Die Rückkehr aus dem Paradies

Fernsehen Eden TV soll auferstehen. Als Geldquelle könnten Gebührengelder dienen.

Fernsehen Eden TV soll auferstehen. Als Geldquelle könnten Gebührengelder dienen.Die ehemaligen Pioniere von Eden TV haben
sich im Zürcher Hotel Eden au Lac zu einem «Klassentreffen» versammelt.
Dabei ist nicht nur auf die gute alte Gründerzeit des Privatfernsehens
in der Schweiz angestossen worden. Thematisiert wurde auch die Vision
von einem neuen Eden TV. Paul Grau von Star TV und Piero Schäfer von
Schäfer & Partner und Schweizer Werbung, die beide mit
verschiedenen Freunden zusammen vor über zehn Jahren Eden TV gegründet
haben, wollen dieses «Copain-Fernsehen» innerhalb eines Jahres wieder
aufleben lassen. Eingeben will man somit in etwa drei Wochen ein
Konzessionsgesuch für ein neues Zürcher Lokalfernsehen. Berichtet
werden soll dort über Kultur und Lifestyle für Leute über 30.
 
Tägliche Talks mit wechselnden Moderationen, Beizentests,
Premierenberichte, Seitenblicke an Events oder andere People-Reportagen
werden das täglich einstündige Programm ausmachen. Politik spielt nur
bei der Finanzierung eine Rolle.
Finanzielle Grundlage für den neuen Sender könnten nämlich das
Gebührensplitting für unabhängige Lokalsender bieten sowie die
kommenden Möglichkeiten für Bierwerbung. Alles Einnahmequellen, die
Star TV verwehrt bleiben, wie Paul Grau in die Runde warf.
 

Andreas Panzeri

Die Zukunft ruft

Schulen Die neue Agentur Guhl/Partners in Zürich kämpft mit der Privatschule Minerva gegen Sparwut und die No-Future-Stimmung.

Schulen Die neue Agentur Guhl/Partners in Zürich kämpft mit der Privatschule Minerva gegen Sparwut und die No-Future-Stimmung.«Guhl/Partners macht Schule.» Vor wenigen
Wochen erst hat die freie Beraterin Ursula Guhl ihren Einfraubetrieb zu
einer richtigen Werbeagentur umfirmiert. Jetzt prangt bereits eine
erste grosse Kampagne von den Zürcher Plakatwänden. «Minerva als Kunden
habe ich zwar schon länger beraten», will Ursula Guhl abschwächen.
Tatsache aber bleibt, dass einmal mehr eine verdiente Werberin der
Zürcher Szene in diesen schwierigen Zeiten die Herausforderung «neue
Zukunft» angenommen hat. Der Geist dieses Aufbruchs zu Neuem spiegelt
sich zufällig, aber sinnigerweise sehr schön auch bildlich in der
ersten Kampagne von Guhl/Partners.

Weiterbilder boomen
Die Herausforderung für die Agentur war, in Zeiten des Umbruchs,
fehlender Lehrstellen und Sparmassnahmen im Bildungswesen die
«Institution» Minerva als echte Alternative zur beruflichen Ausbildung
zu profilieren. Während die öffentlichen Schulen nämlich abbauen, ist
bei Privatschulen und Anbietern von verschiedensten
Weiterbildungskursen geradezu ein Boom festzustellen. Hier kann Guhl
für die Minerva nun von einer langen Tradition zehren, um für die
Zukunft bei einer neuen Generation Vertrauen aufzubauen oder  zu
vertiefen.

Hohe Qualität, zukunftsorientiertes Denken und Innovation in Inhalt und
Gestaltung der Lehrgänge sind seit 100 Jahren die Grundlagen für den
Erfolg der Minerva. Das Institut ist der Kalaidos-Bildungsgruppe
Schweiz angegliedert und präsentiert sich schon seit Generationen als
ein fester Bestandteil der Zürcher Bildungslandschaft.
Um dies wieder einmal bekannt zu machen, wurde nach einer Analyse des
Marktes sehr schnell klar, dass die Lösung in einem selbstbewussten,
kompetitiven Auftritt zu suchen ist. Zur Frage «Was hab ich davon?»
wurde der Claim «Vorteil Minerva» als Konzept über die gesamte
Kommunikation gestellt. Über jedem Angebot, jeder Leistung bietet
Minerva «Vorteile», die sie im Speziellen und «in der Summe gegenüber
anderen Schulen und Instituten abhebt oder eben besonders macht», wie
es im Briefing heisst.

