Eigene TV-Show für den «Bachelor»

Laut Sonntagsblick erhält der «Bachelor» Vujo Gavric eine eigene TV-Show auf 3 Plus.

Er stehe mit dem Sender momentan «in intensiven Verhandlungen», so Gavric. Die Show soll im Herbst starten und eine Doku-Serie à la «Die Geissens» werden. Die Sendung gewährt Einblick in Vujos spannendes Leben: «Ich zeige gerne, wie ich lebe, wie ich Party mache und wie ich Frauen kennenlerne». 3 Plus ist vom Erfolg der Idee überzeugt: «Sehr unterhaltsam» stelle er sich das Format vor, so Chef Dominik Kaiser, denn Gavric habe eine «spannende Persönlichkeit». Der «Bachelor» stellt folgerichtig fest: «Ich bin alles andere als eine TV-Eintagsfliege.» Untermauert wird dieses Statement von Roger Schawinski, der ihn zwar nicht erfunden, aber zumindest in seine Talkshow eingeladen hat (Montag, 24. Februar, SRF 1).

Bild: 3 Plus
 

Baz zieht Bundesgerichtsurteil weiter

Die Basler Zeitung (Baz) wehrt sich dagegen, dass eine Journalistin den Namen eines Cannabis-Dealers preisgeben muss, über den sie berichtet hat. Die Zeitung will das Urteil des Bundesgerichts beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anfechten.

Dies berichteten am Freitag mehrere Medien, darunter die Baz selbst. Die Journalistin hatte im Oktober 2012 unter dem Titel «Zu Besuch bei einem Dealer» über einen Besuch bei einem Haschischkonsumenten berichtet, der einen Teil seiner Drogen weiterverkauft. Pro Jahr verdiene er damit rund 12'000 Franken, sagte er der Journalistin.

Qualifiziertes Delikt laut Bundesgericht

Die Basler Staatsanwaltschaft leitete darauf ein Strafverfahren ein. Die als Zeugin vorgeladene Journalistin berief sich jedoch auf das Aussageverweigerungsrecht für Journalisten. Das Appellationsgericht Basel-Stadt gab ihr recht. Das Bundesgericht indes hiess eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft gut. Wenn beim Handel mit weichen Drogen wie Haschisch der jährliche Gewinn 10'000 Franken übersteigt, liege ein qualifizierter Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. Dies befand das Bundesgericht in einem am 19. Februar bekannt gegebenen Entscheid. Wenn es um die Aufklärung einer schwerwiegenden Straftat gehe, falle das gesetzlich verankerte Recht auf Quellenschutz für Journalisten weg. Auch angesichts der konkreten Umstände sei dieser Wegfall verhältnismässig. Das Interesse an der Aufklärung der Straftat sei gross. Derweil könne sich die Baz nicht auf ein namhaftes öffentliches Interesse berufen wie etwa dann, wenn der Bericht schwere Missstände in Politik, Wirtschaft oder Verwaltung aufgedeckt hätte. Vielmehr habe der Dealer eine Werbeplattform erhalten.

Baz sieht Quellenschutz verwässert

Dieses Urteil bedeute aus seiner Sicht eine Verletzung der Pressefreiheit, sagte Baz-Unternehmensjurist Martin Wagner in einem Interview in der Baz vom Freitag. Denn es garantiere den für Journalisten zentralen Quellenschutz nicht mehr und widerspreche einem früheren Bundesgerichtsurteil von 2006. Der in der Schweiz garantierte Quellenschutz könne nur in Ausnahmefällen – bei Schwerstdelikten – aufgebrochen werden. Dafür gebe es einen Ausnahmenkatalog. Darüberhinaus müsse jedoch jeder Einzelfall genau geprüft werden. Der Dealer im vorliegenden Fall sei jedoch «ein kleiner Fisch»: Laut Wagner dürfte er Geschäfte in der Höhe von ein paar Tausend Franken gemacht und gegenüber der Journalistin geblufft haben. Der Jurist befürchtet nun, dass nach dem neuen Bundesgerichtsurteil die Gerichte den Einzelfall nicht mehr prüften. Damit würde laut Wagner der Quellenschutz aber erheblich verwässert. Die Baz werde daher der Journalistin einen erfahrenen Strafrechtsexperten zur Seite stellen, der das Urteil nach Strassburg weiterziehe. (SDA)

Bild: Keystone

Adello eröffnet Standort in Asien

Der Schweizer Mobile Advertising Anbieter Adello expandiert in den asiatischen Markt und eröffnet neue Büros in Singapur.

Nach dem Aufbau diverser Niederlassungen in Europa und Amerika eröffnet Adello einen weiteren Standort in Asien. Damit wird die schnell wachsende Nachfrage nach intelligenten Kommunikationslösungen auf dem grossen Kontinent neu mit lokalen Teams abgedeckt, wie es in einer Mitteilung heisst. Für die operative Verantwortung konnte Ron Kwok gewonnen werden. Er nimmt seine Aufgabe von Singapur aus wahr.

Ron Kwok zu seinem Wechsel: «Asien ist der weltweit nutzungsstärkste Mobile-Markt und weist dennoch ein enormes Wachstum auf. Adello betreibt mit der patentierten Advertising-Technologie «AdCTRL» das weltweit schnellste Analytics Backend und bietet darauf die führende Lösung für Algorithmic Targetings in Echtzeit an. Dank 1,2 Millionen Entscheidungen pro Sekunde werden damit Zielgruppen bedeutend schärfer abgebildet und wiedererkannt, als mit bisherigen Ansätzen. Dies führt zu signifikant gesteigerten Post-Click Conversionrates, was letztlich Werbetreibenden, Usern und Publishern gleichermassen zugutekommt. Ich sehe es als grosses Privileg, die mit mehreren internationalen Awards ausgezeichnete Technologie «AdCTRL» dem asiatischen Markt zugänglich zu machen».

«Die ‹Eyeballs› sind relevant.»

