BaZ: Entlassungen auch bei der Onlineredaktion

Nach der BaZ und dem Baslerstab geht die Sparrunde bei den Basler Zeitung Medien weiter: Die Redaktion von Bazonline, der Basler Teil des Newsnetzes, wird in die Nachrichtenredaktion der Basler Zeitung überführt. Sechs Stellen werden gestrichen.

Der Zwang zur Kostenoptimierung im Zeichen der Rezession führe auch bei den elektronischen Medien zur Anpassung der bestehenden Strukturen, schreibt die Basler Zeitung Medien in einem Communiqué vom Donnerstag. Aus diesem Grund werden die Aktivitäten des bislang selbstständig operierenden Bazonline-Teams in die Nachrichtenredaktion der Basler Zeitung integriert. Erst am Mittwoch waren beim Baslerstab vier Stellen und im Januar bei der Basler Zeitung ein fünftel der Stellen gestrichen worden.
Bei der Auflösung der Online-Redaktion fallen sechs Arbeitsplätze weg. Unter den Entlassenen, für die ein Sozialplan besteht, befindet sich auch Online-Chefredaktor Andrea Müller, wie CEO Beat Meyer auf Anfrage der SDA sagte. Vom Abbau betroffen ist auch Manfred Messmer, der bei der BZM den Online-Bereich auf Mandatsebene mit einem befristeten Auftrag aufgebaut hat. Er scheidet aus dem Unternehmen aus.
Die Massnahme zur «Kostenoptimierung» scheint reine Prophylaxe zu sein. Nach Angaben Meyers schreibt das Unternehmen derzeit noch schwarze Zahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Basler Zeitung Medien einen Gewinn von 7 Millionen Franken erzielt.
Bazonline gehört zur Online-Plattform Newsnetz, die von Tages-Anzeiger, Berner Zeitung und Basler Zeitung gemeinsam betrieben wird. Trotz dem Abbau in der Redaktion soll sich an der Qualität der elektronischen Berichterstattung nichts ändern, heisst es im Communiqué.

SRG-Defizit: Mit 79 Millionen Franken höher als erwartet

Die SRG hat ihr Geschäftsjahr 2008 mit einem Defizit von 79 Millionen Franken abgeschlossen. Der Verlust liegt somit 22 Millionen Franken über den budgetierten 57 Millionen Franken. Für das Jahr 2009 bedeutet das Abstriche beim Programmangebot und bei den Eigenproduktionen. Eine Gebührenerhöhung steht hingegen nicht zur Diskussion.

Mit einem Defizit von 79 Millionen Franken hat die SRG ihr Geschäftsjahr 2008 abgeschlossen. Abstriche am Programmangebot und bei den Eigenproduktionen hält sie für unumgänglich. Eine Gebührenerhöhung steht nicht zur Diskussion.
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Was aus den Programmen gestrichen wird, wird «im Rahmen der Mittelfristplanung» entschieden, wie die SRG am Donnerstag schrieb. Wo, wann und wie viel in den nächsten drei bis fünf Jahren abgebaut werden müsse, werde die SRG und ihre Gremien stark beschäftigen. Eine Gebührenerhöhung steht für die SRG angesichts der Wirtschaftskrise nicht zur Diskussion. Den Stellenetat will sie 2009 auf dem Niveau des Budgets 2008 plafonieren und das Sparvolumen bis 2010 auf 100 Millionen Franken erhöhen. Die Lohnsumme steigt 2009 um 2,8 Prozent.
Für 2008 hatte die SRG ein Defizit von 57 Millionen Franken budgetiert, unter anderem wegen der Kosten für die Euro 2008 und die Olympischen Spiele. Die kommerziellen Einnahmen gingen 2008 zurück. Wegen der Finanzkrise geriet zudem die Pensionskasse in Unterdeckung. Die SRG hatte deshalb nicht budgetierte Ausgaben. Das Geschäftsjahr 2007 hatte die SRG mit einem Defizit von 18,5 Millionen Franken abgeschlossen. Bis 2007 hätten die seit 2000 real abnehmenden Einnahmen mit Spar- und Effizienzmassnahmen noch weitgehend abgefedert werden können.

