Mediaschneider: Studio Roth&Maerchy gestaltet neuen Auftritt

Mediaschneider beschenkt sich zum zehnjährigen Jubiläum mit einem neuen Corporate Design. Studio Roth&Maerchy wurde für die Kreation und Umsetzung beauftragt.

Der Fokus liegt auf der Hausfarbe Blau, einer neuen Schriftenfamilie und massgeschneiderter Piktografie. Erstes sichtbares Resultat ist die neue Website Mediaschneider.com.

Verantwortlich bei Mediaschneider: Urs Schneider (Inhaber), Claudia Mühlebach (Geschäftsleitung), Stephan Küng (Geschäftsleitung), Christine Brodbeck (externe Projektleitung). Verantwortlich bei Studio Roth&Maerchy: Martin Roth (Konzept, Creative Direction, Text, Video), Monica Märchy (Konzept, Illustration, Piktografie), Nicolas Schaltegger (Konzept, Grafikdesign, Screendesign), Gilbert Nigg (Programmierung), Pablo Kirschke (Animation Graphics), Domenico Ferrari (Audio), Yves Räber (Voice).
 

Optimismus und Oliven

Seit beinahe 30 Jahren ist Silvio Weilenmann der Kopf der Ittiger PR- und Event-Agentur F+W Communications. Mit diversen Mandaten hat sich die Agentur einen Namen gemacht, insbesondere mit ihrem Engagement in der Hotel- und Tourismusbranche, mit der Pressearbeit für das Internationale Alpensymposium und als Tourismusvertretung des Emirats Dubai. In zwei Jahren gibt Weilenmann die Agenturleitung ab. Und konzentriert sich auf französische Oliven.

«Agentürlileiter» sei er, sagt Silvio Weilenmann (59) von sich selbst. Trotz der kommunikativen Erfolge, die er über fast 30 Jahre im PR- und Event- Business hat einfahren können, ist der gebürtige Zürcher bescheiden geblieben. Das Wichtigste ist ihm, gute Leute um sich zu haben: «Andere Menschen faszinieren mich, und ich habe grosse Freude am zwischenmenschlichen Kontakt», sagt Weilenmann. «Es gibt etliche Persönlichkeiten, die mich geprägt und mir neue Dimensionen aufgezeigt haben, denn in einer PR-Agentur hat man mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, von denen man jeden Tag neue Impulse bekommt. Dafür bin ich dankbar. Die Liebe zu Menschen ist fast schon das Wichtigste, was ich für mein Geschäft brauche. Denn auf ihrer Basis funktioniert Dialog.»

Weilenmann ist stolz darauf, dass er für seine Agentur nie ein Businessmodell aufgestellt, ein Budget errechnet oder eine Strategie fixiert hat. «Ich hatte nie das, von dem alle sagen, man brauche es unbedingt», sagt er. «Und wir hatten nie die Schwierigkeiten, die viele andere kleine Agenturen haben. 28 Jahre lang hatte F+W nie finanzielle Probleme – darauf bin ich besonders stolz. Dabei habe ich meinen Job einfach jeden Tag mit Motivation und grösst möglicher Flexibilität gemacht.» Natürlich sei F+W mit sieben Mitarbeitern «es kliises Budeli», räumt der PR-Fachmann ein: «Man kennt seine Ausgaben und weiss, mit welchen Kunden man welche Umsätze erzielen kann. Und man spürt sofort, wenn es mal nicht so gut läuft, und kann flexibel darauf reagieren. » Aber vielleicht ist Weilenmann auch schlicht ein guter Kaufmann. Auf jeden Fall ist er ein unbeirrbarer Optimist, für den das Glas immer halb voll und nie halb leer ist. «Auch in schwierigen Phasen bin ich morgens aufgewacht und hatte das Gefühl, dass es vorwärts geht», betont er. «Und dann ging es auch immer. Irgendwie.»

Durchstarten mit Tourismus

Weilenmann wird vor 59 Jahren in Zürich geboren und verbringt seine Kindheit und Jugend in der kleinen Grossstadt an der Limmat. Nach der kaufmännischen Ausbildung in einer Zürcher Handelsfirma und anschliessenden Reisen, Jobs und Sprachaufenthalten studiert er ab 1976 Tourismus in der Westschweiz, später geht er nach Bern. Denn während des Studiums lernt Weilenmann seine zukünftige Frau kennen – und Bern ist für die beiden der Kompromiss zwischen Montreux und Zürich. Nach dem Studium arbeitet

Weilenmann fünf Jahre lang als Medienchef beim Berner Tour-Operator Airtour Suisse, 1983 macht er sich mit der PR- und Event-Agentur F+W Communications selbstständig.