Die praktische Umsetzung in den Angebotsinseraten erfolgt ganz direkt
mit Szenen aus der Schule, in einer Verbindung von rationalen Aussagen
auf emotionalen Bildern. Das heisst: Für die Fotos wurden keine Models,
sondern echte Schülerinnen und Schüler gecastet. Fotografiert wurden
diese vom auf Jugendreportagen spezialisierten Franz Gloor. Der
jeweilige Benefit steht dazu in Kreideschrift neben den authentischen
Bildern aus dem Unterricht. Als CD und Konzepter bei dieser Idee wirkte
Hans-Joachim Timm, die Art Direction verantwortet Johannes Joos.
Bereits gibt es über 20 Sujets mit den subtilen Schwarzweissbildern.
Ihre Vielfalt soll zugleich die Vielfalt der Minerva-Angebote zeigen.

Die Stilelemente der Inserate werden in der Plakatkampagne mit einer
zusätzlichen, dem Medium gerechten Idee aufgeladen.  Die
Jugendlichen sind hier in auffallend träumerischen Posen abgebildet
worden. «Wer jung ist, hat seine Träume für die Zukunft», meint Ursula
Guhl zu dieser Dramaturgie der unaufdringlichen Bilder. Die Erfüllung
dieser jugendlichen Träume soll in der Folge die Minerva möglich
machen. Die Vorteile der Schule bringen Jugendliche dazu, sich ihre
Zukunft real und positiv vorzustellen, «in einer Projektion nach
innen», wie Guhl meint. Die Kampagne wird demnächst auch noch von Radiospots ergänzt. Auch
diese sind mit Stimmen und Aussagen von echten Schülerinnen und
Schülern umgesetzt worden.

In einer vom gleichen Kreativteam gestalteten Imagebroschüre, die
anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums entstanden ist, erinnern sich
ehemalige Schülerinnen und Schüler – bekannte und unbekannte
Persönlichkeiten wie Pfarrer Ernst Sieber, die Ärztin Margrit Ernst,
Bundesrat Christoph Blocher und Denner-Chef Philippe Gaydoul – an ihre
Schulzeit bei der Minerva und erzählen über die Vorteile im Leben, die
ihnen diese Zeit gebracht hat.

Andreas Panzeri

Im Musikjungle

Roli Schmid kann in seinem Jingle Jungle Tonstudio jetzt 400'000 Musiktitel in einem digitalen Archiv anbieten.

