Wirtschaftsmedien Axel Springer Schweiz: Jörg Tobuschat wird Verlagsleiter

Jörg Tobuschat, Mitglied der Geschäftsleitung und Verlagsgeschäftsführer Programmzeitschriften bei Axel Springer Schweiz, übernimmt per 1. April 2009 zusätzlich die Verlagsleitung für den gesamten Bereich Wirtschaftsmedien. Ausserdem wird die Anzeigenleitung umstrukturiert und das Lesermarketing reorganisiert.

Jörg Tobuschat, Mitglied der Geschäftsleitung und Verlagsgeschäftsführer Programmzeitschriften bei Axel Springer Schweiz, übernimmt per 1. April 2009 zusätzlich die Verlagsleitung für den gesamten Bereich Wirtschaftsmedien. Der 44-Jährige folgt in dieser Funktion auf Daniel Truttmann, der das Unternehmen Ende März verlässt, um eine neue Herausforderung anzunehmen.
Im Verlagsbereich Wirtschaftsmedien erfolgt laut Mitteilung vom Mittwoch ausserdem eine Neuorganisation der Anzeigenleitung. Musti Asaf ist neuer verantwortlicher Leiter Werbemarkt Stocks und Fachzeitschriften. Wie bisher leitet Sandra Bruderer den Bilanz und Renato Oliva den Werbemarkt Handelszeitung. Das Lesermarketing der Wirtschaftsmedien wird unter der Leitung von Patrizia Serra, bisher Leiterin Vertriebsmarketing, zusammengelegt.
Reorganisiert wird auch der Bereich Vertrieb: Hansjörg Gerster, Leiter Technical Services, übernimmt zusätzlich die neu geschaffene Stelle des Leiter Vertrieb Axel Springer Schweiz.

Neues Preissystem: APG zieht erste Bilanz

Das in diesem Jahr von der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG eingeführte Preissystem sei vom Markt sehr gut aufgenommen worden, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens. Beim neuen Preissystem werden die Tarife durchwegs auf der Basis der von den einzelnen Plakatflächen generierten Kontaktwerte berechnet.

Das in diesem Jahr von der Allgemeinen Plakatgesellschaft APG eingeführte Preissystem sei vom Markt sehr gut aufgenommen worden, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Mittwoch. Beim neuen Preissystem werden die Tarife durchwegs auf der Basis der von den einzelnen Plakatflächen generierten Kontaktwerte berechnet. Dieses Jahr werden die Daten der SPR+-Spezialstudie für die 27 grössten Bahnhöfe erwartet. Im Anschluss an den Einbau der Kontaktwerte in die Planungssoftware werde man das neue Preissystem auch auf die grössten Bahnhöfe ausdehnen. Die restlichen Bahnhöfe sowie die Shopping Center und Parkings werden in einem weiteren Schritt ebenfalls noch Gegenstand der Spezialstudie sein.
Ausserdem ist ab sofort die aktualisierte Ausgabe des APG Plakat-Taschenhefts erhältlich. Unter dem Titel APG Plakate: Zielgebiete, Angebote und Preise 2009-2 finden Mediaplaner, Kunden und weitere Interessierte eine Übersicht über alle APG Plakatnetze, das Gesamtangebot der APG, Daten zur Plakatforschung, einen Intermedia-Vergleich, Hinweise zur Produktion sowie weitere Informationen rund um das Medium Plakat.

Drittgrösste spanische Tageszeitung will Anzahl der Stellen halbieren

Die drittgrösste spanische Tageszeitung ABC will ihre Belegschaft um mehr als die Hälfte verringern. Der Betriebsrat kündigte an, die geplante Streichung von Arbeitsplätzen «mit allen Mitteln» zu bekämpfen.

