Die Jury der deutschsprachigen Schweiz zeichnet
Max Dohner von der Mittelland Zeitung mit dem mit 10’000 Franken dotierten ersten Preis aus. In seiner sechsteiligen Serie «Leben als Pendler» lässt Max Dohner Leserinnen und Leser die Pendlerwelt mit anderen Augen sehen. «Das ist hervorragendes journalistisches Handwerk und dieses braucht Hartnäckigkeit, Geduld und eine Redaktion, die solches ganz bewusst fördert», hält Jury-Mitglied Norbert Neininger in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung fest.
Mireille Guggenbühler, die Gewinnerin des zweiten Preises, beschreibt in ihrer Reportage «Aufruhr im Tal» unaufgeregt, umfassend, formal und inhaltlich stimmig, was das Simmental und das Saanenland aufgrund einer Spitalschliessung trennt und letztlich dann doch wieder vereint. Die mit Bildern von Adrian Moser gelungen abgerundete Reportage erschien in Der kleine Bund.
Die Jury der französischsprachigen Schweiz vergab den ebenfalls mit CHF 10’000 Franken dotierten ersten Preis an
Philippe Dubath, von 24Heures. Dubath legte der Jury drei unterschiedliche Reportagen zur Beurteilung vor, die allesamt zu beeindrucken wussten. Daniel Cornu, Präsident der französischsprachigen Jury, würdigt in seiner Laudatio den intelligenten, konstruktiven und stets zur Nähe verpflichteten Journalismus des Erzählers Dubath.
Mut und Beharrlichkeit zeichnen laut Mitteilung den Aufdeckungsjournalismus von
Christophe Sugnaux aus. In monatelanger, hieb- und stichfester Recherche habe der Journalist von La Liberté einen angeblichen Grossinvestor als Hochstapler enttarnt, der im freiburgischen Romont eine riesige High-Tech-Fabrik bauen wollte. Die Jury zeichnet Christophe Sugnaux mit dem mit 5’000 Franken dotierten zweiten Preis aus.
Insgesamt legten 90 Journalisten der deutsch- und französischsprachigen Jury 141 Arbeiten zur Beurteilung vor. Die prämierten Beiträge sind auf
Bzjournalistenpreis.ch einsehbar. Die Beilage «Best Of 2009 – BZ-Preis für Lokaljournalismus», welche in der Dezember-Ausgabe des Schweizer Journalist erscheint, würdigt die prämierten Arbeiten und deren Autoren. Die Preise für Lokaljournalismus werden ab nächstem Jahr nicht mehr von der BZ- Stiftung für Lokaljounalismus vergeben, sondern von der verlangsunabhängigen Fondation Reinhardt von Graffenried. Die mit elf Millionen Franken dotierte Stiftung verleiht nächstes Jahr erstmals auch einen Preis für Online- Lokaljournalismus.
Jacek Pulawski mit «Swiss Press Photo 2009»-Preis geehrtEbenfalls am Mittwoch erhielt der polnisch-schweizerische Fotograf
Jacek Pulawski den Espace Media-Preis für Pressefotografie «Swiss Press Photo 2009». Pulawski porträtierte über mehrere Monate hinweg die neu aus Italien in Chiasso TI angekommenen Flüchtlinge. Die im Magazin Kinki erschienen Bilder zeigten Gesichter, die von den erlittenen Strapazen gezeichnet seien, heisst es in der Mitteilung. Sie bewegten, irritierten und lenkten die Aufmerksamkeit auf ein aktuelles Problem und leisteten somit das, was ein Pressebild heute leisten sollte.
Weitere Preise gingen an
Gaëtan Bally,
Yves André,
Valérie Chételat,
Adrian Moser und
Alban Kakulya.
Die besten Pressebilder des Jahrs 2009 erscheinen wiederum im Dezember in einem Katalog. Sie werden auch als Wanderausstellung in Zürich, Genf und Bern zu sehen sein.
Bilder aus der Arbeit von Jacek Pulawski: