Der internationale Kampf im Gratiszeitungsmarkt

Der Gratisblätterwald wird dichter und dichter. In Dänemark und London sind deshalb die Märkte nach Ankündigungen von weiteren neuen Gratiszeitungen in Aufruhr.


Der Gratisblätterwald wird dichter und dichter. In Dänemark und London sind deshalb die Märkte nach Ankündigungen von weiteren neuen Gratiszeitungen in Aufruhr. Vorab in Dänemark raschelt es gewaltig. Nach der Ankündigung einer Nachmittagsausgabe der populärsten Gratiszeitung MetroXpress (siehe
«Metro lanciert Nachmittagszeitung in Kopenhagen») , ziehen die Verlage Berlingske und J.P./Politiken nach. Wie der österreichische Standard meldet, lässt Berlingske die Gratiszeitung Dato ab sofort an eine halbe Mio. Haushalte in den Ballungszentren verteilen. Die Gratiszeitung «24timer» des grössten dänischen Zeitungsverlages J.P./Politiken wird ab Ende der Woche gar landesweit in die Briefkästen geliefert.   Der Hintergrund dieser für die Verlage äusserst kostspieligen Vertriebsmassnahmen ist der isländische Medienkonzern Dagsbrun. Dieser wird sich im Herbst mit der Gratiszeitung Nyhedsavisen auf den dänischen Markt drängen, auch diese Zeitung wird an alle Haushalte verteilt.
Laut Experten wird das Erscheinen der neuen Blätter den dänischen Zeitungsmarkt generell umwälzen. Die traditionellen Abonnementszeitungen haben ihre Anzeigenpreise bis zu 50 Prozent gesenkt, um eine Abwanderung zu den neuen Gratiszeitungen zu vermeiden.
Derweil lanciert Medienmogul Rupert Murdoch in London Mitte September die Gratiszeitung The London Paper. Das schon fünfte Gratisblatt Londons hat eine Startauflage von 400’000 und wendet sich an eine junge Leserschaft von 17 bis 35-Jährigen. Mit dieser neuen Publikation hat Murdoch das Verlagshaus Associated Newspaper im Visier, die unter anderem die Abendzeitung Evening Standard sowie Metro herausgibt. Wie in fast allen urbanen Zentren Europas, erleben die Gratisblätter auch in London einen ungebrochenen Boom. Die grösste Gratiszeitung CityAM soll bereits verbreiteter sein die Financial Times.

Urs Paul Engeler hat keine Amtsgeheimnisverletzung begangen

Ein Berner Gericht sprach heute den Weltwoche-Journalisten Urs Paul Engeler vollumfänglich vom Vorwurf frei, er hätte amtliche Geheimnisse veröffentlicht. Er erhält eine Entschädigung von 200 Franken.


Ein Berner Gericht sprach heute den Weltwoche-Journalisten Urs Paul Engeler vollumfänglich vom Vorwurf frei, er hätte amtliche Geheimnisse veröffentlicht. Er erhält eine Entschädigung von 200 Franken. Engeler hatte vor genau einem Jahr einen Vorentwurf zum neuen Staatschutzgesetz veröffentlicht und in seiner bissigen Art kommentiert. Daraufhin reichte die Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung ein, und Engeler wurde erstinstanzlich zu einer Busse von 600 Franken verurteilt. Engeler zog das Urteil weiter und wurde heute von der Berner Einzelstrafrichterin Andrea Müller freigesprochen. Der fragliche Gesetzesentwurf sei weder als geheim noch als vertraulich klassifiziert gewesen.
Gegenüber der sda zeigte sich Urs Paul Engeler erleichtert über den Entscheid, aber auch enttäuscht, da er auf eine «demokratiepolitische Begründung» gehofft hatte. Es ist noch unklar, ob er das Urteil weiter zieht. Ins gleiche Horn stösst die Mediengewerkschaft Comedia in ihrer heutigen Medienmitteilung. Zwar begrüsst sie den Entscheid an sich, kritisiert jedoch, «dass das Gericht nicht klarer gegen die Anwendbarkeit des Artikels 293 StGB Stellung bezog». Dieser Artikel, so die Comedia weiter, «unterhöhlt die verfassungsrechtlich garantierte Medienfreiheit». Eine parlamentarische Motion zur Abschaffung dieses Strafartikels wurde bereits eingereicht (siehe
«Motion gegen Gesetzesartikel zur journalistischen Geheimnisverletzung»).  