AZ Medien: Elektrotechnik ET mit neuem Chefredaktor

Hansjörg Wigger ist neuer Chefredaktor von Elektrotechnik ET, einer Fachzeitschrift der AZ Medien. Der 54-Jährige tritt per 1. April die Nachfolge von Franz Lenz an, der seit Oktober 2008 die Interims-Chefredaktion zusätzlich zur Chefredaktion der HK-Gebäudetechnik übernommen hatte.

Hansjörg Wigger ist neuer Chefredaktor von Elektrotechnik ET, einer Fachzeitschrift der AZ Medien. Der 54-Jährige tritt per 1. April die Nachfolge von Franz Lenz an, der seit Oktober 2008 die Interims-Chefredaktion zusätzlich zur Chefredaktion der HK-Gebäudetechnik übernommen hatte.
Wigger ist seit 2004 Pressereferent bei Siemens Schweiz. Zuvor war er unter anderem Projektleiter Corporate Publishing bei Siemens Building Technologies, Redaktor Werbung und Public Relations bei Cerberus und Leiter Werbung, Verkaufsförderung und Public Relations bei Hilti.
Die Publikation Elektrotechnik ET informiert über alle Bereiche der elektrischen Energie-, Installations-, Licht- und Automationstechnik sowie Gebäudeautomation. Der redaktionelle Teil umfasst Fachaufsätze, Nachrichten aus der Wirtschaft und die Weiterbildung.

Dietschi Druck & Medien: Ausbau der Zeitungsrotation abgeschlossen

Dietschi Druck & Medien in Olten, Herausgeberin des Oltner Tagblatts, Sonntag-OT und der Oberbaselbieter Zeitung, hat den Erweiterungsbau ihrer Zeitungsdruckanlage auf durchgehende Vierfarbigkeit erfolgreich abgeschlossen.

Dietschi Druck & Medien in Olten, Herausgeberin des Oltner Tagblatts, Sonntag-OT und der Oberbaselbieter Zeitung, hat den Erweiterungsbau ihrer Zeitungsdruckanlage auf durchgehende Vierfarbigkeit erfolgreich abgeschlossen. CEO Thomas Müller, der vor zwei Jahren die Gesamtleitung des Medienunternehmens übernahm, verfolgte mit dem Ausbau des Zeitungsdrucks zwei Ziele: «In erster Linie tätigten wir die Investition für unsere Druckkunden, hätten wir doch ohne Ausbau in die durchgehende Vierfarbigkeit eher früher als später nicht nur alle unsere Fremdaufträge verloren, sondern wären auch chancenlos gewese, neue hinzu zu gewinnen», wird Müller in der Medienmitteilung vom Donnerstag zitiert. Das zweite Ziel sei die Eigenständigkeit des Unternehmens, die man mit dieser Investition sicherstellen konnte.
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Wemf: Deutlicher Rückgang bei den Presseinseraten

Die Schweizer Presse hat im Februar deutlich weniger Inserateeinnahmen erzielt. Diese schrumpften im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25,4 Prozent auf 120,5 Millionen Franken, wie die Wemf am Donnerstag mitteilte.

Die Schweizer Presse hat im Februar deutlich weniger Inserateeinnahmen erzielt. Diese schrumpften im Vergleich zum Vorjahresmonat um 25,4 Prozent auf 120,5 Millionen Franken, wie die Wemf am Donnerstag mitteilte. Alle Inseratekategorien entwickelten sich rückläufig. Die Spanne reicht von -45,9 Prozent bei den Stellenanzeigen (17,1 Millionen Franken) bis hin zu -19,4 Prozent bei den kommerziellen und übrigen Anzeigen (91,7 Millionen Franken).
Keine der Printmediengattungen legte zu. Den stärksten prozentualen Rückgang verzeichnete die Finanz- und Wirtschaftspresse, deren Inserateeinnahmen um 45,1 Prozent auf 3,2 Millionen Franken schrumpften. Gefolgt wurde sie von der Sonntags- (-28,8 Prozent auf 10,7 Millionen Franken) und der Tagespresse (-28,1 Prozent auf 70,4 Millionen Franken). Den geringsten Rückgang verzeichnete die Regionale Wochenpresse (-11,2 Prozent).