Die drittgrösste spanische Tageszeitung ABC will ihre Belegschaft um mehr als die Hälfte verringern. Die Mediengruppe Vocento, deren Flaggschiff die konservative Madrider Zeitung ist, stellte gemäss SDA bei den Sozialbehörden den Antrag, 238 der 456 Stellen zu streichen. Der Einschnitt sei notwendig, um die Überlebensfähigkeit der Zeitung zu sichern, betonte das Unternehmen nach Presseberichten vom Mittwoch. Damit soll eine Anpassung an die Marktbedingungen erreicht werden.
ABC hatte im vorigen Jahr als einzige der grossen Zeitungen in Spanien ihre Auflage kräftig steigern können. Das Blatt verkaufte 2008 pro Tag im Durchschitt 250’000 Exemplare, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Werbeeinnahmen gingen jedoch infolge der Wirtschaftskrise drastisch zurück.
Der Betriebsrat kündigte an, die geplante Streichung von Arbeitsplätzen «mit allen Mitteln» zu bekämpfen. Er werde sich dazu auf keine Verhandlungen mit der Unternehmensführung einlassen. ABC ist nach dem linksliberalen El País und dem rechtsliberalen El Mundo die drittgrösste Tageszeitung Spaniens.

Maxomedia ist neue Leadagentur von Gatorade Schweiz

Maxomedia hat sich im Pitch um die Stellung als neue Leadagentur von Gatorade Schweiz erfolgreich gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt.

Maxomedia hat sich im Pitch um die Stellung als neue Leadagentur von Gatorade Schweiz erfolgreich gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt, wie die Agentur am Mittwoch mitteilte. Gatorade gehört wie Pepsi-Cola, Tropicana, Frito-Lay und Quaker zur Familie von Pepsico International. Das Unternehmen hat ihr Marketing neu ebenfalls in der Schweiz stationiert. Der Kommunikationsauftrag von Pepsico International rund um das Sportgetränk Gatorade beginnt mit einer umfassenden Promotion an Verkaufsstellen und in Fitnesscentern, die bereits im Frühling anläuft. Mit weiteren Marketingaktivitäten darf im Laufe des Jahres gerechnet werden.

Edipresse und Tamedia: Die Firmengeschichten

Zwei Schweizer Medienkonzerne mit einer langen Tradition: Edipresse ist das grösste Westschweizer Medienhaus und geht auf ein 1907 in Lausanne gegründetes Verlagshaus zurück. Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mittlerweile neben Ringier das grösste Medienunternehmen in der Schweiz. Es entstand aus dem 1893 gegründeten Tagesanzeiger.

Edipresse
Edipresse ist der grösste Westschweizer Medienkonzern. Angesichts des kleinen Marktes in der Romandie expandierte er ab 1990 ins Ausland, unter anderem nach Spanien, Griechenland, Osteuropa, China und Südostasien.
Edipresse geht auf ein 1907 in Lausanne gegründetes Verlagshaus zurück, welches die Zeitungen La Feuille d’Avis de Lausanne (seit 1762) und La Tribune de Lausanne (1893) produzierte. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden aus diesen Zeitungen die Blätter 24heures und Le Matin. 1925 kam der Verlag unter das Holding-Dach der Lousonna S.A. Zwischen 1982 und 1988 wurde das Unternehmen unter der Leitung von Marc und Pierre Lamunière umstrukturiert – Edipresse entstand. 2005 lancierte Edipresse die Gratiszeitung Le Matin Bleu als Reaktion auf 20 Minutes von Tamedia. Ausserdem stieg sie bei mehreren Internet-Plattformen wie Swissfriends.ch, Jobups.ch und Homegate.ch ein.
Heute publiziert Edipresse über 200 Zeitungen, Magazine und Internetseiten auf der ganzen Welt. Die Firma beschäftigt über 3’000 Personen – über die Hälfte davon im Ausland. Der Konzern erwirtschaftete 2007 einen Gewinn von 32,3 Millionen Franken bei einem Umsatz von knapp 815 Millionen im In- und Ausland. Letztes Jahr wurde Edipresse von der Weltwirtschaftskrise hart getroffen, der Stellenmarkt brach ein. Das Unternehmen verordnete sich Sparkuren und strich 50 Stellen.

