Ziel nicht erreicht

Werbeumsätze Anders als angekündigt kann der Advertising Index Switzerland (AIS), die Werbeumsatzstatistik der Wemf,

Werbeumsätze Anders als angekündigt kann der Advertising Index Switzerland (AIS), die Werbeumsatzstatistik der Wemf,Werbeumsätze Anders als angekündigt kann der Advertising Index Switzerland (AIS), die Werbeumsatzstatistik der Wemf, für das Medium TV nicht das fakturierte Brutto ausweisen, sondern nur – wie Konkurrent Media Focus (MF) – Brutto-Brutto-Zahlen. Dies teilte die Wemf ihren Kunden mit. Der Grund: Ein grosser Werbeauftraggeber hat sich via seine Agentur geweigert, das fakturierte Brutto anzugeben, weil aus dem Vergleich der AIS- und MF-Zahlen Freespace und Rabatte in etwa ableitbar wären. «Leider ist beim Medium TV keine Transparenz gefragt – aber wir können uns nicht gegen den Markt stellen», bedauert AIS-Projektleiter Hans-Jürg Gränicher auf Anfrage.
Immerhin kann der AIS neu doch Kinowerbeumsätze ausweisen – ebenfalls nur brutto-brutto. Bei den Mediengattungen Print, Plakat, Online, Radio und Teletext hingegen bleibt es beim fakturierten Brutto. Die Folge: Der AIS wird weder Gesamtwerbeumsätze noch Marktanteile aufzeigen können. Gränicher: «Unser Ziel, eine bessere Medienstatistik zu realisieren, haben wir nicht erreicht.»
(mk)

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LTV Gelbe Seiten

LTV Gelbe SeitenHollywood von seiner sonnigsten Seite: Filmreife Meinungen zur neuen Kampagne von Publicis für die LTV Gelben Seiten AG sind erbeten auf
www.werbewoche.ch/adrating
APG (Publicis)Das Plakatbuch, ein gnadenloser Flop! Wo wir doch seit der Pisa-Studie wissen: Lesen ist doof. Dann doch lieber Bilder gucken.
Top 8,03 %Flop 91,97%

Giger & Partner umwirbt Implantologen

Die Zürcher Kommunikationsagentur Giger & Partner hat ein Direktmarketing-Mandat von 3i Implants Schweiz erhalten.

Die Zürcher Kommunikationsagentur Giger & Partner hat ein Direktmarketing-Mandat von 3i Implants Schweiz erhalten.Giger&Partner wurde mit der Konzeption und Gestaltung eines Mailings für Implantologen-Kurse beauftragt.

HTML-Mails: Sehen und gesehen werden

E-Commerce II E-Mail-Marketing im HTML-Format hat mehr Erfolg als blosse Textnachrichten. Dies hat der Online-Werbedienstleister Doubleclick ermittelt.

E-Commerce II E-Mail-Marketing im HTML-Format hat mehr Erfolg als blosse Textnachrichten. Dies hat der Online-Werbedienstleister Doubleclick ermittelt.Er hat 2 Milliarden E-Mails ausgewertet: HTML-Nachrichten, die ein ausgeklügeltes Layout enthalten, wiesen eine Click-Through-Rate von 14,4 % aus. Textnachrichten erreichten 4,3 %.

Schutzheiliger des Discounts

Elektronik Erneut bläst der Elektronikhandel zum Halali für alle Schnäppchenjäger. Für Eschenmoser findet Wirz neue Wege im Discountdschungel.

