Publisuisse zufrieden mit SRF-Jahresstart

Die Fernsehsender des Schweizer Radio und Fernsehen SRF verzeichnen im neuen Jahr hohe Einschaltquoten. Das freut auch die Werbekunden, die von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis der vermarkteten Werbeblöcke profitieren konnten.

Die Fernsehsender des SRF verzeichnen einen guten Start ins neue Jahr. Mit insgesamt durchschnittlich 40,2 Prozent Marktanteil in der Primetime behaupten sich SRF 1, SRF zwei und SRF info im Januar 2014 beim Gesamtpublikum als klare Marktführer im Schweizer TV-Markt. In der werberelevanten Zielgruppe der 15-59-Jährigen erreichen die SRF-Programme einen Marktanteil von durchschnittlich 32,0 Prozent (ebenfalls Primetime). Davon profitieren auch die Werbekunden. «Wir sind mit der Performance der Werbeblöcke im Januar sehr zufrieden», sagt Martin Schneider, Direktor von Publisuisse. «Dank diesen hervorragenden Zuschauerzahlen konnten unsere Kunden von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis profitieren», führt Schneider weiter aus.

Sport und Eigenproduktionen sehr beliebt

Besonders starke Werte bei den 15-59-Jährigen erreichte der «Ski Alpin Weltcup in Wengen, Abfahrt Männer» und das «Tennis Australian Open, Finale» auf SRF zwei mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 70,5 Prozent respektive 68,0 Prozent.

Auch die Eigenproduktionen von SRF erfreuen sich grosser Beliebtheit. Die zweite Staffel «Der Bestatter» startete mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 38,6 Prozent und übertraf damit die schon sehr guten Vorjahreswerte der ersten Staffel. Der Spielfilm «Der Verdingbub» lockte bei einem Marktanteil von 31,7 Prozent mehr als 400 000 Personen zwischen 15 und 59 Jahren vor den Bildschirm und «SRF bi de Lüt – Familiensache» konnte mit einem Marktanteil von 35,5 Prozent ebenfalls überzeugen. Zu den zehn Sendungen mit den meisten Zuschauern gehören auch die Informationssendungen «Tagesschau», «Meteo» und «Kassensturz». Weiter gehört die DOK-Serie «Auf und davon», die sich Schweizer Auswanderern widmet, zu den meistbeachteten Sendungen im Januar.
 

Der Motz von Butz: Die Symbolbildsprache, die keiner versteht

Bildsprachen, die unverkrampft und präzise eine Aussage treffen, gehen oft daneben. Die Kluft von hervorragend zu miserabel ist ganz schmal… von Theophil Butz

Um was es hier geht: Auf Verkehrsschildern wird mit einem Symbolbild blitzschnell erklärt, um was es sich handelt. Funktioniert meistens einwandfrei. Der Mensch hat eine solche Sprache schnell gelernt und verinnerlicht. Diese Methode ist ideal, um rasch eine Idee zu vermitteln. Also hat sich die Werbung dieser Bildsprache auch schon immer bedient.

Jetzt tritt aber ein Problem in Erscheinung. Wenn die Bildsprache falsch und unverständlich ist, bewirkt sie das Gegenteil. Dann ist sie unproduktiv, ja sogar negativ. Die Promis der Schweizer Illustrierten in den Milchkästen stellen ein solches Musterbeispiel dar.

Meine Theorie: Die Werbeaussage der SI beinhaltet schon seit längerem, dass sie näher dran ist. Die Promis in der Badewanne oder im Ehebett abgelichtet, stehen dafür ein. Jetzt finden Sie diese Promis eingepfercht in Ihrem Milchkasten. Die Bilder sind nicht nur ein Fake, weil ein Schwingerkönig nicht in einen solchen Kasten passt, sondern weil es sich bei allen Bildern nur um Fakes handelt und nicht um diese Promis, die die SI suggerieren will.

