VBS: Sonja Margelist wird Sprecherin

Sonja Margelist wird per 1. Dezember 2011 Sprecherin des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

Die 41-jährige Walliserin wird deutschsprachiges Pendant zur Westschweizerin Silvia Steidle, wie das VBS am Freitag mitteilte. Nach einer Matura Typus E (Wirtschaftswissenschaften) und einer Ausbildung zur PR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis erlangte Sonja Margelist vergangenes Jahr den Master of Advanced Studies in Project Management (MAS PM) der Universität Klagenfurt (A). Sonja Margelist arbeitet seit 20 Jahren in der Kommunikation des VBS. In den vergangenen drei Jahren war sie stellvertretende Leiterin Kommunikation bei Armasuisse. (SDA)

 

Hochspannung: Kampagne für Big geht in die nächste Runde

Die Werbekampagne «Voting», welche die Zürcher Agentur Hochspannung für den Fashion-Store Big entwickelt hat, geht mit einem neuen Sujet in die zweite Runde.

Zur Bewerbung der neu eingetroffenen Herbst- und Winterkollektion dramatisiert ein neues Sujet die Realität der pausenlosen Style-Bewertung im Zürcher Alltag. Denn egal ob im Club, auf der Strasse oder beim Security Check am Flughafen: Höchstnoten für Look und Outfit sind in Zürich in jeder Situation praktisch Pflicht.

Das neue Sujet ist ab sofort in und um Zürich auf Plakatwänden, in Inseraten und am POS zu sehen.

Verantwortlich bei Hochspannung Werbeagentur Zürich: Tom Fäh, Marco Huber, Matthew Katumba, Julian Murer, Elisa Stahel, Alex Taiganidis, Angela van der Sman. Fotograf: Pierre-Luigi Macor. Verantwortlich bei Big: Sylvie Gablinger, Silvia Klein.

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Pitch-Gewinn: Adcom Event gewinnt Mandat für Post Finance-Mitarbeiterfest

In einem Pitch hat die Agentur Adcom Event das Mandat für die Konzeption, Planung und Umsetzung des Mitarbeiterfestes von Post Finance gewonnen.

Adcom konnte das Gremium der Post Finance gemäss Mitteilung mit einem Konzept begeistern, welches im Rahmen des geplanten Personalfestes vom nächsten Juni 2012 umgesetzt wird. In den Räumlichkeiten der Bea Bern Expo werden die über 2‘500 Gäste einen erlebnisreichen Tag erleben.
 

Angelink kommunziert für Fisherman’s Friend Strongman Run

Fisherman’s Friend hat sich nach einer Agenturevaluation für die Zürcher Agentur Angelink entschieden. Das Mandat umfasst die kommunikative Betreuung vor, während und nach dem Fisherman’s Friend Strongman Run.

Der Fisherman’s Friend Strongman Run sei nichts für Warmduscher, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Ein 16 Kilometer langer Parcours garniert mit spektakulären Hindernissen, eiskalten Pfützen und unerbittlichen Steigungen erfreue in wenigen Monaten zum dritten Mal Schweizer Läuferinnen und Läufer. Die spassbetonte Härteprüfung findet am 11. März 2012 in Thun statt.

Angelink wurde mit der kommunikativen Betreuung, bestehend aus Blog, PR, Social Media und Newsletter, beauftragt. Mit ersten Massnahmen hat die Agentur den Run auf 4‘000 Startplätze bereits lanciert.
 

SRF: Muss Peter Studhalter Posten wegen Kritik an «Tatort» räumen?

Der unter anderem für die Produktion der Schweizer «Tatort»-Krimis zuständige Bereichsleiter beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Peter Studhalter, muss seinen Posten räumen. Urs Fitze wird am 1. November die Leitung des Bereichs Fiktion übernehmen.

Die «Tatort»-Folge «Wunschdenken» hatte in diesem Frühjahr nach interner Kritik überarbeitet werden müssen. Der Blick stellte in seiner Freitagausgabe einen Zusammenhang zwischen dieser Kritik und dem Ausscheiden Studhalters her. Das SRF bestätigt dies nicht.

