Neuer Veranstaltungstermin für «Kreativität im Druck»

Veranstaltung Auf Grund des grossen Erfolgs der Veranstaltung «Kreativität im Druck» gibt es nun einen zusätzlichen Workshop am 24. April. Dabei sollen die Potenziale der Druckveredelung für die Unternehmenskommunikation unter Beweis gestellt werden.

 
Veranstaltung Auf Grund des grossen Erfolgs des Events «Kreativität im Druck» gibt es nun einen zusätzlichen Workshop. Die Nachfrage war so gross, dass MAN Roland und der Fachverband Medienproduktioner (f:mp.) am 24. April den Workshop nochmals anbieten. In Kooperation mit weiteren Partnern werden an diesem Kurs die Potenziale der Druckveredelung für die Unternehmenskommunikation unter Beweis gestellt. Experten aus der Praxis veranschaulichen den Teilnehmern den kreativen Einsatz der Druckveredelung für eine aufmerksamkeitsstarke Markenkommunikation: Jessica Oehlenberg, Mitarbeiterin Marketing-Einkauf/Produktion der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, erklärt die Differenzierungsmöglichkeiten im Akzidenzdruck.
Jürgen Kleinhans, Leiter Medienproduktion, zeigt, wie sich ein Produkt positiv am Point of Sale abhebt. Michael Stickel, der Geschäftsführer von Young & Rubicam, gibt eine Kostprobe der Veredelungsmöglichkeiten bei der Umsetzung kreativer Ideen.
Klaus Valet, Technischer Leiter im Druckhaus Hammesfahr, verdeutlicht den Mehrwert, der durch innovative Druckanwendungen generiert werden kann.
Abgerundet werden die Fachvorträge durch einen Praxisworkshop im MAN Roland Graphic Center. Den Teilnehmern werden dort verschiedene Veredelungsprozesse an drei MAN-Roland-Druckmaschinen live vorgeführt. Die Experten freuen sich auf das Fach-Event und darüber hinaus auch auf einen intensiven Gedankenaustausch im Anschluss an die Veranstaltung. MAN Roland und der Fachverband Medienproduktioner (f:mp.) laden dazu ein.
Anmeldung per E-MailDie Veranstaltung findet am
24. April 2008 von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr
bei der MAN Roland Druckmaschinen AG statt.
MAN Roland Druckmaschinen AG
Senefelderhaus, Senefelderallee,
D-63165 Mühlheim am Main
Deutschland
Es entstehen keine Teilnahmegebühren. Anmeldung unter:
oder

Kommunikationschef Peter Küng verlässt die Migros Basel

Peter Küng, Kommunikationschef der Migros Basel, verlässt das Unternehmen per Ende Juni. Neuer Leiter PR + Kultur bei der regionalen Migros-Genossenschaft wird der Basler Werbe- und Kommunikationsfachmann Dieter Wullschleger.

 
Peter Küng, Kommunikationschef der Migros Basel, verlässt das Unternehmen per Ende Juni. Neuer Leiter PR + Kultur bei der regionalen Migros-Genossenschaft wird der Basler Werbe- und Kommunikationsfachmann Dieter Wullschleger. Die Geschäftsleitung entspreche Küngs Wunsch nach vorzeitiger Pensionierung, um ihm beruflich die Selbständigkeit zu ermöglichen, teilte die Migros Basel gemäss SDA am Mittwoch mit. Küng will künftig mit seiner Firma KMU Küng Medien Unternehmung als Medienberater für Unternehmen sowie im Event- und Sponsoring-Bereich arbeiten. Der 60-jährige leitet die Abteilung PR + Kultur der Migros Basel seit 1990. Zuvor war er als Journalist unter anderem beim Solothurner Kabelfernsehen KRS, dem Blick und den Lokalradios Basilisk und Raurach tätig.
Dieter Wullschleger übernimmt die Nachfolge von Küng per Anfang August. Wullschleger hatte unter anderem eine Werbe- und eine Kommunikationsagentur aufgebaut und war zeitweilig Geschäftsleiter der Basler Gratiszeitungen Vogel Gryff und Baslerstab.

SF übt sich in Genügsamkeit

TV Beim Schweizer Fernsehen gibt man sich optimistisch und setzt auf die bekannten Formate. 2008 steht ganz im Zeichen der Fussball-EM.

 
TV Beim Schweizer Fernsehen gibt man sich optimistisch und setzt auf die bekannten Formate. 2008 steht ganz im Zeichen der Fussball-EM. 
«Mit einem Marktanteil von 33,5 Prozent sind wir zufrieden», sagte SF-Direktorin Ingrid Deltenre kürzlich an der Jahres-Medienkonferenz des Schweizer Fernsehens in Zürich Leutschenbach. Zwar gebe es stets leichte Schwankungen – SF hat 2007 ein Prozent gegenüber dem Vorjahr verloren –, man befinde sich aber auf sehr hohem Niveau und 0,1 Prozentpunkte über dem Jahr 2005. Zwar hat der Sender im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um die 3 Prozent Zuschauer verloren.  
Als Gründe nennt Deltenre einerseits das Fehlen der vielbeachteten Talentshow Music Star, die es im Vorjahr auf stolze 46 Prozent Marktanteil gebracht hatte, ferner auf die fehlende Ski-WM und auch auf die Wettersituation, die sich stets proportional zur TV-Nutzung verhalte. «Aber restlos erklären können wir uns die starken Schwankungen nicht», sagte Deltenre. Besonders deshalb, weil man keine gesicherten Marktdaten aus der Publikumsforschung erhalte. «Wir warten immer noch auf Erklärungen von Mediapulse», meinte sie an die Adresse des Medienforschungsunternehmens, das 2006 aus dem SRG-Forschungsdienst hervorgegangen war.
 
