Publikumsrat: SRG soll sich bei 3sat stärker engagieren

Der Publikumsrat beurteilt 3sat als wertvoll und sieht den Gemeinschaftssender von ZDF, ARD, ORF und SRG als ideale Ergänzung zum Schweizer Radio und Fernsehen. Er wünscht sich aber ein stärkeres Engagement der SRG beim Sender und somit auch eine höhere Präsenz der Schweiz in den Programmen von 3sat.

3sat bietet in konzentrierter Form aktuelle und vertiefende Informationen aus Kultur und Wissenschaft sowie Politik. Besonders beliebt beim Publikumsrat sind die Thementage, grossflächige Aufzeichnungen und Live-Events aus der Kulturszene. Eigenproduzierte Sendegefässe wie «Nano» sieht er als besonderen Mehrwert. Sehr wertvoll sei zudem, dass 3sat die besten Beiträge der vier Mutterstationen präsentiere.

Der Publikumsrat ist aber der Meinung, die Schweiz sei auf 3sat unterrepräsentiert. Die SRG, die sich heute mit einem Anteil von rund zehn Prozent beteiligt, müsse sich in einem deutlich stärkeren Mass engagieren. Ausserdem wünscht sich der Rat, dass Schweiz-Aspekte vermehrt in verschiedenen Beiträgen und Sendungen angesprochen werden. Anzustreben sei zudem eine offensivere Vermarktung von 3sat in der Schweiz.

Aus Schweizer Optik wird insbesondere die Sendung «Schweizweit» als wichtig erachtet. Sie bilde eine Schweiz ab, die über die «Darstellung der schönen Berge und Landschaften» hinausgehe und auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen aufgreife. Es werde nicht ein klischiertes Bild der Schweiz zementiert, sondern eine realistische Schweiz in ihrer Vielfalt gezeigt. Mehrere Ratsmitglieder wünschen sich allerdings noch mehr Hinweise auf die Bedeutung der Vielsprachigkeit der Schweiz und die kulturelle Vielfalt. Kritisch bewertet hat der Publikumsrat die teils aktuelle, teils zeitverschobene Ausstrahlung von Nachrichtensendungen der beteiligten Anstalten. Dass «10vor10» immer später gesendet werde, sei nicht gerechtfertigt.

 

Das kann nur ein Inserat: Keine Karaoke – Siegerarbeit ist nicht realisierbar

Nutzungsrechte können derart ins Geld gehen, dass sie eine Kampagnenidee killen. Das mussten jetzt die Sieger von «Das kann nu rein Inserat», Manu Aggeler und Isabelle Meyer, feststellen. Ihre Arbeit «Karaoke» konnte aus Kostengründen nicht realisiert werden. Nach Kroatien zum Best-Yet-Wettbewerb reisen sie aber dennoch. Gemeinsam mit den Zweitplatzierten, die nun ihre Kampagne verwirklichen dürfen.

Die Anzeige liefert einem die Textvorlage: «I did it my way» von Frank Sinatra. Man greift zum Telefon, hört die Melodie – und versucht, die Wörter möglichst stimmig zu singen. «Karaoke» nennt sich das. Manu Aggeler und Isabelle Meyer (Bild Teaser) haben daraus eine multimediale Kampagne entwickelt. Um zu zeigen, dass eine Anzeige eine Kettenreaktionen auslösen kann.

Die Jury war von der Idee derart angetan, dass sie ihr den ersten Preis zusprach. Für Manu Aggeler und Isabelle Meyer hiess das: ein Siegeshonorar von 10'000 Franken in bar. Dazu der Auftrag für die Realisierung ihrer Kampagne. Die Anzeigen sollte ab diesem Monat in Schweizer Zeitungen und Zeitschriften geschaltet werden. Daraus wird nun leider nichts. Der Grund sind die Rechte an den Songs. Genauer gesagt: Preisvorstellungen der Musikverlage, die sich teilweise im sechsstelligen Bereich bewegen – pro Song.

karaoke

«Ein Cliffhanger ins Internet» springt ein

Diese Summen übersteigen die Möglichkeiten des Verbands Schweizer Medien bei weitem. Die Projektgruppe «Kampagne Inserat» muss deshalb die Arbeiten an der Kampagne «Karaoke» stoppen. Gleichzeitig erteilt sie Manuel Rohrer und Patrick Ryffel den Auftrag für die Realisierung ihrer Arbeit «Ein Cliffhanger ins Internet». Das Team schaffte es bei der Jurierung im Dezember mit drei Kampagnen auf die Shortlist, die zusammen mit der Siegerarbeit vier Kampagnen umfasste.

