachten hinzugewinnen konnte.
Dreifache Freude: Digitale Kinowerbespots sind für Vermarkter, Kunden und Kinobesitzer vorteilhafter.
Unter DruckAuch Mediavision, die etwa 100 Säle in der Westschweiz vermarktet, rüstet punkto Digitalisierung auf. «Selbstverständlich wird
Mediavision die Kinos, die sie verpachtet, bis Ende Jahr ebenfalls digital installieren», sagte Olivier Bloch, Direktor von Mediavision Suisse. Mehr war nicht zu erfahren. Der Entscheid verwundert nicht: Sowohl seitens der Kinobesitzer als auch der Werbekunden ist der Druck jetzt nachzuziehen gross. Gerade Werbekunden wären wohl kaum bereit gewesen, eigens wegen der Mediavision-Kinos noch eine Handvoll Werbefilmrollen zu produzieren. (mk)
Markus Knöpfli
JobChange
wird per April Konzernbereichsleiter Zeitschriften bei Ringier und nimmt in dieser Funktion Einsitz in die Geschäftsleitung. Zuletzt war er Leiter Zeitschriften und Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia.
Anfang Dezember hat Sonja Hürlimann die Verantwortung für die strategische Planung bei Euro RSCG Switzerland übernommen. Zuvor war sie acht Jahre strategische Planerin bei Advico Young & Rubicam.
…
Sylvie Sengelin-Ritter ist neue Leiterin der Basler Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. Der bisherige Leiter des Bereichs Uhren, Martin Fergusson, ist neu als Sales Director für die Betreuung der Aussteller zuständig. Die Leiterin Marketing und Kommunikation, Monica Guarnaccia,
verlässt die Messe nach fünf Jahren auf eigenen Wunsch. Für Kommunikation ist künftig Bernard Keller zuständig. Das Marketing übernimmt Messeleiterin Sylvie Sengelin-Ritter ad interim.
…
Regionalredaktor Norbert Waser ersetzt Claudio Willi als stellvertretenden Chefredaktor beim Bündner Tagblatt.
…
Anfang April übernimmt Marc Görtz von Fibo Deutsch die Geschäftsführung von Ringier-TV. Deutsch bleibt auf Konzernebene weiterhin für die Fernsehaktivitäten von Ringier verantwortlich. Ebenso behält er die Geschäftsführung von Presse-TV.
…
Ab sofort ist Yvette Häfliger für die Kundenberatung bei Blickle
Directmarketing zuständig. Sie übernimmt die Nachfolge von
Myrtha Fotsch, die das Unternehmen nach acht Jahren verlässt.
Häfliger war zuletzt Leiterin Direktmarketing bei der Zurich Invest Bank AG.
…
Die PR-Agentur Zahner & Partner begrüsst zwei neue Mitarbeiterinnen. Anfang Januar stiess Sabine Egger, zuvor Moderatorin und Produzentin bei Tele Ostschweiz, zum Team des St. Galler Hauptsitzes. Im Februar verstärkt Mona Sieber die Filiale in Zürich, wo sie als Projektleiterin
tätig sein wird. Sieber arbeitete bisher bei der Berner PR-Agentur
Zoebeli Communications.
…
Anfang Jahr hat Renato Oliva die Anzeigenrepräsentanz von Axel Springer (AS) in der Schweiz übernommen. Die Stelle wurde neu geschaffen. Oliva war bisher als Kundenberater mitverantwortlich für den Anzeigenverkauf bei Stocks. Musti Asaf, Anzeigenleiter Stocks, und Kundenberaterin Antonia
Aerni übernehmen seine Aufgaben.
Kostbares Nass
6000 Kinder sterben jeden Tag weltweit an Diarrhö, weitere zwei Millionen Menschen leiden an Krankheiten, die direkt oder indirekt mit einem Mangel an sauberem Wasser und ungenügenden sanitären Einrichtungen zusammenhängen.
Mehr Inserate trotz Flaute
Inseratemarkt Erstmals senkt PrintOnline (POL) seine Tarife nicht, sondern behält sie bei – weil immer mehr kleine Inserate keine höheren Erlöse brachten. Dafür bietet POL mehr Flexibilität bei den so genannten Händlerinseraten.