Elektronik Erneut bläst der Elektronikhandel zum Halali für alle Schnäppchenjäger. Für Eschenmoser findet Wirz neue Wege im Discountdschungel.Signalrote Displays, Prozentzeichen und Hammerpreise soweit das Auge reicht. Obwohl es noch keine erhärteten Zahlen zum Geschäftsverlauf um Weihnachten 2003 gibt, zementiert der Handel in diesem Januar beherzt den Eindruck, dass er auf noch mehr Ware sitzen geblieben ist als sonst. Zwar scheinen die Läden mit ihren Angeboten die Frequenz erhöhen zu können, doch die Kassen füllen sich nicht mehr so schnell wie früher. Der Kunde ist noch kritischer, erkennt Ware, die speziell für den Ausverkauf hergestellt wurde oder er dreht den Rappen ein paar Mal mehr um als in vergangenen Jahren. Man darf sich fragen, ob die vom Handel selbst gepredigte Kampfspar-Mentalität («Geiz ist geil») die Konsumenten immuner gemacht hat.Es geschehen doch noch Wunder
Unter diesen Umständen war es nur eine Frage der Zeit, bis kreative Werbestrategen das margenfeindliche Konsumverhalten auch noch in den Status des Sakrosankten erheben würden. Den Einfall hatte das Wirz-Team um CD Hanspeter Schweizer. Texter John Leuppi und AD Britta Egger ernannten Prozentus zum Schutzpatron der Schnäppchenjäger. Schliesslich glaube die Elektronikfachkette Eschenmoser daran, sagt Leuppi und schmunzelt. Damit habe man eine verblüffendere Dramatisierung auf dem Grundkonzept «Kein Wunder bei diesen Preisen» gefunden. Sie wird als Plattform auch für künftige 10%-Rabatt-Wochen im Juni und September dienen. Bisherige Kampagnen spielten mit Piktogrammen, die auf das Gewicht überfüllter Eschenmoser-Tragtaschen hinwiesen. Nebst Anzeigen, Plakaten, Tramhänger und Give-away-Heiligenkärtchen mit der ironischen Werbefigur werden drei Radiospots geschaltet, bei denen aber Prozentus keine tragende Rolle spielt. Man sei mit der Werbeidee vorsichtig umgegangen, da sie sonst für gewisse Konsumentengruppen ins Blasphemische hätte kippen können. Für die Spots fand Leuppi «prominente Besetzung»: Patricia Boser und Daniela Baumann dürfen sich rühmen, die ersten bekennenden Anhängerinnen des Prozentus zu sein.
Oh Prozentus, führe uns durch den Discountdschungel: Wirz erfindet einen Schutzpatron für die Elektronikfachkette Eschenmoser.

Discount Prozentus, Schutzheiliger der Schnäppchenjäger, wirbt für die Elektronikfachkette Eschenmoser >> Seite 10
Luca Aloisi

Intrigen? Ideen.

Aufgefallen Aus berufenem Munde kommt eine weitere Lektion in innovativem, also gutem Journalismus. Deren Fazit: Wer Einfälle hat, gewinnt redaktionelle Macht – und umgekehrt. Nur wehe, man wird Chef.