Rasch bekommt Weilenmann Mandate aus der Tourismusbranche. Denn der 32-Jährige besetzt mit seiner kommunikativen Erfahrung aus der Reisebranche eine Marktlücke: Anfang der 1980er-Jahre gibt es in der Schweiz noch niemanden, der sich auf PR im Tourismus versteht. «Das war der Grund, warum ich zusammen mit meinem damaligen Partner Fritz Friedli F+W gegründet habe», erzählt Weilenmann. Friedli und Weilenmann trennen sich schnell wieder, trotzdem führt Weilenmann die Agentur unter ihrem Gründungsnamen weiter. Warum auch nicht: Von Anfang an steht die Marke «F+W» in der Tourismusbranche für Ideen und Qualität.

Im Verlauf der Jahre kommen Aufträge aus anderen Branchen hinzu. «Der Tourismus ist zwar die schönste Branche, aber nicht die lukrativste», sagt Weilenmann augenzwinkernd. «Um das wirtschaftliche Risiko für die Agentur abzufedern, habe ich auch Mandate aus anderen Branchen akquiriert. Ausserdem kamen immer mal wieder neue Mitarbeiter zu uns, die neue Impulse und Kontakte mitbrachten.» Heute betreut F+W eine breite Palette von Mandaten aus der Konsumgüterbranche, der Freizeit- und Tourismusbranche sowie von Verbänden und Behörden, unter anderen für das Internationale Alpensymposium Interlaken, für Odlo International, die Romantik Hotels & Restaurants Schweiz, WankdorfCity, die französische Haute-Cuisine-Marke Bonne Maman, die Schweizerische Metall-Union, für den Leaders Club Switzerland, das Casino Kursaal Interlaken und das Emirat Dubai. Weilenmann und sein Team haben Expertise in PR und Eventmanagement, von Beratung über Konzeption, Texterstellung und Projektmanagement bis zur Event-Planung und -Organisation.

Für all das beschäftigt Weilenmann sechs Mitarbeiter – und bei Bedarf Experten aus seinem über 30 Jahre gestrickten Netzwerk. «Ich habe immer versucht, unsere Organisationsstruktur schlank zu halten. Darum habe ich ein kleines Basisteam und hole zu jedem Projekt den passenden Spezialisten dazu», sagt er. «Als PR-Mann bin ich horizontal ausgerichtet, das heisst, dass ich von vielen Dingen ein bisschen, aber von wenigen sehr viel verstehe. Ich habe das kommunikative Wissen und den Überblick, für Fachthemen arbeite ich mit Externen zusammen.»

Faszination Dubai

Ein besonders spannendes Mandat von F+W ist Dubai: «Wir sind die Tourismus- und Wirtschaftsvertretung von Dubai in der Schweiz und Österreich», erklärt der Agenturchef. «Meine Kollegin Michelle Pétermann bearbeitet die beiden europäischen Wirtschaftsmärkte und fördert den Tourismus in der pulsierenden Destination. Das Emirat suchte vor sechs Jahren eine Schweizer Agentur, die Dubai im Ausland vertritt. Mit unserem Konzept konnten wir uns gegen die ganz grossen Schweizer Agenturen durchsetzen. Die Chemie stimmte einfach.»

Ausserdem zeichnet F+W verantwortlich für die Geschäftsführung und PR der Romantik Hotels & Restaurants Schweiz sowie des Leaders Club Switzerland. Bei den Romantik Hotels ist Weilenmann in vorderster Linie: Er kümmert sich um die Marketingund Kommunikationsaktivitäten der 25 Schweizer Betriebe und ist die zentrale Anlaufstelle für die Medien. Beim Leaders Club, einem Netzwerk von Gastround Hotelprofis, führt Weilenmanns Mitarbeiterin Yvonna Schindler die Geschäfte. Als Geschäftsstelle des Clubs ist F+W Impulsgeber und Organisator verschiedener Anlässe. Weilenmann beschäftigt sich ausserdem intensiv mit der Nachwuchswerbung der Schweizerischen Metall-Union SMU: «Wir wollen Jugendliche für Metallbau interessieren und suchen für die SMU motivierte und geeignete Metallbau- Lehrlinge», erklärt er. «Bligg ist das Aushängeschild der nationalen Nachwuchskampagne, hinter der F+W als Lead-Agentur steht.»

Perspektiven in Öl

Im August wird Weilenmann 60 Jahre alt. «Ein wichtiger Moment», sagt er und meint damit, dass es bald Zeit für etwas anderes wird. 2013 steht ein weiterer runder Geburtstag an: F+W wird 30 Jahre alt. Das ist für Weilenmann der richtige Moment, um aufzuhören. «Ich werde nach Südfrankreich gehen und Olivenöl produzieren, das ist mein zweites Leben», sagt Weilenmann, und ein befreites Lachen verrät seine riesige Vorfreude auf diesen Schritt. Über 20 Jahre hat der «Agentürlileiter» gemeinsam mit seiner Frau ein Landgut in der Provence aufgebaut. Dort beherbergt er nicht nur Gäste, sondern will in Zukunft auch exklusives Olivenöl produzieren. «Gemeinsam mit einigen Partnern werde ich eine Öl-Marke entwickeln und die Produkte später in die Schweiz importieren. Das ist meine Vision.»

Keine Vision ist Weilenmanns Agenturausstieg in zwei Jahren. Der PR-Profi hat bereits seine diversen Präsidien, Aufsichts- und Verwaltungsratsmitgliedschaften niedergelegt, seinen Weggang kommuniziert und ist auf der Suche nach einem Nachfolger. «Ich will auf keinen Fall hier noch ein bisschen und da noch ein bisschen drinstecken, noch ein wenig bleiben und immer erreichbar sein, wenn es Probleme gibt», sagt er. «Manchmal muss man im Leben sagen: ‹Jetzt habe ich das gesehen und will nun ganz etwas anderes.› Darum: 2013 bin ich weg.» Das passt zu dem Zitat, das Weilenmann auf der F+W-Website platziert hat, um sich zu charakterisieren: «Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne die alten Küsten aus den Augen zu verlieren.»

Dennoch verlässt Weilenmann F+W nicht mit fliegenden Fahnen. Vorher nimmt er sich noch Zeit, seinen Nachfolger zu suchen. Er stelle sich eine unternehmerisch denkende Persönlichkeit mit Mut zum Risiko und vielen Ideen vor, einen flexiblen, motivierten und lebensbejahenden Menschen, der ein Team zusammenhalten, fördern und leiten kann. Also eigentlich genau so einen wie er selbst.

Anne-Friederike Heinrich

kdw
 

Zu guter Letzt: Heine hat Männer im Schlussverkauf

Heine hat neben Bademode, Kleidern und Schuhen jetzt auch Männer im Ausverkauf. So gesehen im aktuellen Newsletter von Heine.

«Liebe Frau …», beginnt der Online-Brief freundlich. «Gehören Sie auch zu den Schnäppchenjägerinnen und Preisfüchsen? Dann aufgepasst: Ab sofort geben wir Ihnen in unserem Online Shop bis zu 75% Rabatt auf ausgewählte Modetrends und Wohnideen! Warten Sie also nicht zu lange und gehen Sie gleich auf die Pirsch!» Also sind wir auf die Pirsch gegangen, um herauszufinden, was man genau erhält, wenn man einen «Herrn» bestellt, in einem Angebot, das mit dem Titeln «Kleider, Bademode, Schuhe, Shirts, Blusen, Herren, Wohnen und Acessoires» unterteilt ist. Ob die «Herren» dann wohl auch so klein sind wie auf dem Bild? Oder gar zum Aufblasen? Die Testbestellung war dann leider eine herbe Enttäuschung: Klickt man auf das Angebot «Herren», kann ausgewählt werden zwischen Schuhen, Hemden und weiterer Bekleidung. Warum diese Bekleidungsgegestände dann nicht untern den jeweiligen Titeln  «Kleider, Bademode, Schuhe, Shirts, etc.» aufgeführt sind, bleibt ein Rätsel. Dafür wissen wir jetzt: Heine hat 75 Prozent Rabatt.
 

