Autor: admin
Redaktionen sollten stiften gehen
Investigativer Journalismus bedarf vermehrt privater Geldgeber. In den USA ist das Stiftungsmodell bereits Pulitzerpreis-würdig, in Europa zumindest salonfähig und nun auch in Russland angekündigt. Selbst in der Schweiz gibts schon eine Keimzelle. Gastkommentar von Oliver Classen, Pressesprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern, zuvor Medienredaktor.
Journalismus, der seine demokratische Funktion als «vierte Gewalt» ernst- und wahrnimmt, braucht neben gutem Handwerk vor allem Zeit und Geld. Und investigativer Journalismus braucht von allen drei Ingredienzien bekanntlich noch etwas mehr. Zugleich herrscht in Redaktionen und Verlagen heute ein nachgerade nordkoreanisches Rotstift-Regime. Darunter leidet der gesamte Berufsstand, aber eben auch die Qualität seiner politisch hochrelevanten Produkte. Entsprechend klang die Nachricht vor rund vier Jahren beinahe zu schön, um wahr zu sein: Der langjährige Chefredaktor des Wall Street Journal und das reiche Ehepaar Sandler gründen eine mit 30 Millionen Dollar dotierte Stiftung, die investigativen Journalismus finanziert.
Richtig zur Kenntnis genommen wurde das bahnbrechende Projekt in der Branche freilich erst, als Pro Publica diesen April mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde für eine Geschichte über die skandalösen Zustände in einem Krankenhaus in New Orleans während des Wirbelsturms Katrina 2005. Über zwei Jahre Recherchearbeit und 400 000 Dollar steckten in diesem Scoop, der Ende August 2009 erst auf Propublica.org, dann im Magazin der New York Times publiziert wurde. Der Name «Pro Publica» ist also Programm: Im Dienste einer kritischen Öffentlichkeit sollen Politik und Wirtschaft als Zentren der Macht beobachtet, Fehlverhalten aufgedeckt und Veränderungen zum Besseren angestossen werden.
Die Finanzierung von «Pro Publica» ist bis Ende 2012 gesichert. Und das nicht nur dank der Sandlers. In der Liste der Geldgeber firmieren so illustre Institutionen wie die Ford Foundation des gleichnamigen Autogiganten, die Hewlett Foundation vom texanischen Computermagnaten und die Stiftung einer u. a. für Coca-Cola, Shell, Google und General Motors tätigen Anwaltskanzlei. So stehts auf der Website, denn Transparenz ist das oberste Gebot dieser journalistischen Pioniere. Das Problem möglicher Einflussnahmen besteht natürlich trotzdem, ist aber geringer als in konventionellen Verlagen mit einflussreichen Werbegrosskunden. Wenn die Spender PR in eigener Sache machen, dann zu Recht als Sponsoren von relevantem, zukunftsfähigem Recherchejournalismus. Im Übrigen unterzeichnet jeder ideelle Investor eine rechtsverbindliche Zusage, sich aus allen redaktionellen Entscheidungen herauszuhalten.
Auch in Europa fassen spendenfinanzierte Redaktionen allmählich Fuss. Ende April hat das «Bureau of Investigative Journalism» in London erfolgreich seine Arbeit aufgenommen und im Herbst bereits eklatante Missstände im britischen Gesundheitssystem aufgedeckt. Der Adelsschlag erfolgte dann ausgerechnet vom natürlichen Wettbewerber Wikileaks, das dem «Bureau» zeitgleich mit dem Guardian alle «Warlogs» aus dem Irak zur Auswertung zuspielte. Ebenfalls inspiriert vom Phänomen Wikileaks hat nun der russische Oligarch Alexander Lebedew eine «Glasnost»-Stiftung für unabhängigen investigativen Journalismus gegründet. Dass der umtriebige Banker 49 Prozent der oppositionellen Nowaja Gaseta hält und in England kürzlich den Independent und den Evening Standard kaufte, zeigt an: Der Mann weiss, was er tut, und glaubt an Zukunft und Notwendigkeit des «Funding Journalism».