Roli Schmid kann in seinem Jingle Jungle Tonstudio jetzt 400’000 Musiktitel in einem digitalen Archiv anbieten.Mit einem eigenen PodCast «Plagiate in der Werbung» hat es Jingle Jungle kürzlich auf Platz vier in der deutschsprachigen Hitparade der PodCasts geschafft. Der neuste PodCast erzählt über die Ursprünge der Archivmusik , diese liegen zurück in der Stummfilmzeit. Jene Zeit, in der die Filmmusik also erst erfunden werden musste. Doch blenden auch wir mal akustisch zurück. Angefangen hat es 1989 mit einem ganz einfachen aber in diesem Fall trotzdem sehr nachhaltig aufgenommenen Geräusch. Die Aktiengesellschaft von Jingle Jungle war erst zehn Tage gegründet, als ein Telefon Roli Schmid aus seinem Schlaf schrillte. Am anderen Ende der Leitung versuchte ihm jemand zu erklären, wieso nach der Brandstiftung durch einen Alkoholiker das frisch eingerichtete Tonstudio im Keller eines Jugendhauses nur noch eine Ruine ist. Was nun? Die Aufträge waren da – und so hat Schmid eben noch einmal auf «replay» gedrückt und im Untergeschoss seines Wohnhäuschens auf dem Land ein improvisiertes Musikstudio  eingerichtet.
Hier wirkte der inzwischen bekannteste Sound-Tüftler der Schweiz bis 1996. Seither ist sein akustisches Reich mit vier Tonstudios und drei Aufnahmekabinen an der Riedtlistrasse in Zürich eingerichtet. 14 feste Mitarbeiter arbeiten hier für Jingle Jungle, darunter sechs Tontechniker, ein IT-Supporter für die hochkomplizierten Anlagen sowie das Backoffice, welches auch den Online-Casting-Service für die mittlerweile in den Jungle integrierte Sprecheragentur «Rent a Voice» betreut.
Jingle Jungle ist schnell gross geworden, als Roli Schmid und sein Partner 1990 das gesamte Erscheinungsbild für das Schweizer Fernsehen mit Signeten akustisch unterlegen konnte. Die gute Arbeit brachte schnell neue Jobs in der Werbung. Zuerst hat Jingle Jungle nur Sound designet. Bald kam die Idee: Jetzt mischen wir auch selber in der Postproduction mit. Seit 10 Jahren funktioniert das Studio als ganzheitlicher Dienstleistungsbetrieb für professionelle Audiovertonungen und Sprechervermittlung.
Als neuste Entwicklung in der Werbeszene,  kann Jingle Jungle, neben eigenen Kompositionen, in diesen Tagen als erste im deutschsprachigen Raum und weiterhin exklusiv eine voll digitalisierte Archiv Music Library mit 400 000 Titeln anbieten. «Es haut dich um», meint Schmid, wenn er mit der früheren langwierigen Musikauswahl ab CD vergleicht. Einen Korb voller Platten aus dem Archiv holen, dann immer wieder eine neue Scheibe einlegen, warten und reinhören… Heute gibt er Suchbegriffe wie Piano, Jazz oder Japan, dramatisch, Strand, Action oder Romantik ein – es zirpt in der Technik – und der Kunde kann innert Sekunden seine Filmidee in Japan oder Brasilien je nachdem jazzig, romantisch oder dramatisch, futuristisch oder klassisch wirken lassen.
«Man kann kreativ Dampf ablassen, weil jede Filmszene ohne Aufwand mit verschiedensten Musikstilen ungewöhnlich schnell angeschaut und wieder geändert werden kann», schwärmt Schmid. Viel Aufwand hat hingegen die Programmierung und die direkte Anbindung an die Produktion dieses Archivs gekostet, das in naher Zukunft im deutschsprachigen Raum ausser bei Jingle Jungle und einigen ausgewählten Tonstudios nur noch bei grossen TV-Stationen zum Einsatz kommen wird.
Einige Monate hat Schmid zusammen mit seinem Sohn Colin an der Entwicklung seines digitalen Wunderwerks programmiert und dann immer wieder nächtelang tausende von Files rechnen lassen. Eine Arbeit, die sich bis jetzt zumindest kreativ und für Kunden mit wenig Musik-Budget lohnt: «Gute Musik ist fast die Hälfte des Films. Wenn ein Film schlecht ist, kann er durch die Musik gerettet werden. Grosse Bilder mit schöner Musik schlagen voll auf das Gefühl», ist Schmid überzeugt.
Angefangen mit diesem Gefühl hat es bei ihm schon als Teenager. Zum Entsetzen seiner Mutter habe er in dieser Zeit zwei Pianos mit dem Einbau spezieller Effekte wie zum Beispiel Reisnägeln an den Filzhämmern zu Schrott gespielt. Später hat er bei mehreren Plattenfirma buchstäblich von der Pike auf das Marketing der Musikindustrie kennen gelernt. Er wurde Mitarbeiter im Aussendienst verschiedener Labels und hat schliesslich mit seinen Kontakten den Schritt zur eigenen Band gewagt. Bevor sein Duo der Hitparade aber eine Chance geben konnte, waren bereits so viele Anfragen für die Vertonung von Werbespots da, dass nur noch ein Brand des Studios seine Karriere als Musiker hätte retten können. Aber selbst das hat in diesem Jungle der Jingles nicht mehr funktioniert.

Andreas Panzeri

Viel befragtes Plakat

Plakatforschung Auch nach dem Ausstieg von Clear Channel Outdoor Plakanda aus der gemeinsamen Plakatforschung ist der Aussenwerber Affichage fest entschlossen, das Projekt Swiss Poster Research gemäss bisheriger Methode weiterzuführen.

