Cannes Lions prämiert Arbeiten im Kampf gegen Armut

«Cannes Chimera», eine Initiative des Cannes Lions Festivals, zeichnete acht Ideen für Kreativ-Projekte aus, die sich der Verbesserung der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern widmen. Die Projekte werden in den kommenden Monaten umgesetzt.

Das Cannes Lions Festival, das vom 15. bis 21. Juni 2014 in Cannes stattfindet, zeichnet nun im Rahmen der «Cannes Chimera Initiative» acht Projektideen aus, die sich mit dem Kampf gegen Armut auseinandersetzen. Die fertigen Arbeiten sollen am Cannes Lions Festival gezeigt werden.

Die Gewinner-Konzepte haben zum Ziel, die Öffentlichkeit auf bestehende Problematiken aufmerksam zu machen und sie für mögliche wohltätige Engagements zu motivieren. Insgesamt sind 900 Arbeiten aus 79 Ländern eingegangen. Die acht Gewinner-Projekte werden mit bis zu 100000 US Dollars belohnt.

Die Gewinnerprojekte sind:
• «The Share Exchange» von Young & Rubicam, Singapur
• «Good Cents» von Joe Public, Südafrika
• «Der GAP Index» von venturethree, Grossbritanien
• «The Act Button» von Naked Communications, Australien
• «$.125 cube experience» von JWT, Israel
• «Gamers VS Poverty» von DFCB Digital, Philippinen
• «One Two Five» von PHD International, Grossbritanien
• «We See Women» von Vital Voices Global Partnership, USA

Beschreibungen der Gewinnerprojekte finden Sie hier.

«Das Marketing ist zu sehr aufs Individuum fokussiert»

Die Konsumbranche ist verzweifelt, sagt Simonetta Carbonaro. Viele Marken wissen nicht mehr, wer sie sind – und was die Kunden wollen. Die Werbewoche hat mit der Konsumpsychologin über verloren gegangene Marken, überforderte Konsumenten und über Marketingfehler gesprochen.

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WW: Simonetta Carbonaro, Sie beraten seit über 20 Jahren Unternehmen in der Markenführung und Kommunikation. Was beschäftigt Sie derzeit am meisten?
Simonetta Carbonaro: Etwas, das ich als Markenarchäologie bezeichnen würde. Viele der grossen historischen Marken haben in den letzten zwei Jahrzehnten ihre Identität verloren. Ich grabe mit ihnen zusammen wieder den Kern ihrer Marke aus – deswegen der Begriff Archäologie. Ich berate sie strategisch auf Niveau Markenführung und revitalisiere die Kernzelle der Marke. Das heisst in erster Linie, Markenprinzipien aufzustellen und sie für alle Kernbereiche des Unternehmens – vom Innovationsmanagement bis hin zum Vertrieb – in operative Business-Rules zu giessen. Nur so kann man sicherstellen, dass die Marke ihre Leadership-Funktion wieder wahrnehmen kann und für die Mitarbeiter wie für die Kunden spürbar wird. Erst an zweiter Stelle kommt dann die Kommunikation. Wenn man weiss, wer man ist und weshalb man das tut, was man tut, ist es einfacher, überzeugend und zeitgemäss aufzutreten.

Weshalb haben Marken ihre Identität verloren?
Viele liessen sich vom Lifestyle- und dem sehr in Mode gekommenen Experiential Marketing verführen. Sie verfolgten kurzfristige Trends, rannten den Wünschen der Kunden nach und nannten das alles Kundenorientierung. Dabei vergassen sie, was ihre eigentliche Rolle in der Wirtschaft und in der Gesellschaft ist: nämlich dem Kunden Orientierung zu geben. Damit hörten diese Marken auf, das zu sein, was sie waren, und wurden zu dem, was sie glaubten, gemäss der Kunden sein zu müssen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Greenwashing, womit Marketingverantwortliche versuchten, neue kritische Konsumenten anzusprechen. Doch die Menschen wollen keine Grünfärberei, sie wollen Ehrlichkeit.

Können Sie ein Beispiel einer Marke nennen, die Sie revitalisiert haben?
Coop Italia. Die genossenschaftlich organisierte Handelskette wollte vor ca. vier Jahren ihre Marke in einem sich verschärfenden Konkurrenzumfeld profilieren. Wir haben sie in der Re-Positionierung der Kommunikation und des Markenauftritts begleitet und zusammen mit ihnen eine radikale, aber sehr authentische neue Form der Kommunikation entwickelt. Dabei ging es in erster Linie darum, den Kunden die Werte der Marke Coop in einer einfachen, direkten und ehrlichen Sprache herüberzubringen (vgl. Abb.). So haben wir etwa auf Plakaten mit Eigenmarkenprodukten zum Ausdruck gebracht, wofür sich Coop einsetzt: für gute, sichere, ethische, erschwingliche und ökologische Produkte. Auf anderen Plakaten haben wir die Prinzipien der Marke transportiert: «Foie gras, no grazie.» – «Test an Tieren, nein danke.» – «Gen-Food, nein danke …»

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(Coop Italia, PoS-Kommunikation, ©REALISE/Fragile)

//www.youtube.com/watch?v=a1pSDXX83Nw

Das heisst: Unternehmen müssen für sich Werte definieren, diese konsequent verfolgen und nach aussen transportieren?
Man kann es so auf den Punkt bringen: «Sein, was man sagt, zu sein. Und sagen, was man ist.» Es geht nicht mehr um eine Kommunikation der Verführung. Nur schon die Idee, dass Kommunikation verführen soll, ist passé … Die emotionale Dimension in der Kommunikation bleibt natürlich bestehen. Wenn Kunden wissen, was das Wesentliche an einer Marke ist, wofür sie steht, sind sie für emotionale Reize oder besser gesagt «gefühlvolle Botschaften» durchaus empfänglich.

Was ist der Auslöser für die Rückbesinnung aufseiten der Unternehmen?
Die Krise. In der Schweiz mag sie bislang weniger spürbar sein, doch in vielen Nachbarländern ist sie sehr präsent. Die Umsätze sind dramatisch eingebrochen. Der Wake-up-Call kommt bekanntlich immer von den Excel-Tabellen. Daneben gibt es aber noch eine zweite Dimension. Die Menschen haben realisiert, dass wir nicht in einer vorübergehenden Krise stecken, sondern uns in einer tiefgreifenden Transformation befinden. Wir kommen nicht wie beim Monopoly wieder an den Ausgangspunkt zurück und beginnen von Neuem. Das ist auf der Etage der Markenführung angekommen. Markenverantwortliche, die etwas von Markenführung verstehen, erkennen, dass die Umwälzung nicht nur mit der Marktwirtschaft zu tun hat, sondern mit der Gesellschaft als Ganzes. Und, dass sie sich daran nicht einfach nur anpassen können, sondern sich auch als eine Art Agent dieser Transformation verstehen müssen.

Wie sieht diese Transformation aus?
In Zeiten der Krise, und das hat sich in der Geschichte immer wieder gezeigt, wird den Menschen bewusst, dass sie es als einzelne Individuen nicht schaffen können. Unter Unsicherheit tendieren Menschen instinktiv dazu, sich zusammenzuschliessen. Nicht aus altruistischen oder ideologischen Gründen, sondern rein pragmatisch auf Basis eines egoistischen Altruismus. Man versteht, dass es den Gemeinsinn braucht. Gesellschaften basierten historisch gesehen immer auf Gemeinschaften. Der Gemeinsinn ging nur in der auf Individualität ausgerichteten Moderne vorübergehend verloren.

Was ist mit der Politik?
Diese stellt keinen Referenzpunkt mehr dar. Die Menschen haben begriffen, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen.