Swiss made Hollywood

Manuel P. Nappo will mit seiner Agentur Creative Assets von Zürich aus Pionierarbeit für Entertainment Marketing in der Schweiz und Europa leisten.

Manuel P. Nappo will mit seiner Agentur Creative Assets von Zürich aus Pionierarbeit für Entertainment Marketing in der Schweiz und Europa leisten.Product Placements in Film und TV-Serien, Film Sponsoring, Entertainment Events oder Celebrity Marketing: Das sind für Manuel P. Nappo die wichtigen neuen Werbeformen der Zukunft. Weltweit werden in diesem Markt bereits über 4 Milliarden Dollar umgesetzt. Das jährliche Wachstum wird auf 300 Prozent geschätzt. Der grösste Werbetreibende der USA, Procter & Gamble, «setzt bereits voll auf diesen Trend», weiss Nappo.  Während sich Entertainment Marketing in den USA seit den 80er-Jahren rasant entwickelt hat, gewinnt in Europa diese Kommunikationsform erst allmählich an Bedeutung. «Das Bedürfnis dafür ist aber latent und seit längerem bestehend», hat Nappo schon früh erkannt. Zusammen mit zwei weiteren Partnern hat er vor einem Jahr die Firma Creative Assets gegründet. Zuerst operierte man «klein und auf Sparflamme». Im Januar 2006 ist das junge Unternehmen in grössere Büros am Zürcher Bellevue gezogen. Mit dem Namen Creative Assets, was etwa «kreative Vermögen» bedeutet, will Nappo ausdrücken, dass «Kreativität wirtschaftlich betrachtet wie andere Güter ein Vermögen repräsentiert, das aktiv gemanagt werden muss».
Die Agentur sieht sich als Schnittstelle zwischen Industrie und Unterhaltung. Das Interesse an den Dienstleistungen seiner Firma sei dabei «sehr gross, vergleichbar mit dem Interesse am Internet in seinen Anfängen. Es herrscht Begeisterung, aber noch weiss niemand, wie man es angehen soll. Dafür sind wir da», so Nappo. 
Die Idee für seine neue Firma ist aus seiner Tätigkeit bei Red Bull entstanden. Als Sampling-Manager betreute und führte er die Promoteams und baute gleichzeitig für die Schweiz den Entertainment-Marketing-Bereich von Red Bull auf. Nappo realisierte Musik- und Filmsponsoring sowie spezifische Product Placements für Filme wie «Achtung, fertig, Charlie» und «Snow White», bei denen das Trinken von Red Bull schon beim Drehbuch in die Filmhandlung integriert wurde. Fast alle Schweizer Filme der letzten drei Jahre, darunter auch «Mein Name ist Eugen» und «Grounding», wurden von und mit Red Bull für die Crew unterstützt. Im Bereich Musik hat Nappo die Red Bull Music Academy betreut.
«Red Bull ist eine sehr gute Schule, sehr progressiv, was Marketing anbelangt. Kulturmarketing ist dabei ein wichtiges Thema», meint Nappo.
Die Diskussion um das Product Placement in jüngster Zeit hat bewirkt, dass die Branche jetzt das Ganze etwas professioneller angeht. In den USA ist diese Form der Werbung erlaubt. Da diese Filme auch zu uns ins Fernsehen und Kino kommen, fordern Nappo und seine Branche deshalb «gleiche Bedingungen für alle».
Seit «Mein Name ist Eugen», dem aktuellen Paradebeispiel, ist das Interesse für Product Placement und Filmsponsoring auch in der Schweiz gewachsen. Viele meinen nun, sie könnten jetzt auch ein bisschen «Eugen» machen. «Eine solche Geschichte, wo einfach alles stimmte, kann aber nicht so ohne weiteres wiederholt werden», schränkt der Kopf von Creative Assets ein.