Ein plausibler Grund könnte gemäss Deltenre die Umstellung auf DVBT sein. Dadurch, dass SF nicht mehr wie bisher analog empfangen werden könne, hätten sich wohl etliche Zuschauer eine Satellitenschüssel angeschafft und verbrächten vorerst einmal die Zeit damit, sich durch das riesige Angebot zu zappen. Diesen Trend habe man unter anderem auch in Österreich im Zuge der Umstellung beobachten können. Die Schwankungen würden sich aber mit der Zeit wieder einpendeln, gab sich die Fernsehdirektorin gelassen.
Was den Fernsehmachern mehr und mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass das Publikum das TV-Gerät zunehmend nicht bloss für das klassische Programm nutzt, sondern auch für TV on demand, für Spiele und zum Betrachten von DVDs. Seit 2005 hat sich dieser Anteil – zwar auf kleinstem Niveau – verdoppelt, während das klassische Fernsehen einen leichten, aber stetig zu beobachtenden Rückgang verzeichnet.
Grösste Konkurrenz zu SF ist in der Schweiz die RTL-Gruppe mit einem Marktanteil von 16,3 Prozent. Seit ungefähr vier Jahren ist ausserdem eine Zunahme weiterer empfangbarer Sender zu beobachten, darunter eine Vielzahl von Kleinst- und Spartensendern, die als Gruppe zusammengefasst auf einen Marktanteil von 13 Prozent kommen. Die Schweizer Privaten liegen mit 4,4 Prozent Marktanteil am Schluss.
Programmmässig haben die Verantwortlichen 2007 zu Gunsten von mehr Qualität und Tiefgang die Sparten Wirtschaft und Wissen mit den Sendungen «Eco», «Start up», «Einstein» (anstelle von «MTW –Menschen, Technik, Wissenschaft») sowie «SF-Wissen» auf www.sf.tv ausgebaut. Vermehrt wurden «Dok», «Reporter» und Specials zu aktuellen Ereignissen produziert, unter anderem zur Neat oder zur Blocher-Abwahl. In der Sparte Kultur wurde höhere Aktualität angestrebt, etwa mit Mozarts «Zauberflöte» im Zweikanalton oder mit insgesamt sieben Premieren von Schweizer Filmen (u.a. «Herbstzeitlosen»).
Zur stärkeren Zuschauerbindung launchte SF eine Reihe von Unterhaltungssendungen wie «SF bi de Lüt», «Heimspiel» oder «Landfrauen». Ferner hat sich SF im vergangenen Geschäftsjahr mehr Emotionalität bei den Sportsendungen auf die Fahne geschrieben und sein Angebot für Kinder und Jugendliche ausgebaut. «Mit dem Kinderprogramm sind wir aber noch nicht zufrieden», sagte Deltenre. Ein eigener SF-Kinderkanal sei zwar gegenwärtig auf Eis gelegt, doch das Thema werde die Verantwortlichen im laufenden Jahr weiter beschäftigen.
Grundsätzlich ist das Publikum SF gegenüber positiv eingestellt, wie die dritte Befragung von rund 1’000 Personen ergab. Sie fiel in allen Bereichen besser aus als im Vorjahr. In den Sparten Information, Sport, Unterhaltung, Kultur und bei den Serien gilt SF als Sender erster Wahl. Bei den Spielfilmen kommt er auf Platz zwei.

Das laufende Jahr steht bei SF ganz im Zeichen der Euro 08, mit umfassender Berichterstattung und Live-Übertragungen sowie einer 17-stündigen Spezialsendung im Juni. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Präsidentschaftswahl in den USA sein. Ausserdem soll die «Arena» ab August lebendiger und interaktiver werden. Auch das Gesundheitsmagazin «Puls» wird einem Relaunch unterzogen. Im Sommer wird die Dok-Serie mit Kriminalfällen fortgeführt, diesmal unter dem Titel «Wenn Frauen töten». Anstelle der abgesetzten Sendung «Zart oder Bart» kommt ein neues Quiz «1 gegen 100». Kultureller Höhepunkt wird wohl die Aufführung von Verdis «Traviata» im Zürcher Hauptbahnhof.
René Worni

Trends im Visier

Presse TV Lesch+Frei Zürich bringt das Fernsehen in die Presse.