Sie sprechen seit Jahren von der Überflussgesellschaft, der «Zuvielisation». Der materielle Überfluss überfordere die Menschen, mache sie müde. Nun finde ein Umdenken statt. Dieser Wandel beschränkt sich auf westliche Länder, richtig?
Ja, vor allem Europa. Die Schwellenländer wollen derzeit dasselbe Märchen des Wirtschaftswunders erleben wie wir in den 50er-Jahren. Das ist natürlich ihr gutes Recht. Aber: Während es in unseren westlichen Gesellschaften ein halbes Jahrhundert dauerte, bis wir zu diesem Überfluss kamen, haben die Schwellenländer unsere Konsumgewohnheiten viel schneller übernommen. Gleichzeitig ist auch die Kritik schneller entfacht. Bereits heute hinterfragen viele Menschen in Brasilien, China und Indien unser Konsummodell und die dahinterstehenden Werte.

Wie ist die «Zuvielisation» entstanden?
Die «Zuvielisation» ist ein Resultat der Hypersegmentierung. Das Marketing ist seit Jahren zu sehr auf das Individuum fokussiert. Zuerst waren es Zielgruppen mit einem bestimmten Lifestyle. Plötzlich waren wir bei der One-to-one-Kategorisierung angelangt. Die Zielgruppe war schliesslich der einzelne Mensch. Es ist zum Verzweifeln, wenn man heute vor dem Verkaufsregal steht und die unzähligen Produkte sieht, die alle behaupten, anders zu sein, und am Ende doch alle gleich sind. Die Konsumenten sind überfordert vom Produktangebot. Und für die Unternehmen ist es sehr teuer. Denn die Kosten der Hyperdifferenzierung werden durch den Umsatz nicht aufgewogen. Das zeigt, wie verzweifelt die Konsumbranche ist. Sie weiss nicht mehr, was der Kunde will, und auch nicht mehr, wer sie selber ist.

Ist das angesichts der Vielzahl an Konsumentenbefragungen nicht geradezu paradox?
Sehr! Man muss sich endlich neu orientieren. Die Konsumforschung mit der konventionellen Methodologie ist Schnee von gestern.

Was ist das Problem?
Man sollte die Konsumenten nicht mehr top-down, von oben herab, betrachten und analytisch deterministisch in Marktsegmente einteilen, wie es in der Marktforschung häufig getan wird. Der Mensch ist nicht dieses Monster, als das er in den Marketinghandbüchern beschrieben wird. Er ist kein multioptionales, volatiles, schizophrenes Wesen, dessen Bedürfnisse nicht vorhersehbar sind. Gerade in unsicheren Zeiten lassen sich die Bedürfnisse der Konsumenten sehr wohl antizipieren. Dafür ist es aber notwendig, die soziokulturellen Treiber unserer Gesellschaft über sozialwissenschaftliche Ansätze zu erfassen und ihre Auswirkungen auf das Leben der Menschen über partizipative Methoden zu verstehen. Dies ist ein induktiver Prozess und steht im Gegensatz zur deduktiv mechanistischen Praxis des klassischen Marketings, zu der auch das in Mode gekommene Neuromarketing zählt. In dem ich die Reaktion individueller Gehirne auf äussere Reize analysiere, erfahre ich sehr wenig über die tatsächlichen Sorgen und Probleme der Menschen.

Besteht das Problem nicht auch darin, dass sich das Marketing vom Rest des Unternehmens entfernt hat?
Ja, das Marketing ist in den letzten Jahren vielerorts zu einer getrennten Abteilung geworden, die Kundenbefragungen und Benchmark-Studien interpretiert und verführerisch umsetzt. Das Marketing läuft parallel zu anderen Abteilungen – und kommt zu spät in der Wertschöpfungskette. Das führt dazu, dass Produktideen entstehen, die mit der Marke nur noch wenig zu tun haben. Wie sollen neue Produkte auch entworfen werden, wenn man nicht bei der Marke anfängt? Es ist die Marke, die Produkte von der Idee her entwirft. Die Marke i s t das Unternehmen.

Wir haben nun von Marken gesprochen, die sich verloren haben. Es gibt doch bestimmt auch solche, die sich treu geblieben sind…
Klar, nehmen wir als Beispiel die Modebranche. Hier gibt es einige Marken, die an ihrer Identität festgehalten haben. Zum Teil sehr zynisch. Diesel zum Beispiel hat sich sogar erlaubt, die grosse Welle des verantwortlichen Konsums – Ökologie, fairer Handel, Klimawandel – zu verspotten. Etwa mit einer grossen Kampagne, in der anstatt Tauben bunte Papageien in Venedig rumflogen. Das Beispiel zeigt: An den Markenwerten festzuhalten, heisst noch nicht, eine nachhaltige Marke zu sein. Das ist unabhängig von jeglicher Moral.

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Gleichzeitig sind in den letzten Jahren neue Mode- Marken entstanden, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben.
Ja, besonders interessant finde ich beispielsweise Honest By von Bruno Peters, einem jungen Designer. Seine Mode basiert auf Nachhaltigkeit und Transparenz – ohne dabei zur Reformhausmode zu werden. Auf der Website (Honestby.com) lässt sich die gesamte Wertschöpfungskette transparent nachverfolgen. Nicht nur, woher das Material stammt, sondern auch die Gewinnspanne wird sichtbar. Völlige Preistransparenz. So ein Modell ist eine Bombe! Stellen wir uns vor, alle Marke wären auf diesem Niveau der Transparenz …

Patagonia hat ebenfalls eine interessante Kultur der Transparenz. Die Marke ist nicht nur wegen des Footprint-Chronicles, der Offenlegung der Lieferkette, interessant. Was mich ebenfalls beeindruckt, ist, dass die Marke kommuniziert, in welchen Bereichen sie es geschafft hat, nachhaltig zu sein – und wo sie noch nicht nachhaltig ist. Das ist sehr mutig. Die meisten grossen Marken heben nur ihre Vorzüge hervor.

Was raten Sie Marken, die ihren Kern verloren – und noch nicht wiedergefunden haben?
Ich stelle meinen Kunden jeweils folgende Frage: «Was würde der Welt fehlen, wenn sie nicht existierten? » Wenn einem dazu nichts Kluges einfällt, ade! Wir sind heute überflutet mit Produkten und Dienstleistungen. Es gibt immer weniger Platz für Marken, die keinen Sinn machen. Die Konsumenten definieren sich heute nicht mehr über das, was sie kaufen. Es heisst nicht mehr «I shop, therefore I am», sondern: «I am, therefore I shop.» Wenn wir heute bereit sind, unser Geld auszugeben, dann wollen wir nicht nur konsumieren. Wir wollen in etwas Sinnvolles investieren. In etwas, das uns als Mensch hilft.

Interview: Isabel Imper

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Simonetta Carbonaro (Fotos: Dominik Fricker)

In Kürze
Simonetta Carbonaro zählt zu einer der Vordenkerinnen und Vormacherinnen in der heutigen Welt des Handels und der Konsumgüterindustrie. Sie ist Konsumpsychologin und Expertin für Innovations- und Brandmanagement. Als Professorin für Humanistic Marketing und Design- Management in Schweden und Visiting Professor des London College of Fashion forscht sie auf den Gebieten des Konsumentenverhaltens und der sozialen und kulturellen Veränderungen in unseren globalen Gesellschaften. Sie ist Mitglied des Advisory Board der Internationalen Handelstagung (IHT) des Gottlieb-Duttweiler- Instituts (GDI) in Rüschlikon/ Zürich und berät seit über 30 Jahren internationale Unternehmen in Sachen Markenführung, Kommunikation und Produktentwicklung. 

Neue Geschäftsmodelle

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Sharing Economy. Weshalb kaufen, wenn man es auch ausleihen kann? App «WHY own it».

Crowdsourcing Website Quirky.com.

Changemaker: Ethik küsst Ästhetik: Changemaker.ch.

Kleider mit einer Geschichte: Iouproject.com.

Merci: Merci-merci.com.

 


«Managementwechsel und Absatzdenken verhindern eine nachhaltige Markenpflege»

Auf Einladung von Ogilvy & Mather referierte Simonetta Carbonaro Ende Januar in Zürich und brachte Kunden und potenziellen Neukunden der Agentur die «Zuvielisation» und den Transformationsprozess näher (einen Beitrag dazu finden Sie hier). Dabei hat sich gezeigt: Die von der Konsumpsychologin angesprochenen Entwicklungen beschäftigen auch die Zürcher Kommunikationsagentur.

Vier Themen hat Gaby Zimmerli, Managing Director von Ogilvy & Mather, für die Werbewoche näher erläutert.

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Marken auf Identitätssuche

Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass Unternehmen bzw. Kunden zwar an ihrer Markenidentität «arbeiten», dass aber häufige Managementwechsel und kurzfristiges Absatzdenken eine nachhaltige Markenpflege verhindern. Viele Unternehmen initiieren lieber kurzlebige Initiativen und Aktivitäten, als sich auf die wirkliche Identität der Marke zu besinnen und zu erarbeiten, wie sich diese Markenidentität in der heutigen Zeit äussern und präsentieren soll. Sich mit der Marke zu beschäftigen, heisst, sich zutiefst mit der Marke auseinanderzusetzen und auch die Beziehungen, die die Zielgruppen mit dem entsprechenden Produkt oder der entsprechenden Dienstleistung haben, genauestens zu beobachten, zu studieren, zu verstehen und zu interpretieren. Und das ist harte Knochenarbeit.

«Zuvielisation»

Die «Zuvielisation» stellt uns jeden Tag vor grosse Herausforderungen.

  • Ich denke dabei an die immer wieder neuen Kanäle, neuen Technologien, neuen Informationen, über die es zu kommunizieren und zu berichten gilt und mit denen wir uns alle beschäftigen müssen.
  • Ich denke aber auch an Kunden und Unternehmen, die immer wieder möglichst viel und umfangreich über ihre Produkte und Dienstleistungen kommunizieren möchten statt sich auf das Essenzielle zu beschränken.
  • Und ich denke an die unzähligen Sortimentserweiterungen, Produktvariationen und sonstigen «Optimierungen» eines Produktes oder einer Dienstleistung, die klar zur «Zuvielisation» beitragen und deren Sinn und Zweck man hinterfragen könnte.

(Zu) viele Kanäle, um mit den Kunden zu interagieren – (zu) wenig Budget

«Essentiality» ist hier die Antwort. Wir versuchen hartnäckig, den Kunden dazu zu bringen, dass er sich auf das Wichtigste und Wesentlichste fokussiert und klare Prioritäten setzt. Eine Verzettelung muss unbedingt vermieden werden. Eine klare Botschaft, eine klare Kommunikations- und Media-Strategie sowie eine starke Idee sind Key. Meist ist weniger mehr oder, um Simonetta Carbonaro zu zitieren, «perfekt genug» ist gut genug.

Neues Gemeinschaftsgefühl?

Wir nehmen diesen Wandel ganz klar wahr. Social Media sind nichts anderes als ein klarer Ausdruck vom «Me» zum «We». Je anonymer, multikultureller und multioptionaler die Gesellschaft einerseits ist, desto grösser ist auch der Wunsch und die Sehnsucht nach Sicherheit, Orientierung und Gemeinschaft. Soziale Netzwerke, Vereine, spirituelle oder religiöse Gemeinschaften usw. sind mögliche Antworten. Crowdsourcing ist ein weiteres gutes Beispiel. Ebenso kreieren wir für Kunden Plattformen, die wiederum Austauschforen sind und das Wir-Gefühl fördern.
 

Verführen mit Strategie und Magie

Rebekka Rauscher hat für SelectNY den Genfer Standort mit aufgebaut. Spezialisiert ist die global tätige Agentur auf Brand Building und Kommunikation im Premiumund Luxusbereich.

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(Foto: Isabel Imper)

Edle Mode und Accessoires, Parfums und Kosmetika – Rebekka Rauscher, Managing Director von SelectNY, bewegt sich in der Welt der Premium- und Beauty-Marke. Der Agenturstandort in Genf, Sitz vieler internationaler Unternehmen, Luxushotels, Bijoutiers und Uhrenläden, ist dafür wie geschaffen.

Das SelectNY-Büro an der Rue Rousseau 5 ist zentral gelegen, in einem dezent renovierten Altbauhaus. Mehr Prunk verspricht dagegen das Four Seasons gleich um die Ecke. In der Hotellobby lässt es sich komfortabel verweilen. Die Schuhe versinken in einem königsblauen Teppich, eine goldene Pendule macht viertelstündlich auf sich aufmerksam. Rauschers weisse Turnschuhe sorgen auf erfrischende Weise für Kontrast.

Die glanzvolle Umgebung passt gut zu ihrer Arbeit bei SelectNY. Schliesslich präsentieren sich Premiummarken gerne in einem schillernden Umfeld. «Storytelling ist im Premium- und Luxusbereich besonders wichtig», sagt die Geschäftsführerin. Ein Produkt sollte nie plump verkauft werden, sondern muss den Konsumenten verführen. Häufig werden Legenden als Ausgangspunkt für die Story verwendet. «Halb wahr, halb Mythos geben sie eine Erklärung, wie alles begann, aber man weiss nie alles», so Rauscher. «Passioniert und fasziniert wird der Konsument als Mitwisser Teil der Marke, kann sich mit ihr identifizieren und wird von sich aus kommen.»

«SelectNY hat ein Auge für Schönheit und verfügt über einen einzigartigen Ansatz fürs Storytelling », sagt eine Geschäftsleiterin eines Kunden.

Kommunikation im Luxusbereich bedeutet mehr als eine glanzvolle Fassade, ist Rauscher überzeugt. Es brauche eine Logik, eine klare Strategie dahinter. «Magic with Logic» wird diese Kombination bei SelectNY genannt. «Darunter verstanden wird die Verbindung von Leidenschaft und Prinzipien, Style und Substanz. Nur so schafft man starke Marken, die emotional, kulturell und kommerziell überzeugen.» Das hauseigene Tool «Brand Epic» ist der Schlüssel zur Umwandlung des Markenkerns in eine inspirierende Text- und Bildgeschichte. Eine Art «Markenbibel », die eine komplexe Markengeschichte in eine Markenstory kondensiert, damit die Konsumenten sie verstehen und sich daran erinnern. An einem solchen Tool können sich später nicht nur die Marketingverantwortlichen in den verschiedenen Regionen orientieren, sondern es vermittelt auch Klarheit für weitere Dienstleister, wie z.B. Packaging oder PR-Agenturen. Das Tool hilft, eine langfristige strategische und kreative Vision zu verfolgen und soll «Aktionitis» verhindern.

Ein solches Regelwerk wurde beispielsweise für den Schmuck- und Kristallhersteller Swarovski entwickelt. «Die Marke wurde verzettelt und uneinheitlich wahrgenommen», so Rauscher. SelectNY hat in der «Brand Epic» die Herstellung der Edelsteine unter dem Claim «The poetry of precision» romantisiert und vereinheitlicht. «Heute werden die Kristalle als wertvoll erachtet, obwohl sie künstlich kreiert werden.» Und die Marke wurde stark genug, um ihr Angebot mit neuen Lizenzen (z.B. Düfte und Uhren) zu erweitern.

SelectNY funktioniert nach dem Prinzip internationale Reichweite, lokale Expertise. «La petite agence mondiale.» Für internationale Kunden werden globale Kampagnen kreiert und vor Ort – in Zusammenarbeit mit dem lokalen Kunden – an ein Land angepasst. So vertritt SelectNY etwa einen international tätigen Konsumgüterkonzern mit diversen Parfum- und Kosmetikmarken in der Schweiz. In Genf ist die Agentur mit vier Account-Personen vertreten. Für Strategie und Kreation arbeitet Rauscher hauptsächlich mit dem SelectNY-Team aus der französischen Modemetropole zusammen. «Diese Struktur erlaubt es, mit den besten Beauty- und Fashion-Talenten zu arbeiten», erklärt Rauscher. Je nach Bedarf und Expertise kann sie aber auch mit SelectNY-Büros in anderen Städten zusammenarbeiten. «SelectNY vereint den Service einer Grossagentur, gleichzeitig ist sie flexibel wie eine Kleinagentur », heisst es auf Kundenseite.

Zwischen Chefdesigner und Lizenznehmer

Doch wie kreativ kann man sein, wenn man auf Marken arbeitet, die selbst Kreative beschäftigen? «Das ist in der Tat ein Challenge», meint Rauscher. «Wir müssen sehr flexibel sein.» Auf der einen Seite steht ein Chefdesigner, der eine genaue Vorstellung hat. Auf der anderen der Lizenznehmer, der das Marketing macht – und eine eigene Vorstellung hat.

SelectNY vertritt in erster Linie die Interessen des Lizenznehmers. Am Schluss müssen jedoch beide Seiten glücklich sein. «Unsere Arbeit erfordert eine Kultur der Offenheit und der Kollaboration. Wir müssen erwachsen genug sein, über eine Idee zu diskutieren – unabhängig davon, wessen Idee es war. Es geht nur darum, was für die Marke das Beste ist.»

Rauschers Engagement, ihre Leidenschaft und ihr Enthusiasmus für ihre Arbeit, für Marken, aber auch für die Wünsche der Kunden sei einzigartig, sagen Verantwortliche auf Kundenseite. Sie liebe es, Ideen zu teilen. «Jedes Gespräch mit ihr eröffnet neue Lösungen und Möglichkeiten für den Brand.» Die Geschäftsführerin sei äusserst flexibel und bezüglich Entwicklungen immer auf dem Laufenden. Veränderungen passe sie sich mühelos an. «Rebekka hat eine positive Einstellung, ein Auge für das Machbare. Um die beste Lösung zu finden, zögert sie auch nicht, sich in Unbekanntes zu stürzen.» Rauschers Interesse an Mode und Schmuck trägt wesentlich dazu bei, dass sie bei Select- NY in ihrem Element ist. Sie ist ein Uhren- Fan. Momentan trägt sie gerade eine Vintage Omega – damals hergestellt in der Genfer Manufaktur. Eine schöne Metapher für ihren Umzug von der grössten in die zweitgrösste Stadt der Schweiz. Ihre neueste Errungenschaft: eine Nautilus Patek Philippe. Ein Traum wäre es für sie, für grosse Schweizer Luxusuhren wie Vacheron Constantin oder Patek Philippe zu kommunizieren. Die Kombination aus globaler Bekanntheit und Historie macht für sie den Reiz aus. Auch sei etwas Patriotismus und Stolz dabei, denn schliesslich habe die Uhrenindustrie die Schweiz weltweit bekannt gemacht. Doch es sei schwierig, in diesen geschlossenen Kreis reinzukommen.

Bevor Rauscher bei Select- NY anfing, hatte sie beruflich noch wenig mit Fashion und Beauty zu tun. In den sieben Jahren bei McCann betreute sie als Account Supervisor internationale Kunden wie Microsoft oder Saab Automobile. Als die Anfrage von SelectNY kam – die Agentur war gerade dabei, in Genf ein Büro zu eröffnen, musste sie nicht lange überlegen. «Es war die Chance, in einer Domäne zu arbeiten, die mir persönlich sehr zusagt.»

Bei der schlank aufgestellten inhabergeführten Agentur bot sich die Möglichkeit, internationale Kunden auf globaler Strategie zu beraten. In den folgenden Jahren half Rauscher, die Geschäfte von SelectNY in der Schweiz aufzubauen.

Weit weg vom Werbekuchen

Momentan verfolgt Rebekka Rauscher insbesondere zwei Ziele: Einerseits möchte sie weitere Schweizer Unternehmen als Kunden gewinnen. «Ich bin davon überzeugt, dass unser Konzept der ‹Little worldwide agency› auch für andere Schweizer Unternehmen mit globaler Ausrichtung interessant ist.» Andererseits möchte sie SelectNY innerhalb der Branche und den Medien sichtbarer machen. Hier spürt die Geschäftsführerin, dass Genf weit weg ist vom «traditionellen Werbekuchen», vom ADC und BSW. «Wir sind wie ein frei schwebender Magnet.»

Genf möchte Rauscher trotzdem nicht missen. Die Internationalität kombiniert mit dem «Savoir Vivre», dass sich die Leute Zeit nehmen für ein Mit- tagessen, zum Geniessen, gefällt der Heimweh-Zürcherin. Hinzu kommt die Nähe zu den Alpen, wo es sich im Winter Ski fahren, im Sommer klettern lässt.

Hat sich ihre Beziehung zu Mode und Luxus durch ihre Arbeit verändert? «Ich denke, ich bin ein bodenständiger Mensch geblieben. Für mich bedeuten die kleinen Plaisierchen mehr als die neueste Tasche von Marc Jacobs.»

Isabel Imper

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Rebekka Rauscher über Luxusmarken und …

… Promis
«Prominente können einer Marke extrem helfen – sofern sie zur richtigen Zeit mit der richtigen Marke zusammengebracht werden. Zum Beispiel: Ein Parfum ist ein Produkt, das einen in eine Welt entführt, aber keinen rationalen Nutzen stiftet. Hier geht es darum, einen Promi zu finden, der gerade einen bestimmten Lifestyle verkörpert oder für gewisse Werte steht. Bei einer Luxusuhr wäre ich vorsichtiger, da es sich um ein wertvolles Produkt handelt, mit einer Tradition, gebaut dank der Kunstfertigkeit des Uhrmachers. Wenn man dort zu oft oder nicht im richtigen Kontext mit Hollywood-Mainstream- Prominenten wirbt, kann man zwar die Bekanntheit der Marke erhöhen, aber sie verliert über die Zeit an Tiefe und es verwässert ihre Geschichte.»

… China
«Dass viele Chinesen auf Europareisen Edeluhren kaufen, beeinflusst insbesondere die Distribution (z.B. im Duty-free, Boutique in Touristen-Orten) und das Produkt-Design: gewisse Luxusuhren designen im Sinne der Chinesen. So stellen sie z.B. Uhren im Doppelpack her. Chinesen kaufen gerne eine Uhr für die Dame und eine passende für den Herrn dazu. Das macht Sinn. In der Brand-Positionierung und Kommunikation aber muss sich die Marke unbedingt treu bleiben. Man darf die Marke nicht ‹verchinesen›, sonst ist sie für Chinesen nicht mehr attraktiv. Diese sind vom europäischen Luxus angezogen.»

… Social Media
«Social Media sind eine Waffe, die im Luxusbereich sehr vorsichtig eingesetzt werden sollte. Luxusmarken dürfen die Deutungshoheit nicht abgeben. Social Media soll dem Kunden ein Erlebnis geben, ohne die qualitativen und exklusiven Aspirationen der Marke zu schädigen. Ein gelungenes Beispiel ist Burberry ‹Art of the Trench›. Dort wurde eine Website kreiert, auf der Fans ein Foto von sich mit ihrem Trenchcoat hochladen konnten. Die Kampagne erlaubt Zuschauer zu ‹liken›, zu kommentieren oder mit Freunden zu teilen. Eine neue und überraschende Art und Weise, das bedeutendste Kultprodukt von Burberry zu zelebrieren und ihre Fans zu inspirieren.»

… Modetrends
«Viel mehr, als ob in zwei Jahren grün oder blau angesagt sein wird, interessiert uns als Branding-Spezialisten der soziale, technologische, kulturelle und ökonomische Wandel. Wir verfolgen, was die Menschen bewegt. In Krisenzeiten beispielsweise geht man gerne zum Altbewährten zurück, Traditionen verbunden mit Ritualen vermitteln Sicherheit und werden in solchen Zeiten wieder wichtig. Das inspiriert uns bei der Entwicklung unserer Ideen und Konzepte.»

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In Kürze
Die 1991 gegründete Agentur SelectNY ist auf Brand Building und Kommunikation spezialisiert und betreut insbesondere Kunden aus den Bereichen Beauty, Fashion, Luxury und Lifestyle. Die Agentur beschäftigt über 400 Mitarbeiter weltweit. Neben dem Haupt standort New York und ihrem Schweizer Standort in Genf ist sie in Los Angeles, Paris, London, Koblenz, Hamburg, Hongkong und in Shanghai vertreten. Im Portfolio sind Marken wie Cavalli, Davidoff, Balenciaga, Maurice Lacroix, Lancaster und Villeroy & Boch vertreten.

In Kürze
Nach der kaufmännischen Ausbildung arbeitete Rebekka Rauscher in der Verlagsbranche, u.a. beim Jean-Frey Verlag. Danach stieg sie als Account Assistant bei der Wirz Werbeberatung ein. 1998 wechselte sie als Account Supervisor zu McCann Erickson Genf. Seit 2005 ist Rauscher für SelectNY tätig. Als Group Account Director half sie den Standort Genf aufzubauen und zeichnet seit Juni 2012 als Managing Director verantwortlich.
 

Wie nutzen Schweizer Städte Social Media?

Der Artikel von Social Media Berater Jürg Kobel widmet sich dem Thema Soziale Medien bei der öffentlichen Verwaltung. Seine Online-Recherche von Ende Januar 2014 zeigt auf, wie die verschiedenen sozialen Netzwerke von den Schweizer Städten zur Zeit genutzt werden.

Die Behörden der grössten acht Städte der Schweiz sind auf Social Media präsent. Von den 100 bevölkerungsreichsten Städten ist rund ein Drittel offiziell in den Sozialen Medien aktiv. Facebook ist der beliebteste Kanal, vor Twitter und Youtube. Social Media ist aber auch für kleinere Städte interessant. Dies ist das Resultat einer Online-Recherche von Ende Januar 2014.

Facebook vor Twitter

Facebook ist nicht nur das meistgenutzte soziale Netzwerk bei Privatpersonen, sondern auch bei den Stadtverwaltungen. 23 Behörden der 100 grössten Schweizer Städte haben eine offizielle Facebook-Seite. Die Rangliste mit den meisten Fans führt die Stadt Zug an. Städte wie Bern, Thun, Chur oder Aarau betreiben keine offizielle Facebook-Seite, jedoch gibt es dort einzelne Dienststellen, die mit ihren Nutzern auf Facebook in Dialog zu treten versuchen.

Auf Twitter haben sich von den untersuchten Städten bisher 15 gewagt. Am aktivsten zeigt sich die Stadt St. Gallen mit über 3300 Tweets. Diese Nachrichten über Twitter werden auch von über 3100 Nutzern mitverfolgt. Den Höchstwert an Followers hat die Stadt Basel, welche allerdings den Twitter-Account mit dem Kanton Basel-Stadt teilt.

Youtube und Google Plus

Zwölf Stadtverwaltungen präsentierten sich auf dem Videokanal Youtube. Hier kommen Politikerinnen und Politiker zu Wort, werden Bauprojekte vorgestellt oder allgemein Porträt- und Imagefilme der Städte gezeigt.

Die Anzahl der Google Plus-Seiten mit zehn mag überraschen, hängt aber damit zusammen, dass die Einrichtung eines eigenen Youtube-Kanals ein Konto von Google bedingt, was automatisch zu einem Google Plus-Konto führt. Werden die Auftritte auf Google Plus näher betrachtet, zeigt sich, dass einzig die Städte St. Gallen, Luzern und Horw regelmässig Beiträge verfassen.

Flickr, Instagram, Foursquare und Xing

Bei der Online-Recherche wurden bei wenigen Behörden noch weitere soziale Netzwerke entdeckt. St. Gallen, Gossau und Pully zeigen Fotos auf Flickr, Zug quadratische Bilder auf Instagram. St. Gallen führt das standortbezogene Netzwerk Foursquare und die Stadt Kloten publiziert auf Xing ihre Stellenausschreibungen.

Aktive und passive Städte

St. Gallen betreibt sechs Social Media Kanäle rege. Neuigkeiten auf vier Netzwerken verbreiten die Städte Luzern, Zug, Köniz und Horw. Die Anzahl der sozialen Netzwerke ist aber nur bedingt massgebend für eine erfolgreiche Social Media Strategie. Denn es genügt nicht, nur Konten zu erstellen. Wichtig ist die Bewirtschaftung danach.

Das Bedürfnis mit dem Bürger zu kommunizieren ist nicht nur ein Anliegen der Grossstädte. Vorbildfunktion für einen zeitgemässen Dialog zeigen ebenso die Städte Gossau, Pully, Horw oder Amriswil.

Als Grund für das Fehlen der Stadtverwaltungen auf Social Media dürften oft die Ressourcen stehen. Die Stadt Zürich lässt verlauten, dass der Twitter-Kanal aus Ressourcengründen nur im Notfall eingesetzt wird. Anfragen über Twitter werden jedoch beantwortet. Olten betreibt gar keinen Kanal und kommuniziert dies wie folgt: «Was die Social Media betrifft, so erlauben uns die personellen Ressourcen im Bereich Kommunikation derzeit nicht, einen Facebook-Auftritt für die gesamte Stadtverwaltung professionell zu betreiben.»

Ausblick

Einige Städte sind erst seit kurzem auf Social Media aktiv. In der Zukunft wird sich die Anzahl erhöhen, denn in ein Kommunikationskonzept einer Stadtverwaltung gehört Social Media zweifelsohne. Der Aufwand zum Betreiben von Social Media muss richtig eingeschätzt werden. Mehraufwand gibt vor es vor allem anfänglich, wenn die Social Media Strategie und die Richtlinien dazu verfasst werden. Social Media dürfte aber in der Öffentlichkeitsarbeit einer Stadt immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit werden.

Die Tabelle als PDF finden Sie hier.

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Autor: Jürg Kobel

Jürg Kobel ist selbstständiger Social Media Berater und betreibt auf seiner Website einen Blog.
 

13 Fragen an… Stephan Oehen

Fällt Stephan Oehen, Managing Director Oehen PR Schweiz, auf Werbung herein? Hat er schon einmal geblufft? Und wie viel verdient er? Dies und 10 weitere Antworten erfahren Sie in unserer Frage-Serie.

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1. Was hat Sie dazu inspiriert, in die Kommunikationsbranche einzusteigen?

Mit Worten Menschen zu beeinflussen. Sei dies in der Politik, über die Medien oder bei Konsumentinnen und Konsumenten.

2. Wofür möchten Sie am liebsten kommunizieren?

Neben all dem Mainstream, den wir in der Marketingkommunikation sehen, einen echten Luxusbrand weltweit aufzubauen, wär schon toll.

3. Wo und wie haben Sie in Ihrem Leben schon einmal geblufft?

Ich bluffe nicht, sondern forme Wahrheit solange, bis sie glaubwürdig wird.

