Der neue Kreativchef bei Publicis ist bestimmt: Martin Denecke übernimmt die Leitung der Kreation. Er zügelt die Kunden seiner Agentur Denecke AG, zu denen auch Pfister zählt, an die Stadelhoferstrasse. Denecke wird Nachfolger von Markus Gut, der Ende Jahr zur Y&R-Gruppe wechselt.
Der ehemalige GGK-Basel-Chef und Werber des Jahres Martin Denecke und Publicis-CEO Fredy Collioud kennen und respektieren sich gemäss Communiqué seit Jahrzehnten als Freunde und Konkurrenten. Neben Denecke stehen bei Publicis nun die neuen Managing Partnern Curdin Janett und Christian Siegrist sowie Marion Marxer (Publicis Modem) an der Spitze.
Die Neubesetzung der Kreativleitung mag überraschen, da Denecke nicht unter den Namen war, die in der letzten Zeit für den Posten diskutiert wurden. «Mir war sehr wichtig, dass unser neuer Kreativchef eine gestandene Persönlichkeit ist und Erfahrung mit grossen Kunden mitbringt», erklärte Collioud auf Anfrage der Werbewoche. «Ich wollte nicht jemanden, der nur eine kreative Spielwiese sucht und Preise für sich einheimsen will. Bei der Grösse unserer Agentur ist Management-Erfahrung äusserst wichtig.»
Eine interne Lösung habe sich laut Collioud nicht aufgedrängt. Eine Umfrage unter den Publicis-Kreativen habe zudem gezeigt, dass auch diese eine externe Lösung bevorzugten. Denecke wechselt nun von seiner Einmann-Agentur zur grössten Kreativwerkstatt im Lande. «Das ist für ihn nichts neues, hat er doch bereits bewiesen, dass er in der Lage ist, die kreative wie unternehmerische Verantwortung einer grossen Agentur zu tragen. Er hat sich nun gewünscht, wieder einen breiteren Wirkungskreis zu haben», so Collioud.
Zu Martin Deneckes Stationen gehören McCann Erickson in Zürich wie auch Aebi und Partner. Er wechselte dann zur GGK Basel, wo er erst als CD und dann als Geschäftsführer wirkte, als Aloys Hirzel die GGK 1991 aufkaufte. Schliesslich übernahm Denecke 1994 mit einem Management Buyout selber die Mehrheit, schaffte mit der Agentur den Turn-Around und konnte sich über grosse Erfolge freuen. Kunden wie Cash, A. Lange & Söhne, Sunrise oder auch Credit Suisse standen während dieser Jahre auf der Kundenliste. Martin Denecke wurde 1995 zum Werber des Jahres gekürt. Im Jahr 1998 verkaufte er seine Anteile an Lowe und schied 2002 aus der Agentur aus. Er hat sich dann als freier Creative Consultant selbstständig gemacht und die Denecke AG gegründet, wo er 2005 den Etat des Möbelhauses Pfister gewann.