Autor: admin
Die Zeit: Schweiz-Ausgabe steigert Einzelverkauf
Die deutsche Wochenzeitung Die Zeit zieht sechs Monate nach dem Start ihrer Schweiz-Ausgabe eine positive Bilanz. Im Einzelverkauf legte das Blatt seit Dezember 2008 um über 50 Prozent zu, die Abonnements stiegen um mehr als 20 Prozent.
Die Zeit erscheint in der Schweiz jede Woche mit zwei extra Schweiz-Seiten.
Zu bestimmten Anlässen gibt es auch eigene Schweizer Titelseiten. Verantwortlich für die Länderseiten ist Peer Teuwsen, zuletzt Kulturchef bei der Weltwoche.

Zu guter Letzt: Zweierlei Werbekritik
Scheidenden Redaktoren ist es üblicherweise erlaubt, in einer Art Resümee die Zeit ihres Wirkens noch einmal Revue passieren zu lassen. Da mir nostalgische Gedanken nicht besonders liegen, ziehe ich es vor, zum Schluss noch zwei Themen anzuschneiden, die in die Zukunft verweisen.
Kreativität
Kommen wir zuerst zum Inhaltlichen, zur vielbesungenen Kreativität in der Werbebranche. Die Kaperung des Begriffs durch die sogenannte creative industry ist bereits so weit fortgeschritten, dass man vielen Zeitgenossen immer wieder ins Bewusstsein hämmern muss: Kreativität hat ebensowenig mit der Kreativindustrie zu tun wie Wasser mit der Nahrungsmittelindustrie. Kreativität ist eine grundlegende Eigenschaft des homo sapiens, nämlich etwas denken oder schaffen zu können, das vorher nicht da war. Wie der Sprachwissenschaftler Noam Chomsky stets erwähnt, ist bereits das Formulieren eines Satzes ein äusserst kreativer Akt.
Worauf will ich mit dieser Bemerkung hinaus? Jedermann (und -frau) ist kreativ. Nur verdienen nun einmal nicht alle ihr Geld damit, mit ihren Erfindungen – die nebenbei bemerkt nur allzu oft Plagiate sind – bei Unternehmen anzuheuern. Deshalb, liebe Leute, nennt die Sache doch beim Namen und sagt: Ich arbeite in der Werbebranche, oder: ich arbeite in der Produkt- und Dienstleistungspropagandabranche, denn kreativ an der ganzen Sache sind ja primär die Wege zur Steigerung des Umsatzes, und so kreativ ist das nun auch wieder nicht.
Ein weiteres Anliegen wäre, dass wenn Werbung schon kreativ sein will, sie auch ehrlich bleiben soll. Es ist hierbei eine Tendenz zu beobachten, die die Konsumenten ganz offensichtlich und ironiefrei sowie in Umkehr des Media-Markt-Claims für blöd verkaufen will. So etwa der Werbespot eines Grossverteilers, der in schönsten Farben eine heile Ballenbergschweiz malt, bei der das Huhn gleich selber vorbeikommt und ihr Ei vor Ort in den Karton legt (dass es sich gleich selbst mariniert und auf den Grill wirft, wäre wohl etwas zu viel gewesen). Portraitiert wird also ein Schweizer Huhn, und dies ungeachtet der Tatsache, dass im selben Grossverteiler sehr viel Pouletfleisch aus Brasilien und von … sonstwo kommt. Nur ein Beispiel.
Zudem: Kreativ bedeutet noch nicht inspirierend. Grosso modo 80 Prozent der Werbung langweilen mässig bis stark, etwa ein Fünftel der Werbebotschaften ist so beschaffen, dass man sich darüber sogar richtig aufregen kann (was zugegebenermassen belebend wirkt), und vielleicht ein Prozent – immerhin – ist immer wieder mal inspirierend. Mit inspirierend meine ich solche Werbung, die nicht überdeterminiert ist, die den vielzitierten Konsumenten nicht nur auf die binäre Entscheidung kaufen/nicht-kaufen hindrängt, sondern die etwas in die Welt setzt, das noch unfertig ist, und die in den Köpfen derer, an die es gerichtet ist, das Generieren neuer Gedanken und Ideen zulässt. Christian Hänggi fasst das in seinem neuen Buch treffend zusammen: Eine Entwicklung, die den Geist oder das Gehirn des Konsumenten /Bürgers auf eine Weise befreit, dass sie eine höhere mentale Produktivität erreichen können.
Kreativ sein heisst somit auch, den Prozess für weitere Schöpfung offenzulassen. Eine Herausforderung.
Aussenwerbung
Offenbar haben Vermarktungsstrategen das Gefühl, dass Werbebotschaften zu jeder Tages- und Nachtzeit, in der Stadt und auf dem Land, im Tram und sogar auf dem Klo das Recht auf einen Termin mit mir haben. Ich sehe das nicht ganz so. Es leuchtet ein, dass Werbung dort stattfinden soll, wo sie etwas massgeblich finanziert, also in Printprodukten, auf Webseiten, im Fernsehen, bei Fussballspielen, bei sonstigen kommerziellen Anlässen, im Radio, und so weiter. Plakatwerbung im Öffentlichen Raum und in öffentlichen Verkehrsmitteln hat für mich jedoch keine Existenzberechtigung. Sie wirft finanziell kaum etwas ab, besetzt aber ganze Landstriche. Zum Vergleich: Der Stadt Zürich bringt Aussenwerbung geschätzte 0,2 Promille an die Gesamteinnahmen; bei Printprodukten reden wir von 30 bis 70 Prozent. Um es mit Howard Gossage zu sagen: Aussenwerbung handelt mit einem Gut, das ihr nicht gehört: dem Sichtfeld der Passanten. Und dies ohne ihre Einwilligung. Und auch noch fast gratis.
Ich bin kein Anti-Werbe-Taliban, Werbeverbote für Alkoholika und Tabakprodukte verstehe ich beispielsweise nicht, und ich habe nichts gegen Werbung, solange sie nicht zwangsverabreicht wird. Solange ich mich durch den Kauf einer Zeitung oder das Einschalten eines Fernsehers damit einverstanden erkläre, ist Werbung für mich in Ordnung (ausser bei spannenden Filmen), manchmal ist sie sogar unterhaltsam. Aber genau hier liegt das Problem: Aussenwerbung steht mitten in meinem Lebensraum, ungefragt. An- oder abschalten ist unmöglich, und eine Robinsonliste, von der übrigens erstaunlich viele Werberinnen und Werber für ihre eigenen vier Wände Gebrauch machen, gibt es diesbezüglich nicht.
In Werbekreisen wird zur Abwehr von Werbeverboten wieder vermehrt auf das Recht auf freie Meinungsäusserung gepocht. Wenn man das schon tut, dann sollte man dieses Freiheitsrecht allerdings nicht nur einfordern, sondern auch gewähren. Das würde bedeuten, dass eine Bürgerin oder ein Bürger auch das Recht haben muss, frei von Werbung zu sein, wenn sie oder er es nicht will. Nebst freier Meinungsäusserung ist die Freiheit von Zwang ebenso Bestandteil einer liberalen Gesellschaftsordnung. Um noch einmal Gossage zu Wort kommen zu lassen: Ich mag Aussenwerbung. Ich glaube einfach nicht, dass sie ein Recht hat, da draussen zu sein.
Mit Prost und Dank an die Leute der Werbewoche für zwei lehrreiche Jahre
Michael Koller
Tagi: Kulturredaktion verliert drei Stellen
Von Mittwoch bis Freitag letzte Woche fanden beim Tages-Anzeiger die angekündigten Entlassungsgespräche statt. Bei der Kulturredaktion hat der Abbau drei Stellen gekostet.
Neuer Ombudsmann der Schlichtungsstelle Telekommunikation bestimmt
Oliver Sidler ist zum neuen Ombudsmann und Geschäftsführer von Ombudscom, der Schlichtungsstelle für Telekommunikation. Er tritt die Nachfolge von Carol Franklin an.