Plakatforschung Auch nach dem Ausstieg von
Mitbewerber und Forschungspartner Clear Channel Outdoor Plakanda aus
der gemeinsamen Plakatforschung ist der Aussenwerber Affichage fest
entschlossen, das Projekt Swiss Poster Research gemäss bisheriger
Methode weiterzuführen. Er hat nun eine neue Firma namens Swiss Poster
Research Plus AG (SPR+) mit Sitz in St.Gallen gegründet. Laut
Handelsregister entwickelt sie «Forschungskonzepte bezüglich der
Beachtung der Plakatwerbung in der Schweiz» und vermarktet Lizenzen
sowie Forschungsresultate im In- und Ausland. Das Aktienkapital beläuft
sich auf 100000 Franken. Gemäss Affichage-CEO Christian Kauter befindet
sich SPR+ noch im Aufbau, sie wird aber schon im April ein
Planungstool-Konzept vorstellen. Im Herbst sollen dann Tool und erste
Daten für die konkrete Plakatplanung in den Agenturen zugänglich
gemacht werden.
Parallel zur Gründung von SPR+ hat sich auch eine Forschungskommission
aus Markt- und Forschungsvertretern gebildet, die von Professor Martial
Pasquier geleitet wird. Pasquier gilt als «Vater» der neuen,
satellitengestützten Plakatforschung. (mk)

Prisma-Bilder neu im Onlineverkauf

Lizenzpflichtige und lizenzfreie Bilder können auf der Website der Zürcher Bildagentur bestellt und direkt heruntergeladen werden.

Die Zürcher Bildagentur Prisma bietet auf ihrer Website eine neue Dienstleistung. Lizenzpflichtige und lizenzfreie Bilder können online bestellt und direkt heruntergeladen werden. Die Kunden bezahlen mit Kreditkarte oder vereinbaren ein Kundenkonto und bestellen Bilder weiterhin auf Rechnung. Die Einführung des Online-Shops wird von der Agentur damit begründet, dass die meisten Redaktionen keine freien Wochenenden hätten und im grafischen Gewerbe grösster Wert auf Individualität gelegt werde. „Werber und Grafiker kennen grundsätzlich keine regulären Bürozeiten und wünschen sich einen 24/7-Service. Die neue Technologie ermöglicht eine wesentlich gössere Flexibilität“, teilt Stefan Wittwer von Prisma mit.

Anzeiger Luzern mit neuem Geschäftsführer

Thomas Akermann (33)  übernahm am 1. März die Geschäftsleitung der Luzerner Anzeiger AG, die den Anzeiger Luzern und die Luzerner Woche herausgibt.

Thomas Akermann (33)  übernahm am 1. März die Geschäftsleitung der Luzerner Anzeiger AG, die den Anzeiger Luzern und die Luzerner Woche herausgibt. Das Internetportal Goodday.ch ergängt das Verlagsprogramm. Akermann tritt damit die Nachfolge von Peter Wüthrich an, der nach 16-jähriger Führungstätigkeit in den Ruhestand tritt. Der Betriebsökonom FH war zuvor als Anzeigenleiter und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Lokalzeitung Zuger Presse tätig. Akermann bringt aber neben Kenntnissen im Verlagsmanagement auch journalistische Erfahrung mit. Akermann hat sich zum Ziel gesetzt, eine stärkere Wahrnehmung der Printprodukte und der Online-Plattform zu erreichen, teilt der Verlag am Mittwoch mit. Wie Akermann in einem Interview ausführt, gelte es, in Achtung der über 75-jährigen Tradition Althergebrachtes zu überdenken und mit neuen Produkten und internen Optimierungen neue Märkte zu erschliessen. Der Anzeiger Luzern erreicht nach eigenen Angaben eine Auflage von 107’646, die Luzerner Woche von 130’821 Exemplaren.

U28-Wettbewerb für Cannes

Ausbildung Das Buchen für die nächsten Kreativreisen nach Cannes kann losgehen.

Ausbildung Das Buchen für die nächsten Kreativreisen nach Cannes kann losgehen. Cannes ist das Werbemekka der weltweiten
Kreativelite, die Cannes Lions die Weltmeisterschaft der Werbung und
der «Young Creatives»- Wettbewerb der bedeutendste und härteste
Nachwuchs- wettbewerb. Hier messen sich Youngsters aus aller Welt und
stellen die Weichen für ihre weitere Karriere. Auch die Schweiz stellt jedes Jahr ein Zweierteam. Neu gibt es dafür
eine öffentliche Ausscheidung: den U28-Wettbe- werb der
ADC/BSW-Kreativschule in Zusammenarbeit mit der Cinecom, Keystone und
der Werbewoche. Teilnahmeberechtigt sind Kreative aus Agenturen,
Freischaffende sowie Hochschulabsolventen, die das 28. Lebensjahr noch
nicht vollendet haben. Das heisst, beide Mitglieder des Teams müssen
nach dem 24. Juni 1977 geboren sein.

Die Sieger reisen als offizielle Vertreter der Schweiz zum
Young-Creatives-Wettbewerb nach Cannes inklusive Flug, Hotel und
Festivalpass. Die zweit-, dritt-, viert- und fünftplatzierten Teams
verbringen als Gäste eine Woche in Cannes. Einen speziellen Anreiz
erhalten Teilnehmer, die 23 Jahre alt oder jünger sind: Das Jurygremium
vergibt zusätzlich einen Platz an der begehrten Roger-Hatchuel-Academy,
die zur gleichen Zeit wie das Cannes-Festival stattfindet.

Startschuss für den U28-Wettbewerb ist der Warm-up-Event am Mittwoch,
29. März 2006: ein Halbtagesseminar mit Referaten von Jean Etienne Aebi
(Kommunikations-Berater, Ehrenpräsident ADC Schweiz und Autor von
«Einfall oder Abfall») und Amir Kassaei (Kreativchef DDB Gruppe
Deutschland, Mitglied im ADC Deutschland, ADC New York und D&AD).
Im dritten Seminarteil erläutern André Benker und Hans Tanner (beide
Schulratsmitglieder der Kreativschule) das Wettbewerbsbriefing.

Danach haben die Teams knapp vier Wochen Zeit, eine konkrete Aufgabe zu
lösen. Das Briefing kann ab dem 30. März auf www.kreativschule.ch
heruntergeladen werden. Teilnehmer des Warm-up-Events erhalten das
Briefing im Anschluss an die Veranstaltung in gedruckter Form. Anfang
Mai entscheidet eine Fachjury, zusammengesetzt aus Schulratsmitgliedern
der Kreativschule, Mitgliedern des ADC Schweiz und Dozenten führender
Schweizer Hochschulen, über das Schicksal der Arbeiten. Gleichentags
findet die Prämierung statt.

Alexander Jaggy

Eckdaten und Infos
29. März: Warm-up-Event mit Jean Etienne Aebi und Amir Kassaei.
Anmeldungen werden über [email protected] entgegengenommen. Zusätzlich sind Anmeldekarten im Umlauf. Kosten: 28 Franken.

30. März: Briefing zum U28-Wettbewerb auf www.kreativschule.ch downloadbar.
27. April: Einsendeschluss für Wettbewerbsarbeiten.
4. Mai: Jurierung und Prämierung.

Meinungen schüren

Joseph Tuman, Rhetorik- und Kommunikationsprofessor an der San Francisco State University, äussert sich über die Werbestrategien der Bush-Administration.

Joseph Tuman, Rhetorik- und
Kommunikationsprofessor an der San Francisco State University, äussert
sich im Interview über die Werbestrategien der Bush-Administration. WW: Ist die Summe, die die Bush- Administration für Werbung und PR ausgibt, jemals schon so hoch gewesen?
Tuman: Sie ist auf jeden
Fall weitaus höher als in seiner ersten Amtszeit und auch verglichen
mit der Clinton- Administration. Das ironische daran ist, dass sie
Steuer- gelder dafür benutzen, um die gleichen Steuer- zahler von
Mass- nahmen zu überzeugen, die unpopulär sind. Verglichen mit dem
Gesamthaushalt der Regierung ist das ein Tropfen auf den heissen Stein,
aber in der Businesswelt kenne ich kein Unter- nehmen, das so viel Geld
für Werbung ausgibt.  