Roger Elsener, Geschäftsführer TV der AZ Medien und Geschäftsleiter der Belcom äussert sich im Werbewoche-Interview zur aktuellen AZ-TV-Sender-Familie, zum neuen Sender TV24 und zu den geplanten neuen Sendungen.

Unbenannt-2_21

Werbewoche: Verdienen die AZ Medien eigentlich Geld mit ihren TV-Sendern?

Robert Elsener: Wir sind zufrieden. Mit den regional konzessionierten Sendern Tele M1 und TeleBärn dürfen wir keine Gewinnausschüttung machen. Wir versuchen alles, was wir einnehmen, wieder ins Programm und in gute redaktionelle Arbeit zu investieren.
 

Bei TeleZüri, das keine Konzession hat und deshalb auch keine Konzessionsgelder erhält, dürften Sie Gewinn machen …

Wir versuchen hart im Wind profitabel zu arbeiten und unsere Einnahmen in ein gutes Programm und in Programminitiativen zu investieren.
 

Die Sender sind also publizistisch wichtiger für die Gruppe als finanziell?

Als AZ-Medien sind wir ein kommerzielles Unternehmen und keine Wohlfahrtsgesellschaft. Es ist wichtig, dass wir gute Kennzahlen abliefern. Wir haben aber einen journalistischen Auftrag, den wir gut erfüllen möchten.
 

Wie ist die Organisation der Senderfamilie der AZMedien?

Synergien zu schaffen, bietet sich an, wenn man mehrere Fernsehsender in einem Hause führt. Aber für uns ist die redaktionelle Unabhängigkeit der einzelnen Sender essenziell. Da gibt es wenige Überschneidungen, weil wir ja für die Regionen aus der Region heraus produzieren. Nationale Beiträge lassen sich gelegentlich gemeinsam produzieren. Wo wir Synergien hingegen schon realisieren konnten, ist im Bereiche der Produktionstechnik, der Infrastruktur und der IT. Dort steckt das grösste Synergiepotenzial.
 

Nehmen wir ein Beispiel. Gestern rief Bundespräsident Didier Burkhalter zu einer Medienkonferenz. Was passiert jetzt, geht da jeder Sender selbst hin oder produziert da einer für alle?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und wird jeweils redaktionell zwischen den Sendern abgestimmt. Nehmen wir als Beispiel Sotschi. Wir haben ein Team nach Sotschi geschickt, was nicht ganz billig ist – die Flugpreise sind während der Spiele ungefähr um das Zehnfache angestiegen (lacht). Mit dem ganzen Bildmaterial erstellen wir regional ausgerichtete Beiträge. Wenn zum Beispiel ein Berner Sportler besonders heraussticht, bekommt der auf TeleBärn mehr Gewicht als auf TeleZüri.
 

Das Material wird aber zentral produziert?

In diesem Fall ja, aber beim Eidgenössischen Schwingfest hatten wir mehrere Teams vor Ort. Letztes Jahr war das Schwingfest sehr stark von Berner Schwingern dominiert. Da setzen wir dann bei TeleBärn natürlich eine andere Gewichtung auf den Event als bei Tele M1 oder TeleZüri.
 

Wo liegen die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede zwischen TeleZüri, TeleBärn und Tele M1?

Die Gemeinsamkeiten sind offensichtlich: Alle Sender produzieren pro Tag rund eine Stunde Inhalte und wiederholen diese in einer Art Stundenschlaufe. Vom Konzept her ähneln sich die Sender, inhaltlich ist die Ausprägung regional.
 

Hat TeleBärn eine andere Stellung in Bern als TeleZüri in Zürich?

Das muss man differenziert betrachten. Das sind einmal die Zuschauerzahlen. Die Forschung hat uns aus den bekannten Gründen letztes Jahr nicht immer nur Freude gemacht (lacht). Wir haben uns marktanteilmässig jedoch sehr positiv entwickelt. Ein weiterer Aspekt ist das direkte Feedback der Kunden via Telefon, E-Mail oder über Social-MediaKanäle. Feedback gibt es oft, auch wenn man Teams vor Ort draussen hat. Hier spürt man schon den hohen Stellenwert unserer Sender in den Regionen. Insofern ist es schwierig, TeleZüri mit Tele M1 oder TeleBärn zu vergleichen. Gerade weil TeleZüri seit 2008 überregionaler positioniert ,und darauf achtet, dass es neben Zürich auch im Mittelland, in der Innerschweiz oder bis nach Schaffhausen und St. Gallen eine gute Berichterstattung bietet. Tele M1 oder TeleBärn sind stärker auf ihr Ausstrahlungsgebiet fokussiert. Tele M1 geht mit dem Ost- und Westkanal noch regionaler und hat unlängst ein Korrespondentenbüro in Solothurn eröffnet, um für die Region relevante Themen journalistisch noch besser abzudecken. Alle unsere Sender haben eine eigene Ausprägung und eine eigene Geschichte. TeleZüri wird dieses Jahr 20-jährig, die anderen haben dieses Jubiläum bald vor sich. Die Sender sind über all die Jahre zusammen mit den Zuschauern gewachsen.
 

Ist die Akzeptanz in den einzelnen Gebieten also vergleichbar?

Ja, die Ausprägung ist einfach eine andere. Die generelle Akzeptanz ist bei allen Sendern sehr hoch und auf sehr hohem Niveau vergleichbar. Wenn man das Gesamtpublikum betrachtet: In dieser einen Stunde, in der wir originären Content produzieren – zwischen 18 und 19 Uhr –, haben wir innerhalb der Regionen resp. Konzessionsgebiete hervorragende Marktanteile. In Zürich gibt es Tage, da beträgt der Marktanteil beim Gesamtpublikum in dieser Zeit 30 Prozent. Wir sind in den Regionen Zürich, Mittelland und Bern stark verankert.
 

TeleZüri hat keine Konzession, TeleBärn und Tele M1 haben eine solche und erhalten auch Konzessionsgelder. Gibt es Überlegungen, auf die Konzessionen zu verzichten, um mehr Freiheiten bei der Werbung zu haben?

Das kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Es ist nicht so, dass wir uns im Konzessionsauftrag in einem Korsett wiederfinden würden. Die inhaltliche Ausrichtung des Konzessionsauftrages passt und deckt sich mit unseren journalistischen Qualitätsansprüchen. In der Werbung hätten wir, wie Sie richtig sagen, etwas mehr Flexibilität. Aber mir sind keine Fälle bekannt, wo wir aus konzessionsrechtlichen Gründen auf Werbegelder verzichten mussten. Im Gespräch mit dem Werbekunden findet man in der Regel immer gute Möglichkeiten für flexible Lösungen.
 

Wie ist die aktuelle Verbreitung?

Wir müssen unterscheiden zwischen analoger und digitaler Verbreitung. Ein signifikanter Teil unserer Zuschauer empfängt uns heute noch analog. Vielleicht ist es nicht mehr das Erstfernsehgerät, sondern das Zweit- oder Drittgerät. Innerhalb der Konzessionsgebiete für Tele M1 und TeleBärn haben wir, konzessionsrechtlich gewährleistet, eine Vollverbreitung der für uns relevanten analogen und digitalen Verbreitungswege. Bei TeleZüri verfügen wir im Kerngebiet sowohl analog wie auch digital ebenfalls über eine Vollverbreitung. Digital können unsere Sender auch ausserhalb ihrer Konzessionsresp. Kerngebiete sprachregional empfangen werden. Wir bekommen aus verschieden Regionen Anfragen von Kabelnetzbetreibern, die unsere Sender neu aufschalten möchten. Ein konkretes Beispiel ist Laax/Falera. Der lokale Kabelnetzbetreiber wünscht sich, dass für die Berner Feriengäste TeleBärn im Kabelnetz empfangbar ist. Es ist aber sicher nicht so, dass wir damit unsere Marktanteile verfünffachen könnten (lacht). Für einen Zuschauer ausserhalb des jeweiligen Konzessionsgebietes haben wir nicht die gleiche Relevanz wie im Hauptverbreitungsgebiet.

Unbenannt-3_16
 

Ein anderes Thema: Wie wichtig ist der StreamingBereich auf ihren Websites?

Irgendwann wird man nicht mehr von Streaming reden, sondern von Bewegtbildkonsum über alle Endgeräte hinweg. Ob analog, digital oder online spielt für den Zuschauer keine Rolle. Für uns ist zentral, dass wir auf allen heute relevanten Endgeräten – vom iPhone bis zum grossen TV-Screen – präsent sind. Auch die Unterscheidung, ob der Konsum jetzt linear oder non-linear erfolgt, spielt keine so grosse Rolle. Relevant sind die « Eyeballs » , sprich die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Bewegtbildwerbung hat den Vorteil, dass die Tausendkontaktpreise auch in der Onlinewelt, verglichen mit der Displaywerbung, auf einem sehr vernünftigen Niveau sind.
 

Die Problematik ist nur, dass die aktuelle Forschung halt nicht alles abbilden kann …

Die Forschung kann die Onlinenutzung und die Fernsehnutzung relativ gut abbilden. Aber Sie haben recht, heute gibt es einen Bruch zwischen der Erhebung der Online-und der TV-Nutzung. Uns ist wichtig, dass man überall dort, wo man uns konsumiert, eine Messmethodik im Hintergrund steht, die es erlaubt die Nutzung der Inhalte zu monetarisieren. « Verlorene » , also nicht gemessene Nutzung ist das, was uns wehtut.
 

Die Werbewirtschaft hätte natürlich am liebsten einen Wert …

Wenn es eine «Währung» gibt, welche die Leistung adäquat abbildet, einfach in der Handhabung ist und uns auch noch die nötigen Rückschlüsse für die Programmoptimierung liefert, dann sagen wir dazu selbstverständlich nicht nein.
 

Wie haben sich die einzelnen Sender letztes Jahr entwickelt?

TeleZüri hat Marktanteile gewonnen, Tele M1 hat ein wenig verloren und TeleBärn ein bisschen gewonnen, aber ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr ist ja aus methodischen Gründen nicht statthaft. Wir haben ein stabiles Jahr hinter uns und bieten über das ganze Jahr gesehen ein qualitativ gleichbleibend gutes Programm. Dieses Jahr haben wir seitens der Konkurrenz zwei Herausforderungen: jetzt gerade Sotschi, dann die Fussball-WM mit Anspielzeiten um 18 Uhr. Mit Specials versuchen wir Gegensteuer zu geben.
 

Wie hoch ist der Anteil an nationaler Werbung bei den drei Sendern?

Der Anteil ist signifikant, der grösste Anteil ist aber regionale und lokale Werbung.
 

Sie wechseln dieses Jahr mit allen Sendern auf HD. Wann wird das sein und wie hoch sind die entsprechenden Investitionen?

Die einzelnen Umschaltzeitpunkte haben wir noch nicht bestimmt. Es ist ein hohes Investment.
 

Was heisst das?

HD kann man auf verschiedene Arten machen. Einfach das SD-Signal hochkonvertieren und es dann HD nennen ist nicht unser Ziel. Wir wollen möglichst viele native HD-Inhalte bieten. Dieser Qualitätssprung bedeutet aber, dass von der Kamera über die Studiotechnik bis hin zum Play-out die ganze Produktionskette in HD sein muss. Heute haben wir bei den einzelnen Sendern unterschiedliche Ausbaustandards, sodass an einem Ort mehr und am anderen weniger investiert werden muss. Über alles gesehen ist es aber ein signifikanter Betrag, den wir in die Hand nehmen müssen.
 

Lohnt sich die Investition?

Wir müssen diese Investition tätigen. Zum einen für die Zuschauer. Wir werden nicht mit anderen Lokalsendern verglichen, sondern mit dem höchsten Standard, den irgendein Sender setzt. Wenn man zu den wichtigsten TV-Sendern gehören will, dann kann man nicht Fernsehen in einer technisch schlechteren Qualität liefern. Auch die Werbetreibenden sind an einer hohen Qualität interessiert, damit sie ihre Produkte optimal zeigen können. Die dritten im Bund sind die Netzbetreiber, die ihrerseits wünschen, dass sie möglichst viele Sender in HD-Qualität anbieten können.
 

Sie haben drei erfolgreiche Sender. Mit TV24 kommt ein neuer Sender dazu. Was haben Sie für Ziele mit dem neuen Sender?

Mittelfristig streben wir mit TV24 einen Marktanteil von 1% an. TV24 ist für uns eine logische Weiterentwicklung der Senderfamilie.
 

Wieso?

Zum einen weil wir bereits ein Publikum bedienen – pro Tag sind das mehr als eine halbe Million Leute –, welches die von uns produzierten Inhalte sehr schätzt. Die Zielgruppe findet aber viele Inhalte auf unseren Sendern nicht, die sie ebenfalls interessiert. Mit TV24 haben wir die Möglichkeit, unseren bestehenden und auch neuen Zuschauern Inhalte anzubieten, die wir bis heute auf unseren Regionalsendern nicht zeigen.
 

Sind das Sendungen, die in der momentanen Stundenschlaufe keinen Platz finden?

Genau. Mit TV24 können wir mehr Inhalte zeigen, die bis anhin keinen Platz finden oder nicht den Konzessionsauftrag erfüllen, indem sie mehr in den Unterhaltungsbereich gehen. In einer gewissen Hinsicht ist es aber auch eine Brücke, die über unsere Senderfamilie gespannt wird. Wir haben heute rund 130 Mitarbeitende, die täglich Fernsehinhalte produzieren. Dies ermöglicht es, zum Beispiel ein tägliches NewsFormat aus unseren lokalen oder regionalen News mit überregionaler Relevanz zu produzieren. Da wir die drei grössten Regionalfernsehsender im Portfolio haben, sind wir neben dem Schweizer Fernsehen wohl die einzigen, die in der Schweiz über eine TV-NewsKompetenz auf überregionaler Ebene verfügen.
 

Besteht nicht auch die Gefahr, ihre regionalen Sender zu konkurrenzieren?

Die regionalen Sender sind unser Rückgrat, unser Herz und Blut und sie werden auch in Zukunft unseren Hauptfokus bilden. Wir können TV24 komplementär aufstellen, sodass unsere bestehenden Sender möglichst wenig tangiert werden. Die Sendervielfalt im Fernsehen nimmt immer noch zu. Lieber also einen eigenen Sender haben, den wir ergänzend positionieren können, als der weiteren Fragmentierung wehrlos ausgeliefert zu sein.
 

Wird es auf TV24 eine Nachrichtensendung geben?

Ja. Aber natürlich nicht zur gleichen Ausstrahlungszeit wie auf den Lokalsendern. Vom Inhalt her wird es ein Best-of der täglich produzierten Nachrichtenbeiträge sein, die überregionale Bedeutung haben. Die werden in einem neuen Studioset produziert und moderiert.
 

Was wird es sonst noch geben?

Mit TV24 haben wir einen TV-Sender in unserer Senderfamilie, der sieben Tage und 24 Stunden unterschiedliches Programm sendet. Das gibt uns auch die Möglichkeit, neue Themen auszuprobieren, zu schauen, wie die funktionieren, um sie vielleicht auch mal für unsere Regionalfernsehsender zu verwenden. Umgekehrt haben wir die Möglichkeit, gewisse Formate, die sehr erfolgreich sind, bis anhin auf den Lokalsendern, aber nur in einer Länge von wenigen Minuten produziert werden konnten, auf TV24 in einer längeren Fassung zu bringen. Dadurch, dass wir auch auf viele bereits produzierte Inhalte zurückgreifen können, ergibt sich ein schönes Synergiepotenzial. Mit TV24 wollen wir aber auch neue Zuschauer gewinnen, die wir mit Cross-Promotionen an unsere Lokalfernsehsender heranführen möchten.
 

Wann startet TV24?

Im zweiten Quartal 2014.
 

Wie viele Leute werden für TV24 arbeiten?

Viele Inhalte werden von den bestehenden Mitarbeitenden produziert. Wir werden das Team punktuell ergänzen für Funktionen, die wir heute noch nicht zu unserer Kernkompetenz zählen dürfen. Wir werden mittelfristig auch Sender-Gesichter aufbauen. Das hilft zur Profilierung des Senders. Ob diese aus unserem Nachwuchs kommen oder effektiv neue Personen sind, wissen wir noch nicht.
 

Für 2014 sind bei den bestehenden Sendern zwei neue Sendungen geplant: «Fashion Run – das Shoppingduell» und «The Gran Plan». Beides sind Adaptionen erfolgreicher ausländischer Sendungen.

Das stimmt nicht ganz. «Fashion Run» ist eine Eigenerfindung, die zwar artverwandt mit anderen Shoppingformaten ist. Von existierenden Formaten sind wir auch ganz bewusst abgewichen, weil wir das Gefühl haben, dass unsere Art, das Fashion-Thema zu behandeln, in der Schweiz besser funktioniert. Der Bereich Fashion ist sehr affin mit unseren Zuschauern und wir glauben auch, dass es ein ideales Gefäss für die Werbeindustrie sein wird. Neben der normalen Werbung sicher auch im Bereich ProductPlacement oder auch beim Einbinden von DrehLocations. «The Gran Plan» hingegen ist ein eingekauftes Lizenzformat, das eingeschweizert wird. Wir sind überzeugt, dass wir investieren müssen, um im Fernsehbereich langfristig erfolgreich zu sein. Wir möchten die aktuellen Regionalfernsehprogramme stärken und mit technischen und programmlichen Neuheiten in die Zukunft führen. Mit den geplanten neuen halbstündigen Sendungen – eine weitere wird noch dazukommen – wollen wir unsere bestehenden Regionalfernsehsender punktuell stärken und die Zuschauer länger auf unseren Sendern halten.
 

Wer produziert die Sendungen?

Golden Eye Media produziert beide Formate.
 

Was ist zum 20-Jahre-Jubiläum von TeleZüri geplant?

Es läuft schon einiges. Wir haben eine TestimonialKampagne on air, zusammen mit der Umstellung auf HD wird auch ein neues On-air-Design eingeführt. Zudem machen wir Gewinnspiele und werden im Herbst diverse Festivitäten veranstalten. All dies ist nach 20 Jahren auch durchaus angebracht und nicht zuletzt eine Wertschätzung für das bestehende super TeleZüri-Team rund um Markus Gilli.
 

Interview: Pierre C. Meier

Ein Artikel aus der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

cover-3-2014

 

 

Desktop vs. Mobile: Studie über Nutzungsverhalten

Die aktuelle Untersuchung «OMS – Desktop vs. Mobile» macht erstmals deutlich, welche Inhalte auf mobilen Nachrichtenwebseiten besonders genutzt werden und worin sich das mobile Nutzerverhalten von der Desktop-Nutzung unterscheidet.

Was interessiert die Nutzer auf mobilen Nachrichtenwebseiten besonders? Welche Unterschiede bestehen zur klassischen Desktop-Nutzung? Diese Fragen beantwortet die OMS in der aktuellen «OMS – Desktop vs. Mobile»-Studie, die in Zusammenarbeit mit Audience & Research, einer Unit von Nugg.ad, durchgeführt wurde. Den ersten Ergebnissen dieser quantitativen OMS Untersuchung zufolge unterscheidet sich die mobile Nutzung von der Desktop-Nutzung vor allem im Detail: Im Desktop-Bereich werden demnach bevorzugt Nachrichten, dann Freizeit-Inhalte abgerufen. Im Mobile-Bereich ist es genau umgekehrt.

Der Grund für diese grundsätzlich ähnliche Nutzung liegt auf der Hand: «Welche Zielgruppe welche Inhalte nutzt, richtet sich in erster Linie nach dem persönlichen Interesse. Und das ändert sich nicht grundlegend, wenn die Nutzer mobil unterwegs sind», erklärt Linda Mozham, Commercial Director und Mitglied der Geschäftsleitung OMS. «Bestätigt wird in der Studie zudem, dass die Art der abgerufenen Mobile-Inhalte zunehmend geräte- und situationsabhängig ist. Diese Besonderheit der mobilen Nutzung sollte in der Planung und Kreation wirksamer Mobile-Werbekampagnen unbedingt berücksichtigt werden, um sie nachhaltig zum Erfolg zu führen.»

Nachdem OMS bereits Verlage und Medienhäuser im Rahmen der «OMS Mobile Usability»-Studie mit wichtigen Kriterien zur verbesserten Vermarktbarkeit von mobilen Tageszeitungswebseiten versorgt hat, unterstützt sie nun die Werbekunden bei der Optimierung ihrer mobilen Kampagnen: Mit der aktuellen Untersuchung stellt ihnen der Premiumvermarkter wertvolle Erkenntnisse über die Mobile-Nutzung zur Verfügung, die ihnen beste Voraussetzungen für maximale Werbewirkung auf den mobilen Angeboten von mehr als 85 hochwertigen Tageszeitungswebseiten aus dem nationalen Gesamtportfolio der OMS bieten.

Welche Zielgruppen über den mobilen Kanal am besten erreicht werden, zeigt die aktuelle OMS Studie mit einem Blick auf die Nutzerstruktur mobiler Nachrichtenwebseiten. Mobile-Nutzer sind demnach jünger als Desktop-Nutzer. Besonders intensiv wird der mobile Kanal dabei vor allem von den 20- bis 29-Jährigen (15,4 Prozent) und den 30- bis 39-Jährigen (29,2 Prozent) genutzt. Im direkten Geschlechtervergleich ist die Nutzungsverteilung wiederum sehr ähnlich: Sowohl der Desktop- als auch der Mobile-Kanal werden zu je rund einem Viertel von Frauen und zu rund drei Viertel von Männern genutzt.

Im Fokus der mobilen Nutzer stehen laut Studie insbesondere regionale Inhalte sowie Themenangebote für die Freizeitgestaltung und Sportinhalte. Männer nutzen dabei im Vergleich zu den Frauen überproportional häufig fussballbezogene Webseiten über den mobilen Kanal. Frauen interessieren sich mobil eher für regionale Themen und Ratgeber-Inhalte. «Noch viel zu häufig werden mobile Kampagnen ohne fundiertes Wissen ausgespielt, weil wichtige Informationen für einen optimalen Werbeeinsatz fehlen. Die OMS hat sich daher mit Start ihres mobilen Vermarktungsangebots konsequent den offenen Fragen der mobilen Vermarktung gestellt: Mit gezielter Marktforschung, die unseren Werbekunden von Anfang an ein solides Fundament für künftige Werbeerfolge im Bereich Mobile verschafft. Nach Untersuchungen zur Mobile Usability und Nutzung wird in Kürze eine dritte OMS Studie die Werbewirkung des mobilen Kanals analysieren und Werbungtreibenden Erkenntnisse darüber liefern, was mobil wirkt und was nicht», so Linda Mozham.

Über die Studie

Die Studie «OMS – Desktop vs. Mobile» wurde von Juni bis August 2013 durch Audience & Research, einer Unit von Nugg.ad, im Auftrag der OMS durchgeführt. Für die Analyse des Surfverhaltens wurden in diesem Zeitraum über 1500 Nutzer auf den Mobile- und Desktop-Webseiten im OMS Gesamtportfolio befragt (davon rund 700 Mobile- und mehr als 800 Desktop-Nutzer).