Die Kehrseite der Medaille: Das Nonprofit-Unternehmen, an dem Ringier, NZZ, Tamedia und Publicitas zu je 25 Prozent beteiligt sind, blieb mit einem Umsatz von 1,9 Millionen Franken um 5,5 Prozent unter Budget. Der Grund: «Die Zahl der Aufträge mit kleinen Inseraten nahm stärker zu als erwartet», sagt Obrist. POL hatte einen Anteil von 25 Prozent budgetiert, effektiv waren es schliesslich gut 40 Prozent. Das führte in Folge der tieferen Preiskategorie zur Erlösminderung gegenüber Budget und Vorjahr (Umsatz 2002: knapp 2 Millionen Franken). Erstmals nimmt POL deshalb im 2004 keine Preisreduktionen vor – bisher wurden die Tarife jedes Jahr gesenkt. Die Zunahme der kleinen Inserate ist gemäss Obrist einerseits konjunkturell bedingt, zum andern sei POL dank der tieferen Preise auch von Vermittlern von Stelleninseraten vermehrt genutzt worden.
Demnächst wartet POL mit POLAS, einem neuen Angebot für Inserenten auf, die ihre Anzeigen beispielsweise regional anpassbar machen wollen (so genannte Händlerinserate). POLAS steht für PrintOnline Anzeigensystem. Dieses soll es künftig möglich machen, ein Grundinserat – etwa mit dem CI einer Automarke – im POLSystem so zu speichern, dass autorisierte Garagisten direkt darauf zugreifen können. Diese setzen in der Folge ihren individuellen Text, einen neuen Titel oder die eigene Adresse ein, wählen allenfalls ein anderes Bild und erteilen danach einen Buchungsauftrag für ihre Regionalzeitung. «Wir werden schon in diesem Monat mit POLAS starten, derzeit suchen wir noch Pilotkunden», sagt Obrist. Für das Speichern im POL-System und das Generieren der Daten wird der Auftraggeber zur Kasse gebeten, den einzelnen Auftrag berappt wie bisher der Empfänger.
«Schmierereien» vermeiden
Auch die Druckqualität von Inseraten will POL verbessern helfen. Dazu wird ein Quality-Club initiiert, dem Datenproduzenten einerseits und Druckereien andererseits beitreten können. Ziel ist, im laufenden Jahr bei der Datenübermittlung auf den ISO-Standard PDF/X-3 zu wechseln, womit künftig insbesondere in Zeitungen ein «Schmiereffekt» vermieden werden könne, so Obrist. Dies bedinge aber auf Sender- und vor allem auf Empfängerseite Softwareanpassungen. Für Verlage grosser Zeitungen, die ohnehin daran sind, neue Druckmaschinen zu installieren, stellt die Umstellung auf den internationalen Standard kein Problem dar. Für kleinere Verlage hingegen schon. Deshalb will POL all jenen Verlagen, die eine Umstellung nicht verkraften würden, entsprechende Instrumente zur Verfügung stellen.
PrintOnline-Chef Kurt Obrist
Markus Knöpfli
Das Magazin spart durch Lohnverzicht
Die Redaktion des ‹Magazins›, der Wochenendbeilage des Tages-Anzeigers, verzichtet auf 7,5 Prozent ihres bisherigen Lohnes.
Die APG im Taschenformat
Dokumentation Mit «Das Plakat – 2004 in Kürze» hat die Allgemeine Plakatgesellschaft (APG) ihre Angebotsdokumentation im handlichen Taschenformat veröffentlicht.
Szenemagazin Insider im neuen Look
Facelifting Zum Jahreswechsel hat der Insider Verlag sein Magazin neu gestaltet. Mit der Umsetzung wurde die Luzerner Werbeagentur Ideart beauftragt.
Ausschreibung für die Stop-Aids-Kampagne
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) startet das neue Jahr mit einem Wettbewerb um das Mandat der Stop-Aids-Kampagnen für 2005 bis 2008.
Jedem seine Insel
Eigenwerbung Dass Incentive-Reisen ein beliebtes VF-Mittel sind, weiss jeder, kann sich aber kaum mehr jemand leisten.
Vivent les trois rois!
Traditionsgemäss eröffnete letzte Woche an der Dreikönigstagung des Medieninstituts des Verbands Schweizer Presse deren Präsident Hanspeter Lebrument den diesjährigen Veranstaltungsreigen.