Diese Überzeugung teilt er mit Jürg Vollmer, Initiant von «Maiak» und bislang einziger Redaktor des bislang einzigen spendenfinanzierten Schweizer Medienprojekts. Der Mitte 2009 lancierte Zürcher «Newsroom for Eastern Europe» liefert allerdings weniger Scoops als Hintergrundberichte über postsowjetische Transformationsländer, aus denen sonst kaum berichtet wird. Denn «Maiak» muss mit 150’000 Franken Jahresbudget auskommen, die von der «Gesellschaft Schweiz-Russland» stammen. Solch interessante, aber harmlose Experimente in Ehren: Was in der notorisch verfilzten Schweiz nottut, ist mehr und besserer Recherchejournalismus. Dieser Kernbefund der aktuellen Qualitätsdebatte ist unbestritten. Bleibt die rhetorische Frage, wo professioneller «Funding Journalism» finanzierbarer ist als im Land der 12’000 Stiftungen mit einem Kapital von über 30 Milliarden Franken.
Richtig zur Kenntnis genommen wurde das bahnbrechende Projekt in der Branche freilich erst, als Pro Publica diesen April mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde für eine Geschichte über die skandalösen Zustände in einem Krankenhaus in New Orleans während des Wirbelsturms Katrina 2005. Über zwei Jahre Recherchearbeit und 400 000 Dollar steckten in diesem Scoop, der Ende August 2009 erst auf Propublica.org, dann im Magazin der New York Times publiziert wurde. Der Name «Pro Publica» ist also Programm: Im Dienste einer kritischen Öffentlichkeit sollen Politik und Wirtschaft als Zentren der Macht beobachtet, Fehlverhalten aufgedeckt und Veränderungen zum Besseren angestossen werden.
Die Finanzierung von «Pro Publica» ist bis Ende 2012 gesichert. Und das nicht nur dank der Sandlers. In der Liste der Geldgeber firmieren so illustre Institutionen wie die Ford Foundation des gleichnamigen Autogiganten, die Hewlett Foundation vom texanischen Computermagnaten und die Stiftung einer u. a. für Coca-Cola, Shell, Google und General Motors tätigen Anwaltskanzlei. So stehts auf der Website, denn Transparenz ist das oberste Gebot dieser journalistischen Pioniere. Das Problem möglicher Einflussnahmen besteht natürlich trotzdem, ist aber geringer als in konventionellen Verlagen mit einflussreichen Werbegrosskunden. Wenn die Spender PR in eigener Sache machen, dann zu Recht als Sponsoren von relevantem, zukunftsfähigem Recherchejournalismus. Im Übrigen unterzeichnet jeder ideelle Investor eine rechtsverbindliche Zusage, sich aus allen redaktionellen Entscheidungen herauszuhalten.
Auch in Europa fassen spendenfinanzierte Redaktionen allmählich Fuss. Ende April hat das «Bureau of Investigative Journalism» in London erfolgreich seine Arbeit aufgenommen und im Herbst bereits eklatante Missstände im britischen Gesundheitssystem aufgedeckt. Der Adelsschlag erfolgte dann ausgerechnet vom natürlichen Wettbewerber Wikileaks, das dem «Bureau» zeitgleich mit dem Guardian alle «Warlogs» aus dem Irak zur Auswertung zuspielte. Ebenfalls inspiriert vom Phänomen Wikileaks hat nun der russische Oligarch Alexander Lebedew eine «Glasnost»-Stiftung für unabhängigen investigativen Journalismus gegründet. Dass der umtriebige Banker 49 Prozent der oppositionellen Nowaja Gaseta hält und in England kürzlich den Independent und den Evening Standard kaufte, zeigt an: Der Mann weiss, was er tut, und glaubt an Zukunft und Notwendigkeit des «Funding Journalism».
Diese Überzeugung teilt er mit Jürg Vollmer, Initiant von «Maiak» und bislang einziger Redaktor des bislang einzigen spendenfinanzierten Schweizer Medienprojekts. Der Mitte 2009 lancierte Zürcher «Newsroom for Eastern Europe» liefert allerdings weniger Scoops als Hintergrundberichte über postsowjetische Transformationsländer, aus denen sonst kaum berichtet wird. Denn «Maiak» muss mit 150’000 Franken Jahresbudget auskommen, die von der «Gesellschaft Schweiz-Russland» stammen. Solch interessante, aber harmlose Experimente in Ehren: Was in der notorisch verfilzten Schweiz nottut, ist mehr und besserer Recherchejournalismus. Dieser Kernbefund der aktuellen Qualitätsdebatte ist unbestritten. Bleibt die rhetorische Frage, wo professioneller «Funding Journalism» finanzierbarer ist als im Land der 12’000 Stiftungen mit einem Kapital von über 30 Milliarden Franken.