Ammarkt realisiert TV-Spot für Sony Ericsson

Ammarkt hat für Sony Ericsson einen TV-Spot kreiert, der ein Musik-Abo fürs Handy bekannt machen soll. Ausgestrahlt wird der Spot auf SF 1 im Umfeld der Schweizer Casting-Sendung Music Star.

Ammarkt hat für Sony Ericsson einen TV-Spot kreiert, der ein Musik-Abo fürs Handy bekannt machen soll. Für den Spot arbeitete die St. Galler Agentur eng mit internationalen Netzwerkpartnern zusammen, wie es in einer Mitteilung heisst. So konnte der Berliner Benjamin Brettschneider als Regisseur und Markenfilm Schweiz als Produzent gewonnen werden. Den Hauptdarsteller Stefan Ruhmke wurde an einem Casting in Berlin entdeckt. Gedreht wurde der Spot dann doch in heimischen Gefilden, nämlich auf dem Toni-Areal in Zürich-West.
Ausgestrahlt wird der Spot ab 15. März auf SF 1 im Umfeld der Schweizer Casting-Sendung Music Star.
> Zum TV-Spot
Verantwortlich bei Sony Ericsson: Rolf Weiss (Head of Marketing Austria & Switzerland), Simone Stocker ( Channel Marketing Manager Austria & Switzerland). Verantwortlich bei Ammarkt, St. Gallen: Michael Schmid (Konzeption), Michael Weber (Beratung), Martin Fuchs (Text), Dominik Sieber (AD). Regie TV-Spot: Benjamin Brettschneider. Produzent: Markenfilm Schweiz, Heinrich Reinscher, Natascha Meislitzer.
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Kathrin Winzenried moderiert «Dok»-Premiere

Kathrin Winzenried steht im Frühling für den ersten durchmoderierten «Dok»-Film vor der Kamera. Dies berichten die TV-Magazine Tele und TV-Star in ihren neusten Ausgaben.

Kathrin Winzenried steht im Frühling für den ersten durchmoderierten «Dok»-Film vor der Kamera. Man wolle ausprobieren, ob und wie dies beim Publikum ankomme, so SF-Teamleiterin Andrea Pfalzgraf. Der Film wird der Auftakt zur diesjährigen «Schweiz aktuell»-Sommerserie mit dem Titel «Alpenfestung – Leben im Reduit», wie die TV-Magazine Tele und TV-Star in ihren neusten Ausgaben berichten. Winzenried hat damit gleich zwei grössere Einsätze in diesem Sommer – sie reist auch noch für die Sendung «Fernweh» als eine von sieben Moderatorinnen durch die Alpen.

Keystone und Swiss Olympic bleiben ein Team

Keystone und Swiss Olympic verlängern ihre Partnerschaft um weitere vier Jahre. Somit bleibt die Bildagentur bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London offizielle Bildlieferantin des Verbandes.

Keystone und Swiss Olympic verlängern ihre Partnerschaft um weitere vier Jahre. Damit bleibt die Fotoagentur sicher bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London offizielle Bildlieferantin des Verbandes. Keystone wird Swiss Olympic wie bisher mit Aufnahmen von Athleten und Wettkämpfen unterstützen und dem Verband besonders im Vorfeld und während Vancouver 2010 und London 2012 das benötigte Bildmaterial liefern.
Keystone ist seit 2004 Unterstützer und offizielle Bildagentur von Swiss Olympic.

SF und Cablecom: «Podcasts» bald im Digital-TV

Die Podcast-Webseite des Schweizer Fernsehens wird zunehmend genutzt. Die aufgezeichneten SF- Sendungen soll ab Herbst 2009 deshalb auch im Cablecom-Digital-TV zur Verfügung stehen. Allerdings in besserer Qualität.

Immer mehr Schweizer sehen sich die im Internet als Podcasts verfügbaren Sendungen des Schweizer Fernsehens an. Die Satiresendung «Giacobbo/Müller» beispielsweise wird mittlerweile von jedem fünften Zuschauer nicht in der Direktübertragung sondern später in der aufgezeichneten Version auf dem SF-Internetportal gesehen.
In Zukunft will das Schweizer Fernsehen die Sendungen nicht nur im Internet sondern auch über das digitale Fernsehnetz des Kabelnetzbetreibers Cablecom anbieten. Das Catch-up-TV genannte Joint Venture sieht vor, dass Cablecom ab Herbst 2009 alle Eigenproduktionen des Schweizer Fernsehens aufnimmt und via Set-Top-Box zum Ansehen zur Verfügung stellt.
Für jene, die das digitale Angebot der Cablecom bereits nutzen, entstehen keine Mehrkosten. Die Wiederholungssendungen auf SF info werden vom neuen Angebot nicht tangiert, zumindest nicht in den nächsten zehn Jahren.

Baslerstab: Stellenabbau und nur noch zwei Ausgaben pro Woche

Wegen schwieriger Ertragslage erscheint der Baslerstab nur noch zwei statt fünf Mal pro Woche. Zudem wird die Redaktion aufgelöst, und vier Personen erhalten die Kündigung.

Aufgrund zunehmend schwieriger Ertragslage hat das Verlagshaus Basler Zeitung Medien (BZM) beschlossen, den Baslerstab nur noch am Dienstag und Donnerstag erscheinen zu lassen. Zudem wurde beim grössten Basler Gratisblatt die Redaktion faktisch aufgelöst und in dabei vier Kündigungen ausgesprochen. Von den restlichen sieben Redaktionsmitgliedern wechseln vier Personen in den PR- und Verlagsbereich unter der Gesamtleitung des bisherigen Geschäftsführers Patrick Wehrli. Zwei Mitarbeitende, darunter der heutige Chefredaktor Mischa Hauswirth, wechseln in die Redaktion der Basler Zeitung, ein weiterer hat ein Angebot der LV Lokalzeitungen Verlags AG.
Der redaktionelle Inhalt, der bisher rund 30 Prozent des «Stabs» ausmachte, soll damit durch ein breites Spektrum neuer, konsumorientierter Gefässe, Kollektivseiten und Beilagen ersetzt werden, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Mit diesen Inhalten will der Baslerstab, der primär ein Anzeiger und damit ein Marktplatz für Inserenten ist, gemäss Verlag auch in Zukunft den Kunden aus den verschiedensten Branchen ein attraktives Umfeld für Werbung bieten. Die Preisstruktur im Anzeigenbereich werde jedoch wesentlich vereinfacht und um kostengünstige Platzierungsmöglichkeiten erweitert.
Bisher erschien der Baslerstab fünf Mal pro Woche in Basel (Ausgabe Basel) und zwei Mal in der Umgebung (Ausgabe Region). Die neue Erscheinungsweise am Dienstag und Donnerstag wird nun per 7. Mai eingeführt. Am Vertrieb ändert sich wenig. Die Hauszustellung – neu auch in Riehen und Bettingen – bleibt erhalten und die Vollverteilung der Ausgabe «Basel» wird im Agglomerationsgürtel sogar noch ausgebaut. Die Anzahl der Verteilboxen wird jedoch auf 30 Standplätze an stark frequentierter Lage konzentriert.

Alkoholwerbung: Drei Stellungnahmen zum Entscheid des Ständerates

Der Ständerat will Alkoholwerbung in Schweizerischen Radio- und Fernsehsender sowie in ausländischen Programmfenstern gänzlich verbieten. Dies hat er am Mittwoch mit 22 zu 19 Stimmen entschieden. Dazu nahmen postwendend mehrere Organisationen Stellung: Schweizer Werbung SW, der Verband Schweizer Presse und die Aktion Medienfreiheit.

