Die SRG muss auf Geheiss des Uvek ihre Führung vereinheitlichen. Die sprachregionalen Gesellschaften, wie das Schweizer Radio DRS oder Télévision Suisse Romande (TSR), sollen Kompetenzen an Generaldirektor und SRG-Verwaltungsrat abgeben. Damit können die Regionalratsausschüsse künftig die Direktoren und obersten Kaderleute ihrer Unternehmenseinheiten nicht mehr selber wählen, sondern werden ihre Wahlvorschläge an den SRG-Verwaltungsrat weiterreichen. Die Direktoren der SRG-Sender werden entsprechend dem Generaldirektor unterstellt, der aber im Gegenzug keinen Einsitz mehr in den Regionalratsausschüssen hat.
Die vorgesehenen Änderungen der Struktur sind in einem Reformpapier festgehalten, das der Verwaltungsrat der SRG bereits verabschiedet hat. Am 26. November solle dieses den Delegierten der Trägerschaften vorgelegt werden, bestätigte SRG-Sprecher Daniel Steiner einen Bericht der NZZ vom Freitag.
Grund für die Änderungen in der SRG-Unternehmensstruktur sei die vor knapp einem Jahr neu erteilte Konzession, die eine «klare Gewaltentrennung» verlangt, sagte Steiner gegenüber der SDA. So soll künftig der Verwaltungsrat gegenüber der Konzessionsbehörde für die Leistungserfüllung der SRG verantwortlich sein, und nicht mehr wie bislang der Generaldirektor. Damit sollen Doppelunterstellungen verhindert werden, hiess es weiter.
Die Trägerschaften in Bern, Freiburg, Wallis und der Ostschweiz wiesen das Papier jedoch zurück. Die Gesellschaften in Zürich, Basel und der Zentralschweiz forderten Korrekturen. Gemäss Steiner habe man die Zurückweisung nicht akzeptiert, den anderen Gesellschaften sei man einen Schritt entgegengekommen. So sei etwa die Mitsprache der regionalen Gesellschaften bei den Programmkonzepten wieder gestärkt worden. Zudem hätten die Regionalratsausschüsse weitgehend die Hoheit über die Verteilung der finanziellen Mittel, die der SRG-Verwaltungsrat spreche. Scheitert das Papier trotz Anpassungen an der Delegiertenversammlung, muss die SRG das Gespräch mit dem UVEK suchen.
Bereits 2006 hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) in ihrem Bericht zur SRG festgestellt, dass die dezentralen Strukturen der SRG ein Wirtschaftlichkeitsdefizit erzeugten. Die Strukturen mit Trägerschaft, Gesamtunternehmen, Unternehmenseinheiten und Beteiligungen seien zu komplex.
Die SRG liess die Kritik vor zwei Jahren allerdings noch nicht gelten. Die dezentralen Strukturen seien staatspolitisch betrachtet und aus Sicht der Kundennähe eine Stärke, teilte sie damals mit.