Kolumne Aus berufenem Munde kommt eine weitere Lektion in innovativem, also gutem Journalismus. Deren Fazit: Wer Einfälle hat, gewinnt redaktionelle Macht – und umgekehrt. Nur wehe, man wird Chef.Was, Mbwana, brauchen Sie, um ein guter Journalist zu sein? Die Antwort ist in einem Satz zusammenfassbar: Sie müssen etwas zu sagen haben. Und zwar inhaltlich, aber mehr noch im übertragenen Sinn. Denn um vernünftig – das heisst mit genügend Aufträgen, interessanten Themen und ohne Zensur – arbeiten zu können, brauchen Sie vor allem eins: eine gute Portion Macht.Das Angenehme am Journalismusjob ist die erfreuliche Grösse des Absatzmarkts. Krise hin, Krise her: Jede der Tausenden von Seiten Druckerschwärze, die täglich in diesem Land erscheinen, muss für die nächste Ausgabe wieder gefüllt werden. Diese arbeitnehmerfreundliche Tatsache führt dazu, dass Journalisten eine zwar klatschsüchtige, aber letztlich doch kollegiale Bande sind. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Die Torte ist zu gross, um futterneidisch zu sein.
Wie es in feudaleren Branchen zugeht, sieht man etwa im Kunstbetrieb. Dort verteilt eine kleine Clique das Geld (Stipendien, Galerien, Mäzene) an periodisch wechselnde Günstlinge. Die Folge sind Schleimerei, Unterwerfung unter den aktuellen Code, Ruf schädigende Gerüchte, harte Hierarchien, existenzieller Neid. Wer sich in der Kunstszene umtreibt, riecht vor allem eins: den Schweiss klassischer Höflinge – Anpassung und Angst. Nicht zufällig sehen die hippen Jungkünstler wie geklont aus und drein.
Doch zurück zum Journalismus. Wie in jeder Aufmerksamkeitsindustrie entscheidet auch hier das Publikum über Erfolg und Misserfolg. Nur: Das Publikum sind nicht die Leser, sondern die Kollegen. Und vor allem die eigene Redaktion. Das Prestige im eigenen Blatt bestimmt den Freiheitsgrad, den Sie haben, Mbwana. Dieser wiederum bemisst sich an der Brauchbarkeit Ihrer Ideen. Das klingt auf den ersten Blick blauäugig: Gute Gehirne sind für Karrieren zwar nicht hinderlich, aber selten ausschlaggebend; Ellbogen und Sitzfleisch sind dies weit öfter. Aber weil die Resultate des internen Wettbewerbs täglich respektive wöchentlich für alle sichtbar sind, ist der Journalismus auch hier ein Spezialfall.
Intrigen gedeihen dort am besten, wo Intransparenz herrscht: in der Bürokratie, der Politik und in den Teppichetagen (auch der Medienhäuser). In den handwerklichen Untergeschossen hingegen werden Sie immer eine Lobby haben, solange Sie den unverzichtbaren Rohstoff (an)schaffen: Ideen. Die sind die Basis der redaktionellen Macht. Deshalb hier eine kurze Checkliste:
1. Natürlich beziehen auch Sie gute Ideen nur im Halbjahresabonnement. Aber hey!, wir sprechen von Medien, also einer fast perfekten Recycling-Branche, wo Papier aus Papier wächst und gute Ideen gut bleiben, auch wenn sie von anderen Medien abgekupfert sind: Mit Vorzug von fremdsprachigen. Also: Lesen Sie die Konkurrenz – und klauen Sie wie eine Elster.
2. Interessant ist dabei fast immer, was Sie interessant finden. Finden Sie täglich eine halbe Stunde heraus, was das ist. Und welche Fragen sich daraus ergeben. Fällt Ihnen nichts ein, telefonieren Sie scheinbar absichtslos mit Kollegen. Et voilà!
3. «Du kannst nur improvisieren, wenn du perfekt vorbereitet bist», sagte einst Sammy Davis Junior. Durch Lektüre munitioniert, werden Sie auf jeder Sitzung glänzen. Tun Sie dabei so, als würden Sie die Einfälle aus dem Ärmel schütteln. Schliesslich sind Sie kein Streber, sondern inspiriert.
4. Seien Sie zugleich spendabel, lassen Sie sich bereitwillig beklauen. Denn erstens ist intellektueller Geiz der Tod jeden Kopfes. Und zweitens machen Sie Beschenkte und Diebe zunehmend und zuverlässig abhängig.
5. So werden Sie unverzichtbar. Nutzen Sie diese Freiheit, zu tun, was Sie wollen. Natürlich kommen Sie damit auf Dauer nicht durch. Denn eines Tages wachen Sie auf und sind Chef. Also nicht mehr Journalist, sondern Funktionär. Aber das, Mbwana, ist eine andere Geschichte.
> Constantin Seibt ist Redaktor für Politik und Wirtschaft bei der WochenZeitung WoZ.

Oltner Tagblatt wehrt sich gegen Zürcher Teilhaber

Print Die Dietschi AG will die Zürcher Vermögensverwaltung Albin Kistler Partner (AKP) nicht als Teilhaber.

