Berichten in Faz.net und Sueddeutsche.de zufolge hat Claus Kleber von den Spiegel-Verantwortlichen am Freitagnachmittag das Angebot erhalten, neuer Chefredaktor zu werden. Die Entscheidung liegt jetzt offenbar nur noch bei ihm. Das war zuerst gerüchteweise bekannt geworden, dann bestätigte das ZDF ein entsprechendes Angebot des Spiegels. Kleber ist seit 2003 Redaktionsleiter und Moderator des «Heute-Journals» beim ZDF.Kleber wäre eine überraschende Wahl: Unter den vielen, gerüchteweise gehandelten Namen sei er nur unter Insidern auf der Rechnung aufgetaucht, so die FAZ. Zum Schluss seien nur noch er und der Chefredaktor der Frankfurter Rundschau, Uwe Vorkötter, im Kandidatenrennen gewesen. Sein Stellvertreter soll Matthias Müller von Blumencron werden, bisheriger Chefredaktor von Spiegel Online. Martin Doerry bleibe wie bisher stellvertretender Spiegel-Chef, daneben soll es noch einen dritten Stellvertreter geben. Gemäss Sueddeutsche.de wollte sich jedoch die Sprecherin des Spiegel-Verlags nicht zu diesen Personalien äussern.
Auf Claus Kleber haben sich die beiden Hauptgesellschafter des Spiegels, die Mitarbeiter KG (50,5 Prozent) und der Verlag Gruner + Jahr (25,5 Prozent), verständigt. Die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein sollen die Entscheidung dem Vernehmen nach nicht mitgetragen haben.
Nach Informationen von Sueddeutsche.de stehen jetzt Gespräche des ZDF mit Kleber an. Dabei geht es dem Vernehmen nach auch um Klebers künftiges Gehalt. Deshalb werde jetzt beim ZDF überlegt, welche Angebote man Kleber machen könne.
Für Kleber ist der Magazinjournalismus im Stile des Spiegel komplettes Neuland. Der promovierte Journalist arbeitet seit 31 Jahren beim Fernsehen. Als freier Mitarbeiter kam er zum Südwestfunk, wo er bald schon zum Studioleiter in Konstanz aufstieg. 1986 ging er als Hörfunkkorrespondent nach Washington. Dort arbeitete er später als Leiter des ARD-Studios. Seit vier Jahren ist er nun beim Heute Journal tätig.
Wann Kleber seinen neuen Job antritt und wann Stefan Aust, der 13 Jahre lang Chefredakteur des Spiegel war, offiziell gehen muss, ist noch unklar.