Tamedia
Der Zürcher Medienkonzern Tamedia ist mittlerweile neben Ringier das grösste Medienunternehmen in der Schweiz. Es entstand aus dem 1893 gegründeten Tagesanzeiger, den die Verlegerfamilie Coninx zu einer der grössten Schweizer Tagszeitungen machte.
Gründerväter waren der deutsche Zeitungsverleger Wilhelm Girardet und der frühere NZZ-Redaktor Fritz Walz. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm der Redaktor Otto Coninx schrittweise die Mehrheit am Unternehmen. Der Tagesanzeiger sprach im Gegensatz zur NZZ ein breites Publikum an und war bereits drei Jahre nach seiner Lancierung die grösste abonnierte Tageszeitung der Schweiz. 1933 übernahm der Verlag die Schweizer Familie. 1964 führte der Tagi als erste Tageszeitung der Schweiz die Frühzustellung ein. In den Sechziger und Siebziger Jahren präsentierte er sich als linksliberale Alternative zur bürgerlichen NZZ, ein Kurs, der besonders im 1970 gegründeten Magazin zum Ausdruck kam.
Ausserdem richtete sich der Tagesanzeiger immer stärker auf die Region Zürich aus – etwa mit dem Ausgeh-Magazin Züritipp (1982) oder seinem Einstieg beim Lokalfernsehen Tele Züri. Seit den Achtziger Jahren baute das Unternehmen seine Marktposition in der Schweizer Medienlandschaft schrittweise aus. Ferner stieg die Tamedia 2008 bei verschiedenen Internet-Plattformen wie Jobwinner, Alpha und Homegate ein. Im gleichen Jahr lancierte sie zusammen mit anderen Zeitungen das Online-Portal Newsnetz.
Tamedia hat heute über 1’600 Mitarbeitende. 2007 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 772 Millionen einen Gewinn von 143 Millionen Franken.

Marketing-Trophy 2009: Gewinner und Nominierte

Die Jury hat am Schweizerischen Marketing-Tag 09 vier Mal Gold verliehen: British American Tobacco Switzerland gewann in der Kategorie Grossunternehmen, die Telefonauskunft 1818 bei den Mittelgrossen Unternehmen. In der Kategorie Kleinunternehmen wurde «100jetzt – das Solardachprogramm für Gemeinden» ausgezeichnet, WWF Schweiz bei den Non Profit Organisationen. Den Publikumspreis erhielt Reka Schweiz.

Die Marketing-Trophy wurde am 3. März 2009 im Rahmen des Schweizerischen Marketing-Tags vergeben. Die Veranstaltung fand unter dem Titel «Der Preis ist heiss – intelligentes Pricing als strategischer Erfolgsfaktor» im KKL in Luzern statt. Moderiert wurde der Anlass von Stefan Klapproth. Insgesamt elf Unternehmen wurden für die Auszeichnung nominiert. Die aus neun Fachpersonen bestehende Jury hat unter der Leitung von Jury-Präsident Marco Bernasconi vier Mal Gold verliehen.

Kategorie Grossunternehmen
British American Tobacco Switzerland gewann in der Kategorie Grossunternehmen mit der Pflege der Marke Parisienne, für die eine starke Rauchercommunity gebildet werden konnte. Überreicht wurde die Auszeichnung von der Post. Nominiert waren zudem das Designkonzept des in der Druckweiterverarbeitung tätigen Unternehmens Müller Martini Marketing sowie der Schweizer Importeur Fiat Group mit der Lancierung des neuen Fiat 500.

Kategorie Mittelgrosse Unternehmen
Die Telefonauskunft 1818 gewann in der Kategorie Mittelgrosse Unternehmen. Ihr gelang es, mit einer der erfolgreichsten Produkteinführungen der letzten Jahre den hohen Bekanntheitsgrad des Auskunftsdienstes der Swisscom zu übertreffen und 1818 als Kultmarke zu etablieren. Der Preis wurde vom Softwareunternehmen Sage Schweiz übergeben. Nominiert war auch Sanitized, ein im antimikrobiellen Hygiene- und Materialschutz tätiges Unternehmen, das für seine Marketingstrategie sowie für das Brand-Design gelobt wurde.