In Wahrheit ist diese Kampagne ein Betrug. Hätte man diese Promis zu Gesicht bekommen, hätte sich die Kampagne nur wesentlich verbessert. Die Bildsprache des Darstellens eines 120-kg-Schwingers in einem Kasten von 50×30 cm versteht niemand und die Message kehrt dadurch ins Negative. Oder verhält sich der SI-Leser da anders? Hätte man eine Bildsprache gefunden, die Promis symbolisiert, aber auch real in der Milchkasten-Perspektive in diese Box darunter passen würden, wie z. B. das zertrümmerte Racket von Wawrinka oder die Krone der Miss, dann hätte man diese Bildsprache verstanden. Aber es wäre trotzdem noch keine gute Werbekampagne. Der Fotograf aus einer älteren SI-Kampagne, der mit dem Torhüter fotografierend durch die Luft fliegt, demonstrierte eine viel klarere Bildsprache. Aber eben: Der Freund des Guten ist das Schlechtere.

Früher bildeten die Aufträge für Verlagshäuser die grosse Chance, beim ADC eine Goldmedaille zu erlangen. Urs Zeier, der Tagi-Magi-Marketingmann, briefte mich seinerzeit, eine solche Goldene zu holen. Aufgabe erfüllt. Aber der SI-Werbung wird es nicht mal in die Shortlist reichen. Zu Recht. Es gibt noch andere Werbekampagnen, die die Gesetze der Bildsprache nicht kennen: Die UBS hat am Bellevue in Zürich auf der ganzen Fassade ihres Gebäudes ein Superposter platziert. Da steht drauf «Geben Sie Ihrer Hypothek neuen Halt» und das Bild zeigt einen Dübel mit Schraube. Eine unattraktive Symbolik und erst noch doppelsinnig falsch. Wo man doch hört, dass die Banken die Schraube im Hypozinsgeschäft anziehen wollen. Für eine solche Werbung hätte ich nicht mal ein einspaltiges Füllerinserat erlaubt.

Dass die Gegner der SVP-Zuwanderungs-Initiative sich der auch unverständlichen Bildsprache mit dem Apfelbaum und der Wurzel für Ihr Nein mit Hodlers Holzfäller bedienen und denken, dass das jeder Wähler sofort versteht, ist ebenfalls ein Irrtum. Eine Werbegrundregel ist: Verwende nie die Symbolik deines Gegners, um die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.

Der Aufsteller der Woche war am ADC-Gala die Laudatio von Präsident Frank Bodin zu meiner Person mit der Überreichung eines 8000 Gramm schweren ADCGold- Würfels für Verdienste für den ADC sowie die Ehre, in die Hall of Fame aufgenommen zu sein. Eine feierliche Ambiance und eine gelungene 18-Punkte- Verpflegung von Franz und Oli (Franzoli).

Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit drei Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

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Da steckt ein Mensch in einem Kasten. Bei näherem Hinsehen steckt er gar in einem Brief/Milchkasten. Geht gar nicht. Es soll ein Promi sein. Ja, aber ein ganz winziger. Die SI hätte bessere Werbung verdient.

 

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NZZ baut Unternehmensleitung aus

Der Verwaltungsrat beruft Steven Neubauer, Frank-Rainer Nitschke und Felix Peter in die Unternehmensleitung.

Steven Neubauer wird Leiter Marketing und Produkte des Geschäftsbereichs NZZ. Neubauer (37) wird gemeinsam mit dem Leiter Publizistik und NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann die Verantwortung für den Geschäftsbereich übernehmen. Sein Fokus wird kanalübergreifend auf der Entwicklung und dem Management der Produktepalette sowie dem Marketing der «Neuen Zürcher Zeitung», der NZZ am Sonntag und anderer Produkte der NZZ liegen. Neubauer leitete bereits interimistisch den Bereich Nutzermarkt.