 
Presse TV Lesch+Frei Zürich bringt das Fernsehen in die Presse.
Seit 1995 sendet das nationale Privatfernsehen der Verleger (Verlag NZZ, Ringier, Basler Zeitung, Axel Springer Schweiz und dctp) jeden Samstag- und Sonntagabend auf SF2 mit Cash TV, Motorshow oder Konsum TV ein vielfältiges Programm. Die Informations- und Diskussionssendungen sind eine schweizerische Alternative zu den überwiegend auf Unterhaltung ausgerichteten Programmen anderer Privatkanäle.Um die Zuschauerzahlen der einzelnen Formate und vor allem die Bekanntheit von Presse TV allgemein in der ganzen Deutschschweiz zu steigern, startet das nationale Fernsehmodell der Verleger in diesen Wochen eine breit angelegte Printkampagne in nationalen wie überregionalen Zeitungen und Zeitschriften.
Konzipiert hat die Kampagne Lesch+Frei Zürich. Mit einer einfachen und schnellen Idee, welche auf einen Blick die Zielgruppe des Senders erreichen soll. Parallel dazu hat die Agentur eine neue Corporate Identity für Presse TV geschaffen und verschiedene Below-the-line-Massnahmen entwickelt.
Andreas Panzeri

Gesundheit Sprechstunde schluckt FdH

Ringier integriert das vor knapp einem Jahr lancierte Magazin FdH ab April in die vierzehntäglich erscheinende Zeitschrift Gesundheit Sprechstunde. Bisher lag FdH dem Titel einmal pro Monat bei.

 Ringier integriert das vor knapp einem Jahr lancierte Magazin FdH ab April in die vierzehntäglich erscheinende Zeitschrift Gesundheit Sprechstunde. Bisher lag FdH dem Titel einmal pro Monat bei. Fdh war im April 2007 lanciert worden und drehte sich um gesunde Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden. Auch wenn die Beilage als eigenständiges Heft nun verschwindet, will Ringier diesen Themen weiterhin Gewicht geben: Sie werden direkt im Stammheft Gesundheit Sprechstunde behandelt, als Ergänzung zu den gewohnten medizinischen Artikeln. Abkehr nimmt man allerdings vom ursprünglichen Motto «Friss die Hälfte» und setzt nun auf die Devise «Fühl Dich happy», wie das Verlagshaus am Mittwoch bekannt gab.
Gesundheit Sprechstunde erscheint mit einer Auflage von 87’656 verkauften Exemplaren und ist innerhalb des Verlagshauses in der Gesundheitsplattform Health Unit angesiedelt.

Werbung mit Biss

Hygiene Seit über 40 Jahren steht Signal hier zu Lande für zuverlässigen Kariesschutz. Innerhalb der laufenden Imagekampagne von Signal haben die Hesskiss-Kreativen ein spezielles Ostersujet entwickelt.

 
Hygiene Seit über 40 Jahren steht Signal hier zu Lande für zuverlässigen Kariesschutz. Innerhalb der laufenden Imagekampagne von Signal, welche die Zusatzfunktionen der verschiedenen Zahnpasten überraschend umsetzt, haben die Hesskiss-Kreativen ein spezielles Ostersujet entwickelt: Und zwar wirbt ein Schoko-Osterhase für die Anti-Karies. Wie alle Lebensmittel, die in der Kampagne zum Einsatz kommen, ist auch er an zwei Orten angebissen, um mit Hilfe dieser beiden Bisse neben dem allgemeinen Schutz vor Karies auch die jeweilige Zusatzfunktion auf eine überraschende Art vermitteln zu können. Die Anzeige wird am Ostersonntag im Magazin des SonntagsBlicks erscheinen.

Publicitas zeigt ihr neues Gesicht

Die «neue» Publicitas präsentiert ihr angekündigtes neues Erscheinungsbild. Sie zeigt sich künftig mit der Wortmarke «publicitas» und ein aus 27 Punkten verschiedener Grösse gebildetes «P». Das Bildzeichen wird in drei Farben dargestellt - rot, grün und blau.

Die Publigroupe wartete am Mittwoch mit ihren Jahreszahlen auf, die «neue» Publicitas zeigt gleichentags ihr angekündigtes neues Erscheinungsbild. Die nun als Allmedia-Vermarkterin aufgestellte Geschäftseinheit präsentiert sich künftig mit der kleingeschriebenen Wortmarke «publicitas» und einem aus 27 Punkten verschiedener Grösse gebildetes «P». Damit solle der Aufbruch des vor fast 120 Jahren gegründeten Schweizer Printvermarkters zur internationalen Allmedia-Verkaufsorganisation symbolisiert werden, heisst es in einer Mitteilung. Das Bildzeichen wird in drei Farben dargestellt – rot, grün und blau. Die drei Logovarianten werden laut Publicitas nach dem Zufallsprinzip über alle Mittel und Medien durchmischt angewandt. Realisiert hat das neue Erscheinungsbild die Zürcher Marken-Agentur Scholtysik Niederberger Kraft (SNK). Deren Partner Carsten Scholtysik sagt dazu: «Die Punkte des «P», die Dots, verweisen assoziativ auf die unterschiedlichsten Aspekte der Medienwelt; Pixel, Dioden, Druckraster oder Lichtpunkte.» Die Kleinschreibweise des Markennamens solle
«Nahbarkeit» vermitteln: «Bei Publicitas reden Menschen mit Menschen auf gleicher Augenhöhe, persönlich und direkt.»
Ein Neuauftritt dieser Grössenordnung gehe weit über die blosse Gestaltung von Bild- und Wortmarke sowie Schriften hinaus, sagt
Christian Gartmann, bei der Publicitas als Director Media Partner Relations & Marketing verantwortlich für das Rebranding. Man habe ihn zudem in nur dreieinhalb Monaten realisiert: In einer Beurteilung seien unter anderem aus den heutigen Stärken und Schwächen der Publicitas sowie aus den Positionierungen und Corporate Designs der weltweiten Konkurrenten und Partner die gewünschten Markenattribute entwickelt worden, erst dann hätte die grafische Arbeit begonnen. Wie bereits angekündigt worden war, soll «Publicitas» nun als Dachmarke fungieren. Für die Teams der rund drei Dutzend Gesellschaften in 23 Ländern bringt die Reorganisation also nicht nur ein neues Logo; die meisten bekommen auch einen neuen Firmennamen. Im Rahmen des Rebrandings wird der Name «Publicitas» damit zur alleinigen Marke der Medienvermarktungsaktivitäten der Publigroupe. Für Publimedia, Publimag, Publiconnect, Mosse, Cinecom, Radiotele und Web2com heisst das, dass die Marke «Publicitas» ab Mitte April vor die bisherigen Firmennamen gestellt wird. Nach rund zwei Jahren werden die Ursprungsmarken dann in der Marke Publicitas aufgehen. Ab September erhalten auch die internationalen Gesellschaften in 23 Ländern das neue Corporate Design mit der Einheitsmarke «Publicitas».
Verantwortlich bei Publicitas:
Christian Gartmann, Director Media Partner Relations & Marketing (Gesamtverantwortung), Sabine Tschopp, Projektleiterin Rebranding (Leitung), Michael Schaefer, Head of Marketing Services (Communications / Internetprojekt), Mario Ramò (Mitarbeit Projektleitung). Verantwortlich bei Scholtysik Niederberger Kraft: Armin Niederberger (Mandatsleitung), Oscar Todeschini (Markenstrategie), Carsten Scholtysik (Brand Design). Animiertes Logo, das die Farbe wechselt:

Logos der einzelnen Gesellschaften:

«Wir sind gefordert»

Fernsehen Die Neuvergabe der Konzessionen bringt Turbulenzen auch für die Kabelnetzbetreiber. Ein Gespräch dazu mit Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin von Swisscable.

 
Fernsehen Die Neuvergabe der Konzessionen bringt Turbulenzen auch für die Kabelnetzbetreiber. Ein Gespräch dazu mit Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin von Swisscable. 
Einundzwanzig Anbieter bewerben sich um eine von 13 TV-Konzessionen. Was aber, wenn ein bisheriger Sender leer ausgeht? Hat er auch ohne Konzession eine Chance, via Kabel verbreitet zu werden? Wie begrenzt sind die Netzkapazitäten wirklich? Die Werbewoche fragte Claudia Bolla-Vincenz, Geschäftsführerin von Swisscable, dem Verband der Schweizer Kabelnetzbetreiber.WW: Vor einem Jahr zügelte der Kabelnetzbetreiber Cablecom den TV-Sender Rai Uno vom analogen in den digitalen Bereich, worauf Tausende Italiener protestierten. Selbst die italienische Botschaft schaltete sich ein. Daraufhin krebste Cablecom zurück und baut nun die bisher begrenzte Kapazität ihres anlogen Netzes für 100 Millionen Franken aus. Was hat Swisscable aus dieser Sache gelernt?Claudia Bolla-Vincenz: Zum einen, dass das heutige analoge Angebot im Kabel-TV-Bereich beim Kunden eine hohe Priorität hat und dass seine Bereitschaft, ins digitale TV zu wechseln, noch nicht so hoch ist, dass man die Programme jetzt einfach vom analogen ins digitale Umfeld wechseln kann. Zum zweiten erkannte die Kabelnetzbranche, dass sie ein Parallelangebot machen muss, dass sie also anders, als sie es ursprünglich annahm, das analoge Angebot nicht einfach durch das digitale ersetzen kann. Dafür aber sind noch zusätzliche Investitionen in die Netzkapazität nötig.
Und da machen nun alle Swisscable-Mitglieder mit?Es gibt in der Schweiz etwa 250 Kabelnetzfirmen, die in ihren Entscheiden frei sind. Der Ausbaustandard ist zudem sehr unterschiedlich. Deswegen muss zwar jede Firma dies prüfen, aber es sind nicht alle in derselben Situation.
Wie unterschiedlich sind denn die Kapazitäten der einzelnen Netze?Das hängt vom Netzausbau ab. Eine Rolle spielt auch, ob ein Netz zusätzliche Dienste wie Telefonie und Internet anbietet. Im Durchschnitt sind im analogen Bereich 40 bis 50 TV- und etwa 50 Radiokanäle besetzt. Nun schafft die Digitalisierung zwar eine effizientere Verbreitung, jedoch immer auf Kosten von analogen Kanälen: Pro analoges Programm können zehn digitale verbreitet werden. Bisher dachten wir, dass dies auch im Sinne der Kunden sei. Doch nun stellten wir fest, dass das analoge Angebot für den Kunden noch befriedigend ist und dass die Migration langsamer vor sich geht.
Gibt es Kabelnetze, die noch freie analoge Kanäle haben?Nein, weil allenfalls unbesetzte Kanäle unterdessen für den Einstieg ins digitale Angebot genutzt werden.
Zurück zur Cablecom-Geschichte: Auch die Konsumenten haben etwas gelernt, nämlich dass sich die ach so begrenzte Netzkapazität selbst im analogen Bereich ausbauen lässt und dass dafür durchaus Geld vorhanden ist. Man muss nur stark genug auf die Pauke hauen.Unsere Sicht ist anders: Der Wechsel vom analogen zum digitalen TV ist bereits in vollem Gang. Bluewin TV wird gar nie im analogen Bereich tätig sein, Satelliten-TV zukünftig auch nicht. Und auch die SRG hat alle ihre TV-Programme in eine digitale Form gebracht. Das ging alles problemlos. Ausgehend davon haben wir nicht erwartet, dass im analogen Bereich der Widerstand riesig sein würde. Deshalb versuchen die Kabelnetzbetreiber nun, beide Wege zu gehen und den einen nicht zu Lasten des andern auszubauen.
Was heisst das für den kommenden Sommer? Dann wird das Uvek entscheiden, welche von 21 Bewerbern eine der 13 TV-Konzessionen erhalten. Konzessionierte müssen von den Kabelnetzen aufgeschaltet werden. Was aber, wenn in einer Region nicht der bisherige, sondern ein neuer Anbieter konzessioniert wird? Dann müssen die dortigen Netzbetreiber diesen zusätzlichen Sender aufschalten, obwohl dies ihre Kapazität sprengt. Wie machen sie das?Wie erwähnt, jedes einzelne Netz muss prüfen, ob es ausbauen, ob es etwas austauschen oder gar einen Sender abschalten kann.
Konsequenterweise müssten sie den abschalten, der nicht mehr konzessioniert ist. Aber werden sie sich das leisten? Selbst das kleinste der heutigen Regional-TVs erreicht eine tägliche Nettoreichweite von 20’000 Zuschauern.Massgebend für den Entscheid des Kabelnetzbetreibers sind die Kundenbedürfnisse. Er wird in seiner Region genau prüfen, was gefragt ist. Tatsächlich sind viele Kunden sehr interessiert an den regionalen Programmen. Wenn das Programm für die Region zentral ist, wird der Kabelnetzbetreiber die Abschaltung nicht so ohne weiteres vornehmen.
Das Uvek könnte aber nicht nur einen neuen Sender konzessionieren, sondern auch für den nicht-konzessionierten eine Aufschaltverfügung erlassen. Dann wären die Swisscable-Mitglieder nicht mehr frei, einen der beiden abzuschalten. Im aktuellen Kapazitätsengpass kommt dies doch einem Worstcase-Szenario gleich.Grundsätzlich betrachtet der Kabelnetzbetreiber ein vielfältiges Programmangebot nie als Worst Case. Aber es ist so, gemäss Verordnung zum RTVG kann der Bundesrat maximal 25 so genannte Must-Carry-Programme definieren. Diese Zahl ist noch nicht ausgeschöpft.
Mein Fazit aus dem bisher Gesagten: Bisherige TV-Sender müssen nicht befürchten, abgeschaltet zu werden. Zum einen, weil sie einem Kundenbedürfnis entsprechen. Zweitens weil jetzt das analoge Netz doch ausgebaut wird. Und drittens, weil das Must-Carry-Kontingent noch nicht ausgeschöpft ist.Das ist so nicht richtig. Ob ein Programm einem breiten Kundenbedürfnis entspricht, muss im Einzelfall vom Kabelnetzbetreiber geprüft werden. Der Ausbau des Netzes erfolgt in Einzelfällen, nicht flächendeckend. Bevor ein Programm der Must-Carry-Regelung unterliegt, muss es die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Es sind also verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.
Hat Swisscable die Mitglieder auf das spezielle Szenario im Sommer geschult – in kommunikativer, juristischer Hinsicht oder punkto Marketing?Zuerst müssen wir mal abwarten, wie die Entscheide ausfallen. Es trifft ja nicht alle Regionen gleich, sondern vor allem grosse Agglomerationen. Das Problem entsteht im Sommer auch nicht zum ersten Mal. Solche Situationen gehören zum Daily Business der Kabelnetzunternehmen.
Swisscable liess letztes Jahr gleich drei Studien erstellen: Eine PR-Analyse zum Cablecom-Fall, eine Studie «zur Zukunft des Digital-TVs unter Berücksichtigung der Bedürfnisstruktur und des gesellschaftlichen Kontextes» sowie eine «Kundenpräferenzanalyse». Eine gewisse Sorge auf den Sommer hin ist da schon feststellbar.Sicher nicht auf den kommenden Sommer hin. Diese Studien werden zum Teil schon seit Jahren durchgeführt. Unser Fokus richtet sich ganz auf die Migration vom analogen ins digitale TV. Das ist die Herausforderung für die Branche. Denn auch das Problem vom Sommer wird wesentlich kleiner, wenn wir digitalisieren können. Weil eben die Kapazität um einen Faktor zehn steigt.
Gehe ich aber richtig in der Annahme, dass alle drei Studien in etwa zum selben Resultat kommen? Nämlich: Ein gutes Image ist unbezahlbar. Darum sollte man lieber Investitionen für den analogen Bereich locker machen als Kunden verärgern.Richtig, das ist das Resultat sowohl der Studien als auch unserer Erfahrungen.
Und es ist wohl auch richtig, dass die Klagen der Kabelnetzbetreiber über angeblich begrenzte Kapazitäten primär Teil des Marketings für das digitale Netz sind?Nein, es ist kein Marketing, sondern Fact, dass die Netzkapazitäten ausgeschöpft sind…
Aber sie sind offensichtlich ausbaubar.Ja, aber mit sehr grossen Investitionen. Irgendwann sind diese nicht mehr zu rechtfertigen. Der Kabelnetzbetreiber ist im Moment einfach gefordert, das analoge Angebot aufrecht zu erhalten und das digitale weiter auszubauen. Doch schon heute nimmt die Nachfrage nach digitalen Diensten zu. Das ist die Zukunft. Und wie erwähnt: Unsere Konkurrenz, BluewinTV und Satelliten-TV, sind nur im digitalen Bereich tätig. Darauf müssen sich auch die Kabelnetzbetreiber vorbereiten. Mit den Entscheiden im Sommer hat dies nichts zu tun.
Interview: Markus Knöpfli
Cablecom kneiftWelche Strategie fährt eigentlich die Cablecom
im Hinblick auf die Uvek-Entscheide im Sommer? Wie begrenzt ist das Cablecom-Netz? Beim Branchenleader unter den Schweizer Kabelnetzbetreibern hält man sich bedeckt. «Grundsätzlich ist es so, dass das Netz der Cablecom gesamtschweizerisch voll ausgelastet ist und ein harmonisiertes Angebot aufweist. Es gibt aber regionale Ausnahmen wie Basel, Bern und Biel, wo ein spezielles Angebot ausgestrahlt wird», teilte Mediensprecher Hugo Wyler mit. Was nach konkreten Angaben klingt, ist jedoch ein Ausweichmanöver: Mit Basel, Bern und Biel nannte Wyler drei Agglomerationen, wo sich jeweils nur ein Anbieter um die TV-Konzession bemüht. Dort wird sich wegen dem Uvek-Entscheid also sicher kein Kapazitätsproblem ergeben. (mk)

Werbung für Erwachsene

Radio Roger Schawinski setzt auch in der Werbung konsequent auf News.

 
Radio Roger Schawinski setzt auch in der Werbung konsequent auf News.  
Roger Schawinski rührt wie gewohnt mit der grossen Kelle an. Sei es für die Einrichtung der Radiostudios, sei es für die Bekanntmachung seines neuen Senders. Derzeit zeigt das Radio nicht nur im Äther sein neues Gesicht, sondern auch auf Plakatwänden, im Fernsehen oder in den Zeitungen. Was eben eine junge Marke wie Radio 1 benötigt, um in der Bevölkerung wahrgenommen zu werden. Verantwortlich für das optische Daherkommen des Senders ist die Werbeagentur TBWA. Information statt ImageSeit drei Monaten arbeitet die Agentur auf Hochtouren am Auftritt der neuen Radiomarke. Nachdem Ende November das Logo präsentiert wurde, machte sich die Agentur an die Gestaltung von insgesamt 20 Kommunikationsmitteln: Vom Corporate Design über die Kommunikation in allen Medien bis zum Bestellblock oder dem automatisch vom Computer generierten Rechnungs- oder Faxformular. «Eine solche Chance, eine Marke von Grund auf zu entwickeln, bekommt eine Agentur höchstens alle zwei Jahre», sagt Andy Hostettler. Der TBWA-Boss ist stolz auf die Leistung seines Teams: «Das war auch ein wichtiges Lehrstück für die neu formierte TBWA.»
Eine Launchkampagne auf den Sendestart hin zu entwickeln, sei rückblickend keine einfache Aufgabe gewesen, sagt Hostettler. Der grosse Knackpunkt war die Frage, was Radio 1 an Kommunikation wirklich brauche. Hostettler: «Wir haben gelernt, das Unkonventionalität, wie wir sie von unseren Strategen und Kreativen fordern, nicht nur auf der Werbeebene zu finden ist. Hat eine Marke wie Radio 1 in sich schon einen disruptiven Ansatz, braucht sie nicht zusätzlich noch unkonventionelle Werbung.» Deshalb ist die Bildsprache der laufenden Kampagne weder ausgefallen noch überladen. Die Kampagnensujets beschränken sich auf das Logo, auf den Claim «Nur für Erwachsene» und die Kommunikation der Frequenz «93.0». Die Agentur hat bewusst nicht zu tief in die Kreativtrickkiste gegriffen. «Die Kampagne hat eine Informationsaufgabe zu erfüllen. Wir müssen das Radio formal positionieren, denn das Programm selbst ist das Imagetool von Radio 1», sagt Hostettler. Roger Schawinski in den Mittelpunkt einer Werbekampagne zu rücken, wäre nach Ansicht Hostettlers ein falscher Ansatz gewesen, obwohl die Agentur mit dem Gedanken gespielt habe. Letztlich sei allen klar gewesen, dass sich Roger Schawinski die notwendige Präsenz gratis beschaffen könne. In der Tat: Es gibt kaum ein Schweizer Medium, das nicht über den polarisierenden Radiopionier berichtet.
Um möglichst viele potenzielle Zuhörer zu erreichen, setzt der Mediaplan ein Schwergewicht auf Aussenwerbung. Schawinskis Sender versucht im Grossraum Zürich die Bevölkerung für sein neues Radioprojekt zu begeistern. Die Plakatstellen wurden handverlesen gebucht. Als Vorlage benutzte das Team eine Route, bei der Radio 1 auf der Frequenz von 93.0 empfangbar ist. Entlang dieser Route und verstärkt im Stadtgebiet wurden die Stellen gewählt. Von der Werbewirkung her rechnet Hostettler, dass 60 Prozent über die Plakate, dazu gehöre auch die Tramwerbung, erreicht werden. 30 Prozent via TV und 10 Prozent via Sonntags- und Tagespresse. Die Wahl der Medien sei keine Frage von soziodemografischen Merkmalen gewesen. «Das Thema des Erwachsenseins ist eine Handlungsfrage. Jeder Hörer ist willkommen», sagt Hostettler.
Christian Lüscher
Das schreiben Schweizer Medien zum Start von Radio 1«Ein Radio für Erwachsene hat uns Roger Schawinski immer wieder versprochen. Was der neue Sender Radio 1 am ersten Morgen brachte, ist jedoch kaum von den anderen Zürcher Lokalradios zu unterscheiden. Die Musik ist ein gewohntes Mainstream-Gedudel, nur aus älteren Hits zusammengestellt. Die Nachrichten sind kurz. Etwas mehr Meldungen aus dem Ausland, etwas weniger Kleinkriminalität und Unfälle als bei Radio 24 und Radio Energy. Mit den übermächtigen DRS-Redaktionen kann Radio 1 wie erwartet nicht mithalten.»
Tages-Anzeiger-Online, Kurzkritik
«Professionell, gepflegt, unaufgeregt, aber auch ein bisschen langweilig.»
Tages-Anzeiger
«Dass Roger Schawinski und seine renommierte Truppe, die vorwiegend aus erfahrenen Radioprofis besteht, das Handwerk immer noch beherrschen, steht ausser Zweifel. Doch wurde am gestrigen Tag noch nicht vollends klar, inwiefern sich Radio 1 wirklich von den anderen Lokalradios unterscheidet.»
Aargauer Zeitung
«Erfreulicherweise waren bei Radio 1 während der Hörprobe keine Grauzonen auszumachen, wie sie anderswo zu erkennen sind. Das heisst: Radio 1 sendete keine obskuren Beiträge, die offenlassen, ob es sich um Botschaften werblicher oder journalistischer Art handelt.»
Neue Zürcher Zeitung