Kategorie Klein Unternehmen
In der Kategorie Kleinfirmen erhielt «100jetzt – das Solardachprogramm für Gemeinden» die Trophy. Mit der Kampagne konnten wichtige Partnerschaften geschlossen werden. In derselben Kategorie wurde die Marketingstrategie von Klug Krankenversicherung nominiert sowie Bagno Sasso, ein Landquarter Unternehmen, das sich durch die Ausrichtung auf das Hochpreissegment und einem innovativen Produktdesign zu einer internationalen Grösse entwickeln konnte. Ebenfalls vorgeschlagen wurde der Heimtierfutter-Hersteller Kellas Natural Cat Food, der sein Katzenfuttersortiment im Hochpreissegment positionieren konnte.

Non Profit Organisationen (NPO)
WWF Schweiz gewann in der Kategorie Non-Profit-Organisationen. WWF Schweiz gelang es, mit der im Jahr 2008 weitergeführten Klimakampagne zu motivieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um gegen den Klimawandel vorzugehen. Die Auszeichnung wurde überreicht von Dr. W. A. Günther Mediarent. Ebenfalls nominiert war die Schweizer Reisekasse Reka, die mit dem Reka-Feriendorf in Urnäsch eine enge Verknüpfung zwischen Tourismus und Gastgeberregion realisieren konnte

Publikumspreis
Den Publikumspreis erhielt mit über 50 Prozent der Stimmen das Reka-Feriendorf von Reka Schweiz, das in der Kategorie Non-Profit-Organisationen nominiert war.

1. Walliser Medienpreis verliehen

Am Montag, 2. März 2009, wurde der 1. Walliser Medienpreis in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache vergeben. Dieser soll herausragende Artikel und Reportagen übers Wallis auszeichnen.

Am Montag, 2. März 2009, wurde der 1. Walliser Medienpreis in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache vergeben. Dieser soll herausragende Artikel und Reportagen übers Wallis auszeichnen. Die mit je 5’000 Franken dotierten Preise wurden von Urs Zenhäusern, Präsident der Informationsstelle Wallis und Direktor von Wallis Tourismus, überreicht.
Bewertet wurden über 50 Arbeiten, die über das Wallis verfasst und zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober 2008 publiziert worden sind. Mit dem Journalistenpreis will die Informationsstelle Wallis einen Anreiz bieten, sich vertieft mit dem Alpenkanton zu beschäftigen.

Die Gewinner in den einzelnen Kategorien sind:
Deutsch
Beat Stauffer für seinen Artikel «In der ‚Pufferzone’ zwischen Matterhorn und Montblanc» (NZZ, 30. Oktober 2008)
Französisch
Laurent Missbauer für seinen Beitrag «Le Haut-Valais – des pionniers de l’hôtellerie» (Sports et loisirs, April 2008)
Italienisch
Alessandra Bonzi für ihren Beitrag «Edelweiss – La stella alpina» (RTSI vom 1. April 2008)
Englisch
Josephine Matyas für ihren Beitrag «Slowly does it through the Alps» (Toronto Star, 14. Juni 2008)

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Bildlegende (v.l.n.r.): Laurent Missbauer (französisch), Julia Guran (deutsch, 2. Preisträgerin; Beat Stauffer, 1. Preisträger, fehlte), Urs Zenhäusern (Direktor Wallis Tourismus), Alessandra Bonzi (italienisch), Josephine Matyas (englisch).

Reporter ohne Grenzen: Neue Koordinationsstelle in Zürich

Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen baut ihre Präsenz in der Deutschschweiz mit einer Koordinationsstelle in Zürich aus. Georg A. Hildebrand wird Leiter der Aussenstelle.

Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen baut ihre Präsenz in der Deutschschweiz mit einer Koordinationsstelle in Zürich aus. Georg A. Hildebrand, Inhaber und Geschäftsführer von Hildebrand Unternehmenskommunikation und ehemaliger Berater der SRG, wird Leiter der Aussenstelle. Ziel ist es, den Kontakt zu den Redaktionen der Deutschschweizer Medien weiter zu intensivieren und vermehrt mit konkreten Aktionen auf die Anliegen der internationalen Organisation – die Verteidigung der Presse- und Informationsfreiheit – aufmerksam zu machen.
Seit 2007 ist die Schweizer Sektion Reporter ohne Grenzen, die ihren Hauptsitz in Genf hat, vermehrt in der Deutschschweiz präsent: Die Organisation wird unter anderem vom Schweizer Medienball und der Zürcher Kommunikationsagentur Frey Communications unterstützt.

Tamedia übernimmt Edipresse: Die Reaktionen aus Medien und Politik

Die Megafusion von Tamedia und Edipresse hat quer durch die Schweiz Reaktionen in Medien und Politik hervorgerufen. Bundesrat Leuenberger hofft darauf, dass die Medienlandschaft von der Fusion profitiert. Die Parteien hingegen sind skeptisch, die Mediengewerkschaften äussern heftige Kritik und Ringier gibt sich gelassen.