Inseratentarife 2011: Die Krise hemmt nicht mehr
Punkto Anzeigentarife treten die Verlage wieder selbstbewusster auf. Tamedias Pendlerzeitung 20 minutes zum Beispiel nützt sein «Stand alone» als Westschweizer Pendlerblatt voll aus und erhöht seinen Tausendleserpreis um 14,3 Prozent. Nur das PME Magazine und die Finanz und Wirtschaft sind noch frecher. Doch es gibt auch Titel, die günstiger werden. Zudem macht sich unter den Zeitungen ein Trend bemerkbar: Der Einheitstarif hält Einzug.
Edipresse und die AZ Medien ändern die Inseratentarife ihrer Zeitungen und Zeitschriften per 2011 nicht. Auch Ringier Deutschschweiz, Axel Springer Schweiz und Ki-Media belassen ihre Annoncenpreise auf aktuellem Niveau. Nur gerade bei ihren aufstrebenden Titeln Blick am Abend, SI Style, Beobachter Natur und Bon à savoir nehmen sie sanfte Preiserhöhungen vor ziemlich genau den jeweiligen Reichweitengewinnen entsprechend. Punkto Anzeigentarife 2011 könnte also der Eindruck einer Nullrunde aufkommen.
Doch der Schein trügt. Denn mindestens ein Drittel der 110 aufgeführten Pressetitel nimmt entweder offene oder versteckte Tariferhöhungen vor. Dies gilt in ganz besonderem Mass für die Tamedia-Titel Finanz und Wirtschaft, 20 minutes und Schweizer Familie sowie für die Mitgliederpresse von Migros und Coop. Sie alle haben in der Mach Basic 2010 2 gegenüber dem Vorjahr signifikante Reichweitenverluste ausgewiesen, verlangen für ihre gesunkene Leis¬tung aber weiterhin gleich viel wie dieses Jahr. Und in manchen Fällen sogar mehr: So traut sich etwa 20 minutes, trotz einer um 6,1 Prozent gesunkenen Reichweite in der Westschweiz, den Inseratenpreis um 7,3 Prozent zu erhöhen. Auf der Ebene Tausendleserpreis (TLP) entspricht dies einem Aufschlag von 14,3 Prozent. Marcel Kohler, Geschäftsführer von 20 Minuten, sieht darin aber kein Problem: Verglichen mit der Westschweizer Konkurrenz sei 20 minutes punkto TLP immer noch sehr günstig, sagt er. Stimmt, die TLPs der meisten Bezahl- und Gratiswochenzeitungen in der Romandie sind um ein Mehrfaches höher. Kommt dazu, dass zwei andere Titel punkto TLP-Erhöhung noch frecher sind: Den happigsten TLP-Aufschlag nimmt nämlich das PME Magazine vor (+18,5 Prozent), gefolgt von der Finanz und Wirtschaft (+15,7 Prozent). Erstaunliche Preiserhöhungen finden sich zudem bei Tages-Anzeiger und Basler Zeitung. Beide Titel führen zum einen den Einheitstarif für schwarz-weisse und farbige Inserate ein, zum zweiten erhöhen sie aber auch ihren Seitentarif um 10 beziehungsweise 12,7 Prozent ohne annähernden Leistungszuwachs. Beim Tagi hat dies einen TLP-Aufschlag um satte 13,5 Prozent zur Folge, während er sich bei der BaZ um 8,8 Prozent verteuert. Wobei da die aktuellen 1800 BaZ-Abo-Kündigungen noch nicht berücksichtigt sind.
Apropos Einheitstarif: Was die Zeitschriften schon lange kennen, hält nun auch bei den Zeitungen Einzug. So startete die Zentralschweiz am Sonntag seinerzeit bereits mit einem Einheitstarif, vor einem Jahr folgte Le Temps als erster Westschweizer Titel und nun wird die Idee abgesehen von Tagi und BaZ auch von der Neuen Luzerner Zeitung, der Coop-Presse und dem Bündner Anzeiger kopiert. Auch die Südostschweiz peilt ganz offensichtlich dasselbe Ziel an, allerdings in kleinen Schritten.