«Eher lust- als marketinggetrieben»

Nicht nur die Überflieger, sondern auch kleinere Auftritte setzen Social Media zu ihrem Vorteil ein.

Zum (vorläufigen) Abschluss der Serie mit Mini Case Studies über den Einsatz von Social Media geht es nicht um die grossen Namen und um die Überflieger, sondern um Beispiele, die in der WEmad.org-Rangliste weniger prominent platziert sind. Denn diese können in ihrem jeweiligen Umfeld betrachtet genau so erfolgreich sein – auch wenn sie keine riesigen Fan-Zahlen vorweisen.

Angelink: Wir nutzen Facebook nicht mit grossem wirtschaftlichen Kalkül, sondern spontan», sagt Markus Gabriel, Inhaber und Creative Director der auf Online- und Social-Media-Marketing spezialisierten Crossover-Agentur Angelink AG. Es gehe darum, mit der Facebook-Seite «die menschliche Seite der Firma spürbar machen» und auch, um die Reichweiten von Web-Posts zu steigern. Man habe Freude an der «Spielwiese Facebook» und betreibe die Seite «eher lust- als marketinggetrieben». In einer kleinen Firma sei das dann vor allem Chefsache, doch es gelte: «Jeder darf, keiner muss.» So werde nichts geplant, und Facebook diene «als Gefäss für spontane Einfälle, die dann eine Heimat kriegen und sonst versanden würden». Und auch das hat einen positiven Effekt, kommt Gabriel doch zum Schluss: «Einige, die uns vorher nicht kannten, halten uns jetzt für empfehlenswürdig.»

Comparis: «Wir mussten lernen, dass unsere Kernkompetenzen Krankenkassen und Versicherungen keine Themen sind, die in Social Media ohne weiteres funktionieren», bringt Dominique Candik die bisherigen Erfahrungen auf den Punkt. Er kümmert sich als Online Marketing Manager beim Vergleichsdienst Comparis auch um alle Inhalte, Auftritte bzw. Funktionen im Bereich Social Media. Am Anfang sei auch noch nicht klar verstanden worden, dass das alleinige Verbreiten von News über diese neuen Kanäle «im Grunde nicht dem Wesen von Social Media entspreche». So versuche man heute, einen guten Mix zwischen Information und Unterhaltung zu bieten. Man wolle «den Dialog mit unseren Usern gezielt fördern, um Mehrwert zu schaffen ». Auf Facebook gibt es vier Fanpages zu unterschiedlichen Themen, doch sei hier «das Potenzial sicherlich noch nicht ausgeschöpft». Doch auf Twitter (786 Followers) und auf YouTube (250 000 Views) könne man «gute Zahlen vorweisen». Allerdings sei man nicht nur an quantitativen Zielen (Anzahl Fans) interessiert, sondern wolle «vor allem auch qualitativ gut kommunizieren». Deshalb setzt Comparis zur Erklärung der eher trockenen Inhalte auf witzige und unterhaltende Clips, um die User so vermehrt auch über emotionale Inhalte anzusprechen.

Hostpoint: Der (nach eigenen Angaben) führende Schweizer Webhosting Provider hat für die Betreuung des Social-Media-Auftritts Thomas Brühwiler verpflichtet, der seit Jahren als «BloggingTom» in der Online-Szene bekannt ist und über ein entsprechendes Know-how und Kontakte verfügt. Für ihn ist «reine Informationsverteilung über die sozialen Kanäle als Werbeschleuder ein absolutes ‹nogo› ». Dafür sei der Dialog mit bestehende Kunden und neuen Interessenten «sehr vielfältig» und betreffe Auskünfte zu den Dienstleistungen bis zu Supportanfragen. Dabei hat man sich bisher vor allem darauf konzentriert, Twitter als Kommunikationskanal zu etablieren. Nach den Sommerferien soll es verstärkte Aktivitäten auf Facebook geben, denn da habe man sich «bewusst etwas Zeit gelassen ». Er betont, Hostpoint nehme aktiv an der Community teil und habe von Anfang an als Presenting Partner die zweimonatlich in Zürich stattfindende Social-Media-Party pokeRT unterstützt. Denn, so Brühwiler, «wir glauben, dass sich ‹social› nicht nur auf online beschränkt.»