Der erste Schweizer Beitrag zur Krimireihe «Tatort» nach neun Jahren Pause hätte im April gesendet werden sollen, wurde aber kurzfristig abgesetzt. Kulturchefin Nathalie Wappler verlangte eine Überarbeitung. So konnte die Folge erst Mitte August ausgestrahlt werden.

Studhalter war 2009 vom Schweizer Fernsehen als Leiter der Redaktion Fernsehfilm nach Zürich geholt worden. Zuvor war er lange für den deutschen Privatsender RTL tätig. Im Rahmen der Neuorganisation von SRF erhielt er Anfang 2011 seine heutige Funktion. Mit Studhalter laufen nun gemäss SRF Gespräche über künftige Aufgaben bei koproduzierten Krimis. (SDA)

> Urs Fitze wird neuer Bereichsleiter Fiktion von SRF
 

Pegasus Awards: «Most Trusted Brands» ermittelt

Wer sich für Umwelt und faire Produktion einsetzt, kommt bei den Konsumenten an. Das ist eine zentrale Botschaft der Pegasus Awards 2011, welche das Medien- und Marketingunternehmen Reader’s Digest am Donnerstag in Zürich verliehen hat.

Die Gewinner wurden in der Studie «European Trusted Brands ermittelt, der gemäss eigenen Angaben grössten Konsumentenstudie Europas mit 1‘700 Befragten allein in der Schweiz. In 35 Produktkategorien – von Alkoholfreie Getränke bis Zahnpasta – setzten sich Klassiker wie Coca Cola oder Elmex, aber auch nationale Grössen wie Emmi, Ricola, Bico oder Charles Vögele an die Spitze. Beim Stichwort «Faire Produktion» denken über 50 Prozent der Schweizer an den Namen Max Havelaar – dafür gab es in Zürich einen Sonderpreis für die Non-Profit-Organisation aus Basel.

Die «Most Trusted Brands» liegen für 20 europaweit vergleichbare Produktbereiche vor sowie für 15 weitere Produktkategorien, die nur in der Schweiz untersucht wurden. Das sind die vertrauenswürdigsten Marken in der Schweiz:

• Alkoholfreie Getränke: Coca-Cola
• Automobile: VW
• Banken/Finanzdienstleister: Raiffeisen
• Bekleidung: Charles Vögele
• Benzin/Tankstellen: Coop
• Bonbons: Ricola
• Dekorative Kosmetik: NIVEA
• Erkältungs-Produkte: Neo Citran
• Fernseh-/Kabelnetzanbieter: Cablecom
• Fotogeräte: Canon
• Frühstückscerealien: Kellogg’s
• Haarpflege-Produkte: Nivea
• Haushalts-/Küchengeräte: Miele
• Haushaltsreiniger: Meister Proper
• Haustiernahrung: Whiskas
• Hautpflege-Produkte: Nivea
• Internet-Anbieter: Swisscom
• Kaffee: Nespresso
• Krankenkassen: CSS
• Kreditkarten: Visa
• Lebensversicherungen: SwissLife
• Matratzen: Bico
• Milchprodukte: Emmi
• Mobilfunknetz-Anbieter: Swisscom
• Mobiltelefone: Nokia
• Naturheilmittel/Homöopathie: Similasan
• Optiker / Brillenmarken: Fielmann
• Personal Computer: HP
• Reiseveranstalter: Kuoni
• Sachversicherungen: Die Mobiliar
• Schmerzmittel: Dafalgan
• Schokolade: Lindt & Sprüngli
• Vitamin-Produkte: Burgerstein
• Waschmittel: Ariel
• Zahnpasta/Mundpflege: Elmex

Max Havelaar, gefolgt von Migros, Coop, Fair Trade, Bio Knospe, Switcher, Nestlé, Claro Laden und WWF, sind gemäss der Studie am glaubwürdigsten, wenn es um faire Produktionsbedingungen geht.

> Laden Sie hier die gesamte Studie als PDF-Datei herunter.

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Gruppenbild der Gewinner.

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Gastredner Frank Bodin.