Wenn bisher vor allem von Preiserhöhungen die Rede war, so sei hier auch erwähnt, dass einige Titel durchaus vorbildlich handeln. So reduziert etwa Readers Digest seinen Tarif etwa so, wie es dem signifikanten Reichweitenverlust entspricht. Andere Titel wie die WOZ oder TV8 erhöhen ihre Preise zwar, prozentual bleibt der Aufschlag aber unter dem Leserzuwachs. Wieder andere belassen ihre Tarife auf aktuellem Niveau, obwohl sie ansehnlich Leser gewinnen konnten. Zu Letzteren gehören Stocks und LImpartial (je 13 Prozent Leserzuwachs), die Freiburger Nachrichten (12,5 Prozent) und der Gesundheits-Tipp (11 Prozent). Ihre TLPs sinken entsprechend deutlich.
Markus Knöpfli
> Tarife Teil 1 (pdf)
> Tarife Teil 2 (pdf)
Doch der Schein trügt. Denn mindestens ein Drittel der 110 aufgeführten Pressetitel nimmt entweder offene oder versteckte Tariferhöhungen vor. Dies gilt in ganz besonderem Mass für die Tamedia-Titel Finanz und Wirtschaft, 20 minutes und Schweizer Familie sowie für die Mitgliederpresse von Migros und Coop. Sie alle haben in der Mach Basic 2010 2 gegenüber dem Vorjahr signifikante Reichweitenverluste ausgewiesen, verlangen für ihre gesunkene Leis¬tung aber weiterhin gleich viel wie dieses Jahr. Und in manchen Fällen sogar mehr: So traut sich etwa 20 minutes, trotz einer um 6,1 Prozent gesunkenen Reichweite in der Westschweiz, den Inseratenpreis um 7,3 Prozent zu erhöhen. Auf der Ebene Tausendleserpreis (TLP) entspricht dies einem Aufschlag von 14,3 Prozent. Marcel Kohler, Geschäftsführer von 20 Minuten, sieht darin aber kein Problem: Verglichen mit der Westschweizer Konkurrenz sei 20 minutes punkto TLP immer noch sehr günstig, sagt er. Stimmt, die TLPs der meisten Bezahl- und Gratiswochenzeitungen in der Romandie sind um ein Mehrfaches höher. Kommt dazu, dass zwei andere Titel punkto TLP-Erhöhung noch frecher sind: Den happigsten TLP-Aufschlag nimmt nämlich das PME Magazine vor (+18,5 Prozent), gefolgt von der Finanz und Wirtschaft (+15,7 Prozent). Erstaunliche Preiserhöhungen finden sich zudem bei Tages-Anzeiger und Basler Zeitung. Beide Titel führen zum einen den Einheitstarif für schwarz-weisse und farbige Inserate ein, zum zweiten erhöhen sie aber auch ihren Seitentarif um 10 beziehungsweise 12,7 Prozent ohne annähernden Leistungszuwachs. Beim Tagi hat dies einen TLP-Aufschlag um satte 13,5 Prozent zur Folge, während er sich bei der BaZ um 8,8 Prozent verteuert. Wobei da die aktuellen 1800 BaZ-Abo-Kündigungen noch nicht berücksichtigt sind.
Apropos Einheitstarif: Was die Zeitschriften schon lange kennen, hält nun auch bei den Zeitungen Einzug. So startete die Zentralschweiz am Sonntag seinerzeit bereits mit einem Einheitstarif, vor einem Jahr folgte Le Temps als erster Westschweizer Titel und nun wird die Idee abgesehen von Tagi und BaZ auch von der Neuen Luzerner Zeitung, der Coop-Presse und dem Bündner Anzeiger kopiert. Auch die Südostschweiz peilt ganz offensichtlich dasselbe Ziel an, allerdings in kleinen Schritten.
Wenn bisher vor allem von Preiserhöhungen die Rede war, so sei hier auch erwähnt, dass einige Titel durchaus vorbildlich handeln. So reduziert etwa Readers Digest seinen Tarif etwa so, wie es dem signifikanten Reichweitenverlust entspricht. Andere Titel wie die WOZ oder TV8 erhöhen ihre Preise zwar, prozentual bleibt der Aufschlag aber unter dem Leserzuwachs. Wieder andere belassen ihre Tarife auf aktuellem Niveau, obwohl sie ansehnlich Leser gewinnen konnten. Zu Letzteren gehören Stocks und LImpartial (je 13 Prozent Leserzuwachs), die Freiburger Nachrichten (12,5 Prozent) und der Gesundheits-Tipp (11 Prozent). Ihre TLPs sinken entsprechend deutlich.
Markus Knöpfli
> Tarife Teil 1 (pdf)
> Tarife Teil 2 (pdf)
Twitter-Trends 2010: Apple, Google und Wikileaks gut im Rennen
Nach dem Google-Ranking der Top-Suchbegriffe des Jahres, gibt nun auch Twitter seine Top-Themen bekannt.