Frey & Frey holt Matterhorn nach Bern

Frey & Frey hat das Matterhorn nach Bern ins Shoppingcenter Westside geholt. Anlass für den Live-Kommunikationsauftritt ist das Engagement von Westside als Main Partner beim Musikfestival Zermatt Unplugged.

Die Erschaffung einer Walliser Themenwelt holt den Hauch von Zermatt nach Bern-Brünnen: Der plastische Ausschnitt des Matterhorns sowie eine Original-Müller-Seilbahngondel erstrahlen vor einem Mega-Panel. Mit dem Auge für wichtige Details werden konsequent Holzelemente verwendet und intensivieren dadurch den Bezug zum alpinen Lifestyle.

Zur Promotion sind flankierende Massnahmen mit weiteren Partnern des Walliser Festivals geplant: So werden beispielsweise die Matterhorn Gornergratbahnen die bis Ende März bestehende Plattform im Westside nutzen, um auf ihr Bahnnetz aufmerksam zu machen. Weiter werden Camille Bloch mit dem Brand Ragusa (ebenfalls Partner von Zermatt Unplugged), die BLS (Autoverlad Lötschberg) sowie Globus Delikatessa (mit Degustationen von Walliser Spezialitäten) das Walliser Lebensgefühl erlebbar machen.

Die Genossenschaft Migros Aare als Eigentümerin des Westside ist bei der diesjährigen Ausgabe des Musikfestivals Zermatt Unplugged erstmals Main Partner (Westside) im Sponsoring sowie offizieller Catering-Partner (Catering Services Migros Aare) im Hospitality-Bereich. Zermatt Unplugged findet vom 8. bis 12. April an diversen Standorten am Fusse des Matterhorns statt.

Verantwortlicher bei Migros Aare: Lorenz Feller (Projektverantwortlicher). Verantwortlich bei Frey & Frey: Matthias Dummer (Projektverantwortlicher).

1.westside.1
1.westside.2
 

13 Fragen an… Markus Gut

Wer hat bei Markus Gut Büroverbot und wer war sein amüsantester Lunchpartner? Unsere 13 Fragen richten sich diesmal an den Chief Creative Officer CCO, Y&R Group Switzerland.

markus_gut_131211_small_bearbeitet

1. Sie könnten Ihr Smartphone einen Tag lang mit dem einer anderen Person tauschen. Würden Sie? Und falls ja, mit wem?

Mit meiner kleinen Tochter. Sie darf das Handy pro Tag nur eine halbe Stunde benutzen.

2. Woür würden Sie eine Woche gratis arbeiten?

Für einen Goldlöwen in Cannes.

3. Was kommt Ihnen auf keinen Fall ins Büro?

Topfpflanzen haben bei mir absolutes Büroverbot!

4. Welche Werbung sollte man ver­bieten?

Alles ohne Idee.

5. Was war der amüsanteste Lunch­ Partner?

Massimo Rocci. Er hat übrigens keinen rassistischen Witz gemacht.

6. Das beste Testimonial, das es je ge­geben hat?

Martina Hingis für V-Zug … 🙂

7. Was denken Sie persönlich über die Wirkung von Werbung/PR?

Gute Werbung wirkt!

8. Wären Sie nicht Werber geworden – was dann?

Um ein Haar wäre ich im diplomatischen Korps gelandet und hätte als Konsul geendet.

9. Worauf können Sie unmöglich ver­zichten?

Stracciatella Gelato.

10. Wer hat Sie inspiriert, in die Werbe­branche einzusteigen?

Andy Warhol

11. Wofür würden Sie unter keinen Um­ständen werben?

Für Werbeverbote.

12. Welchen Werbeträger finden Sie abscheulich?

Diese Blachen auf freilebenden Kühen!

13. Welche Websites nutzen Sie regel­mässig?

Watson.ch

Markus Gut wirkte ab 1994 als Kreativ-Chef und Mitglied der Geschäftsleitung bei Publicis. Seit Januar 2008 ist er als Geschäftsführer Kreation und Chief Creative Officer für die Young & Rubicam Group Schweiz verantwortlich.

Zur Sache: Hopfen und Malz verloren

Aus der Serie Kommunikationsarbeit für Anfänger: Firma XY ist ein neues Sponsoringkonzept eingegangen. Bald schlägt die Zeit des Spin-Assistenten einer PR-Agentur. Mit einem höflichen Mail werde ich auf diese Tatsache aufmerksam gemacht.

Da der eifrige junge Mann wahrscheinlich denkt, dass wir Journalisten nicht in der Lage sind, dieses neue Konzept entsprechend zu würdigen, schlägt er pflichtbewusst bereits einige Themen vor und weist auch darauf hin, dass das neue Konzept über verschiedene Kanäle weg laufe und diverse Massnahmen geplant seien. Aha, das ist ja mal was ganz Neues – bahnbrechend gewissermassen. Eilfertig weist er mich darauf hin, dass er selbstverständlich gerne bereit wäre, mir ein Gespräch mit dem Verantwortlichen, Herrn A.Z., zu vermitteln. Okay, der junge Mann kann ja nicht wissen, dass ich A.Z. wahrscheinlich besser kenne als er selbst.

Am nächsten Tag wird dann telefonisch nachge- fasst. Das muss so sein, denn so steht es in seiner Checklist. Nach der obligaten Einleitung «Haben Sie mein Mail erhalten?» folgt dann der Mail-Inhalt nochmals in mündlicher Form. Also kohärent ist der Junge, das muss man ihm lassen. Ich zeige Interesse am Thema und sage ihm auch, dass ich Herrn A.Z. schon seit Langem kenne und ich mich deshalb zwecks Terminabsprache direkt an diesen wenden werde. Das war wahrscheinlich ungeschickt von mir, denn damit habe ich ihn in seiner beruflichen Ehre gekränkt und er sieht seine Promotion zum Spin-Doctor in Gefahr. Um ihn wieder aufzumuntern, mache ich ihm die Freude und sage ihm, er könne selbst- verständlich einen Termin mit A.Z. vereinbaren. Er bedankt sich, meint aber entschuldigend, er hätte die Termine von A.Z. nicht, er würde sich wieder melden.