Der Ständerat will Alkoholwerbung in Schweizerischen Radio- und Fernsehsender sowie in ausländischen Programmfenstern gänzlich verbieten. Dies hat er am Mittwoch mit 22 zu 19 Stimmen entschieden. Dazu nahmen postwendend mehrere Organisationen Stellung: Schweizer Werbung SW, der Verband Schweizer Presse und die Aktion Medienfreiheit.

Schweizer Werbung
«Die schweizerische Medienpolitik ist ein Trauerspiel. Derweil der Bundesrat Alkoholwerbung aus Rücksicht auf das EU-Förderprogramm für die Filmschaffenden «MEDIA» auf allen Schweizer TV-Sendern freigeben will, bremst ihn jetzt der Ständerat mit einem generellen Verbot. Dieser Entscheid widerspricht dem RTVG, welches den Privatsendern einen gewissen Vorteil gegenüber der SRG zuschanzen wollte.
Wirklich überraschen kann diese Entscheidung der kleinen Kammer freilich nicht. Solange Filmförderung und Werbung in ein und demselben Paket behandelt werden, muss es zu Unstimmigkeiten kommen. Geist und Geld vertragen sich schlecht. Ebenso wenig deckungsgleich ist allem Anschein nach auch die Meinung über die präventive Wirkung von Werbeverboten. Der Bundesrat glaubt nicht daran, der sonst eher wirtschaftsfreundliche Ständerat unterstützt diese These.
Vermutlich ist in der nächsten Session alles wieder ganz anders.»

Verband Schweizer Presse
Media-Abkommen: Entscheid geht in falsche Richtung und schwächt Schweizer Medienbranche

«Der Ständerat hat heute mit 22 gegen 19 Stimmen im Rahmen der Umsetzung des Media-Abkommens beschlossen, künftig Alkoholwerbung in Radio und Fernsehen generell zu verbieten. Bis anhin war Alkoholwerbung für die privaten Rundfunkveranstalter in der Schweiz erlaubt. Schweizer Presse bedauert diesen Entscheid und bezweifelt sowohl die präventive Wirkung wie auch die Umsetzbarkeit dieser Regelung auf europäischer Ebene, da versucht werden muss, ein solches Verbot vom Bund gegenüber den ausländischen TV-Werbefenstern durchzusetzen.
Für diesen Entscheid gab es zudem im Rahmen der Umsetzung des Media-Abkommens keinen Bedarf, weshalb der Bundesrat sogar eine Ausweitung der Alkoholwerbung auf sämtliche Anbieter (inklusive SRG) vorgeschlagen hatte. Mit dem Beschluss des Ständerats werden die hiesigen Medienanbieter und damit auch ein Teil der schweizerischen Volkswirtschaft zusätzlich geschwächt. Es ist nicht ersichtlich, wie in Zeiten von wirtschaftlicher Krise und Konjunkturprogrammen sowie angesichts zunehmender Medienkonzentration mit solchen Massnahmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Medienunternehmen weiter verschlechtert werden. Im Sommer wird sich der Nationalrat zu dieser Vorlage äussern.»

Aktion Medienfreiheit
Das EU-Mediaabkommen als Chance für die Einschränkung von Werbeverboten