Grundsätzlich gilt aber für Nappo in jedem Fall: Die Qualität der Filme muss ebenbürtig sein können zur Qualität der beworbenen Marken.
Das Geschäftsmodell von Creative Assets deckt vier Bereiche ab: Product Integration, Celebrity Marketing, Entertainment Events und Special Projects. Bei der Product Integration geht es, wie der Begriff schon sagt, darum, ein Produkt in die Handlung eines Films zu integrieren. «Das Produkt muss quasi ein eigener Schauspieler werden, eine Berechtigung haben im Drehbuch, sonst passt es nicht», präzisiert Nappo. Aktuell arbeitet Creative Assets für den neuen Schweizer Spielfilm «Marcello, Marcello» in der Produktion von C-Films.
Im Bereich Celebrity Marketing bietet Creative Assets zum Beispiel einer Hotelkette in Deutschland an, dass die Filmcrew publikumswirksam bei diesen Hotels absteigt. Stars können mit einer besonderen VIP-Karte einchecken.
Der Bereich Entertainment Events richtet sich an Firmen, die sich zum Beispiel in Verbindung mit einer Premiere, Festivals oder Vernissagen präsentieren wollen. Hier stellt Creative Assets sicher, dass «das Placement im Sinne der Marke ist».
Im Bereich Special Projects finden sich neue Massnahmen, wie zum Beispiel die Entwicklung von «Presenting Sponsor» Packages und Tie-In-Promotionen.
Und die Kosten? Ab 30 000 Franken ist man mit einem guten Placement dabei. Ein «Presenting Sponsor» muss mit rund 10 Prozent des Filmbudgets rechnen.
Creative Assets analysiert die Marketingstrategien von Unternehmen und beurteilt, ob deren Produkte oder die Marken stark und differenziert genug für ein Entertainment Marketing sind. Und welche Unternehmen oder Branchen sind prädestiniert für Filmsponsoring und Product Placements? «Es ist mehr eine Frage der Einstellung als der Branche», meint Nappo dazu. «Interessant sind grundsätzlich Firmen, die neue Wege ausprobieren wollen.»
Mit «Grounding»- und «Eugen»-Regisseur Michael Steiner hat Nappo rund um das Filmfestival in Locarno im Grand Hotel den ersten inoffiziellen Festival Club organisiert. «Es kann nicht sein, dass ein Festival wie Locarno keine Party und keinen Glamour hat», meint er zu diesem Event, der früher am ersten Wochenende jeweils zur inoffiziellen Eröffnung des Festivals geworden ist, heuer aber wegen des stillgelegten Grand Hotel nicht mehr stattfinden konnte. Nappo stand ebenfalls mehrere Jahre hinter der Silvesterparty «Jeunesse Dorée» im Dolder Grand Hotel. Solche Veranstaltungen waren für ihn «ein Ausgleich, damit es mir nicht langweilig wird».
Manuel P. Nappo ist in Zürich geboren, in Italien aufgewachsen und mit 19 Jahren zum Studieren in die Schweiz gekommen. Nach der Hochschule in St. Gallen startete er seine Karriere beim Zürcher Filmverleiher Rialto. Im Jahre 2001 wechselte Nappo als Sampling und Entertainment Marketing Manager zu Red Bull nach Baar. Dort hat er schliesslich einen wichtigen Teil seines Handwerks vom Entertainment Marketing lernen können.
Andreas Panzeri

Deutschland/EU: Sponsoring und Werbung soll weiter eingeschränkt werden

Der Sponsoringverband FASPO und der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW warnen vor weiteren Werbeverboten.