Manu Aggeler und Isabelle Meyer erhalten für ihren bis jetzt geleisteten Aufwand eine finanzielle Entschädigung. Sie vertreten als Siegerteam die Schweiz am Best-Yet-Wettbewerb 2011, der Mitte Mai in Kroatien über die Bühne geht. Als zweites Team reisen Manuel Rohrer und Patrick Ryffel zum Best Yet.

Begraben will der Verband das Siegerprojekt jedoch noch nicht: Sollte aus der Idee «Karaoke» zu einem späteren Zeitpunkt doch noch etwas werden, habe man offene Ohren und biete Hand für die Fortsetzung der Zusammenarbeit, teilte er in einem Communiqué mit.

cliffhanger
 

Spotlight 2011: Internationales Werbefilmfestival mit vielen Social Spots

Vergangene Woche fand in Mannheim die 14. Ausgabe des internationalen Werbefilmfestivals Spotlight statt. Eingereicht wurden dieses Jahr eine Menge Social Spots, welche die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um Werte und Menschlichkeit in Werbefilmlänge aufgriffen.

Wie immer erstreckte sich das Spotlight-Programm über zwei Tage. Am ersten Tag traf sich die Fachjury, am zweiten Tag öffnete sich das Festival dann für das Publikum. Während die letzten Festivals im Zeichen von Virals und den neuen Werbeformaten standen, sind Experimente und technologischen Spielereien nun etwas in den Hintergrund getreten, wie die Veranstalter am Samstag mitteilten. Auffällig viele Einreichungen gab es im Bereich Social Spots, dem Werbefilm für ein gesellschaftliches Anliegen.

Im Hauptwettbewerb der Profis und im Studentenwettbewerb traten die eingereichten Spots in den Kategorien «tv & kino» und «web & mobile» gegeneinander an. Awards gab es einerseits von einer Fachjury. Andererseits wurden auch Publikumspreise verliehen.

Zu den Gewinnern des Hauptwettbewerbs
Zu den Gewinnern des Studentenwettbewerb 

Erstmals vergeben wurde dieses Jahr der Preis für die beste Internationale Adaption.
Zum Gewinnerspot

(Der Germanwings-Spot gefiel sowohl der Fachjury als auch dem Publikum.)

Spotlight-Festival legt erneut zu

 

Zu guter Letzt: Apps für Hochzeitfreaks

Königliche Hochzeiten waren schon immer ein Medienspektakel. Wer sich aber heutzutage für das nächste grosse Fest, die Trauung von Prinz William und Kate Middleton einstimmen will, muss sich nicht mehr nur mit Klatschheftchen und TV-Magazinen begnügen. Das Angebot an Apps ist gigantisch.

Da gibt es zum Beispiel eine App, die den Countdown bis zum königlichen Jawort herunter zählt. Eine andere bietet eine Live-Übertragung am Tag der Hochzeit an. Eine weitere sagt das Wetter für die Londoner Westminister Abbey voraus, wo William und Kate am 29. April getraut werden. Mit einer App namens «Alarm Royale» können sich Menschen mit Hochzeitsmärschen oder Titeln wie «God save the Queen» und «Rule Britannia» wecken lassen. Dann gibt es eine, bei der können die Nutzer dem königlichen Paar in ein virtuelles Gästebuch Ehetipps und Hochzeitsratschläge schreiben. Nur schade hat die Schweiz keinen Monarchen mehr. Das wäre ein Riesengaudi – findet übrigens auch 20 Minuten. Auf der Website kann man ab sofort abstimmen, wer «Königin der Schweiz» werden soll, «damit wir auch in unserem Land einmal eine königliche Hochzeit feiern können». Komischerweise sind bei der Auswahl auch Paola und Kurt Felix dabei. Da wurde offenbar geschlampt!

 
 

Mexiko: Medien verbünden sich gegen Drogenkartelle

Angesichts zunehmender Gewalt haben mehr als 50 mexikanische Medien Abmachungen getroffen, mit denen die Berichterstattung über Drogenkartelle geregelt werden soll. Die Regeln sollen verhindern, dass die Medien unfreiwillig für die Interessen der Drogenkriminellen instrumentalisiert werden.