Nebst den Top-Themen des Jahres, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und der Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika mischen auch Technologiethemen kräftig mit. Insbesondere Apple’s iPad schaffte es bei den «Overall Top Trends» auf den sechsten Platz dicht gefolgt von Google Android. In der Kategorie Technologie dominiert Apple vor Google und ist mit dem Apple iPad, Apple iOS, Apple iPhone und dem MacBook Air gleich vier Mal in den Top-10 vertreten. Google schafft es mit Google Android und Google Instant immerhin auf zwei Top-10-Platzierungen.
Voll im Trend liegt auch WikiLeaks. Der Wikileaks Cablegate schafft es auf den sieben Platz bei den News-Events. Julian Assange selber ist bei der People-Liste auf dem vierten Rang platziert.
Voll im Trend liegt auch WikiLeaks. Der Wikileaks Cablegate schafft es auf den sieben Platz bei den News-Events. Julian Assange selber ist bei der People-Liste auf dem vierten Rang platziert.
Politiker üben Umgang mit Medien damit sie Jugendliche besser verstehen
Bevor Parlamentarier über die derzeitigen Vorstösse zur Mediennutzung von Jugendlichen entscheiden, sollen sie die virtuellen Realitäten der Jugendlichen kennenlernen. Dafür setzt sich die Stiftung Pro Juventute ein und führt heute Mittwoch einen Medienworkshop für Parlamentarier durch.
An der Veranstaltung präsentiert die Stiftung ihre Massnahmen für eine wirkungsvolle Jugendmedienpolitik: Sie schlägt ein Medien-Frühwarnsystem vor und fordert mehr Unterstützung von Projekten zur Medienkompetenzförderung. Da Jugendliche sich heute in ihrem Leben zu einem beträchtlichen Teil in der virtuellen Welt bewegen, müssten Politiker wissen, was die neuen Medien überhaupt seien und welche Förderangebote es bereits gebe, um über Vorstösse bezüglich Jugend und Medien entscheiden zu können, sagt Pro Juventute-Stiftungsdirektor Stephan Oetiker. Deshalb führe die Stiftung heute diesen Medienworkshop für Parlamentarier durch.
Mit Barbara Schmid-Federer (CVP), Viola Amherd (CVP), Sylvia Flückiger-Bäni (SVP), Margret Kiener-Nellen (SP) und Chantal Galladé (SP) sind Politiker von links bis rechts vertreten. Die Teilnehmer sollen vor Ort einen Einblick erhalten in die heutigen Probleme der Jugendlichen wie etwa Cybermobbing oder Happy Slapping und eine Schulung in den Medienworkshops und -projekten, die die Stiftung sonst mit den Jugendlichen durchführt.
Medien-Frühwarnsystems für die Politik
Die Stiftung präsentiert am heutigen Anlass ihre Lösungsansätze: Ein Medien-Frühwarnsystem für die Politik, die Schaffung einer neuen Kompetenzordnung im Bereich Medienpolitik sowie eine nachhaltige Finanzierung von Projekten zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen wie Pro Juventute Gametest oder Pro Juventute Handyprofis. Mit einem Medien-Frühwarnsystem kann ein Netzwerk mit Vertretern aus relevanten Organisationen sowie aus Politik und Wirtschaft ein Monitoring der technologischen Neuerungen durchführen und so die Politik rechtzeitig auf notwendige Schritte hinweisen.
Die Medienregulierung von Bund und Kantonen ist gemäss der Kinder- und Jugendorganisation veraltet. Die politischen Vorstösse und Entscheidungen müssten im Vorfeld eingeleitet werden, statt den technologischen und gesellschaftlichen Neuerungen hinterherzuhinken. Durch die Beratung + Hilfe 147, an die sich jährlich rund 146’000 Kinder und Jugendliche wenden, könne Pro Juventute die zentralen Trends und allfälligen Problembereiche stets aktuell identifizieren und in einem solchen Netzwerk einbringen, schreibt die Stiftung in einer Mitteilung.
Mit Barbara Schmid-Federer (CVP), Viola Amherd (CVP), Sylvia Flückiger-Bäni (SVP), Margret Kiener-Nellen (SP) und Chantal Galladé (SP) sind Politiker von links bis rechts vertreten. Die Teilnehmer sollen vor Ort einen Einblick erhalten in die heutigen Probleme der Jugendlichen wie etwa Cybermobbing oder Happy Slapping und eine Schulung in den Medienworkshops und -projekten, die die Stiftung sonst mit den Jugendlichen durchführt.