Der Sponsoringverband FASPO und der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW warnen vor weiteren Werbeverboten. Insbesondere im Sportbereich sind europaweit politische Bestrebungen zu beobachten, die Werbung und Sponsoring immer stärker einzuschränken oder gar verunmöglichen. Anlass der aktuellen Debatte war die Frage nach der Zulässigkeit von Sponsoring-Massnahmen privater Sportwetten-Veranstalter. Diese erneute Diskussion alarmiert die Branchenverbände.  
Der Geschäftsführer des ZAW, Manfred Parteina erläutert, dass dem Verband Informationen vorliegen, wonach die EU ab 2010 ein vollständiges Verbot des Sport-Sponsorings durch Alkoholproduzenten durchsetzen will. Beim Tabak ist ein solches Verbot bereits Tatsache: Im EU-Raum sind grenzüberschreitende Sponsoring-Aktivitäen der Tabakkonzerne verboten – was vor allem die kommerzielle Kommunikation in der Formel 1 komplett unterband.
Die Branchenvertreter halten diese Entwicklung für äusserst bedenklich. FASPO-Präsident appelliert denn auch an alle Marktpartner, die politischen Entwicklungen besser im Auge zu halten und den geplanten Einschränkungen geschlossen und entschieden entgegenzutreten.

Mehr Plakatkontakte

Aussenwerbung Flugplätze erweisen sich als Goldgruben.

Aussenwerbung Flugplätze erweisen sich als Goldgruben.An den Flughafen-Plakatstellen nahmen die Frequenzen dank grösserem Passagieraufkommen im ersten Halbjahr 2006 weiter zu. Die grösste prozentuale Zunahme gegenüber dem ersten Halbjahr 2005 verzeichnet der EuroAirport Basel-Mulhouse, er legte um 31 Prozent auf insgesamt 1,8 Millionen Passagiere zu.Ebenfalls ein Plus von 31 Prozent weist der Flughafen Bern-Belp auf, allerdings auf sehr tiefem Niveau (57 200 Passagiere). Genf-Cointrin, der in den letzten Jahren keinen Passagierrückgang hinnehmen musste, konnte sich um 5,5 Prozent auf 5,2 Millionen Passagiere steigern.
Die Zunahme beim Unique Airport betrug 6 Prozent, er kam von Januar bis Juni 2006 auf knapp 9 Millionen Reisende. Der Aufwärtstrend nützt Clear Channel Outdoor Plakanda, der den Flughafen Kloten und Teile des EuroAirports betreut, der APG, die in Basel und Genf präsent ist, JCDecaux am EuroAirport und Baracom und Publiscreen in Bern-Belp.
Markus Knöpfli

Urs Gredig moderiert interimistisch «SF Börse»

Der Moderator der «Tagesschau» wird ab dem 21. August erstes Aushängeschild für das neue Sendegefäss des Schweizer Fernsehens SF - so lange, bis das Moderationsteam steht.


Der Moderator der «Tagesschau» wird ab dem 21. August erstes Aushängeschild für das neue Sendegefäss des Schweizer Fernsehens SF (siehe «’SF Börse‘ verändert Werbeblöcke»). Wie SF am Mittwoch informiert, wird er über das Börsengeschehen informieren, bis das Team zusammengestellt ist. Es soll aus drei bis vier Moderatoren bestehen.
Gredig ist seit Dezember 2005 Moderator und Redaktor der «Tagesschau». Er stiess 2003 zum Schweizer Fernsehen und wurde nach einem Jahr bei der Abteilung Unterhaltung Produzent und Moderator bei der Nachtausgabe der «Tagesschau».

Schräge Moderation

Events Die Komiker Helmi Sigg, Midi Gottet und Guy Landolt  vom Trio Eden werden die Preisverleihung der X’06 moderieren.