Der Initiative «Acuerdo para la Cobertura Informativa contra la Violencia» (Übereinkunft zur Berichterstattung gegen die Gewalt) traten neben den grossen Fernsehgesellschaften und Zeitungen auch zahlreiche andere Institutionen wie Universitäten bei. In dem am Donnerstag in Mexiko-Stadt veröffentlichten Dokument verpflichten sich die Unterzeichnenden, klar Stellung gegen die Gewalt zu beziehen und zu verhindern, dass Kriminelle zu Opfern oder gar zu Helden stilisiert werden. Vor allem im Norden Mexikos werden die Medien nicht nur unmittelbar von den Kartellen bedroht und durch Gewalt gefügig gemacht. Oft sind auch die Redaktionen von kriminellen Organisationen unterwandert. Im vergangenen Jahr wurden im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 15'000 Menschen getötet. (SDA)
 

 

Impressum: Daniel Suter zum Präsidenten gewählt

Die Journalistenorganisation Impressum hat an ihrer Delegiertenversammlung vom 25. März 2011 den Zürcher Daniel Suter einstimmig zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der Anpassung des Westschweizer Presse-GAV wurde zugestimmt. In einer Resolution fordern die Delegierten ausserdem die Wiederaufnahme von GAV-Verhandlungen in der Deutschschweiz und im Tessin.

Der neu gewählte Impressum Präsident Daniel Suter ist Journalist und Schriftsteller. Als Präsident der Personalkommission des Tages-Anzeigers habe er sich mit viel Einsatz für die Journalistinnen und Journalisten eingesetzt, besonders anlässlich der Massenentlassung von 2010, wie Impressum mitteilt. Auch die Gewerkschaft Syndicom zeigt sich über die Wahl Suters erfreut. Suter ist Doppelmitglied bei Impressum und Syndicom. Seine Wahl eröffne die Chance für eine noch bessere und freundschaftliche Zusammenarbeit der beiden JournalistInnenverbände, schreibt die Gewerkschaft in einem Communiqué.

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(Bild: Impressum)

Weiter nahmen die Impressum-Delegierten die Revision der CCT (GAV der Westschweizer Presse) an. Insbesondere seien die Urheberrechtsregelungen den Bedürfnissen multimedialer Verlage angepasst worden, wie es weiter heisst. Das Verhandlungsergebnis muss nun noch von der Generalversammlung des Arbeitgeberverbandes Presse Suisse im April genehmigt werden. In einer Resolution fordern die Delegierten ausserdem die Deutschweizer und Tessiner Verleger auf, mit Impressum wieder Verhandlungen über einen Presse-GAV aufzunehmen.

 

ZHdK: Designsymposium über Zeitschriften am Tablet

Mit einem Designsymposium startete die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) vergangenen Montag in den Semesterschwerpunkt «The Future of Magazines on the Tablet». Das Symposium beschäftigte sich einen Tag lang mit iPad & Co und deren Relevanz für die Mediengattung Zeitschrift.

Das Symposium am 21. März 2011 versammelte Referenten aus Grossbritannien, Spanien, Luxemburg, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einig war man sich darin, dass nur höchste Qualität im multimedialen Storytelling den gewünschten Erfolg beim Leser/Nutzer/Seher bringen wird und dass die Grundform der Tablet-Usability, die Tablet-«Metapher» noch nicht gefunden ist, sondern alle Publisher noch experimentieren, fassen die Veranstalter zusammen. Im Rahmen des Symposiums stellte Gruner & Jahr Verlagsgeschäftsführer Axel Wüstmann in einem Vortrag die Entwicklung der ePaper-Strategie des Magazins Stern vor. Dieser Tage startet der Verlag zudem ein Projekt zusammen mit der ZHdK. Mehr als 100 Designstudierende, betreut von acht Dozierenden, werden vier Wochen lang im engen Dialog mit dem Hamburger Verlagsriesen Ideen und Konzepte rund um die Mediengattung «Frauenzeitschrift» entwickeln.

Die Vorträge des Symposiums sind online abrufbar. 

«Filmoffice» soll Zürich als Filmstandort stärken

Zürich soll als Dreh- und Produktionsort attraktiver werden. Stadt und Kanton Zürich, Zürich Tourismus und der Verein Zürich für den Film gründen daher gemeinsam das «Zürich Filmoffice». Start des vorläufig auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekts ist der 1. Juni.

Das Filmoffice soll erste Anlaufstelle für nationale und internationale Filmproduktionen sein, wie die Projektpartner am Freitag mitteilten. Es stellt Kontakte zur lokalen Filmbranche und zu Behörden her, informiert über örtliche Rahmenbedingungen und bietet logistische Unterstützung. Ausserdem unterstützt das Filmoffice Filmschaffende bei Drehbewilligungsverfahren und fördert den Produktionsstandort Zürich durch internationales Marketing. Die lokale Filmindustrie soll dadurch zusätzliche Impulse erhalten. Die Aufgaben des Filmoffice werden auf zwei Personen verteilt. Knapp ein Drittel der Schweizer Audiovisions-Branche seien im Kanton Zürich angesiedelt, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie beschäftigt rund 5‘200 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Umsatz von 1,2 Milliarden Franken. (SDA)

 

SFLB: Neue Kampagne für Brot für alle / Fastenopfer

Afrika ist reich an Bodenschätzen, dennoch hungert die Bevölkerung. Darauf macht die neue Kampagne von Spillmann/Felser/Leo Burnett für Brot für alle / Fastenopfer aufmerksam.

Unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen werden Rohstoffe von internationalen Unternehmen abgetragen, ins Ausland exportiert und dort verarbeitet. Die Endprodukte landen auch in der Schweiz. Unter anderem in Form von Handys, Uhren, Laptops oder Digitalkameras. Um auf die sozialen Missstände aufmerksam zu machen und Spenden zu generieren, haben die Kreativen von SFLB Plakate, Anzeigen und Banner für Brot für alle / Fastenopfer entwickelt. Weitere Informationen sind auf der Website Rechtaufnahrung.ch zu finden.

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Verantwortlich bei Brot für alle / Fastenopfer: Matthias Dörnenburg (Leiter Marketing und Kommunikation Fastenopfer), Pierre Reift (Leiter Marketing und Kommunikation, Brot für alle), Jean-Claude Huot (Leiter Fastenopfer Westschweiz). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Sabine Bechtel (Art Buying), Christian Stüdi (Text), Matthias Fürst (AD), Patrick Suter, Pablo Schencke (CD), Petra Gayko, Patricia Fabbri (Beratung); Felix Streuli (Fotografie).
 

Schweizer Medien: Der SRG sollen online Grenzen gesetzt werden

Compresso: Axe-Promotion mit Engeln und Augmented Reality

Unilever und Compresso haben mit einer interaktiven Promotion vor dem Schaufenster von Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse den neuen Duft «Axe excite» bekannt gemacht.

Die eingesetzte Technik nennt sich Vi3DLive und ist eine neue Form der Präsentation von Produkten und Spielen mit Augmented Reality. Die Kombination von Kamera und Grossbildschirm zeigt eine Livebild-Umgebung. Sobald die Kamera ein hinterlegtes Bild erkennt, wird auf dem Bildschirm live ein 3D-Modell davon gezeigt.

Axe hat sich diese Technik für eine Promotion mit interaktivem Erlebnis zu Nutzen gemacht und am 11. und 12. März eine Aktion in der Zürcher Innenstadt realisiert. Vor dem Manor Schaufenster galt es, bei einem interaktiven, dreidimensionalen Wolken-Spiel teilzunehmen. Für eine sympathische Stimmung sorgte ein Team mit weiblichen Engeln, die man aus dem TV-Spot kennt. Zu gewinnen gab es ausserdem 125 Preise.


 
Die Promotion ist ein Teil einer gross angelegten TV-, Kino-, Out of Home- und Online-Kampagne von Axe, die zurzeit in der Schweiz läuft. Die Zürcher Agentur Compresso hat die Idee zu dieser Aktion zusammen mit Unilever entwickelt und war für die Umsetzung auf dem Feld zuständig. Die Augmented Reality-Technik stammt von der Agentur Vanija aus Zürich.


Zu guter Letzt: Mit Axe landen die Engel in Zürich

 

Lobsterstudios AG: Seit zehn Monaten in neuem Besitz

Bei der Lobsterstudios AG wechselte vor zehn Monaten die Eigentümerschaft. Die Schlieremer Produktionsfirma ist seither im Besitz von fünf Aktionären, die alle im Unternehmen tätig sind.

Seit zehn Monaten betreiben André Eichholzer, Gregor Rott, Steve Noi, Karin Leonhardt und Christian Rüeger als hundertprozentige Aktionäre das Geschäft der Lobsterstudios AG. Operativ führen die Geschäfte André Eichholzer, Gregor Rott und Steve Noi. Insgesamt besteht das Team aus 20 Mitarbeitern, Spezialisten und Kreativen rund um Bewegtbild-Produktionen.

lobsterstudios

Im Herbst richtete sich Lobsterstudios zudem neu aus. Es wurden vier Units geschaffen: «Lobster Studios» mit einer 1‘500 Quadratmeter grossen Studiolandschaft und Motion-Control-Studio, die Inhouse-Postproduktion «Level Two», die TV-Unit «Content Park» sowie «VCC Hollenweger» – unter diesem neuen Namen werden die Authoring-Dienste für DVD und Blu-ray-Produktionen angeboten.

Mehr Infos: Lobsterstudios.ch.
 

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