Print Die Dietschi AG will die Zürcher Vermögensverwaltung Albin Kistler Partner (AKP) nicht als Teilhaber.Print Die Dietschi AG will die Zürcher Vermögensverwaltung Albin Kistler Partner (AKP) nicht als Teilhaber. Die Herausgeberin des Oltner Tagblatts wehrt sich gegen ein Kaufangebot von AKP. Tagblatt-Verleger Albert Tageling sagte der Mittelland Zeitung, man wolle den Aktionärskreis regional halten. Zudem hält er es für möglich, dass AKP heimlich für einen anderen Verlag agiert. Dies wird von AKP zurückgewiesen. Sie besitzt bereits einige Beteiligungen im Medienbereich: An den Zürcher Oberland Medien, der NZZ, der NLZ, der AZ sowie am Zofinger Tagblatt.

Tele Ticino setzt exklusiv auf Radiotele

Regional-TV Radiotele kümmert sich seit Anfang Jahr exklusiv um die Vermarktung von Tele Ticino in der Deutschschweiz und der Romandie.

Regional-TV Radiotele kümmert sich seit Anfang Jahr exklusiv um die Vermarktung von Tele Ticino in der Deutschschweiz und der Romandie.Regional-TV Radiotele kümmert sich seit Anfang Jahr exklusiv um die Vermarktung von Tele Ticino in der Deutschschweiz und der Romandie. Der einzige Tessiner Privatfernsehsender wolle zu Gunsten einer einheitlichen Vermarktungsstrategie auf weitere Vermittler verzichten, heisst es in einer Mitteilung von Radiotele.

Klarheit für Metzgerlehner

Werbeetats Trotz der Hiobsbotschaften um die konkursite Erbgruppe ist die Werbeagentur Metzgerlehner einigermassen gut ins neue Jahr gestartet.

Werbeetats Trotz der Hiobsbotschaften um die konkursite Erbgruppe ist die Werbeagentur Metzgerlehner einigermassen gut ins neue Jahr gestartet.«Letzte Woche hat die belgische Alcopa-Gruppe, die den Automobilbereich der Erb-Gruppe erworben hat, unsere Mandate für Suzuki und Hyundai verlängert – und zwar über das Jahr 2004 hinaus», freut sich Ted Metzger, Mitinhaber von Metzgerlehner. Fest stehe auch, dass die Agentur alle im 2003 erbrachten Vorleistungen für 2004 verrechnen darf. Unklar sei hingegen, was mit den übrigen offenen Rechnungen geschieht. «Dass wir uns einen Teil ans Bein streichen müssen, steht ausser Zweifel», sagt Metzger, fügt jedoch hinzu: «Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.»Ob dies auch für die Mitsubishi-Agentur One Stop und für die
Mediaagentur m&m gilt, ist unklar. Bei m&m war bis Redaktionsschluss keine Auskunft erhältlich. Und für One Stop wird sich die
Situation frühestens Ende dieser Woche entscheiden. Möglich ist, dass Alcopa die Mitsubishi-Vertretung in der Schweiz abstösst.
(mk)

Alte Hasen mit jungen Ideen

Newcomer-Agentur des Jahres Fünf gestandene Werber und Familienväter zeigen in aller Bescheidenheit, wos lang geht: Spillmann Felser Leo Burnett – oder die ausserordentliche Erfolgsstory einer ganz gewöhnlichen Werbeagentur.