Aeropers/SwissALPA: Als im letzten Herbst die Verhandlungen der Piloten mit der Swiss um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag stagnierten, lancierte der Piloten-Personalverband einen Social-Media- Auftritt, wie Vorstandsmitglied und Pressesprecher Thomas Steffen berichtet. «Wir sind sehr zufrieden », denn «sehr schnell» habe es «eine beachtliche Zahl» von Fans auf der Facebook-Seite gegeben, und auch der Blog werde von den Medien gelesen und zitiert. So habe man erreichen können, dass über die wahren Fakten berichtet werde und nicht einfach die Darstellungen des Arbeitgebers übernommen wurden. Hingegen habe man beim Aufbau und Betrieb der Social-Media-Aktivitäten von der Swiss gelernt, sich aber von einem erfahrenen Profi beraten lassen. Den Aufwand für Social Media kann Steffen nicht beziffern, «weil vieles in der Freizeit stattfindet».

Pensionskassenverband ASIP: «Social Media ist für uns ein wichtiger Kanal, um mit Teilen der interessierten Öffentlichkeit einen direkten Austausch pflegen zu können, aber auch, um unsere Informationen, die ja eigentlich die ganze Bevölkerung betreffen, direkt und ungefiltert, ohne grosse Kosten, an die Öffentlichkeit zu bringen», sagt Peter Metzinger von Business Campaigning Switzerland, der den Aufritt im Auftragsverhältnis betreut und dafür 15 Stellenprozente aufwendet. Auslöser für das Social-Media-Engagement war die eidgenössische Abstimmung über die Anpassung des Umwandlungssatzes vom März 2010. Damals seien, so Metzinger, «massiv falsche Informationen über die zweite Säule verbreitet» worden. Also wurde im Mai 2010 ein Pilotprojekt gestartet, mit dem Ziel, den Traffic auf der Website www.mit-uns-fuer-uns.ch zu erhöhen und die Bevölkerung zu ermuntern, sich mit Fragen direkt an den ASIP zu wenden. Es sei «nicht so einfach», alle zwei bis drei Tage interessanten Content aus der Pensionskassenwelt zu produzieren, weshalb Metzinger auf das tägliche Medienund Webmonitoring zurückgreift und die interessantesten Artikel herausgreift, sie kommentiert oder sie zum Anlass für eigene Beiträge nimmt. «Die grösste Herausforderung ist es, genügend Aufmerksamkeit zu bekommen und Dialoge anzuregen. Das Thema Pensionskassen ist für viele zu weit weg und zu wenig emotional.» Doch es läuft gut: «Wir haben es geschafft, genau soviel Traffic zu generieren, wie wir direkt vor der Abstimmung hatten, als das Interesse am Thema in der Bevölkerung sehr hoch war. Auf Twitter sind wir gut auf der Zielgeraden, dass uns wichtige politische Meinungsmacher folgen.»

Business Campaigning Switzerland: Metzinger ist ein Pionier beim Einsatz von Online-Kommunikationstools. Er bloggt und ist selber auf Social- Media-Kanälen aktiv, wozu er die Eigenentwicklung seReive verwendet, um gleichzeitig auf mehreren Kanälen zu posten. Die gegenwärtige Entwicklung kommentiert er kritisch: «Ich sehe in den letzten eineinhalb Jahren einen ungesunden Hype, der mich befürchten lässt, dass ihm eine grosse Enttäuschung folgen wird.» Denn: «Zu viele Unternehmen und Organisationen haben erstens keine richtige Social-Media-Strategie und sind sich zweitens nicht bewusst, wie gewaltig der Kulturwandel im Unternehmen sein muss, um Social Media richtig einsetzen zu können, so, dass es sich auch wirklich lohnt.» Zwar gebe es viele Anbieter mit Stärken im operativen Bereich, aber es gebe zu wenig strategisches Know-how.

Christoph J. Walther

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Nielsen: Weltweite Werbeausgaben um neun Prozent gestiegen

Im ersten Quartal 2011 sind die Werbeausgaben weltweit um 8.8 Prozent auf 118 Milliarden US-Dollar gewachsen. Das ergeben die Berechnungen von Nielsen anhand der offiziellen Preislisten.