Medien-Frühwarnsystems für die Politik
Die Stiftung präsentiert am heutigen Anlass ihre Lösungsansätze: Ein Medien-Frühwarnsystem für die Politik, die Schaffung einer neuen Kompetenzordnung im Bereich Medienpolitik sowie eine nachhaltige Finanzierung von Projekten zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen wie Pro Juventute Gametest oder Pro Juventute Handyprofis. Mit einem Medien-Frühwarnsystem kann ein Netzwerk mit Vertretern aus relevanten Organisationen sowie aus Politik und Wirtschaft ein Monitoring der technologischen Neuerungen durchführen und so die Politik rechtzeitig auf notwendige Schritte hinweisen.
Die Medienregulierung von Bund und Kantonen ist gemäss der Kinder- und Jugendorganisation veraltet. Die politischen Vorstösse und Entscheidungen müssten im Vorfeld eingeleitet werden, statt den technologischen und gesellschaftlichen Neuerungen hinterherzuhinken. Durch die Beratung + Hilfe 147, an die sich jährlich rund 146’000 Kinder und Jugendliche wenden, könne Pro Juventute die zentralen Trends und allfälligen Problembereiche stets aktuell identifizieren und in einem solchen Netzwerk einbringen, schreibt die Stiftung in einer Mitteilung.
Schweizer Fernsehen soll mehr für nationalen Zusammenhalt tun
Das Schweizer Fernsehen soll mehr für den Zusammenhalt unter den Sprachregionen der Schweiz tun, dafür aber keinen besonderen Kanal schaffen müssen. Der Nationalrat unterstützte am Mittwoch als Zweitrat eine entsprechende Motion von Ständerat Theo Maissen (CVP/GR) - allerdings in abgeänderter Form.
Dabei folgte er der Mehrheit der Fernmeldekommission KVF. SP-Nationalrat Hans Stöckli, scheidender Präsident von Biel, der grössten zweisprachigen Stadt im Land, hatte zuvor eine gleichlautende Motion zurückgezogen. Im Motionstext von Maissen strich die grosse Kammer die Forderung nach einem schweizerischen Fernsehkanal, der in den Sprachregionen ausgestrahlte Sendungen wiederverwerten sollte – mit Untertiteln in den anderen Landessprachen oder synchronisiert.
Das wäre zu teuer, sagte Tarzisius Caviezel (FDP/GR) für die Kommission. Studien zeigten, dass die SRG in den jeweiligen Landesgegenden die jeweils anderen Sprachregionen zu wenig thematisiere. Aber da schaffe ein eigenen Kanal keine Abhilfe und friste höchstens ein Nischendasein. Der Auftrag bleibe aber: Die Fernsehgesellschaft müsse den Austausch und die Verständigung zwischen den Sprachregionen verstärken.
Der Bundesrat soll nun über die entsprechenden Anstrengungen bis Ende 2012 Bericht erstatten. Medienministerin Doris Leuthard erklärte, die SRG sei verpflichtet, ihren Beitrag zum sprachlichen Zusammenhalt zu leisten. Besser geschehe das aber in einem Programm mit grosser Akzeptanz als in einem Minderheitenkanal. Der Verwaltungsrat des Unternehmens habe die Förderung des sprachlichen Zusammenhalts zum strategischen Ziel erklärt, über die Umsetzung werde im Frühjahr entschieden.
Das wäre zu teuer, sagte Tarzisius Caviezel (FDP/GR) für die Kommission. Studien zeigten, dass die SRG in den jeweiligen Landesgegenden die jeweils anderen Sprachregionen zu wenig thematisiere. Aber da schaffe ein eigenen Kanal keine Abhilfe und friste höchstens ein Nischendasein. Der Auftrag bleibe aber: Die Fernsehgesellschaft müsse den Austausch und die Verständigung zwischen den Sprachregionen verstärken.
Der Bundesrat soll nun über die entsprechenden Anstrengungen bis Ende 2012 Bericht erstatten. Medienministerin Doris Leuthard erklärte, die SRG sei verpflichtet, ihren Beitrag zum sprachlichen Zusammenhalt zu leisten. Besser geschehe das aber in einem Programm mit grosser Akzeptanz als in einem Minderheitenkanal. Der Verwaltungsrat des Unternehmens habe die Förderung des sprachlichen Zusammenhalts zum strategischen Ziel erklärt, über die Umsetzung werde im Frühjahr entschieden.