Events Die Komiker Helmi Sigg, Midi Gottet und Guy Landolt  vom Trio Eden werden die Preisverleihung der X’06 moderieren. Die Xaver Awards werden am 23. August im Rahmen einer Gala in der Messe Zürich übergeben. Es werden rund 800 Gäste erwartet. Die Messe für Marketing, Kommunikation und Event dauert vom 22. bis 24. August und rechnet in ihren Erlebniswelten mit über 10’000 Besuchern. Der Xongress dreht sich breit gefächert um das Thema «Konsum von morgen in der Jetzt-Generation».

Beppis in Kampfstimmung

Zeitungen Grossauflage, Preiskampf und redaktioneller Ausbau – die BaZ geht in die Offensive.

Zeitungen Grossauflage, Preiskampf und redaktioneller Ausbau – die BaZ geht in die Offensive.Im Prinzip existierten bisher in der Nordwestschweiz die Basler Zeitung (BaZ), die Basellandschaftliche Zeitung (bz), die Neue Fricktaler Zeitung (NFZ) und die Sissacher Volksstimme friedlich und in gebührender Distanz nebeneinander. Jeder Titel hatte sein Stammgebiet, und man teilte sich den regionalen Werbemarkt: Seit 35 Jahren sind deshalb die drei kleineren Zeitungen im Inseratekombi Hattrick zusammengeschlossen, um neben der grossen BaZ bestehen zu können. Die Verantwortlichen der BaZ goutierten das nicht nur, sie koppelten auch zwei Blätter partiell an den nationalen Werbemarkt: Mit der Zeitung im Fricktal, an der die BaZ zu 21 Prozent beteiligt ist, besteht ein Inseratekombi, und der bz liegt seit zwei Jahren der Stellefant bei, der samstägliche Stellenmarkt der BaZ. Zudem besorgt die BaZ-Vertriebsfirma Prevag die Frühzustellung der bz.
Kriegserklärung an BaselDoch mit dem Motto «Leben und leben lassen» ist es jetzt im Wirtschaftsgebiet 31 vorbei. Ab dem 16. September kooperiert die bz mit der Mittelland Zeitung – für BaZ-Verleger Matthias Hagemann die Kriegserklärung schlechthin. Die Basler Zeitung Medien (BZM) reagiert jetzt mit entsprechenden Massnahmen. So dringt die BaZ ab 18. August verstärkt publizistisch, aber auch mittels wöchentlicher Grossauflage in das Hoheitsgebiet der bz ein.
Konkret stockt sie ihre Regionalredaktion wieder um rund 10 auf 30 Stellen auf und macht damit die Sparmassnahmen von 2003 teilweise rückgängig. Weiter teilt sie den Regionalteil in zwei Bünde auf: Der eine hat den Fokus auf baselstädtische und gesamtregionale Themen mit Elsass und Südbaden, ein zusätzlicher Bund berichtet aus dem Baselbiet sowie aus den angrenzenden Solothurner und Aargauer Bezirken. Damit wird die BaZ eine Fünf-Bund-Zeitung.
Aus Sicht der bz-Verantwortlichen ist die neue BaZ-Grossauflage von 90000 Exemplaren im Baselbiet und im Schwarzbubenland Hagemanns grösster  Coup: Die BaZ wird ihre freitäglichen Gratisexemplare vorab in jenen Bezirken streuen, in denen die bz besonders stark ist oder die sie mit der eigenen Mittwoch-Grossauflage abdeckt. Im Bezirk Sissach jedoch, wo die bz ebenfalls präsent ist, werden keine BaZ-Gratisexemplare gestreut, auch nicht im Fricktal. Der Angriff richtet sich gegen die bz; NFZ und Volksstimme werden geschont.
Daraus lässt sich ableiten, dass die BZM über ihre Ankündigungen hinaus eine weitergehende Strategie verfolgt: Im Kampf gegen Peter Wanners Mittelland Zeitung will sie NFZ und Volksstimme als Verbündete an sich binden und die bz zusehends isolieren.
Das Inseratekombi Hattrick ist per Ende 2006 gekündigt und müsste neu ausgehandelt werden. Da aber bisher noch nicht einmal ein Gesprächstermin anberaumt wurde, rechnet selbst bz-Verleger Mathis Lüdin mit dem Ende des Kombis – trotz anders lautender Absichtserklärungen seiner Kombipartner im Fricktal und in Sissach.