Über die Studie

Mit der Studie «Reader’s Digest European Trusted Brands 2011» hat das Magazin Reader’s Digest zum elften Mal die vertrauenswürdigsten Berufe und Marken in 16 Ländern Europas ermittelt. Mehr als 33’000 Leser beteiligten sich von September bis Oktober vergangenen Jahres an der Umfrage, davon rund 1’700 allein in der Schweiz. Die gewichtete Datenbasis der repräsentativen Studie umfasst 33’005 Befragte in Europa, davon 1’675 in der Schweiz. Damit ist die jährlich durchgeführte Studie «Reader’s Digest European Trusted Brands 2011» die aktuell grösste europaweite Konsumentenuntersuchung. Rund 300’000 Menschen haben seit 2001 an der Studie teilgenommen.
 

Boll Verlag mit neuem Eigentümer

Der Boll Verlag mit seinen Magazinen Wohnrevue und Modulør wurde im August von Geschäftsführer Thomas Walliser übernommen.

Mit dem hundertprozentigen Erwerb der Aktien tritt er die Nachfolge des im Januar verstorbenen Gründers Patrik Boll an, wie es in einer Mitteilung heisst. Dank der gleichbleibenden Konstellation könne der Verlag weiterhin für Qualität garantieren und man freue sich, die Arbeit mit ungebrochenem Engagement und Herzblut fortzuführen.
 

Ballanz: Ballzeitung des Medienballs erscheint in Aufmachung der Bilanz

Die diesjährige Ausgabe der Ballzeitung des Schweizer Medienballs erscheint in der Aufmachung der Bilanz welche dieses Jahr als Medienpartnerin fungiert. Gastland ist die Ferieninsel Mauritius und Gastkanton ist das Wallis.

Der Schweizer Medienball 2011 steht vor der Tür. Der Charity-Event unterstützt die internationale Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen. Er findet am 29. Oktober 2011 im Dolder Grand statt und soll gemäss Mitteilung auch in diesem Jahr wieder eine illustre Gästeschar und viel tanzfreudiges Publikum anlocken. Die kürzlich lancierte Ballzeitung Ballanz informiert über die Highlights am Schweizer Medienball 2011.

Der Schweizer Medienball heisse alle willkommen, die Freude an traditionellen Bällen und am Tanzen haben, heisst es weiter. Der Ball biete die Möglichkeit, «in ungezwungem Rahmen die Medienbranche kennenzulernen und auf prominente Persönlichkeiten zu treffen». Denn der Medienball sei längst nicht mehr nur ein Branchentreff. Er habe sich zu einem Highlight der Zürcher Ballsaison entwickelt.

Die Ballzeitung kann hier heruntergeladen.

Ballkarten sowie die Printausgabe der Ballzeitung können per sofort bestellt werden [email protected].
 

HWZ: Neue Botschafter managementorientierter Unternehmenskommunikation

Am 8. September 2011 wurden im Belvoirpark Zürich 15 neue Master of Advanced Studies ZFH in Business Communications und die erste Absolventin des Master of Advanced Studies ZFH in Live Communication diplomiert.

Die Absolvierenden sind auf Kunden- oder Agenturseite in Funktionen als Berater, Projektleiter, Mediensprecher, Kommunikations-, Marketing- oder Informationsverantwortliche tätig und bilden einen breiten Branchenmix aus Industrie, Finanz, Dienstleistern, öffentlicher Verwaltung, Tourismus und Bildungswesen. Ausgezeichnet für die besten Diplomarbeiten des Jahrgangs wurden Andrea Mikuleczky und Benjamin Jordi mit der Note 5.7.

Zum ersten Mal hat auch eine Studierende den Master-Studiengang MAS in Live Communication, der 2010 an der HWZ lanciert wurde, abgeschlossen: Beatrice Trachsel, Inhaberin und Geschäftsführerin einer Eventagentur, erzielte die Note von 5.1. Sie hat für Ihr Master-Diplom die beiden Zertifikatslehrgänge CAS Manager Live Communication und CAS Leiter Live Communication sowie den CAS in Corporate Communications und CAS in Unternehmensführung absolviert sowie eine Master-Arbeit verfasst.

Den Goldbach Group Award 2011 für den besten Studienabschluss gewann Edith Aepli mit der Note 5.5.