Erfolgreiche Telecontrol

Marktforschung Die Schweizer Messgeräte-Herstellerin Telecontrol AG hat den Umsatz 2007 glatt verdoppelt.

 
Marktforschung Die Schweizer Messgeräte-Herstellerin Telecontrol AG hat den Umsatz 2007 glatt verdoppelt.Die Schweizer Firma Telecontrol AG, die Messgeräte für die elektronische Marktforschung herstellt, schloss das Jahr 2007 mit einem Umsatz von rund 38 Millionen Franken ab, gut doppelt so viel wie 2006. Eine ähnliche Zuwachsrate weist das Unternehmen auch beim Gewinn aus. «Es war unser erfolgreichstes Jahr überhaupt», sagte Gründer und CEO Matthias Steinmann auf Anfrage. Die Telecontrol AG hat 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gehört heute zu 100 Prozent der deutschen GfK-Gruppe. VR-Präsident der Telecontrol-Gruppe ist Peter Hofer, CEO von IHA-GfK in Hergiswil.Das Unternehmen  konnte 2007 in mehreren Ländern Fuss fassen. In Pakistan und Georgien konnte je ein TV-Panel mit 500 Haushalten mit TC VIII, der neusten Telecontrol-Generation, aufgebaut werden. Ähnlich in Rumänien, wo man aber 1’200 Haushalte misst. In Armenien läuft ein Panel mit 125 Haushalten. Eine Verdoppelung auf 1’500 Haushalte steht in der Ukraine an. Ein  weiteres Panel wurde in Bulgarien eingerichtet. Ferner gingen von einem ganz neuen System, dem so genannten TC Score, erste Testlieferungen nach Deutschland. Und auch die Mediawatch, die die Nutzung von Radio, TV, Print, Kino, AdScreen und Plakat messen kann, ist im Ausland im Einsatz, so in Zypern.
2008 will sich Steinmann wieder stärker auf die Schweiz konzentrieren und den Kontakt zu Mediapulse, der Schweizer Stiftung für die TV- und Radio-Forschung, pflegen. «Vor lauter Arbeit im Ausland habe ich persönlich unsere Kundschaft hier etwas aus den Augen verloren», meint Steinmann selbstkritisch. Mediapulse bezog bisher TC-Geräte, Radiocontrol-Uhren sowie neu auch die Mediawatch von der Telecontrol AG.
 
Markus Knöpfli

Zufriedene SRG

Die SRG legt den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vor. SR DRS erreichte einen Marktanteil von 64,5 Prozent und damit laut SRG-Mitteilung einen neuen Spitzenwert.

 
Die SRG legt den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vor. SR DRS erreichte einen Marktanteil von 64,5 Prozent und damit laut SRG-Mitteilung einen neuen Spitzenwert. Das Schweizer Fernsehen dagegen erzielte mit 33,5 Prozent einen Prozentpunkt weniger Marktanteil als 2006.Der Betriebsertrag von SR DRS liegt bei 183,6 Millionen Franken, der Aufwand bei 185,9 Millionen Franken. Daraus resultiert ein Verlust von 2,3 Millionen Franken. Das Schweizer Fernsehen beendete das Geschäftsjahr bei einem Betriebsertrag von 512,5 Millionen Franken und einem Aufwand von 510,9 Millionen Franken mit einem Plus 2,8 Millionen Franken. Das Finanzergebnis beträgt 1,2 Millionen Franken. Die SRG zeigt sich mit dem vergangenen Jahr zufrieden.
Für SR-DRS-Direktor Walter Rüegg ist die digitale Verbreitung ein grosses Thema. Er erachtet das umstrittene DAB-Netz weiterhin als zukunftsträchtig und weist auf den Ausbau neuer Vertriebskanäle wie Internet, Podcasting und SMS hin. Zentral sei im letzten Jahr der Relaunch des Internet-Angebots von SR DRS gewesen.