Dass es beim Tages-Anzeiger aufwärts gehe, war von Chefredaktor Peter Hartmeier und Vertriebschef Gilbert Hirzel zu vernehmen. Die Anzeichen mehrten sich, dass der Tagi erstmals seit fünf Jahren die Auflage halten könne, verrieten jedenfalls die beiden dem PR-Doyen Aloys Hirzel. Womit die Angelegenheit kommunikationstechnisch sicher schon mal richtig platziert wurde.
Ebenfalls positiv schaute Sebastian Turner von Scholz & Friends aufs kommende Jahr, obwohl Erzkonkurrent Springer & Jacoby auf den Frühling die Gründung einer Schweizer Dépendance angekündigt hat. Das zeige, dass der Schritt in die helvetischen Gefilde richtig gewesen sei. Es sei nicht das erste Mal, dass S & J Schritte nachvollziehe, welche die Friends bereits
gemacht hätten. In den deutschen Stammlanden habe man das schon bei der Europäisierung oder der Umorganisation der Unternehmens-Units erlebt, meinte der Gastreferent zu seinen Zürcher Verwaltungsrätinnen Yvonne Hodel und Diana Strebel.
Kurzes Fazit: Es scheint wirklich ein ganzer Berufszweig den Aufschwung zu erwarten. Na, wenn denn diese Hoffnungen bloss nicht enttäuscht werden!
Beat Fritschamüsierte sich auch nach Silvester königlich und dankt auf diesem Wege allen Karten-, SMS- und Mail-Schreibern herzlich, welche ihn zum Neujahr beglückten. So viele gute Wünsche kamen, dass Beantwortung und Verdankung schlicht zu viel Zeit in Anspruch genommen hätten. Genau für solche Fälle hat man seine eigene Kolumne. Und ein paar Kollegen traf man ja auch noch an der traditionellen Dreikönigstagung.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den diversen Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
Hans Peter Lebrument (l.), Präsident Schweizer Presse, und Filippo Leutenegger, Präsident in spe der FDP Zürich.
Marco de Stoppani und Tobias Trevisan (r.) scherzten und nannten AZ-Chefredaktor Markus Gisler (l.) «den neuen Mitarbeiter der NZZ».
Paolo Placa (l.), Anzeigenleiter von Reader’s Digest, unterhielt sich mit Bruno Oetterli von Radiotele über die Branchenaussichten.
Führungsspitze von Scholz & Friends Zürich: VR-Präsident Sebastian Turner mit VR-Frauen Yvonne Hodel (l.) und Diana Strebel.
Frank Schneider von den Schaffhauser Nachrichten mit J. Pepe Wiss vom Bund und Toni Vetterli (v. l.) vom Verband Schweizer Presse.
Barbara Dohner (l.), Zürichsee Presse, und Michèle Meissner von Compress posierten mit Direct-Marketing-Fachmann Edi Häusler.
Tauschten Neujahrswünsche aus: Radiotele-Verkaufsleiter Felix Kilchsperger (l.) und
Cinecom-CEO Matthias Luchsinger.
Verena Nicole Giehse hatte News für Christian Gartmann – sie ist neu als Beraterin bei Publicitas Zürich zu finden.
Ständig lachende Frohnaturen: BZ-Anzeigenleiter Michi Seiler (l.) mit Werner Baumann von Ad.X AG beim dreiköniglichen Lunch.
Verhalten optimistisch: Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier (l.) und Tamedia-Vertriebsleiter Gilbert Hirzel (r.) mit PR-Altmeister Aloys Hirzel.
Werber im TV-Vermarkter-Clinch: Frank Bodin zwischen Martin Schneider (l.), Publisuisse, und Michi Frank (r.), IP Multimedia.
Rückten vor dem Abdrücken noch schnell die Cola-Fläschchen ins beste Licht: Andy Lehmann, Erik Keller und Urs Zeier (v. l.).
NZZ-Marketingleiter Christoph Bauer (l.) mit Anita Haberthür und Daniel Matter von der Werbeagentur Matter & Partner.
Die Damen von der Tamedia: SonntagsZeitung-Verlagsleiterin Sandra Geiger (l.) und Tagi-Marketingleiterin Gabi Wettstein.
Alte BSW-Weggefährten an der Dreikönigstagung: Urs Beer, Walter Merz und Peter Leutenegger (v. l.).