Deren Zögern hat einen Grund: Sie erhielten von der BZM ein Angebot, das sie kaum ausschlagen können. Es handelt sich um ein Kombi zwischen der neuen BaZ-Grossauflage und den Normalauflagen von NFZ und Volksstimme. Dieses würde im Gegensatz zum Hattrick ausserdem den Kanton Basel-Stadt und die angrenzenden Baselbieter Gemeinden, also das ganze Wirtschaftsgebiet 31, abdecken. Das Angebot ist umso attraktiver, weil die BaZ den Stellenanzeiger Stellefant in die jeweils freitags erscheinende Grossauflage zügeln will und ihn ab 2007 NFZ und Volksstimme als Beilage anbietet – statt der bz, versteht sich.
Knackpunkt StellenmarktAuf Anfrage bestätigte BZM-CEO Beat Meyer entsprechende Ideen und Verhandlungen – ebenso, dass das Stellenkombi mit der bz beendet wird. «Es läuft Ende November aus und wird definitiv nicht verlängert», sagt er. Die BZM erwäge zudem, nächstes Jahr mit dem Stellefant über die Landesgrenzen zu gehen – ins Elsass und nach Südbaden. «Wir führen Gespräche in diese Richtung», sagt Meyer, ohne jedoch weitere Details bekannt zu geben.
bz-Verleger Mathis Lüdin zeigt sich über die Schritte der BZM nicht erstaunt. Positiv findet er, dass die BZM ihm die Frühzustellung nicht gekündigt habe. Dem Stellenkombi mit der BaZ trauert er hingegen nicht nach. «Wir werden uns beim Stellenmarkt der Mittelland  Zeitung (MZ) anhängen», sagt er. Dennoch versteht er das kostspielige Vorgehen der Strategen am Rheinknie nicht. Seine Kooperation mit der MZ habe doch einzig zum Ziel, die bz redaktionell zu stärken und sie an den nationalen Werbemarkt zu koppeln, sagt er. «Das ist nicht gegen die BaZ gerichtet.»
Lüdin will deshalb vorerst nicht auf die jüngsten Aktivitäten der BZM reagieren. Allerdings fällt auf, dass die bz seit Monaten immer wieder Mitarbeiter sucht – in jüngster Zeit eine unbestimmte Anzahl freier Journalisten für die Sport- und Lokalredaktion. Möglich also, dass auch hier ein Ausbau ins Auge gefasst wird.
Neue Tarife bei MZ und BaZSeit dieser Woche
sind die neuen Tarife der Mittelland Zeitung und der BaZ bekannt. Bei der MZ kommt es deshalb zu einem Novum: Wegen der bz-Grossauflage gibt es bei der MZ ab 16.9. zwei verschiedene Tarife – MZ Grossauflage (mittwochs) und MZ Normalauflage an den übrigen Wochentagen. Der Preisnachlass gegenüber heute (MZ und bz je mono) beträgt 14 bis 18 Prozent. Eine Spezialität auch bei der BaZ: Ihre 90000 Gratisexemplare sind ab sofort in zwei Varianten buchbar – entweder zusammen mit der BaZ-Normalauflage (total 188000 Exemplare) oder separat als «BaZ BL mono». Zudem zeigt sich, dass die BaZ die bz auch im Preisbereich frontal angreift: Der 1000-Leserpreis der BaZ-Zusatzauflage ist rund 40 Prozent günstiger als jener der kleineren bz-Grossauflage.
BaZ-Gratisauflage per PostDie BaZ-Gratisauflage im Baselbiet
wird nicht alle Leistungen der abonnierten BaZ enthalten. So verzichten die Empfänger auf das tägliche Kulturmagazin, die BaZplus-Angebote und die Frühzustellung. Letzteres, weil die Gratisauflage per Post verschickt wird.Dies aus drei Gründen. Erstens sei die Verteilung via Post leicht günstiger als mit der BZM-eigenen Vertriebsfirma Prevag, sagt BZM-CEO Beat Meyer. Vor allem aber bediene die Post auch die Briefkästen mit Stoppkleber. «Drittens schaffen wir bewusst eine Differenzierung zum Abonnement», sagt Meyer. «Denn ein Hauptziel der Gratisauflage ist die Abogewinnung – und natürlich erhoffen wir uns auch zusätzliche Inserate.»
Markus Knöpfli