Auch Felix Peter (58), langjähriger Personalchef der NZZ-Mediengruppe, gehört nunmehr als Leiter Personal der Unternehmensleitung an. Er wird sein Augenmerk vor allem auf die Personalentwicklung legen.

Der bisherige Bereich Digital sowie der Bereich IT werden in einer neuen Einheit Technologie & IT zusammengefasst. Diese wird die Entwicklung und Implementierung der Technologie-Roadmap sowie den technischen Betrieb für die NZZ-Mediengruppe verantworten. Die Leitung dieses neuen Bereichs wird in naher Zukunft besetzt. Peter Baer, Leiter IT, wird diesen Prozess bis Sommer dieses Jahres aktiv unterstützen und dann in Pension gehen.

Ab 1. März 2014 wird Frank-Rainer Nitschke (52) den Bereich Neugeschäft in der Unternehmensleitung vertreten. Seine Aufgabe ist es, die neuen Beteiligungen der NZZ-Mediengruppe zu leiten und weiterzuentwickeln sowie Vorhaben zur Expansion in neue Märkte und Dienstleistungen zu prüfen und voranzutreiben. Nitschke blickt auf eine langjährige Karriere zurück – unter anderem bei Henkel, Leifheit und der Deutschen Bank – mit Schwerpunkt auf der Entwicklung, der Vermarktung und dem Betrieb neuer Produkte und Service-Konzepte.

Als Teil des Bereichs Neugeschäfte von Frank-Rainer Nitschke werden die Aktivitäten der NZZ-Mediengruppe im Gesundheitsbereich aus dem Geschäftsbereich NZZ herausgelöst und in den Bereich Neugeschäfte übernommen. Kai Eberhardt (32) wird Leiter eBalance und an Frank-Rainer Nitschke berichten. Die bisherige Leiterin Ruth Ellenberger hat sich entschieden, die NZZ-Mediengruppe zu verlassen. Sie war bereits beim Projektstart 2005 Mitglied des Gründerteams und übernahm Ende 2009 die Führung von eBalance.

 

Nicht mit den SBB, lieber Zukkihund!

Er ist politically incorrect, ganz und gar nicht jugendfrei und nimmt kein Blatt vor den Mund. Er geht clubben, trinken und flirten. Manuel P. Nappo über Zukkihund.

Seine Erlebnisse teilt er dann in Form von Fotostrecken oder Sprüchen auf Facebook und lässt uns an den Höhen und Tiefen seines abenteuerlichen Hundelebens teilhaben. Die Rede ist vom Zukkihund, der Kreation des Zürcher Grafikers, Unternehmers und Standup-Comedian Rafi Hazera. Mehr als 40 000 Likes hat der virtuelle Husky auf Facebook, mehr als 5000 Followers auf Twitter und er erreicht tagtäglich unzählige von Internet-Usern mit seinen kultigen Sprüchen.

Bereits mehrere Male griff der freche Online-Husky diverse Firmen an, so wie letztens auch die SBB. In Form einer typischen Zukkihund-Collage machte sich der freche Husky über den ÖV-Verbund lustig. Als letztes Jahr der erste Schneefall der Saison kam und mit ihm die obligaten Zugverspätungen, postete der Husky ein Bild, das ratlose SBB-Manager in einem Meeting zeigte, welche nicht auf den ersten Schneefall vorbereitet waren. Dazu der Kommentar: «Han d'SBB trotzdem no gärn.» Der Zukkihund sprach somit wohl den genervten Pendlern, die dies jedes Jahr aufs Neue erleben, direkt aus der Seele. Der Post kam daher entsprechend gut an und wurde mit über 3000 Likes, über 120 zustimmenden Kommentaren überflutet und gleich auch über 300 Mal weitergeteilt.

Und wie reagierte unser Bundesbetrieb? Überraschend amüsant, darf man sagen. Die SBB bewiesen eine grossartige Selbstironie und nahmen die Herausforderung an: Sie veränderten die Texte in den Sprechblasen zu ihren Gunsten, platzierten den Zukkihund im Bild und teilten die neue Collage auf Twitter. So ganz nach dem Motto: «Was du kannst, lieber Zukkihund, können wir schon lange!» Ein wahrhaftig gelungener Konter, und dies nicht nur in den Augen der Internet- User: Auch der Zukkihund nahm die unerwartete Reaktion humorvoll und zeigte seine Anerkennung. So veröffentlichte er mit der Aussage «Haha, d'SBB hät mi zruggdisst uf Twitter, gar nöd schlächt», den Gegenpost der SBB auf Facebook und Twitter.

Die SBB haben mit dieser Aktion so einige positiv überrascht. 163 Retweets und 231 Favorites sprechen eine klare Sprache. Zu lesen waren zudem Kommentare wie «Einfach Hammer» oder «Well done SBB». Gerade weil dieser Gegenpost für alle frisch, authentisch und unerwartet war, kam er so gut an. Und die SBB bewiesen damit, dass auch ein angeblich steifer Bundesbetrieb über sich selbst lachen kann. Somit freue ich mich zu sagen «Daumen Hoch SBB». Blog.sbb.ch/zukkihund.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. www.fh-hwz.ch/smm

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Aus Swiss Star wird Swiss Packaging Award

Der Wettbewerb um die besten Verpackungen hat dieses Jahr einen neuen Namen, neue Kategorien und ein neues Vergabesystem. Damit reagiert man auf veränderte Bedürfnisse des Marktes und öffnet sich mehr der breiten Öffentlichkeit.

Der Swiss Star steht für innovative und zukunftsweisende Verpackungslösungen in der Schweiz. Nun wird der Wettbewerb neu aufgestellt, wie eine Mitteilung vom Donnerstag bekannt gibt. Der Swiss Star heisst ab sofort Swiss Packaging Award. Ziel der Neukonzeption ist eine Modernisierung des Wettbewerbs, ein breiterer Zugang für Unternehmen sowie eine Annäherung an die Konsumenten. Als Anpassung an die Termine des World Star-Wettbewerbs findet die Ausschreibung Ende März statt, die Einsendefrist ist Ende Juni. Alle Informationen finden Sie auf der neuen Webseite Swisspackagingaward.ch.

Preise in acht neuen Kategorien

Der Swiss Star wird neu in folgenden Kategorien vergeben: Nachhaltigkeit, Convenience, Design, Marketing, Technik, Konstruktion sowie der Nachwuchspreis. Der Publikumspreis bleibt in seiner bisherigen Form erhalten. Die Kategorie «Prototyp» entfällt. Neu muss bei jeder Einreichung – egal in welcher Kategorie – angegeben werden, ob es sich um einen Prototypen handelt. Pro Kategorie werden maximal drei Verpackungslösungen nominiert, davon wird eine zum Gewinner erkoren.

Die Teilnehmenden profitieren von der Möglichkeit, sich als Unternehmen nach aussen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Des Weiteren können die prämierten Verpackungen am World Star, dem Wettbewerb der World Packaging Organization (WPO), teilnehmen.
 

Der Impact-Check der Werbewoche Januar 2014

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt das SBB-Danke- Plakat der Werbeagentur Rod an der Spitze, gefolgt von der Atupri-Anzeige der Agentur Fruitcake und der Schweizer-Illustrierten- Kampagne der Werbeagentur Krieg Schlupp Partner. Das SBB-Plakat siegt auch beim Kriterium Uniqueness. An zweiter Stelle folgt die Anzeige für Hiltl der Agentur Ruf Lanz und die Zoo-Zürich-Anzeige von Advico. Beim Kriterium Brand Fit siegt ebenfalls SBB vor Hiltl und der Anzeige für die Hausbäckerei Romer der Werbeagentur Erdmannpeisker. SBB vor Hiltl und der Hausbäckerei Romerfolge siegen auch beim Kriterium Likeability.