Newcomer-Agentur des Jahres Fünf gestandene Werber und Familienväter zeigen in aller Bescheidenheit, wos lang geht: Spillmann Felser Leo Burnett – oder die ausserordentliche Erfolgsstory einer ganz gewöhnlichen Werbeagentur.Kaum eine andere Agentur hat in den letzten zehn Jahren einen derart fulminanten Start vorzuweisen und gleichzeitig so wenig von sich reden gemacht wie die am 1. Juli 2002 neu gegründete Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB). Ersteres hat mit ihrem Können, Letzteres mit ihrer Bescheidenheit zu tun. Hinter der Neugründung steht mit Executive Creative Director Martin Spillmann (49), CEO Peter Felser (41), Managing Director Rolf Zimmermann (41), Creative Director Peter Brönnimann (38) und Finanzchef Michael Waeber (44) das ehemalige Kader von Advico Young & Rubicam (AY&R) in Zürich. Ihre Funktionen behalten sie auch in ihrer eigenen Agentur inne, wobei sich die beiden Kreativen bestens ergänzen: Während Martin Spillmann, Konzepter vieler preisgekrönter Kampagnen, von der Gestaltung her kommt, ist Peter Brönnimann ein begnadeter Texter. In den letzten Jahren gehörten die beiden zu den meistprämierten Kreativen der Schweiz. Dass nicht alle fünf Partner im Agenturnamen vertreten sind, habe einen praktischen Grund und zeige, dass sie sich mehr als Team denn als Einzelkämpfer verstehen, heisst es.
«Wir sind die Newcomer mit grauen Schläfen», scherzt Peter Felser, der mit Martin Spillmann und Rolf Zimmermann 17 Jahre lang den Erfolg von AY&R massgeblich mitbestimmte, in den vergangenen zehn Jahren auch gemeinsam mit Peter Brönnimann. Einzig der studierte Betriebswirtschafter und diplomierte Wirtschaftsprüfer Michael Waeber verbrachte nur zwei Jahre bei AY&R als Finanzchef.
Es lebe die Freiheit
Warum dieser gemeinsame und abrupte Ausstieg nach so vielen Jahren Kontinuität und Erfolg bei der noch vor kurzem grössten Werbeagentur der Schweiz? «Selbst als Mitglied der Geschäftsleitung verfügten wir bei AY&R noch über unsere ersten Anstellungsverträge und somit über die relativ kurze Kündigungsdauer von drei Monaten, was nach aussen hin den Eindruck eines plötzlichen Ausstiegs hinterliess», erklärt Spillmann.
Der Entscheid zum Schritt in die Selbstständigkeit sei langsam gereift. Er basierte nicht zuletzt darauf, dass die Y&R-Agenturkette im Oktober 2000 von der WPP-Gruppe übernommen worden war. «Während Young & Rubicam ihren Agenturen eine hohe Eigenverantwortung zugestand, führt WPP zentralistisch. Das hat dem Wunsch nach unternehmerischer Selbstbestimmung rasch Taten folgen lassen», ergänzt Felser.
Selbstbestimmung ist den alten Füchsen offensichtlich so wichtig, dass sie als Familienväter selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf den sicheren Karrierejob verzichteten und sich ins Abenteuer der Selbstständigkeit stürzten. Wie ernst es ihnen damit war, zeigt, dass die fünf Partner gleich mit fünfzehn Mitarbeitenden starteten. In der Schweiz zählen sie damit zu den mittelgrossen Agenturen.
Dank zahlreichen Auszeichnungen bei internationalen Kreativ-Wettbewerben sind die Newcomer auch auf der internationalen Bühne keine Unbekannten. Zudem wurde AY&R noch vor ihrem Weggang vom Netzwerk zur «Best Agency of the Year» ernannt, was international auf ein grosses Echo stiess. Nach Bekanntgabe ihres Vorhabens waren internationale Netzwerke mit einschlägigen Angeboten denn auch rasch zur Stelle. Dass ihre Wahl auf Leo Burnett fiel, hat mit ihrem kreativen Anspruch und ihrem Drang nach Unabhängigkeit zu tun: Das Network zählt weltweit zu den kreativsten und gab sich mit einem Aktienanteil von 20 Prozent zufrieden, während 80 Prozent bei den fünf Agenturgründern verbleiben.
Es spricht für die junge Agentur, dass sie auch nach eineinhalb Jahren noch keinen Network-Kunden betreut. «Wir wollten zuerst auf die eigenen Beine kommen», hält Felser fest. Erster nationaler Kunde wurde Swiss Dairy Food, das sein Business über die Landesgrenze hinaus ausdehnen wollte. Daraus wurde nichts, Monate später schlitterte das Milchverarbeitungsunternehmen – die einst stolze Toni-Molkerei – in den Konkurs. Immerhin wurde die Schweizer TV-Werbung in jenem Sommer um einen gut gemachten Spot für das legendäre Jogurt im Glas reicher.
Markenführung als Kernaufgabe