Am meisten profitierte der Bereich TV von der Entwicklung. Dies ergab scih gemäss dem «Global Adview Pulse»-Bericht. Die Investitionen der Unternehmen stiegen im Kanal TV um 11.9 Prozent. Unter den klassischen Medien erhöhte sich der Marktanteil um 65.3 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1.8 Prozentpunkten ist. Die Internetwerbung erfasst die Studie nicht.

In den Vereinigten Staaten kletterten die Ausgaben zwischen Januar und März 2011 um fast sechs Prozent auf rund 27 Milliarden US-Dollar. Obwohl TV, Radio und Zeitschriften zulegten, mussten die Zeitungsverlage ein Minus von zehn Prozent verkraften. In Westeuropa gingen die Umsätze um vergleichsweise geringe 1.6 Prozent zurück. Während die Werbeausgaben der Unternehmen in Griechenland sich um satte 20.7 Prozent reduzierten, legten die Märkte in der Türkei ( plus 12.9 Prozent), in Frankreich (plus 11.6 Prozent) und in Norwegen (plus 10.2 Prozent) stark zu. Im globalen Wachstum sind die Treiber der Raum Asien-Pazifik (plus 12.4 Prozent), Lateinamerika (plus 11 Prozent) und die Region Mittlerer Osten/Afrika (plus 10.4 Prozent).

Eine Konstanz dieser Werte ist aber nicht sicher. So bracht der agyptische Werbemarkt während der Demokratiebewegung im Frühjahr nahezu völlig zusammen, mit einem Rückgang der Spendings um 51.3 Prozent, so Horizont.net am Donnerstag. Viele Experten würden ohnehin eine Eintrübung des Werbeklimas erwarten.
 

BAK lanciert Smartphone-Applikation für Pfahlbauten

Das Bundesamt für Kultur (BAK) und der Verein Palafittes haben heute Donnerstag eine iPhone-App für Pfahlbauten lanciert. Diese bietet Zusatzinformationen über die Stätten, die seit letzter Woche Welterbe sind, und erleichtert die Ortung der ärchaologischen Fundstellen.

An vielen Fundstellen sei kaum Archäologisches zu sehen. Dies schreibt das BAK in einer Mitteilung. Deshalb informiere die Handy-Applikation in drei Minuten pro Fundstelle darüber, was unter dem Boden oder dem Wasserspiegel liege. Dabei wird gleichzeitig auch ein Bild des Pfahlbauer-Alltags gezeichnet. Der «Palafittes-Guide» erfasst 53 der 56 Schweizer Pfahlbau-Fundstellen, welche die Unesco am 27. Juni als elfte Schweizer Stätte auf die renommierte Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hat.
 

Zur Sache: Rückblick

Vor der Sommerpause noch eine kurze unvollständige Rückschau auf das vergangene erste Halbjahr.

Januar: Neues Jahr, neues Layout. Im neuen Kleid erscheinen auch Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer, Anzeiger von Uster sowie die Zürichsee- Zeitung.

Februar: Vom Saulus zum Paulus.Roger Schawinski kehrt zum Schweizer Fernsehen zurück. Er erhält ab 22. August eine wöchentliche Talkshow auf SF1, die jeweils am Montagabend ausgestrahlt wird.

März: Aufschwung. Google investiert in der Schweiz und mietet ein weiteres Gebäude, um Platz für 300 zusätzliche Mitarbeiter zu schaffen. Jubiläum: Am 24. März 1836 erschien die erste Ausgabe des Landboten. Am 24. März 2011 erschien er mit einer Jubiläumsbeilage, welche die Entstehungsgeschichte und die 175 Jahre Revue passieren lässt.

April: Ausstieg. Die Affichage hat sich entschieden, die geschäftlichen Aktivitäten in Griechenland mit sofortiger Wirkung zu beenden und deren Betrieb an einen griechischen Mitbewerber zu übergeben.

Mai: Kampf. Ab September soll der französische Sender TF1 sein Programm mit einem eigenen Werbefenster für die Westschweiz ausstrahlen. Mit dem Markteintritt des grössten französischen Privatsenders stehe der Romandie ein «Erdbeben» bevor, sagt Gilles Marchand, Direktor des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS.

Jubiläum: Die Handelszeitung feiert am 11. Mai 2011 ihr 150-Jahre-Jubiläum. Redaktionell begleitet sie das 150-Jahre-Jubiläum mit einer umfangreichen Sonderbeilage.