Der Impact Check der Werbewoche November 2013 (PDF)

Detaillierte Ergebenisse (PDF)
 

Geyst kreiert Lifestyle-Magazin für Lalique

Geyst hat für die internationale Luxus- und Lifestyle-Marke Lalique die erste Ausgabe eines exklusiven Lifestyle-Magazins kreiert.

Das neue, knapp 100-seitige Lalique-Magazin wurde von Manuel Bächler und Florian Spierling so gestaltet, dass es in seiner opulenten Aufmachung der globalen Lifestyle-Marke entspricht, heisst es in der Mitteilung der Agentur vom Donnerstag. Es dominieren spektakulär gestaltete Geschichten über das traditionsreiche Unternehmen wie über Paris, seinen Stammsitz. Auch eine Auswahl der Partnerschaften, die Lalique mit internationalen Künstlern wie zum Beispiel der Architektin Zaha Hadid und Unternehmen wie Bentley oder dem schottischen Whiskybrenner Macallan eingegangen ist, wird präsentiert.

Es sei vorgesehen, die Liebhaber der Lalique-Produkte jährlich mit zwei Ausgaben – jeweils auf Französisch und Englisch – über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Das neue Magazin ist in den Lalique-Flagship Stores rund um die Welt erhältlich – so auch in Zürich an der Talstrasse 27.

Mehr über die Agentur Geyst erfahren Sie im Portrait der Werbewoche.

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Zu guter Letzt: Nutella mischt nun mit

Nutella gehört zu den beliebtesten Marken auf Facebook. Besonders beeindruckend: die erfolgreichsten Fanpages waren oftmals inoffizielle Seiten. Lange wunderte man sich, warum Nutella sein Kapital nicht aktiv nutzte, derart begeisterte Fans zu haben.

Noch im vergangenen Jahr hatte Ferrero sogar die Gründer des «World Nutella Day» zur Unterlassung der widerrechtlichen Verwendung der Marke aufgefordert. Damit hat sich das Unternehmen eine unglaubliche Chance vertan. Da gaben Menschen mit echter Begeisterung ihre Freizeit dafür her, einen globalen Markenevent auf die Beine zu stellen und Ferrero brachte es nicht fertig, die Kooperation mit ihnen zu suchen.

Die italienische Agentur McCann lanciert nun eine globale Kampagne, die das endlich tut. Auf der Website Nutellastories.com kann jeder seine persönlichen Erlebnisse mit dem Brotaufstrich posten. Eine Initiantin des «World Nutella Day» wurde in die Kampagne einbezogen und fordert in einem offiziellen Spot zum Mitmachen auf. Leider sind die eingereichten Geschichten bis jetzt trotzdem ziemlich fad. (sis)

«Para-Journalismus» als Bedrohung und/oder Bereicherung

Die Medienkrise reisst demokratierelevante Informationslücken, die Organisationen wie meine Arbeitgeberin zu schliessen versuchen. Einige Journalisten irritiert diese Entwicklung. Höchste Zeit also für eine Unterscheidung zwischen herkömmlicher und notwendiger PR, findet Oliver Classen.

Es war ein klassischer Fall von selber schuld. Oder kommunikativem Übereifer, was in meinem Metier häufig dasselbe ist. Auf dem Weg zum zweiten Recherche-Tag am Luzerner Medienausbildungszentrum (MAZ) erbat ich bei Berufskollegen fachlichen Input für die ausverkaufte Veranstaltung. Natürlich via Twitter, was ein Beobachter-Redaktor postwendend mit der Gegenfrage quittierte, was denn «ein Lobbyist am #rt_maz zu suchen» habe. Der Hinweis eines Ex-Redaktionskollegen und heutigen MAZ-Studienleiters, ich würde mein Wissen als NGO-Rechercheur einbringen, provozierte einen Vergleich, der mich – im Gegensatz zur nachvollziehbaren Ausgangsfrage – doch ziemlich konsterniert hat: «Jeder Lobbyist sagt, er kämpft für das Gute. Auch der Chef des Branchenverbands Interpharma.»