Der Impact-Check der Werbewoche
Wir zeigen die Top Ten 2010 in den einzelnen Kriterien.
Beim Kriterium Awareness liegen die beiden Kampagnen der Migros für das Migros Magazin (Jung von Matt) und für «I am» (Advico Y&R Exxtra) vor dem Sujet «Naturaplan» (Krieg Schlupp Bürge) an der Spitze. Beim Kriterium Uniqueness siegt das Sujet «Lovely Snowboard» der Lovely-Kampagne von Swissmilk (Ruf Lanz) vor «Die Mobiliar» (Wirz) und dem Sujet «Lovely Schwingfest» von Swissmilk. Das Sujet «Snowboard» der Lovely-Kampagne liegt auch beim Kriterium Brand Fit an der Spitze, gefolgt von den Anzeigen «Die Mobiliar» und dem Sujet «Schwingfest» von Swissmilk. Lovely belegt auch beim Kriterium Likeability die beiden ersten Ränge, gefolgt von «Die Mobiliar».
> Zur Top Ten 2010 (pdf)
> Zur Top Ten 2010 (pdf)
Future Connection gewinnt Cablex als Neukunden
Die Kommunikationsagentur Future Connection konnte sich im Pitch um Cablex gegen mehrere Agenturen durchsetzen und das Unternehmen für Bau und Unterhalt von drahtgebundenen und drahtlosen Netzen als Neukunden gewinnen.
Nun wird in einer ersten Phase wird die Positionierung geschärft und das CI/CD weiterentwickelt, um sich stärker gegenüber den Mitbewerbern zu differenzieren. In einem zweiten Schritt gilt es, die Bekanntheit im relevanten Markt zu erhöhen.
Verantwortlich bei Cablex: Markus Huber, Verkaufsleiter. Verantwortlich bei Future Connection: Patrick Andersen und Martina Waser (Beratung), Annette Truniger (Projektleitung), Karin Gleichner (Design).
Verantwortlich bei Cablex: Markus Huber, Verkaufsleiter. Verantwortlich bei Future Connection: Patrick Andersen und Martina Waser (Beratung), Annette Truniger (Projektleitung), Karin Gleichner (Design).
US-Luftwaffe: Zugang zu Zeitungsseiten wegen WikiLeaks blockiert
Die US-Luftwaffe hat den Zugriff auf zahlreiche Zeitungen über sein Computernetzwerk gesperrt, die Dokumente der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht haben.
Wie eine Sprecherin am Dienstag sagte, seien mindestens 25 Internetseiten von Computern der Luftwaffe aus nicht mehr abrufbar. Unter anderem sind die New York Times und er britische Guardian betroffen. Die Sprecherin verteidigte die Massnahme als normales Vorgehen bei Webseiten, die unangemessene Inhalte verbreiteten.
WikiLeaks hatte in den vergangenen Wochen Zehntausende interner Dokumente des US-Aussenministeriums veröffentlicht und damit die Aussenpolitik der Supermacht blossgestellt. In den USA wird diskutiert, ob WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen Spionage belangt werden kann.
WikiLeaks hatte in den vergangenen Wochen Zehntausende interner Dokumente des US-Aussenministeriums veröffentlicht und damit die Aussenpolitik der Supermacht blossgestellt. In den USA wird diskutiert, ob WikiLeaks-Gründer Julian Assange wegen Spionage belangt werden kann.
Zur Sache: Alle Jahre wieder
Es ist wieder so weit. In dieser Nummer der Werbewoche finden sich zwei Werbewoche-Klassiker. Zum einen das in der Branche jeweils mit Ungeduld erwartete Kreativranking und zum andern die Vorstellung der Kandidaten für die Wahl zum Werber des Jahres 2011.
Beim Kreativranking der Werbewoche geht es um die kreative Leistung der Agenturen, die im Rahmen von nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurden. Die Auswahl der Wettbewerbe und deren entsprechende Gewichtung erfolgte in Zusammenarbeit mit einer Delegation des Art Directors Club der Schweiz. Das Ranking basiert auf den Selbstangaben der beteiligten Agenturen. In einzelnen Fällen nahm die Redaktion Korrekturen aufgrund der offiziellen Ranglisten der Kreativwettbewerbe vor.