Der Rechtsanwalt Sidler mit eigenem Anwaltsbüro in Zug hat einen Lehrauftrag für Medien- und Telekommunikationsrecht an der Universität Freiburg. Seit der Gründung von Ombudscom vor vier Jahren ist Oliver Sidler als wissenschaftlicher Berater für den Aufbau und die Entwicklung dieser Institution mitverantwortlich, heisst es in einer Medienmitteilung des Stiftungsratspräsidenten Christian Schwarzenegger.
Ombudscom ist die Schlichtungsstelle im Telekommunikationsbereich und als Stiftung organisiert. Für Kundinnen und Kunden von Fernmelde- und Mehrwertdiensten ist Ombudscom eine neutrale und unabhängige Stelle, die für zivilrechtliche Streitigkeiten Vergleichslösungen anbietet. Seit Mai 2005 vermittelt die Stiftung zwischen Konsumenten und Anbietern der Telekommunikationsbranche. Sie ist zuständig für Beschwerden zum Festnetz, zur Mobiltelefonie oder zu Dienstleistungen im Internet.
Die Stifter von Ombudscom sind Cablecom, Orange, Sunrise und Swisscom sowie die Savass (Swiss Association Value Added Services), die Konsumentenorganisationen Kf (Konsumentenforum), FRC (Fédération Romande des Consommateurs) und die Associazione Consumatrici della Svizzera italiana). Die Stiftung Ombudscom garantiert die absolute Unabhängigkeit und Neutralität der Schlichtungsstelle. Sie untersteht der Aufsicht des Bakom.
Carol Franklin, Sidlers Vorgängerin, hat zur Postfinance gewechselt. Sie leitet die seit dem 1. Januar 2009 existierende, dortige Ombudsstelle.
Frontwork: Neue Werbeflächen am Flughafen Zürich beschriftet
Werbung am Flughafen gibt es bis anhin nur an ausgewählten Plätzen. Neu sind Werbeflächen auf Fluggastbrücken und Passerellen freigegeben. Die Agentur Frontwork entwickelte Lösungen für die Aussenbeschriftung der Fluggastbrücken.
Für die Aussenbeschriftung der Fluggastbrücken kreierte die in Wallisellen domizilierte Agentur Frontwork einen Rahmen, der dank Magneten am Dock haftet. Denn Schrauben, Bohren oder direkt Bekleben kamen nicht in Frage. Auf den Rahmen nietete die Agentur die beschrifteten Werbetafeln aus Aluminium. Die Metallverkleidungen der Fluggastbrücken im Dock A beklebte sie auf der Innenseite mit Digitaldrucken. Für die Glaspasserellen im Dock E entwickelte und produzierte die Agentur halbtransparente Digitaldruckkleber, welche bei Tag und Nacht sichtbar sind.
Die Honkong and Shanghai Banking Corporation Limited HSBC hat sich bereits die ersten Flächen gesichert.
Um den Flugverkehr nicht zu beeinträchtigen, durften die Arbeiten nur spätabends oder nachts ausgeführt werden. Bis alle Verträge und Genehmigungen für die neuen Werbeflächen erteilt waren, vergingen gemäss Mitteilung mehrere Jahre. Die neuen Flächen sind die einzigen Werbeplätze auf dem flugseitigen Gelände des Airports.


Google Street View: Datenschützer fordern mehr Rechte für Gefilmte
Wer für Google Street View erkennbar auf der Strasse aufgenommen wird, soll die Veröffentlichung der Bilder im Internet verhindern können. Das fordert Privatim, die Vereinigung der schweizerischen Datenschutzbeauftragten.
Google Schweiz bestätigte am Freitag, dass in grossen Schweizer Städten derzeit Aufnahmen von Strassen gemacht werden. Doch auf Google Map sei bisher kein Bild platziert worden, wie Sprecher Matthias Meyer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Der Schutz der Privatsphäre sei Google aber in jedem Fall ein Anliegen. Bei Street View sorge deshalb ein Mechanismus dafür, dass Gesichter und Kontrollschilder von Autos verschwommen aufgenommen werden. Die Technik funktioniere allerdings nicht immer. Wer auf Street View sein Gesicht, sein Haus oder sein Auto erkennt, kann Google deshalb über einen Link unter dem Bild eine Mitteilung zukommen lassen. Danach würden die Bilder entweder unkenntlich gemacht oder vom Netz entfernt.