Bundesrat Leuenberger: Medienlandschaft soll von Fusion profitieren
Bundesrat Moritz Leuenberger appelliert an Tamedia, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Eine Übernahme in der Medienbranche beinhalte immer die Gefahr, dass die Vielfalt verloren gehe. Das Zürcher Verlagshaus stehe darum in der Verantwortung. Leuenberger forderte Tamedia am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme auf, keine Abstriche bei der journalistische Qualität zu machen.
Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) verlangt von Tamedia weiter, dass die unterschiedliche Medienkultur der Deutsch- und Westschweiz beibehalten werde. Der Zusammenschluss eröffne zudem auch Möglichkeiten: Die Tamedia erhalte durch ihre Grösse die Mittel, die Weiterbildung der Journalisten zu verbessern und eigene Korrespondenten ins Ausland zu schicken. Nur wenn dieses Potential genutzt werde, könne die Schweizer Medienlandschaft von der Fusion profitieren.
Tages-Anzeiger-Redaktion: Völlig überrascht
Die Redaktion des Tages-Anzeiger (TA) traf die Übernahme von Edipresse durch Tamedia völlig überraschend. Selbst gerüchteweise sei ein solcher Schritt nie ein Thema gewesen, sagte Ignaz Staub, Vertreter der TA-Personalkommission, auf Anfrage. Die Personalkommission des TA habe deshalb auch noch gar keine Zeit gehabt, um über die Übernahme zu diskutieren. Vor dem (heutigen) Dienstag seien eine solche Fusion nie aufs Tapet gebracht worden.
Es stelle sich nun die Frage, was dieser Schritt für den TA bedeute, sagte Staub weiter. In einem negativen Szenario könne das einstige Tamedia- Flaggschiff nur noch eine von vielen Zeitungen sein. Umgekehrt sei es aber auch denkbar, dass Tamedia sich nach der Fusion mit je einem Flaggschiff in der Romandie und der Deutschschweiz etablieren wolle. Dies wäre dann der TA und Le Temps in der Westschweiz.
Ringier: De facto ändert sich nichts
Die Tamedia-Konkurrentin Ringier wollte die Übernahme von Edipresse am Dienstag nicht näher kommentieren. De facto ändere sich für Ringier vorläufig nichts, begründete dies Konzernsprecher Marco Castellaneta. Es seien fast dieselben Titel und dieselben übrigen Medien auf dem Markt wie bisher, sagte Castellaneta. Ringier nehme die Fusion deshalb zur Kenntnis, verzichte aber auf einen Kommentar.
NZZ: «Paukenschlag», bereitet aber keine Sorgen
Keine Sorgen wegen der Übernahme von Edipresse macht sich Albert P. Stäheli, der Geschäftsführer der AG für die Neue Zürcher Zeitung. Die NZZ-Gruppe werde dadurch zum noch wichtigeren Kooperationspartner für Deutschschweizer Zeitungsverlage, sagte er auf Anfrage. Gleichwohl spricht Stäheli von einem «Paukenschlag» in der Medienlandschaft. Insbesondere könne er sich vorstellen, dass die Übernahme von Edipresse durch Tamedia in der Romandie Befindlichkeiten auslöse.Darüber hinaus sei es das erste Mal, dass im Bereich der Tagespresse ein gesamtschweizerisches Zeitungshaus entstehe. Dies sei publizistisch ein wichtiger Schritt.
FDP: Unabhängigkeit der Schweizer Presse zunehmend bedroht
Die Parteien reagieren skeptisch auf die Übernahme von Edipresse durch Tamedia.
Sie beklagen einen zunehmenden Verlust der Medienvielfalt der Schweiz. FDP, CVP und SP erwarten von der Wettbewerbskommission zudem eine genaue Prüfung der Übernahme. «Mit der Fusion entsteht ein sehr grosser Konzern», sagte FDP-Präsident Fulvio Pelli am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Er könne zwar den Entscheid der Wettbewerbskommission (WEKO) nicht vorwegnehmen, doch sei für ihn dadurch die Unabhängigkeit der Schweizer Presse zunehmend bedroht. Kartelle und Monopole seien schlecht für die Schweiz. Er erwarte darum eine «gründliche Untersuchung» des Zusammenschlusses.
SP: Appell an Tamedia, keine Redaktionen zusammenzufassen
Für SP-Präsident Christian Levrat ist die Übernahme «ein grosser Schritt in der Konzentration der Schweizer Medien». Die WEKO müsse darum das Geschäft überprüfen. Die Zustimmung sei alles andere als sicher. «Die Tamedia dominiert langsam den Zeitungsmarkt der Schweiz», sagte Levrat gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Kommt der Deal zustande, hofft Levrat darauf, dass auf Entlassungen verzichtet wird. Auch appelliert er an Tamedia, keine Redaktionen zusammenzufassen. Der Medienmarkt der Westschweiz funktioniere anders als derjenige in der Deutschschweiz. Eine Zusammenlegung würde darum einem Eigentor gleichkommen, sagte Levrat.
CVP: Konzentration auf den Platz Zürich
CVP-Präsident Christophe Darbellay wartet ebenfalls gespannt auf den Entscheid der Wettbewerbsbehörde. Auch er fürchtet um die Medienvielfalt. Neu stammten die drei grossen Verlagshäuser alle aus Zürich. Gerade für die Westschweiz sei dies bedauerlich, sagte er. Der Walliser lehnt ein verstärktes staatliches Engagement für die Schweizer Presse ab. «Der Staat muss subsidiär bleiben», sagte er. Der Staat müsse vor allem bemüht sein, die Konkurrenz zu garantieren.
SVP: Kritischer Journalismus leidet
Auch SVP-Präsident Toni Brunner sieht den Staat nicht in der Pflicht. Die Politik, könne die Entwicklungen auf dem Markt nicht aufhalten. Trotzdem bedauere er die Konzentration in der Medienbranche. «Der kritische Journalismus leidet in diesem Einheitsbrei», sagte Brunner. «Der wohlgesinnte bundesrats- und mehrheitstreue Journalismus wird weiter zunehmen», äusserte sich Brunner überzeugt.
Impressum: Medienvielfalt auf dem Prüfstand
Die Mediengewerkschaften zeigen sich besorgt über die angekündigte Übernahme der Westschweizer Edipresse durch die Zürcher Tamedia. Sie fordern, den in der Westschweiz geltenden Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu respektieren. Im Auge hat die Gewerkschaft Impressum dabei insbesondere die angekündigte Fusion der beiden welschen Pendlerzeitungen Le Matin bleu und 20 Minutes. Bevor hier Arbeitsplätze abgebaut würden, hätten die Mitarbeitenden laut GAV das Recht auf eine Mitwirkung, sagte Impressum-Geschäftsführer Urs Thalmann auf Anfrage.
Mögliche Arbeitsplatzverluste sind aber nur eine Sorge Thalmanns. Einmal mehr werde auch die Medienvielfalt – und zwar in einem nie dagewesenen Mass – auf den Prüfstand gestellt. Vom Tamedia-Konzern erwartet Thalmann, dass er der Sozialpartnerschaft Genüge tut. Im Gegensatz zu Edipresse habe der Zürcher Verlag sich zuletzt nämlich weder auf Verbands- noch auf Unternehmensebene darum bemüht.
Comedia: Ungesundes Monopol
Die Mediengewerkschaft Comedia lehnt die Übernahme rundweg ab. Das entstehende
Medien- und Druckmonopol sei ungesund, sagte Co-Präsident Roland Kreuzer auf Anfrage. Comedia werde das Gespräch mit Tamedia und Edipresse suchen. Der Wettbewerbskommission und dem Bundesrat werde man empfehlen, die Fusion abzulehnen. Es gehe auch nicht an, dass ein derart monopolistischer Konzern noch über die Gebühren für Radio und TV subventioniert werde. Aus regionalpolitischer Sicht bereitet Kreuzer die Übernahme ebenfalls Bauchschmerzen: Es entstehe ein Konzern, der von Zürich aus bis in die Romandie hinein Einfluss ausüben werde.
Westschweizer Politiker: Bedrohte Eigenständigkeit der welschen Presse
Den Westschweizer Politikern bereitet die Übernahme von Edipresse durch Tamedia Sorgen. Sie sehen die Eigenständigkeit der welschen Presse bedroht. Die Übernahme stelle unzweifelhaft ein potenzielles Risiko für eine eigenständige Westschweizer Presse dar, sagte der Lausanner Stadtpräsident Daniel Brélaz auf Anfrage. Zürich könne bald einmal zum Schluss kommen, dass es auf dem kleinen Westschweizer Markt zuviel Zeitungen gebe.
Wenn der neue Medienkonzern dann noch Abmachungen mit dem französischen Herausgeber Hersant treffe, werde der Platz für andere Medien noch kleiner. Es bestehe deshalb die Gefahr eines kulturellen Verlusts. Auch der Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis sprach am Dienstag im Grossen Rat von einer schlechten Neuigkeit. Die Presselandschaft verliere erneut an Vielfalt. Besorgt ist Broulis jedoch auch, weil die Medien ein guter Indikator für den Gang der Wirtschaft seien. Die Übernahme zeige, dass die Wirtschaftskrise dauerhaft sei.