Das Auswahlprozedere für die Nomination zum Werber haben wir dieses Jahr leicht modifiziert. Neben dem Wahlgremium, bestehend aus den ehemaligen Werbern und Werberinnen des Jahres sowie den jeweiligen Finalisten, haben erstmals auch die Leserinnen und Leser der Werbewoche zwei Kandidaten mit einer «Wildcard» ins Rennen geschickt. Sechs Persönlichkeiten der Schweizer Werbeszene sind nominiert. Es freut uns besonders, dass auch dieses Jahr wieder eine Frau unter den Nominierten ist. Die Abonnentinnen und Abonnenten der Werbewoche können nun aus den sechs Nominierten ihren Favoriten küren. Dazu erhalten sie bis spätestens Anfang Januar ein entsprechendes Wahlformular.
Am 3. Februar wird dann jemand aus der Runde der Kandidaten im Zürcher Lakeside den begehrten Egon der Werbewoche in Empfang nehmen und den Abend als frischgebackenen Werber oder Werberin des Jahres 2011 feiern können.
Eine weitere Änderung betrifft den Erscheinungstag der Werbewoche. Ab nächstem Jahr wird sie jeweils am Freitag bei unseren Abonnenten sein.
Jetzt machen wir aber zuerst mal eine kurze Weihnachtspause. Die nächste gedruckte Werbewoche erscheint am 14. Januar 2011. Bis zum 23. Dezember und ab dem 4. Januar finden Sie auf Werbewoche.ch laufend News aus der Kommunikations- und Medienbranche.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir für ihre Treue danken. Wir wünschen ihnen eine schöne und geruhsame Zeit über die Weihnachtstage und hoffen zusammen mit ihnen auf ein erfolgreiches und spannendes Jahr 2011.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
Das Auswahlprozedere für die Nomination zum Werber haben wir dieses Jahr leicht modifiziert. Neben dem Wahlgremium, bestehend aus den ehemaligen Werbern und Werberinnen des Jahres sowie den jeweiligen Finalisten, haben erstmals auch die Leserinnen und Leser der Werbewoche zwei Kandidaten mit einer «Wildcard» ins Rennen geschickt. Sechs Persönlichkeiten der Schweizer Werbeszene sind nominiert. Es freut uns besonders, dass auch dieses Jahr wieder eine Frau unter den Nominierten ist. Die Abonnentinnen und Abonnenten der Werbewoche können nun aus den sechs Nominierten ihren Favoriten küren. Dazu erhalten sie bis spätestens Anfang Januar ein entsprechendes Wahlformular.
Am 3. Februar wird dann jemand aus der Runde der Kandidaten im Zürcher Lakeside den begehrten Egon der Werbewoche in Empfang nehmen und den Abend als frischgebackenen Werber oder Werberin des Jahres 2011 feiern können.
Eine weitere Änderung betrifft den Erscheinungstag der Werbewoche. Ab nächstem Jahr wird sie jeweils am Freitag bei unseren Abonnenten sein.
Jetzt machen wir aber zuerst mal eine kurze Weihnachtspause. Die nächste gedruckte Werbewoche erscheint am 14. Januar 2011. Bis zum 23. Dezember und ab dem 4. Januar finden Sie auf Werbewoche.ch laufend News aus der Kommunikations- und Medienbranche.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir für ihre Treue danken. Wir wünschen ihnen eine schöne und geruhsame Zeit über die Weihnachtstage und hoffen zusammen mit ihnen auf ein erfolgreiches und spannendes Jahr 2011.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
Apfel, Buch und Mandelkern
Apfel, Buch und Mandelkern: die Lesetipps der Werbewoche.
Wer wird Werber des Jahres und folgt auf Regula Fecker?
Wer wird Nachfolger oder Nachfolgerin von Regula Fecker als Werberin des Jahres 2010? Sechs Nominierte stellen sich zur Wahl.
Die «Academy» der ehemaligen Finalisten hat ihre Vorschläge eingereicht und erstmals haben auch unsere Leserinnen und Leser zwei Kandidaten mit einer «Wildcard» ins Rennen geschickt. Jetzt sind die Abonnenten eingeladen zu wählen, wer 2011 unsere Branche als Werber oder Werberin des Jahres repräsentieren soll. Die Abstimmungskarten folgen demnächst per Post. Wir freuen uns auf eine würdige Krönung. Gefeiert wird am 3. Februar im Zürcher Lake Side.
