Die LZ-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008 einen Rekordumsatz von 157,3 Millionen Franken. Gegenüber Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 5,5 Prozent. Sehr bescheiden fällt dagegen der Konzerngewinn aus, er beträgt bloss 600’000 Franken – 96 Prozent weniger als im Vorjahr (14,9 Millionen Franken).
Der starke Einbruch beim Konzerngewinn sei auf hohe Buchverluste bei den strategischen Wertschriftenanlagen zurückzuführen, sagte Erwin Bachmann, CEO der LZ Medien. Das Finanzergebnis schliesse mit einem Minus von 8,9 Millionen Franken, was gegenüber Vorjahr einem Rückgang von gleich 10,7 Millionen Franken entspricht.
Im Vierjahresvergleich lägen die die Erträge der Anlagen aber weiterhin leicht im Plus, sagte Bachmann. Zudem betonte der CEO, dass zumindest der operative Gewinn 2008 (EBITDA) mit 21,8 Millionen Franken recht ansehnlich ausgefallen sei, dies trotz Inserateeinbruch im zweiten Semester und der Lancierung der «Zentralschweiz am Sonntag».
Diesem neuen Titel sowie dem Druckbereich und den Fachverlagen ist im übrigen das Umsatzwachstum des Luzerner Medienhauses primär zu verdanken. Allerdings hat der Anzeigenertrag im Bereich Zeitungen insgesamt um 2,4 Prozent auf total 48,6 Millionen Franken abgenommen. Eine leichte Zunahme von 1,1 Prozent auf gesamthaft 39,7 Millionen Franken ist dagegen beim Abo- und Kioskertrag zu verzeichnen. Die Erträge aus den Geschäftssegmenten Druck und Kalender konnten dank Akquisitionen und Neukunden deutlich erhöht werden, sie belaufen sich auf 52,5 Millionen Franken, eine Steigerung um 17,5 Prozent.
Der Erträge aus elektronischen Medien und die übrigen Einnahmen betragen 16,5 Millionen Franken, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsaufwand hat deutlich um 11.3 Millionen Franken auf 144 Millionen Franken zugenommen (+8.5 Prozent). Die Hauptgründe finden sich in der Lancierung der siebten Ausgabe und in den Betriebsaufwendungen der Neuakquisitionen. Die Bilanzsumme beläuft sich per Ende 2008 auf 151,7 Millionen Franken, wovon der Anteil an Eigenkapital 100,3 Millionen Franken oder sehr solide 66,1 Prozent beträgt.
Auf die Frage, ob er es mittlerweile bereue, letztes Jahr die siebte Ausgabe der Neuen LZ lanciert zu habe, winkt Bachmann ab: «Der Entscheid war absolut richtig», sagt er, «denn der Sonntag ist definitiv ein Werbe- und Lesermarkt». Auch sei die «Zentralschweiz am Sonntag» (ZaS) beim Publikum und in der Werbebranche gut angekommen. Zwar könne man sich über den richtigen Lancierungszeitpunkt streiten. «Ein Jahr früher wäre sicher besser gewesen», meinte er. Aber da eine Sonntagsausgabe immer ein langfristiges Projekt sei, müsse man sowieso mit konjunkturellen Einbrüchen rechnen.
Froh ist Bachmann darüber, dass es im Inseratebereich zu keinen wesentlichen Verschiebungen von der Werktags- zur Sonntagsausgabe kam. «Im Gegenteil, die ZaS brachte uns Kunden zurück, die wir unter der Woche schon länger nicht mehr hatten», sagt er. Darunter seien Anzeigen für Autos sowie andere Kampagnen, die typischerweise in der Sonntagspresse geschalten werden.
Stellt sich noch die Frage, ob Bachmann heute seinen Kollegen in St. Gallen – Hans-Peter Klauser, CEO der Tagblatt Medien – noch immer zu einer eigenen Sonntagsausgabe ermutigen würde. Bachmann lacht: «Hans-Peter Klauser kennt meine Meinung, aber meinen Rat benötigt er kaum.» Doch es brauche heute bestimmt mehr Mut für eine Neulancierung als im letzten Jahr. «Auf jeden Fall sollte man mit der Planung aber nicht lange zuwarten, so dass man bei einer konjunkturellen Besserung gleich auf den Knopf drücken kann», meint Bachmann.
Markus Knöpfli