«Der Ständerat hat sich heute knapp für das radikale Verbot von Werbung für Alkoholika in Fernsehprogrammen entschieden, die sich an das Schweizer Publikum richten. Damit soll die seit dem 1. April 2007 gültige RTVG-Regelung ausgehebelt werden, welche den lokalen und regionalen kommerziellen TV- und Radio-Stationen erlaubt, Werbung für leichte Alkoholika (Bier, Wein) auszustrahlen. Die Aktion Medienfreiheit bedauert, dass sich der Ständerat für zusätzliche Werbeverbote ausspricht und so die wirtschaftliche Situation der Schweizer Privatsender weiter verschlechtert.
Die erneute Diskussion der Alkoholwerbung steht vor dem Hintergrund des Media-Abkommens mit der EU. Dieses betrifft nicht nur die Filmförderung, sondern bringt auch mit sich, dass die Schweiz die liberaleren EU-Regelungen im Zusammenhang mit Werbung für Alkoholika übernehmen muss.
Leider hat der Ständerat die Chance für eine liberalere Regelung nicht ergriffen. Er will zwar in die EU-Filmförderung einzahlen, um dann allenfalls von der Filmförderung zu profitieren, aber die liberalere Regelung der Alkoholwerbung nicht mitmachen. Dabei ist überhaupt nicht einzusehen, weshalb die gültige Schweizer Lösung aufgegeben werden soll, bei der sprachregionale Sender (z.B. 3+, StarTV) und lokale Sender (z.B. Tele Top, Tele Basel) für leichte alkoholische Getränke werben dürfen. Vielmehr stellt das Media-Abkommen eine Chance dar, den völlig überregulierten elektronischen Medien etwas mehr Freiraum zu verschaffen und das missratene RTVG wenigstens etwas freiheitlicher zu gestalten.
Ein totales Alkoholwerbeverbot für alle Schweizer Fernseh- und Radioveranstalter kommt einer Selbstdiskriminierung gleich. Heineken dürfte dann auch in Zukunft den Champions League-Match auf dem deutschen Kanal ankündigen, während Feldschlösschen sämtliche Werbung für nicht alkoholfreies Bier auf Schweizer Fernsehkanälen verboten würde – eine Ungleichbehandlung, die den schweizerischen Brauereien schadet und Arbeitsplätze gefährdet.
Die Aktion Medienfreiheit hofft in der Diskussion um die Alkoholwerbung auf eine liberalere Haltung der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF). Sollten im Nationalrat keine entsprechenden Korrekturen mehr erfolgen, erwägt die Aktion Medienfreiheit, das gesamte Media-Abkommen zurückzuweisen.»

Zu guter Letzt: Stadt ohne Zeitung

Hat die Millionenstadt San Francisco bald keine Tageszeitung mehr? Ein apokalyptisches Szenario für eine Stadt, die selbst massenweise apokalyptische Szenarien hervorbrachte.

Der Titel ist einfach zu schön, um ihn nicht abzukupfern: In ihrer heutigen Ausgabe druckte die Süddeutsche einen Artikel mit dem Titel «Stadt ohne Zeitung» über den (schon wiederholt) reportierten Niedergang der gedruckten Zeitungen in den USA, diesmal allerdings konzentriert auf ein ganz besonderes Problem. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass die Millionenstadt San Francisco nächstens keine einzige Tageszeitung mehr hat.
Auf die vielleicht bald zeitungslose Stadt wird im neusten «Bericht über die Lage der Nachrichtenmedien» in den USA hingewiesen. Der San Francisco Chronicle wird als eine jener Zeitungen beschrieben, die wirtschaftlich so schwach sind, dass sie die derzeitige Baisse im Werbemarkt wohl nicht überleben. Der Chronicle ist die grösste Zeitung in Nordkalifornien und gehört zur Zeitungsgruppe Hearst. Er hat seit 2001 keine Gewinne mehr gemacht, dafür im letzten Jahr wöchentlich eine satte Million Dollar Verlust.
Dass das irgendwie apokalyptisch anmutende Szenario einer Stadt ohne Zeitung ausgerechnet in jener Stadt wahr werden könnte, die selbst eifrige Produktionsstätte fiktiver Apokalypsen ist, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zeitung werdens hingegen kaum komisch finden, durch die Gewerkschaft stimmten sie aus Not bereits mehreren Selbsteinschränkungen zu: Kürzungen des Mutterschaftsurlaubs und des Kündigungsschutzes, der Verlängerung der Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden und dem Abbau von 150 Arbeitsplätzen. Krisen treiben seltsame Blüten.
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