«Herausragende kreative Werbung für Kunden zu machen, die das auch wirklich wollen und dabei gemeinsam Spass haben», ist die Motivation der Agenturgründer. Davon liessen sich im ersten Jahr bereits ein gutes Dutzend Auftraggeber anstecken. Dabei fällt auf, dass es sich durchwegs um renommierte Schweizer Unternehmen mit starken Marken handelt: Von der Alpenarena Flims-Laax-Falera über die Luxusuhrenmarke Carl F. Bucherer und das Grand-Hotel Dolder bis zum Feldschlösschen Bier, dem Warenhaus Globus, dem Outdoor-Ausrüster Mammut und den Bergschuhen Raichle sowie der Rentenanstalt/Swiss Life und Swisscom.
Das kommt nicht von ungefähr: Im Rahmen der periodisch weltweit von Young & Rubicam durchgeführten Markenstudie BrandAsset Valuator liess die Schweizer Niederlassung AY&R in den Jahren 1995, 1998 und 2000 je eine repräsentative Studie bei der deutsch- und französischsprechenden Bevölkerung über Differenzierung, Relevanz, Wertschätzung und Vertrautheit von gut tausend Marken durchführen. Als Projektleiter fungierte jeweils CEO Peter Felser. Er war es auch, der die dabei gewonnenen Resultate und Kenntnisse den Medien und interessierten Werbeschaffenden näher erläuterte. Sein so erworbenes fundiertes Markenwissen macht ihn für zahlreiche Markenartikler zum begehrten Gesprächspartner. Und die Tatsache, dass sich Spillmann und Felser während ihrer gemeinsamen Laufbahn das gleiche Verständnis und dieselbe Denkweise angeeignet haben, macht sie zum Dreamteam für jeden Auftraggeber, der eine differenzierte Markenführung als Kernaufgabe der Kommunikation betrachtet.
Genau dieser Anspruch führte bei Mathias Kiess, Brand-Manager bei Feldschlösschen, zu einem Pitch unter vier Agenturen. «Als Branchenleader mit einem Marktanteil von 25 Prozent – der zweitgrösste kommt lediglich auf 11 – und einer Distribution im Handel und in der Gastronomie von gut 50 Prozent müssen wir langfristig denken und unsere starke Marke in die richtige Richtung führen», erklärt Kiess die Ausgangslage und meint, dass die Gefahr der Trägheit gross sei. Weil SFLB die besten Lösungsansätze präsentierte, gewann sie mit dem zuständigen Managing Director Rolf Zimmermann gleich den Gesamtetat des Schweizer Bierriesen. Die Agentur habe richtig erkannt, so Kiess, dass die Marke Feldschlösschen einer Verjüngung bedarf, ohne aber die traditionellen Biertrinker auszuschliessen.
Die neue Kampagne positioniert Feldschlösschen als stolzes Schweizer Bier, mit dem man auf schweizerische Erfindungen oder Errungenschaften anstösst, die weit über die Grenzen hinaus bekannt sind. Jeder Spot überrascht mit einer kleinen feinen Geschichte, die Traditionalisten mit Stolz berühren, junges und jung gebliebenes Publikum mit humorvollen Aussagen zum Schmunzeln bringt. Dass dieser Humor auch in den Printmedien funktioniert, ist eine Bravourleistung.
Für Mathias Kiess zählt in der alltäglichen Zusammenarbeit mit der Agentur auch eine auf Agenturseite oft vernachlässigte Eigenschaft: «Ich fühle mich von SFLB ernst genommen, man hört mir zu; die Probleme können gründlich besprochen werden, um zu den besten Lösungen zu gelangen.» Auch bezüglich Honorierung gehe man gemeinsam neue, faire Wege. Auf der Grundlage eines bestimmten Parameters werde am Jahresende gemeinsam ein AgenturRating erstellt, welches einen Teil der Honorierung beeinflusse. Dazu Kiess: «SFLB ist sicher nicht billig, hat aber ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis. Ihre Arbeitsweise ist unkompliziert, flexibel und sehr professionell.» Noch etwas will Kiess unbedingt loswerden: «Es sind Menschen wie du und ich, sie sind sympathisch, greifbar und alles andere als arrogant.»
Dienstleister am Konsumenten
Dass die Jungunternehmer nicht nur Grossunternehmen mit lukrativen Etats anpeilen, zeigt die Zusammenarbeit mit der WoZ. Die linke Wochenzeitung ist in der schweizerischen Medienlandschaft einmalig: Seit ihrer Gründung vor 21 Jahren verfolgt sie einen unabhängigen, fundierten und kritischen Journalismus. Mit einer verkauften Auflage von wöchentlich 13 200 Stück erreicht die WoZ gemäss MACH Basic 110 000 Leserinnen und Leser. Der Verein ProWoZ unterstützt das linke aufmüpfige Blatt – seine rund 800 Mitglieder entrichten freiwillig mindestens den doppelten Abonnementspreis.