4. Gab es in Ihrem Leben einen Moment, als Sie dachten: Wow. Das ist super. Und es ist von mir!

Als der Bundesrat sich 2011 für den schwedischen Gripen entschieden hat. Die Kampagne habe ich als politischer Berater und Stratege seit 2002 wesentlich mitprägen dürfen.

5. Wer war der amüsanteste Lunch-Partner?

Immer wieder mein Kleinster. Unlängst hat er mir gestanden, dass er nicht Spiderman sei, ich aber auf jeden Fall und nachweislich Superman. Ihn davon zu überzeugen, dass dem nicht so ist, war unmöglich.

6. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Hausschuhe.

7. Das beste Testimonial, das es je gegeben hat?

Marilyn Monroe 1960, weil sie nicht mal dafür bezahlt wurde: «You know, they ask me questions. Just an example: ‚What do you wear to bed? A pajama top? The bottoms of the pajamas? A nightgown?’ So I said, ‘Chanel No.5,’ because it’s the truth.»

8. Wie hat sich Ihr Medienverhalten in den letzten drei Jahren geändert?

Heute lese ich auch Paid Media ausschliesslich elektronisch. Das hat es früher noch nicht gegeben. Darum haben die Leute der Altpapierabfuhr an mir kaum mehr Freude, aber alle, die sich früher darum gekümmert haben.

9. Was ist für Sie die momentan grösste Herausforderung für die PR?

Die richtige Balance zwischen Digital PR, klassischer PR und Content zu finden.

10. Fallen Sie auf Werbung herein?

Immer wieder! Zum Beispiel, wenn ein neues technisches Gadget auf den Markt kommt und ich nach der ersten Stunde feststellen muss, dass es weder schneller noch besser ist als das alte. Zum Glück gibt es heute hervorragende Tech- Journalisten.

11. Welche Internetseiten nutzen Sie regelmässig?

Hootsuite, Evernote, Google Analytics und Pulse. Privat liebe ich die FT-App «How to spend it».

12. Worauf können Sie unmöglich verzichten?

Auf Schokolade und genügend Schlaf.

13. Sagen Sie anderen Leuten, wie viel Sie verdienen?

Nein. Ich weiss es selbst nicht genau.

In der nächsten Ausgabe unserer Serie stellt sich Markus Gut, CCO von Advico Y&R, den 13 Fragen.

Stephan Oehen gründete 2006 Oehen PR. In den vergangenen zwei Jahren war er zudem Managing Director der PR-Agentur Grayling (ehem. Trimedia). Oehen PR mit Sitz in Zollikon und Niederlassungen in München sowie Wien ist Affiliate von Grayling.

Zur Sache: Himmel und Hölle

In der vergangenen Woche war ich an mehreren Veranstaltungen. Zwei davon möchte ich besonders hervorheben.

Einmal das traditionelle Meeting des Tages-Anzeigers im Zürcher Schiffbau und dann die ebenfalls schon traditionelle gemeinsame Veranstaltung des Zürcher Pressevereins und der Zürcher PR-Gesellschaft im Audimax der ETH Zürich, die ComSum14.

Lassen Sie mich mit dem Schiffbau-Meeting beginnen. Eine hochkarätige Veranstaltung mit Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Werbung und Medien. Wie immer stand ein prominenter Redner im Mittelpunkt. Dieses Jahr war es der deutsche Philosoph und Publizist (u.a. «Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?»; «Die Kunst, kein Egoist zu sein») Richard David Precht. Zu Beginn ein Referat von Pietro Supino, dem Tamedia- Verwaltungsrats-Präsidenten. Es ging unter anderem um die Wichtigkeit des Journalismus und um die immer stärker auch in der Schweiz gefährdete Pressefreiheit. Das Referat war prägnant und hatte die richtige Länge resp. Kürze. Ich fand es gut. Dann der Auftritt von Richard David Precht. Von Aussehen und Styling her zur Fraktion der modischen Salon-Intellektuellen gehörend, sprach er über Egoismus und Moral. Philosophie, ein Thema, das die wenigsten Zuhörer – so meinte Precht auch in seiner Begrüssung – vor Begeisterung in Ekstase verfallen lässt. Was aber Precht in seinem ausführlichen Vortrag daraus machte, war meiner Ansicht nach bemerkenswert. Das an und für sich doch eher dröge Thema wurde von ihm so «doziert» – und zwar im guten Sinne –, dass ihm die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Zuhörer sicher war. Seine Gedankengänge waren klar und schlüssig, die Beispiele beeindruckend. Und das alles in freier Rede, ohne Manuskript und erst noch druckreif. Auch in der anschliessenden Diskussionsrunde mit TA-Chefredaktor Res Strehle liess sich Precht nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht mit Fragen zu spezifisch schweizerischen Themen. Mir hat es gefallen.

Diese Woche dann die ComSum14. Sie stand unter dem Thema «Die digitale Herausforderung». Angekündigt waren Frank Schirrmacher, Pietro Supino, Christine Maier und Veit Dengler. Die ursprünglich angekündigte Miriam Meckel liess sich schon im Vorfeld entschuldigen. Schirrmacher, der ein Einführungsreferat hätte halten sollen, fiel krankeshalber aus. Supino sprang verdankenswerterweise ein und hielt ein interessantes Referat. Das war es aber dann auch schon. Ein völlig chaotischer Lipp moderierte einen langweiligen, ausufernden Talk weitab vom Thema. Ironisch ein Twitterer: «Maier hat nichts zu sagen, Supino wird angegriffen, Dengler interessiert’s nicht. War ein toller Abend.» Recht hat er. Sorry Kollegen: Mir hat es nicht gefallen.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Wie lässt sich Mediabudget alternativ generieren?

Werbung buchen – und anstatt nur mit Geld auch mit eigenen Produkten bezahlen. Möglich macht es die 2013 gegründete Agentur Limmatkontor. Wie das funktioniert, erklären die Geschäftsführer im Interview.

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(Christoph Schneider (l.) und Claudio Lumbiarres)

WW: Limmatkontor refinanziert Medialeistungen, d. h. Sie nehmen Firmen Produkte ab, dafür erhalten diese Medialeistungen. Warum gerade Medialeistungen?
Christoph Schneider CS: Das geht auf unsere vorherige Tätigkeit in der Medienbranche zurück. Claudio Lumbiarres war zuletzt bei Tamedia als Head of Sales & Business Development beim Newsnet, ich war in meiner letzten Position als Werbemarktleiter Online bei Axel Springer Schweiz tätig. Ab und zu kam es vor, dass Werbekunden uns sagten, ihr Mediabudget sei aufgrund von Vertriebsproblemen gekürzt worden. Ein Produkt lief nicht, ein anderes war nur noch die Hälfte wert, da es bereits ein Nachfolgeprodukt auf dem Markt gab… Für diese Budgetprobleme haben wir nach einer Lösung gesucht – und wurden im Ausland fündig.

Wo?
CS: In den USA gibt es schon seit vielen Jahren das Geschäftsmodell «Corporate Trading». Es bedeutet so viel wie: Gib mir Ware und du erhältst dafür Media. Oder umgekehrt: Du kaufst bei mir Media ein und bezahlst anteilig mit Ware. Im deutschsprachigen Raum sind einige wenige Firmen in diesem Bereich tätig, u. a. Rheinkontor in Köln. Wir bringen die Dienstleistung mit Limmatkontor nun in die Schweiz – gemeinsam mit unserem Partner Rheinkontor, der seit über zehn Jahren im Corporate Trading bzw. in der Refinanzierung von Medialeistungen aktiv ist.