Nach zwei Tagen tut er das dann auch. Unklar ist nur, warum er es tut, denn seine Botschaft lautet nur «Herr Y von der Firma XY würde sich mit mir zwecks eines Termins mit Herrn A.Z. in Verbindung setzen». Na da bin ich ja wirklich froh, dass die ganze Terminabsprache so reibungslos über die Bühne geht. Ich bedanke mich beim Spin-Assi für seinen Einsatz und will gerade den Hörer auflegen, aber der hat noch ein kleines Anliegen. Ich hätte ja sicher Verständnis dafür, dass die Corporate-Communications-Abteilung der Firma XY meine Fragen an Herrn A.Z. im Voraus haben möchte. Nur so. Das würde alles vereinfachen. Da war es mit meiner Geduld endgültig vorbei und ich erklärte dem jungen Mann, ich sei nicht bereit, meine Fragen vorab den Corporate Communications-Leuten zu liefern, diese hätten nach dem Interview mit A.Z. noch genügend Zeit, im Text herumzufummeln und diesen möglichst langweilig, aber CC-konform zu kneten. Für mich sei die Geschichte hiermit gestorben und er solle bitte dafür sorgen, dass alle involvierten Stellen darüber informiert würden, auf dass nicht noch mal einer maile oder anrufe.

Das hat dann auch nicht geklappt.

 

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]

 

Cannes Lions: Alle Jurypräsidenten 2014 sind bekannt

Das Cannes Lions Festival verkündet für alle 17 Kategorien die Jurypräsidenten. Darunter auch der Präsident der neu lancierten Kategorie «Product Design».

Das «Cannes Lions International Festival of Creativity», das vom 15. bis 21. Juni 2014 in Cannes stattfindet, verkündet die Jurypräsidenten, die den insgesamt 17 Kategorien vorstehen:

Branded Content & Entertainment Lions Jury President
Doug Scott, President, Founder, Ogilvy Entertainment

Creative Effectiveness Lions Jury President
David Sable, Global Chief Executive Officer Y&R

Cyber Lions Jury President
Susan Bonds, Co-founder, CEO 42 Entertainment, USA

Design Lions Jury President
Karl Heiselman, Global Chief Executive Officer Wolff Olins

Direct Lions Jury President
James McGrath, Creative Chairman Clemenger BBDO Group, Australia

Film Lions Jury President
Amir Kassaei, Chief Creative Officer DDB Worldwide

Film Craft Lions
Brian Carmody, Co-Founder, Managing Partner Smuggler

Innovation Lions Jury President
Tom Bedecarré, Chairman, AKQA President, WPP Ventures

Media Lions Jury President
Matt Seiler, Global CEO IPG Mediabrands

Mobile Lions Jury President
Jaime Robinson, Executive Creative Director Pereira & O’Dell, USA

Outdoor Lions Jury President
José Miguel Sokoloff, President, Lowe Global Creative Council Co-Chairman, CCO, Lowe SSP3 Colombia

PR Lions Jury President
Renee Wilson, President North America MSLGROUP, USA

Press Lions Jury President
Rémi Babinet, Founder, Creative Director BETC, France

Product Design Lions Jury President (Neu)
Dong-Hoon Chang, EVP Samsung Electronics, South Korea

Promo & Activation Lions Jury President
Susan Credle, Chief Creative Officer Leo Burnett, USA

Radio Lions Jury President
Tony Hertz, Proprietor, Creative Director Tony Hertz: Radio & Brand Sound, The Philippines

Titanium and Integrated Lions Jury President
Prasoon Joshi, Chairman, CEO, Chief Creative Officer, India & South Asia McCann Worldgroup

Neu ist in diesem Jahr die Kategorie «Product Design», in welcher Arbeiten juriert werden, die belegen, dass die beworbenen Produkte durch die Kommunikation des Herstellers oder durch die Nutzung des Produktes, einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Kunden haben. Die Kategorie wird in die Sub-Kategorien «Consumer Goods», «Wellbeing and Environmental Impact», «Solution» und «Interface» unterteilt.

 

Ebookers verbessert Android App

Mit dem Relaunch der All-in-one-Applikation für Android baut Ebookers seine Stellung als Anbieter mobiler Lösungen für Reisebuchungen weiter aus.

Nachdem das Unternehmen schon 2012 eine Android-App gelauncht und im vergangenen Jahr eine All-in-one-App für Apple-Geräte auf den Schweizer Markt gebracht hat, folgt nun die zweite Generation der mobilen Applikation für Android als «fully native»-Version. Über die neue App können Nutzer nach diversen Kriterien auf einem Single-Screen weltweite Angebote für Flüge, Hotels und Mietwagen in einer einzigen App suchen. Zudem profitieren sie von mobilen Preisvorteilen und speziellen Angeboten.

Starkes Wachstum bei mobilen Reisebuchungen

Die Nachfrage nach einfachen Lösungen, Reisen von unterwegs zu buchen, war noch nie so gross, meint Matthias Thürer, Marketing Director Austria, Germany, Switzerland in einer Mitteilung vom Donnerstag. Im vergangenen Jahr habe man in der Schweiz ein Plus von 49 Prozent der mobilen Reisebuchungen gegenüber 2012 verzeichnen können.

Die App kann kostenlos im Google Play Store heruntergeladen werden.