Geschäftsleitungsmitglied Verena Mühlberger ist des Lobes voll über SFLB. «Es hat einfach von Anfang an gefunkt zwischen uns», sagt sie. «Das sind absolute Profis, und sie haben auch Verständnis dafür, dass die WoZ ein Nischenprodukt ist, unabhängig von einem grossen Verlag und daher keine Fantasiehonorare bezahlen kann.» Sie und ihr Team schätzen die Arbeitsweise sehr: «Wir setzen uns regelmässig zum Brainstorming zusammen. Danach diskutieren wir und setzen gemeinsam Prozesse in Gang.»
Die letzten Herbst mit neuem Werbeauftritt lancierte Neugestal-
tung, verbunden mit einem gleichzeitigen redaktionellen Ausbau, trägt gemäss Mühlberger erste Früchte: «Unsere Abonnentenzahlen nehmen zu, und wir verzeichnen sehr viele Probeabonnements. Wir waren im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2003 wohl die einzige Zeitung, die ihre Auflage steigern konnte.»
Die SFLB-Werber wissen ganz genau, von und über was sie sprechen. Schlagworte wie «integrierte Kommunikation» oder «full service power» nehmen sie erst gar nicht in den Mund. Sie verstehen sich als Dienstleister, denken und sprechen so, dass sie von Auftraggebern und Konsumenten auf Anhieb verstanden werden. Ihr Ziel ist es, die in
der Grossagentur gemachten Erfahrungen mit den Vorteilen einer flexiblen Agentur mit schlanken Strukturen zu verbinden und zu nutzen. Die jahrzehntelange Erfahrung hat ihnen bestätigt: «Beim Vorhandensein einer überdachenden Markenidee ist die Umsetzung in die verschiedenen Disziplinen einfach.»
Ob sie dafür interne oder gelegentlich externe Spezialisten einsetzen, sei sekundär. Wichtig sei allein, dass die besten Leute am Projekt arbeiten. Solche, die die zentrale Markenidee verstehen und dramatisieren können. Dasselbe gelte auch für die Mediaplanung, wofür sie häufig mit der zur Leo-Burnett-Gruppe gehörenden Mediaagentur Starcom Adplus zusammenarbeiten. «In den Bereichen Mediastrategie und Impact Management engagieren wir uns sehr stark, denn das ist für unser Ziel, den Markt mit effizienten und kreativen Kampagnen zu prägen, unabdingbar», sind sich die fünf Partner einig. Und: «Wir sind nicht irgend eine diffuse Kommunikationsgruppe, sondern schlicht eine Werbeagentur.»
Schlicht erfolgreich
Als schlicht lässt sich auch das Agenturdomizil an der Aemtlerstrasse im Zürcher Stadtkreis 3 beschreiben. Auf rund 400 Quadratmetern im 2. Stockwerk eines solid gebauten, wohl proportionierten Backsteinhauses findet die mittlerweile auf 28 Personen angewachsene Agentur Platz. Pro Person sind das gerade mal 14,3 Quadratmeter – nicht übertrieben viel. Aber dafür werden die Mitarbeitenden mit einem schönen Blick ins Grüne entschädigt, in den mit alten Baumbeständen bestückten Friedhofpark Sihlfeld. Das Ziel von Spillmann Felser Leo Burnett ist nicht quantitatives, sondern qualitatives Wachstum. Es sieht ganz so aus, als ob dies der Agentur auch im zweiten Jahr gelingen wird: Seit Anfang 2004 setzen neu die Schweizer Kantonalbanken und der Herren Globus auf die Markenideen von SFLB.
Newcomer-Agentur des JahresDer Wettbewerb um die Newcomer-Agentur des Jahres wurde 2003 vom Jahrbuch der Werbung zum 13. Mal ausgeschrieben. Eine Jury aus bekannten Experten begutachtete die eingereichten Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Bewertung erfolgte anhand von folgenden drei Kriterien:
a) Qualität der werblichen Arbeiten für die Kunden der Agentur
b) wirtschaftlicher Erfolg der Agenturc) Qualität der Eigenwerbung
und PR der Agentur.
Der Wettbewerb «Newcomer-Agentur des Jahres» wurde erstmals 1991 durchgeführt. In der Fachwelt hat er inzwischen ein grosses Echo gefunden, denn Newcomer-Agenturen sorgen auf vielfältige Weise für Aufsehen im Kommunikationsmarkt. Der Wettbewerb stellt für die ausgezeichneten Agenturen eine der wichtigsten Plattformen dar, auf denen sie ihre Kreativpower und ihre wirtschaftliche Leistungs-
kraft messen und unter Beweis stellen können. (WW)
Dreamteam mit grauen Schläfen: (v. l. n. r.) Martin Spillmann, Executive Creative Director, Peter Felser, CEO, Peter Brönnimann, CD, Rolf Zimmermann, Managing Director. CFO Michael Waeber fehlt auf dem Foto.
Watch me: Porträts unzeitgemässer Querdenker für Bucherer.
100 km/h Schneesturm, null Sicht: Willkommen im Mammut-Land.
Heimatland! Robidog- und Matterhorn-Spot für Feldschlösschen – Patriotismus mit Augenzwinkern.
Garantiert aufregend, garantiert auffällig: Kampagnen für Globus und Swisscom.
Sarah Rieder