And the winner is … Cash daily

Inserate Die erste Bilanz nach dem Ende von Cash und Facts: Auf welche Titel sind deren Inseratekunden ausgewichen und auf welche nicht?

 
Inserate Die erste Bilanz nach dem Ende von Cash und Facts: Auf welche Titel sind deren Inseratekunden ausgewichen und auf welche nicht? 
Ende Juni 2007 erschienen Facts und Cash zum letzten Mal. Dass Axel Springer Schweiz den Abo-Stamm von Cash übernahm, ist bekannt, ebenso, dass dadurch die Handelszeitung, in geringerem Ausmass auch Bilanz und Stocks neue Abonnenten gewinnen konnten. Wie aber sieht es bei den Inseraten aus? Welche Titel konnten das Anzeigenvolumen von Facts und Cash «erben»? Dieses hatte sich im ersten Halbjahr 2007 auf immerhin total 713 Seiten belaufen.  
Ein Blick in die VSW-Inseratestatistik zeigt interessante Trends – bezogen auf die sieben ersten Monate (Juli 2007 bis Januar 2008) nach dem Ende von Cash und Facts. Bei der Auswertung ging die Werbewoche davon aus, dass wohl primär artverwandte Blätter, also sieben Konkurrenztitel aus der Sparte News- oder Wirtschaftspresse, profitieren würden. Andere Titel wurden nicht untersucht.
Interessant ist zunächst die Feststellung, dass weder das Aus von Cash und Facts noch die Konjunktur das gesamte Werbeaufkommen bei der Deutschschweizer News- und Wirtschaftspresse erkennbar veränderten: Im ersten Halbjahr 2007 wurden in den fraglichen Titeln (noch mit Cash und Facts) insgesamt 4’351 Inserateseiten geschaltet, im zweiten Semester (ohne Cash und Facts) waren es 4’329 Seiten. Kurz: Der Werbekuchen blieb gleich gross, er wurde nur anders verteilt.
Hauptprofiteur ist zweifelsohne Cash daily. Zwischen Juli und Dezember 2007 konnte es das Cash-Volumen des ersten Halbjahres (296 Seiten) übernehmen, das eigene (322 Seiten) halten und erst noch 231 Seiten hinzugewinnen. Das zeigt, dass Cash daily auch etwa 50 Prozent des vorherigen Facts-Volumens einheimsen konnte. Das Volumen pro Cash-daily-Ausgabe stieg somit um 157,9 Prozent auf 6,7 Seiten.
Die übrigen Titel konnten bloss noch die restlichen 186 Facts-Seiten unter einander aufteilen – und dabei nahmen sie auch Stocks noch etwas weg. Hier profitierte zuerst die Bilanz (+ 108 Seiten), dann die Weltwoche (+ 62) und schliesslich das Magazin (+32). Die Handelszeitung sowie die Finanz und Wirtschaft blieben relativ stabil. Dass die Handelszeitung aber im Januar 2008 plötzlich 41 Prozent höher lag als vor einem Jahr, könnte darauf hin deuten, dass nun auch die Werbekunden dem Abogewinn Vertrauen schenken.
Der massive Zuwachs von Cash daily im zweiten Semester 2007 ist fraglos auch eine Folge des Ringier-Angebots, wonach Cash-Kunden bereits gebuchte Inserate zu Cash daily umbuchen konnten – dort zu einem regulären Insertionstarif, der halb so hoch ist wie bei Cash. Für Ringier schaute dennoch etwas heraus: In Franken gerechnet generierte Cash daily im zweiten Semester pro Woche brutto rund 55’000 Franken mehr als noch in Allianz mit dem Mutterblatt – und dies notabene zu den halben Kosten. Ob das Blatt allerdings diesen Level im 2008 halten kann, ist fraglich, der Januar deutet jedenfalls auf ein tieferes
Niveau hin.
Markus Knöpfli
KorrigendumIn der Werbewoche-Ausgabe 10/08
ist uns im Artikel «Mässig treue Ex-Cash-Abonnenten» ein Fehler unterlaufen. Dort war zu lesen, dass die Handelszeitung am Stichtag 1. Juli 2007 18’210 bezahlte und Wemf-beglaubigte Abos auswies. Unerwähnt blieb, dass die HandelsZeitung auch 9’775 Pflichtabos auswies, die zwar zu Vorzugskonditionen bezogen werden, aber dennoch bezahlt sind. Die Handelszeitung kommt also auf insgesamt 27’985 bezahlte und Wemf-beglaubigte Abos. Somit dürfte sie dank verbliebener Ex-Cash-Abonnenten am Stichtag 1. Juli 2008 eine bezahlte und Wemf-beglaubigte Abo-Auflage von über 40’000 ausweisen (mk).
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