WW: Sind diese Werbemassnahmen Ihrer Meinung nach effektiv?
Tuman: Man
muss bedenken, dass Teile dieses Geldes ja nicht nur in Fernsehwerbung
und PR-Massnahmen fliessen, sondern auch in die strategische Beratung.
Eine Strategie, die in den USA in vielen Fällen bei politischen
Kampagnen genutzt wird, ist es, die Werbung so zu gestalten, dass sie
eine bestimmte Meinung, die in der Bevölkerung bereits vorhanden ist,
durch die Werbebotschaft verstärkt. Das scheint derzeit besonders gut
bei der innenpolitischen NSA-Affäre zu funktionieren, bei der der
Präsident beschuldigt wird, dass amerikanische Staatsbürger illegal
abgehört wurden. Die meisten Amerikaner glauben, dass Sicherheit ein
besonders wichtiges Thema ist. Also betont Bush in seinen Reden diesen
Aspekt, statt sich dafür zu entschuldigen, dass er möglicherweise
illegal gehandelt hat. Und es scheint zu funktionieren.

WW: Für wie glaubwürdig halten Sie die Werbemassnahmen, die eingesetzt werden, um die arabische Welt positiv zu beeinflussen?
Tuman: Wir
neigen dazu, die Feindseligkeit, die uns dort entgegenschlägt, zu
unterschätzen. Radio- und Fernsehsendern, die die US-Haltung
verbreiten, stehen arabische Medien wie al-Jazeera gegenüber, und die
besitzen eine Glaubwürdigkeit, gegen die die US-Bemühungen nicht
mithalten können.

Interview: Gerti Schön

Calanda für die Champions League qualifiziert

Bier Das Bier aus den Bündner Bergen präsentiert im Schweizer Fernsehen die Uefa Champions League mit vier kurzen und witzigen Spots.

Bier Grosse Ehre für Calanda: Das Bier aus
den Bündner Bergen präsentiert im Schweizer Fernsehen die Uefa
Champions League. Die Contexta hat diesen Steilpass elegant abgenommen
und vier kurze Spots kreiert, welche einen witzigen Zusammenhang
zwischen dem Bündner Bier und der Uefa Champions League herstellen.
Gezeigt wird jeweils ein Fussballspieler, der sich auf seinen Einsatz
vorbereitet. So weit, so gut. Doch dann schwenkt die Kamera nach unten,
und man stellt erstaunt fest, dass der Spieler keine Fussballschuhe
trägt, sondern Bergschuhe. Ganz wie es sich für einen echten Bündner
gehört. Die vier- und achtsekündigen Spots von Wirz + Fraefel sind
unmittelbar vor den Uefa Champions League Matches, in der Pause und
nach Spielende zu sehen. Mit den Spots nimmt Calanda eine weitere
Gelegenheit wahr, sich in der ganzen Schweiz als erfrischendes
Qualitätsbier zu profilieren.

Cruise Missile auf Werbemission

Politwerbung In den USA wird die Werbeindustrie wieder um Rat gefragt, wenn die Administration Bush angesichts des Kriegs gegen den Terror üppig Imagepflege und Krisenmanagement betreibt.

Politwerbung In den USA wird die
Werbeindustrie wieder um Rat gefragt, wenn die Administration Bush
angesichts des Kriegs gegen den Terror üppig Imagepflege und Krisenmanagement betreibt.Die erlesene Gruppe von Werbeprofis, die
im letzten Jahr vom US-Verteidigungs- ministerium zu einer Konferenz
eingeladen wurde, um strategische Massnahmen im «Kampf gegen den
Terror» zu diskutieren, war erstaunt. Früher, so der Konsens, hätte die
Regierung auf die Verkaufstechniken der Werbeindustrie hinabgesehen.
Doch das Blatt hat sich gewendet: Heute wird die Industrie um Rat
gefragt, wenn es um Imagepflege und Krisenmanagement geht.