Okay, ich gestehe: Mein Job besteht primär darin, den Themen, Thesen und Studien meiner Brötchengeberin mediale Resonanz zu verschaffen. So steht es in meinem Stellenprofil und so lautet auch mein professionelles Rollenverständnis. Aber das wars dann auch schon an Gemeinsamkeiten meiner Arbeit (und die fast aller NGO) mit jener der PRZentralen von Konzernen, Verbänden, Behörden und Regierungen. Gerade für besonders gute, also besonders kritische Journalisten ist freilich auch das nicht mehr als die kühne Behauptung eines besonders um Integrität bemühten Interessensvertreters.

Dabei fusst sie auf der Analyse der diametral entgegengesetzten Motive und Methoden von herkömmlicher und – angesichts einer an Ressourcenmangel leidenden vierten Gewalt – notwendiger PR. Denn SIE vertreten per definitionem die Positionen und Institutionen politischer oder wirtschaftlicher Macht, Leute wie WIR hingegen die strukturell Ohnmächtigen. Weshalb ihre Aufgabe allzu häufig in passiv-aggressiver Journalismusbehinderung besteht, unsere jedoch immer in (der Unterstützung von oder eigenen) Versuchen, Licht in dunkle Machenschaften und undurchsichtige Zusammenhänge zu bringen.

Entsprechend sind es dieselben investigativen Instrumente, die bei Redaktionen und Recherche-basierten NGO zum Einsatz kommen. Mein Hauptinteresse am MAZ galt denn auch dem Erfahrungsaustausch in Sachen Quellenschutz, Öffentlichkeitsgesetz, Durchleuchtung nicht börsenkotierter Unternehmen und Verwendung von Justizdokumenten als News-Quellen. Und da es zu Zeiten boomender Sweatshop-Recherchen, Offshore-Leaks und Rohstoffberichte mehr Berührungspunkte denn je gibt, waren die Gespräche zwischen den Workshops ebenso so spannend wie diese selbst.

Bei meinem letzten Auftritt an der Schweizer Journalistenschule ging es also nicht zufällig um sich verschiebende Rollenbilder in den grösser werdenden Grauzonen zwischen Publizistik und Politik. Der Gastgeber titulierte mich damals als «ParaJournalist», eine trotz militärischem Beigeschmack nicht ganz unzutreffende Funktionsbezeichnung, oder? Die Diskussion scheint mir jedenfalls notwendig und ist hiermit offiziell eröffnet.

Oliver Classen ist Mediensprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern. Zuvor arbeitete er als Medienjournalist.
 

Print gegen den Rest der Welt

Die Sieger des Wettbewerbs «Das kann nur ein Inserat» stehen fest. Luca Schneider und Yannick Schaller von Havas Worldwide Zürich gelang mit einer Text-Bild-Kombination der Sieg. Ihre Inserate werden ab April in Print-Medien für ihresgleichen werben. 

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(Luca Schneider und Yannick Schaller, die Sieger von DKNEI, liessen sich feiern. Foto: Tom Stuckert)

Das Inserat hat Vorzüge, die kein anderes Werbemittel für sich in Anspruch nehmen kann. Ebendiese Vorzüge kommuniziert der Verband Schweizer Medien seit nunmehr elf Jahren. Nach 97 Anzeigen-Sujets eine neue Idee zu kreieren, ist eine Herausforderung. Doch genau dies war einmal mehr die Aufgabenstellung des Wettbewerbs «Das kann nur ein Inserat» DKNEI. 

24 Teams reichten insgesamt 61 Arbeiten ein: 32 Ideen für Einzelsujets und 29 Ideen für Kampagnen (mit total 95 Sujets). Etwas weniger als im Rekordjahr 2013, aber mehr als 2012.