Die 14 Absolvierende 2011 des Master of Advanced Studies ZFH in Business Communications:
Edith Aepli, Dunja Anken, Andrea Braschler, Claudia Cavadini, Christa Fillinger, Michèle Gutmann, Stephanie Hofer, Benjamin Jordi, Brigitte Kaps, Barbara Kunert, Andrea Mikuleczky, Caroline Schneider, Fabienne Stoll, Michael Wirz.
 

Clear Channel: «B part of it»

Clear Channel und der Flughafen Zürich luden am 6. September ihre Kunden zu einer exklusiven Vorbesichtigung der Neubauten des Sicherheitskontrollgebäudes (SKG) und Dock B am Flughafen Zürich ein.

Die neuen Werbeflächen mit über 12 Millionen Kontakten pro Jahr werden im Dezember in Betrieb genommen. Die Bilder zum Event:
 

Walker: Für Pfister hündische Kampagne realisiert

Walker hat für das Möbelhaus Pfister eine Kampagne realisiert. Die Stars sind dabei Hunde aus dem Tierheim, die auf ein neues Zuhause warten.

Vor drei Wochen wies der Schweizerische Tierschutz auf die Ausnahmezustände in den restlos überfüllten Schweizer Tierheimen hin. Der dringende Appell des STS sollte zum Anfang einer ungewöhnlichen Werbekampagne werden. Das Produkt: Top-Care, eine innovativer neuer Service von Pfister, welcher Sofas vor Schmutz und Flecken schützt.

Die Stars der neuen Pfister-TV-Spots sind echte Hunde aus Schweizer Tierheimen, welche sich zur Adoption empfehlen. Und damit auch wirklich kein Argument im Familienrat dagegen sprechen könnte, bewerben die charmanten Vierbeiner gleichzeitig den neuen Textilpflegeservice Top Care von Pfister. Der Garant für eine harmonische Zukunft — nicht nur für Hund sondern auch weissem Sofa.

Die neue Kampagne, unterstützt von Wildplakaten und Banner, läuft seit dem 7. September im Fernsehen. Auf der von Pfister eigens eingerichteten Webpage buhlen seither über 80 Vierbeiner um die Gunst eines neuen Herrchens. 17 von ihnen haben bereits ein neues Zuhause gefunden.

Die Kampagne wird vom Schweizer Tierschutz STS unterstützt. Da auch viele ältere und verhaltensgestörte Heimtiere meist vergeblich auf ein neues Zuhause warten, unterstützt Pfister auch den Fonds des STS für alte und schwervermittelbare Heimtiere. Der Fond richtet fallbezogen Beiträge an Sektionen des Schweizer Tierschutz STS aus, welche Heimtiere, die infolge ihres Alters oder aus anderen Gründen nicht oder schlecht vermittelbar sind, in Obhut haben und ihnen ein artgerechtes, tierfreundliches Leben ermöglichen, solange sie gesund und lebensfroh sind.

Verantwortlich bei Pfister: Carlos Friedrich, Gianne Holmgren. Verantwortlich bei Walker: Pius Walker (CD), Michele Salati (AD), Roger Beckett (Text), Cornelia Nünlist/Lisa Binkert (Beratung). Research und Fotos: David Haisch. Produktionsfirma: Upstart. Regisseur: Pete Bradley. Umsetzung Website: Guave Studios. Schweizer Tierschutz STS: Dani Winter, Pressestelle STS.

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Beliebtheit ist unnötig, Respekt genügt

Es ist nicht die Aufgabe einer Führungspersönlichkeit, beliebt zu sein. Es genügt, wenn sie respektiert wird. Und den Respekt, den sich Martin Kall in seinen zehn Jahren im Schweizer Verlagswesen erworben hat, haben anlässlich seiner Rücktrittsankündigung auch jene bekundet, die ihn nicht mögen. Gastkommentar von Karl Lüönd, freier Publizist und Buchautor.