«Ich werde Ihnen vorführen, wie wir Loyalität gegen alle Vernunft
schaffen», sagte Saatchi & Saatchi CEO Kevin Roberts bei dem
Treffen. «Es dreht sich alles um Gefühle.» Um den verheerenden Bildern
von Kriegsverbrechen und Suizidbombern etwas entgegenzusetzen, müssten
positive Bilder geschaffen werden. «Aber nicht von fröhlichen Moslems,
die sich in Amerika assimiliert haben», sagte Roberts, auf die früheren
Bemühungen der Regierung anspielend. Er schlägt die Schaffung einer
Organisation vor, die sich globaler Probleme wie Aids und Hunger
annimmt. «Dies wird ihr Produkt, das man verkaufen und in der ganzen
Welt bewerben kann.»

1,6 Milliarden Dollar eingesetzt
Ansätze der robertsschen Strategie sind in der Regierung bereits
angekommen: dass sich mit Werbung Politik verkaufen lässt. Laut eines
aktuellen Berichts der Behörde Government Accountability Office hat die
Administration in den letzten zweieinhalb Jahren satte 1,6 Milliarden
Dollar für Werbe- und PR-Kampagnen ausgegeben. Der Löwenanteil dieser
Gelder ging dabei an das Verteidigungsministerium, das 1,1 Mrd. Dollar
für seine Zwecke nutzte.

Teile dieser Bemühungen widmen sich der Rekrutierung von Soldaten: So
produziert die Agentur GSD&M gerade eine emotionsgeladene Kampagne
für die Air Force mit dem Motto «Do Something Amazing», die im
Fernsehen und online gezeigt werden soll. «Wir wollen eine Verbindung
zwischen beiden Medien herstellen, weil unsere Zielgruppe verstärkt das
Internet benutzt», sagt Lee Pilz, der den Air Force Account bei
GSD&M betreut. «Wir wollen jene interessanten Berufe zeigen, die
die Kids nicht einmal kennen.»

Gleichzeitig zielen derartige Kampagnen darauf ab, das US-Militär als
machtvolle Organisation darzustellen, die sich auch humanitären
Einsätzen widmet. GSD&M kassierte laut dem Bericht 179 Millionen
für ihre Arbeit, während die Agentur Leo Burnett mit 536 Millionen
Dollar an der Spitze rangierte. Leo Burnett zeichnet für die jahrelang
erfolgreich gelaufene Kamagne «Army of One» verantwortlich, die die
Selbstverantwortlichkeit der Soldaten betonte. Der Slogan wurde so
populär, dass ein Dokumentarfilm mit diesem Titel produziert wurde.
Derzeit sucht die Army jedoch nach einem neuen Slogan, kreiert von der
Agentur McCann WorldGroup, die sich mehr auf die Motivation der
Rekruten konzentriert.

Auch die PR-Aktivitäten der Regierung im Nahen Osten werden derzeit
umstrukturiert. So wurde das Hochglanzmagazin «Hi», das mit seinen
Berichten über US-Produkte und den American Way of Life in der
arabischen Welt eher auf Unmut denn auf Neugier  stiess,
eingestellt. Neu aufgebaut dagegen wird eine 75-Millionen-Kampagne für
den Iran. Mit dem Geld sollen zusätzliche Radio- und Fernsehsendungen,
etwa von Voice of America, für ein iranisches Publikum finanziert
werden.

Dass die US-Regierung mit ihren PR-Aktionen im Nahen Osten bisher wenig
Glück hatte, zeigt vor allem das Desaster mit der Lincoln Group. Die
PR-Firma war damit beauftragt worden, proamerikanische Berichte in den
irakischen Medien zu lancieren, die anschliessend dafür bezahlt wurden.
Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte die Aktion inzwischen
für unzulässig.

PR-Schadenfall New Orleans
Auch innenpolitisch generieren die PR-Bemühungen der Regierung
gemischte Resultate. «Die Kampagne mit George Bush senior und Bill
Clinton nach dem Tsunami funktionierte exzellent», urteilt Harriet
Lessy, Chefin der PR-Agentur Buzz Communications. Bei der Zerstörung
von New Orleans durch Hurrikan Katrina sei dies nicht möglich gewesen,
weil die Regierung darauf logistisch nicht vorbereitet gewesen sei. «Da
kann George Bush so betroffen sein, wie er will. Wenn die Realität so
aussieht, dass sich keiner um die Opfer gekümmert hat, dann nutzt auch
all die zur Schau gestellte Besorgnis nichts.»    