«Die Botschaft überraschend, unterhaltsam und auch mal etwas frech rüber bringen»

Die Werbemassnahmen für den am 31. August startenden Schweizer Privatsender 3+ sind angelaufen - und überzeugen durch Unkonventionalität. Markus Ruf von der verantwortlichen Kreativschmiede Ruf Lanz verriet der Werbewoche einige zusätzliche Details.

Die Werbemassnahmen für den am 31. August startenden Schweizer Privatsender 3+ sind angelaufen. Zeitgleich mit der Casting-Kampagne (siehe 3+ wirbt mit Aushängeschildern des Schweizer Fernsehens) ist auch die Business-to-Business-Kampagne im Auftrag der Cinecom in der aktuellen Werbewoche angelaufen. Markus Ruf von der Kreativschmiede Ruf Lanz verriet der Werbewoche einige zusätzliche Details.

Deutschland: Mehr als 100 TV-Sender über VDSL

Die Deutsche Telekom hat sich mit den öffentlich rechtlichen Fernsehprogrammen ARD und ZDF geeinigt, deren Programme im Internet zu übertragen. Ab Herbst werden damit 100 Programme über das neue Hochgeschwindingkeitsnetz VDSL übertragen.


Die Deutsche Telekom hat sich mit den öffentlich rechtlichen Fernsehprogrammen ARD und ZDF geeinigt, deren Programme im Internet zu übertragen. Ab Herbst werden die Programme über das neue Hochgeschwindingkeitsnetz VDSL übertragen. VDSL wird in 10 Ballungsgebieten empfangbar sein und insgesamt über 100 Fernsehkanäle übertragen – von CNN bis zu Regionalfernsehen. Von den Privatsendern ist Pro Sieben Sat.1 bereits dabei, mit RTL wird noch verhandelt. Die Unterzeichnung der Vereinbarung wird in den nächsten Tagen erwartet.
Mit dem VDSL-Netz schafft die Deutsche Telekom ein Bündelangebot, das Telefonie, Internet und Medieninhalte gleichermassen umfasst. Bis zum Jahresende sollen sechs Millionen Haushalte mit der Infrastruktur abgedeckt sein. Bis Mitte nächsten Jahres sollen 50 Städte mit VDSL versorgt werden können.

Flimmern verleiht Flügel

Fernsehen Red-Bull-Besitzer Mateschitz will ins TV-Geschäft einsteigen und einen eigenen Kanal schalten.

Fernsehen Red-Bull-Besitzer Mateschitz will ins TV-Geschäft einsteigen und einen eigenen Kanal schalten.«So ein TV-Satellit kann doch nicht mehr so viel kosten …», lässt sich Dietrich Mateschitz in der österreichischen Programmzeitschrift TV Media zitieren. Der Gründer und Besitzer von Red Bull verrät, dass er mit einem eigenen TV-Kanal liebäugelt. Für das noch geheime Projekt arbeiten in einem Wiener Loft die beiden TV-Profis Matthias Schweger (ORF und DoRo Film) und Teddy Podgorski (der Sohn eines früheren ORF-Generals) an Konzepten und Pilotsendungen. Auf den Formel-1-Rennstrecken ist auch schon Bernie Ecclestones Tochter Tamara als Reporterin für solche Testsendungen aufgetaucht. «Tamara hat sich als talentiert und auch als fachlich sehr versiert erwiesen, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen», meint Mateschitz.
Das international empfangbare Red-Bull-Fernsehen soll aber nicht nur Hintergrundberichte zu Mateschitz’ zweitem teurem Hobby liefern. Mateschitz verrät, dass sein geplanter Kanal – wie das Fernsehen ganz allgemein – einen noch deutlicheren Unterhaltungsschwerpunkt haben wird, da «die reine Information schwerpunktmässig in Zukunft im Internet stattfindet».
Für sein Projekt ist Mateschitz auch schon bei Verhandlungen mit verschiedenen TV-Anstalten – darunter auch Schweizer Unternehmen – gesichtet worden. Bei diesen will sich der millionenschwere Österreicher aber nicht beteiligen, sondern er sieht solche Sender höchstens «als Partner, die wir als Contentprovider mit Inhalten versorgen».
Andreas Panzeri