Metro und Metro mit Europa-Kombi

Der schwedische Gratiszeitungsverlag Metro International hat eine Kooperation mit dem britischen Pendlerblatt Metro UK geschlossen.

Der schwedische Gratiszeitungsverlag Metro International hat eine Kooperation mit dem britischen Pendlerblatt Metro UK geschlossen.Die beiden trotz gleichem Namen voneinander unabhängigen Verlagsunternehmen bieten ein Anzeigenkombi an, das zwölf europäische Länder abdeckt und 10,4 Millionen urbane Leser zwischen 16 und 44 Jahren erreicht.

Tele Tell wirbt mit Bossard Kommunikation

Unter dem ehemaligen Publimedia-Berater Bruno Hollenweger, der seit einem halben Jahr den Zentralschweizer Privatsender Tele Tell führt, wurden wichtige Veränderungen in der Programmstruktur vorgenommen. Diese will Tele Tell nun durch eine Kreati

Unter dem ehemaligen Publimedia-Berater Bruno Hollenweger, der seit einem halben Jahr den Zentralschweizer Privatsender Tele Tell führt, wurden wichtige Veränderungen in der Programmstruktur vorgenommen. Diese will Tele Tell nun durch eine Kreativagentur kommunizieren. Die Wahl fiel auf Bossard Kommunikation in Luzern. Neben der Kreation eines schlagkräftigen Claims erarbeitet Bossard Kommunikation erste Werbemittel, die noch im Januar 2004 geschaltet werden.
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