Um welche Medialeistungen handelt es sich?
Claudio Lumbiarres CL: Geografisch konzentrieren wir uns in erster Linie auf die Schweizer Medien. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit, internationale Kampagnen besonders in Deutschland und in Österreich zu organisieren. Was die Medien anbelangt, sind wir neutral: Online, Print, Mobile, Plakat, Radio, TV – wir bieten sämtliche Gattungen an.

Können die Kunden bestimmen, welche Leistungen sie beziehen?
CL: Wir suchen gemeinsam mit Kunden nach einer Lösung, die zu ihrer Markenstrategie passt und die Zielgruppe bei möglichst geringem Streuverlust erreicht, und optimieren alles in Abstimmung mit der Agentur.

Gerade im TV und Online-Bereich sind Restplätze sehr billig einzukaufen. Arbeitet Limmatkontor mit solchen Angeboten?
CL: Wir verkaufen keine Fülleroder Restplatzwerbung, sondern bieten Medialeistungen in allen Bereichen an.
CS: Dabei sind wir weder an einen Verlag noch an eine Gattung gebunden.

Limmatkontor handelt also nicht mit Media-Restposten?
CS: Nein, wir sind kein Restplatzvermarkter. Wir haben keine vorgeschnürten Pakete oder Restplätze, die wir dem Kunden offerieren. Für uns ist jedes Projekt einzigartig. Wir analysieren mit dem Kunden die Ware und legen den Preis dafür fest – wenn die Ware bereits abgeschrieben ist, kann der Kunde einen ausserordentlichen Ertrag generieren. Auf alle Fälle finden wir einen fairen Marktpreis für beide Parteien. Danach gehen wir mit dem Marketingverantwortlichen und mit der Agentur in die Kampagnenplanung und suchen in den Medien nach Möglichkeiten, die Werbung optimal zu platzieren. Hier profitieren wir von unserem langjährig aufgebauten Beziehungsnetzwerk. Wir verstehen uns als Partner des Kunden und der Agentur.

Können Sie ein Kundenprojekt schildern?
CS: Unseren Kunden versprechen wir Vertraulichkeit. Sie kommen mit Problemen auf uns zu. Diese möchten wir nicht öffentlich machen. Ich kann Ihnen aber einen Fall beschreiben.

Gerne.
CS:
Wir haben Ende letzten Jahres mit einem Elektronikanbieter ein Warenproblem gelöst. Aufgrund von Nachfolgeprodukten fiel der Wert der elektronischen Ware. Wir haben diese dem Kunden zu seinem Abgabepreis abgenommen und weiterverkauft, ausserhalb seines Vertriebsnetzes. Unsere Kunden geben uns jeweils Restriktionen für den Weiterverkauf an. In diesem Fall durften wir die Ware nicht in der Schweiz veräussern. Sie wurde schliesslich im nichtdeutschsprachigen Ausland verkauft.

Landet die Ware jeweils auf dem freien Markt?
CS:
Die Ware gelangt nicht direkt in den B2C-Markt. Sie taucht im Vertriebsland unseres Kunden weder am POS noch auf einem Schnäppchenportal auf. Wir suchen immer nach neuen Vertriebskanälen, z. B. geschlossene Nutzergruppen, etwa ein grosses Unternehmen, das einen Mitarbeiter-Incentive macht. Dank unseres Kölner Partners Rheinkontor haben wir Zugang zu einem einzigartigen internationalen Handelsnetzwerk.

Wo werden Lebensmittel mit einer kurzen Haltbarkeitsdauer verkauft?
CS:
Diese gelangen zu Einrichtungen wie beispielsweise Universitäten oder Krankenhäuser, d. h. der Endkunde konsumiert die Ware schliesslich nicht über die Marke.

Womit verdient Limmatkontor das Geld?
CL:
Einerseits mit Kommissionen der Medialeistungen, andererseits mit dem Weiterverkauf der Ware.

Weshalb sollten Unternehmen Limmatkontor engagieren? Sie könnten die Ware auch einem Händler abgegeben und mit dem Erlös eine Agentur finanzieren…
CL:
Wenn ich die Ware dem Restpostenhändler gebe, erhalte ich in der Regel einen sehr niedrigen Preis und muss den Verlust abschreiben. Die Marketingmassnahmen werden dann bei einem zweiten Anbieter mit Geld eingekauft. Bei uns erhalten die Kunden einen höheren Preis für ihre Ware in Form einer Gutschrift. In der Regel entstehen für den Kunden keine Abschreibungen. Zukünftige Marketingleistungen können anteilig mit dem Gutschein bezahlt werden.

CS: Kommt hinzu: Wenn Unternehmen die Ware – mit viel Rabatt – einem Restpostenhändler abgeben, landet diese oft auf Online-Plattformen oder auf Grabbeltischen. Damit wird das zukünftige Geschäft kannibalisiert. Wir verkaufen die Ware dort, wo sie nicht verkauft wird. Und dafür erhalten die Kunden eine Gutschrift, die für Investitionen in die Zukunft eingesetzt werden können, sprich Werbebudget.

In welchen Fällen lohnt es sich, Limmatkontor zu engagieren?
CS:
Es ist von Vorteil, wenn ein Unternehmen Produkte bzw. Dienstleistungen anbietet und gleichzeitig in der Werbung aktiv ist. Normalerweise haben wir Kunden, die ein Warenproblem haben und neue Produkte bewerben wollen, denen dazu aber das Geld fehlt.

Ist eine Kooperation mit Agenturen vorstellbar?
CS:
Wir möchten so neutral wie möglich bleiben und nicht an eine einzelne Agentur gebunden sein. In den USA haben einige Agenturen unser Geschäft integriert. Wir arbeiten immer mit der Agentur des Kunden zusammen.

Limmatkontor ist ein junges Unternehmen. Wie steht es mit der finanziellen Basis, gibt es etwa eine Garantie für die Medialeistungen?
CS:
Wir schliessen die Verträge wenn gewünscht zusammen mit Rheinkontor ab. Damit ist das Risiko der Finanzierung von Medialeistungen gedeckt. Organisiert sind wir als eine klassische GmbH mit drei Gesellschaftern. Rheinkontor besitzt Anteile und wir als Geschäftsführer auch.

Welche Ziele haben Sie sich für die nächsten Monate gesteckt?
CS:
Erstes Ziel ist die Bekanntheit in der Schweiz auf- und auszubauen. Wir wollen eine vernünftige Alternative bieten, Mediabudget zu generieren. Bis Ende Jahr streben wir eine Etablierung des Geschäftsmodells an, ähnlich wie in Deutschland und den USA – wobei wir nicht den Begriff «Corporate Trading» verwenden, sondern unsere Dienstleistung als «Media for Inventory» bekanntmachen werden. Auf lange Sicht wollen wir erreichen, dass aus dem Projektgeschäft dauerhafte Kundenbeziehungen entstehen. Wir haben dann Kunden, die an uns denken, wenn sie wieder einmal ein Warenproblem beziehungsweise ein Budgetengpass haben.

Interview: Isabel Imper

In Kürze
Christoph Schneider ist seit 1996 in den Medien tätig. In seiner letzten Position bei Axel Springer Schweiz verantwortete er als Werbmarktleiter Online die Vermarktung der digitalen Produkte. Claudio Lumbiarres ist seit zwölf Jahren in der Schweizer Medienbranche tätig, zuletzt bei Tamedia im Online-Verbund Newsnet in der Funktion Head of Sales & Business Development. Im September 2013 haben sich Schneider und Lumbiarres mit Limmatkontor selbständig gemacht. In Kooperation mit dem Kölner Partner Rheinkontor leiten sie als Geschäftsführer die auf Marketing und Vertrieb spezialisierte Agentur. 