1.ebookersapp

Medienmarken, das Publikum und ein «Hate-Slam»

Die Beleidigungen, Attacken und Gemeinheiten aus dem meist anonymen «Untergrund» der Onlinekommentarspalten wurden an einer Veranstaltung publik gemacht. Von Stephan Russ-Mohl

Wie lassen sich Medienmarken führen? An der Universität Zürich hat dieser Tage eine internationale und interdisziplinär zusammengesetzte Forschergruppe sich über das Media-Branding die Köpfe heiss geredet. Die Medienökonomin Gabriele Siegert hatte zu der Tagung eingeladen, um vor allem der Frage nachzuspüren, welchen Einfluss die Markenführung auf die journalistische Qualität hat – und vice versa. Einer der spannendsten Aspekte war dabei, welche Rolle das Publikum beim «Branding» spielt.

Dazu hat zeitgleich in Bayreuth die dortige Regionalzeitung, der Nordbayerische Kurier, ein ebenso mutiges wie spannendes Experiment veranstaltet, das im deutschen Sprachraum unter Fachleuten einige Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat: Das Blatt hat einen «Hate-Slam» veranstaltet und öffentlich kommuniziert, mit welchen Beleidigungen, Attacken und Gemeinheiten aus dem meist anonymen «Untergrund» sich die Redakteure in den Onlinekommentarspalten tagtäglich auseinandersetzen müssen.

Dazu hat die Redaktion über ein Jahr hinweg Leserrückmeldungen gesammelt und davon «the worst of» zum Besten gegeben – in einer öffentlichen Veranstaltung, die einen Saal mit über 400 Personen gefüllt hat. Mit dieser Offensive wurde so endlich einmal auch für ein breiteres Publikum transparent, was auch anderswo Redaktionen viel Zeit kostet, Kopfzerbrechen bereitet und sicherlich auch demoti viert: dass es eine kleine, aber oftmals lautstarke Minderheit gibt, die im Netz einfach wild losrüpelt, Fäkalsprache kultiviert und keinerlei Spielregeln des zwischenmenschlichen Umgangs mehr kennt – was die Redaktionen dazu zwingt, mit viel Aufwand ihre Onlinekommentarspalten zu moderieren.

Ohne Risiken und Nebenwirkungen ist Transparenz, wie sie der Nordbayerische Kurier hergestellt hat, und wohl auch das erstrebte Gemeinschaftsgefühl zwischen Redaktion und der grossen Mehrheit der Leserschaft freilich nicht zu haben. Zwar scheinen die Leserinnen und Leser, die in Bayreuth öffentlich «vorgeführt» und an den Pranger gestellt wurden, bisher keine Abos abbestellt zu haben. Einer von ihnen, der seinen eigenen Leserkommentar während des Hate-Slams wiedererkannt hat, hat sogar humorvoll reagiert, berichtet Chefredakteur Joachim Braun. Die Aktion habe «viele Sympathien gebracht, auch bei Leuten, die nicht (mehr oder noch nicht) zeitungsaffin sind. Der überwiegende Tenor: «Schön, dass sich die Journalisten selbst nicht so ernst nehmen.»

Auch auf der internationalen Konferenz in Zürich waren die Reaktionen eher wohlwollend. Drei Kostproben: Kati Förster und Klaus Schönbach (beide Universität Wien) meinten, mit der Initiative lasse sich die Leserbindung verstärken («community building») und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen («it does wonders for credibility»). Schönbach erwartet auch einen «Impf-Effekt» – mögliche Kritik von aussen wird von der Zeitung selbst schon vorweggenommen und läuft damit vielleicht ins Leere. Und Lisa-Charlotte Wolter (Hamburg Media School) fügte hinzu: «Schon dass wir hier darüber sprechen, ist ein Erfolgsindiz.»

Trotzdem ist das Publikum, sind die eigenen Leserinnen und Leser natürlich ein Teil des medialen Brandings. Helmut Scherer (Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover) hat daran erinnert, dass kluge Marketing-Strategen von Medienunternehmen seit Jahrzehnten versuchen, sich mit ihren Leserinnen und Lesern in ihren Image- und Werbekampagnen zu schmücken. Der vielfach preisgekrönte Slogan der Frankfurter Allgemeinen Zeitung «Dahinter steckt immer ein kluger Kopf» ist dafür im deutschsprachigen Raum das wohl bekannteste Beispiel.

Dieser Slogan würde nach einem Hate-Slam, wie ihn der Nordbayerische Kurier aufgeführt hat, nicht mehr funktionieren. Auch wenn sich das Regionalblatt nicht mit der F.A.Z. vergleichen lässt: Vermutlich möchte auch in Bayreuth nicht jeder Zeitungsleser einer Community zugerechnet werden, in der Einzelne einfach die Sau rauslassen und alle Regeln des Anstands missachten.

So fällt es abschliessend nicht ganz leicht, Redaktionen zur Nachahmung aufzufordern. Der Journalismusbeobachter in mir freut sich über den Zugewinn an Transparenz, während aus der Sicht des Marketings und der Markenführung das Risiko hoch einzuschätzen ist, dass zu viel Offenheit negativ auf die Medienmarke zurückwirken könnte.

Stephan Russ-Mohl leitet das Europäische Journalismus-Observatorium an der Universität Lugano.
 

Zu guter Letzt: Der Social Media Guard

In einem Online-Spot macht sich Coca-Cola über Smartphone-Süchtige lustig. Mit dem Social Media Guard soll ihr Blick wieder frei werden für das Wesentliche.

Wenn der pausenlose Blick aufs Smartphone dazu führt, dass man die eigenen Kinder nicht mehr wahrnimmt oder vor lauter lustigen Katzenvideos vergisst, wie lustig die eigene Katze ist, kurz: wenn Social Media der richtigen Welt in die Quere zu kommen beginnt – dann ist man reif für den Social Media Guard.

Die Halskrause im Coke-Design schafft Abhilfe, indem sie die Sicht aufs eigene Smartphone versperrt. Zumindest solange man nicht auf die Idee kommt, das Smartphone höher zu halten. Mit etwas Geschick kann man mit der Halskrause sogar noch Cola trinken. (sis)
 

//www.youtube.com/watch?v=_u3BRY2RF5I

get_footer();