Gerti Schön

LZ Medien übernimmt Internetdruckerei Maxiprint

Via Internet können Standarddrucksachen bei Maxiprint.ch bestellt werden. Da Beratung sowie Offert- und Rechnungsstellung entfallen, sind die Preise vergleichsweise günstig.

Die LZ Medien Holding hat rückwirkend auf Anfang 2006 ihre Beteiligung an der Internetdruckerei Maxiprint.ch in Baar von 35 Prozent auf 100 Prozent ausgebaut. Die LZ Medien Holding teilte am Mittwoch mit, dass immer mehr Kunden Standarddrucksachen schnell und günstig über das Internet bestellen möchten. Um den Kunden die bestellten Drucksachen innert nützlicher Frist zu liefern, arbeitet Maxiprint.ch, das über keine eigene Druckmaschinen verfügt, mit diversen Druckereien in der Schweiz und im Ausland zusammen. Gibt der Kunde seine Bestellung via Internet auf, wird automatisch ein Anbieter mit freien Kapazitäten ausgewählt, weshalb der Kunde auch sofort erfährt, was ihn der Auftrag kostet. Da Beratung sowie Offert- und Rechnungsstellung auf diesem Weg entfallen, sind die Preise von Maxiprint.ch trotz Versandkostenanteil vergleichsweise günstig, sagte Erwin Bachmann, Delegierter des Verwaltungsrates der LZ Medien, auf Anfrage.Aus Sicht Bachmanns ergänzt Maxiprint.ch die Angebotspalette der LZ-Tochter Multicolor Print AG. Mit dem Kauf von Maxiprint.ch hat die LZ Medien allerdings primär Exklusivrechte für die Schweiz übernommen. Die Firmengründer Marcos Gonzalez und Ingo Grünig, die im Maxiprint.ch-Verwaltungsrat bleiben, bauen das System nun europaweit auf und werden im Ausland andere Lizenznehmer suchen. Die LZ Medien ihrerseits wird in einem nächsten Schritt mit Maxiprint.ch in die Westschweiz expandieren und sich später auch des Tessins annehmen, sagte Bachmann. In der Deutschschweiz will Bachmann zudem Marketing und Kommunikation verstärken.
Markus Knöpfli

Cablecom kontert Breitbandangebot der Swisscom

Bei gleich bleibenden Preisen bietet die Cablecom per 1. März bis zu fünfmal mehr Geschwindigkeit.

Bei gleich bleibenden Preisen bietet die
Cablecom per 1. März bis zu fünfmal mehr Geschwindigkeit. Das
Abonnement 600/100, mit dem bisher theoretisch bis zu 600 Kilobit pro
Sekunde (Kbit/s) heruntergeladen werden konnten, wird bei bestehenden
Kunden automatisch bis spätestens Ende Juni auf 3000 Kbit/s angepasst.
Die Sendekapazität wird von 100 Kbit auf 300 Kbit erhöht. Neukunden
profitieren ab sofort von dem neuen Angebot. Das Einsteigerangebot wird
von 150/64 auf 300/100 Kbit/s verdoppelt. Der Anschlusstyp 1000/200
wird auf 4000/400 Kbit/s erweitert, jener 2000/400 Kbit/s auf 5000/500
Kbit/s. Dagegen bleibt das Spitzenangebot bei 6000/600 Kbit/s. Die
Anpassung der Down- sowie der Uploadraten erfordert gemäss Mitteilung
der Cablecom Investitionen in Millionenhöhe.
 
Mit der Erhöhung der Breitbandkapazitäten kontert die Cablecom das
Angebot der Swisscom. Diese hatte auf Mitte März den Ausbau ihres
beliebtesten Anschlusstyps 600/100 auf 2000 Kbit/s angekündigt. Das
bisherige Spitzenangebot wird von 2400/200 auf 5000/300 Kbit/s
erweitert. In Bezug auf Abonnentenzahlen liegt die Swisscom allerdings
immer noch vorne. Sie zählte Ende September über 1 Million ADSL-Kunden.
Die Cablecom hat über 350 000 Breitbandinternetkunden.
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