Operation Fairplay

Prävention Ruf Lanz ist für die Suva mit einem Fairplay-Spot am Ball geblieben.

Prävention Ruf Lanz ist für die Suva mit einem Fairplay-Spot am Ball geblieben.Seit Mitte der Achtzigerjahre gibt es in der Schweiz mehr Freizeitunfälle als Berufsunfälle. Fast ein Drittel aller Freizeitunfälle sind Sportunfälle. Deshalb engagiert sich SuvaLiv für eine sichere Freizeit mit breit angelegten Präventionskampagnen. Seit 2002 werden diese von Ruf Lanz konzipiert. Preisgekrönt wurde die Kampagne für den Velohelm («Damit Unfälle nicht zum Horror werden»). Eine weitere galt dem Rasen auf der Skipiste.
Die beliebteste Sportart in der Schweiz ist Fussball. Für die neue Kampagne hat Ruf Lanz deshalb einen Spot für Fairplay realisiert.
Im Film wird – wie vor grossen Spielen üblich – eine Mannschaft langsam mit der Kamera abgefahren, während eine pompöse Hymne erklingt. Erst am Schluss, als die Kamera zurückfährt, merken die Zuschauer, dass es sich nicht um eine Fussballmannschaft handelt. Das Schlussbild zeigt ein komplettes Chirurgenteam inklusive Assistenzärzten und Pflegern. Eine Stimme aus dem Off löst den Spot auf: «An alle Fussballer: Spielt fair. Damit diese Mannschaft nicht zum Einsatz kommt.»
Der TV-Spot wird gezielt vor Fussballübertragungen eingesetzt, weil dann besonders viele Freizeit-fussballer vor dem Fernseher sitzen. Gedreht wurde der Film von Condor Anfang April in Budapest, weil das Wetter in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt nur einen Wintersportspot zugelassen hätte.
Warnung für FeinfühligeNeben dem offiziellen TV-Spot ist Ruf Lanz auch mit einem ungewöhnlichen Typospot von Treibhaus für das gute Anliegen am Ball geblieben. Unmittelbar vor wichtigen Fussballübertragungen erscheint im TV eine Warntafel, wie sie sonst spätnachts vor knallharten Actionstreifen oder Thrillern eingeblendet wird. Der Text warnt empfindliche Gemüter vor der Härte der folgenden Sendung und merkt an, dass sie für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet sei. Es sei denn, die Fussballspieler halten sich ans Fairplay …
Rund um diese Prävention lancierten der Schweizerische Fussballverband und die Suva auch eine Fairplay-Trophy. Amateur-clubs, die sich dafür angemeldet haben, werden von den regionalen Verantwortlichen für Fairplay und Sicherheit besucht und nach einer einheitlichen Kriterienliste beurteilt. Den fünf erstklassierten Mannschaften winken Preise bis 10000 Franken.
SuvaLiv unterstützt ebenfalls rund 100 Grümpelturniere in der ganzen Schweiz mit Ausrüstung und Dienstleistungen. «Das Engagement lohnt sich, denn an Suva-Turnieren sind halb so viele Unfälle zu verzeichnen als bei den übrigen Hobby-Fussballturnieren», hat der Versicherer errechnet.
Andreas Panzeri
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