Martin Kall kam 1996 über einen Headhunter in die Schweiz zu Ringier. Seine Lehrjahre als Verlagsmanager hatte er im Bertelsmann- Konzern durchlaufen, das sind sozusagen die «Aargauer» unter den deutschen Verlegern: bodennah, kostenbewusst, sehr rentabel und heimlifeiss in vielen Nischen gedeihend. Kall übernahm bei Ringier das Ostgeschäft, das zwar mit enormer Power aufgebaut worden war, aber chaotisch dastand. Er brachte Ordnung und Struktur hinein und fingerte den entscheidenden Vorwärtsschritt. In Ungarn konnte er von Gruner & Jahr die Mehrheit der führenden Tageszeitung übernehmen, weil sich der Bertelsmann-Konzern für RTL entschieden hatte und nach ungarischer Gesetzgebung nicht beides haben durfte: Zeitungen und TV-Stationen. Kall hat dann das Ostgeschäft von Ringier mit eisernem Besen aufgeräumt und rentabel gemacht. Er konzentrierte das Geschäft auf Boulevard-, Sportzeitungen und Frauenmagazine und richtete das System so ein, dass erfolgreiche Publikations-Typen multipliziert werden konnten. Kompromisslos verteidigte er die Kostenführerschaft seiner Objekte – Voraussetzung für eine schnelle Verbreitung und Treiber für die nötigen Investitionen im Vertrieb.

Nachdem ihn die Tamedia abgeworben hatte, lebte er nach innen seine preussischen Werte vor: Ordnung und Kostendisziplin. Nach aussen buchstabierte er der Konkurrenz den Begriff «Wettbewerb» in einem neuen Massstab vor. Mit finanzieller Stärke im Rücken baute er die Position der Tamedia aus, indem er die Gewichte immer deutlicher auf die beiden Gebiete verlagerte, die der angestammten Tageszeitung die meisten Probleme bereiteten: Online und Gratiszeitungen. Martin Kalls grosse Qualität war das Verhandeln. Die Abgesandten der Post segneten den Tag, da er seinen Rücktritt aus dem Präsidium des Verlegerverbandes erklärte und das Verhandlungsmandat für die Posttarife in andere Hände überging. Kall hatte einen fixfertigen «Plan B» in der Tasche – eine alternative Zustellorganisation der Verleger, zu der es dann aber nicht gekommen ist.

Sein Meisterstück war die Übernahme von 20 Minuten. Er baute mit dem Konkurrenzprojekt Express nicht nur eine Drohkulisse auf – er machte dieses Blatt auch wirklich startbereit. Als Redaktion und Verlag gerade die Lancierungs-Party feierten, knickten die erschreckten Finanzinvestoren, denen 20 Minuten damals gehörte, aus Angst vor einem jahrelangen Zermürbungskrieg ein und verkauften ihm das Blatt. Dass 20 Minuten zeitweise zu den rentabelsten Zeitungstiteln der Welt gehörte, war auch dem rigorosen Kostenmanagement von Martin Kall geschuldet. Und als das Projekt .ch am gleichen Kuchen zu knabbern begann, haute Hausvater Kall wieder mit dem grossen Löffel drein und dichtete mit News den Markt ab – genau so lange, bis .ch der Schnauf ausging.

Entgegen den Erwartungen der Branche verstand er sich gut mit dem tüchtigen Anwalt und Banker Pietro Supino, der neuer Verwaltungsratspräsident der Tamedia wurde. Die beiden realisierten den strategischen «Plan B»: Nachdem Tamedia lange vor ihrer Zeit – in den entscheidenden Jahren 1989/90, als Ringier in der Tschechei Cash gründete – den Einstieg ins internationale Geschäft verschlafen hatte, wollte man wenigstens Spitzenreiter auf dem überbesetzten Schweizer Markt werden. Espace Medien (Bern) und Edipresse (Lausanne) wurden übernommen. Die Regionalisierung des Tages-Anzeiger scheiterte an den missachteten «weichen Faktoren» – und endete dank List und Power am Ende doch mit der Übernahme der Zürcher Landzeitungen, womit ein wichtiges verlegerisches Ziel erreicht war: die Kontrolle über die Anzeigentarife im grössten Wirtschaftsgebiet der Schweiz.

Martin Kall erwies sich als überaus tüchtiger, loyaler Söldner mit grossem Verhandlungstalent und ausgeprägtem Killerinstinkt. Man hört, sein Nachfolger, ein Controller, sei aus ähnlichem Holz geschnitzt.
 

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