Konkurrenz. Ab Ende August wird Der Sonntag mit einer Ausgabe beider Basel erscheinen. Gerüchte. Seit dem Kauf der Basler Zeitung Baz Ende November 2010 durch Moritz Suter wird gerätselt, woher der Crossair-Gründer das Geld hernahm. Die SonntagsZeitung hat Indizien gefunden, wonach der ehemalige UBS-Chef Marcel Ospel der geheime Geldgeber ist. Weder Ospel noch Verleger Moritz Suter dementieren.

Juni: Mut. Giacomo Salvioni, Verleger der Tageszeitung La Regione Ticino, lanciert gemeinsam mit dem Medienverbund 20 Minuten eine kostenlose Pendlerzeitung für das Tessin. Die neue Pendlerzeitung mit dem Namen 20 minuti soll am 14. September 2011 erscheinen und hauptsächlich über Zeitungsboxen vertrieben werden. Die Auflage wird zu Beginn bei 36'000 Exemplaren liegen. Herausgegeben wird 20 minuti von der Gesellschaft 20 minuti SA, die jeweils zur Hälfte von Giacomo Salvioni und der 20 Minuten AG gehalten wird.

Pierre C. Meier, Chefredaktor [email protected]

Mit dieser Nummer verabschiedet sich die Werbewoche in die Sommerpause. Die nächste Ausgabe erscheint am 12. August. Bis zum 22. Juli erhalten Sie noch täglich Informationen auf Werbewoche.ch. Dann macht auch unsere Online-Ausgabe eine kurze Pause. Ab dem 7. August sind wir auch online wieder für Sie da. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Ferienzeit. Geniessen Sie einige unbeschwerte Tage!
 

Rainmaker/Continue: Agiles Konzept für Messeauftritt

Im Auftrag des weltweiten Logistikunternehmens Agility entwickelte The Rainmaker Corporation in Zusammenarbeit mit Continue und Ueli Bleuler: Musik & Text ein neues globales Messekonzept. 

Unter der Kommunikationsplattform und Headline «Welcome to more agility in logistics» entstand eine Formenwelt, welche die flexiblen Leistungen von Agility dramatisieren soll. Erstmals umgesetzt wurde das Konzept an der Transport Logistics 2011 in München, die zweite Station für Design und Plattform war Breakbulk in Antwerpen. Inmitten der meist kubischen Messestände fiel der schwungvolle Auftritt besonders auf, so die Agentur. Das Konzept soll  vom einfachen Roll-Up bis zum mehrstöckigen Messestand adaptierbar sein.

Verantwortlich bei Agility: Holger Altvater. Verantwortlich bei The Rainmaker Corporation: Daniel Seiler (Strategie). Verantwortlich bei Continue: Frank Bernhardt, Matthias Pauwels (Design/Konzept). Text/Konzept: Ueli Bleuler. Musik & Text: Ueli Bleuler. Messebau: Björn Degenhardt (Mattheis).
 

Media Trend Journal: Technik statt Content

Die neueste Ausgabe der Desk-Research-Studie Medienbudget.ch des Verbandes Schweizer Medien zeigt eine Umverteilung der Haushaltausgaben von Content zu Technik. Stark zugenommen haben vor allem die Ausgaben für den Zugang. Von Ueli Custer.

Flop der Woche: Sagt Tamedia den Verkauf der Lokalsender ab?

Ringier und die Escor-Gruppe sind letzte Woche definitiv aus dem Rennen um die Tamedia-Lokalsender ausgestiegen. Gegenüber der Zeitung Sonntag hat Tamedia nun erstmals die Möglichkeit eingeräumt, dass die Sender im Konzern verbleiben könnten.

Wenn der Preis nicht stimme, gebe es keine Notwendigkeit zu verkaufen, so Tamedia- Sprecher Christoph Zimmer. Aber noch sei er optimistisch, dass eine «positive Lösung» zustande komme. CEO Martin Kall versuche, die Preise regelrecht hochzutreiben, schreibt der Sonntag weiter. Eine Übernahme der Tamedia-Sender soll gemäss Sonntag auch für die Unternehmer Giorgio Behr und Peter Weigelt (Schweizer Sportfernsehen) zu teuer sein. Nicht auflösen kann Zimmer den Widerspruch zur seinerzeitigen Begründung des angestrebten Verkaufs der «Radio- und Fernsehaktivitäten». Tamedia wolle diese «angesichts ungünstiger Rahmenbedingungen und geringer Synergiepotenziale» sowie ungewissen Aussichten im Hinblick auf die Neuvergabe der Konzessionen veräussern. Daran wird sich nichts ändern, sollte der Zürcher Verlag die Sender behalten. Zudem müsste er für Radio 24 ein neues Studio bauen, was gegen 2 Millionen Franken kostet.