 

Die Sieger

Gewonnen hat eine Kampagne mit drei Sujets von Luca Schneider und Yannick Schaller aus dem Hause Havas Worldwide Zürich.
 

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«Sujet für Sujet konfrontiert die Kampagne die anderen Medien – Internet, Fernsehen, Radio – mit knallharten Fakten. Glaubwürdig, nachvollziehbar und ohne Schläge unter die Gürtellinie», kommentieren die Verantwortlichen. «Eine Kampagne mit relativ viel Text – was in dieser Art nur im Inserat möglich ist – und doch weder eine Textkampagne noch ein Plakat im Miniformat.» 

Die Shortlist 

Auf die Shortlist gelangten neben der Siegerarbeit sechs weitere Arbeiten:

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Luca Schneider und Yannick Schaller, Havas Worldwide Zürich 

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Gaël Tran, Trio Lausanne, und Gregory Talbot, Freelance, Nyon 

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Martin Voggensperger, Grafiker, Basel 

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An Le und Olivia Gnani, Advico Young & Rubicam, Zürich 

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An Le und Olivia Gnani, Advico Young & Rubicam, Zürich 

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Christian Omlin, Sanagate, Luzern

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(Die anwesenden Shortlist-Platzierten (v.l.n.r.): Martin Voggensperger, An Le, Luca Schneider, Yannick Schaller, Christian Omlin; Foto: Tom Stuckert)

Kein Best YET 2014

Die Gewinner erhalten wie jedes Jahr ein Honorar plus den Auftrag für die Realisierung ihrer Kampagne. Die Sujets erscheinen ab circa April in der gesamten Schweizer Presse-Landschaft. Dazu zählen über 120 Zeitungen und Zeitschriften, deren Verlage dem Verband Schweizer Medien angehören.

Anders als in den Vorjahren kommt das Gewinner-Duo jedoch nicht in den Genuss eines Tickets für den Best YET, der im Mai in Dublin stattfinden sollte. Der europäische Wettbewerb der nationalen Zeitungs- und Zeitschriftenverbände wurde dieses Jahr kurzfristig gestrichen. Der Grund sind finanzielle Probleme einzelner Teilnehmerländer, wie der Verband Schweizer Medien erklärte. Im Moment fänden intensive Gespräche darüber statt, ob und allenfalls in welcher Form der Wettbewerb im nächsten Jahr stattfinden könne. 

Die Jury

Sie setzte sich aus drei ADC-Mitgliedern, einem ehemaligen Gewinner von DKNEI, einem Werbeauftraggeber und einem Vertreter des Verbands Schweizer Medien zusammen:

  • Andreas Prokesch (Jurypräsident), hubatka-prokesch-seiler.ch
  • Dominic Beyeler, freischaffender Art Director und Illustrator, Gewinner 2013
  • Marcel Kohler, Geschäftsleiter 20 Minuten, Vertreter Verband Schweizer Medien 
  • Thomas Kurzmeyer, Creative Director Wirz Werbung
  • Simon Staub, Creative Director Leo Burnett
  • Heinz Vögeli, Vizedirektor VBZ, Leiter Personal und Unternehmenskommunikation, Vertreter Auftraggeberseite

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(Die Jury bei der Arbeit. Foto: Keystone)

Partner und Sponsoren des Wettbewerbs 

Keystone stellte für den Wettbewerb seinen gesamten Schatz an Bildern kostenlos und unbeschränkt zur Verfügung. Weitere Partner und Sponsoren: Art Directors Club (ADC) Switzerland, Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW, BSW Swiss Leading Agencies, Schweizer Werbung SW, Textverband, Cominmag (Medienpartner), Werbewoche – Zeitung für Marketing, Werbung & Medien (Medienpartner) und Swissprinters Zofingen (Produktion Druckmaterial) – dazu die Schwesterorganisationen des Verbands Schweizer Medien, Médias Suisses und Stampa Svizzera. 

 

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