 

Jumbo baut Tour de Suisse-Sponsoring aus

IMG, der Veranstalter und Vermarkter der Tour de Suisse, hat sich mit Jumbo auf eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Tour de Suisse 2014 geeinigt. Jumbo erwirbt das letzte freie Trikotpaket und steigt als Official Sponsor in die zweithöchste Sponsorenkategorie auf.

Bereits 2013 trat die Baumarktkette Jumbo bei der Tour de Suisse als Official Co- Sponsor auf und machte mit diversen Werbepräsenzen auf sich aufmerksam. Für 2014 erweitert Jumbo seine Sponsoringaktivitäten bei der Tour de Suisse und wirbt neuerdings auch auf dem Trikot des besten Schweizers im Gesamtklassement. Neben der zusätzlichen Werbepräsenz auf dem Trikot erhält Jumbo im Rahmen der Live-Übertragung diverse Werbeeinblendungen und Einbindungen in TV-Trailer.

Auch in diesem Jahr wird die Tour de Suisse wieder LIVE auf allen drei Landessendern der SRG ausgestrahlt. Zudem ist mit einer Übertragung in weit mehr als 100 Länder zu rechnen.

 

Ideart gestaltet pädagogisches Konzept

Ideart hat für das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern ein Argumentarium für die Medienbildung in den Schulen gestaltet.

Digitale Medien sind heute in allen Bereichen des Lebens präsent. Die Schule ist in mehrfacher Hinsicht gefordert. Im Rahmen der Medienbildung muss sie das Potential und die Chancen digitaler Medien aufzeigen, aber auch mögliche Gefahren bei der Nutzung von Social Media oder Computerspielen thematisieren.

Aus diesem Grund hat das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern ein Pädagogisches Konzept mit dem Titel «Pegasus – Persönliche Geräte ans Schulnetz» erarbeitet. Ideart hat das Thema grafisch in einer 56-seitigen Broschüre zusammengefasst. Illustrationen von Ludek Martschini lockern das ganze auf.

Verantwortung bei Bildungs- und Kulturdepartement Kanton Luzern: Markus Michel. Verantwortlich bei Ideart: Peter Martschini (Produktion und Organisation), Ludek Martschini (Illustration und Kreation.

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Heldentaten von Jumana Issa und Nicolai Spicher

Das Konzept von Jumana Issa und Nicolai Spicher belegte beim SDV Junior Award im Frühjahr 2013 den ersten Platz. Als Preis durften die beiden Lernenden bei Ogilvy die Kampagne realisieren.

Bekämpfe den grassierenden Direktmarketing-Mainstream mit neuen, frischen, überraschenden, ungewöhnlichen – in einem Wort: kreativen – Ideen! Dies die Aufforderung der diesjährigen SDV Awards. Jumana Issa und Nicolai Spicher nahmen die Aufforderung an und überzeugten mit ihren Ideen.

Nun sind die drei DM Heroes, Captain Creative, Mailing Man und Web Woman seit einigen Wochen dabei, in Anzeigen, Broschüren und Briefschaften, sowie auf Flyern, Postern und Bannern Kreative zu Heldentaten im Kampf gegen die Mainstream-Zombies zu inspirieren und aufzufordern. Entwickelt wurden die Figuren von Jumana Issa und Nicolai Spicher selber, professionell umgesetzt haben sie die Illustratoren Carsten und Torsten Odenthal.

Verantwortlich bei Ogilvy: Jumana Issa und Nicolai Spicher (Art Direction) Barbara Kottmann (Beratung).

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Wirz Corporate: Rebranding für Denner

Wirz Corporate entwickelt einen neuen Markenauftritt für den Schweizer Lebensmitteldiscounter und unterstützt damit die eingeschlagene Wachstumsstrategie.

Denner wächst erfolgreich: Der Discounter hat sich während der letzten Jahre über dem Branchendurchschnitt entwickelt und kontinuierlich an Marktanteil gewonnen. Die Expansion hat Denner bezüglich Markenauftritt aber auch vor Herausforderungen gestellt: Die sehr unterschiedlichen Ladensituationen machten mit dem bestehenden Corporate Design vielerorts Individuallösungen nötig und führten zu einer heterogenen Gesamtwirkung am POS, dem wichtigsten Kontakt- und Erlebnispunkt der Marke.

Denner beauftragte deshalb Wirz Corporate mit der umfassenden Analyse und Überarbeitung des Markenauftrittes. Das neu entwickelte Corporate Design zeichnet sich durch zwei wesentliche Qualitäten aus: Einerseits durch seine hohe Funktionalität, indem es sich flexibel und doch visuell konsistent bei unterschiedlichsten Ladenlokalen umsetzen lässt. Andererseits schärft der neue Auftritt die Profilierung der Marke: Das vereinfachte, von der ältlich wirkenden Ellipse befreite Logo, der plakative Einsatz der typischen Markenfarbe Rot und die grosszügigen Bilder am POS sollen die Wahrnehmung von Denner als zeitgemässen, sympathischen und für Qualität einstehenden Schweizer Discounter stärken.

Mehrere Testfilialen in der ganzen Schweiz wurden bereits 2013 erfolgreich umgerüstet und neu gekennzeichnet. Nach den positiven Erfahrungen aus dieser Testphase erfolgt nun 2014 der schrittweise Rollout des neuen Auftrittes. Neben dem Rebranding der Filialen hat Wirz Corporate auch die Grundlagen für die Gestaltung aller Mittel und Medien der Marketing- und Unternehmenskommunikation entwickelt. Die Umstellung erfolgt sukzessive ab 2014.

Verantwortlich bei Denner: Petra Gayko (Leitung Marketingkommunikation), Sabine Gassmann (Projektleitung Marketingkommunikation), Paloma Martino (Leitung Unternehmenskommunikation). Verantwortlich bei Wirz Corporate: Michel Reichmuth (Leitung Brand Identity), Diana Kiesel (Beratung), Thomas Wolfram (Design Director), Christina Widmann, Marcel Morach (Design).

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Zu guter Letzt: #AmericaIsBeautiful wird zu #fuckcoke

Marken wie Coca-Cola blättern Millionen hin, um ihren TV-Spot während dem Marketing-Grossereignis Super Bowl auszustrahlen. Coca-Cola hat nun mit dem diesjährigen Spot den vermutlich teuersten Shitstorm 2014 ausgelöst. Dass er unerwartet kommt, kann man fast nicht glauben.

Der Spot knüpft an den harmlosen Coke-Klassiker der 70er an, in dem Menschen verschiedener Hautfarbe auf einer Wiese zusammen das Lied «I’d Like to Teach the World to Sing» von Billy Davis singen. Auch der neue Spot zelebriert das Gemeinschaftsgefühl zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und lässt sie gemeinsam den Song «Amerika ist Beautiful» antönen. Der entscheidende Unterschied zum Original: Die Amerikaner im aktuellen Spot singen nicht englisch, sondern in ihren eigenen Muttersprachen – darunter Spanisch und Arabisch.

Coca Cola hat damit den nichtssagenden Heile-Welt-Optimismus hinter sich gelassen und ist politisch geworden. Denn indem der Spot auch die sprachliche Diversität des Landes feiert, stellt er die «Schmelztiegel»-Integrationsstrategie der USA in Frage. Gerade angesichts des immensen Wachstums der hispanischen Bevölkerung, die zunehmend die Pflege der spanischen Sprache einfordert, ist das brisant. Dass im Multi-Kulti-Filmchen den gläubigen Muslimen viel Platz eingeräumt wird, hat ihm auch nicht gerade allgemeine Akzeptanz verschafft. Nimmt man die Tweets auf Twitter wörtlich, hat das unzählige Menschen dazu veranlasst, ihre Cola angewidert wieder auszupucken und fortan nur noch Pepsi zu trinken. (sis)

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