Bank Linth expandiert – und Walder, Werber kommuniziert

Die Bank Linth setzt auf die Goldküste und hat Ende Juni in Erlenbach eine neue Geschäftsstelle eröffnet. Für die Bewerbung des neuen Standortes hat sie die Agentur Walder, Werber mit einem umfassenden Kommunikationskonzept beauftragt.

Entstanden ist ein kompletter Massnahmenplan in drei Phasen. Die Kernbotschaft der neuen Kommunikation ist «Die Bank ist dann für die Kunden da, wann immer sie Zeit haben – nämlich mit Beratungsterminen auch ausserhalb der gewohnten Öffnungszeiten, sei es nun um fünf vor sieben morgens oder um zehn vor zehn abends». Dieser Dienstleistungsgedanke ist auch der Leitfaden in der gesamten Eröffnungskommunikation.

Am Anfang stand die zweistufige Teaserkampagne mit Inseraten, Plakaten und Online-Banners. Weitere Sympathiepunkte sollten der VIP- und der Eröffnungsevent am Donnerstag, 16. und Samstag, 18. Juni 2011 für die Bank holen. Die Anlässe boten Einblick in sämtliche Räumlichkeiten der neuen Geschäftsstelle und die Chance auf 2.5 kg Gold. Die Kernbotschaft stand auch im Rahmen der Events wieder im Zentrum: Mehrere Rikscha-Velotaxis holten die Menschen in Erlenbach ab und brachten sie ans gewünschte Ziel. Ausserdem wurde den wartenden Autofahrern an der Fährenstation in Meilen unter dem Motto «Das ist der Gipfel.» ein Croissant verteilt.

Die Eröffnungskommunikation war erst der Anfang – weitere Massnahmen wie Mailings, Round-Table- Gespräche und diverse Mittel für die konkrete Produktkommunikation werden folgen. Zum Beispiel das Mailing mit dem View-Master, einem Betrachtungsgerät, mit dem man Dias anschauen und «neue Perspektiven mit der Bank Linth» entdecken kann.

Verantwortlich bei der Bank Linth: Fredy Geisser, Dieter Benz, Sandra Gilly, Thomas Haas. Verantwortlich bei Walder, Werber: Sandro Walder (Gesamtleitung), Tobias Fluck (CD), Sascha Völki (AD), Michael Döös (Grafik), Martina Hirzel (DTP), Valentina Röschli/Philipp Ammeter (Text), Tanja Büsser (Beratung).
 

News Aktuell: Premiere des Award Social Media

Am Award Social Media, der in diesem Jahr Premiere feiert, wird die beste Social-Media-Kampagne des Jahres gesucht. Darüber abstimmen können Fachleute aus Kommunikation und Medien bis Ende Juli auf Facebook. Die SDA-Tochter News Aktuell ist Sponsor des Awards.

Die eingereichten Kampagnen müssen crossmedial aufgebaut sein und mindestens drei unterschiedliche Medien beinhalten – zwei davon im Bereich Social Media. Die Sieger-Kampagne wird an der Preisverleihung im September in Zürich ausgezeichnet. Bis am 31. Juli kann jeder Interessierte über die eingereichten Kampagnen unter Facebook.com/awardcc abstimmen. Jeder kann auch selber eine Kampagne anmelden. Wer dabei die Gewinner-Kampagne einreicht, erhält einen iPad freuen und nimmt mit einer Begleitperson als VIP-Gast an der Preisverleihung teil.

Der Award Social Media ist ein Kategorienpreis des Award Corporate Communications, der dieses Jahr zum siebten Mal verliehen wird. Der Award Corporate Communications zeichnet integrierte Kommunikationskonzepte von Unternehmen, Agenturen, Verwaltungen oder Non-Profit-Organisationen aus.
 

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