Elefantenhochzeit in der Medienbranche: Tamedia übernimmt Edipresse

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Die Agentur am Flughafen kämpft mit Globopharm gegen Haarausfall

Die Agentur am Flughafen wurde vom Pharmaunternehmen Globopharm beauftragt, für ihr Präparat gegen Haarausfall Asatex ein Kommunikationskonzept zu entwickeln und dieses umzusetzen. Erste Massnahmen werden in Kürze zu sehen sein.

Die Agentur am Flughafen wurde vom Pharmaunternehmen Globopharm beauftragt, für ihr Präparat gegen Haarausfall Asatex ein Kommunikationskonzept zu entwickeln und dieses umzusetzen. Erste Massnahmen werden in Kürze zu sehen sein.
Globopharm ist auf die Pharmadistribution spezialisiert. Das Unternehmen gehört seit Anfang 2009 zur Galenica Gruppe.

Zeta kommuniziert für Charles Muller

Zeta kommuniziert neu für Charles Muller. Die Hutfabrik hat die Agentur mit der Erarbeitung eines gesamtheitlichen visuellen Erscheinungsbildes sowie diversen Kommunikationsmassnahmen beauftragt.

Charles Muller hat die Agentur Zeta mit der Erarbeitung eines gesamtheitlichen visuellen Erscheinungsbildes sowie diversen Kommunikationsmassnahmen beauftragt. Mit dem neuen Auftritt soll grosse Tradition, Stilbewusstsein, Qualität und modische Aktualität kommuniziert werden.
Das bald 100-jährige Traditionsunternehmen ist eine international tätige Hutfabrik mit Sitz im zürcherischen Nänikon und beschäftigt rund 50 Mitarbeitende.

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