Die Vorwürfe von Privatim überraschten Google. Nun will das Unternehmen mit den Datenschutzbeauftragten weitere Gespräche führen. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hans-Peter Thür habe Google signalisiert, dass der Mechanismus bei den Aufnahmen ausreiche, um das Schweizer Recht zu respektieren.
SFLB liest für Anwaltskanzlei das Kleingedruckte
SFLB hat für die Anwaltskanzlei Staiger, Schwald & Partner SS&P einen neuen Auftritt kreiert. Die Agentur gestaltete ein neues Logo, Sujets für Briefschaften, Broschüre und einer Werbekampagne.
Die Anzeigenkampagne läuft in in- und ausländischen Fachmedien sowie in aus-
gewählten Titeln der Schweizer Finanz- und Wirtschaftpresse.
Verantwortlich bei Staiger, Schwald & Partner: Gina Maroggi (Marketing), Rolf Schätti (Office Manager), Michael Hamm (Projektverantwortlicher Partner), Hans-Peter Schwald (Managing Partner). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Dana Wirz (Art Director), Peter Brönnimann (Text), Martin Spillmann (CD), Dominik Mätzener, Rolf Zimmermann (Beratung). Fotos: Julien Vonier, Bildbearbeitung: Nora Fehr



Attilio Meyer verstärkt Verkaufsteam
Das Zürcher Unternehmen Attilio Meyer baut weiter aus. Ab 1. Juni 2009 wird Martin Hunziker in das Verkaufsteam des Familienunternehmens eintreten.
Ältestes Radio-Wochenmagazin der Welt
Das älteste Radio-Wochenmagazin der Welt wird in der Schweiz produziert und ausgestrahlt. Dabei handelt es sich um die Sendung «Voci del Grigioni italiano» des Radios der italienisch-sprachigen Schweiz RSI. Die offizielle Anerkennung als weltweit ältestes Magazin erfolgte durch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.
Die Sendung ging am 28. Oktober 1939 erstmals über den Äther. Im Guinness Buch wird das Alter nicht mit 70, sondern mit 68 Jahren angegeben. Der Grund dafür ist ein anderer Name des Wochenmagazins während der ersten zwei Jahre: «Il Quarto d’ora del Grigioni italiano».
Das halbstündige Magazin ist jeweils freitags um 19 Uhr im ersten Programm von RSI zu hören. Es greift aktuelle Themen aus den italienisch-sprachigen Südtälern Graubündens auf. Die in Chur produzierte Sendung wird seit zwei Jahren vom Radiojournalisten Alessandro Tini moderiert.
Apart: Forscherteam auf der Suche nach seltener Spezies
Der Kundendienstleister Passion 4 Customs hat im Rahmen einer Neulancierung seiner Dienstleistungen die Agentur Apart beauftragt, eine längerfristige Werbeidee zu entwickeln und diese in einem ersten Spot umzusetzen. Der Film wird für eine virale Web-Kampagne benutzt.
Passion 4 Customers P4C unterstützt Kunden bei Problemen in der Nachverkaufsphase und hilft gleichzeitig Unternehmen, ihren Kundendienst zu optimieren. Im Rahmen einer Neulancierung seiner Dienstleistungen hat P4C die Agentur Apart beauftragt, eine längerfristige Werbeidee zu entwickeln und diese in einem ersten Spot umzusetzen. Der Film wird für eine virale Web-Kampagne benutzt. Darin ist das P4C-Forscherteam unterwegs, um die seltene Spezies von guten Serviceangestellten aufzuspüren.
Verantwortlich bei Passion 4 Customers: Nathalie Fréchet (CEO). Verantwortlich bei Apart Kommunikationsdesign: Marius Deflorin (Kreation und Regie), Tobias Lang (Beratung und Produktionsleitung), Manuela Barak (Produktionsassistenz und Styling), Manfred Zazzi (Postproduction und Musik).
Zum Spot
